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Gietzener Anzeiger

Sie Verfolgung mit allem Aachdruck fortgesetzt

Am Unterlauf des Don östlich Rostow

iegerverbände belegten vor allem die wichtigen isenbahnen südostwärts Rostow mit Bomben. Da- >i wurden drei mit Truppen und Material bela­ße Eisenbahnzüge vernichtet und 10 weitere schwer »schädigt, Bahnanlagen zerstört und ein großes reibstofflager in Brand geworfen.

Bei der Säuberung des westlichen Don-Ufers zer-

Washingtoner Diplomatenpässen in den Taschen, großkarierter Pankee-Hosen Europas Metropolen fluchtartig verließen, um ihr kostbares Leben nicht iy einem Kriege in Gefahr zu bringen, der in jahrelanger Wühl- und Zersetzungsarbeit ihr ur­eigenstes Werk war. Was gab es da nicht alles für Gesandte und Geschäftsträger, Konsuln und Attaches, die ihre Koffer gepackt und die von ihnen heirnge- suchten Länder verlassen hatten, nachdem die von ihnen gesäte Drachensaat aufgegangen war. Alles dies mit den Stäben an Sekretärinnen, Kochfrauen und Zimmerzofen traf sich in Petsamo an Bord der ,,American Legion", die eigens für diese Fuhre, überholt worden war. Der Vereinigten Staaten Sternenbanner flatterte über dem gesamten Spuk und den an den Ufern verstohlen blinzelnden Lapp­ländern blieb wehr als einmal der Mund vor Stau­nen offen.

Immerhin war dieser Karneval uns, die wir schon hier an der Grenze zum ewigen Eis auf der Lauer gelegen hatten, das Mittel zum Zweck. Denn wir wollten einmal Murmansk sehen und uns von dem Zustande der Murman-Bahn überzeugen, über die die Meinungen so weit auseinandergingen. Da Moskau über diese ganze Region das Gitter streng­sten Sperrgebietes gelegt hatte, kam eine Inaugen­scheinnahme zu Lande, etwa über Kemijärvi-Salla, überhaupt nicht in Frage. Nur der Seeweg über die Fischer-Halbinsel, das Eismeer und den Kola- Golf stand uns offen. Aber da bestand keinerlei Transportmöglichkeit, weil nach Ausgang des fin­nisch-russischen Winterkrieges 1939/40 jede Verbin­dung unterbrochen war. Bisher...! Da aber einige Amerikaner aus Rußland und den Südoststaaten ihre Reiseroute über MoskauLeningradMur­mansk genommen hatten Und somit aus Murmansk abzuholen waren, wurde eine für den Eismeertrafik besonders erbaute Schaluppe von Vaitolahti aus auf Kurs Kola-GolfMurmansk gesetzt, um diese letzten USA.-Bürger in Europa dort abzuholen und zurAmerican Legion" zu bringen.

So kramten wir unsere Taschen bis auf das letzte Brotkrümelchen aus, bewaffneten uns allein mit unseren Pässen und ließen besonders unsere Kameras in der Torfhütte unweit der Fischmehl­fabrik in Liinahamari zurück, die uns einfach, aber gastlich ausgenommen hatte. Der Anker rasselte an Deck, die Schiffsglocke schlug an und unsere Scha­luppe nahm Kurs gen Nordosten in der spiegel­blanken See, die die WeltEismeer" nennt. Das Vogelparadies von Heinäsaaret, zum Naturschutzge­biet erklärt, lag längst hinter uns, mir befanden uns schon in sowjetischen Hoheitsgewässern und ahnten vorerst mehr als mir sahen, daß Europa hinter uns geblieben und Asien uns ausgenommen hatte. Also hier tobte sich der russische Imperialis­mus aus, hier verlangten einst Väterchen Zar in Petersburg und jetzt Stalin, in Moskau ein Ausfall­tor zum Weltmeer. Dieser Kola-Golf in den wir gerade einbogen, immer in wenig hundert Metern Entfernung zur Küste bedeutete für dieses un­heimliche Reich Auspuffkanal nach jeder Richtung hin, im Sommer und auch im Winter, da der Golft

Tonnen entfallen müßte. Eine Leistung, die selbst die Rooseveltfche Phantasieproduktion von 8 Millio­nen Tonnen um bald das Doppelte übertrifft! Prak-

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Helsinki, im Juli 1942.

Wir standen wie gebannt unter den Eindrücken, die diese Landschaft aus Leblosigkeit und Erstarrung, Beton und Eisen, Himmel und Wasser, Tundra und Granitfelsen in uns auslöste, als der Kahn mit der weiß-blauen Flagge am Heck und dem dreckig-roten Fetzen mit Hammer und Sichel im Topp an Pol­jarno j e s drohenden Panzerkuppeln und Lang- rohren vorbeisteuerte in Richtung Murmansk. Gedanken und Begriffe jagten einander, backbord lag die Halbinsel Kola und steuerbords die Sümpfwelt Lapplands, südwärts zog die Mur- man-Bahn gen Kandalakscha, der Kola- Golf umspülte den Bug der Schaluppe, auf deren Planken wir gebannt standen und den Blick einbohr­ten in eine unbekannte Welt, die Sowjetrußland hieß. Wenn diese Männlein nicht gewesen wären mit den hohen Schäftern, den enganliegenden Reit­hosen und den joppenartigen Litewken mit den grü­nen Spiegeln und den Kommissar-Sternen, die kurz nach dem Verlassen der finnischen Hoheitsgewässer zu uns an Bord kamen und keinen einzigen von uns aus ihren Augen ließen, die in ihrer eisigen Tiefe und Gefühlslosigkeit die Steppen Sibiriens in sich spiegelten, wenn sich die Silhouetten der beiden uns eskortierenden Zerstörer, die grau in grau bei­nahe in dem schmutzigen, aufgewühlten Kola-Gewas- fer untergingen, nicht immer wieder und wieder bemerkbar gemacht und uns rotbesternte Aufklärer nicht laufend überflogen hätten, hätte man den Ein­druck nicht los werden können, in einem toten Sa- genlande zu sein, das weder Europa noch Asien hieß und in dem eine allmächtige Hand alle Räder zum Stillstand gebracht hätte.

Obwohl vor genau zwei Jahren der Ka­lender in diesen Breiten noch vollsten Frieden kün­dete, wies heute alles auf Krieg hin und sogar die Natur schien schon schon damals alles, was auf Leben und Fortleben deutete, zum Stillstand ge­bracht zu haben. Die Fratze der GPU. überschattete diese Gefilde, und-hinter ihrem Schatten drohten, deutlich für uns sichtbar, diese gesamten infernali­schen Instrumente modernster Kriegführung, die nur darauf warteten, gegen Europas Zivilisation und Kultur losgelassen zu werden, um die Welt mit dem roten Fanal der Zerstörung und Bolschewisierung zu überziehen. Hier oben war aber am Kai zum Eismeer das einzigste Ausfalltor, das Moskau im Zuge der Aufrichtung der Weltrevolution zur Ver­fügung stand, in Verbindung mit Kola-Kanal und Murmanbcchn, OstseeWeißmeer-Kanal und der Bahnstrecke MoskauLeningrad zum hohen Norden.

Es war ein tolles Ding, das wir da oben i n Petsamo gedreht hatten! Auf der Reede von Liinahamarie lag der USA.-TransporterAmeri­can Legion", der 'auf achthundert biedere Bürger der Vereinigten Staaten wartete, die in den nächsten Wochen ün Europas nördlichstem, eisfreien Hafen an Bord kommen und nach den Vereinigten Staa­ten transportiert werden sollten. Wohl die bunteste Menagerie spleeniger Ladies und ©entfernen, die ein Polarlicht jemals beschien, Kreaturen, die mit

Der Wehrmachtbencht vom Gamstag.

DRV. AusdemFührerhauptquartler, !k. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt Mannt:

Panzerverbände und motorisierte Infanterie- Visionen sind ostwärts des Donez weiter »och Süden vorgestoßen und haben den Unter- lc uf des Don östlich Rostow in breite^ Front erreicht. Infanteriedivisionen vernichteten einge- Hlossene feindliche Kräftegruppen und gewannen in frontalem Angriff nach Osten Raum. Slatfe- Luftstreitkräfte führten vor allem im Ge­biet des unteren Don vernichtende Angriffe gegen kickwärtige Bewegungen der Sowjets. Südlich des Dan wurden die mit Transportzügen in dichter Zolge belegten Eisenbahnlinien und Bahnhöfe mit besonderem Erfolg bekämpft. Wie durch Sonder- 1 nrcldung bekanntgegeben, wurde am 17. Juli nach gelangen schweren Kämpfen die größte und wich-

Stadt des Donez-Jndustriegebietes, Woro- jch i l o w g r ad, von deutscher Infanterie im Sturm genommen. Große Teile der Stadt stehen in Flam­en. Erneute feindliche Angriffe gegen den Brücken­kopf Woronesch wurden abgeschlagen.

Im mittleren Frontabschnitt werden die Zliuberungsunternehmungen im rückwärtigen Front­gebiet fortgesetzt. Südlich des Ilmensees griff der Feind mit starken Kräften vergeblich an. Sin örtlicher Einbruch wurde im Gegenangriff be­ledigt.

In Aegypten verlor der Feind bei einem er­folglosen Angriff gegen die deutsch-italienischen Stel­lungen mehrere hundert Gefangene. Jagdflieger und Flakartillerie schossen 13 britische Flugzeuge ab. Im Mttelmeer schoß ein deutsches Unterseeboot ein britisches Flugboot ab.

3m Kanalgebiet südlich Torquai versenkten leichte Kampfflugzeuge am gestrigen Tage einen britischen Bewacher und beschädigten ein Handels- Ichisf schwer.

Beklommenes Echo in London .Senf, 19.M. (DNB.) Die Londoner Presse fdiilbert die militärische Lage als für die Sowjets cußerft ernst. Der Moskauer Sonderkorrespondent ierTimes" schreibt,Tirnoschenko gehe mit seinen kuppen in den werten Steppen des Don immer Mhr zurück. Er sei offenbar nicht in der Lage, den überlegenen deutschen Streitkräften, die in breiter

(Berlin, 19.Juli. (DNB.) Die Verfolgung des Raum von Woroschilowgrad sowie beim Vorstoß f den unteren Don geschlagenen Feindes konnte rch das durch anhaltende - Gewitterregen ver­lammte Gelände nicht aufgehalten werden. Pan­oerbände durchbrachen erneut stark ausgebaute ellungen des Feindes. Gegen zähen feindlichen iderstand wurden zwei weitere Brücken­pf e über einen Flußabschnitt als Ausgangs- , ellungen für die Fortsetzung des Angriffs gebildet, i Inter dem unaufhörlichen Druck der deutschen und »rbündeten Truppen wurde der Feind zum w e i - er en Rückzug gezwungen. Starke Kampf-

(92. Jahrgang Nr. 168

(Sricbemt täglich, außer Sonntags und F-eiertags

Beilagen: i

Gießener ftamilienblätter

Heimat imBild-DieScholle \

Bezugspreis:

hlugen u n gar is ch e Panzerverbände und otorifierte Truppen eine feindliche Kampfgruppe, m Angriff wurde auch an dieser Stelle der Don ^reicht und der Feind über den Fluß zurückgewor- n. Mehrere durch Panzer und Flugzeuge unter* ätzte bolschewistische Gegenstöße wurden abgeschla- ?n. Dabei wurden 21. feindliche Panzer vernichtet ad vier weitere erbeutet.

Auch die wiederholten feindlichen Angriffe von nfanterie und Panzern gegen den deutschen Brük- jnkopf bei Woronesch wurden abgewiesen. Er- 2ute Vorstöße der Bolschewisten blieben im zusam- engefaßten Infanterie- und Artilleriefeuer liegen, echs feindliche Panzerkampfwagen wurden abge= gossen. Bombenangriffe richteten sich ostwärts Wc>- ! nesch gegen Eisenbahnen und Bahnanlagen. Auf nem Güterbahnhof wurden vier vollbeladene ransportzüge zerstört.

Der Wehrmachtbencht vom Gonntag.

DRV. A u s d e m F ü h r e r h a u p t q u a r t i e r, IS. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt Mannt:

Im S ü d a b f ch n i t i der Ostfront geht bie Ver­folgung des geschlagenen Feindes ,iwh zum Teil grundloser Wege weiter. Die Luft- wiffe griff die bei W o ro fchilowgrad ge- i stlagenen und zurückgehenden sowjetischen Kräfte ] wirksam an und richtete an den Bahnverbindungen lib den/ Zugstauungen des Feindes im Raum im R o ft o w schwere Zerstörungen an. Ost w ä r t s l Kariupol wiesen rumänische Truppen den Lan- rtmgsversuch schwacher feindlicher Kräfte ab. Un­garische Verbände warfen eine noch auf dem West- irer des Don stehende Kräftegruppe des Feindes über den Fluß, hierbei wurden 25 feindliche Panzer vernichtet oder erbeutet.

Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckianschluß 2251 Drahtanschrift:Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M.

Montag. 20. Juli 1942

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8% Uhr desVormittags

Ameigen-Preise

für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familienan» zeigen und private Gelegenheitsanzeigen

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gäbe versagt, wird nach aller menschlichen Voraus­sicht den Krieg verlieren!" . / /

Es ist natürlich verständlich, daß Churchill und Rocffevelt sich krampfhaft bemühen,' ihrenKampf gegen Windmühlenflügel", solange es geht und koste es, was es wolle, fortzusetzen. Der zweite lieber« raschungsbesuch des britischen Premiers im Weißen Haus hat ja vor allem der Schiffsraumfrage gegol­ten. Das auf den USA.-Werften bis jetzt gebaute Einheitsschiff, der sog.10 000-Tonnen-Li- berty-Typ", soll nach englischen Pressemeldungen aufgegeben werden, weil diese Schiffe zu lang- f a m feien und den deutschen U-Booten eine zu große Angriffsfläche böten. Statt dessen sollen klei­nere, schnellere und billigere Schiffe ge­baut werden. Die amerikanischen Konstrukteure Noble und Burgeß hatten daraufhin ein Schiff von etwa 80 Meter Länge mit 1500 Tonnen Fracht- räum, dessen Bau nicht mehr als 110000 Dollar kosten sollte, entworfen, das die Typenbezeichnung Seeotter" bekam, weil dieses Tier sich geschickt dem Verfolger entziehe. Präsident Roosevelt, dem die Konstrukteure dieses Modell persönlich vorführen dursten, soll begeistert davon gewesen sein und so­fort den Auftrag gegeben haben, ein Versuchsschiff zu bauen.

Aber mit den Mächten der Plutokratie ist be­kanntlich kein ewiger Bund zu flechten. Das Ma- rineminifterium sowie die politisch einflußreichen Werftbesitzer, die ihre Milliardenaufträge um der teuren Liberty-Schiffe willen nicht verlieren möch­ten, und die Marinekreise der alten Schule, die den Seeotter" verächtlich als ,Kopservenbüchse mit Außenbordmotor" bezeichneten, inszenierten das drüben übliche Intrigenspiel. Und als das Ver- suchsschiff schließlich fertig war, kostete es nicht 110 000 Dollar, sondern mehr als 400 000 Dollar! Obendrein erklärte der Marineminister Knox nach

Letzter Besuch in Murmansk

Von unserem HEM.-Sonderberichterstatter.

maz iaj aaiuun (pou iaqo 'ualpogj wag s;iwq unu aiannq aastuafto aWn3Q 3!Q 'sautfl" aiQ jjaauiaq nkv<x 'uaiJiaj n£ quvrftsUW üajjjruuDiaq ;uoa£ Nachlassen ihrer Schwungkraft festzustellen. Die Lei­stungen der deutschen Truppen sprächen" den opti­mistischen Erwartungen der Alliierten Hohn. Be­reits große und fruchtbare Gebietsstreifen hätten sie in den letzten Tagen überrannt.News Chronicle" berichtet aus Moskau, die Deutschen umfaßten stän­dig die Flanke der Sowjets, um sie dann zu um­zingeln und zu vernichten. Von den Sowjets werde zugegeben, daß die Deutschen mit ihrer Panzer­waffe ihnen weit überjegen feiern

Der Kampf um die El-Alamem-Giellmig.

Berlin, 19. Juli (DNB.) Jrn Raum der 40 Kilometer breiten El Alamein-Stellung zwischen den Salzsümpfen der Kattara-Senke und der Küste hat­ten die Briten seit langem stark befestigte Vertei­digungsstellungen vorbereitet und alle verfügbaren Kräfte aus Aegypten herangeschafft. Als die vor­dersten deutsch-italienischen Truppen die El-Alamein- Stellung erreichten, stießen sie auf überlegene feind­liche Kräfte aus Truppenteilen der indischen, austra­lischen und südafrikanischen Hilfsvölker. In wieder­holten Angriffen versuchten die Briten einen Durchbruch durch die deutsch-italienischen Stel­lungen zu erzwingen.

So führte der Feind in der Nacht zum 15. Juli einen von Panzern unterstützten stärkeren Anariff gegen den mittleren Abschnitt der El-Ala- mein-Stellung. Im Gegenstoß wurden die Briten zurückgeworfen, lieber 1200 Gefangene wurden ein­gebracht und eine Anzahl Panzerkampfwagen ver­nichtet. Am 16. Juli wurden die feindlichen Panzer­kräfte durch einen weiteren Angriff deutscher Pan­zerverbände trotz stärksten feindlichen Artillerieem- satzes weiter nad) Osten zurückgedrang t. In den frühen Morgenstunden des gleichen Tages unternahm der Gegner nach starker Artillenevorbe- reitung im nördlichen Teil der El-Alamein- Stellung einen von Panzern unterstützten Vorstoß südlich der Küstenstraße. Der Feind wurde ip seine Ausgangsstellungen zurückgeworfen. 8 britische Pan­zerkampfwagen wurden abgeschossen. In den frühen Morgenstunden des 17. Juli trat der Feind im Nordabschnitt erneut mit Infanterie und Panzern zum Angriff an. In erbitterten Kämpfen warfen die deutschen Truppen mit Unterstützung von Sturz­kampf- und Jagdflugzeugverbänden den Gegner nach Osten zurück. Heber 500 Gefangene wurden eingebracht und wiederum mehrere femdliche Pan­zerkampfwagen abgeschossen An anderer Stelle wurde ein feindlicher Vorstoß durch rtaftemsche Truppen ab gewiesen.

Feindliche Angriffe nördlich Woronesch wurden abgewiefen. Die Luftwaffe zerschlug feind­liche Kolonnen und Truppenbereitslellungen am obe­ren Don. Der Feind erlitt hohe blutige Verluste.

Südlich des Ilmensees setzten die Sowjets ihre erfolglosen Angriffe fort. In der Kolabucht wurden die Hafenanlagen von Rosla erneut schwer bombardiert.

In Aegypten wurden mehrere örtliche britische Angriffe unter Verlusten für den Feind abgeschlagen.

Einzelne britische Bomber warfen am gestrigen Tage Bomben über westdeutschem Gebiet ab. Die Zivilbevölkerung besonders in Duisburg hatte Verluste. Zwei britische Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. In der vergangenen Rächt unter­nahm die Sowjetluftwaffe .mit schwachen Kräften wirkungslose Stürangrifse auf einige Orte in Ost­preußen.

Trotz schlechten Wetters.

Die Nachrichten vpn der Front verzeichnen einen Umschwung des Wetters zum Wochenende. Wir denken an di-e erste große Schlacht seit Frühjahrsbeginn: an die Eroberung der Halbinsel Kertsch. Auch dort setzte im entscheidenden Augen­blick ein jähes Unwetter ein, aber unsere Truppen blieben dem Feind an der Klinge und ließen ihm keine Zeit zur Sammlung. Man kann dies auch für die jetzigen Kämpfe im Dongebiet unterstellen. Die Erläuterung zum Wehrmachtbericht vom 18. Juli spricht vonteilweise führerlos" geworde­nen sowjetischen Verbänden. Wenn wir uns auch vor Verallgemeinerungen hüten wollen, so zeichnet diese Bemerkung doch einen der besonderen Nach­teile ab, denen die Sowjets auf ihren! Rückzug unterworfen sind: Wir meinen nicht nur den psycho­logischen Faktor der Niederlage, der auf sie drückt; wir denken vor allem an so gegenständliche Er­scheinungen wie den erschwerten Nachschub in der Steppe oder an die Schwierigkeiten der nachricht­lichen Verständigung. Auch unsere Truppen leiden unter solchen Erschwernissen. Aber mit ihn§n mar­schiert der Sieg, die bessere technische Ausrüstung und ihr zweckvoller Einsatz sind auf ihrer Seite. Wir wollen hoffen, daß diesmal das Unwetter den Bolschewisten schwer zu schaffen macht. In einer Erläuterung von 19. Juli finden wir den Satz:In Tiefangriffen unterbrachen Zerstörerflugzeuge den Fährverkehr über den durch die ReHenfälle der letzten Tage stark angeschwollenen Fluß", wobei der Unterlauf des Don gemeint ist, der als drittgrößter Fluß der Sowjetunion nächst der Wolga und dem Dnjepr an sich schon von sehr respektabler Breite ist. Gerade in dem Unterlauf werden die Don-Ueberschwemmungen oft noch da­durch gesteigert, daß Südwestwinde das Wasser vom Asowschen Meere heraufftauen, das wegen der Kalkhöhen am westlichen Bergufer das östliche Wiesenufer um so weiter überschwemmt. Gerade auf diese wassergefährdete Passage sind heute die Sowjets angewiesen.

eineL Probefahrt in einem Gutachten, daß dieser Schifsstyp unbrauchbar sei. Die geprellten Kon­strukteure Noble unb' Burgeß jedoch fanden Presse­leute, die die Intrigen um denSeeotter" auf­deckten und angesichts der fortschreitenden deuffchen U-Boot-Erfolge beugte sich Roosevelt dem Sturm der öffentlichen Meinung. Der Senat mußte aus dem Marinefonds neue Mittel zur Konstruktion einesverbesserten Seeotters" herausrücken. Dieses Dersuchsschiff ist jetzt fertig; es weist eine Länge von 100 Meter auf und kann 2500 Tonnen Trocken­fracht an Bord nehmen. Und wenn die Dollar­hyänen sich nicht wieder in die Wolle kriegen, bann bürste also der vergrößerteSeeotter"-Typ dem­nächst den deuffchen Haien, unseren wachsamen U-Booten, zum Fräße dienen. Sie lassen sich auch

vrühlsche UniverfttätZdruckerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen ^«Ietzen,^ch-lftratz« 7-9

Das anglo-amerikanische Tonnageproblem.

Don unserer Berliner Schriftleitung.

Die restlose Zerschlagung des letzten englisch­amerikanischen Geleitzuges im Nordmeer durch die deutschen Luft- und Seewaffen und die wachsenden Erfolge der deutschen U-Boote, vor allem vor der amerikanischen Ostküste, die selbst nach bestimmt nicht zu hochgegriffenen Angaben Washingtoner Korrespondenten sich hier auf 24 versenkte Schiffe wöchentlich belaufen, haben die anglo-amerikanischen Kriegsmacher in löblichen Schrecken versetzt. Im Daily Expreß" war trotz der scharfen Presse­zensur biefer Tage zu lesen:Die Versenkungen haben die höchsten Zahlen des Weltkrieges bereits weit überschritten!"

Man zerbricht sich nun in Washington und Lon­don schon seit geraumer Zeit den Kopf, wie man das Tonnageproblem lösen kann. Die Londoner ZeitschriftSphere" meinte unlängst, wenn die Achsenmächte ihre Erfolgsrate im U-Boot-Krieg wie im Durchschnitt des Jahres 1941 mit etwa 6 Millionen Tonnen pro Jahr auftechterbielten, so könnten sie im Sommer 1943 den Frieden erzwin­gen. Für die Alliierten hinge alle Hoffnung auf einen Sieg davon ab, nicht nur die versenkte Ton­nage zu ersetzen, sondern auch so viele Neubauten herauszubringen, wie zur Beförderung von Massen- armeen und den dazu gehörigen Materialien not­wendig fei. Für die Versorgung Englands mit Le­bensmitteln und zur Bewältigung des militärischen Nachschubs für eine ,offensive" Kriegführung an allen Fronten benötigten nach Berechnungen des Sphere" die Alliierten mindestens 35 Millionen Tonnen. Selbst wenn man annehme, daß heute noch 25 Millionen Tonnen zur Verfügung stünden, müßten also in einem Jahre mindestens 10 Mil­lionen Tonnen neu gebaut werden, wobei die Ver­senkungsrate der deuffchen U-Boote noch nicht be­rücksichtigt sei.

Mit anderen Worten: es müßten auf britischen unb amerikanischen Werften im Jahre 1942 minde­stens 16 Millionen Tonnen (!) neuen Schiffsrau­mes erstellt werd em UnbSphere" errechnet eine Schiffsbaukapazität für England unb feine Domi­nien von nur 1,25 Millionen Tonnen, so daß auf die Amerikaner eine Quote von 14,75 Millionen

tisch also eine Absurdität! Und in diesem Zusam- schneller versenken: dieseKonservenbüchsen nut menhang. erklärt die Londoner Zeitschrift warnend: Außenbordmotor", zumal auch die Zahl der deut- Die Partei, die bei der Durchführung dieser Auf- schen U-Boote ständig im Wachsen begriffen ist.