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Front Freude bereiten. Diese Freude, Jungen und Mädel der HI., sei die schönste Anerkennung Eurer begeistert * geleisteten Arbeit. Beschließt mit einem gesteigerten Sammelergebnis Euren Heimateinsatz im Kriegsjahr 1942. Gestaltet die Sammlung der 3u< gend zu einem großen Erfolg, dem Führer und seinen tapferen Soldaten zum Dank und Euch zur Ehre!"
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Hetzkampagne gegen Frankreich. Lügenmeldungen der anglo-amerikanisch, bolschewistischen Agitation.
Dank -er Lugend an die Frvtt!
Der Reichsjugendführer zur Reichsstratzensammlung.
Berlin, 17. Dez. (DNB.) Am Samstag wd
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Boissons Verrat.
Wie Französisch-Westafrika den Amerikanern ausgeliefert wurde.
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gramms der Regierung, in der Hauptsache des New Deal, beschränken. Mit allen Mitteln aber werde die Partei gegen eine nochmalige Wahl Roosevelts zum Präsidenten ankämpfen. Die Aussichten für die Wahl eines republikanischen Kandidaten seien außerordentlich günstig.
England fürchtet die UGA.-Konkurrenz im Luftverkehr.
Stockholm, 17. Dez. (Europapreß.) Die Sorge, daß England nach dem Kriege von der nordamerikanischen Konkurrenz auch in der zivilen Luftfahrt erdrückt werden könnte, trat nun auch im Unterhaus zutage. Der konservative Abgeordnete Perkins erklärte, die Panamerican Airweys st r e ck t e n ihre Fühler über die ganze Welt aus. Die Regierung solle eine Abgrenzung der Interessensphären zu erreichen suchen und solle eine Anzahl Transport- und Passagierstugzeuge freigeben, um die zivile Luftfahrt auch während des Krieges in größerem Umfang betreiben zu können. Unter-
Nachdenkliche Fahrt zum Mittelmeer
Von Kriegsberichter P. C. Ettighoffer.
staatssekretär Balfour erwiderte, daß England sich bisher auf die Produktion von Kampfflugzeugen habe konzentrieren müssen, nun aber anfange, auch Transportflugzeuge zu bauen. Die kriegsbedingten Luftlinien der USA. im britischen Empire dürften von den Nordamerikanern nach dem Kriege nicht benutzt werden.
Der USA-Kautschukanbau im Amazonas-Sebiet unbefriedigend.
Buenos Aires, 17. Dez. (Europapreß.) Die auf nordamerikanifches Verlangen im brasilianischen Amazonasgebiet durchgeführten Untersuchungen mit dem Ziel großzügiger Anpflanzung von Gummibäumen haben — nach Meldungen aus Rio de Janeiro — zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt. Zur Deckung eines Teils des großen Kautschukbedarfs der USA. sollen nun mittels nordamerikanischen Kapitals in den brasilianischen Südstaaten Versuche mit Gummi- bö.umen unternommen werden.
Liebig und Humboldt.
Eine Begegnung in Paris*.
Im Spächerbst 1822 befindet sich Justus Liebt g in Paris. Er ist jetzt 19 Jahre alt. Das ersehnte Ziel ist erreicht. Paris, das bedeutet für ihn — damals — die Stadt der Chemie. Zunächst arbeitet Liebig im Vauquelinschen Laboratorium. Daneben schreibt er eine theoretische Abhandlung über das Verhältnis der Mineralchemie zur Pflanzenchemie, die nach Erlangen geht und ihm den Doktortitel einträgt.
Ein Spaziergang war diese Zeit nicht. Da hat er zunächst einmal mit den Schwierigkeiten der Sprache zu kämpfen, und die Franzosen gefallen ihm gar nicht. Dann stellt sich natürlich bald heraus, daß sowohl ein halbjähriger Aufenthalt wie die 330 Gulden zu wenig sind. In allen seinen Briefen steht diese Sorge im Vordergrund, und sehr bezeichnend ist die Geschicklichkeit und Zähigkeit, mit der er vorgeht, um Verlängerung des Aufenthalts und weitere Unterstützungen von seinem Landesherrn zu erhalten. Der Kabinettssekretär Schleiermacher spielt dabei auch weiterhin die entscheidende Rolle, zumal Liebig in der Lage ist, ihm Gegendienste zu erweisen, eine Verbindung mit dem Zoologen Cuvier herzustellen und Fossilien und andere naturwissenschaftliche Gegenstände für Schleiermacher zu besorgen. Vielleicht wäre das beharrliche und klug verteilte Drängen nicht nötig gewesen, denn zweifellos hat man in Darmstadt von Anfang an mit einer größeren Gesamtsumme für das Stipendium gerechnet, aber es ist für Liebig eine gute Vorübung in der schwierigen Kunst, Geld für seine junge Wissenschaft heranzubringen. Für diesen Pariser Aufenthalt aber ist die hessische Regierung in der Bewilligung der Mittel durchaus nicht kleinlich gewesen. Liebig kann anderthalb Jahre bleiben, und er ist in der Lage, alle ihm wichtigen Wege zu durchmessen, so daß die genaue Kenntnis des gegenwärtigen Standes der Chemie die Vorbedingung geschaffen ist für die Eröffnung der Zukunft und für eine Tat, die allerdings damals noch niemand ahnen
* Aus „Das große Geschenk" von Paul Schaaf; „Bücher Deutscher Kultur". Verlag Wilhelm Lim- pert»
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milchige Dunstschickt reißt. Noch einige Schwaden, gleichsam als Nacyzügler des vom Norden herabdrohenden Winters, dann nichts mehr als ein stahlblauer Himmel, fast ohne Uebergang. Alles ist voller Farbe, der Himmel, die Erde, die Palmen, die Straße, die Häuser. Und hier und da, hingetupft in die Weite der Landschaft, an deren Rändern links die ferne Alpenkette grüßt, liegen kleine Dörfer mit niedrigen Häusern, deren Mauern von verlockenden Aperitif-Reklamen strotzen.
Rechts aber dehnt sich endlos das Meer, das herrliche Mittelmeer! Der Mistral, kalter Wind des Nordens und der weißen Alpenfirne, fegt über das Land und peitscht die weite Wasserfläche, die zum Schauplatz so vieler und so großer Ereignisse geworden ist. Und dort, wo der helle Sand voller bunter Muscheln ständig aewaschen wird, daß nur knisternder Schaum zuruckbleibt, dort stehen deutsche Grenadiere auf Wacht. Sie schanzen und errichten Unterkünfte, sie haben sogar Kaninchenställe mitgebracht und lassen die feisten Weihnachtshasen frei im spärlichen Dünengras laufen. Sie haben ihr Leben, ihre Eigenschaften, ihren Fleiß, ihre Disziplin, ihre Tüchtigkeit, ihre Geduld, ihre gesamten Soldatentugenden hierhergebracht, in das Land am südlichen Rande Europas, und sie bewegen sich hier genau so selbstverständlich wie droben am Eismeer, am nördlichen Rande der Erde.
Und der Bauer, der dort drüben hinter seinen langsamen Ochsen schwerfällig durch die frischen Furchen schreitet, hält inne und lauscht zu den fremden Soldaten hinüber. Er sieht die starke Wacht, die sich vor seinem Weingarten aufgebaut hat, ihm den Rücken zudreht, ihn schalten und walten läßt, jedoch das Antlitz nicht von jener Unendlichkeit weg- wendet, hinter deren flaschengrüner und blauer Ferne die Würfel des Schicksals um Frankreich rollen! Vielleicht empfindet dieser Bauer etwas wie Scham, daß fremde Soldaten aus dem Norden Herkommen mußten, um fein Land zu bewachen und den Krieg zu bannen.
Sonntag tritt die HI. zur letzten Reichsstra, ßensammlung dieses Jahres an. Während bet beiden Sammeltage finden im ganzen Reich dis Weihnachtsmärkte der HI. statt, auf denen das in den letzten Monaten hergestellte SpielMa zugunsten des Kriegswinterhilfswerkes zum Verkam gelangt. Reichsjugendführer Axmann erläßt dazu folgenden Aufruf:
„Hitler-Jugend! Am 19. und 20. Dezember 1942 tritt die Hitler-Jugend wieder zur Reichsstraßen- sammlung für das Kriegswinterhilfswerk an. Mit diesem Appell des Dankes der Jugend an dir ^iöfi kämpfende Front findet der Kriegseinsatz 1942 seinen • Abschluß. Die Weihnachtsmärkte der Hiller-Jugend, die an diesen Tagen im ganzen Reich für bas Kriegswinterhilfswerk ftattfinden, werden Millionen Vätern und Müttern in der Heimat und an dec
Was früher ein Brief kostete.
Noch vor 100 Jahren war es ein Ereignis, wenn man einen Brief bekam. „Saß man abends im häuslichen Kreis um das brennende Talglicht", fo heißt es in einer Schilderung des Stadllebens aus jener Zeit, „so bildete sich mitunter an dem Dochte desselben ein rotglühende Schnuppe, einem roten Siegel vergleichbar. Dann prophezeite man demjenigen, welchem dieses Phänomen zugewandt war: „Du bekommst einen Bries!" Daß ein Brief damals etwa fo Seltenes und Wichtiges war, hatte feinen guten Grund, denn die Beförderung war schlecht und das Porto teuer. Zwar waren die Zeiten langst vorbei, da die Briefbeförderung von den Metzgern so nebenher beim Vieheinkauf besorgt wurde, doch ihr Zeichen, das Blasen mit dem Horn, war von der Thurn- und Taxisschen Post übernommen worden, die den Briefverkehr als erbliches Reichslehen seit dem 16. Jahrhundert betrieb. Das Briefporto wurde noch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhun- derts auf Grund der Entfernung zwischen den einzelnen Orten berechnet, und für größere Strecken kamen Zuschläge dazu. Die Feststellung des „Post- geldes" war also eine höchst schwierige Angelegenheit, die großer Rechenkünste bedurfte. Mit dem Sinken des Geldwertes um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Porto immer wieder erhöht, in Preußen sogar verdoppelt, worüber bewegliche Klagen laut wurden.
Bei der Eifersucht der einzelnen Posten aufeinander suchte jede Anstalt die Briefe möglichst weit in ihren Bereich zu befördern und führte daher große Umwege herbei. Der Absender wieder suchte durch Umleitung die teuren Strecken zu vermeiden und gab eine bestimmte Route auf dem Brief an, die nicht innegehalten wurde oder auch zum Verlust des Briefes führte. Da Briefe aus Nordostüeutschland nach Süddeutschland über das preußische Postamt Duderstadt schneller gls über Leipzig gingen, wurde der Taxissche Postmeister bestochen, die Briese über
deren Freund Darlans, den Admiral Fenard, aufrechterhalten wurde. Fenard hatte Darlan nach Algier gerufen und ihn bei General Eisenhower eingeführt. „Die Geschichte wird später erweisen", schreibt der „Pellt Parisien", ,Haß Admiral Fenard bis zum Augenblick da er vor Darlan zurücktrat, tatsächlich die treibende Kraft des afrikanischen Abfalls war."
Boisson wollte aber noch den Schein wahren. Am 20. November legte er nur den Gedanken einer möglichen Verständigung mit den Nordamerikanern durck Darlans Vermittlung nahe, aber am 21. No- vemoer erhielt er von Petain telegraphisch die eindeutige Weisung, sich einem britifck-nordamerika- Nischen Angriff zu widersetzen. „Der Abfall gewisser Führer Nordafrikas", fügte Petain hinzu, „machen es Ihnen zur gebieterischen Pflicht, keine Beziehungen mit diesen zu unterhalten." Trotzdem antwor- tete Boisson am 23. November dem Staatschef, er
den Diener beiseite und stürmt zu Humboldt ins Zimmer...
„Diese Unterhaltung ist der Grundstein meiner Zukunft gewesen", schreibt Liebig später, „ich hatte den für meine wissenschaftlichen Zwecke mächtigsten und liebevollen Gönner und Freund gewonnen." Dr. Paul Schaaf.
Abfuhr für Baiista.
Buenos Aires, 17. Dez. (Europapreß.) Die Aeußerung des kubanischen Staatspräswenten B a - tista, daß die öffentliche Meinung der südamerikanischen Länder eine Invasion der Westmächte in Spanien begrüßen würde, wird selbst von der anglo- philen Presse Argentiniens zurückgewiesen. So schreibt die Morgenzeitung „Mundo": „Hände weg von Spanien, Batista kenne die Spanier herzlich schlecht. Wenn Spanien von einer Invasion bedroht sei, dann würde sich das ganze Land um Franco scharen. Man könne wohl Gegner Francos sein, dies bedeute aber nicht, daß man ein unbedingter Gefolgsmann des Gegners des eigenen Feindes sei. Keineswegs würden spanische Republikaner einen Angriff gegen ihre Heimat mitmachen. Falls die Anglo-Amerikaner einen derartigen Schritt wagen sollten, würde Franco sofort zum Helden des gesamten Volkes werden. Spanien fei nicht Tunis oder Marokko.
iRoofetett und die Republikaner.
Hamilton Fish
weist auf Roosevelts Kriegsschuld hin.
Lissabon, 17. Dez. (Europapreß.) Das Ausscheiden des bekannten republikanischen Isolationisten Hamilton Fish aus dem Außenausschuß des amerikanischen Abgeordnetenhauses hat in den Vereinigten Staaten größtes Aufsehen heroorgerufen, da sein Ausscheiden durch seine Partei erzwungen wurde, nachdem Fish im Außenausschuß einen hefll- gen Angriff gegen die Außenpolitik Roosevelts richtete. Fish erklärte, die Verstrickung der Vereinigten Staaten mit Großbritannien durch das Pacht- und Leihgefetz sowie die persönliche Einstellung Roosevelts zu England habe die Vereinigten Staaten in den Krieg geführt und nicht erst der japanische Angriff. — Die republikanische Partei wird sich nach Erklärung ihres neuen Vorsitzenden auf die Bekämpfung des innerpolitischen Pro-
Duderstadt zu führen. Auch sonst suchte man sich den Briefverkehr möglichst zu verbilligen. Briest wurden „durch Güte" befördert, indem man fu Fuhrleuten, Buchhändlern und Reisenden mitgab, oder man schickte sie „durch Einschluß", indem si« in andere Briefe eingelegt wurden. Bei der unübersehbaren Vielgestaltigkeit der Münz- und Gewichtssysteme in den deutschen Ländern, bei der unglaub« lichen Anzahl von Längen und Gewichtsstufen, waren die verwickeltsten Berechnungen bei der Taxierung des Briefes nötig, und der Empfänger mußte immer noch nachzahlen, weshalb man meistens die Frankierung ihm überließ. Die Nichtfrankierung durch den Absender war auch sicherer, denn man tomtit dann hoffen, daß der Brief wirklich befördert wurde, was sonst durchaus nicht immer der Fall war.
Ein Brief von Frankfurt a. M. nach Danzig kostete 1840 1,50 Mark nach heutigem Gelds, einer von Königsberg nach Berlin 50 Pf., von Kassel nach Berlin 75 Pf. Die Briefe nach dem Auslande waren noch bedeutend teurer. Um das Porto zu sparen, ver« fiel man auf die seltsamsten Auswege. Der Kaufmann schrieb z. B. viele geschäftliche Mitteilungen an Personen in derselben Gegend auf ein Blatt, das bann der erste Empfänger zerschnitt und vep teilte. Man verweigerte auch die Annahme der Briefes, nachdem man die Nachricht von einem vereinbarten Zeichen auf dem Umschlag abgelesen hatte. Don den damaligen Zuständen auf postalischem Gebiet hat Stephan, der ihnen ein Ende machte, ge* fagt: „Es faßte sie niemand — ein Trost für den menschlichen Geist: die Erhebung der Taxen wat nur eine Wahrscheinlichkeitsberechnung." Die deutsche Postkonferenz, die 1848 in Dresden tagte» mußte nach einer Arbeit von 3% Monaten zugeben, ,'daß man die Kenntnis aller in den deutschen Staaten bestehenden Postnormen nicht besitze, und daß ohne diese Kenntnis eine Reform nicht möglich fei. Aber schon war 1840 der Anfang mit dem ganz billigen Einheitsporto gemacht, dem sich auch der Norddeutsche Bund mit der Einführung des Groschentarifs und das Deutsche Reich mit dem Zehn« pfennigsatz anschlossen; der Zehnpfennigbrief wat der besondere Stolz des großen Organisators bet Deutschen Reichspost, Heinrich von Stephan. Der gewaltige Aufschwung des Briefverkehre wat mit diesem billigen Porto aufs engste verbünde^
zu gut bekannt. Die berüchtigte Quarantäne-Rede vom 5. Oktober 1937 leitete die neue Politik Roosevelts ein, die sich zunächst England und Frankreich durch Drohungen und Lockungen gefügig machte, die mit dem Stützpunkt-Tauschgeschäft bereits deutlich ihre zukünftige Linie verriet und sich jetzt in Französisch-Nordafrika und durch den „Fall Darlan" vollends demaskierte.
Die Erschütterung, die in England durch die Erkenntnis der wahren Motive des nordamerikanischen „Bundesgenossen" ausgelöst wurde, glich einem Erdrutsch, der freilich zu spät kam. An Warnungszeichen hatte es ja nicht gefehlt, wobei wir nicht fo sehr an die Veröffentlichungen denken, die der Kreis um den Verleger Henry Luce machte, sondern an die weltweite Stützpunktstrategie, die Roosevelt seit langem und durch den Eintritt der USA. in den Krieg besonders rücksichtslos auf Kosten des Empires verfolgte, wobei das Pacht- und Leihgesetz skrupellos benutzt wurde, um die nordamerikanischen Hegemonieansprüche nur noch gründlicher und schneller zu verwirklichen. Es wurde kürzlich in einer USA.-Zeitung gesagt, daß Roosevelt an mehr als 60 Punkten der Welt USA.-Sol- daten stationiert hätte. Bei näherem Zusehen enthüllen sich diese Punkte als ein weltweites Bezugssystem, das von Alaska bis nach Australien, von Island und Nordirland nach Afrika und den Araberländern reicht und mit Hilfe von Brückenköpfen in der ganzen Welt jene Herrschaft sichern soll, die wahrhaft schrankenlose Ansprüche macht und als deren künftiger Weltpräsident sich Roosevelt heute bereits sieht.
Für das britische Empire ist in diesen Plänen ebenso wenig Platz wie für,ein geordnetes Europa. Die Sache hat nur den einen entscheidenden Nachteil, daß für derartige Herrschaftsformen, die nichts anderes darstellen als einen gigantischen Raubimperialismus auf kapitalistischer und kolonialer Grundlage, die Zeit unwiderruflich vorbei -ist. Denn durch die Verwirklichung der Ordnungsräume der Dreierpaktmächte in Europa und' Asien ist inzwischen ein Machtkomplex entstanden, der den Vorzug hat, auf einer zukunftsträchtigen und lebendigen, weil entwicklungsfähigen Idee zu beruhen, und der außerdem auf der inneren Linie operiert, während Roosevelt nicht einmal die Nachschubfrage für Nordafrika zufriedenstellend lösen, geschweige denn dieses ganze komplizierte System seiner strategischen Brückenköpfe mit dem notwen-
wurde ihm in Oran sofort eine Villa zur Verfügung gestellt. Es scheint, daß Negrin mit den rotspanischen und kommunistischen Kräften in Nordafrika zunächst Agitation in Sp anisch-M treiben will.
PK. Rechts Weingärten, links Weingärten! Seit vielen Kilometern schon. Wir fahren durch das größte Weingebiet Südfrankreichs. Gelb ist die vorherrschende Tönung der Landschaft. Auch hier, im gesegneten Süden, hat sich der Winter gemeldet, ein kurzer, fast spielerischer Winter. Er tut nur so und droht mit dem Finger, ja, er hat sogar die dickfleischigen Agaven, die mit schweren, wie aus Eisen erstarrten Blattern stachlich den Wegrand bewachsen, mit dem zarten Hauch eines ersten Reifes überzogen. Und die dunklen Steineichen und die flachkronigen Pinien stehen wie Adventskränze, die von nordischer Vorweihnacht träumen. Nur träume n, denn hier im Süden ist ja alles nicht so ernst gemeint, und über dem milchigen Dunst, der am frühen Morgen die Weitsicht verhindert, weiß man die wärmende Sonne. Weit und fast schnurgerade dehnt sich die Landstraße; ihre Asphaltdecke ist glatt und schimmert bläulich. Eine prominente Straße, auf der ehedem die Luxus-Limousinen der Rivieragäste rollten. Und nun fahren hier deutsche Wehrmachtfahrzeuge; mit diesen Wintergästen hat der sonnige Süden, der nur mal für ein paar Tage mit einem angeblichen Winter liebäugelt, bestimmt nicht gerechnet. Aber nun sind die feldgrauen Männer aus dem Norden da, und sie bewegen sich ungezwungen und mit der größten Selbstverständlichkeit.
Was hat man hier schon vorn Krieg gewußt, und überhaupt, was ging einen das große Geschehen in der Welt da draußen an! Der südfranzösische Weinbau lebte zufrieden und ohne große Bedürfnisse und lauschte nur mit einem Ohr hinaus auf die Geräusche der Politik. Und plötzlich war die harte Wirklichkeit da, und sie rollte drüben auf der blau- schimmernden Napoleon-Straße in der greifbaren Gestalt der deutschen Panzer. Urplötzlich wurde auch dem friedlichen Weinbauern Südfrankreichs die bittere Erkenntnis, daß er sich nicht mehr ab* schließen konnte.
Unsere Straße windet sich plötzlich gen Osten, die
Ro m, 17. Dez. (Europapreß.) Der ehemalige rot« spanische „Präsident" Negrin entfaltet in Fran« zösifch-Nordasrika eine rege Geschäftigkeit. Man be. trachtet sie in Rom als eine direkt gegen Spanien gerichtete Intrige, die in einer Linie mit der Erklärung des kubanischen Präsidenten B a t i st a über die angebliche Notwendigkeit einer Besetzung Spaniens steht. Verschiedene Informationen lassen erkennen, daß sich Negrin nach seinem Eintreffen in Oran sofort mit der „Sammlung und Organisierung" der Rotspanier in Nordafrika befaßt hat. Die Art, wie Ne- grin von den Nordamerikanern empfangen wurde, zeigt deutlich die Rolle, die man Negrin von den USA. in Nordafrika zuerteilt hat. Negrin hatte sogar eine Audienz bei General Eisenhower. Es
konnte: für die Verlagerung des chemiewissenschaftlichen Zentrums von Frankreich nach Deutschland.
Liebig führt in Paris eine neue und gründliche Arbeit über die knallsauren Salze durch. Es ist für ihn ein großer Tag, als am 28. Juli 1823 Gay-Lussac selbst diese Abhandlung in einer Sitzung der französischen Akademie der Wissenschaften zur Vorlesung bringt. Der Verfasser wird durch diese Arbeit mit einem Schlage bei allen führenden Chemikern Europas bekannt, die Akademie beschließt die Veröffentlichung in den „Savanis Strangers", BerzeliUs in Stockholm widmet ihr eine eingehende Besprechung. Man bewundert dabei auch den außergewöhnlichen Mut, den der junge Chemiker bewiesen hat, und tatsächlich hat Liebig mit großen Mengen dieser äußerst gefährlichen Explosivstoffe gearbeitet.
Der Tag, an dem Gay-Lussac die Arbeit Liebigs verlesen hat, bringt noch einen kleinen Zwischenfall. Soeben hat die Akademie ihre Sitzung geschlossen, und Liebig ist noch mit dem Zusammenpacken seiner Präparate beschäftigt, als ein älterer kleiner Herr zu ihm tritt und ihn in ein Gespräch zieht. Er fragt ihn freundlich und eingehend nach dem Gegenstand seiner Studien, nach seinen weiteren Plänen und lädt ihn schließlich zum Diner ein. Aber warum erkundigt sich Liebig nicht nach dem Namen des ihm unbekannten Mannes? Vielleicht aus einer gewissen Scheu ober weil ihm doch noch einige Aufregung infolge der soeben erlebten Stunden in den Gliedern sitzt? Jedenfalls wendet er sich, nachdem der Fremde gegangen ist, an ein paar Diener der Akademie, aber niemand hat den Vorfall beobachtet oder auf den Herrn geachtet. So kommt Liebig in die ärgerliche Lage, der liebenswürdigen Einladung nicht folgen zu können. Erst am nächsten Tag begegnet ihm ein junger Wissenschaftler, der ihn fragt: „Aber warum kamen Sie gestern nicht zu Tisch zu Humboldt? Er hatte Gay-Lussac und einige andere Naturforscher geladen und wollte Sie diesen vorstellen!"
Humboldt? Man kann sich denken, daß es Liebig einen gelinden Schlag versetzt hat, als er gerade diesen Namen hören muß. Aber nun noch die ge- ringfte Zeit zu verlieren, wäre nicht nach seinem Temperament gewesen. Spornstreichs also zu Hum- boldts Wohnung! Das traditionelle: „Der Herr ist nicht zu sprechen!", das ihm der Diener in den Weg legen will, hast ihn keineswegs auf, er schiebt
habe den Entschluß gefaßt, sich Darlan zu unten M werfen. Die französische Regierung hat Boisson für üg UM seine Verrätereien die Staatsangehörigkeit aber« Mg aL, kannt. fofiton ge
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Negrin sammelt Rotspanier in Nordafrika.
Paris, 17. Dez. (Europapreß.) Der „Petit Parisien" schildert in interessanten Einzelheiten den Verrat von Boisson, dem Generalgouverneur von Französisch-Westaftika. Am Morgen des 8. November alarmierte Boisson die Kolonie, verhängte über den USA.-Konsul Hausarrest und ließ ihn polizeilich überwachen. Am Nachmittag verfügte Boisson ogar vorsichtshalber die Verhaftung von 18 Per- onen. Bald erfuhr man jedoch in Vichy, daß Boston mit Darlan Fühlung auf genommen hatte. Unterhändler war der frühere Staatssekretär für Luftfahrt, General Bergeret, ein Freund Darlans, der am 14. November nach Dakar geflogen war. Schon am folgenden Tag konnte Ber- geret das Einverständnis Bostsons nach Algier melden. Boisson berichtete über diesen Besuch erst am 18. November nach Vichy und gestand, daß seit Beginn der Operationen in Nordafrika Verbindung mit Dakar bestand, die in Algier durch einen an
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Vichy, 17. Dez. (DNB.) Das französische Infor« mationsmmisterium gab über den Rundfunk eine Reihe von Lügenmeldungen der englischen, amerikanischen und Moskauer Agitation bekannt.-., wobei erklärt wurde, daß diese Hetze die Aufreizung Ze der Bevölkerung zum Mord bezwecke, ihre Wir« . t.'u hing jedoch vollständig verfehle. ih m die
In der Sendung wurden folgende völlig frei erfundene Meldungen bekanntgegeben: 1. Eine norb- amerikanische Meldung, in der es heißt, die Eisen« bichnlinien Paris—Marseille und Paris—Biarritz seien mit Dynamit gesprengt worden; 2. eine TASS.-Meldung, die von blutigen Ausschreitungen in Avignon spricht und von patriotisch gesinnten Franzosen, die die Kasernen in Brand steckten, nachdem sie sich vorher geweigert hatten, sich demobilisieren zu lassen; 3. Einzelheiten des Moskauer Nachrichtendienstes über angebliche Pariser Heckenschützen; 4. die Verhaftung von 10 000 Personen in Frankreich, die ihre Sympathie für die Engländer und Amerikaner zum Ausdruck gebracht hätten; 5. 800 Verhaftungen in Lyon; 6. Internierung von 80 höheren Offizieren der französischen Armee. . „ 3n der Mitteilung heißt es: „Jeder Franzos» konnte feststellen, daß diese Meldungen frei er« fai n b e n find, Ruhe und Oordnung wurden in Frankreich niemals gestört. Die Aufteizung zur»
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