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Kunst und Wissenschaft
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Radsport-Gebieismeisterschastenist2 in Gießen
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(Nachdruck verboten.)
„Natürlich nicht! Das hätte ich Ihnen so sagen
.. aber Sie wollten sich nicht melden lassen
$ Ihren Ruinen n'.cht nennen."
iss. Namentlich in der Herstellung von Großmo- in hat Dr. Kissel in weit vorausschauender Weise Entwicklung oorangetrieben. Die Daimler-Benz- tz verliert ihren führenden Mann, der die Auf- sm gelöst hat, die ihm als Leiter des bedeutenddeutschen Werkes der Motoren- und Automo- ustrie gestellt waren. Unter seiner Führung fünf Werke des Konzerns mit der „Goldenen Ne" ausgezeichnet worden. Dr. Kissel, der ff» rsturmführer im Stabe des ff-Oberabschnittes
st war, ist 1935 zum Ehrendoktor der Tech-
-Lde mit dem Kriegsoerdienstkreuz I. Klasse aus- üchnet und war als Wehrwirtschastsführer und „Jaber zahlreicher Ehrenämter eine der ersten H'Asönlichkeiten der deutschen Wirtschaft.
c -cuye tu viciucir.
„Aber Sie haben umsonst gewartet, nicht wahr, die sind dann zum Portier gegangen und haben
Die Ergebnisse:
100 -K.i l o m e ter-S tr aH e n fah r e n 8) 5.« Klasse Ä (Gebietsmeisterschaft): 1. Heinz Pro- chaska, Frankfurt a. M., Rv. Adler, Bann 81, 2. Fritz Bassermann, Gelnhausen, Rspcl. Bürgel, Bann 98, 3:25:05 St.; 3. Johann Schmitt, Frynk- surt a. M., Rspcl. Bovnh., Bann 81, 4. Adolf Buch, Frankfurt a. M., RW. Sossenh., Dann 81, 3:25:25; 5. Günter Späth, Wiesbaden, Reichsb.-SpG., Bann 80, 3:25:50; 6. Hans Eckel, Mühlheim, Rspcl. Bürgel, Bann 287, 3:26:08; 7. Alfred Dolz, Frankfurt a. M., RV. 83, Bann 81. 3:26:43; 8. Rich. Deobald, Darmstadt, GfL., Bann 115, 3:29:15; 9. Helmut Schulmeyer, Langen, RV. 83 Ffm., Bann 287, 3:31:05; 10. Erwin Schröter, Darmstadt, GfA, Bann 115, 3:31:06; 11. Heinrich, Mohn, Langenselbold, Rspcl. Bürgel, Bann 298, 3:33:25. Prochaska siegte im Endspurt mit einer Radlänge gegen Bassermann. In der ersten Runde wurden für die 50 Kilometer 1:37 St. gefahren, und das Feld kam bis auf den Fahrer Schüller, der durch Reifenschaden ausgefallen war, geschlossen durch das Ziel. Es führten wechselweise die Fahrer Volz, Buch, Späth, Bassermann, Prochaska und Schmitt. Volz-Frankfurt, der in Sichtweite vor dem Feld lag, kam durch Sturz um seine Position.
öO-Kilometer-Straßenfahren HI- Klasse B (Gebietsmeisterschaft): 1. Karl May,
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Brau« 'eiheits.
auf solche Weise verwickelt man sich in ' >. Es muß entsetzlich schwer sein, bei
„Verschenkt? Wie kommen Sie auf den Gedanken?"
„Weil — es war eine Ertraanfertigung nach einem künstlerischen Entwurf. Ich kann Ihnen wohl ungefähr aufzeichnen, wie sie aussah. Aber Sie werden sie nicht finden. Ich habe mich schon gewundert, daß er sie mir wiedergeben wollte, denn so viel ich weiß, besaß er sie schon gar nicht mehr..
„Hat er Ihnen also erzählt, daß er sie verschenkt hat? Und an wen?"
„Nein, ich habe sie gesehen."
„Ah? Sie haben sie gesehen? Und wo?"
Einen Augenblick zögert Irmela. Sie muß eine gewisse Hemmung überwinden. Aber es gibt jetzt kein Verschweigen mehr — also sagt sie leise und deutlich: „Bei der Tänzerin Katta Serena."
48.
Als Irmela auf der Straße steht, atmet sie tief und erleichtert auf. Gott sei Dank, das ist überstan-^ den, sie ist für's erste entlassen und nicht wieder hinbestellt. Die Luft scheint ihr von seltener Reinheit und Frische, der Himmel unendlich hoch und weit. Sie strebt schnell von dem großen düstern Gebäude fort. Es muß entsetzlich sein, wenn sich diese schweren Türen hinter einem schließen, um einen nicht wieder freizugeben. Vielleicht geht mancher ahnungslos da hinein, für den der Haftbefehl schon oben liegt, er denkt, nach einer Viertelstunde wieder auf der Straße zu stehen und wandert stattdessen in sicherer Begleitung in die Zelle.
Sie ist nicht unzufrieden mit sich, sie hat mit gutem Gewissen die Wahrheit gesagt und, was das Wichtigste ist, sie hat keine Heimlichkeiten mehr vor Albrecht. Das Leben wird wieder in sein schönes, glattes Geleise kommen.
Ein klein wenig bedrückt fühlt sie sich, bei dem Gedanken, daß sie den Namen einer gndern Frau genannt hat, aber sie hat damit keine Verdächtigung oder Beschuldigung ausgesprochen.
(Fortsetzung folgt.)
Die Geschäftszimmer der Deutschen Arbeitsfront, Ortswaltung Gießen-Mitte, befinden sich nunmehr Lonystrahe 18 (früher Kreisleitung der NSDAP.). Die Sprechstunden finden nach wie vor montags und donnerstags von 2Ö bis 22 Uhr statt. 2235D
ich habe die Handschuhe nicht ausgezogen!" g.Hat man Fingerabdrücke mit Handschuhen von
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en unb 5«ll;burger Festspiele für Wehrmacht und Werk, schaffende.
Äameradschaftsführer Döhn konnte den Kameraden Christian G e l d b a ch und August G l e b e für hervorragende Leistungen im Kleinkaliberschießen die Urkunde zur Großen Siegerplakette im Namen des Reichskriegerführers, General der Infanterie ^-Obergruppenführer Reinhard, überreichen.
Mit dem Dank des Kameradschaftsführers an alle, die am guten Gelingen der Veranstaltung beteiligt waren, wurde der Appell geschlossen.
Genossenschaft für Biehverwertung Gießen.
Am Samstag hielt die Diehverwertung G.m.b.H., Gießen, unter Leitung ihres Vorsitzenden, Gutspächter Philipp Reinheimer- Odenhausen (Ra- benau), im Hotel Hopfeld ihre diesjährige Iahres- tagung ab. Direktor Otto Heß-Leihgestern erstattete den' Geschäftsbericht. Nach diesem wurden ms- gesamt 2454 Rinder und Kühe, 5388 Kälber, 4941 Schweine und 497 Schafe zum Schlachten verwertet und 1290 Stück Zuchtvieh vermittelt. Der Gesamt- wert des Umsatzes betrug 2 130 183 RM. Nach größeren Abschreibungen auf das Inventar verblieb ein Reingewinn von 2928,65 RM. Der Prüfungsbericht wurde von Sommer- Gießen vorgetragen. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Der Reingewinn wurde je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrucklage überwiesen.
Kreisstellenleiter Hartmann- Gießen vom Ländlichen Genossenschaftsoerband Rhein-Main-Nek- kar gab wertvolle Winke für die weitere genossenschaftliche Arbeit. Die Geschäftsführung der Viehverwertung Gießen bezeichnete er als mustergültig.
Das turnusmäßig ausscheidende Vorstandsmitglied Bürgermeister Heinrich Erb- Beltershain sowie die ausscheldenden Aufsichtsratsmitglieder Menge!- Hattenrod, Rinn-Heuchelheim, Wagner-Wißmar (Kreis Wetzlar) und Höchst- Londorf wurden einstimmig wiedergewählt.
In seinem Schlußwort bat der Vorsitzende die Vertrauensmänner, dafür Sorge zu tragen, daß im Interesse unserer Volksernährung alles schlachtreife Vieh baldigst den Märkten zugeführt wird. Auch ermahnte er, die kriegswirtschaftlichen Bestimmungen unter allen Umständen einzuhalten.
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.** 8 4 Jahre alt. Frau Marie Diehl, geb, Ruppenthal, Asterweg 9 wohnhaft, kann am morgigen Dienstag, 21. Juli, in körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 84. Geburtstag begehen. Der Jubilarin, die in der ,Familie ihres Sohnes lebt, bringen auch wir unseren,herzlichen Glückwunsch dar.
** Ein Siebzigjähri mer. Am morgigen Dienstag, 21. Juli, begeht der Fliesenleger Konrad Spies, Am Riegelpfad 98 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch.
** Der Obus-.Besrieb^auf den Linien 1 und 2 zwischen Selterstor" und Ludwigs- p l a tz wird von morgen ab bis einschließlich Donnerstag wegen Oberleitungsarbeiten eingestellt. Näheres über die Regelung des Verkehrs während dieser Tage enthält die heutige Bekanntmachung.
** Salzheringe werden in den hiesigen Fischgeschäften vom morgigen Dienstag ab his einschließlich Freitag verteilt. Eine Person erhält etwa 250 g.
„Allerdings." _
„Sie sind dann auf Ihren Platz zuruckgegangen und haben noch eine Weile gewartet. In dieser Zeit hat sich die Erregung in Ihnen gesteigert. Sie haben etwas bestellt, ohne es anzurühren. Nun, auch Ihre Erregung läßt sich begreifen. Es war Ihnen sehr . unangenehm, da zu sitzen. Jeden Augenblick konnte ein Bekannter Ihres Mannes Sie da sehen und Ihnen eine Klatscherei machen. Denn Sie wollten ja um jeden Preis oermeiden7daß Ihr Mann etwas davon erführe." ..... . ,
„Mein Mann weiß alles!" Irmela ist sehr froh, daß sie das sagen kann.
„So? Er ist also unterrichtet. Aber gestern sagten Sie, daß er nichts wüßte, nichts wissen sollte. War das nicht so?"
Vielleicht ist diese Frage nicht ganz geschickt — aber sehr ungeschickt ist sicherlich ihre Antwort:
„Ich habe es mir inzwischen anders überlegt. Der Satz ist unvollständig. Sie hätte hinzusugen müssen, daß sie sich inzwischen entschlossen Hatz ihm alles zu sagen, und daß sie das am gestrigen Abend getan hat. . .
So... ja..." Bauer malt Kndgelchen mit dem ungespitzten Ende eines Bleistiftes. Plötzlich steht er auf. „Sagen Sie, Frau Sierinck, haben Sie eigentlich einen Waffenschein?" , .
„Ich? Nein. Wozu sollte ich den brauchen?
„Selbstverständlich brauchen Sie keinen ... so lange Sie keine Waffe besitzen. Man kann nur keinen Revolver kaufen ohne Waffenschein.
Ich habe auch nicht die Absicht..." Irmela stoßt ein kleines spöttisch-verwundertes Lachen aus. Sie kann diesem Hin und Her nicht folgen.
„Sehen Sie, wenn Sie einen Revolver hatten und keinen Waffenschein, dann hätten Sie sich straf- bar gemacht, sehr geringfügig, aber immerhin...
Darauf reagierte sie mit keiner Miene. Es hatte sein können, daß sie plötzlich versichert, einen Waffenschein zu haben. . .. .
Ein junger Mann im Hintergrund steht auf und schiebt einen Zettel vor Bauer hm, der ihm vor.
einigen Sekunden gebracht wurde. Bauer liest und nickt vor sich hin. Ganz wie er sich's gedacht hat: der Revolver ist Eigentum des Ermordeten, die Nummer ist nach drüben gekabelt, die Polizei hat festgestellt, daß die Waffe vor vier Jahren von dem Händler Enrique Gomez in Rosario an Fernando Bareiro ordnungsgemäß verkauft ist. Also nach einem anderen Besitzer braucht man nicht mehr zu fahnden. „Mildernde Umstande", denkt Bauer, bann ist es immerhin nur Totschlag und nicht vorsätzlicher Mord — aber das ist Sache des Verteidigers...
_ Er schiebt den Zettel weg, als ob er gar nicht zur Sache gchörte.
„Sie warteten also, und Bareiro erschien nicht. Darauf entschlossen Sie sich,, um die Sache nun endgültig zu erledigen, ihn auf feinem Zimmer aufzusuchen. Sie gingen also hinauf, stellten ihn zur Rede und verlangten Ihre Kette... und da?"
„Nein, ich kam gar nicht so weit. Ich hörte in seinem Zimmer reden... und da kehrte ich wieder um."
„Und dann warteten Sie also vor der Tür oder im Korridor, bis er allein war; denn Sie sind doch nicht wieder an Ihren Platz in dem Teeraum zu- rückgegangen?"
„Nein, ich wartete nicht. Ich kehrte um und ging nach Hause. Es war so schon reichlich spät geworden."
„Aber wie und wann sind Sie denn in den Besitz Ihrer Kette gekommen?"
„Gar nicht."
„So? Das ist ja sonderbar. Sie haben sie nicht an fid) genommen?"
„Wie kann ich denn? Ich habe das Zimmer nicht betreten."
„Hm '... ja ... Können Sie uns vielleicht eine genaue Beschreibung von der Kette geben? Wir werden in den Pfandhäusern und bei Juwelieren Nachfragen, ob sie versetzt ober verkauft ist, durch ^füro ober durch jemand anderen."
. „Ich glaube eher, daß er sie verschenkt hat"
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Wohnsitz i An 22. Juli vollendet der Ordinarius für Mathe- ibehördc an der Universität Tübingen Professor Dr. Durch- jonrab Knopp fein 60. Lebensjahr. In Berlin ge= einet norm, promovierte er 1907. Von 1908 bis 1911 war lt. Sie w lozent in Japan und an der Deutsch-Chinesischen n stren. jftochschule in Tsingtau. 1911 habilitierte er sich in ne Bin- 1 Berlin. Von 1912 bis 1914 war er Lehrer an der ife. hast N ltärtechnischen Akademie in Charlottenburg und Ilen mit Daher Kriegsakademie. 1915 bis 1919 wirkte er an je aller, fier Universität Berlin als ao. Professor und ging AntriliDW als Ordinarius nach Königsberg, 1926 nach > feinem fcbingen. Sein Gebiet ist die spezielle Funktionen- es stall- ftjeerie und die unendlichen Reihen.
hochschulnachrichlen.
ffeim fester bestreitet.
ertön Professor Wolfgang Wichael 80 Jahre all.
der bet tz! erfreulicher körperlicher und geiftiger Frische s Mac vllendet am 22. Juli der emerit. Ordinarius für ter be- osteuropäische Geschichte an der Universität Frei- abien. »uh, Professor Dr. Wolfgang Michael, fein 80. Le-
-simjahr. In Hamburg geboren, promovierte er ,!S8i in Berlin, habilitierte sich 1889 in Freiburg wh blieb der Universität Freiburg bis zu feiner Zurruhesetzung 1931 treu. Die Universität Edinburg irmnnte ihn 1934 zum Ehrendoktor. Sein Speziol- eftords M ist englische Geschichte im 18. Jahrhundert, Leck!; spoMer er vier Bände veröffentlichte. Der fünfte md und «md ist in Vorbereitung.
tet. An- Professor Dr. Knopp 60 Jahre all.
Der Bannfachwart Radsport des Bannes 116 hatte sich um die Ausrichtung der Straßenfport- Gebietsmeisterschaften beworben. In Zufammen- arbeit mit dem NSRL.-Kreis fachw art für Radsport August Deibel (Gießenh wurden in vorbildlicher Weise die Voraussetzungen für eine einwandfreie Abwicklung der aus 14 Bannen, beschickten Meisterschaften gegeben.
Am Sonntag vormittag um 7.30 Uhr startete die -V-Klasse zur 100-!<m-Meisterfchaft, denen anschließend die übrigen Gruppen folgten. Die Fahrstrecke ging von Gießen über Steinbach, Lich, Nieder-Bes- singen, Münster, Grünberg, Lindenstruth, Reiskirchen nach Gießen. Diese Strecke wurde für die 100 km zweimal gefahren.
Der „Erste Schritt" Klasse B fuhr auf der Strecke Gießen—Reiskirchen—Lindenstruth—Saasen und zurück.
Die erzielten Zeiten sind teilweise gut, besonders erwähnenswert ist der Sieg des Iugendfahrers Kötter in der Klasse A „Erster Schritt".
Zuv Siegerehrung hatte die Stadtverwaltung Gießen eine Erinnerungsgabe in Form eines Buches „Das kleine Buch der Stadt Gjeßen" für jeden Fahrer gegeben'. Besondere Anerkennung gebühren berrt Ausrichter, der Radfahrvereinigung Gießen, die es ermöglichte, die Veranstaltung der Gebietsmeisterschaften 1942 einwandfrei durchzuführen.
Aus der Stadl Gießen.
Vom loggen.
Die Stammpflanze des Roggens, unserer wichtigsten Brotfrucht, die als erste geerntet wird, ist der wilde Bergroggen (Secale montanum), eine Bergpflanze der Mittelmeerländer, deren Verbreitungsgebiet von Marokko und Südspanien durch Süditalien, Sizilien unb die Balkanhalbinsel sich bis Vorderasien, zum Kaukasus unb Kleinasien er- treckt. Das wesentlichste Unterscheidungsmerkmal der vilden Stammpflanze von der Kulturpflanze be- teht darin, daß jene zu den perennierenden, den ein ausdauerndes Wachstum aufweisenden Gewächsen gehört, während unser Kulturrogen nur über ein einjähriges Wachstum verfügt, da seine Wurzel sofort bei Beginn her Kornerreife abstirbt.
Der Rogaen ist eine verhältnismäßig junge Kulturpflanze, die erst zur Bronzezeit nachweisbar wird und auch in prähistorischen Funden selten ist. Man fand Spuren von ihm in einem Pfahlbau bei Ol- mütz in Mähren aus der Bronzezeit, ferner aus der Eisenzeit Schlesiens bei Camose unb Carlsruhe unb aus ber römischen Zeit in der Schweiz, in Ungarn, Siebenbürgen unb in einem Pfahlbau am Gardasee. In Dänemark finbet er sich erst in nachchristlichen Jahrhunberten, sehr häufig aber in slawischen Niederlassungen des frühen Mittelalters. Man nimmt daher, unb zwar wohl mit Recht, an, daß ber Roggen irgendwo im Osten zuerst in Kultur genommen worden ist unb baß er vielleicht schon zur Bronzezeit, {ebenfalls aber lange vor ünferer Zeitrechnung, nach Mitteleuropa gekommen ist. Sein Anbau reichte aber nur bis an den Südfuß ber Alpen sowie bis Thrazien unb Mazedonien, wofür ein Zeugnis des antiken medizinischen Schriftstellers Galenus vorliegt. Jedenfalls ist der Roggen mit den übrigen wichtigsten, bei uns angebauten Ge- treibearten Weizen, Hafer unb Gerste schon in vor- rörnischer Zeit, also nicht unter römischem Einfluß, nach Mitteleuropa gelangt. Unser Name Roggen hängt wohl mit dem thrazftchen Namen dieser Getreideart Briza zusammen, unb biefe Bezeichnung dürfte wiederum mit unserem Wort „Brot" in Beziehung stehen. Man hätte dann also das Wort Roggen als Brotfrucht zü beuten.
Noch bis in bas vorige Jahrhunbert hinein hat sich in Mecklenburg unb am Harz der Brauch erhalten, daß man bei der Ernte des Roggens am Ende jedes Feldes einen kleinen Ort ungemäht ließ, dessen Aedren man zusammenschürzte und mit Wasser besprengte. Dann traten alle Mäher heran, entblößten ihre Häupter, wandten ihre Sensen und Wetzsteine nach dem Aehrenbündel unb riefen Wotan dreimal an:
„Wöbe, Wöbe Hole Einem Rose nu Foder, Nu Distel unb Dorn
Tom anbern Jar beter Korn."
Woban ober Obin war ber Gott der Getreideernte und insbesondere der Roggenernte bei unfern altgermaniffben Vorfahren, unb man hatxilso bie Erinnerung daran bei uns bis noch vor kurzem fest- gehalten^ Sinne hat dem Roggen den botanischen Namen Secale' cereale gegeben. Die Bezeichnung Cereale hat auf Ceres, bie Göttin de? Ackerbaues, Bezug; ber Name secale als Bezeichnung für den Roggen findet sich schon bei Plinius. Diese Bezeichnung Hingt merkwürdigerweise an kaukasische Bezeichnungen dieser Getreidepflanze — agulisch stkil, rutulisch sukul :— an; vielleicht kam also das Wort secale als Fremdwort ins Lateinische unb ist dort mit dem Worte secare (schneiden) in Verbindung gebracht worden. Plinius bezeichnet den Roggen als das geringste Getreide, das man nur zum Stillen des Hungers gebrauchen könne. Ueberhaupt galt diese Getreideart den späteren Römern, als sie sie kennen gelernt hatten, als ein häßlich schwarzes, unschmackhaftes und unverdauliches Korn. Noch fetzt ist der Roggen bei den romanschen Völkern nicht beliebt, unb' Goethe bemerkt, in der „Campagne in Frankreich" (24. September 1782): „Weiß- und Schwarzbrot ist eigentlich das Schibolat, das Feld- gefchrei zwischen Deutschen und Franzosen." Wo die Mädchen schwarz sind, ist das Brot weiß, und umgekehrt. Diesen Gedanken bringt Goethe in einem hübschen Vierzeiler „Soldatentrost" zum Ausdruck: „Nein, hier hat es keine Not, Schwarze Mädchen, weißes Brot.
Morgen in ein ander Städtchen, Schwarzes Brot unb weiße Mädchen." C. K.
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Erleichterungen im Gemüsekauf.
NSG. Nachdem die getroffenen Maßnahmen über bie Beschränkung des Direktverkehrs bei Obst unb Gemüse zwischen Erzeugern unb Verbrauchern den erwarteten Erfolg hatten unb die Anlieferung bei einer Reihe von Erzeugnissen wesentlich gestiegen ist, hat der Gauleiter im Vertrauen auf die Einsicht der Volksgenossen angeordnet, daß bie ergangenen Bestimmungen eine Lockerung erfahren.
Durch eine Bekanntmachung des Lanbesernäh- runasamtes Hessen ist baher bestimmt worben, daß Erbsen, Weißkohl und Kopfsalat von Erzeugern an Verbraucher unmittelbar abgegeben werben dürfen. Nach wie vor verboten ist die Abgabe dieser Erzeugnisse- an Großverbraucher, Verteiler sowie Be- unb Verarbeitungsbetriebe, soweit nicht schon bisher hierfür bestimmte Ausnahmen bestauben.
Für die übrigen Gemüsearten sowie für Obst bleibt es bei dem bestehenden Verbot des Direktverkehrs'
Sollte es sich Herausstellen, daß bie angeordneten Erleichterungen von einzelnen uneinsichtigen Volksgenossen zum Schaden anderer Volksgenossen mißbraucht werden, ober bie Versorgung ber Wehrmacht, Lazarette, Krankenanstalten usw. mit Obst unb Gemüse erneut gefährdet werben, so werben die angeordneten Erleichterungen wieber aufgehoben werden.
Monaisappell der Kriegerkameradschast 1874.
Am gestrigen Sonntagnachmittag hielt bie Kriegerkameradschaft 1874 Gießen im „Burghof" einen Monatsappell ab, zu dem auch der Kreisführer des NS.-Reichskriegerbundes, Oberoeterinärrat Dr. Mo n narb, sowie ber Stich der Kreiskrieger- führung erschienen waren. Die Kameradschaftsführer verschiedener anderer Gießener Kriegerkameradschaften nahmen ebenfalls als Gäste an dem Appell teil. Eine besondere Note erhielt ber Appell der alten Soldaten durch bie Anwesenheit einer großen Anzahl Verwundeter aus einem hiesigen Reserve- lazarett.
Nach der' Begrüßung der außerordentlich zahlreich erschienenen Kameraden^ unlb Gäste gedachte Kameradschaftsführer Döhn ber seit dem letzten Appell verstorbenen Kameraden Georg Bormuth und Heinrich Henkel und ber auf dem Felde ber Ehre gefallenen Söhne von Kameraden sowie aller Soldaten, bie für Deutschlands Größe und Zukunft ihr Leben ließen. Sodann würdigte ber K am er ad- schastsführer bie einzigartigen Leistungen unserer tapferen Wehrmacht an allen Fronten und schloß mit dem Sieg-Heil auf den Führer, in dessen Hand bie Vorsehung bie Gestaltung der Zukunft unseres Vaterlandes und ganz Europas gelegt hat.
Zu dem anschließenden kameradschaftlichen Teil hatten sich Mitglieder des Gesangvereins „Heiterkeit" in dankenswerter Weise zgr Verfügung gestellt. Unter Leitung von Chormeister Sd)-ättlet brachten sie eine Anzahl ausgewählter Chöre in feinsinniger Weise zu > Gehör. Reicher Beifall belohnte die Sänger. Der Letter der Kreisfilmstelle Gießen, Lehrer A p p e l m a n n, führte einige interessante Filme vor, zu denen er ausführliche Erläuterungen gab. Die flotte Marschmusik hatten Kameraden der Kameradschaft Übernommen.
kom 5. bis 30. August werden für Angehörige )eC Wehrmacht und für Werkschaffende bie Salz- ' "Her |L|Ler Festspiele durchgeführt werden. Unter ber uMevischen Oberleitung von Generalintendant Pro- foto Gr Clemens Krauß gelangen zur Aufführung W-zarts „Figaros Hochzeit" und „Arabella" von Marb Strauß unter der musikalischen Leitung von Lienens Krauß. Als Regisseure wurden Walter ^jenstein und Rudolf Hartmann, als Bühnenbild- ier Stefan Hlawa unb Robert Koutsky verpflichtet, bar Wiener Burgtheater bringt mit einem Gesamt- Mpiel in ber Felsenreitschule unter Leitung von ikreralintenbant Lothar Müthel Goethes ,^phi- ,ieite auf Tauris" und im Lanbescheater Nestroys iMen Jux will er sich machen". Ferner enthält )az Programm acht Symphoniekonzerte ber Wiener Mharmoniker unter Leitung von Richard Strauß, iter fir Wem Menaelberg, Karl Böhm, Clemens Krauß inl Ernest Anfermet, unb sechs Mozart-Serenaben, M denen drei Ebwin Fischer mit seinem Kammer-
dvzent Dr. phil. habil. Fritz Bartz tritt zum 1. Oh jbtr von der Universität Kiel zur Universität Frei- nit$ über, um dort die Geographie in Vorlesungen 4 Hebungen zu vertreten. — Der Direktor ber verstör. i^sitäts-Frauenklinik in Heidelberg, Prof. Dr. rmien in | Runge, ist zum korrespondierenden Mitglied ung btri König!. Gesellschaft ber Aerzte in Budapest er- er 1904 lUmt morden. Runge, der 1892 in Neustrelitz gebo- iz u, Cie. I wurde, wirkt seit 1934 in Heidelberg, uk Der L Eine Guslav-Areytag-Gefellschafk.
Bemühungen um die Pflege des Nachlasses /2a!>!es Dichters unb Kutturhistorikers Gustav Freytag " Itaten nun zu ber Gründung der Deutschen Gustav-
insc^ k^tag-Gesellschaft in Kreuzburg Mberschle- IW dem Geburtsort des Dichters, geführt. Den horiih ber Gesellschaft i)at Landeshauptmann Kate hVncr! l-beinommcn. In einen Beirat rouröen bie Oben tKrlwtcr aller Städte, in denen Gustav Freytag ge- ™ unb gewirkt hat, berufen. Auch der Sohn des ??'enkWers, Professor Dr. Gustav Freytag München, ÄZ h Mitglied des Beirates. Die Aufgaben der Gefell- Wt sind Erwerb und Ausgestaltung des Geburts- mses in Kreuchurg, die Betreuung des Hauses m fahrz? 'Sieble b en durch bie Stadt Gotha und der I -ütte inBreslau , an welcher der große Roman steytags „Soll unb Haben" spielt.
$ Suhrkamp Verlag.
<n>M. , Ver frühere S. F i s ch e r - V c r l a g - Berlin fuhrt Eid ch nach seinem langjährigen Letter den Namen
Zllhrkamp Verlag-Berlin.
der
S» Briefe in Bareiros Hand iroeschlch-'
der MU Roman jron Anna Elisabet Weirauch tzAigtes ' Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
^Fortsetzung.
0" :6nnen! Jm^ übrigen nützt es Ihnen gar nichts, denn „»it, be« ich habe bie Hanbschuhe nicht ausgezogen!
raten vo"1^,chat man Fingerabdrücke mit Handschuhen von Wyn genommen?" fragt er mit einem hurnor-vol- MU Entsetzen. ,
(W5 „Stein, das allerdings nicht! oie lacht ein wenig in frühe" libtr fein tiefernstes Gesicht. „Man hat mich ersucht, t-rftreudr i 'e ouszuziehen. Hnb ich habe natürlich keinen Wi- unst- D'k Mstand geleistet. Ader am Donnerstag habe ich sie
de"W)t ausgezogen, bas weiß ich genau!" altWp' iL Lm Donnerstag..." Nicht der Schimmer einer
! Würbe"' 'Üeterrafchung fliegt über Bauers Gesicht. „Als Sie "i Hotel Baltic waren..."
W 2l"'.?! Es ist wie ein kleiner stumpfer Schlag gegen Jr- ?nnaeleS'kMos Herz — unb für eine Sekunde schließt sie die 9 oiitf Lugen. Als sie sie aufschlägt, sind sie klar und ruhig. <i's mit [ „tza", sagt sie fest. „Als ich am Donnerstag IM * )ctel Baltic war, um auf Herrn Bareiro zu war-- kible" :er -
K WU Sie ist entschlossen, die Wahrheit zu sagen, alles
L uitb )en-ou so zu schildern, wie es sich zugetragen hat. «Mer in ihrem Herzen zittert ein Erschrecken nach...
h Widersprüche verwickelt" summt es in ihren Wju, bk' Bebanfen, auf solche Weise verwickelt man sich m n*rtW verspräche. Es muß entsetzlich schwer sein, bet Lüge ZU bleiben. .
I r Mer Sie haben umsonst gewartet, nicht wahr? in dir sind dann zum Portier gegangen und haben B )tir.igt, ob Herr Bareiro das Haus verlassen hatte?
,La, das stimmt." ..
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