i , Ach, Lappersdorf!" Wulflam schwelle den Kopf: hab^n das rechte Wort gebracht. Sie sind mein alter •SV . „ / /ft/. „ Liebe Baronesse, deswegen bin ich ja im Grunde Kamerad, ich erzähle Ihnen nachher alles — alles,
hier In der Zeit, die Sie von Lappersdorf weg was sich um Weihnachten zugetragen hat, und wes- f 2^ hgt sich dort viel verändert. Objektiv und auch halb ich fort bin —
_„ir subjektiv. Das Ganze freut mich nicht mehr recht — Plötzlich, während sie sprach, stieg ihr eisigkalt,
Roman von Hans von Hülfen
(Nachdruck verboten.)
20. Fortsetzung.
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subjektiv. Das Ganze freut mich nicht mehr recht — ich hätte das noch vor kurzem nicht für möglich gehalten. Und ich muß immer an Ihre Worte denken, damals, vor Weihnacht, nach der letzten Untersuchung in der Sophienau. Es ist überhaupt.die letzte gewesen. Die neuen Herren werden auf so etwas keinen Wert legen ...'
Verzeihen Sie, ich störe wohl bei der Arbeit? Aber ich wußte mir keinen anderen Rat ... Ich habe nämlich meine Reise hier in Dresden unterbrochen .11 Ich komme von Ihrem Vater ... Unterbrochen also, weil mir ganz unendlich daran liegt, Sie persönlich kennenzulernen, nachdem ich Sie in Lappersdori nicht traf, und mit Ihnen zu sprechen, als Frau zur Frau ... Es ist, glaube ich, sehr wichtig, sehr not.i wendig, um Ihres lieben Vaters willen — und um: der Zukunft willen —"
Ulla stand aufrecht am Tisch. Die Brauen vor Staunen hochgezogen, das Profil, das unter den gesteiften Häubchen noch freier und kühner wirkte, zu dem Bild erhoben, das Raffaels berühmte Ma. donna aus der Galerie, ein paar Straßen von hier, darstellte. Sie lauschte dieser fernen Stimme, die sich voller Wohllaut an ihr Ohr schwang, sie fühlte den Wohllaut; aber die Kerbe über ihrer Nasenwurzel yvard immer tiefer und strenger, Wulf.
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fast erschreckend, die Erkenntnis auf, in welcher inneren Einsamkeit sie all die Tage gelebt hatte — neben dem Onkel, der so überbeschäftigt war, zu dem man nicht leicht den Zugang durch die burschikose Verschanzung seines Inneren fand, — neben der alten Tante, die sie nach des Tages Arbeit nur eine kurze Stunde zu Gesicht bekam, um ihre leisen Lamentationen über das „Herz" anzuhären ... Und mit einemmal schoß das ganze, mühsam zurückgedämmte Gefühl für Wulflam in ihr wie zu einem klaren Kristall zusammen, sie spürte, wie sehr sie ihn liebte, wie sehr sie ihm vertraute, — und daß sie einem Phantom nachgelaufen war, als sie glaubte, sich durch ihre Flucht von dieser Liebe und von ihm losmachen zu können. Nun er hier vor ihr saß mit seinem kupferroten Schopf über der weißen Stirn, fiel ihr das Unsinnige ihres Tuns schwer aufs
Herz —
„Nein, warten Sie hier nicht auf den Onkel!" sagte sie plötzlich. „Kommen Sie um acht nach Losch- i witz zum Abendbrot hinaus. Nicht als Bewerber < um einen Posten, versteht sich, sondern als mein —", : sie zögerte ein wenig, sie suchte das passende Wort, i lächelnd: „als mein alter Kamerad! — Ich nehme 1 es auf meine Kappe, ich werde sogleich Tante Hermine verständigen. Und dann werden wir —"
Das Telephon auf dem Tisch zwischen ihnen weckte mit leisem Summerton an. Ulla nahm den Hörer: „Schwester Ursula —"
„Moment, Sie werden verlangt, ich verbinde ..." Pause.
„... dann werden wir über Lappersdorf reden", sagte Ulla halblaut, den Kopf zu Wulflam wendend: „... Wer ist dort?"
Eine ferne Stimme antwortete:
„Baronesse Fehr? — Hier spricht Marion von Brätel. — Guten Abend, liebe Baronesse. Habe ich Sie endlich aufgetrieben? Es war nicht ganz einfach. !
„Die neuen Herren?" Ulla verstand nicht, was er meine. , „
„$a. „Seitdem Verkauf hat sich, alles so verändert.
„Was heißt das, Doktor?" fragte sie dringlich: „Seit dem Verkauf?"
„Seit die Herren von der Sächsischen Glashütten AG. dort eingezogen sind. Am 1. Januar."
Ulla war's, als hatte sie einen Schlag erhalten. Der Vater hatte — die Sophienau verkauft?! Von heute auf morgen?! Davon war doch nie die Rede gewesen?!...
„Lieber Doktor Wulflam", sagte sie, gewaltsam beherrscht. „Sie werden sich wundern, aber ich weiß nichts von alledem. Glauben Sie mir vor allem: es ist über meinen Kopf hinweg geschehen. Die Sophienau verkauft —! Nie, nie hätte ich zugestimmt. Freilich, Papa brauchte mich nicht zu fra- gen, aber unter anderen Umständen hätte er mich natürlich gefragt ... Ich bin ohne Verbindung mit ihm — ich nehme an, Sie wissen, warum ich fort bin von Lappersdorf und diese Tracht trage. In dem Nest spricht sich ja alles rasch herum —"
„Ja und nein, Baronesse. Ich weiß das Allgemeinste — das andere muß ich mir zusammenreimen. Was so in den Häusern der entlassenen Meister geredet wird. Es ist nichts Freundliches für Ihren Herrn Vater, das darf ich in alter Kameradschaft nicht verschweigen —" .
„Der entlassenen —! Ich ahnte ja, daß es in dem Falle so kommen würde. Sebeü Sie, darum war ich vor Jahr und Tag so hestlg dagegen, als Papa einmal an Verkauf dachte! — Ach, Wulflam! Sie
auch । ? nicht me J* I-Hr ai bi Alliierten l L^ine W« H» ani Wes Da| »«feiten •AomHee, .das den ryg Ä’.J i hlidj h»lte $
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Statt Karten I
Gerhard Michalski Oberleutnant u. Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader Inge Michalski geb. Schröder geben ihre Vermählung bekannt z. Z. im Felde Gießen
Bismarckstr afie 5 20. Februar 1942
mit50gJettundl&t Mchl vvv .Umfin- werden gemischt und auf ein Backbrett (Tischplatte) gesiebt 3b Me Mlke wirb title Vertiefung eingedrückt, z-n g ■ Zucker. Gewürze. El anb Mich werde» hlntingegedea und mit einem Teil des Mehls ja einem dicken Drei verarbeitet. Darauf gibt
man Vas Yn Stücke geschnittene, kalke Fett, den dorchgestrichenen Quart und gegebenenfalls die gereinigten Rosinen. Vas cntpelnte.
Am Sonntagmorgen starb an seiner schweren Verwundung in einem Lazarett auch unser zweiter guter Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Pate
Obergefreiter Karl Göbel
Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse
im blühenden Alter von 24 Jahren.
In tiefer Trauer: Familie Franz Göbel und alle Angehörigen.
Leihgestern, den 19. Februar 1942.
Die Beerdigung findet am 22. Februar, nachmittags um 3 Uhr, in Leihgestern statt.
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Mechanisch schaltete sie, ins Sprechzimmer tretend, das Licht ein — und fuhr zusammen. Aber der Herr, der dort, die Hände auf dem Rücken, am Fenster stand und in das Schwarz-Weiß des Abends hinausstarrte, erschrakt nicht minder, da er sich nach ihr umdrehte:
„Baronesse!" . _ t
„Dr. Wulflam? — Aber davon hat mir Onkel gar nichts ..." v f
Sie schüttelten sich die Hande, em wenig verlegen. In Ulla war ein ganz merkwürdiger Aufruhr des Ge- (ühls- halb Freude über diesen vertrauten Händedruck
ialb Groll auf den Onkel, der sie fo überrascht
,Lch begreife nichts —", sagte Wulflam. „Wirk- lich — nichts. Ist es denn nicht Ihr Werk, daß ich hier bin? Ich habe das natürlich immer gedacht, seit ich gestern den Brief "des Herrn Professors be- kam ... Aber — warum sind Sie denn hier? Und In dieser Schwesterntracht? Die Ihnen übrigens sehr tzut steht, Baronesse —"
„Komplimente, Doktor? Das war doch früher nicht Ihre Stärke! — Setzen wir uns. — Der Onkel läßt 'Sie bitten, zu warten, es kann freilich noch lange dauern, er ist gerade heute so beschäfttgt ... Zeigen Sie mir bitte seinen Brief, ja?"
Wulflam hatte ihn in der Brusttasche. Die wenigen Zeilen besagten, er, Professor Strakonitz, sei auf Wulflam aufmerksam gemacht worden, und da er einen Assistenten suche, bitte er um baldmögliche Vorstellung.
Ulla reichte den Bogen zurück.
„Glauben Sie mir, Doktor. Ich stecke nicht dahinter. Oder höchstens insofern, als ich Onkel gelegentlich von Ihnen erzählt habe. Von diesem Bries hat er mir kein Sterbenswort gesagt. Das ist so seine Art. Wie geht's und steht's in Lappersdorf?"
Tieferschüttert erhielten wir sm 33. Januar 1942 die traurige Nachricht, daß mein geliebter, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser guter, braver Sohn. Bruder, Schwieger» gohn, Schwager, Pate, Onkel, Neffe und Cousin
Uffz. Ernst Ludwig Krombach infolge eines Unfalles am 2. Jan. im 29. Lebensjahr für Großdeutschland gestorben ist. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. Nun ruht er fern der Heimat.
In tiefem Schmerzt Ella Krombach, geb. Schneider, und Töchterchen Erika
Familie Ludwig Krombach Familie Karl Schneider Familie August Luh.
Leihgestern, Lützellinden, Neuhof bei Leihgestern, den 20. Februar 1942.
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Plötzlich und unerwartet entrih uns eine tückische Krankheit meinen herzensguten Mann, unseren hoffnungsvollen Sohn, unseren Heben Bruder, Schwager, Schwiegersohn, Onkel, Vetter und Paten
Albert Speier
Sanitätsunteroffizier in einen! Reserve-Lazarett Inhaber des Westwall-Ehrenzeichens
am 18. Februar 1942 im blühenden Alter von 23 Jahren.
In tiefem Schmerz।
Amanda Speier. geb. Röhrsheim
Heinrich Speier und Frau Elisabeth, geb.
Röhrsheim (Eltern) Heinrich Speier und Familie Karl Speier und Familie Wilhelm Deines und Familie Wilhelm Speier, z. Z. im Felde, und Familie Witwe-Maria Röhrsheim und Angehörige.
Salzböden, Odenhausen Lahn und Staufenberg, den 20. Februar 1942. /
Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 22. Februar, nachmittags 2 Ühr, in Odenhausen statt
lam beobachtete es mit Erstaunen, nie hatte er fit so gesehen! Und er erstaunte noch mehr, als er sie schließlich mit einer 'Stimme, die verbindlich klang und doch stählern federte, sagen hörte:
„Ich danke Ihnen, Fräulein von Brakel. Aber ich glaube — verzeihen Sie, ich glaube, es ist ganz zwecklos. Ich wüßte jedenfalls nicht, was es zwischen uns beiden zu besprechen gäbe. Es tut mir recht leid daß Sie sich vergebens bemüht haben. — Guten Abend!"
In der engen Fernsprechzelle am Hauptbahnhoi legte Marion von Brakel, nach einer Sekunde ver blufften Zögerns, den Hörer auf.
Das hatte sie nicht erwartet! — Und nun zürnte sie sich, daß sie ihrem Impuls gefolgt und In Gör litz — statt nach Berlin weiterzureisen — in den Dresdner Schnellzug umgestiegen war —
(Fortsetzung folgt.)
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