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(92. Jahrgang Nr. 67 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags

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Gietzener Anzeiger

vrühlscheUniversitätsdruckerriR. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Sietzen?5chulstrahe 7-Y

8rettag,20.MSrz 1942

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Besuch in Budapest.

Von unserem Ds.-Berichterstatter.

Budapest, 19. März. (Europapreß.) Im un- garischen Abgeordnetenhaus hielt der neue Minister- präsident K a l l a y seine Programmrede. Der Mi­nisterpräsident wies darauf hin, daß Ungarn später als die meisten europäischen Länder in den Krieg eingetreten sei und deshalb die Verhältnisse im

Der Lt-Boot-Krieg im Atlaniik.

Amerika spürt dieU-Boot-Plage".

Lande günstiger erschienen. Von nun an stehe aber auch Ungarn in der Reihe der Länder, die schwere Lasten zu tragen hätten, diese Lasten müsse die Na­tion politisch, wirtschaftlich und sozial auf sich neh­men. Alle zur Verfügung stehenden Kräfte sollten in den Dienst des Krieges gestellt werden, der, wie der Ministerpräsident sagte, auchunser Krieg" sei. Das ungarische Volk kämpfe für ungarische Belange, und feder müsse sich im klaren darüber sein, daß die ungarische Nation für ihren Bestand und für ihre geschichtliche Existenz kämpfe. In dieser Frage dürfe es zwischen Ungarn keinerlei Meinungsver­schiedenheiten geben. Seit mehr als 20 Jahren ver­folge Ungarn eine ungebrochene gerade Linie, die nicht konjunkturell,.sondern unabänderlich sei. Das ungarische Volk kämpfe auf Seiten der Achsenmächte für eine gerechte Weltordnung und ein neues Eu­ropa. Die ungarische Orientierung bedeute ferner Friödep und Verständigung mit den Nachbarvölkern des Donantals, damit im Karpathenbecken jeder­mann Sicherheit und friedliche Entwicklung zuteil werde. Der Platz Ungarns sei neben Deutschland und Italien, sowohl heute im Kriege wie auch mor­gen bei den Friedensverhandlungen und Entschei­dungen.

Der Ministerpräsident erörterte die schon ange­kündigte Verschärfung und Beschleunigung der Ent­eignung Mischen Grundbesitzes. Die gegenüber dem Judentum bisher ergriffenen Maßnahmen müßten weitergeführt werden, er betrachte es als eine seiner wichtisten Aufgaben, das Judentum auszuschalten. Die Finanzpolitik weise große Erfolge auf, ihre ei­gentliche Kraftprobe werde aber erst jetzt erfolgen.

gebnis abzuwarten, Doppelschuß auf Tan­ker. Doppelt getroffen sinkt der Frachter, während der Tanker doch schon in zu ungünstiger Schuß­position gelegen hatte.

Nun gehen auf allen Dampfern Leuchtraketen hoch, der Geleitzug ist plötzlich hell erleuch- t e t. Das U-Boot dreht aus dem Geleitzug heraus und taucht im schützenden Dunkel unter. Während der Geleitzug abzackt, laufen zwei Zerstörer, an ihren helleuchtenden Bugseen zu erkennen, neben dem ablaufenden U-Boot her, das vergeblich und planlos mit Artillerie beschossen wird.

Unter Deck sind inzwischen die Torpedorohre nachgeladen worden. Mit dem Erlöschen der Leucht­granaten hat sich das U-Boot der Sicht endogen und dreht erneut auf den Geleitzug zu. Bald ist es wieder in günstiger Schußlage, die Ziele sind gut zu erkennen. Auf zwei Frachtern und einem Tanker werden Einzelschüsse ge­löst, alle drei Torpedos treffen mit hohen Sprenge säulen.

Eine vierte Detonation ertönt. Schon hat alfo ein anderes U-Boot angegriffen Nun wer­den wiederum Leuchtgranaten und -raketen ge­schossen. Sie zeigen den übrigen Booten, die schon auf den Geleitzug manöverieren, den Kampfplatz. Während die Sicherung das erste Boot angreift und zum Tauchen zwingt, haben die übrigen Boote die Fühlung ausgenommen und tragen planmäßig ihre Angriffe in den Geleitzug. Noch einmal stößt das Boot nach, das zuerst am Geleitzug gestanden hatte, findet einen schwerbeschädigten Tanker, beschießt ihn mit Artillerie und gibt ihm durch einen Tor­pedo den Fangstoß.

Inzwischen ist es Tag geworden, und in Marsch­fahrt wird ein n e ue s Operationsgebiet ausgesucht.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

B u d a p e st, März 1942.

Das schöne Stadtbild von Budapest ist in der ganzen Welt bekannt und oft bewundert worden. Aus dem rechten, westlichen Donauufer bildet die alte Festung Ofen (Buda), über 200 Meter vom Fluß aus steil aufragend, mit ihrem weiträumigen Königsschloß den Ausgangspunkt einer Stadtsied­lung, die sich Jahrhunderte später unter dem Na­men Pest auf dem ebenen linken Ufer zu einem Mittelpunkt des Handels und der Verkehrswege ent­wickelte. Gerade vor 70 Jahren wurden beide Teile zu dem Gemeinwesen zusammengeschlossen, das heute fast anderthalb Millionen Einwohner in seinen Mauern sieht. Wie Wien lehnt sich Budapest im Westen an das Gebirge an und verteilt sein haupt­sächliches Wachstum in die Ebxne. Trotzdem besteht der bemerkenswerte Unterschied, daß die Donau für Wien doch mehr am Rande vorbeigcht, während sie für Budapest die Lebensader schlechthin bedeutet.

Dieser Umstand hat die Stadt nicht nur mit den umliegenden Landesteilen enger verbunden, als das in Wien der Fall ist, er hat ihr auch einen Rhyth­mus gegeben, der sich nicht allein auf die Lebensart ihrer Bewohner gründet, vielmehr wiegt sich in ihr ganz Ungarn. Deshalb konnte einer der besten Ken­ner Osteuropas einmal von ihr behaupten:Wahr­haft königlich trägt sie die Wahrzeichen der Haupt­stadt in ihren Palästen, Kulturanstalten, Schulen, Museen, Banken und Börsen. Sie ist die tempera­mentvolle, leichtlebige Vergnügungsstadt des Lan­des mit Zigeunergefiedel und Zymbalschlag, Spiel­saal seiner Magnaten, das Kleinparis für die Ge­legenheitslebemänner vom Lande, die Schweine- mäster, Holz- und Getreidespekulanten, der Erlusti- gungsort des naiven Landvolkes von der Pußta und aus Karpathenwinkeln. Sie ist europäische Welt­stadt, aber an den Toren des Orients." Zugleich aber ist sie der Hauptsitz der Industrie wie Harchels- und Gewerbeunternehmungen. Vier Fünftel der un­garischen Maschinenfabriken sind in ihr und ihrer Umgebung vereinigt. Andererseits verliert sich ihr Weichbild in große Gärtnereien mit ansehnlicher Blumen« und Gemüsezucht.

Das starke Eigenleben von Budapest wird aus solcher Vielseitigkeit vollauf verständlich. Durch den Krieg hat es naturgemäß eine bedeutsame Steige­rung erfahren insofern, als zu den Vertretern des einheimischen Volkstums noch diejenigen der Achsen-' möchte und ihrer Verbündeten hinzugetreten sind. Das Stadtblld zeigt sich daher heute noch vielge­staltiger und farbenprächtiger als im Frieden. Trotz­dem ist jener Ernst in Haltung und Antlitz bei aller Vielfältigkeit der Menschentypen nicht zu verken­nen, den die Größe und Erhabenheit des kriege­rischen Geschehens verlangen. Dies ist besonders in dem Stadtteil Ofen der Fall, in dem sich die Dienstgebäude der Ministerien und des Heeres be­finden. Pest hingegen kann seine Herkunft nicht verleugnen. Handel und Wandel sind nun einmal Elemente der Bewegung. Und so kommt es, daß man in der Waitznergasse manchmal glaubt, noch im tiefen Frieden zu leben. Da promenieren noch immer die gepflegten alten und jungen Herren mit ihren Damen, an denen man ebensowenig ein Nachlassen der Eleganz beobachten kann. Sie füllen die Konditoreien und Kaffeehäuser mit der bekann­ten ungarischen Lebhaftigkeit und nehmen leider noch viel zu wenig Anstoß an den zahlreichen Juden. Hier scheint tatsächlich die Zeit nicht viel weiter geschritten zu sein.

Und doch, betritt man einmal eines der zahl­reichen Geschäfte mit den reichlichen und geschmack­vollen Auslagen, dann ergibt sich ein gänzlich ver­ändertes Bild. Man kann als Fremder nichts kaufen, wenigstens nicht das, was man an nütz­lichen Dingen gern möchte. Hierfür gebraucht man Karten oder ein Einkaufsbuch, das aber nur an Bewohner der Stadt verausgabt wird. Werden Waren aber frei gegeben, dann erkennt man, daß ihre Preise ungewöhnlich a n g e st i e - gen sind. Diese Erfahrung macht man übrigens schon im Hotel, wo der Preis für ein mittleres Zimmer sich bereits auf 24 Pengö stellt. Nur für die lebenswichtigen Waren gibt es Höchst- oder Fest- vre'se und dazu Rationierung durch Karten. Da­durch ist zwar die reine Lebenshaltung gesichert, aber man muß sich mit den Erzeugnissen Europas begnügen, alles übrige geht allmählich zu Ende ...

Ganz ähnlich liegen die Dinge beim Gasthaus­leben, das der Budapester fast noch mehr liebt als der Wiener. Er kann von dem Besuch der Lokale nicht lassen, wenn auch an die Vergangenheit nur noch die unverändert schmissigen Zigeunerkapellen erinnern. Damit ist zwar der äußerliche Eindruck gewahrt. Aber beim Verzehr ergibt sich ein anderes Bild. Bei einem fast verdreifachten Weinpreis sind von selbst der durstigen Kehle Schranken gesetzt. Genau fo geht es bei der Tasse Kaffe»

Im übrigen weiß ober der einsichtige Ungar, was er seinen tapferen und großen Verbündeten schuldig ist. Er kennt den Lebensmittelreichtum seines Landes, versteht sich aber doch zu Brot-, Mehl- und Fetttarten. Im Gasthaus nimmt er drei fleischlose Tage tn der Woche hin und dazu die Einengung, an zwei Tagen nur bestimmte Fleifch- sorten wählen zu dürfen. Als Entschädigung dienen der Samstag und der Sonntag, die frei von allen Beschränkungen sind. Er braucht nicht ganz auf die traditionellen Süßspeisen zu verzichten, wie es der ihm in diesen Dingen so verwandte Wiener manch­mal muß. Der Stadtverkehr hat in Budapest ckb- türlich die gleichen Opfer bringen müssen, wie überall anderswo. Und zwar nicht nur in seiner Einschränkung, indem die Zahl der Droschken immer geringer wird und die stark verminderten Autobusse mir noch zwischen 7 und 9 wie 14 und 20 Uhr verkehren. Auch die Straßenbahn hat ihren Preis um 25 v. H. erhöht. Daß alle Verkehrsmittel meist überfüllt sind, soll nur der Vollständigkeit wegen erwähnt werden. Da wir gerade beim Stra-

ßenverkehr sind, mag mit Genugtuung festgestellt werden, daß sich in Budapest nunmehr auch das Rechtsfahren endgültig durchgesetzt hat. Damit hat Ungarn als letztes Land sich der allgemein üblichen Derkchrsitte angeschlossen, ohne seiner Eigenliebe irgendwelchen Schaden zugefügt zu haben. Soll man noch vom Budapester 'einst so gerühmten Nachtleben sprechen? Nach den eben geschilderten Berkehrsverhältnissen lohnt es wohl nicht, zumal die letzte Straßenbahn bereits um 1 Uhr ihren. Dienst beendet. Deshalb begnügt man sich im all­gemeinen mit dem eifrigen Besuch von Kino und Theater und geht zeitig nach Hause, eine Lebens­weise, die wie dieser Winter zeigt, weder die Ge­sundheit noch die Arbeitsfähigkeit der Bewohner von Budapest ungünstig beeinflußt, vielmehr ist das Interesse an den Angelegenheiten und den Einrich­tungen der Stadt überall gewachsen.

Ltngarns Politik ist unabänderlich.

Berlin, 19. März. (DNB.) Nach Rückkehr von erfolgreicher Feindfahrt berichtet wie das OKW. mitteilt der Kommandant eines U-Bootes über einen Geleitzugangriff im Atlantik. Bei diesem An­griff waren in zäher Verfolgung des Feindes von unseren U-Booten acht Schiffe mit 63 000 BRT. versenkt worden. Es war eine dunkle Fahrt, Gewitterböen gingen über das Boot nieder. Im Platzregen war oft der Bug des eigenen Bootes nicht zu sehen. Doch ab und zu erhellt Wetterleuch­ten das dem U-Bootskommandanten gewohnte Bild. Das U-Boot war bei Anbruch der Dunkelheit auf den Geleitzug gestoßen und jagt nun mit offenen Mündungsklapppen neben dem Geleitzug her, eine günstige Gelegenheit abwartend, um zum Angriff aufzudrehen. Vorübergehend sind einzelne Schatten des Geleitzuges erkennbar, dann werden sie wieder von Regenböen verschluckt. Endlich läßt der Regen etwas nach, die Sicht erweitert sich, und mehrere Kolonnen des Geleitzuges treten aus der Dunkelheit heraus.

Ein großer Frachter liegt schubgerecht. Das Boot dreht auf, die Entfernung wird schnell geringer. Doppelschußtreffer vorn. Der Frachter liegt tief mit dem Bug im Wasser, doch ist beim Angriff der Rest des Geleitzuges aus Sicht gekom­men. Sofort stößt das Boot nach, um an dem Feind zu bleiben. Währenddessen werden die leer­geschossenen Rohre nachgelassen. In Doppelkiellinie kommt bei hoher Dünung der Geleitzug wieder in C?;d)t. Mehrere Zerstörer sichern. Der Durchbruch durchdieSicherung wird angesetzt. Im selben Augenblick hat ein Zerstörer das Boot offenbar ge­sehen, auf das er hart zudreht. Das U-Boot dreht ab in der Dunkelheit und stößt nach kurzer Zeit an anderer Stelle durch. Die Zeit ist kurz. Also Dop­pelschuß auf Frachter und, ohne das Er-

Berlin, 19. März. (DNB.) yie USA.-Admi-' rate Stirling und Stark haben soeben etwas freimütig auf die Gefahr hingewiesen, die der eng­lisch-amerikanischen Schiffahrt durch die U. - B o o t e der Dreierpaktmächte droht: Admiral Stirling sagte, überall stoße man auf feindliche Unterseeboote. Und selbst wenn man manchmal glaube, ihrer Herr zu werden, stelle man spater fest, daß sich ihre Zahl noch erhöht habe. Admiral Stark erklärte:Das dringendste Erfordernis für die Alliierten ist heute, mit der U-Boot-Plage fertig zu werden, denn die U-Boote drohen die amerikanische Produktion von ihren Einsatzgebieten in Europa, dem nahen Osten und dem Pazifik abzuschneiden. Die U-Boote der Achsenmächte operieren in fast allen Teilen der Welt. Ihre Zahl hat sich erhöht. Die U-Boote sind d i e Gefahr Nr. 1 für die Alliierten; und Amerika und Großbritannen müssen die größten Anstrengungen machen, wenn nicht der Fall ein­treten soll, daß die große amerikanische Produktion nutzlos auf den Boden des Meeres versenkt werden soll, ohne zum Einsatz gegen die Achsenmächte zu kommen. Die Engländer waren gezwungen, ihre See- und Luftstreitkräfte dünn über viele Fronten hin zu verteilen, während die amerikanische Flotte völlig damit beansprucht war, den Pazifik zu schützen. Acht Millionen Tonnen neuen Handels­schiffsraumes wollen die Amerikaner in diesem Jahre bauen. Aber selbst diese Zahl reicht nicht aus, um die Bedürfnisse der Alliierten zu befrie­digen, wenn nicht die U-Boot-Plage beseitigt wird."

Gegenüber den Urteilen dieser Fachleute versucht nun "der USA.-Marineminister Knox schleunigst, die U-Boot-Gefahr zu bagatellisieren. Vor der Neu- yorker Presse behauptete er:Der Prozentsatz der von U-Booten versenkten Schiffe an der atlantischen Küste ist sehr gering!" Von über 1000 Schiffen seien nur fünf, die gegen ihre Instruktionen, die Sicher­heitszonen zu benutzen, handelten, versenkt worden. Fünf von Tausend, das hört sich sehr beruhigend an aber dieser Lüge steht die unumstößliche Tatsache gegenüber, daß seitOem Auftreten deutscher U-Boote an der Ostküste des amerikanischen Kontinents b e - reite über 1 5 0 Schiffe versenkt worden sind. Wenn Knox fünf bestimmte Schiffe zugibt, bann handelt er einfach nach dem Grundsatz, den

die USA.-Regierung über ihre Nachrichtengestal­tung soeben aufgestellt hat: Beschädigungen von USA.-Schiffen würden nur bekanntgegeben, wenn sie vom Feinde bereits wahrgenommen würden. Die Erklärungen der USA.-Admirale Stirling und Stark genügen, um Knox der Lüge zu überführen.

Der Marinesekretär gab bekannt, es sei notwen­dig geworden, die Anzahl der U S A. - P at r o u il­lens ch i f f e an der Ostküste und im Karibischen Meer zu erhöhen, auch verstärkte Flugzeug­patrouillen einzusetzen und die Zahl der Küsten­schutzmannschaften zu verdoppeln. Die USA.-Regie- rung hat sich also entgegen ihren ursprünglichen Absichten gezwungen gesehen, infolge der wachsen­den Tät'gkeit deutscher U-Boote in der westlichen Hemisphäre Patrouillenschiffe von der Nordatlantik- Route, wo sie bisher zum Schutze der Material­transporte nach England und der Sowjetunion tätig waren, abzuziehen und in den eigenen G e - wässern einzusetzen.

*

Wenn heute deutsche Unterseeboote an der Küste Amerikas tätig sind, so ist der Sinn dieses Kamp­fes nicht etwa eine Blockade der bereinigten Staa­ten »mit dem Ziel der Aushungerung der USA., sondern auch diese Maßnahme zielt in erster Linie a u f England. Abtrennung Englands von der amerikanischen Versorgungsbasis und Vernichtung von Schiffsraum, das sind die Ziele dieser deutschen Aktion. Daneben ist natürlich jede Störung des amerikanischen Wirtschaftslebens äußerst willkom­men, da solche Störungen sich immer hemmend auch auf die Rüstungsproduktion der Vereinigten Staa­ten auswirken müssen. In dieser Hinsicht ist Ame­rika keineswegs unempfindlich, denn wenn auch die Einfuhrabhängigkeit der Vereinigten Staaten im eigentlichen handelspolitischen Sinne nicht groß ist, so darf man doch nicht übersehen, daß der Waren­verkehr im amerikanischen Binnenhandel zu einem großen Teil über See vor sich geht. Der Aus­tausch zwischen der Ost- und Westküste erfolgt viel­fach, wie z. B. beim Erdöl, mit Schiffen durch den Panama-Kanal. Daß die Bahnverbindungen nicht in der Lage sind, diesen Seeverkehr zu ersetzen, hat sich bereits im vorigen Jahre gezeigt. Aus diesem Grunde haben unsere U-Boote auch ein besonderes

Oer Rüstungskrieg.

Jeder Fortschritt, den die deutsche Wehrmacht oder die Wehrmacht unserer Verbündeten erzielt, ver­schiebt jetzt ruckartig die Rüstungskraft zu unseren Gunsten. Was das bedeutet, wie viele Mühe und wie große Anstrengungen es gekostet hat, um auf den heute erreichten Punkt zu kommen, machen fick auch nur wenige Deutsche klar. So übermältiaeno war die Menge der Güter um den allereinfach- sten Ausdruck zu gebrauchen, über die unsere Feinde 1939 verfügen konnten! Das änderte schon sehr der militärisch glorreiche Feldzug von 18 Tagen in Polen an diesem Mißverhältnis. Ja, man . muß sagen, daß keiner der so gewaltigen Feldzüge für sich allein dieses Mißverhältnis ab gestellt hat. Aber in ihrer Gesamtheit und mit Hinzutritt Japans haben sie dieses Mißverhältnis völlig gewendet, so daß heute jedes einzelne Prozent, das England und die Vereinigten Staaten an Verfügungsfreiheit über Rohstoffe und Nahrungsmittel verlieren, gewaltig zu Buche schlägt.

Es war ein weiter Weg, um dahin zu kommen. Wenn heute England den Schmachtriemen anziehen muß, wenn in der Sowjetunion der Normalver­braucher zugunsten der Heeresversorgung geopfert wird, wenn selbst das Überschußreiche Gebiet der Vereinigten Staaten empfindliche Mangel­erscheinungen kennenlernt, wenn unsere Feinde in ihrer Gesamtheit mit immer neuen wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht fertig werden, dann bekommen wir erst den Maßstab für das, was w i r durch Vorsorge, Ordnung und Selbstzucht auf kriegswirt­schaftlichem Gebiet geleistet haben.

Wir sind alle ohne jede Ausnahme an Einfchrän- fungen unserer Lebensführung, an empfindliche Ein- fchränkungen gebunden. Uns allen täte es wohl, einmal so richtig hineinhauen" zu können. Wir müssen uns diese Wünfche verkneifen. Darüber hin­aus müssen an sich berechtigte Gegebenheiten jedes einzelnen Produktionsbetriebes zurücktreten. Der Bauer kann nicht pflanzen, was er will. Der Fa­brikant, der Gewerbetreibende und der Kaufmann müssen sich umstellen. Mancher verliert damit die Basis seiner bisherigen Existenz. Das alles ist hart, sehr hart. Es ist natürlich, daß jeder einzelne von uns zuerst die Härten empfindet, daß er die Ecken merkt, an denen er sich stößt und stoßen muß. Ge­rade darum ist es eine einfache Notwendigkeit, daß wir stets auch das scheu, was wir durch Vorsorge» Ordnung, Geduld, innere Bereitschaft und Selbst­zucht geschafft haben.

Wo stchen wir'und wo stehen die anderen? Wir sind an der Kippe, wo jeder Fortschritt, jeder Erfolg unserer und der verbündeten Streitkräfte für die anderen wirtschaftlich zu Buche schlägt. Heute ar­beiten der Führer hat auf diesen Umstand schon am 8. November hin gewiesen für die deutsche Kriegsrüstung direkt weit mehr als 250 Millionen Menschen; das Gebiet aber, das in Europa Über­haupt für diesen Kampf auch indirekt arbeitet, um­faßt schon jetzt über 350 Millionen Menschen. Da­zu kommen rund 90 Millionen Japaner. Uns stehen gegenüber England mit seinen knapp 47 Mill, und die Vereinigten Staaten mit ihren etwa 125 Mil­lionen Einwohnern. Dazu kommt die Sowjetunion mit rund 180 Millionen. Der menschliche Einsatz auf kriegswirtschaftlichem Gebiet ist zahlenmä­ßig mindestens gleich. Doch besteht ein wich­tiger Unterschied: Im europäischen und im atlan­tischen Bereich operieren die Achsenmächte auch auf wirtschaftlichem Gebiet auf der inneren Li­nie; dasselbe gilt von Japan im paziftschen Be­reich. Die Zusammenfassung der Kräfte ist also im Achsen- und im japanischen Bereich unendlich leichter als für die Vereinigten Staaten, England und dis Sowjetunion, die untereinander durch große Ent­fernungen getrennt sind und zu den wiederum fer­nen Kriegsschauplätzen weite Transporte zurückzu-

Augenmerk auf die Tanke r. Deren Versenkung beseitigt nicht nur unersetzlichen Schiffsraum für England, sondern schafft auch immer wieder Stö­rungen und Schwierigkeiten im amerikanischen Wirtschaftsleben. Aus diesem Grunde sind uns alle Nachrichten über Versorgungsschwierigkeiten in Amerika erfreulich, auch wenn eine Blockade Ame­rikas selbst nicht das Ziel der deutschen Kriegsmaß- nahmen ist und sein kann.

Jagd in den amerikanischen Gewässern.

Rom, 19. März. (DNB.) Der von den deutschen und italienischen U-Booten in den amerikanischen Gewässern geführte U-Boot-Krieg zieht Nutzen aus den jahrelangen Kriegserfahrungen, bemerkt ein Sonderberichterstatter der Aqenzia Stefani zu den Erfolgen der U-Boote der Achsenmächte an der norh- amerikanischen Küste sowie im Karibischen Meer. Das Ergebnis der kurzen Kampftätigkeit der deut­schen und italienischen U-Boote könnte größer fein, wenn nicht die amerikanische Schiffahrt geradezu von einer Panik ergriffen worden wäre und ihre Schiffe nach Möglichkeit in den Häfen zurückhielte. Die Admiraütäten in den Feind­staaten sinnen auf Abhilfe, sind aber nicht zum we­nigsten auch durch das Auftreten japanischer Unterwasserstreitkräfte im Indischen Ozean außer­stande, das einzige wirksame Hilfs-mittel in Anwen­dung zu bringen, nämlich die Schiffe durch zahl­reiche Einheiten der Kriegsmarine begleiten zu lassen. Inzwischen liegen die U-Boote der Achsen­mächte auf der Lauer, zuweilen nur einige Kabellängen von der Küste entfernt oder von den Flußmündungen. In den tropischen Gewässern des Karibischen Meeres mit seiner Insel- und Klipvenwelt und selbst im Sargasso-Meer zwischen den Dahama- und Bermuda-Inseln pir­schen sich die U-Boote der Achsenmächte an den Feind heran. Die Durchsichtigkeit des tropischen Meeres erfordert allerdings besondere Aufmerksamkeit bei der Abwehr der vom Gegner zur U-Boot-Jagd ein­gesetzten Flieger.