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(Nachdruck verboten.)

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eine alte Burg, die man zu einem behaolichen Gäste- baus eingerichtet hatte. Und dort entstand in der Frau der Wunsch, auch einen so schönen alten Bau zu erwerben und die Näume mit neuem Leben zu erfüllen. Sie fand ein stilles Städtchen und dar- über eine alte Burg, die Jlmburg. Ein Burgwart laß im Torwärterbäuschen; im mittleren Burghof hatte ein Pächter eine kleine Wirtschaft aufgemacht

Es gab noch viele Umstände und mancherlei Widrigkeiten, ehe die Ilmburg in Gertraudes Be- sitz überging. Dann aber fand die Frau in der Her­richtung der Räume. Säle und Wirtschaftsgebäude eine neue, große Aufgabe, die sie auf hervorragende We'se löste.

Auch darüber sind nun schon Jahre vergangen, und in dieser Zeit hat der Name der Ilmburg einen guten Klang bekommen.

Gertraude Schrott ist eine zierlich gebaute, etwa vierzigjährige Frau. Das dunkle Haar ist kurz- aefdmitten und umgibt ein gut geformtes, kluges Gesicht.

Sie ist ein recht streitbarer Geist und zuwellen sehr svottlustiq.

Jetzt steht sie vor Helene, der sie nur bis zu den Schultern reicht. Nach herzlicher Begrüßung schilt sie:Drei Jahre hast du dich nicht auf der Burg sehen lasten, du Scheusal!"

Helene hört nicht auf den vorwurfsvollen Ton. Sie nimmt die kleine Frau fest in die Arme.

Es 'st wunderbar, daß du gekommen bist, Ger­traude!"

Alle Verzweiflung bricht wieder auf.

Drei Jahre, sagst du ... wenn ich doch nur bas vergangene Jahr aus meinem Leben streichen könnte!" _

Ruhig. Mädchen ..Die warme Altstimme der S-sirött ist fast zu kräftig für die zierliche Frau. So ziemlich weiß :d) ja Bescheid, wenn deine Briefe auch nur immer Telegrammstil haben. Verlobung ... Entlobung ... na reden wir am besten nicht darüber. Hast doch eine große Reise unternommen. fiat sie dich denn nicht wieder zurechtgerückt?,"

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Dec große Irrtum

Roman von Meta vrik.

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Aus dieser Begegnung mit Johannes Rautenberg nimmt Helene e.nen Gedanken mit und wird ihn nicht los: Ludwig kehrt zurück.

Das Wissen darum verfolgt sie am Tage, und sie nimmt es des Nachts mit in ihren Traum. Erinne­rung ist wieder da, und Stunden voll süßer Trau­rigkeit wechseln mit trotziger Auflehnung.

Daraus wird Helene durch eine andere Begeg­nung erlöst. Und sie kann an jenem Vormittag, da Tertrckude Schrott sie anruft und e ne Stunde später sell>st kommt ... nein, da kann Helene nicht wissen, daß diese Begegnung mit der mehrere Jahre nicht gesehenen Freundin für sie selbst bereits die erste Wendung zu einem ganz neuen Abschnitt ihres Lebens bedeutet.

Gertraude Schrött ist die Witwe des Kunsthänd­lers und Sammlers Schrött, der mit Helenes Vater in geschäftlichen und freundschaftlichen Beziehungen stand. Schrött war sehr viel alter als seine Frau. Trotzdem erwuchs aus diesem Bunde eine sehr glück­liche Ehe. Gertraude machte mit ihrem Mann wette Reisen und lernte fast die ganze Well kennen. Sie yahm an seinen Geschäften Anteil und wurde feine beste Helferin. So kam es, daß sie Helene Veselius kennenlernte. Be'de empfanden berzl'che Zuneigung zueinander, und Gertraude besuchte da­mals Helene auch in dem stillen Bramstedt.

Nach dem Tode des Mannes wurde die sehr um- sangreiche Sammlung alter Bilder und Möbel für Gertraude eine Last. Sie wollte sich von den zu- lammengetragenen Schätzen nicht trennen. Die Er- hcltung aber bedingte die Weiterführung der sehr großen und teuren Berliner Wohnung.

Gelegentlich einer Rheinreise kam Gertraude auf

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Aus der Stadt Gießen.

Oie Urformen

des deutschen Bauernhauses.

Bei der kommenden Reichsstraßensammlung wer­den reizvolle Holzabzeichen unseren Blick auf die mannigfaltigen Formen des deutschen Bauernhauses lenken, dessen Geschichte in die älleste deutsche Der- -aangenheit zurückgeht und das in seiner reichen Ausgestaltung ein wertvolles Stück deutscher Kultur darstellt. Im Gegensatz zum Stadthaus, in dem die -schnelle Entwicklung der Siedlung und der Stile so- w.e die persönliche Auffassung des Bauherrn und des Baumeisters ihren Ausdruck finden, steht das Bauernhaus im Zusammenhänge jahrtausendelanger Entwicklung. Es ist keine willkürliche Schöpfung, sondern aus seiner Umgebung und ihren wirtschaft­lichen Forderungen erwachsen, reicht also in seinen Grundformen bis in die Anfänge der germanischen Besiedlung zurück.

Am frühesten erkannt wurde die Entstehung aus vor- und frühgeschichtlichen Bauformen am nieder­sächsischen Bauernhause. Dem Hause mit den niedri­gen Seitenwänden geht eine ältere Form voraus, bei der der eigentliche Hausraun) alsWohngrube" in den Boden eingetieft ist und das Dach scheinbar, gleich mit dem Erdboden beginnt In Teilen der, Lüneburger Heide- stehen solcheDachhäuser" noch; als Rest längst vergangener Zeiten, werden jetzt allerdings fast nur noch als Schafställe benutzt. Durch Herauswachsen des unterirdischen Teiles des Hauses und die dadurch notwendig werdende An­bringung senkrechter Stützen entsteht allmählich der Grundtyp dieses Bauernhauses, von dem bereits Anlagen der jüngeren Steinzeit bekannt sind.

Wie das Haus des germanischen Bauern im ein­zelnen aussah, dafür geben germanische Hausurnen, etwa 50 Zentimeter hohe Tongefäße, in denen die Asche verbrannter Leichen beigesetzt wurde, und wie sie aus der Zett vom 7. bis 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in der Gegend von Aschers- leben gefunden wurden, einen gew ssen Anhalt. Sie waren aus Holz gebaut; Ziegelsteine waren den Germanen unbekannt. Dagegen wurde eine glän­zende Erd art zum Bestreichen einzelner Bauteile benutzt, so daß es sich vielleicht um hie Anfänge des Fachwerkbaues handelt. Die Häuser wurden mit Rohr gedeckt, und die hohen Dächer waren ziemlich lange haltbar. Lange Zett blieb das germanische Haus einEinhaus"; als jedoch die Kriegszüge vielfache Berührung mit der römischen Bauweise brachten, wirkte das Haus des Römers mit seinen vielen Räumen auch auf das germanische ein, das nunmehr mehrere Räume erhielt Es entstanden besondere Schlafräume, und Küche und Wohnraum schlossen sich bald an. Auch für den Geschoßbau boten b:e Römer mit demfolarium", demSöller", das Beispiel, aber es erwuchsen daraus größere Schwie­rigkeiten und eine gewisse Unsicherheit des ganzen Baues. Der Söller machte es unmöglich, die Rauch­öffnung als Lichtquelle zu benutzen, so daß Fenster notwendig wurden, und während bei der alten Herdanlage der Rauch durch die Oeffnung im Dach entwichen war, mußte auch der römische Rauchfang übernommen werden.

Als nach der Völkerwanderung die deutschen Stämme seßhaft wurden, wurden auch die Sauern« Hausformen baulich ausgestattet, und die Stammes- unterschiede kamen *im Hausbau zum Ausdruck. Zwei grundlegende Hausformen bildeten sich heraus, das niederdeutsche Bauernbaus, ein Einhaus mit zwei Hauptformen, der niedersächsischen und der friesi­schen. und der oberdeutsche. Das erste ist hauptsäch­lich über den ganzen deutschen Nordwesten verbrei­tet und greift nach Holland über, wurde von Kolo­nisten auch nach Mecklenburg, Pommern und dem Nordteil von Brandenburg verpflanzt. Mensch und Tier wohnen darin unter einem Dache, bas an den Seitenwänden tief heruntergezogen ist und hoch auf­steigt. Der Wohnteil liegt abseits der Straße am hinteren Giebelende. Ein mächtiges Tor am Vorder­giebel führt in das Innere des Hauses, das Dach tragende Holzfäulen bilden eine Diele, die der Ar­beitsraum für die Männer ist, während zu beiden Seiten die Diehställe liegen. Der Wohnteil ist mehr­fach in Stuben und Kammern gegliedert und gruv- piert sich um den Herd, an dem die Hausfrau mit den Mägden beschäftigt ist. Das oberdeutsche Haus weist eine größere Mannigfaltigkeit auf. Es ist zwar auch von dem Einheitsraum ausaegangen, wurde aber schon frühzeitig geteilt und erhielt immer mehr Wohnräume, besonders auch durch das Aufsehen eines Stockwerks. Der Wohnteil befindet sich hier am vorderen Giebel. Besondere Ausgestaltung er­fuhren das bayerische Bauernhaus und das badische Schwarzwaldhaus.

Die Anordnung einer Reihe von Einzelaebäuden in Hufeisenform um einen offenen Hof mit vorderem Zaunabschluß, dasfränkische Gehöft", ist in Mitteldeutschland vom Rheinland bis Schlesien

dem Manne, besten Erscheinung uns heute schon fast als das Urbild des Dichters anmutet und dessen Ant­litz Not und Mel seines Volkes, den Glanz seiner Künder und die Schatten seiner Leidenden trägt." Dann wurde im Logen-Foyer des Buratheaters von Reichsletter von Schirach die von ihm gestiftete Gerhart-Hauptmann-Büste enthüllt.

Kassel kauft hessische Kunstwerke.

In der Staatlichen Galerie Kastel wurde eine Ausstellung eröffnet von Werken, die die^Stadt während des Krieges für ihreStädtische Galerie" erworben hat. Unter den Gemälden finden sich allein zehn frühere Kasseler Akademiedirektoren, darunter zwei köstliche kle.ne Oelskizzen von Kolitz aus den neunziger Jahren, in denen sich der früh zupackende Realismus Menzels mit der farbigen Delikateste der besten Franzosen verbindet. Von Ubbelohde vermochte man auf dem Umweg über Holland eine stimmungsvolle Lahnlandschaft zurückzukaufen und eineOoerhessische Landschaft", die den erregten Duktus feiner Zeichnungen aufweist. Von Bantzer gelang es, eine 1899 entstandene hessische Landschaft in abendlicher Stimmung zu erwerben. Eine reiz­volle Neuerwerbung ist eine echt hessische Studie von der Embdes:Bauernmädchen mit Zwet­schenkuchen". Karl Mons hat im Auftrag der Stadt Kassel zwei große Emtelandschäften und Schwälmer Bauernbildnisse geschaffen. Weitere Neu­erwerbungen stammen von Karl Buchart, Pforr, Schliephake, Karl Lenz und dem Düsseldorfer Os­wald Achenbach. G. M. Vonau.

Der schwäbische Dlchterpreis für Auguste Supper.

Die 75 Jahre alte Dichterin Auguste Supper wurde für chr reiches Lebenswerk mit dem schwäbi­schen Dichterpreis ausgezeichnet. Auguste Supper verlebte ihre Jugend im Schwarzwald, der letzte große RomanEva Sluerftein'7 behandelt das Schick­sal eines Findelkindes, das tapfer fein Schicksal meistert. Erzählerische Größe erreicht Auguste Sup­per imMühle im Katten-Grund",Der Gaukler" und in ihren Lebenserinnerungen.

Vachtag in Bückeburg.

Mit einem Bachtag knüpfte der Gau Westfalen- Nord an die Bach^radition der Hauptstadt Schaum­burg-Lippes an, die mit Johann Christoph Bach, dem zweitjüngsten Sohn des Meisters ihren Anfang nahm. DerBückeburger Bach" war bis zu feinem Tode im Jahre 1795 dort als Kam­mermusiker und Kapellmeister 45 Jahre hindurch tätig. In einer Morgenveranftattung .Hausmusik der Bache" wurden Werke von Johann Sebastian Bach und feiner Söhne Johann Christoph und Phi­lipp Emanuel dargeboten. Prof. Dr. Karl Hasse, Direktor der Staatlichen Musikhochschule Köln, sprach über das Wesen der Bachschen Musik. Ein weiteres Konzert brachte dann ausschließlich Werke des Thomaskantors selbst, so das Klavierkonzert in C-dur für zwei Klaviere und Streichorchester, bas dritte Brandenburgische Konzert und als heiteren Abschluß die Kaffee-Kantate. Erich Meinhard.

hochschulnachrichten.

Dozent Dr. Walter Freymann ist zum außer­planmäßigen Professor an der Universität Posen für Philosophie ernannt worden. Freymann, ein geborener Balte, der lange Zeit an der Universität Dorpat wirkte, wurde vor allem durch seine Ar- betten auf dem Gebiet der Geschichte der Philo- sophie bekannt. Dr. med. habil. Ernst Speer ist an der Universität Jena zum Dozenten für Psy­chiatrie und Neurologie ernannt worden. Sp"er wurde 1889 iy München geboren. 1921 ließ er sich in Lindau am Bodensee als Nervenarzt nieder, wo er eine eigene Klmik gründete. Der Direktor des Deterinärinstituts der Universität Zürich und Dekan der veterinärmedizinischen Fakultät, Prof. Dr. Wal­ter Frei, vollendet am 21. November sein 60. Le­bensjahr. Am 21. November vollendet der plan­mäßige a. o. Professor für Hirnforschung an der Universität Leipzig. Dr. phil. et med. Richard Arwed Pfeifer, sein 65. Lebensjahr. Pfeifer wirkte als Leminarlehrer und Oberlehrer in Dresden. Später widmete er sich in Leipzig und München dem Stu­dium der Medizin. 1927 wurde er planmäßiger a. o. Professor in Leipzig. Der außerplanmäßige Pro­fessor Dr. Ernst I e n ck e l ist zum a.o. Professor an der T. H. Aachen für physikalische Chemie ernannt worden. Ienckel, der diesen fiehrftuhl schon seit März 1941 vertretungsweise innehatte, erhielt an der Uni­versität Münster 1932 die Lehrbefugnis. Als 21b» teilungsleiter kam er an das Kaifer-Wilhelm-In- fritut für physikalftche C^-mie und Elektrochemie, Berlin-Dahlem, und als Direktor an das neu er­richtete Kunststoffinftitut in Frankfurt a. M. Dozent Dr. Herbert M a y e r ist zum o. Professor an der Universität Posen für Erperimentalvhysik er­nannt worden. Professor Dr. Robert Element ist zum a. o. Professor an der Universität Prag für anvraanisch" Chemi» ernannt worden. Klement vuri>e 1899 in Bernau (Mark) gebaren. Er studierte in Berlin und promovierte dort, 1935 habilitierte er sich in Frankfurt.

Für Freiheit, Recht und Brot.

Unter dieser Parole finden am 21. und 22. November im kreis Detterau Ver­sammlungen der NSDAP. statt, die das Ziel haben, in jedem Volksgenossen die Erkenntnis und feste Ueberzeugung zu wecken, daß es für Deutschland sowohl in seiner Gesamtheit als auch für )edeu einzelnen Deutschen keine andere Möglichkeit geben kann als den Sieg.

Das Deltjudeutum will die Vernichtung des deutschen Volkes.Deutschland muß sterben^, so lautet der Racheschrei Zudas. Und daher hetzten sie zum Krieg, den wir zu führen nun gezwungen sind. Dieser ans aufgezwungene Krieg ist für unser Volk ein Kamps um Sein oder Nichtsein. Der Sieg, den wir erringen werden, soll deshalb auch ein Sieg des ganzen Volkes sein. Und jene Völker, die mit uns im Bunde gleich­falls von den Gütern der Erde ausgeschlossen waren, haben den gleichen Kamps für ihre Zukunft zu führen:

Für Freiheit, Recht und Brot.

Darüber spreche

n im kreis Detterau am:

Samstag, 21. November

Sonntag, 22. November

Sonntag, 22. November

Redner:

20 Uhr:

11 Uhr:

15 Uhr: Butzbach

Der (Bauleiter

Atten-Buseck

Treis a. d. Lda.

Allendorf a. d. Lda.

Vieth

Bellersheim

TrcvisMünzenberg

Münzenberg

Viel

Beuern

Reiskirchen

Saasen

Göbel

Daitbringen

Mainzlar

Staufenberg

Schäfer IIL

Freienseen

Laubach

Lauter

Dr. Henner

Trais-Horloff

Ober-Hörgern

(9 a mb ad)

Keller

Gießen-Klein-Linden

Lang-Göns

Kirch-Göns

Schuster

Grünberg

Harbach

Ettingshausen

Schnellrieder

Hausen Gvohen-Buseck

Steinbach

Garbenteich

Weintz Dr. Mentzel

Nieder-Weise!

Holzheim

Grüningen

Stahl

Hungen Lich

Dillingen

Ruppertsburg

Cann6 Hoack

Londorf

Gettshausen

Weitershain

Schmitt

Rödgen

Gießen-Wieseck

Heuchelheim

Brems

Steinfurih

©riehel

Rockenberg

Langula

Watzenborn-Steinberg

Leihgestern

Großen-Linden

Schweige rt

Wvhnbgch

Wölfersheim

Melbach

Schönfelder

Deutsche Krauen und deutsche Männer!

Worüber gesprochen wird geht Euch alle an. Daher hinein in die Versamm­lungen der NSDAP. und hört, um was es jetzt geht.

verbreitet. Das Haupthaus umfaßt vor allem ben Wohnteil und ist mit dem Giebel der Straße zuge­kehrt, während Einzelbauten für Ställe, Schuppen und Scheunen den Hofraum umgrenzen. Die Fran­ken, die eine Vorliebe für die römische Kultur hatten, haben für ihre Gehöfte die Grundform des römi­schen Meierhofes übernommen. Die Gebäude haben nur Zugang vom Hof aus, und die Fenster liegen auf der Hofseite, nur das Wohnhaus, das an der Dorfstraße liegt, hat auch Fenster nach dieser.

Innerhalb dieser Grundformen hat das deutsche Bauernhckus außerordentliche Fülle von Eigenart und großen ReiHum an künstlerischen Einzelformen bervöraebracht, von denen uns jetzt in den kleinen Nachbildungen eine Reihe von Beispielen gezeigt werden. C. K.

Bilder aus der neuen Wochenschau.

Die Feiern zum 9. November in Mün­chen, wo der Führer zur Alten Garde gesprochen hat, fr"Iben den Auftakt zur neuen Wochenschau, die in überzeugenden Bildern die gewaltige Abwehr­bereitschaft der Wehrmacht an den Grenzen Europas veranschaulicht. Wir sehen Bilder von Nor­wegen, wo Buchten und Küste mit zahllosen Ge­schützen aller Kaliber und schweren Bunkern ge­spickt sind. Darüber hinaus wird das gesamte See- gebiet um Norwegen durch Aufklärungsflugzeuge, leichte und schwere Marinestreitkräste ftänbcg über« weckst.

Wir werden im Bilde Zeugen des Durchmarsches motorisierten verbände, die auf Befehl des Führers in den Morgenstunden des 11. November d"rch das bisher, unbesetzte Südfrankreich z u r Mittelmeerkssste marschieren, um die ameri­kanisch-englischen Anar'ffsvläne aegen Europa Z" vereiteln. Unaufhaltsam rollen die Kolonnen nach trüben und erreichen Marseille, wo unsere Panzer am Triumvbbogen vorbei ihren Einzug halten, nicht als Feinde des französischen Volkes, sovd"rn als Küstenwacht gegen die Feinde Euronas.

Weiter sehen wir Bilder von dem Wiederaufbau in Karelien und von einer Beschi-ßung her Inselfestunq Kr » nstadt. Das Elektrizitätswerk wird 'n Brand «elchosien und auch d"s vor Anker liegende sowjetische SchlachtschiffMarat" wird unter Feuer genommen. Deutsche und kroatische Kampfflieger befetten die Verteidigungsanlagen von Leningrad mit Bomben. Und wieder wandert

unser Blick über das Trümmerfeld von Stalin- §rab. Die sowjetische Waffenschmiede ist vollstän- ig zerschlagen, und unsere Grenadiere haben Posten an der Wolga bezogen, so daß kein Schiff mehr den Strom hinaufkommt; das ist das Entscheidende, wie es der Führer in seiner großen Rede erklärte.

OloUa-pa ast:Krontcheater".

Dieser Film der Terra, zu dem Georg H u r b a l e k nach einem Manuskript von H. F. Zöllner und Werner Plücker unter Benutzung einer Idee von Werner Scharf das Drehbuch schrieb, wtttt wie eine neue Illustration der in den letzten Jah­ren imnzer wieder bewiesenen und bekräftigten Er­fahrung, daß einem alten Worte zum Trotz in die­sem Kriege die Musen nicht schweigen, daß jie im Gegenteil uns gerade heute so nötig sind rote das tägliche Brot.Fronttheater" gehört in die Reihe zeitnaher, in vielfacher Weise aktueller Filme, wie sie etwa inWunschkonzert" oderZwei in einer großen Stadt" bereits einen volkstümlichen und wirkungssicheren Stil entwickell haben. Das alte, nie erschöpfte Thema des Theaters wird hier von einer neuen Seite her beleuchtet. Der Begriff der wandernden Komödianten von einst ist heute zu neuer, verpflichtender Bedeutung erhoben: das Theater ist, wenn man es recht verstehen will, ge­wissermaßen eine Waffengattung geworden, eine auf besondere Art kriegführende Macht von mannig­facher psychologischer und erzieherischer Wirkung. Der romantisch vagabundierende Thespiskarren von einst ist heute motorisiert, er rollt in alle Windrich­tungen der europäischen Landkarte bis nah an die kämpfenden Fronten heran, und die Schauspieler, die sich hier für die Soldaten einsetzen, spüren die Verantwortung und die große Aufgabe. Die ftraffe Organisation, die vielfältigen Schwierigkeiten, Stta- pazen, Improvisattonen, die mancherlei Freuden und Leiden und triumphalen Befriedigungen, die der Begriff umschließt, werden dem Zuschauer un­mittelbar einleuchtend zum Bewußtsein gebracht. Tfa bas Ganze nun aber nicht gerade ein Kultur­film, ein Lehr- ober Werbefilm werden sollte, hat man es in die Form einer Spielhandlung geklei­det, in welcher Mars und die Musen auf eine jedermann eingehende Art in Verbindung gebracht werden und ein menschlicher Konflikt, welchem das Publikum spürbar Verständnis und Anteilnahme entgegenbringt, zu allgemeiner Zufriedenheit ge«

Ein abwehrendes Kopffchütteln.Weißt du, schließlich war es doch so, als ob ich immer ins Leere kam .."

Gertraude sieht die Jüngere aufmerksam an. Helene scheint ja in einer schlimmen Verfassung zu fein. Das fo stolze und selbstbewußte Fräulein Veselius verzagt zu sehen, ist ganz und gar unge­wohnt. Da kam man wohl gerade zur rechten Zeit.

Du, Helene ... du weißt ja, ich rede immer geradezu. Und darum sage ich dir jetzt, daß es deiner unwürdig ist, einem Manne nachzutrauern!"

Helene wirft unwillig den Kopf zurück, und über der Nase erscheint die scharfe Falte. Aber die Schrött spricht energisch weiter:Und jetzt schemst du nicht zu wissen, was du anfangen sollst, wie? Das ist sehr schlimm. Helene! Arbeite doch! Kümmere dich um den Uhlenhof!"

Das macht ja der Pächter viel besser, Ger- travbe."

Im Gegenteil. Gebauer sagt, die Bewirtschaf­tung ist jetzt ganz miserabel."

Wieso Gebauer?" fragt Helene.Warst du denn jetzt bei ihm?"

Gerttaude nickt.Ja, heute vormittag war ich beim Anwalt. Ich habe da auf der Burg Schere­reien. Doktor Oehauer kennt uns ja seit Jahren: er hat die Interessen meines Mannes und auch die deines Vaters vertreten. Na ja, jmb da erwähnte tr auch, daß dein Pächter ein alter Mann fei, der den Pachtvertrag wahrscheinlich nicht mehr erneuern w'll. Also würde ich mich an deiner Stelle jetzt selbst um bas Gut bekümmern. Nimm dir doch einen tüchtigen Inspektor, einen guten Landwirt. Suche Gelegenheit, dich selbst zu schulen. Du würdest auf dem Uhlenhos bestimmt genug Arbeit finden und kämst über alle schweren Gedanken fort."

Das ist doch Unsinn, Gertraude. Ich habe keine Ahnung von der Landwirtschaft."

Ich bin auch nicht als Gastwirtin auf die Well gekommen, mein Herz!"

Nun muß Helene doch lochen.Darum bist du

wahrscheinlich auch eine Hotelbesitzerin besonderer Art geworden. Du nimmst nur Gäste, die dir zu­sagen. Alle anderen Dringst du höflich und schnell­stens wieder von der Burg."

Nicht einmal immer höflich", erwidert Ger­traude spöttisch.

Und wie viele Gäste hast du jetzt oben?" fragt Helene.

Wenige nur. Stille Leute, wie ich sie gern mag. Einer ist habet, das ist ein rechter Eigenbrötler. Ist aber ein feiner Kerl. Er wohnt jetzt schon zwei Jahre auf der Burg."

W'e denn ...", wundert sich Helene.Dauernd wohnt er oben?" '

Ja. Aber das hat feinen Grund; das erzähle ich dir noch. Dich, liebe Helene, würde ich am lieb­sten auch gleich mitnehmen."

Abgemacht!" sagt Helene.

Sie stimmt so schnell zu, daß die Schrött sie er­staunt anliebt.Du willst wirklich und wahrhaftig kommen, Mädchen?"

Wirklich und wahrhaftig!" bestätigt Helene; und Bernhardine, die eben in das Zimmer kommt und diese Worte noch hört, fühlt, daß nach unendlich langer Zett zum erstenmal wieder ein froher Klang in der Stimme des Fräuleins mttfchwingt.

Helene bekommt auf der Burg chr alles Zimmer, das sie schon bei früheren Besuchen bewohnte. Man gelangt über eine alte Turmtreppe, über den Wende!" dahin. Es liegt im ältesten Teil des Baues, und das große Fenster des holzgetäfelten Raumes, mit weitem Bogen eingebettet in dicke Mauern, siebt hinaus auf die zartgrünen Wiesen und hoch aufftrebenben Wälder. Stufen führen zu einem kleinen Altan mit breiter, dunkler Schiefer­brüstung. D'eier kleine, luftige Vorbau stammt noch aus der frühesten Bauperiode der Burg.

Aus der Tiefe wachsen mächtige Bäume herauf, und ihre Kronen umrauschen den ftiöen Platz.

(Fortsetzung folgt)