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listisch sehr bewußten Aegypten herausblldete, ängst­lich darauf bedacht sein, jeden Anlaß zu Unzufrie­denheit so weit als möglich auszuschalten. Wie sehr diese Befürchtungen zu Recht bestanden, bewiesen die Kundgebungen in der Al-Azhar-Mo- s ch e e, in der die Geistlichen zwischen den Gebeten die politischen Leidenschaften ihrer Hörer schürten, so daß es zu neuen Verhaftungen kam, die auch zwei Prinzen aus dem alten Hause Osman trafen. Es gebührt noch vermerkt zu werden, daß die Mili­tärverwaltung anordnete, daßaus Ersparnisgrün­den" jeweils nur ein Kanonenschuß abgefeuert wer­den dürfte. Früher ertönten je nach der Ausgabe­freudigkeit der Stadt oder frommer Stifter jedesmal eine ganze Reihe von Kanonenschüssen.

Die britische Verwaltung mag froh sein, daß der Ramasan dieser Tage zu Ende ging, denn für die Durchführung ihres Programmes find solche Fasten­zeiten wenig günstig. Für ihre Arbeiten an den Bahn- und Straßenbauten, Befestigungen und Truppenunterkünften haben sie ein Heer von Mo­hammedanern eingesetzt, wie sie auch Tausende von Soldaten aus deren Reihen im Dienst ihrer Nah­ostarmee haben. Es ist ganz selbstverständlich, daß der Fastende, der obendrein einen Teil seines Schla­fes für die während der Nachtstunden erlaubte Nahrungsaufnahme opfert, nicht über die normale Leistungsfähigkeit verfügt, so daß manche Verzöge­rung eintrat. Dem Krieger wird Allah zwar nicht gram, so verspricht der Koran, wenn er die Fasten- geböte übertritt. Von dieser Erlaubnis scheinen die Islamischen Söldnertruppen Englands aber keinen Gebrauch gemacht zu haben, denn im Sudan bei­spielsweise erfolgte ein Sondererlaß, der die Sol­daten und die an kriegswichtigen Bauten beschäftig­ten Arbeiter ausdrücklich darauf hinwies, daß sie sich nicht an die Fastenbeschränkungen zu halten brauchten.

So haben die Zeit und der Krieg manchen Wan­del in die Ramasangebräuche gebracht. Es zeigte sich aber auch, daß sie noch so lehendig sind, daß die britischen Behörden im Nahen Osten nicht umhin konnten, ihnen in sehr vieler Beziehung Rechnung zu tragen.

Frankreichs politisierende Generale.

Paris, 17. Nov. (Europapreß.) Die Pariser Morgenblätter schreiben, jene Generale, die im ent­scheidenden Augenblick zum Feinde übergingen, jene uniformierten Verräter seien typisch für das republikanisch - parlamentarische Regime. Ihre schändliche Handlungweise illustriere auf das Anschaulichste das Ende einer dem Tode geweihten Welt. Gamclin, Darlan, Giraud und Delattre de Tassigny, so bemerkt Georges S u a r e z imAujourdi'hui", sind die symbolischen Verfalls­produkte eines Regimes, in dem die Ehrlichkeit und der Mut Besorgnis einflößten, während Mittel­mäßigkeit, Gefügigkeit und gefahrloser Ehrgeiz un­erläßlich waren, um das Vertrauen des Parlaments zu gewinnen. Gegen Darlan, dem Suarez be­scheinigt, er habe politischen Ehrgeiz besessen und seine Karriere nicht tem militärischen Können, son­dern der Politik verdankt, wendet sich insbesondere auch Marcel D 4 a t imOeuvre". Er schreibt, Dar­lan habemit den niedrigsten Mittel der Politik die überraschendste und ungerechtfertigste Karriere gemacht". Er sei allen wahren Seeleuten ein Greuel. Giraud aber sei um kein Haar besser.

Der französische Staatssekretär für Kolonien, Admiral Platon, ist nach vorübergehendem Aufenthalt nach Vichy zurückgekehrt. Er er­stattete Marschall P^tain und Laval Bericht über die Lage. Aus der Bevölkerung gingen dem Marschall PLtain weitere Telegramme zu, in denen ihm un­verbrüchliche Treue zugesichert wird. Der Post- und Telegrammverkehr zwischen dem bisher unbesetzten Frankreich und Dakar ist nach wie vor im Gang. Auch nach Korsika werden Post und Telegramme wie bisher befördert.

Spanische Teilmobilmachung.

Madrid, 18. Nov. (Europapreß.) Die spanische Regierung hat eine Teilmobilisierung der Armee angeordnet. Die Heeres-, Luft- und Ma­rineminister sind ermächtigt worden, diejenigen Iahresklassen und Reserveoffiziere einzuberufen, die sie als notwendig erachten. Ausdrücklich wird hin­zugefügt, daß die wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Landes berücksichtigt werden müssen. Zur Ernte­zeit sollen die dafür notwendigen Männer freige­geben werden. Außerdem werden die sich aus der neuen Maßnahme ergebendep Kredite gewährt. Die

Oie Nacht

des großen Vogelzuges.

Von Karl Rudolf Fischer, Gießen.

Finster liegt die Nacht über dem Meere, tief dun­kel hängt der Wolkenflor vom Himmel. Weder Mond noch Sterne stehen am Firmament. Unaup hörlich vollen die Wogen gegen die Küste. Die Brandung braust an dem Felssturz, die Flut tost in den Sandbänken und verliert sich als schmaler Schaumstreifen im Dünen sande des Strandes. Wie eine dichte Decke hängen brauende Nebelfahnen über der Insel. Draußen auf See, weit hinter den Dü­nungen, liegt ein Feuerschiff vor Anker, und Meer­nebel bilden einen Heiligenschein um sein Licht. Auf dem Buchtfelsen der Insel blinkt der Leuchtturm und wirft seine Warnungsfeuer in bestimmten Zeitabschnitten übers Meer hinaus. Und mitten im weiten Meer weit draußen in den brausenden Sturmfluten der schäumenden Wogenkämme, ant­wortet der Leuchtturm vom Roten Sand, und von den ostfriesischen Inseln sendet der Turm auf Wangeroog seine Feuerpfeile aus, die als lange Blitze über den Himmel gleiten.

Und so stehe ich auf dem Leuchtturm von Helgo­land und schaue in die Wunderwelt des Nordmeeres hinaus: die vielen Leuchtfeuer der kreuzenden Fischerboote, die Lichterreihe des großen Lloyd- bampfers, der weit auf See den Kurs nach der englischen Küste nimmt, die Mastfeuer der roten Leuchtschiffe und die kreisenden Strahlen der Leucht- türme.

Da tritt der Turmwarter heraus auf den Turm­ving, grüßt kurz mit ber Hand an der Ledermütze, klopft seine Schiffspfeife über die Reeling, prüft den Wind gegen achtern und sagt dann in einem unheimlich flüsternden Tone:Heut um Mitternacht werden die ersten Zugvögel kommen."

Und in der Tat, als der Wind nach Backbord umsprang, da tauchten auf einmal Stimmen auf, erst weit in der Ferne, ganz leise nur, dann näher und lauter und stärker, tausend Laute erfüllten auf einmal die Luft, und in gewaltigem Rauschen ziehen die ersten Vogelgeschwader über die Insel hinweg. Alle die zauberhaften Naturlaute der nordischen

Eine Arbeitstagung der Deutschen Arbeitsfront.

Berlin, 17. Nov. (DNB.) Auf einer Tagung der DAF. umriß Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die großen Aufgaben der DAF. auch in den kommen­den Monaten. Die besondere Fürsorge gilt im vier­ten Kriegsjahr mehr denn je der Erhaltung der Schaffenskraft der deutschen Menschen. Der schaffende deutsche Mensch kann in dem Be­wußtsein arbeiten, daß jede erhöhte Anforderung eine entsprechende soziale Betreuung mit sich bringt. Dazu gehört die Einführung des Leistungs- l o h n e s als Vorarbeit für die Reichslohnordnung. Die Sorge für die Gesundheit der schaffenden Men­schen wird wesentlich dadurch erleichtert, daß es dem Amt Gesundheit und Bolksschutz der DAF. gelungen ist, troß des Krieges in weitem Maße Betriebsärzte einzusetzen. Gerade in Zeiten härtester Anforde­rungen muß mehr denn je auch eine betriebseigene Feierabendgestaltung unter zielbewußter Lenkung und Förderung der NSG.Kraft durch Freude" den Ausgleich bieten.

Reichswirtsckaftsminister Funk erklärte, es komme darauf an, dafür zu sorgen, daß der heim­kehrende Soldat in eine mit aller Konsequenz auf- gebaute nationalsozialistische Wirtschaft zurückkehre. Drei Imperative ständen heute im Vordergrund: Arbeit, Rechnen und Spar en. Produktion sei das Ergebnis unserer in der ganzen Welt be­wunderten Arbeitsleistung. Rechnen sei die Vor­aussetzung für eine durchgreifende Rationalisierung der Wirtschaft und Verwaltung und Sparen gehöre 3ur Bereitstellung jener Mittel, die zur kriegsent­scheidenden Rüstung notwendig seien. Die Reichs­frauenführerin Frau S ch o l tz - K l i n k sagte, auch von der schchfenden Frau fordere der Krieg man­cherlei Entsagung. Um so mehr sei es Pflicht aller Männer, die in der Heimat zurückgeblieben seien, den Frauen Achtung und Rücksicht entgegenzubrin- aen. Denn nicht zuletzt von ihrer Haltung in den Betrieben werde es abhängen, ob so manche Frau nach dem Kriege noch Kraft finde, ihre Mutterpflicht zu erfüllen. Wir dürften nicht die Wunden ver­gessen, die uns gerade in dieser Beziehung der Welt­krieg 1914/18 geschlagen habe und müßten uns immer dessen bewußt sein, daß die Frau und Mut­tex die Trägerin der Familie sei und diese wieder die Grundlage des Staates.

Staatsrat M e i n b e r g (Reichswerke Hermann Göring) nahm zu Fragen der Rüftunyswirtjchaft Stellung. Man habe sich über den Kohlen- m angel im vorigen Winter gewundert, freilich ohne die Zusammenhänge zu kennen. Da wir ganz Europa mit Kohle versehen müßten, die Rüstung

und damit zusammenhängend auch die Reichsbahn einen großen Kohlenbedarf hätten, wäre die Ver­sorgung mit Kohle einer Lenkung unterworfen. Durch die Gewinnung des Donezgebietes, die zwar von den Sowjets zerstört, von uns aber wieder auf- gebaut feien, erfolge die Brennftoffverforgung für die Ostfront von dort aus. Aehnlich günstig habe sich die Lage bei Eisen und Stahl entwickelt. Unsere Programme für die gesamte Rüstungswirt­schaft", so erklärte Staatsrat Meinberg,werden eingehalten werden. Unsere neuen Erfindungen sind eine Realität, deren Auswirkung wir im nächsten Frühjahr sehen werden."

Stabschef der SA. Lutze betonte, daß der Glaube an den Sieg der Idee Deutschland ' groß und stark gemacht habe. Nicht zuletzt sei dem Na­tionalsozialismus der Erfolg deshalb beschieden ge­wesen, weil oft genug um den einzelnen Mann, um die Seele eines Menschen, gekämpft worden sei. Auch heute müsse unsere innenpolitische Auf­klärung mit dem Herzen vor sich gehen. Weil wir an den Sieg glaubten, so würde er uns sicher sein. Professor Dr. Arnh old beschäftigte sich mit den Aufgaben des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF. Wichtig für den Ausbau der Berufsausbildungs- und Lefttungsfteigerungs- aktion sei die Schaffung eines geistigen Ueberge- wichts im Betriebe und einer deutschen Betriebs­ehre. Staatssekretär Ganzenmüller sprach über die Leistungen des deutschen Verkehrswesens während des Krieges. Der Reiseverkehr muß auch weiterhin auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben. Ebenso ist es notwendig, daß die Waggons auf schnellstem Wege ent- und beladen werden. Nur so ist es möglich, den Verkehrsbedarf im eroberten Ost- aebiet sicherzustellen, das den zweieinhalbfachen Um­fang des Großdeütschen Reiches hat. Da in der Ost- weftrichtung keine Schiffahrtswege zur Verfügung stehen, muß dieser Verkehr durch die Schiene be­wältigt werden. Nicht nur Zerstörungen, sondern auch Eis, Hochwasser und die ständige Bereitschaft gegen Bandenüberfälle stellen die Eisenbahner hier vor Aufgaben, deren Durchführung ein glänzendes Zeugnis des Eisenbahnpersonals bedeutet. Der Reichsminister Alfred Rosenberg erklärte dann, das deutsche Volk und die ihm verbündeten Mächte in Europa werden im Osten Nahrung und Rohstoffe für alle Zeit finden. Die Judenfrage sei erst gelöst, wenn es auf dem gesamten europäischen Kontinent keinen Juden mehr gebe. Diese Lösung sei auch eine Humanität, denn sie mache die Völker unseres Kontinents wieder gesund.

Maßnahme ist zur Sicherung der spani­schen Neutralität erlassen worden. Die jetzt angeordnete Teilmobilisierung hat den Zweck, die Lücken auszufüllen, die in den Garnisonen des Mutterlandes durch die zum Schutze Spanisch- Marokkos notwendig gewordene Uebersiihrung größerer Truppenmassen dorthin entstanden sind. Ein Dekret über den Beschluß der außerordentlichen Ministerratssitzung unter Vorsitz des Caudillo will dem spanischen Volk angesichts der durch die Vor­gänge in Französisch-Nordaftika entstandenen Span­nung die Ueberzeugung der eigenen Sicherheit geben. Mit seiner eigenen Wehrmacht werde Spa­nien, so betont man in Kreisen der Regierung und der Falange, seine Souveränität, seine Unantast­barkeit und Neutralität sichern und gegen jeden Uebergrifs zu verteidigen wissen.

Roosevelts Anspruch auf das Empire.

Berlin, 17. Nov. (DNB.) Auf einer Veranstal­tung derNew York Herold Tribüne" hat sich Wen- dell Willkie in bemerkenswert scharfer Form gegen Churchills Versicherung gewandt, den Besitz st and des Empire halten zu wollen. Churchill hatte am 10.11. beim Bankett des Lord­mayors gesagt: Wir wollen festhalten, was uns gehört. Ich bin nicht des Königs Erster Minister geworden, um den Vorsitz zu führen über die Liquidation des britischen Empire." Willkie da­gegen verlangte die Ausstellung eines Planes, durch den die materiellen Grundlagen der wirtschaftlichen Entwicklung nach dem Kriege allenVereinig­ten Nationen" zur Verfügung gestellt werden sollen.Dies kann nicht einfach durch Erklärungen unserer Politiker, wie z. B. in der Atlantik-Charta, geschehen", sagte Willkie,besonders, wenn einer der

Vogelberge bringen da aus der Höhe herab, das Sausen und Rauschen der schweren Ruderschläge großer Vogel, das Schwirren urtfr' Pfeifen und Fauchen der kleinen. Und dieser Lärm geht ständig in dieser Herbstnacht, er wird stärker und schwä­cher, bis er im Brausen der Brandung erstirbt.

Früher glaubte der Buchtfischer in den Fjorden, in solch wilden Nächten ziehe die Seeräuberei vorbei. Zitternd lag der Schiffer im Boot und schlug das Kreuz. Aber dem, der die Laute der Natur kennt, sind diese Töne vertraut. Er vernimmt den Schlag unzähliger Flügelpaare, er hört die Glockenrufe der Singschwäne, den Trompetenlärm der Kraniche, die rauhen Rufe der wandernden Wildgänse, das heisere Fauchen der Graureiher, den Flötenruf des Brachvogels und das Schnalzen der Löffler. Er kennt sie: da fliegen Strandläufer, dort Wasser­treter und Austernfischer, hier Goldregenpfeifer und Schnäbler, jetzt Möwen und Seeschwalben: er ver­nimmt Klagerufe und Locktöne aus tausend Kehlen das Ryrie der Wasserläufer, das Kiewitt der Kie­bitze, das Schnattern der Kriek- und Knäckenten, das Schreien der Summen, das Quarren der Alken und Eiderenten und das Gagagag der Grau- und Saatgänse, die mit mächtigen Schwingenschlägen über die Insel im Leuchtturmfeuer dahinziehen.

Doch eine Reihe von Vögeln, die ifcr Lichtstrahl von weitem angezogen hat, die feine Gefahren nicht kennen, folgen geblendet den kreisenden Strahlen in immer enger werdenden Windungen und fliegen schließlich verwirrt und bestürzt geraden Wegs in das glühende Licht hinein. Tausende von kleinen gefieberten Wanberern finbet am Morgen nach einer Zugnacht ber Leuchtturmwärter auf ber Durmgalerie mit ein­gestoßenem Schöbel unb gebrochenen Flügeldecken. Korbweise muß er Lerchen, Drosseln, Rotbrüstchen und Blaukehlchen wegtragen, die in der Nacht ver­unglückt sind. Auch drunten am Buchtfelsen hat das Meer viele Vogelleichen angespült. Geblendet sind die Vögel, die in den Bann des fidh drehenden Lichtkegels gerieten, hinabgestürzt unb hauchten er­mattet in ben kalten Wellen ihre kleine Vogelseele aus.

Lackge schon ist ber Zug vorüber. Noch stehe ich nachdenklich auf dem feuchtkalten Felsturm, dessen Spitze nicht mehr sichtbar ist und dessen Feuer zu verlöschen scheint, während unten das schreckliche Nebelhorn spielt.

beiden Urheber dieses Dokuments die alte im­perialistische Ordnung verteidigt und einer erstaunten Welt erklärt:Wir beabsichtigen das zu halten, was wir besitzen."

Roosevelts Politik ber Stützpunktgewinnung hat deutlich genug gezeigt, baß es ihm auf eine voll- ftänbige Ausplünderung des britischen Weltreichs ankommt. Die Verträge mit Kanada, die Vormund­schaft über die vom Mutterland im Stich gelassenen Dominions Australien und Neuseeland und schließ­lich die Einmischung in Indien unb ben britischen Besitzungen im Nahen Osten sprechen die Sprache bes Erbschleichers. Der amerikanische Uebersall auf bas französische Norbasrika aber läßt erkennen, baß Roosevelt seine Ziele noch weiter gesteckt hat, und daß er auch ben Raub ber französischen unb ebenso ben ber britischen Besitzungen in Afrika im Schilbe ftihrt.

llGA.-Oeueral erseht Engländer im Nahen Osten.

Sofia, 16. Nov. (Europapreß.) Ein weiterer Schritt in ber V,e rdrängungbes britischen Einflusses im Nahen Osten burch die Ameri­kaner ist erfolgt. Der amerikanische General M a x- well, bisher Chef einer Militärmission ber USA., hat bas Amt eines V e r s o r g u n g s k o m m i s-- fürs für die USA-Truppen im Nahen Osten unb gleichzeitig dieLeitungderProduktion unb Verteilung lebenswichtiger Güter in ben ara­bischen Länbern seines Amtsbereichs übernommen. Bisher wurde dieser Dienst von ben Briten versehen. Angesichts ber schlechten Erfahrungen, die die Nahostländer mit den englischen Versorgungs­kommissaren gemacht haben, hielt es General Max­well für nötig, bekanntgeben zu lassen, daß er feThe Requisitionen vornehmen wolle.

Alljährlich zur Zugzeit treibt der von ben Vor­fahren ererbte Trieb zum Wandern ben Vogel vor­bei an bem ihm wehmütig nachblickenden Menschen, fernhin nach dem warmen Süden. Woher weiß der Vogel, daß die Zeit zum Aufbruch gekommen ist? Wer sagt ihm später, daß im Norden des Winters Rauhreif geschwunden ist und der veilchendustcnde Frühling seinen Einzug gehalten hat?

Wir wissen es nicht, mir werden es auch nie er­fahren. Die letzten Fragen des großen 'Vogelzuges wird kein erschaffener Geist erklären können:

Geheimnisvoll am lichten Tag

Läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben, Unb was sie deinem Geist nicht offenbaren mag. Das zwingst bu ihr nicht ab mit Hebeln unb mit

Schraube«."

Und alle Erklärungsversuche werben Hypothesen, bestenfalls Theorien sein. Wir ahnen nur das eine, baß auch der Vogel eine Seele hat, ganz anders als ote des Menschen, die sich nach einem fernen Sanbe, nach einer Heimat sehnt.

Merkwürdige Grußformen in oller Welt.

Die Einfachheit unserer Grußsormen würde in manchen anderen Weltgegenden große Verwunde­rung und eine gewisse Geringschätzung erregen, er- scheint dort der Gruß doch als eine sehr wichtige und verwickelte Angelegenheit, die mit aller Urn- stanbllchkeit erledigt werden muß. Schon im Nahen Osten ist ber formvollendete Gruß sehr viel strenger burchgeblldet als bei uns. Der Orientale verneigt sich vor dem Ankömmling mehrere Male, beugt die Knie, umarmt unb küßt ben Freund und spricht beim Kommen und Gehen einen längeren Segens­wunsch.

Einen besonbers entwickelten Sinn für höchst zere­monielle Begrüßung haben jedoch manche Natur-

! bem südafrikanischen Negerstamm ber Sarotfe fmet man nieder, küßt sich gegenseitig die Hande, wiegt den Körper hin und her und hält lange Begrußungsreben. Auf ben Anbamanen im Bengalychen Meerbusen starren sich die Eingebore­nen eine geraume Zeit lang schweigend an, bevor ber Jüngere das Gespräch eröffnet Verwandte

bei

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat einem Polizeiregiment den Na­menPolizeiregiment Todt" verliehen. Teile des Regiments, das der Organisation Todt zugeteilt ist, haben sich bei der Abwehr des eng­lischen Landungsversuches an der Kanalküste bei Dieppe besonders ausgezeichnet.

*

Generaloberst Ruedel ist aus der bayerischen Feldartillerie hervorgegangen und hat sich große Verdienste um die Entwicklung der Flakartillerie

Der französische Großindustrielle Eugen Schnei­der ist plötzlich in seiner Pariser Wohnung gestor­ben. Er war jahrelang Leiter der bekannten Ma­schinen- unb Geschützfabrik in Creuzot im De­partement Saone-et-Loare.'

Hohe Auszeichnung für Generaloberst Ruedel.

Berlin, 17. Nov. (DNB.) Der Führer hat ben bisherigen Chef ber Luflwehr im Reichsluft, fahrlministerium, General ber Flakartillerie Rue- bei, mit Wirkung vom 1. November 1942 zum Generaloberst beförbert unb ihm bas Ritter­kreuz bes kriegsverbienslkreuzes mH Schwertern verliehen.

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Oie bolschewistischen Umtriebe yS in Schweden 1

sttzen fid> einander auf den Schoß, umarmen sich, meinen laut vor Freude und zeigen sich oft stun­denlang in überschwenglicher Gebärdensprache ihr^ Freistic über bas Zusammentreffen.

Die Bauschi-Neger in Nordwest-Rhodesien be­grüßen sich, mdem sie auf die Knie fallen, in die $)anbe klatschen und ein lautes Wiehern hören Äsen. Bei den Kongonegern besteht derkleine Gruß" im Klatschen in die« Hände, während man sich beimgroßen" auf die Außenseiten der Schen­kel klopft Die Dalonda klatschen in die Hände und trommeln mit den Ellbogen auf die Rippen. Der Feuerinsulaner grüßt durch ein lebhaftes Auf- und Nieberhüpfen.

Der Tibetaner streckt zum Bewillkommnen die Zunge heraus, und wenn er sehr vornehm ist, nimmt er die Mütze ab und biegt das linke Ohr nach vorn. In Ozeanien, mo man mit ausgeprägtem Geruchssinn begabt ist, pflegt man den Nasengruß; jnan beriecht sich gegenseitig, indem man die Nasen aneinanderlegt und mit der Spitze oder den Seiten

.Die Neuseeländer bewillkommnen sich durch ein für den Fremden jammervoll klingendes Ge­heul, das etwa eine Viertelstunde dauert: dann folgt bas Nafenreiben, von einem Stöhnen der Zufrie­denheit begleitet

Eigenartig find vor allem die Begrüßungsfor­meln die ber Untergebene dem höher Gestellten zuteil werden läßt. Das Küssen des Saumes des Kleides oder der Füße war früher auch bei den oflaoen üblich. In China macht manKotau", in­dem man zu Boden stürzt und mit der Stirn mehr- rnals Die Erde berührt. Bei den Toda in Korber- ajien fallt der Jüngere vor dem Weiteren auf die wI^bt dessen Fuß auf feinen Kopf. Die Awemba in Nordost-Rhodesien wälzen sich im Staube. In Uganda dürfen die Diener oor dem Jjauptlmg nur kriechend erscheinen. Am Kongo wird der Oberhauptling von seinen Untertanen dadurch begrüßt, daß sie niederknien, Staub auf die rechte ©djlafe ftreuen und bann in die Hände Nattchen. In Der originellen Begrüßung hat aber doch wohl ber Häuptling ber Bschiur-Neger ben Vogel ab- gesoffen, als er bie ersten Weißen bei sich bewill­kommnete. Er brückte ihnen nach Landessitte seine betontere Achtung aus, indem er sie bei ben Hän- ben aßte unb ihnen kräftig auf die Handflächen unb ms Gesicht spuckte, q £

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bewies q: Hand.

Stockholm, 17. Nov. (Europapreß.) Im Zu­sammenhang mit neuen Verhaftungen schrvebischer Staatsbürger, darunter eines Soldaten, wegen Spionage für Sowjetrußland machtAftonblatet" auf bie damit erneut bewiesenen engen Verbindun­gen zwischen ber sowjetrussischen Spionage unb ber Kommunistischen Partei in Schweben auf­merksam. Die unter Mitwirkung schrvebischer Staats­bürger betriebene sowjetrussische Spionage, so schreibt das Blatt, müsse im Zusammenhang mit den Versenkungen schwebischer Schiffe vor ber schwäbischen Küste, mit ber Bombarbie- rung schwedischen Gebiets und anderen Sabotagehandlungen gegen Schweden gesehen roer» ; den.Angesichts der neuesten Spionageaffäre", so schreibt das Blatt,muß nochmals die Gefahr be­tont werden, die sich aus dem Ignorieren der kom­munistischen Maulwurssarbeit ergeben kann."

Aus dem Reich.

Gauwaltertagung des NS.-Lehrerbundes.

Bestimmend für bie Arbeit bes NS.-Lehrerbundes ist ber Einsatz für kriegswichtige Ausgaben inner« unb außerhalb bes Schullebens. Das kam zum Ausbruck in einer Arbeitsbesprechung, zu ber Reichs- walter, Gauleiter W ä ch t l e r, alle Leiter ber Gau­ämter für Erziehung, bie zugleich Gauwalter des NSLB. sind, nach ber Reichsschule Donnbors bet Bayreuth einberufen hatte. Nach einem Bericht bes Reichsgeschäftsführers, Reichshauptstellenleiter Stricker, wurden in Referaten alle Probleme, bie aus ben derzeitigen schulischen Verhältnissen und dem kriegsbedingten Einsatz ber Erzieherschast er­wachsen sind, behandelt. Gauleiter Wächtler be­handelte oraanisatorische Fragen, die für den Kriegs« einsatz der Amtsträger des NS.-Lehrerbundes sowie aller Mitglieder der Berufsorganisationen und für bie weitere Arbeit ber Schule unb ihres lebensnahen nationalsozialistischen Unterrichts von Bebeutung sind.

Ausstellung japanischer Gchüler- zeichnungen in Weimar.

Japanische Schüler und Schülerinnen aller Schul­arten im Älter von 7 bis 17 Jahren hatten nach Abschluß des Kominternpaktes einen Zeichenwett­bewerb veranstaltet, aus dem vier Millionen Bil­der hervorgingen. Von diesen wurden 143 000 ausaewählt und mit herzlichen Worten der Freund­schaft der deutschen Jugend gewidmet. 750 werden jetzt in einer Ausstellung im Weimarer Schloß ge­zeigt, die durch den japanischen Botschafter O s h i m a eröffnet wurde. In den Ansprachen von Gauleiter 6 au cf e l, dem Reichswalter des NS.-Lehrerbun- des Gauleiter Wächtle» sowie dem Botschafter Oshima kam die deutsch-japanische Freundschaft zum Ausdruck, die auch in einem Austausch der beiden arteigenen organisch gewachsenen Volkskulturen ihre Bestätigung finde.

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