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<92. Jahrgang Nr. 221

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® 4*. G Samstag, <9. /Sonntag, 20. September <942

Gietzener Anzeiger

Die Lustwaffe im Kampf um Stalingrad

des

und

3n harten Straßenkämpfen stößt der deutsche Angriff in das Stadtinnere Statingrads vor.

gegen Flugplätze im rückwärtigen Gebiet Feindes.

Südostwärts des Ilmensees und südlich Ladogasees brachen wiederholte örtliche griffe stärkerer feindlicher Kräfte verlustreich sammen.

Die Sowjetluftwaffe verlor am 16.

des An-

ZU-

über das Schlachtfeld zieht, die genaue Beobachtung. Seit zwei Tagen hat auch der Regen eingesetzt, der langsam den Boden, vor " ~

17. September 146 Flugzeuge. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt.

Tag- und Nachtangriffe deutscher Kampfflugzeuge richteten sich gegen kriegswichtige Anlagen in S ü d- und Ost eng land. 3m Kanal wurde ein briti- sches Dorposlenboot durch Bombentreffer versenkt. Marineartillerie schoß zwei britische Flugzeuge ab. Vorstoß in die Bucht von Gibraltar.

Rom, 18. Sept. (DRB.) Der italienische Wehr- Machtbericht vom Freitag meldet, daß Sturm- rampfmittel der Marine in die Bucht von Gibraltar eindrangen und dort den DampferRa- vena Point" versenkten. In einer vorangegangenen Aktion beschädigten andere Sturmkampfmittel in der gleichen Bucht die DampferMeta",Shunds",

kommissar nach Kanada ging, wurde Ronald Croß in der gleichen Eigenschaft nach A u st r a l i e n ge- chickt. Croß war ein typischer Vertreter der jünge­ren Generation konservativer Politiker. Rach vier­jährigem Frontdienst im vorigen Krieg war er als Kaufmann und Bankier tätig. 1931 erschien er im Unterhaus, wo er sich bald zum Parteigänger Cham­berlains entwickelte. Dieser machte ihn im Sep­tember 1939 zum Minister für Wirtschaftskriegfüh­rung. Wenn Croß beim Sturz Chamberlains nicht einfach verabschiedet, sondern auf das ehrenvolle Nebengleis der Diplomatie abgeschoben wurde, so verdankt er das wahrscheinlich seinen guten Be­ziehungen in seiner Partei. Seine Zukunftschancen werden sich ebenso wie diejenigen Hoares nach dem

Berlin, 18. Sept. (DNB.) Im planmäßigen Fortgang der Schlacht um Stalingrad wurden die Bolschewisten trotz erbitterten Widerstandes weiter in das Stadtinnere zurückgeworfen. Die harten Häu- ferkämp'fe dauerten auch am 17. 9. an. Ueber Schutt und Trümmerhaufen von Häusern, über zusammen­geschossene feindliche Panzerkampfwagen und zer­störte Artilleriestellungen oder Feldbefestigungen stößt der deutsche Angriff weiter in das Stadt- innere vor. Nach allen Seiten müssen die deutschen Infanteristen und Pioniere wachsam sein und sichern, denn von den Dächern und den Ruinen der Häuser lauert hinterhältig der Feind. Dazu erschwert ein dicker Rauch, der von den brennenden Häusern

wege bei Tag und Nacht angegriffen. In rücksichts­losem Einsatz brachten Verbände der Flak­artillerie den deutschen Truppen durch die Ver­nichtung von zwei Eisenbahngeschützen, die die deut­schen Angriffsspitzen von der Flanke her bedrohten, wesentliche Entlastung. Nahkam pf-Fliege r- verbände führten wuchtige Schläge gegen die bolschewistischen Widerstanüszentren im inneren Stadtgebiet. Zahlreiche zu Bunkern ausgebaute Häuser wurden durch Bombenvolltreffer zerstört. Mehrere Oelbehälter und ein aus hundert Wagen bestehender Betriebsstoffzug gingen in Flammen auf. Unermüdlich angreifende Iagdverbände schossen 49 Flugzeuge ab. Fünf weitere wurden durch Flakartillerie zum Absturz gebracht.

Bolschewistische Stellung an der Terek-Front durchstoßen.

Berlin, 18. Sept. (DNB.) Panzerverbände durchstießen an der Terekfront am 17. September in umfassenden Angriff die bolschewistische Stellungs­linie. In harten Kämpfen arbeiteten sich die Panzer- kampfwagen bis in den Rücken einer feindlichen Kräftegruppe vor, rollten sie auf und vernichteten sie. Die Bolschewisten setzten am Nachmittag meh­rere Gegenstöße an, die aber sämtlich abgewiesen wurden. Zerstörerflugzeuge griffen kurz vor den Panzerspitzen bolschewistische Kräftegruppen an, die sich zu neuem Widerstand festzusetzen versuchten. Durch Bomben und Bordwaffenbeschuß brachten die deutschen Flugzeuge mehrere mit Munition und Treibstoff beladene Kraftfahrzeuge zur Explosion und zersprengten feindliche Truppenbereitstellungen.

egen eingesetzt, der allem die Nachschubwege,

künftigen Einfluß der Partei bestimmen. Aus eigener Kraft dürste ihm eine Rückkehr in die Politik kaum gelingen.

Kampf um Cripps m London.

Stockholm, 18. Sept. (Europapreß.) In Lon­don scheint es zu einer Krise um Stafford Cripps gekommen zu sein. WieSvenska Morgenbladet" meldet, seien Bemühungen konservativer Kreise im Gange, um Stafford Cripps aus der Regie­rung zu verdrängen, ober ihn zumindest von seinem Posten als Führer des Unterhauses zu be­seitigen. Das Blatt spricht davon, daß diese Krise um Cripps hinter den Kulissen mit großer Erbitte­rung abgekämpft werde. Die Gegner des Groß­siegelbewahrers erklärten, Cripps genieße nicht mehr das Vertrauen des Unterhauses. Auch viele konser­vative Unterhausmitglieder, selbst Abgeordnete der Labour-Partn, seien der Meinung, daß Crippsin vielen Beziehungen" versagt habe.

in Dreck und Schlamm verwandelt. Infanteristen, Pioniere, Panzergrenadiere und Panzerjäger kämp­fen sich trotz allem gegen den verzweifelt Widerstand leistenden Feind weiter vor. Bei diesen Kämpfen muh man das Stadtbild von Stalingrad, das sich in einer Läbgenausdehnung von rund 35 Kilometer hinzieht, berücksichtigen. Ein am 16.9. genommenes Schluchtengelände an einem Neben­fluß der Wolga wurde von versprengten bolsche­wistischer: Kräften gesäubert.

In die Kämpfe deutscher Stoßtrupps, die mit Handgranaten und blanker Waffe Straßenzug um Straßenzug säuberten, griffen Kampf- und Sturzkampfverbände mit nachhaltiger Wirkung ein. Bahnhofsanlagen, Wassertürme, ver­barrikadierte Häuser und Fabrikanlagen wurden mit Bomben aller Kaljber sturmreif gemacht und im Hinterland Truppenansammlungen und Nachschub-

flogen gleichzeitig die Stukas und darüber die Kampfoerbände. Oft sei es so gewesen, daß die Rauchwolken, die sich über der Stadt erhoben, den Einsatz der Luftwaffe erschwerten, weil das Ziel nicht mehr genau ausgemacht werden konnte. Der Flieger wußte nicht, was in dem Oelqualm alles herumflog, dicht nebeneinander stürzten Stukas, sausten Schlachtflieger und Jäger vorbei. Dem Feind sei im wesentlichen nur die Nacht überlassen wor­den, wo er, wie früher bei Woronesch und ähnlichen Punkten, mit verhältnismäßig langsamen Maschi­nen herüberkam und vorwiegend die Donbrücken zu treffen versuchte.

Oer Wehnnachtberichi.

DNB. Aus dem F ü h r c r tj a u p f q u a r f i e r, 18. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am Terek vernichteten deutsche Panzerverbände, von Zerstörerflugzeugen unterstützt, durch umfassen­den Angriff die Waffe von zwei feindlichen Ba­taillonen und erbeuteten 41 Geschütze.

3m Kampf um Stalingrad wurden in erbit­terten Kämpfen in enger Zusammenarbeit von Heer und Luftwaffe weitere Erfolge erzielt.

Erneute Angriffe des Feindes gegen den Brücken­kopf von Woronesch wurden unter blutigen Ver­lusten abgewiesen. Seit dem 15. September wurden in diesem Raum 91 Sowjetpanzer- ver­nichtet. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich

Diplomatisch kattgestellt

Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.

Stockholm, September 1942.

.Für die Ausschaltung unliebsam gewordener Mi­nister gibt es viele Methoden, und nicht jeder kann einfach aus seinem Amt entlassen werden. Es ist daher früher in England manchmal der Weg der diplomatischen Kaltstellung gewählt worden, welcher zugleich ehrenvoll ist und die spätere Rück­kehr ins politische Leben nicht ausschließt. Diese Me­thode ist besonders beliebt gegenüber Männern, die auf Grund ihres parteipolitischen oder persönlichen Ansehens zu mächtig sind, als daß man sie sang- und klanglos gehen lassen konnte. Churchill hat sich dieser Methode in 2XA Jahren seiner Regie­rungszeit besonders gern und häufig bedient.

Die beiden bekanntesten Fälle sind Sir Samuel Hoare und Lard Halifax. Daß sie beide das Schicksal der diplomatischen Kaltstellung erlebt haben, ist auch deshalb bemerkenswert, weil diese beiden Männer von jung an merkwürdig gleichartige Schick­sale gehabt haben. Sie sind fast gleichaltrig. Der 62jährige Baronet Sir Samuel Hoare ist nur ein Jahr älter als Viscount Halifax. Der eine besuchte Harrow, der andere Eton, aber schon in Oxford trafen sie zusammen. Beide zeichneten sich durch (wissenschaftliche Leistungen aus. Im Jahre 1909 hei­rateten beide Frauen aus dem Hochadel. Im nächsten Jahr traten beide ins Unterhaus ein.

Nach dem Krieg, an welchem Halifax länger und an gefährdeteren Stellen als Hoare teilnahm, avan­cierten beide schnell auf der politischen Stufenleiter und übernahmen gleichzeitig 1922 die Leitung eines Ministeriums. Beide haben während ihrer langen ministeriellen Laufbahn sechs Ressorts verwaltet. Eine Abweichung brachte lediglich die Ernennung von Halifax zum Dizekönig von Indien im Jahre 1926, doch kamen die beiden nach seiner Rückkehr nach England wieder rasch ins gleiche Gleis. Die letzten 1% Jahre vor dem Kriege leiteten Halifax als Außenminister und Hoare als Innen­minister die beiden angesehensten Aemter im Kabinett und standen damit beide auf einem der drei Sprungbretter, von denen aus man in Eng­land auf den Posten des Premierministers zu ge­langen pflegt. Das dritte und sicherste Sprungbrett, das Amt des Schatzkanzlers, haben beide trotz ihrer langen Ministerlaufbahn allerdings nie erreicht. Im Jahre 1940 wurden beide Männer a u f B 0 t s ch a f - terposten abgeschoben. Hoare ging nach Madrid und Halifax nach Washington. Beide werden seither von Gerüchten begleitet, die von ihrem endgültigen Ausscheiden aus dem öffent­lichen Leben wissen wollen. Doch hat ihr Behar­rungsvermögen bisher die Gerüchte und die ihnen zugrunde liegenden Bestrebungen überwunden.

Die Frage nach der Möglichkeit einer Rückkehr dieser beiden Männer in die Politik ist nicht ganz einfach zu beantworten. Beiden ist vor und nach Kriegsausbruch der Vorwurf gemacht worden, sie seien Gefolgsleute Chamberlains undMänner von München" gewesen. Dieser Vorwurf ist allerdings nur teilweise berechtigt. Samuel Hoare hat während des letzten Jahrzehnts nur den Ehr- . geiz gehabt, das Amt des Premierministers zu er­reichen. Er hat daher versucht, sich innerhalb der Konservativen Partei eine möglichst starke Stellung zu schaffen und sich die Gunst des Parteiführers nicht zu verscherzen. Insofern war er Chamberlains Ge­folgsmann nicht mehr ober weniger als Baldwin. Allerdings verweisen seine Gegner auf den H 0 ar e - Laval-Plan, mit welchem Haare als Außen­minister im Jahre 1935 eine frühzeitige Beilegung des Abessinien-Konflikts anstrebte, als auf einen Beweis dafür, daß Hoare schon früher zu den Appeasers, den Anhängern friedlicher Ausgleichs- Methoden, gehört habe. Trotzdem ist Hoares Einfluß in der Konservativen Partei noch heute beträchtlich.

Lord Halifax ist im eigentlichen Sinne des Wortes niemals ein Parteimann gewesen sondern hat seine Karriere haupffächlich feiner Persönlichkeit zu verdanken. Seine Methoden waren oft ganz um ckthodox, besonders während seiner Amtszeit n Indien. Ob persönlicher Ehrgeiz ober em nicht ju- letzt in religiösen Überzeugungen wurzelndes Pflichtgefühl bie Veranlassung zu seiner politischen Tätigkeit gewesen sinb, ist heute noch nicht ganz ! klar. Gebrangt hat er sich zu keinem Amt, doch hat er auch keines abgelehnt, wenn es 'hm angeboten würbe. Vor bem Krieg würbe er mehrfach als Nach­folger Chamberlains genannt. Der Krieg hat es nicht dazu kommen lassen. Inzwischen ift aber u » in welcher Halifax aufgewachsen und zuHause war, schon so weit zerstört worben unb im übrigen zum | Untergang verurteilt, baß es nicht glaubhaft er- scheint, baß er noch einmal eine maßgebliche Roll ^Zwei^and^re Männer haben bas Schlcksal, auf 1 diplomatische Posten abgeschoben zu werben, geteilt, doch erscheinen sie neben bem 'wnier noch leuchtenden Glanz der Namen Hoare und Halifax als: 6terne dritter unb vierter Ordnung Der eine -st Malcolm Macbonald ber begabte Sohn eines begapien Katers. 3m Schatten dieses Vaters hatte der S^hn iS nicht leicht. Als er 1935 mit nur 34 3 H !e5 lonialminifter wurde, sagten °'°le er habe dieft timt nur seines Vaters wegen erhalten, e n Vor tnurf übrigens, den man konservativen .

Söhnen großer Familien nicht SU machen pflegte. Menfatls hat der junge MaedonaW sehr b° »

- zeigt, daß er den ihm anvertrauten Volten «ussullen tonnte. Drei Jahre war er Kolon alm mster und »ter weitere Jahre hat er als Minister für die Do ninions die interimperialen Beziehungen S-ps^S, imh nnrh Ansicht vieler Staatsmänner m den TW

- minions auch gefördert Als Churchill ihn .m Jahre . 1940 wahrscheinlich auch wegen seiner-ng-n ! Zusammenarbeit mit Chamberlain - taltfteUt , schickte er ihn immerhin mcht m d'° Wüste, sondern Cis britischen Oberkomnussar nach Kanada

| damit auf ein Nebengleis, von welchem die Rückkehr T Äm Macdonald als Ober.

Berlin, 18. Sept. (DNB.) Der soeben von der Front in unb um Stalingrad gekommene Ober­leutnant Ti dick entwarf vor Pressevertretern ein eindrucksvolles Bild ber Kämpfe. Nachbem ein Brückenkopf über den Don geschlagen worben war unb bie Panzer zur Wolga burchstießen, hätten bie Kampfverbänbe ihre Bomben auf bie Stabt, auf die Verteidigungsanlagen unb Feldbefestigungen geworfen. Die Stukaverbände flogen in den un­mittelbar vor den Panzern liegenden Raum und beseitigten die Widerstandsnester. Die Zerstörerver- bände behackten die gegnerische Infanterie, die in zahllosen Löchern lag. Es sei schwer, Infanterie in solchen Löchern durch Bomben allein zu ver­nichten. Wohl aber hätten sich die Schlachtflieger dabei unendlich verdient gemacht.

Es fei Platz genug, Hunderte von Flug­plätzen anzulegen, denn die Steppe fei zum größten Teil vollkommen eben. Das trockene Step­pengras und das Wermutkraut gebe ihr bas Ge­präge, es fei so trocken, daß es sich leicht entzünde. Wenn man fliege, sehe man oft drei Steppertbränbe, die sich irgendwo mit rasender Geschwindigkeit im Gelände bewegten. Das Klima habe sich recht un­angenehm ausgewirkt. Einer Tagestemperatur bis zu 45 Grad im Schatten standen sogar im Juli Nachtfröste gegenüber. Wie auf einem Teller spielten sich von oben gesehen bie Panzerschlachten ab. Als der erste Vorstoß zur Wolga geglückt war, setzten bereits in der gleichen Nacht die Kampfver­bände ihre Bombenangriffe an; 48 Stunden lang habe Stalingrad unter bem rollenden Einsatz ber Luftwaffe gelegen. Bei der engen Zusammenarbeit mit bem Heer komme es in hohem Maße auf die Aufklärer an, die unmittelbar mit ben Erb- truppen Zusammenarbeiten. Er sei bei einer Nah­aufklärertruppe geflogen, die den Vortell habe, bis 300 unb 400 Meter und auch noch tiefer eingesetzt zu werden. Die Aufklärer standen durch Funkspruch in Verbindung mit ben Panzern. Wenn ber Auf­klärer eine sowjetische Panzeransammlung in grö­ßerer Stärke festgestellt habe, die infolge der Ge­ländebeschaffenheit unseren Panzern noch nicht sicht­bar sein konnte, so führte er unsere Panzer heran, i m bie feindlichen überraschend angreifen zu können. Die sowjetische Luftwaffe habe sich, nachbem sie eine Woche vor dem ersten Schlag ber Luftwaffe An­griffe auf deutsche Flugplätze versucht, blutige Köpfe geholt. Hierbei sei der größte Teil der angreifenden Flugzeuge verloren gegangen.

Dor etwa einer Woche hätten die Bolschewisten sehr starke Luftwaffenkräfte nachgeschoben, unb zwar übermiegenb Jäger. Dennoch beherrsche die beuffche Luftwaffe den Luftraum. Unmittelbar über ben Panzern, bie im Kampf standen, flogen bie Zerstörer und Schlachtflugzeuge, warfen Bom­ben und schossen mit ihren Bordwaffen. In der Hohe darüber klebte der »-Aufklärer, über diesem

9er Weg nach Stalingrad.

Als der linke Angriffsflügel des zur Offensive angetretenen Südabschnittes der deutschen Ostfront nach dem Durchbruch zwischen Charkow und Kursk über Oskol unb mittleren Don vorstieß unb bann mit dem Drehpunkt Woronesch- aus ber bisherigen Ostrichtung nach Süben herumschwenkte, wurde sein operatives Ziel bas große Wolgaknie bei Stalin- grab, bas bamals noch gleichsam bas Scharnier war zwischen ben durch den deutschen Offensivvor­stoß in Bewegung geratenen unb nun auf ben Unter­lauf des Don zurückgeworfenen, ursprünglich selbst zum Angriff bestimmten ©Übarmeen Timoschenkos unb ber übrigen riesigen Front. Aus biefer Lage ergab sich für ben linken beutschen Angriffsflügel nach Erreichung bes großen Donbogens, ber westlich von Stalingrab den Fluß auf 60 Kilometer an die Wolga heranführt, die Notwendigkeit des Verhal­tens, bis es ber über ben unteren Don Dorftürmen- ben Mitte ber beutschen Offensivarmeen gelungen war, bie Sowjetfront zu zerreißen. Mit bem Durch- schneiben ber Eifenbahnstrecke StalingrabKrasno­dar unb dem Dorprellen Schneller Derbände zwi­schen Sal unb Manytsch auf Elista, bie Hauptstabt ber Kalmücken-Republik, war diese Trennung voll­zogen. Deif linke Flügel ber Sowjetfront war ab­gehängt unb würbe in weiteren erbitterten Kämpfen in bieVorberge besNorbkaukasus zurückgeworfen. Das Wolgaknie hatte bamit feine Aufgabe als Scharnier ber Sowjetfronten verloren unb war nun zum Eck­pfeiler der in der Linie des Winterfelbzuges ftehen- gebliebenen, sich über fast 2000 km von Norbwesten nach Sübosten behnenben Front geworben. Seine stra­tegische Bebeutung für bie Sowjets lag nun einmal in biefer neuen Rolle, zum anbern in ber Möglichkeit, aus bem Wolgaknie nach Sübwesten vorbrechenb, ben im Kaukasus kämpfenden und an bie Ufer bes Afowfchen unb Schwarzen Meeres eilenben beutschen Armeen in ben Rücken zu fallen. Zu ihrer Rücken- beckung nahm baher ber linke Flügel ber über ben Don gestoßenen beutschen Truppen zwischen Don unb Sal Front nach Norbosten. Obwohl bie Sowjets ihnen hier starke Panzerverbände entgegehroarjen, um die Freiheit bes Hanbelns zurückzugewinnen unb bqm bereits spürbaren Druck auf bas Wolgaknie entgegenzuwirken, gelang es ihren hartnäckigen Be­mühungen nicht, sich von biesem südlichen Arm ber Zange freizukämpfen, bie sich nun als konzentrisch angelegte große beutsche Operation gegen Stalingrad unb bas Wolgaknie abzuzeichnen begann.

Die weitere. Voraussetzung für bie Einleitung dieser Operation schuf der linke deutsche Angriffs­flügel in den gewaltigen Schlachten im Donbogen. Hier in der schattenlosen Steppe warf Timoschenko in den glühend heißen Tagen der ersten August- wachen aus bem welligen Höhenplateau ber kleinen Flüsse Liska und Dobraje den nach dem schnellen Vormarsch etwas verhaltenden deutschen Divisionen gewaltige Massen von Infanterie- und Panzerver­bänden entgegen in der klaren Erkenntnis, daß sich hier eine Operation ein fädelte, deren Gelingen oder Mißlingen für den Besitz Stalingrads entscheidend sein würde. Deshalb warf Timoschenko alle verfüg­baren Kräfte in den Donbogen, i^m die deutschen Truppen an dem Ueberschreiten des Stromes und an der Bildung von Brückenköpfen zu hindern, aus denen heraus erst auf der schmalen Landenge zwi­schen Don und Wolga die Entwicklung größerer Truppenmassen zum Angriff auf Stalingrad möglich war. In dieser Kampfphase hat nun die deuffche Luftwaffe ihren entscheidenden Beitrag zum ope­rativen Erfolg geleistet. Stukas und Schlachtflieger zertrümmerten in pausenlosem Einsatz die Don­brücken und schnitten dadurch den mit dem Rücken zum Don kämpfenden Sowjets den Rückzug über den Fluß ab. Ihre weit über die Liska vorgeschobe­nen und dort in günstigen Höhenstellungen kämp­fenden Hauptstreitkräfte blieben ohne Nachschub. Die Vorbedingung zur Kesselschlacht von Kalatsch war geschaffen. Aus ber Stellung am Tschir, einem rechten Nebenfluß des Don, brachen deutsche Pan­zerverbände zur Umfassung nach Norden auf, ver­einigten sich westlich von Kalatsch mit jenen Divi­sionen, die von Norden nach Süden herunterge­stoßen waren unb schlossen so ben Ring um die

Empire Snipe",Baron Douglas" unb einen fünften nicht ibentifizierten Dampfer schwer. Der größte Teil ber Angreifer kehrte zum Stützpunkt zurück.

Der Schlag gegen Gibraltar reiht sich mürbig an bie früheren Unternehmen in ber Suba-Bucht auf Kreta unb gegen bie stark geschützten Kriegshäfen Malta unb Älexanbria. Verwegener Einsatzwille weniger mutiger Seeleute hat runb 1500 Kilometer von der heimatlichen Basis entfernt erneut Eng­lands Schiffsraum geschröpft. Der in ber Bucht von Gibraltar versenkte DampferRavena Point" war 1787 BRT. groß. Von ben schwerbeschäbigten Schiffe hattenMeta" unbShunbs" je 1575 BRT. undBaron Douglas" 3899 BRT., während die Größe ber beiben anberen noch nicht feststeht.

Oie Verteidigung Madagaskars.

Vichy, 18. Sept. (DNB.) Von offizieller Seite in Vichy wirb mitgeteilt, baß ber Generalgouverneur von Mabagaskar, Ann et, ben Entschluß gefaßt habe, bie Verteidigung ber Insel biszumäußer- sten fortzusetzen. Die britischen Truppen hät­ten in 6/4 Tagen keine entscheidenden Fortschritte gemacht. Trotz des Mißverhältnisses zwischen ben Streitkräften ber beiben Gegner unb ber ihnen zur Verfügung stehenden Mittel seien von ben Verteibi- gern alle Maßnahmen zur Fortsetzung bes Kampfes getroffen worben.

Am Freitag früh besetzten, wie ber englische Nach- richtenbienst melbet, britische Truppen lamataoe, bas bie französischen Truppen im Laufe ber Nacht geräumt haben. Tamatave, mit 23 000 Einwohnern ber bebeutenbfte Hafen der Ostküste, liegt etwa 180 Kilometer nordöstlich von ber Hauptstabt Tana- narioo.