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Freibrief fürs Verschweigen.

Von unserer Berliner Schristleitung.

Diefreie" Presse in den Vereinigten Staaten wird manipuliert, nicht zuletzt mit Hilfe der Juden. Dennoch sitzt Roosevelt- in der Klemme: zwischen sei­nem Bedürfnis nach Verschwiegenheit und der gesetz­lich formalen Pressefreiheit. In einem einzigen Falle kann ihm die Pressefreiheit unangenehm werden: im innerpolitischen Kampf, besonders bei Wahlen. Und für Liesen Fall ist er eben drauf und dran, sich einen Freibrief für das Verschweigen kriegs­wichtiger Tatsachen selbst auszustellen.

Mitte September versenkten die Japaner im Südpazifik den USA. - Flugzeugträger W a s p" mit vier Torpedos. Washington gestand den Verlust nach vier Wochen ein, aber noch vor den Ergänzungswahlen zum Abgeordnetenhaus und Senat. Und nun kommt Roosevelt und erzählt ein frommes Histörchen:Ich gab dem Lärm (gegen die Unterdrückung von Nachrichten von den Kampf­fronten) nach. Dies war mein Fehler. Kurz nach der Bekanntgabe des Flugzeugträgeroerlustes trafen Proteste von den kommandierenden Generalen im Südwestpazifik und von unserem großen Stützpunkt aus Hawai ein, weil die japanische Marine von der Versenkung aller Wahrscheinlichkeit nach nicht unterrichtet war und weil wir den Japanern die Information auf einem silbernen Tablett überreicht hätten."

Roosevelt hat nach seiner Darstellung beinahe Landesverrat geübt, nur um die Presse- und Wahl­freiheit zu schützen. Das erzählt er. Die Wahrheit ist: Die Japaner hatten bereits einen PK.-Berickt veröffentlicht, in dem die Versenkung des USA.« Flugzeugträgers mit großer Lebendigkeit bis in die letzte. Einzelheit geschildert worden war. Dieser PK.-Bericht ist auch durch die deutsche Presse ge­laufen; er wurde über den deutschen Rundfunk gesprochen. Die ganze Welt war im Bilde. Nur Roosevelt bestelltsich Protesttelegramme seiner Ad­mirale: er wil ein Alibi für seine Schweigetaktik haben.

»ll-Doot-Aefahr das ernsteste Problem.^

Stockholm, 19. Nov. (Europapreß.) Auch Cripps süh sich am Mittwoch im Unterhaus ge­nötigt, die U-Boot-Gefahr als da^ ernsteste Pro­blem zu bezeichnen. Ein harter) schwieriger Kampf liege noch vor den Alliierten, bevor sie auch nur die Vorherrschaft in Nordafrika gewinnen könnten, erklärte der Lordsiegelbewahrer. Cripps warnte die Abgeordneten vor einer Unterschätzung der Achsenmächte, die wie er ausdrücklich be­tonte über ausreichende Kräfte für eine.n Gegen st verfügten. Nur durch äußerste Anstrengungen der Alliierten könne dieser Gegenstoß erfolgreich pariert werden,

Veränderungen

in der französischen Regierung.

Vichy, 19. Nov. (Europapreß.) DasJournal Officiel" gibt bekannt, daß Admiral Auphan, Staatssekretär für die Marine, und der Staatssekre­tär für das Verkehrswesen, Gibrat, aus ihren Aemtern a u s s ch e i d e n. An Stelle von Admiral Auphan übernimmt Admiral A b r i a l das Ma­rineministerium. Der Minister für die industrielle Produktion, B i ch e l o n n e, wird das Verkehrs­ministerium mitverwalten. Finanzminister Cathala erweitert sein Ministerium zu einem Ministerium für Finanzen und nationale Wirtschaft.

Rote Terroristen in Algier freigelaffen

Vichy, 19. Nov. (Europapreß.) Wie in Casa­blanca, Rabat und Dran, so wird auch in Algier gegen die P6tain treuen Franzosen mit Terrormaß­nahmen vorgegangen. Die Pariser Presse meldet, daß in Algier sieben französische Offiziere erschos- f en wurden, weil sie sich geweigert hatten, unter den Befehl General Girauds zu treten. Die Er­schießung erfolgte ohne eine Ladung vor das Kriegsgericht. Auf Roosevelts Anordnung wurden Angehörige kommunistischer Terrorgruppen und etwa 900 Mitglieder der berüchtigteninternatio­nalen Brigaden", die im spanischen Bürgerkrieg auf rotspanischer Seite kämpften und seither in Djelfa (Algerien) im Konzentrationslager saßen, freige­lassen.

»Zehn Gebote eines guten Spaniers.«

Madrid, 18. Nov. (Europapreß.)Zehn Ge­bote eines guten Spaniers" für feine Stellung-

Römische Spezialitäten.

Von unserer Li. La.-Berichterstatterin.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rom, November 1942.

In Rom gibt es so unmöglich es auch klingen mag eine Gasse, die den immerhin appetitanregen­den NamenFreßgasse" oderGasse des Genußes" Via della Cuccagna trägt. Die französische Jabel versteht unter dempays de cocagne unser Schlaraffenland. Diese einstige Schlaraffenstraße, in der jetzt nur noch einige Wirtschaften ihr dürftiges Dasein fristen, bildet heute einen dunklen Tunnel, der zur Piazza Navona, Altroms altertümlichem Empfangssalon, führt Am Beginn dieser Gasse, am Corso Vittorio Emanuele, der bei St. Peter aus- mündet, fällt ein Bauwerk durch den vorgewölbten Schwung seiner Linien auf. DieserPalazzo Mas­simo alle Colonne mit seinen schönen Säulen und dem tiefen Durchblick in prächtige Höfe hat auch geschichtliche Bedeutung; denn an dieser Stätte haben zwei Deutsche, Arnold P a n n a r tz und Konrad Schweynheim, einst der päpstlichen Kurie die ersten Folianten gedruckt.

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Lenkt man, vom vielen Schauen all der Sehens­würdigkeiten Roms etwas ermübet, feine Schritte der langgestreckten Piazza Navona zu, so kann man hier eines guten Schlückchens gewiß sein. Behaglich sitzend beim Herrn Mastrantonio, dem dicken Wirt, der mit seinem dröhnenden Baß zwischen zweian sein Volk" gerichteten Reden seinen Gasten oas beste Beispiel gibt, kann man dann beobachten, rote links in dem etwas gedrungenen Palazzo Lancelotti pünktlich um 7 Uhr ein weißhaariger Diener die Fensterläden schließt, oder wie gegenüber die Cara­binieri vor dem langgestreckten Palazzo Doria-Pan- fili patrouillieren. Das heißt, jetzt kann man es nicht mehr, es ist etwas zuviel versprochen, denn vor einiger Zeit ist der dicke, gemütliche Wirt mit seinem Baß zu den Waffen gerufen worden, und er kann nun, mit gutem Beispiel vorangehend, seinen Gästen seine vorzüglichen Weme nicht mehr emp­fehlen. Dafür erfüllt er heute seine vaterländische Pflicht.

nähme zum Krieg zählt ein Flugblatt auf, das von der Leitung der Falange herausgegeben wurde. Die Gehorsamspflicht gegenüber dem Cau­dillo gilt als erstes.Denke daran, daß Spanien und die totalitären Staaten in dieser Stunde ein gemeinsamesZiel haben näm­lich oen Triumph der Gerechtigkeit", heißt es in der Aufzählung der Pflichten eines guten Spaniers weiter. Alsder beste Spanier" wird in dem Flug­blatt der Falange derjenige bezeichnet, der i n Sow­jetrußland kämpft. Die übrigen Gebote er­innern die Spanier an Schädigungen durch den Marxismus, das Judentum und die Freimaurerei und rufen ihm zu:Vergiß nicht, daß für alles Schlechte, das dein Vaterland erdulden mußte, allein -Großbritannien verantwort­lich ift Denke täglich an Gibraltar und schwöre, daß du es wiedergewinnen willst."

Spaniens

militärische Vorsichtsmaßnahmen.

Madrid, 19. Nov. (DNB. Funkspruch.) Unter dem TitelDer wahre Zweck des Mobilisations- gesetzes" schreibt die Madrider ZeitungJnforma- ciones" in einem von amtlicher Seite inspirierten Artikel:Da der Krieg sich uns näherte, konnten wir selbstöerständlich nicht wie -bisher fortfahren, uns hauptsächlich inneren Problemen zu widmen,

Von dem mageren Wirt der gegenüberliegenden, wegen der guten Küche sehr beliebten TrattoriaZu den drei Pforten" kann man dies nun leider nicht behaupten. Wenn auch er diese seine Pforten schlie­ßen mußte, so nicht, um seinem Vaterland zu dienen, sondern weil der Mann mit dem charakteristischen schmalen Römerkopf aus Gewinnsucht gegen die geltenden Vorschriften verstieß. Aber wenn auch der dicke wie der dünne Wirt ihre Pforten schließen mußten, so wird man trotzdem auf einem Platze, den bereits der nicht in allerbestem Andenken stehende Kaiser Domitian dereinst für seine Wasser- schlachten Herrichten ließ, nicht verdursten. Noch heute plätschern hier drei große Brunnen, und auch an Weinschenken herrscht noch immer kein Mangel.

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Die beiden berühmtesten Künstler Roms im 17. Jahrhundert, der Bildhauer Bernini und der Architekt Borromini, waren alles andere als gute Freunde und fügten sich allerhand Schabernack zu. Den besten Beweis ihrer meist in Künstlerfragen sich äußernden Gegnerschaft bildet der Berninische Vierströmebrunnen in der Mitte der Piazza Navona. In der Tat erheben die der Santa Agnese zuge- wendeten Flußgötter \n unverkennbarer Abwehr und Entsetzen die Arme gegen Borrominis Kirchenfront. Ja, einem der Flußgötter hat der spöttische Neapoli­taner Bernini sogar ein Tuch in die Hände gegeben, mit dem dieser schaudernd sein Haupt verhüllt. Ber­nini war als Karikaturist viel zu bedeutend, um nicht die Komik seiner heftig gestikulierenden Meer- greise und des in das Wasser hineinbrüllenden Löwen selbst zu empfinden. Ebenso hatte er auch all die zahlreichen Kunstkritiker der klassizistischen Zeit aus- gelacht. die mit erhobenem Zeigefinger die äftheti» schen Mängel dieses seines Werkes aufzählten. Und gerade, weil 'Bernini diese Komik wollte, hat er auf diesem Platz, auf dem schon einst ein wenig ernst zu nehmender Römerkaiser Wasserschlachten lieferte, diesen ganzen Fastnachtswagen närrischer Gestalten abgeladen. Rom verfügt wirklich über allzu viel ernste Strenge, so daß ein Mann wie Bernini sich diesen feuchten Scherz auf dem Platz des Markt­getriebes und des Volkes wohl erlauben konnte. Daß Bernini sich auf repräsentative Aufgaben ver­sand, hat er u. a. beim Bau der Kolonnaden von St. Peter bewiesen.

so wichtig sie auch sein mögen. Wir sind die einzige Nation in Europa neben Portugal, die nicht mobili­siert hat. Alle anderen haben schon seit fahren mobilisiert einschließlich derer, die dem Kampf fern­bleiben. Die Mobilisierung ändert an der bisherigen Stellung unseres Vaterlandes gar nichts. Es handelt sich im Gegenteil gerade um eine Konsolidie­rung dieser Stellung. Denn die Mobilisie­rung wird die Garantierung unseres FernbleibensvomKampfe zum Hauptziel haben."

Oie Ausbeutung Venezuelas.

Madrid, 19. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Staatspräsident von Venezuela erklärte nach Rück­kehr von einer Besichtigungsreise durch die Petro­leumgebiete von Zulia, daß die dortigen englisch- nordamerkkanischen Gesellschaften zwar die S ch ä tz e b c 5 ß a n?b e 5 ausbeuteten, bar Petroleum jedoch in die Raffinerien oon Curagao ur>b Arraba, den der venezolanischen Küste vorgelagerten ehe­mals holländischen Inseln, schafften und so dem Arbeiter des Landes und der Staatskasse bedeu­tende Einnahmen entzögen. Die Regie­rung von Venezuela habe mit den Gesellschaften Verhandlungen angeknüpft, um ipit Nachdruck die Errichtung von Raffinerien in Venezuela selbst zu betreiben.

Der Tag senkt sich. Der weißhaarige Diener des Fürsten Lancelotti hat längst die Fensterläden des niedrigen Palastes geschlossen. Plötzlich sieht man erstaunten Auges deutsche Soldaten in Khakiunisorm aus dem dunklen Tunnel der Via della Cuccagna hervortreten. Sie stutzen erst ein wenig, gehen dann aber auf die Mitte des Platzes zu, und man sieht sie bann, lachend und scherzend über dieentsetzten" Brunnenfiguren, Gesicht und Arme in das 'kühle Naß tauchen. Im heißen Afrika wird sich bann sicher mancher von ihnen gern an ben Kühle sperrenden Brunnen auf der Piazza Navona in Rom erinnern.

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Nicht nur der berühmte Bildhauer Bernini mit seinenentsetzten" Brunnenfiguren auf der Piazza Navona in Rom, nein, auch andere humorliebende Künstler erlaubten sich in ihrer architektonischen Sprache Seitenhiebe auf die Zeit. Warum sollte ein Papst Pius VI. nicht aus einer Barbierfamilie stam­men? Gewiß, offen brachte, man das nicht zum Aus­druck, aber durch einen etwas boshaften Scherz eines Künstlers ließen sich doch an der unter Papst Dius VI. im Jahre 1546 nach einem Entwurf Michelangelos erbauten Porta Pia so leicht und so gut Ornamente anbringen, die ein Missendes Auge und ein in feiner Zeit sich auskennender Geist so­fort als drei Rasierbecken mit einem Stück Seife darin und einem barumgelegten fransenverzierten Hanbtuch erkennen ließen. Eine jener amüsanten barocken Spielereien, benen man in Rom so häufig begegnet ...

Düchersisch.

Ludwig Anzengruber, der große öster­reichische Volksdichter, ist vor allem durch seine Dra­men bekannt geworden. Und doch strahlt bfe gleiche unmittelbare Kraft enger Verbundenheit mit der Gedankenwelt ostmärkischen Bauerntums auch aus seinem erzählenden Werk. Sein erster großer Bo­manD e r Schandfleck" ist neu in der SammlungDer Zauberspiegel" des Verlages Rüt- ten und ßoening in Potsdayr erschienen. Anzen­gruber entstammte zwar einem alten österreichischen Bauerngeschlecht, aber er war geborener Groß­städter und hat nach einigen Wanberjahren als

Oas Oattettand Tunis.

Tunesien hat seineSpezialitäten". Die Datteln kommen zu einem guten Teil aus Tunis; daneben auch die Schwämme, die unsere Abcschützen zum Reinigen der Schiefertafel benutzen. Tunis gehört zu den südlichen ßänbern, die von der Natur recht begünstigt sind. Seiner Fläche nach kommt es drei preußischen Provinzen, Sachsen, Brandenburg und Pommern, gleich und ist zu einem guten Drittel landwirtschaftlich nutzbar. Das ist für afrikanische oder vorderasiatische Verhältnisse sehr viel, wenn wir uns erinnern, daß von der Fläche Syriens z. B. nur ein Zehntel nutzbares ßanb ist. Der An­bau richtet sich nach den Niederschlagsmengen, die an der Küste recht erheblich sind und in die Zeit von Oktober bis April fallen, in dem gebirgigen ßartbesinnern aber immer mehr abnehmen. Im Norden des ßandes, also etwa in der Nähe der jetzt vielgenannten Hafenstadt Bizerta, herrscht der Acker- und Gemüsebau vor, weiter südlich, beson­ders in der Umgebung von Tunis, stehen 19 Mil­lionen Delbäume, die alljährlich 300 000 bis 500 000 Hektoliter. Del ergeben; auch Weinbau wird getrie? ben. Im Süden gedeiht die Dattelpalme und an den Rändern der salzigen Binnenseen wird eine Art Schilf, das Halfagras gemäht, aus dem ein Luxus- papier hergestellt wird. An den Berghängen finden sich große Bestände der wertvollen Korkeiche. Seit undenklichen Zeiten wird die Küstenfischerei auf ben Tunfisch und eine Krebsart, die Langusten, sowie auf Schwämme betrieben; daneben werden auch Sardinen und Sardellen gefangen, wenn sie zur 1 Laichzeit in dichten Scharen an die Küste kommen. In ben letzten Jahrzehnten sind große Phosphat­lager in den Hochsteppep des Landesinneren er­schlossen worden, während die Vorkommen an Eisen-, Blei- und Zinkerzen küstennäher. liegen. Frankreich übt feit dem 12. Mai 1881 in Form eines Protektorats die Regierungsgewalt in Tunis aus uni) unterhielt vor diesem Kriege etwa $7 000 Mann Landtruppen und eine Marinediyiswn von 5000 Seesoldaten»

rat in Ekstase und brüllt nur immer:Das^Haut hin! Er brennt, er stürzt, er qualmt!" und hätte wahrscheinlich noch eine Zeitlang so weitergeschrien, wäre ihm nicht der Beobachter unwirsch mit der Mahnung dazwischen gefahren:Hoffentlich hältst du bald die Schnüß dahinten und achtest auf neue Angriffe!" Der Verband hat die Wolga erreicht, und die Jäger schwirren ab. Noch einmal kommt es lakonisch aus dem Funkersitz:Die haben die Schnauze voll." Durch die Maschinen zieht süß­licher Pulverdunst.

Vor fünf Tagen flogen mir diesen Angriff auf Eisenbahnen viele Kilometer östlich Sta* l i n g r a b. Seitdem sind wir an jedem Tag zu mehr als einem solchen Einsatz gestartet. Es sind keine leichten Tage gewesen, und in vielen tausend kleinen Geschossen ist der Tod an ben Männern vor­beigezischt, weiter und näher, oft nur um bie Breite einer Hand, und ist hinabgesunken in die modrige Steppe. Es muß den sowjetischen Fliegern un­erklärlich Vorkommen: sie, die modernsten sowjetischen Jäger, die so siegessicher aufstiegen, 'die so viel schneller sind als wir, kehren mit Verlusten beim, ohne daß sie auch nur das mindeste ausrichten konnten. Ein besseres Beispiel für die restlose Be­herrschung eines Luftraumes läßt sich nicht brin­gen, rls es die deutschen Kampfflieger an der Front von Stalingrad gaben: Kämpfer schießen Jäger ab!

ßin Unterseeboot Kommandant mit dem Eichenlaub ausgeze chnet. Berlin, 18.3lot>. (DRB.) Der Führer verlieh dem Korvettenkapitän Karl Friedrich Merten, Kommandant eines Unterseebootes, als 147. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritter­kreuz. Merten wurde 1905 in Pofen geboren und trat 1926 in die Kriegsmarine ein. Seit Mai 1940 steht er auf Unterseebooten in der Front. Er ver­senkte 28 Schifft mit 191 305 BRT. und eine Kor- vette und t-rpedierte einen 8000 BRT. großen Frachter aus einem stark gesicherten Gelettzug.

Oie Tagung der Deutschen Arbeitsfront

Auf der Arbeitstagung der DAF. verglich Staats- 1 sekretär Generalfeldmarschall Milch die gesteiger­ten Leistungen der Rüstungswirtschaft mit benx Heldentaten unserer kämpfenden Truppen. Die gleiche eiserne Disziplin und der eiserne Wille wie in der deutschen Wehrmacht beseele auch die deut» Schauspieler die Stadt Wien nicht verlassen. Trotz« dem wurde das Dorf die Welt seiner Dramen wie seiner Romane, und seine Bauern wurden Menschen von Fleisch und Blut, hart, herbe und wortkarg, wie die ernste Landschaft her Voraipen und ihre bäuerliche Arbeit sie geschaffen haben. DerSchand­fleck" ist das Mädchen, das einem Fehltritt der Bäuerin ihr Dasein verdankt, aber in dem Bauern, der von dem Dichter mit großartiger Charakteri­sierungskunst gezeichnet ist, einen wahren Vater findet, der sie zu einer aufrichtigen, lebenstüchtigen Frau erzieht. Durch alle Wirrnisse findet sie ihren Weg und ihre Lebensaufgabe an der Seite eines braven Mannes als Bäuerin auf einem mit behag­licher Breite geschilderten schönen Hof. Anzengrubers Kunst ist der Maßstab für wahre Heimatdichtung, ein Prädikat, mit dessen Verleihung man nicht spar­sam genug sein kann. Fr. W. Lange.

Anton Schnack: Jugendlegende. 111 Seiten. Eugen Händle Verlag Mühlacker. Anton Schnack, der im Sommer 50 Jahre alt wurde, hat sich und uns ein kleines Buch auf ben Geburtstagstisch gelegt. In biefem schmalen Bänd­chen sind eine Anzahl jener kleinen Erzählungen - vereinigt, deren wir im Laufe der Jahre eine ganze Reihe an dieser Stelle veröffentlicht haben, und in denen er auf die unverwechselbar gewordene Weiss seiner Betrachtung der Dinge von feiner Herkunft und seiner mainfränkischen Heimat berichtet. Es ist ein Buch der Erinnerung an ein verschollenes Pa­radies, erfüllt von Glück und Trauer, von Aben» teuern und Träumen der Kindheit, vom Duft und Glanz und Reichtum einer gesegneten deutschen Landschaft, aus der dem Werke des Mannes Anton Schnack noch heute bie besten und ganz unerschöpf­lichen Kräfte zuströmen.Ausgewachsen in Fran» ken", heißen etwa die kleinen Geschichten,Der Mainschlepper",Der fränkische Blumengarten" oderDie Feuertaufe"; von den feurigen Männern gel)t hier die Rede, vom verschollenen Onkel, von längst verstorbenen Schulkameraden und von den ersten Klavierstücken der Kinderzeit, auch vom ersten Kuß und vom Mädchen Katharina: dies alles fügt sich zusammen zu einer bezaubernden, kleinen, romantischen Symphonie, deren leiser Mu­sikalität und bereit eigentümlichem Aroma sich kaum ein Leser wird entziehen können. Hans Thyrioi

Kampfflieger schießen Läger ab.

Von Kriegsberichter Dieter Tiemann.

PK.Feindliche Jäger von hinten rechts unten!" Ganz dicht schließt der deutsche Verband auf, staf­felt sich in die Höhe. Das ist ärgerlich, verdammt ärgerlich! Daß die Sowjets angreifen würden, war klar, aber ein paar Minuten hätten sie ruhig noch warten dürfen, wenigstens so lange, bis die Bom­ben im Ziel waren. Nun würden sie natürlich den gezielten Abwurf zu stören versuchen, und die Er­füllung des Aufttages würde schwieriger. Doch un­berührt von der plötzlich aufgetauchten Gefahr suchen die Augen der Flugzeugführer und Beob­achter die Bahnstrecke ab, über der sie entlang­fliegen. Für die beiden Männer vorn in der Ma­schine sind die Jäger, die jetzt hinten auf beiden Seiten den Verband flankieren, gdr nicht vorhan­den. Sie in Schach zu halten, bis der Auftrag er­füllt ist, ist Ausgabe der Bordschützen und des Fun­kers im Heck.

Vorn am Knüppel und über der Karte sitzen alte Kampfflieger, und auch hinter den Bord-Maschinen­gewehren liegt mancher Schütze, der schon dabei war, als das erste deutsche Kampfgeschwader aufge­stellt wurde. Das sind die Alten, die Ruhigen, die den Jungen, für bie bas heutige Gefecht vielleicht die erste harte Feuerprobe werden wird, die Sicher­heit und das Vertrauen geben. Denn glaubt doch nicht, daß jeder gleich ein Held wäre, und daß nicht manchem ein klein wenig anders zumut wird, wenn er sich angesichts eines Pulks von angreifen­den Jägern überlegt, daß jede dieser kleinen blitz­schnellen Maschinen aus mindestens vier Rohren zugleich feuert! Kein allzu sympathischer Gedanve. Zwar hat man solche Betrachtungen anzustellen glücklicherweise nicht mehr die nötige Zeit. Immer­hin wirkt es beruhigend, wenn man durch die Eigenverständigung die gelassenen Anweisungen des Beobachters an den Flugzeugführer hört:Noch ein wenig nach links, ja, noch ein Jdeechen nach links, so, jetzt haut's hin. Ich werfe, Bomben rrraus!" Nein, der Verband läßt sich durchaus nicht stören, feine Bomben sicher ins Ziel zu bringen. Ruhig, diszipliniert, fast -exerzierrnäßig vollzieht sich jede feiner Bewegungen.

Haben sich anfänglich die Jäger aus größerer Entfernung feuernd an den Verband gehängt, so greifen sie jetzt von allen Seiten blitzartig vor- stoßend an. Zu dritt, zu viert stürzen sie sich auf eine Maschine, preschen heran, drehen ab, ziehen hoch, stürzen und fliegen erneut an. Es sind. Augen­blicke, in denen jedes zögernde Ueberiegen zum Ver­hängnis werden kann. Jetzt heißt es nur: feuern, feuern, sich wie ein Igel nach allen Seiten gleich­zeitig wehren und dabei doch ruhig genug bleiben, jeden neuen Anflug der Gegner sofort klar durchzu­geben, sofort zu melden, wenn eine angreifende Maschine den Wirkungsbereich des eigenen Ma­schinengewehrs verläßt, damit ein anderer Schütze sie unter Feuer nehmen kann.

Don rechts hinten prescht ein Jäger in schnellem Zickzack heran, zieht in steilem Anflug hoch auf die mittlere Maschine der Kette zu. Aus den Boden-

wannen der beiden Kettenhunde flitzen weiße Kon­densfäden, und der Bordmechaniker des Kettenfüh­rers setzt dem Angreifer den ersten Feuerstoß vor den schlanken Bug, schickt einen zweiten in ver­besserter Auslage hinterdrein, will die dritte Garbe lassenden, verflucht, der Feuerstoß bleibt aus, Hemmung. Herrgottsakrament! Durchladen, ab­ziehen wieder Hemmung! Nun steh mir bei! In Gedankenschnelle Trommel ab, Werkzeug aus der Bordtasche. Mit hastigen Griffen reißt er das ge­stauchte Geschoß durch den Trommelhalter aus dem Lauf und schielt dabei mit einem Auge auf den Jäger. Gott sei Dank hat der die Chancen nicht er­kannt, hat hochgezogen und befindet sich nun im Wirkungsbereich des Funkers, dessen Maschinenge­wehr nun wie rasend loshämmert.

Dem Mann in der Wonne bleibt indessen keine Zeit zur Ueberiegung. Er hat die Wirkung der Bomben beobachtet, die beiden roten, schwarz qual­menden Brandherde auf dem Zug gesehen, die sich schnell nach vorn und hinten weiterfraßen, und hat diesen Erfolg dem Kornmandanten gemeldet. Dabei hat er die tiäger im Auge behalten müssen, die sich wieder auf beiden Seiten herangepirscht haben, um plötzlich losschnellend die Maschinen anzuspringen.

Das sind keine müden, langsamen Batas mehr wie zu Beginn des Krieges. Die Burschen hier sind verteufelt schnell in ihren Anflügen und haben, seit­dem sie dieSpitzmaus" fliegen, allerlei dazu ge­lernt. Freilich noch längst nicht genug, denn gute zehn Minuten hängen sie schon hinter uns, ohne einen Erfolg erzielt zu haben. Da wird einer von ihnen verzweifelt kühn. In rasendem Messerflug jagt er heran, und vor seinen Flächen glitzert es, als sprängen elektrische Funken, als er im Rücken­flug abdrehend schießt. Der Schütze, der an den Settensenstern der deutschen Kampfmaschine stehend vergeblich versucht, ihn ins Schußfeld zu bekommen, zieht instinktiv den Bauch ein, als er das züngelnde Flimmern vor den Bordwaffen des Angreifers sieht. Bah, das ist noch, mal daneben gegangen!" er strafft sich wieder hoch und hört über sich das Ma­schinengewehr im Funkersitz hämmern.

Doch der Sowjet will sich nicht abwimmeln lassen. Er setzt zu neuem Angriff an, und nun ereilt ihn sein Schicksal. Aus den Seitenfenstern und den Bodenwannen der Kette hageln glühende Garben in Motor und Rumpf des Angreifer, der es wagte, bis atif Rammnähe heranzukommen. Steil zieht er hoch und versucht noch einmal, die Maschine zu fangen, ehe er, eine rostrote Brandschleppe hinter sich herziehend, zur Erde stürzt. Wie Blutflecken leuchten die Sowjetsterne auf seinen Flächen, wei­ßer Rauch zeichnet seinen Weg.

Der hat genug", kommt es befriedigt und ge­lassen aus dem Funkersitz, der kleine Mechaniker hebt das von Staub und Schweiß verschmierte Gesicht und ist noch zu aufgeregt, um ein richtiges Lachen herauszubekommen. Der neue Schütze aber, der heute feine Feuertaufe empfängt und gerade eben ben feindlichen Jäger vom Himmel fallen sieht, ge-

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