voimerstag. 19. MSrz 1942
Gießener Anzeiger
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192. Jahrgang Nr. 66
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Weitere 41000 VM. von deutschen tt-Vooten
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Versorgung.
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Habt in eurer Dorfgemeinschaft auch Verständnis für die Nöte des Nachbarn. Fehlt auf einem Hof der Betriebsleiter, fehlt eine Arbeitskraft, ein Pferd oder eine Maschine, so springt freiwillig ein und hilft, wo ihr nur könnt. Auf jeden Hektar kommt es an! Sorgt alle dafür, daß der deutsche Boden in diesem dritten Kriegsjahr die h ö ch st e n Erträge hervorbringt l
Der Führer hat in seiner Rede vom 30. Januar die Bedeutung der landwirtschaftlichen Erzeugung für das deutsche Volk klar herausgestellt. Ich weiß, daß ihr alles daransetzen werdet, das in euch gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.
Einsatz zusätzlicher Arbeitskräfte.
Der Wehrmachtbencht.
DRV. Aus dem Führerhauplqvartier, 18. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Auf der Halbinsel Kertsch wurden weitere feindliche Angriffe teils abgewiesen, teils schon in der vereitftellung durch Artilleriefeuer und Be- kämpfung aus der Luft zerschlagen.
An der übrigen Ostfront griff der. Feind an einzelnen Stellen auch gestern mit stärkeren Kräften ohne Erfolg an.
In der Zeit vom 15. bis 17. März verlor der Gegner an der O ft f r o n t insgesamt 131 Panzer.
Die sowjetischen Luftstreitkräfte verloren am gestrigen Tage 68 Flugzeuge, hiervon 56 In Lustkämpfen; ein eigenes Flugzeug wird vermißt.
Zn Aordafrika Spähtrupptätigkeit.
Auf Malta verursachten Tages- und Nachtangriffe deutscher Kampffliegerverbände große Brände und heftige Explosionen in Flugplatz- und Hafenanlagen.
Im Mittelmeer griff dn deutsches Unter-
genen und Ausländern notdürftig behelfen und sie durch tägliche Anweisung zu brauchbaren Hilfsarbeitern heranziehen. Auch die Kräfte, die jetzt für euch aus den neu besetzten Gebieten im Osten herbeigeschafft werden, werdet ihr zweckentsprechend einsetzen müssen, damit sie euch bei eurer schweren und entsagungsvollen Arbeit wirksam unterstützen. Darüber hinaus sollen in Zukunft auch alle auf dem Lande und in den Landstädten noch einsatzfähigen heimischen Arbeitsloser- oen für die Landwirtschaft herangezogen werden. Durch eine neue Verordnung habe ich diesen zusätzlichen Arbeitseinsatz auf dem Lande geregelt.
Auch für die Bereitstellung von Düngemitteln ist gesorgt. Die Erzeugung wurde auf das Aeußerste gesteigert. Auf der Reichsbahn rollen für den Transport von Dünger und Saatgut alle nur irgend verfügbaren Waggons. In der T r e i b« stoffzuteilung sind zugunsten der Landwirtschaft in allen Gewerbezweigen der übrigen Wirtschaft erneut starke Abstriche gemacht worden, da die Einziehung der Pferde für Wehrmachtzwecke nur über den Schleppereinsatz auszugleichen ist. Der aus Kriegsgründen zeitweise stark abgedrosselten Landmaschinenindustrie sind zur vermehrten Erzeugung der notwendigsten landwirtschaftlichen Geräte besondere Rohstvsfkontingente zugeteilt worden. Ebenso haben die Ersatzteilbeschaffungswerkstätten zur Durchführung der Reparaturen eine besondere Förderung erfahren.
Geht jetzt an die Arbeit, sobald die Witterung es erlaubt! Die Richtlinien für die Anbau- Planung und die Betriebsausrichtung habt ihr bereits von euren Bauernfüh- rern erhalten. Eure Arbeit ist genau so kriegsentscheidend, wie Kampf und Sieg des deutschen Soldaten draußen vor dem Feind. Aussaat und Ernte sind die Schlachten, die ihr zu schlagen und zu gewinnen habt. Erfüllt eure Aufgabe mit ganzer Hingabe und größtem Eifer. Front und Heimat und namentlich auch unsere tüchtigen Rüftungsarbeitet vertrauen darauf, daß ihr ihnen auch für die Zukunft die Ernährung sichert.
Aussaat und Ernte, die Schlachten des deutschen Bauern
Reichsmarschall Görings Aufruf an das Landvolk.
großen Viktoria, nicht erlebt hatte.
Dieser Rückblick ist unumgänglich, wenn man b i e Flucht aus den Parteien verstehen oder erklären will, die in England seit Kriegsausbruch und besonders in den letzten Monaten zu beobachten ist. Sie besteht nicht etwa in Massenaustritteft aus den Parteien, sondern in einer inneren Tn t - fremdung der Wählerschaft. Die Parteien verknöchern, weil die Jugend ihnen nicht mehr zu- strebt und weil unter den Aelteren die lebendigen Kräfte während des Krieges ganz unabhängig von dep Parteien im Dienste der Nation stehen. Am deutlichsten ist diese Entwicklung bei der Arbeiterpartei zu beobachten, deren Führer Attl e e und Greenwood von einer beinahe gespenstischen Wesenlosigkeit sind, während der sehr lebendige Ernest Benin als Arbeitsminister einen der wichtigsten Posten im Kriegskabinett bekleidet und weder Zeit noch Lust für die theoretischen Bedenken und Sorgen der Parteifunktionäre hat. Bemn sieht aber nicht nur über die Parlarnentsfraktion der Labour-Party hinweg, sondern er ist auch Der offiziellen Gewerkschaftsbewegung entwachsen, in der er lange Zeit hindurch eine führende
Iluchi aus dm Parteien
Von unserem Dr. ^Korrespondenten.
seeboot ostwärts von Tobruk einen stark gesicherten britischen Geleitzug an und versenkte einen Tanker von 8000 BRT.
An der amerikanischen kckste versenk- ten deutsche Unterseeboote fünf feindliche Handelsschiffe mit 41 000 BRT. und ein Küstenwachschiff der USA.-Kriegsmarine. Dabei zeichnete sich das Unterseeboot von Kapitänleutnant Rost in besonders aus.
Ein einzelnes britisches Flugzeug unternahm am Tage im Schuhe tiefliegender Wolken einen mifi- tärisch wirkungslosen Angriff auf westdeutsches Gebiet.
Oer italienische Bericht.
Rom, 18.März. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:
Feindliche Truppen griffen einen Stützpunkt südlich von Tmimi an. Durch einen sofortigen Gegenangriff wurden fie zurückgeworfen und ließen einige Gefangene, darunter einen Offizier, in unserer Hand.
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Tmimi liegt südöstlich von Demo am Golf von Bomba in der östlichen Cyrenaika.
la ins eine unüberbrückbare Kluft und ließ die so verschiedenartigen Rebellen noch fester sich zu sammenschließen und in Churchill einen Anführer wählen, oen ohne Not wohl manche unter ihnen nicht gebilligt hätten.
Hier ist noch nicht der Platz, um die Ziele und Absichten der Rebellen zu beschreiben, die ebenso stark voneinander abwichen, wie ihnen die Dreistigkeit gegen die Parteibürokratie gemeinsam war. In ihren Reihen standen alte Imperialisten und junge Reformer, aber die meisten von ihnen betrachteten sich schon damals als „Progressive", als fortschrittlich, und gerieten gerade dadurch in Konflikt mit ihrer Partei, deren Funktionäre zwar nicht jedem Fortschritt abhold waren, aber doch mit einer teilweise doktrinären Verbissenheit daran festhielten, daß alle Fortschritte in der hergebrachten Form und auf den überlieferten Wegen erreicht werden müßten. Mit Churchill kam ein großer Teil der konservativen Rebellen an die Macht, die sie nun benutzen, um der verhaßten Parteibürokratie ein Ende zu machen. Trotzdem wäre dieser Kampf wohl aussichtslos gewesen, wenn nicht im Verlauf des Krieges die Stimmung im Volk immer parteifeindlicher geworden wäre. In den Augen des Volkes, dem die Notwendigkeit von Reformen durch die militärischen Katastrophen klargemacht wurde, war der Kampf gegen die Parteien ein Streiten für den ersehnten militärischen Erfolg. So war auch der Kampf gegen die „Männer von München" und die „Chamberlainisten" zum guten Teil ein Kampf gegen die konservative Parteibürokratie. Heute ist der Kampf fast beendet. Die Partei ist unterlegen. Ihr Einfluß ist, nicht zuletzt wegen der Unmöglichkeit, durch eine Wahl niete alte Männer auszuschalten, noch hier und da zu spüren, aber es ist. wie das letzte Flackern einer Kerze, deren Docht schon nicht mehr aufrechtsteht.
V er U n, 18. März. (DNB.) Der Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches, Hermann Göring, erläßt folgenden Aufruf an das deutsche Landvolk:
Deutsches Landvolk!
Später als sonst könnt Ihr In diesem Jahre an die Frühjahrsbestellung gehen; Unmengen- von Schnee und eisiger Frost haben den Beginn der Arbeiten auf den Feldern ungewöhnlich lange hinausgezögert. Jetzt weicht der Winter, der seit über einem Jahrhundert der längste, ärgste und hartnäckigste war, und vor euch liegen nun Wochen und Monate angespanntesten und härtesten Einsatzes.
Führer und Volk erwarten von euch, daß ihr auch in diesem Jahre wieder mit bewährter Kraft und Zähigkeit eure Pflicht erfüllt. Gerade in den Kriegsjahren habt ihr unter schwierigsten Arbeitsverhältnissen aufs neue bewiesen, was deutscher Bauernfleiß und deutsche Bauernkraft selbst bei ungünstigster Witterung zu leisten vermögen. Ähr habt trotz der arbeitshemmenden wochenlangen Nässe im letzten und vorletzten Som- mer und der bitteren, an Dauer und Scharfe kaum daqewesenen Kälte in drei Kriegswintern bei Mangel an Arbeitskräften und vielfach auch an Betriebsmitteln die euch gestellten Anforderungen erfüllt und dabei zeitweise fast übermenschliche Anstrengungen auf euch genommen.
Ls gibt nicht einen Volksgenossen, der diese von euch vollbrachte gewaltige Leistung nicht rückhaltlos anerkennt, und wenn ich euch heute, ihr Landmänner, und v o r a l l e m e u ch, i h r Bauernfrauen, die ihr die schwerste Bürde aller Schaffenden tragt, dafür danke, so tue ich es im Rainen aller, die das tägliche Brot aus euerer Hände Arbeit empfangen.
3m härtesten Winter bewährt.
„Nicht nur die Gewalt feindlicher Waffen sowie ein zahlenmäßig scheinbar unerschöpflicher Blutstrom primitivster Völkerschaften, sondern darüber hinaus noch die grausam st e Härte der Natur" erprobten sich in diesem Krieg an dem deutschen Soldaten. Mit diesen Worten hat der Führer in seiner Heldengedächtnisrede am letzten Sonntag die Lage gekennzeichnet, der sich die deutschen Truppen im Osten gegenübersehen. Die Höhe des Winters ist Überschritten, aber die Härte des Kälteregimes ist noch nicht gebrochen. Davon Saud) die Berichte des Oberkommandos der rächt. Vom mittleren wie vom nördlichen Frontabschnitt werden noch immer anhaltende Schneestürme und Kältegrade bis zu 30 und 45 Grad gemeldet.
Aus den Wochenschauen haben wir uns in der Heimat ungefähr ein Bild machen können, unter welchen zum Teil primitivsten Verhältnissen das deutsche Ostheer die bolschewistischen Angriffe abzuwehren versteht. Insofern unterscheidet sich der diesmalige Winterkrieg im Osten von den Winterjahren des Weltkrieges, daß es sich nicht um durchgehende, vielfach gegliederte Stellungssysteme handelt, sondern um eine Verteidigungstaktik, die infolge ihrer Elastizität im Interesse der Vermeidung stärkerer eigener Verluste übermächtigem Feinddruck ausweicht, um den Gegner dann im Gegenstoß zu vernichten. Stalin hatte damit gerechnet, die Härte des Ostwinters für sich ausnutzen zu können. Der deutsche Soldat hat diese Hoffnungen vernichtet. Seine fortgesetzten Abwehrschläge haben Stalinsche Divisionen bis zur Vernichtung aufgerieben. Das deutsche. Ostheer hat sich im härtesten Winter selbst übertroffen. Po.
Oie Entscheidung im Osten.
Madrid, 19. März (Europapreh.) Die Madrider Zeitung „Alcazar" schreibt, die bevorstehende gigantische Schlacht im Osten entscheidet nicht nur die Geschichte des Kontinents, sondern die der gesamten Menschheit. Alle Europäer sind sich der ungeheuren Tragweite dieses entscheidenden Zusammenstoßes zwischen dem Reich und Sowjetrußland bewußt. Aber es gibt trotzdem noch leichtfertige Menschen, die den geschichtlichen Sinn dieser ungeheuren Schlacht, in der ZweijcHrtausende der Zivilisation auf dem Spiele stehen und damit eine ganze Lebensauffassung und die Existenz von Völkern, Familien und Einzelwesen, nicht begreifen und ihm gleichgültig gegenüberstehen. Wir müssen die defensiven Waffen Europas, das durch die kommunistischen Horden bedroht ist, mit allen Mitteln unterstützen, dann dienen wir der westlichen Zivilisation und verteidigen die Interessen der europäischen Gemeinschaft. Alles das steht bei diesem Kriege im Osten auf dem Spiel und wird in der immer näher kommenden großen Schlacht entschieden werden, in dem Endkampf gegen diejenigen, die den germanischen Schutzwall Europas zertrümmern möchten, um sich über den ganzen Kontinent zu ergießen, kommunistische Revolutionen zu schüren und Völker mit Blut und Tod überziehen wollen, ohne daß man dem etwas anderes entgegensetzen könnte als den eisernen Willen, bis zur Verzweiflung zu kämpfen gegen das bolschewistische Monstrum und lieber zu sterben als sich seiner haßerfüllten Tyrannei und seiner unerträglichen Barbarei zu unterwerfen.
Berlin, 18. März. (DNB.) Der Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft macht es erforderlich, jede geeignete und noch n i cht genutzte Arbeitskraft zur Ar- ... _ Landwirtschaft heranzuziehen. Während die wehrfähigen Männer an der Front kämpfen, ist es Pflicht der Daheimgebliebenen, besonders auch der Frauen und Jugendlichen in den Dörfern und kleinen Landstädten, mit- zuhelfen, die Versorgung des deutschen Volkes mit Lebensmitteln zu sichern. Um diesen Einsatz zu fördern, hat Reichsmarschall Göring eine Verordnung erlassen. Nach ihr können Personen auf dem Lande und in Landstädten, denen nach Alter, Familienstand und Gesundheitszustand sowie nach ihrem Pflichtenkreis landwirtschaftliche Arbeit zuzumuten ist, insbesondere Personen, die schon in der Landwirtschaft tätig gewesen sind, von den Arbeitsämtern auf begrenzte Zeit verpflichtet werden, sich dem für ihren Wohnsitz zuständigen Bauern- sichrer zum Einsatz in landwirtschaftlicher Arbeit gegen ortsüblichen Lohn zur Beifügung zu halten. Der Ortsbauernführer bestimmt den Arbeitsplatz. Er hat Dienstverpflichtete, welche die ihnen zugewiesene Arbeit ohne berechtigten Grund verweigern, dem Arbeitsamt zu melden. Die Arbeitsverweigerung ist unter Strafe gestellt. Außerdem verlieren dienstverpflichtete Selbstver forger, die die ihnen zugewiesene Arbeit ohne bc rechtigten Grund ablehnen, den Anspruch auf Selbst -
ihm feilte Amtstätigkeit verschafft habe. Seine Feinde erklären seine Haltung damit, daß er am Ministeramt so viel Gefallen finde, daß er seine Arbeitskameraden von einst vergessen habe. Jedenfalls aber hat Benin mit Parteipolitik nichts mehr zu tun, fo daß die Labour-Party heute nur noch eine Organisation ist, deren Fortbestand von blassen Theoretikern oder parlamentarischen Routiniers gepflegt wird, deren politisches Leben aber längst erloschen ist.
Bei den Konservativen ist diese Entwicklung nod) nicht so weit fortgeschritten. Der Zerfall der Partei ist hier auch schwieriger, weil die Tradition eine stärkere Lebenskraft verleiht. Dennoch wurde die konservative Partei schon durch Stanley Baldwin ad absurdum geführt, weil er der Konservative par excellence war und gerade durch feine folgerichtige Haltung bewies, wie wenig der konservative Parteigeis^ der veränderten Welt noch entsprach. So bildete sich unter Baldwin innerhalb der Partei eine Gruppe von Rebellen, die aus verschiedenen Beweggründen in Gegensatz zur Parteileitung gerieten, aber alle das Vorhandene mißbilligten. Vor 50 Jahren wären diese Rebellen vielleicht zum Teil ins liberale Lager abgewandert, aber die liberale Partei war durch die revolutionäre Erscheinung Lloyd Georges gesprengt worden und nur noch kümmerliche Splitter zeugten von der Vergangenheit unter Gladstone und Roseberry. Während Baldwin durch sein tolerantes Regime eine Verschärfung der Gegensätze innerhalb der Partei zu verhindern wußte, schuf die autokratische Methode Neville Chamber-
Stockholm, März 1942.
Als Stafford Cripps zum Führer des Unter« Hauses und Mitglied des Kriegskabinetts ernannt wurde, war das der bisher prägnanteste Ausdruck einer Entwicklung, Deren Anfang mehr als ein Jahrhundert zurückliegt. Das sogenannte Erste Re« formgesetz von 1832, Das eine beträchtliche Erwecke« rung Des Kreises der zum Unterhaus Wahlberech« tigten schuf, setzte nicht nur Der bis dahin unbe schränkten Herrschaft Der Aristokratie ein Ende. Die große Reform, Die eine Folge Der inDuftriellen Re« Dotation war, ist Die ©eburtsftunDe Der parla« mentarischenDemokratiein EnglanD. Zugleich aber schuf fie auch den Keim, der nach mehr als hundert Jahren Dem Parlamentarismus in seiner überlieferten Form den Tod bringen sollte.
Das englische Parlament des Jahres 1832 war eine aristokratische Einrichtung. Daran hatte zunächst auch Die große Reform nichts geändert. 3m Unterhaus saßen Die gleichen Männer wie vorher, unD Das parlamentarische Leben spielte sich noch immer in Den gleichen Forinen ab. Es war Das alte Wechselspiel zwischen Whigs und Tories. Diese Parteiung, die in Der zweiten Hälfte Des 17. Jahrhunderts aus Dynastisch-religiösen Gegensätzen entstanden war, hatte zwar ihren eigentlichen Sinn längst verloren, war aber von späteren Generationen als nützliche Spielregel beibehalten worden. Hinter den historischen Namen verbargen sich bald persönliche Machtkämpfe der großen Familien, bald wurde Die leere Form von irgendwelchen Gegensätzen neu erfüllt. Immer jedoch standen in beiden Lagern gleichartige Menschen, die nach Herkunft und Bildung verwandt waren und die gleiche Sprache sprachen.
Hieran änderte sich auch noch nichts, als im Kampf um die wirtschaftlichen Probleme des neunzehnten Jahrhunderts aus den Whigs und Tories Die Liberalen und Konservativen wurden. Neben deck Feudalherren erschienen allmählich in Westminster die Schlotbarone, doch war ihre Zahl so klein und sie wuchs so langsam, daß sie von Der alten Aristokratie mühelos angegüdjen wurde. Die immer weitere Ausdehnung des Wahlrechtes mußte jedoch das Monopol der Aristokraten erschüttern, und allmählich erschienen im Unterhaus Menschen, Deren Leben nicht mehr von dem schwingenden Rhythmus hügeliger Parks beftimnti wurde, sondern von Dem stampfenden Takt JndustriestäDte. Das Erscheinen Der Arbeiter* p artet bereitete trotzDem zunächst keine Schdlk- rigteiten, weil ihre Vertreter in Westminster von der glänzenden Form geblendet wurden und sich der Führung Der liberalen Aristokraten anvertrauten.
Auch als nach dem ersten Weltkrieg die Labour- Party einen jähen Aufschwung nahm, wurde die alte Form nicht zersprengt, Denn über Nacht sanken die Liberalen von Der allmächtigen Stellung, Die sie
seit Beginn Des JahrhunDerts gehalten hatten, zu beinahe völliger Bedeutungslosigkeit hinab. Dieser Umstand führte zu Dem Trugschluß, daß nun der ungewohnte Zustand des Drei-Parteien-Systems beseitigt sei und man wieder zu Dem alten Wechsel- spiel zweier großer Parteien zurückkehren könne, die Irrigkeit dieser Annahme beruhte nicht nur auf dem wesentlichen Anderssein Der Abgeordneten Der Labour-Party, welche die Spielregeln des par- lamentarischen Lebens wohl als Form übernehmen, aber nicht mit Leben erfüllen konnten, sondern zugleich auf dem Mangel der Partei an poli- tischen Talenten. George Lansbury und Ramsay M a c d o n a l d , die beiden einigen überdurchschnittlichen Persönlichkeiten der Labour-Be- wegung, waren im Grunde wirklichkeitsfremde Idealisten, welche ihre Partei vielleicht an die Macht führen, sie aber nicht im Sattel hatten konnten.
So kam es, daß nach dem Starz der zweiten Labour-Regierung im August 1931 nur ein e wirklich lebenskräftige Partei in England vorhanden war: Die Konservativen. Sie waren auch die eigentliche Macht hinter der nationalen Koalitionsregierung, Die Damals zur Ueberbrüdung der Krise gebildet wurde. Die liberale Gruppe verlor, wenn sie sich Der Regierung anschloß, ihre Wähler, und wenn fie zu der Opposition stieß, jegliche Macht. Die Arbeiterpartei verlor mit Ramsay Mac- donclld, der die konservative Regierung führte, ihren einzigen wirklichen Führer und begab sich in eine unfruchtbare Opposition. Die Konservativen waren allein in ihrer Kraft ungebrochen, doch konnten sie diese Kraft nicht gebrauchen, weil ihnen der ebenbürtige Gegenspieler fehlte. Die Aera Baldwin,. die heute für viele Versäumnisse verantwortlich gemacht wird, war eine Zeit des selbstgefälligen Dahinlebens, wie fie England selbst zu der Zeit der größten Machtfülle, in Den letzten Jahrzehnten der
Auch dieses Jahr verlangt von -uch gleiche, ja sogar noch höher- Lelstunoen. Was unter den Kriegsverhältnissen möglich ist, umeure Arbeit zu erleichtern unD zu förDern, habe ich grian. Ich weiß, daß eure größte und dringendste Sorge der ~ 1 " -sungdernotwend.genArb-tt--
gilt. Solange deutsche Bauern, Bauern- Rolle gespielt* hat.^Seine Freunde sagen, er tue sahne und Landarbeiter m großer Li-M an ° , da- aus der staatsmtmnischen Erkenntnis, qclchel Front stehen, mkiht ihr euch mit Krregs a°


