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Oie Beseitigung von Schnee.

Mit dem Herannahen des Winters ist mit Schnee­fall zu rechnen. Unter Hinweis auf den § 3 der Polizeioerordnung über die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Schnees in der Stadt Gie­ßen werden die Verpflichteten a* die regelmäßige und rechtzeitige Reinigung der Bürgersteige von Schnee und Eis erinnert.

Durch die Anhäufung des Schnees längs der Bordsteine auf der Fahrbahn wird besonders in den engen Straßen, die für den Verkehr ohnehin zu schmal sind, der Fährverkehr nicht unerheblich beeinträchtigt.

Bei der Beseitigung des Schnees von breiten Bür­gersteigen ist so zu verfahren, daß die Bürgersteige in 'einer Breite von 2 m vom Schnee völlig befreit werden. Der dabei züsammengekehrte Schnee ist auf dem Bürger st eig am Rande der Fahrbahn (bei längs den Bürgersteigen hin­ziehenden Radfahrwegen müssen diese frei bleiben) so aufzuschichten, daß die Straßenrinne zur Auf- nähme des abfließenden Tauwassers frei bleibt.

Zn Straßen, in denen die geringe Breite der Bürgersteige oder starker Fußgängerverkehr das vorbezeichnete Verfahren nicht zulassen, ist der Schnee am äußer st en Rande der Fahr­bahn zu lagern, wobei Straßenrinnen, Straßen- bahnaleise sowie Hydranten, Straßenecken, Straßen­ausgänge und Hauseingänge frei zu halten sind.

Vo'«zeikontro1le der Pkw. Wahrten.

Die Verstöße gegen die Bestimmungen über die Weiterbenutzung von Kraftfahrzeugen zeigen, daß

noch immer zahlreiche Kraftfahrer nicht die unbe­dingt erforderliche Rücksicht auf die Kriegsnotwen­digkeiten nehmen. Bei Kontrollen über die Benutzung von Personenkraftwagen in einzelnen Städten wurden vielfach gedankenlose Gewohnheiten, man­gelnde Ueberlegung und sogar fehlendes Verant- wortungsbewuhtsein festgestellt. Der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministe­rium des Innern hat deshalb in einem Erlaß die Polizeibehörden angewiesen, die Ueberwachunq des Personenfraftwagenverkehrs hinsichtlich des Zwecks der Fahrt zu verstärken. Die Polizei wird infolge­dessen neben der laufenden Ueberwachung der Be­nutzung von Personenkraftwagen nunmehr auch all­gemeine Kontrollen des Zwecks der Fahrt mit Per­sonenkraftwagen, auch solchen mit Anhängern ein­schließlich Behelfslieferwagen, vornehmen.

Lohnstopp und Heizerlätigkrit.

RSG. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen gibt in seinen Amtlichen Mitteilungen folgendes bekannt: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß Per­sonen, die nebenberuflich oder hauptberuflich in Wohnhäusern die Heizung bedienen, eine höhere Vergütung fordern als ihnen bisher gewährt wor­den ist. Ich weise darauf hin, daß die Vergütungen der Heizer auf Grund ihres mit den Hauseigen­tümern, Hausverwaltungen oder Mietern abge­schlossenen Dienstvertrages den Bestimmungen des Lohnstopps unterliegen und daher nicht beliebig hoch vereinbart werden dürfen. In Ermangelung einer Tarifordnung ist im allgemeinen davon aus­zugehen, daß die vor dem 16. Oktober 1939, dem

Aus der Stadl Gießen. Theater der Universitätsstadt Gießen

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Gerhart Hauptmann: .Wirrterballade".

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Die von Herrn Löffler entworfenen Szenen­bilder zeugten von einer feinfühlig auf das eigen­tümliche Klima dieses Schauspiels eingehenden Phantasie: sie wahrten Stimmung und Atmosphäre und fanden in der mit Geschick gehandhabten Klang­kulisse (Bühnenmusik: Carl Willy Hahn) eine sehr wirksame Ergänzung. Die von Herrn Mund mit Sorgfalt vorbereitete, dynamisch gut gegliederte Inszenierung ließ sich zwar keine der reichlich sich anbietenden theatralischen Wirkungen entgehen, war aber allenthalben darauf bedacht, hinter den krassen Wirklichkeiten der Fabel die Lineatur des Seelen­dramas sichtbar zu machen, das Hauptmann aus der Erzählung der Lagerlöf ins Licht der Szene zu heben gereizt hat.

Als die interessanteste und in der Charakterzeich­nung reichste Figur erwies sich wie im Buche so auf der Bühne Sir Archie, den Herr Funke spielte: beweglich, unheimlich, von böser, selbstzer­störerischer Lust angetrieben, eine Erscheinung, deren körperliche Geschmeidigkeit mit dem schauspielerisch voll ausgekosteten Reiz der Verlebendigung eines kranken Menschenbildes korrespondierte. Anja Rau war die Elsalil: ein blasser, blonder Schatten, mond­süchtig und traumwandlerisch umgehend, halb schreck­geblendet, halb hellsichtig-ahnungsvoll, in Liebe, Ent­setzen und Todesgrauen von der flüchtigen Spur des Täters angezogen. Herr Zeppenfeld bewältigte mit Umsicht und Eindringlichkeit die psychologisch schwie­rige Rolle des Arnesohn, einem leidenschaftlichen Kriegsmarine ähnlicher als einem geistlichen Herrn. Die Herren Mund und Köchling waren die wüsten, unheimlich lärmenden Lords Donald und Douglas, Herr Fischer der mächtige, würdige, schrecklich endende Pfarrer Arne, ungebeugt von der Last der neunzig Jahre. Von den Randfiguren des gespenstigen Spieles seien die Herren Sauerland als der bieder bedächtige Toraritz, Fuhrmann (Frederik) und B o s n y (Amtmann) neben den Damen H e n z k y (Pfarrerin), Lenzen (Berghild) und G o l l m a n n , deren Kathrin abermals eine erfreuliche Probe darstellerischer Wandelbarkeit lie­ferte, mit Auszeichnung genannt

Die Hörer folgten merklich beteiligt und spen­deten zuletzt ausdauernden Beifall.

Hans Thyriot.

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erworben. In der neuen deutschen Luftwaffe hat er die Inspektion der Flakartillerie übernommen und erhielt als Erster den Dienstgrad eines Generals der Flakartillerie. Seit 1938 Chef der Luf^wehr, wurde ihm vom Führer zu seinem vierzig­jährigen Militärdienstjubiläum das Recht zum Tra­gen der' Uniform des Flakregiments 5.

Das Eichenlaub zum Ritterkreuz.

Berlin, 17.Nov. (DNB.) Der Führer verlieh dem fiapUänleufnanf Wolfgang Luelh, Komman­dant eines Unterseebootes, als 142. Soldaten, dem Sapitänleutnant Werner Toenlges, Komman- dank eines Schnellbootes, als 143. Soldaten, und dem Oberstleutnant Hyazinth Graf Strachwitz, Abteilungskommandeur in einem Panzerregiment, als 144. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

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sammenraffenden, in Bluttat und Schicksalsver- strickung gipfelnden Dramatik echter Balladendich- tung: auch etwas von deren eigentümlich starker Stimmungsgewalt, die Hauptmanns dichterische Er­findung und Durchdringung des Stoffes mit sinn­licher Eindringlichkett beglaubigt: man kann sich der unheimlich unheilschwangeren Atmosphäre, die den Schauplatz umgibt, schon beim Lesen schwer ent­ziehen; man empfindet den Winter, die Nacht, das Eis und die Einsamkeit, man spürt den Blutgeruch und den Branntweindunst, der die verkommene schot­tische Soldateska umwittert, und das Geräusch ihrer auf dem Schleifstein in der Scheune gewetzten Mes­ser, Hundegebell und Möwenschrei und die schrillen Töne der Dudelsackspieler machen die grausige Be­gleitmusik.

Das wirkt ganz unmittelbar und unentrinnbar auf den Leser wie erst recht auf den Beschauer im Theater, doch liegt das, worauf es Hauptmann in diesen sieben Szenen ankam, unter der Oberfläche des naturalistisch Gegenständlichen und faktisch Greifbaren; die innere Linienführung der Fabel weist, was schon die Wahl des distanzierenden und stilisierenden Blankverses statt alltäglicher Prosa ortl)entert mag, aus dem Wirklichen ins Unwirkliche und Ueberwirkliche, aus der kriminalistischen Sen­sation einer gräßlichen, nächtlichen Mordtat ins ge­heimnisvoll-abgründige Seelenreich. Hauptmann niollte zeigen,wie eine Seele sich durch eine unge­heure Tat selbst zerstört" und sich dadurch der mit grimmiger Hartnäckigkeit ihr nachspürenden irdi­schen Gerechtigkeit entzieht. So sind hier Tod und Liebe auf eine Weise ineinander verschlungen, die für Augenblicke an KleistsPenthesilea" denken läßt. Der verwilderte schottische Söldner Sir Archie, der mit seinen Spießgesellen den greisen Pfarrer Arne und die Seinen ermordet, um ihn zu be­rauben, tötet, in jäher Liebesraserei entflammt, auch Arnes Enkelin Berghild, um sie vor den Messern seiner Mitverschworenen zu retten; in Berghilds Milchschwester Elsalil, die dem nächtlichen Blutbade entrann, glaubt er das wiedergängerisch ihn ver-

Groß-Stein, Kreis Gr.-Strelitz (ÖS.), ist von ruf Land- und Forstwirt.

Kunst und Wissenschaft.

Region auch die kleineren Ältokumuluswolken, des- i gleichen die gewaltigen Zyklone zu Haufe. Die untersten erreichen im günstigsten Falle das Alto- stratusniveau, ehe sie zerplatzen oder erlöschen. Die > nächsten und letzten 6 Kilometer der Troposphäre nennt man die obere Zone. Hier findet man zwi­schen dem 4. und 5. Kilometer die'Zusammenhängen- . den Kumulonimbuswolken, zwischen dem 5. und 1 7. die Schneewolken und die leichten kleinen Cirro- kumuluswolken utw zwischen dem 8. und 10. Kilo­meter die Wogenwolken des Cirrostratus, den von Westen nach Osten ziehenden Höhenwind und die Region der Antizyklone, deren Einfluß langdauern- des gutes Wetter verursacht Bei 10 Kilometer Höhe ist die obere Grenze der Troposphäre und des Wasserdampfes und damit der Witterungserschei­nungen erreicht.

In der Troposphäre fällt die Icchresdurchschnitts- temperatur von +10 Grad auf dem Erdboden fast gleichmäßig mit wachsender Höhe bis zu50 Grad bei 10 000 Meter. Don der Grenze der Troposphäre, die übrigens auch noch durch ständige Ostwinde in großer Höhe charakterisiert ist, bis 40 Kilometer Höhe bleibt seltsamerweise die Temperatur bei 50 Grad stehen, um dann schnell weiter abzusin- ken. Bis zu dieser Höhe von 40 Kilometer sind wir über die Luftverhältnisse noch durch unmittelbare Messungen unterrichtet, da es zugleich die größte bisher erreichte Höhe eines unbemannten Ballons ist. Der Sauerstoffgehalt der Lust beträgt hier nur noch 13 v. H., der Luftdruck 2 gegenüber 760 mm auf der Erde.

Die Stratosphäre oder Dunstzone ist, obwohl sie jenseits der Sphäre unserer Witterungsvorgänge liegt, doch nicht arm an interessanten Erscheinungen. In ihr sehen wir die Sternschnuppen aufleuchten und verschwinden. Bis zu 70 und mehr Kilometer Höhe erheben sich die vulkanischen Staubwolken der Erde, die, wie nach dem großen Krakatau-Aus- bruch im Jahre 1883, dann als leuchtende Nacht­wolken sichtbar werden. Bei 70 Kilometer Höhe liegt auch die Schichtgrenze, an der das letzte Däm­merungslicht wahrgenommen wird. Die Polarlicht­draperien reichen von 50 bis 200 und mehr Kilo­meter Höhe, die Bogen des Polarlichtes schätzt man sogar 400 bis 500 Kilometer hoch. In dieser Ent­fernung aber geht unsere Lufthülle unmerklich in den Weltenraum über.

Don der Universität Gießen.

Der Dozent Dr.-Ing. Kurt Neumann, der seit Mai d. I. den Löhrstuhl für physikalische Chemie an der Ludwigs-Universität Gießen versieht/ wurde zum ordentlichen Professor in der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen unter Übertragung des Lehrstuhls für physikalische Chemie ernannt und gleichzeitig zum Direktor des Physikalisch-chemischen Instituts bestellt. 9

Prof. Dr.-Ing. Neumann wurde am 2. Juli 1905 in Norrköving (Schweden) geboren. Nach dem Schulbesuch in Norrköping, Berlin und Kottbus be­stand er in Kottbus die Reifeprüfung. Von 1924 ab studierte er an der Universität Berlin und dann an der Techniscben Hochschule in Berlin. Hier promo­vierte er im Jahre 1930 und habilitierte sich im August 1935. Am 1. Mai 1940 wurde er zum Do­zenten ernannt. Don Mai 1940 bis Mai 1942 wirkte er an der Universität in Rostock. Von dort kam er nach Gießen zur Vertretung des Lehrstuhls für physikalische Cbemie; hier wurde er jetzt als Nach- 1 folger des im März 1940 als Major und Batail- 1 lonskommandeur verstorbenen Professors Dr. Her- ' mann Reinhold zum Ordinarius und Direktor des Instituts ernannt.

j Aerdunkelungszeil:

18. November von 17.26 bis 7.20 Uhr.

fesfor an der Universität Frankfurt. 1929 wurde er von seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden. Spieß ist besonders als Arzt der Sänger und Sän­gerinnen, der Schauspieler und Schauspielerinnen, für die ja eine Erkrankung des Kehlkopfes eine Lebensfrage ist, bekannt. Auch als Lungenarzt, be­sonders als Tuberkulosearzt, erwarb er sich einen bedeutenden Ruf.

Alexander Olbrichl gestorben.

Im Weimar starb im Alter von 66 Jahren der Maler und Graphiker Professor Alexander Olbricht. Er stammte aus Breslau. Als junger Künstler hat er unter Theodor Hagen die Akademie in Weimar besucht. Seine graphische Befähigung und sein stark ausgeprägter Formensinn ließen ihn bald zur Ra­dierung, zum Holzschnitt und zur Lithographie kom­men. Bekannt sind seine ornamentalen Phantasie­zeichnungen, seine illustrativen Städtebilder und die Landschaften am Stadtrand, die er mit nebensäch­lichen Dingen liebevoll belebte. Olbricht, der Lehrer an der Staatlichen Kunstschule in Weimar war, bewies auch in seinen Aquarellen eine glückliche Hand. ____________________

Oer Aufbau der Atmosphäre.

Der Himmel erscheint dem Laien als ein einheit­licher Luftraum, die Wissenschaft aber hat die Luft­hülle der Erde, die sich noch in 500 Kilometer Höhe nachweisen läßt, nach bestimmten Erscheinungen und Forschungsergebnissen in einzelne Zonen eingeteiü. Sie nennt die erdnächste Zone Troposphäre oder Wolkenzone.

Die Troposphäre, die bis zu einer Höhe von 10 Kilometer reicht, ist der Bezirk, auf den die Witterungserscheinungen sich beschränken. Nebel, Bodenwinde und die Regenfälle des mittelstark aus­geprägten Temperaturganges gehören zum soge­nannten Stratusniveau, die von 0 bis 1 Kilometer Höhe reicht. Den nächsten Kilometer nennt man die Nirnbusscyicht, eine Störungsschicht, in der Wolken- zusammenballunaen, sogenannte Nimbuswolken, meist schlechtes Wetter bringen. Zwischen dem 2. und 4. Kilometer, dem Stratokumulus- und dem Altostratusniveau, sind die hochziehenden großen Stratokumulus- und Kumuluswolken, in der oberen

Uraufführung des Dlesel-Films.

In Anwesenheit der beiden Söhne Rudolf Diesels und der Hauptdarsteller Willy Birgel und Paul W e g e n e r wurde in Augsbura der Ufa-Film Diesel" uraufgeführt. Spielleiter Lamprecht er­läuterte den Ursprung des Films auf Grund der Biographie von Dr. Eugen Diesel über feinen Vater. Die kriegsbedingten Schwierigkeiten, die sich dem Projekt entgegenfteUten, seien nur durch die kame­radschaftliche Zusammenarbeit aller zu meistern ge­wesen. Dr. Eugen Diesel schilderte seine Arbeit an dem Buch. Das Ringen um die Fülle der Einzel­heiten habe zur Aufgabe des Zusammenraffens der markantesten Ereignisse geführt. Er habe nichts dazu getan, daß dieser Stoff verfilmt würde, könne aber

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Graf Strachwitz mar seit Ende August mit seiner Abteilung zur Unterstützung einer Infanterie-Divi­sion nördlich Stalingrad eingesetzt. In wochenlangem Ringen wehrte er alle Versuche der an Zahl und Material weit überlegenen feindlichen Kräfte ab, nach Süden durchzustoßen und die Stadt zu entsetzen. Daß die feindlichen Durchbruchsoer­suche schließlich endgültig scheiterten, war in erster Linie das Werk des Oberstleutnants Graf Strach­witz, der trotz einer erneuten seiner fünften Verwundung die Seele des erbitterten Abwehr- kampfes war. Von der Härte des Ringens zeugt allein die Tatsache, daß er innerhalb von vier Tagen mit nur 31 eigenen Panzern 105 feindliche Kampfwagen vernichtete. Graf Strachwitz von Groß-Zauche und Cammmetz, geboren 1893 in ~ ~ - - ---- -jj Be-

143 000 getan, daß dieser Stoss verfilmt rouroe, rönne aoer

ifreunbi aus seiner Kenntnis des Lebens von Rudolf Diesel

werden fa9cn: 65 ist das magische Kunstwerk geglückt, in iloft ae» einem zweistündigen Film die Substanz^der Vor- gänge ohne die geringste Pietätsverletzung zu ver- 'auleiter dichten, so daß wir sie als innerlich wahr und mit mhnni den Tatsachen übereinstimmend empfinden. Es sei f| in der Hauptsache das Verdienst von Frank Thieß, JJ des Drehbuchautors, den unendlich schwierigen Aus- be d-n gang des Lebens von Rudolf Diesel mit hoher dich- ren ib« ierischer Kraft geformt wiederzugeben.

Prof. Gustav Spieß 80 Jahre alt.

Am 18. November vollendet der emer. Ordinarius Iftll für Hals- und Nasenheilkunde an der Universität Fran kfurt, .Prof. Dr. Gustav Spieß, fein u ii 80- Lebensjahr. Prof. Spieß, der heute noch in erheben. | yg^er körperlicher und geistiger Frische seinen Be- m lobtB rus ausübt, wurde in Frankfurt geboren, studierte es eng;| hn Heidelberg, Straßburg und Leipzig, promovierte 1891 in Leipzig, trat dann bei dem Spezialarzt für Hals-, Nasen- und Brustkrcmkheiten, Geheimrat Prof. Dr. Moritz Schmidt, ein, erhielt 1904 den Professortitel, 1912 die Ernennung zum Geheimen Sanitätsrat und 1914 die Ernennung zum o. Pro-

DieWinterballade", im Kriegsjahre 1917 er-! folgende und heimsuchende Bild der ermordeten Ge schienen und zum ersten Male aufgeführt, gehört zu liebten zu erkennen: indem ihm die Gestalten oer den Werken, in denen Gerhart Hauptmann das beiden Mädchen verwirrend m eins SufammenfliL Lebensgefühl und die Stilprinzipien seiner natura- ßen ihn gleichsam wehrlos ausUef«^

listischen Anfänge entschieden und unmißverständlich ist die Sühne der blutigen Tat L.ewlsfermaßen überwunden hätte. In dieserdramatischen Dich-s außen nach innen verlegt, wird ^ir Archae sich je st tung" - sieben Szenen in Versen - schließt er sich.'zum Richter, und wenn ermie wm«tro£ wie eine Vorbemerkung zum Text besagt, stofflich ten zusammenbricht, ist er auch für ben^auf eng an Selma ßagerlöfs NovelleHerrn Arnes gettuny sinnenden Arnesohn fein Feind mehr, som Schatz" an, ähnlich wie er früher Grillparzers Er- dem ein entsühnter UeberminDer. zählungDas Kloster bei Sendomir" in den sechs Szenen derElga" bramatifiert hatte. DieWinter­ballade", deren Handlungsvorgänge zwischen Wirk­lichkeit unb Ueberwirklichkeit schweben und in ihrer Verstrickung von Liebe und Tod um dos alle Thema von Schuld und Sühne kreisen, hat in der Tat etwas von der sprunghaften, drängenden, zu-

sien be- t, in die n hören .kleine > man r Scheu' inte und pen. Dtt Huf« und anen A ichin L inke Ohr eprägt^ isensiruß! je»

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Der große Irrtum.

Roman von Meta vrtr.

3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Nicht einen Schritt kommt sie ihm entgegen. Ihre Stimme klingt rauh bei der Frage:Was gibt es zwischen uns noch zu erledigen? Es war übrigens auch völlig überflüssig, daß du vor ein paar Tagen deinen Vetter Johannes zu mir schicktest."

,4)clene ich bitte dich!"

Ich wünsche nicht, mir dir zu sprechen."

,^Ich komme heute noch ein letztes Mal. Du willst verreisen, sagt BemhardiIfie"

Er sieht sich im Zimmer um, das deuüich den Aufbruch zeigt, und fährt fort:Gut, Helene, reife aber laß die Möglichkeit einer Verständigung zwi­schen uns offen. Laß eine Zeit vergehen, und du wirst alles anders ansehen."

Der Ausdruck im Gesicht des Mädchens hätte Rautenberg warnen sollen. Immer stärker wird Helene von einem rasenden, unbeherrschten Zorn erfaßt. Sie will, daß dieser Mensch sie in Ruhe läßt. Es ist kaum zu ertragen, wie sie selbst leidet, denn sie liebt diesen Mann ja, und tausendmal ja! sie liebt ihn noch immer.

Ihr Gesicht ist sehr blaß, und ein Zittern geht durch ihren Körper. Sie schüttelt wild das Haar Zurück.

Noch immer steht sie neben einem der großen Koffer, so, wie Ludwig sie beim Eintreten traf. Und weil sie ihrer Erregung Ausdruck geben muß einfach muß, schlägt sie knallend den Kofferdeckel zu.

Noch immer vor Zorn sprühend, behält sie in diesem Kampf das letzte Wort. Es klingt fast brutal, so hart, so rauh wird es hingesagt:Ich will dich nie mehr sehen? Nie mehr! Begreife das endlich? Und damit du den einzig richtigen Weg weißt Käte Allert und deinen Sohn Martin findest du m Sramftebt"

Sie wendet sich rasch zu der seitlichen Tür und verläßt den Raum. *

Heber Italien und Griechenland beginnt Helene Deselius ihre große Reise um die Welt.

Sie will auf Wochen und Monate aus dem Kreis ihres Berliner Lebens heraus. Vielleicht gelingt es, sich von den trüben Erfahrungen, von dieser bohren­den Enttäuschung befreien zu lassen.

Menschen der verschiedenen Nationen sind Teil­nehmer der Fahrt um den Erdball. Ernste und hei­tere, angenehme und unleidliche Menschen.

Helene bleibt fast immer allein. Um das gesell­schaftliche Leben an Bord kümmert sie sich wenig. Sie steht sekundenlang an der Reling, blickt in das immer wieder wechselnde Bild des Meeres und laütcht den singenden Winden.

Während die anderen Reisenden sich im in ßuror vergnügen, sitzt sie im Boot und läßt sich im leichten, warmen Wind langsam über den Nil zum wüstenartigen Flachland treiben.

Und immer weiter gebt die Reise.

Küstenlandschaften gleiten vorüber, von glühender Sonne bestrahlt oder in graue Nebel gehüllt.

Große, fremde Städte zeigen ihre Gesichter, leben­dig und hintergründig. ...

Und immer wieder gleitet das Schiff in eine andere Bucht hinein, zu neuen Ufern.

Helene Veselius sitzt verzaubert inmitten der tropi­schen Farbenvrocht der Gärten von Rio de Janeiro, sie gebt in Tokio über die Brücke wm Kwonnon- Temvel, und sie fährt durch die seltsamen Tore der Su-Pai-lo-Sttaße in Peking und durch die lauten Geschäftsstraßen von Schanghai.

Es kommen Tage, in denen sie diese Eindrücke mit einer fast übersteigerten Anteilnahme aufnimmt, doch rücken alle Erlebnisse sehr schnell wieder in eine kühle Ferne.

Johannes Rautenberg sieht die Post durch ... Da ist eine Einladung zu der Königsberger Frühiahrs-

messe. Er hält das Schreiben nachdenklich in der Hand, dann geht er damit zu seinem Vetter hinüber.

Was meinst du, Ludwig es wäre vielleicht ganz gut, wenn einer von uns zur Ostmesse nach Königsberg fahren würde. Die Mandschukuo-Aus- stellung dürfte ganz aufschlußreich sein."

Ludwig hat nicht viel Stimmung dafür.

Was erwartest du Neues? Uns interessiert ledig­lich Anbau und Ernte der Sojabohne, aber darüber werden wir auch so unterrichtet. Doch wenn du fahren willst, so tue es doch."

Ich? Nein ich dachte vielmehr, du solltest es tun."

Ludwig lehnt sich zurück und sieht zu dem Vetter auf.Ich weiß schon Johannes ... du meinst es aut, du denkst, es wird eine Ablenkung für mich sein. Aber ich habe sie durchaus n'cht nötig."

Der Aeltere zieht sich einen Sessel heran. Er sagt ernst:Ja, Ludwig, wir sollten doch wohl ein­mal miteinander darüber sprechen. Du bist jetzt fast immer in einer schwer erträglichen Stimmung."

Ludwig tut eine nachlässig fortschiebende Hand­bewegung. ,,

Johannes fährt fort:Du bft von einer Unraft erfüllt ...du machst so oft die Nacht zum Tage..."

Ich sumvfe herum? Sprich es ruhig aus. Das aber ist meine Privatfache, mein Lieber. Du wirst nicht sagen können, daß ich meine Arbeit hier im Betrieb vernachlässige."

Das tust du nicht, nein. Trotzdem mochte ich dich gern einmal hier forthaben, Ludwig?"

Ludwig denkt: Was weiß Johannes schon von meiner Stimmung? Und jetzt darüber zu reden, wäre erst recht verkehrt.

Aber plötzlich ist ein Gedanke da ...

Ostmessein Königsberg. Gut, man wird hin­fahren. Aber die Welt ist weit ... man ivird die Reise fortsetzen ... , .

Er sagt:Man müßte sich selbst ^einmal m die Mandschurei begeben, Johannes ..."

Ein nicht ungefährliches Land."

Das könnte ein Grund mehr für mich fein, mich

dahin zu begeben. Da ist das große Anbaugebiet für Oelpflanzen in Kwanttmg

Johannes Rautenberg erhebt sich. Er hat also erreicht, was er wollte ... Ludwig zeigt jetzt doch Interesse für eine Reise. Er legt ihm die Hand auf die Schulter:Mso gut, überlege dir das mal."

Zwischen Bernhardine und Käte Allert wird oft von der Wettreifenden gesprochen. Nun, da die Heimkehr des Fräuleins Veselius bevorsteht, sieht die junge Mutter der Begegnung mit Bangen ent­gegen. Erst durch Bernhardine hat sie von den selt­samen Zusammenhängen erfahren, von Helenes Verlobung mit Ludwig Rautenberg und der Tren­nung, deren Ursache sie selbst und ihr Kind sind.

Nach halbjähriger Abwesenheit kehrt Helene nach Deutschland zurück. Von Hamburg aus fährt sie zuerst nach Bramstedt.

Sie liegt auf der Wiese unter dem breitfronigen Birnbaum, und neben ihr kräht und strampelt der kleine Martin. Sie saßt nach dem runden, molligen Körperchen und wälzt den kleinen Mann zu sich heran.

Einen Augenblick liegt Martin erstaunt und ganz unbeweglich. Große, dunkle Augen sehen Helene an.

Wieder fährt ihr der alte Schmerz durch das Herz ... aus dem klaren Kindergesicht sehen Lud­wig Rautenbergs Augen sie an.

Martin kugelt sich zurück unb greift nach seinen rosigen Zehen, liegt wie ein Kaninchen und liegt endlich ganz still. Er atmet wunderbar ruhig und mag sich vor lauter Behagen nicht mehr rühren.

Helene schaut in den blauen Himmel und zu dem ragenden Dom des Buchenwaldes, der mit scharfem Rand gegen den Himmel abschneidet. Sie muß denken: Wäre sie nicht unversöhnlich geblieben oder ... oder hätte es das Schicksal gewollt, daß sie niemals von dem Dasein Käte Allerts und dieses Kindes erfuhr ... vielleicht hätte sie heute selbst ein so liebes kleines Wesen. Und wäre sehr glücklich.

I (Fortsetzung folgt)