sagte der Fremde
(Nachdruck verboten.)
1. Fortsetzung.
rhm
und
bin mir
ent- vier
„Was wünschen Sie, fierr? Wer sind Sie? Kommen Sie nom Oelfeld? Ist es etwas Wich-
kann. Man hat erkannt, daß die Vitamine nicht zu einer „Uebergesundheit" führen können, sondern zur Erreichung der erbmäßig optimalen Gesundheit dienen.
In der Natur.kommt ein Fehlen von Vitaminen nicht vor, ein solches entsteht vielmehr erst durch fehlerhafte Nahrungsgewinnung und -Zubereitung. Zum Ausgleich der hierbei auftretenden Mängel helfen uns nun die Vitaminzugaben. Wie die neuesten Forschungen jedoch ergaben, reichen die bekannten Vitamine nicht aus, um eine Nahrung vollwertig und naturwertig zu machen.'Hierzu gehören vielmehr noch weitere Stoffe wie Aroma- und Duftstoffe, nahrungseigene Fermente und Vermehrungsstoffe. Die Äromastoffe z. B. verhindern eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen im strömenden Blut, wogegen die nahrungseigenen Fermente den Verdauungsvorgang fördern und dadurch zugleich die Wirkung der Vitamine erhöhen. Aromastoffe und Fermente sind hitzeempfindlicher als Vitamine. Sie sind in gekochter Nahrung meist zerstört, wogegen die Vitamine gewöhnlich noch vorhanden sind. Beide Gruppen von Nahrungsstoffen geben der unerhitzten Frischkost eine besondere biologische Bedeutung.
Ebenso wie die Pflanzen zum Wachstum Vermehrungsstoffe brauchen, benötigen nach den neuesten Erkenntnissen auch die Tiere diese Stoffe, um vollständig gesund zu sein. Diese Stoffe verschwinden durch mechanische Verfeinerung der Nahrung, z. B. durch Entfernung der Keime aus dem Korn. Ihr Fehlen macht die fettlöslichen Vitamine unwirksam, was zur Folge hat, daß keine neuen Zellen mehr gebildet werden, während der Abbaustoffwechsel weitergeht. Es ist ohne weiteres einleuchtend, daß dies zu einem verfrühten Verbrauch des Körpers und damit zu verfrühten Alterserscheinungen führt. Keines der bekannten Vitamine kann solchen Krankheiten, die mit dem verfrühten Eintritt von Alterserscheinungen, darunter auch der Karies (Zahnfäule), Zusammenhängen, vorbeugen oder gar sie heilen. Nur die Vermehrungsstoffe wirken vorbeugend.
Diese neuen Erkenntnisse erklären die schädlichen Folgen der Nahrungsverfeinerung, die sich am Brot besonders deutlich machen lassen. Wenn nämlich zu der geeigneten Grundkost Feinmehlbrot ohne Hefe zugegeben wurde, starben die Versuchstiere. Wurde aber das gleiche Feinmehl mit Hefe gebacken, so wuchsen die Versuchstiere und blieben gesund, weil die Hefe die Vermehrungsstoffe produziert. Erst Temperaturen über 160 Grad vermögen diese Stoffe zu zerstören.
Diese neuen Befunde haben die Ernährungslehre erheblich erweitert, denn nun sind einerseits Stoffe bekannt, die hitzeempfindlicher sind als Vitamine (Aromastoffe und Fermente) und anderseits Stoffe, die hitzestabiler sind, die Vermehrungsstoffe. Neben den durch die Vitamine heilbaren Mangelkrankheiten können jetzt auch die Alterserscheinungen als eine neue Gruppe von Ernährungsstörungen erkannt und erforscht werden. Die weitere Forschung wird uns vielleicht auch in Kürze die Mittel in die Hand geben, um den Alterserscheinungen wirksam entgegenzutreten.
Kür Tapferkeit vor öem Kemöe.
Feldwebel Alfred Balser, Gießen, Walltorstraße 65, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde im Osten mit dem Eisernen Kreuz II.Klasse aus- : gezeichnet.
Der am kommenden Sonntag, 20. September, stattfindende Wehrtampftag der SA., der von den Standorten 116 Gießen» 145 Büdingen, 222 Friedberg, sowie den Betriebssportgemeinschaften der DAF. und dem NSRL. gestattet wird, weist ein — jeden Volksgenossen interessserendes — reichhaltiges Programm auf.
Die Vorkämpfe, die mit dem um 6 Uhr früh beginnenden 20-Kilometer-Geländemarsch eröffnet werden, umfassen neben allen Kämpfen, wie sie die Ausschreibungen vorsehen, besonders die Schieß- wettkämpfe. Die das Publikum hauptsächlich interessierenden Entscheidungskämpfe des Nachmittags werden um 15 Uhr auf dem Universitäts- Sportplatz mit einer Kundgebung eröffnet.
In bunter Reihenfolge wechseln sich anschließend ab: 1000-Meter-Mannschaftslauf der Betriebssportgemeinschaften, 200-Meter-Hindernislauf (im Dienstanzug, es sind drei Hindernisse zu überwinden), Tauziehen, 8X75-Meter-Pendelstaffel der Betriebssportgemeinschaften, 75-Meter-Sturmlauf im Dienstanzug über zwei Hindernisse mit anschließendem Handgranatenzielwurf, 75-Meter-Sturmlauf im Sportanzug unter den gleichen Bedingungen, Hand-
. Gießen am Sonntag im Zeichen des Wehrkampstages der SA
Kundgebung der Ortsgruppe Greßen-Süd.
Gauamtsleiter Holländer spricht heute, Freitagabend, 20.15 Uhr, in einer Kundgebung der Ortsgruppe Düd in der Aula der Universität'über das Thema „Vorwärts bis zum Endsieg!"
Austausch
von Deckeln zu Einmachgläsern.
In vielen Haushaltungen besitzen die Frauen Gläser ohne passende Deckel und Deckel ohne die dazu gehörigen Gläser. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat das Deutsche Frauenwerk in der Beratungsstelle, Gießen, Lindenplatz, eine Austauschstelle hierfür eingerichtet. Jeden Vormittag können Hausfrauen tadel-
tiges?"
„Mach schon auf, Eosebia! . v „ ärgerlich: „zum Teufel, erkennst du mich denn nicht mehr?" . Er hob das Gesicht mit einem Ruck ms volle Mondlicht. Die Alte starrte ihn an, ihre Aug-- äpfel quollen weiß aus dem schwarzen Gesicht.
„Senor Malte ..stammelte sie, „heilige Mutter Gottes!" Sie schloß mit zitternden Händen auf.
„Lauf schon", drängte er, „weck deinen Herrn!"
Ein Mann rechnet ab
Roman von Horst Biemath« *
Orgassa schien die Zurückhaltung nicht zu bemerken, er schüttelte Brackmanns Arm mit beiden Händen: „Ich habe immer an dich denken müssen in diesen vergangenen Jahren, und . ich habe alles mögliche für dich zu tun versucht. Wirklich, ich habe mich ehrlich um deine Sache bemüht, aber es war hoffnungslos ..
Brackmann mußte sich fast mit Gewalt aus Or- gafsas Händen befreien. Er verzog den Mund, es sah aus, als hätte er eine scharfe Entgegnung auf den Lippen oder als ersuche er Orgassa zum min» besten, seine Beteuerungen für sich zu behalten und die Vergangenheit ruhen zu lassen.
„Ich muß mit dir sprechen, Jens", sagte er. „Aber im Hause, wenn es möglich ist."
„Natürlich, Malte!" rief Orgassa lebhaft. „Ach, Menschenskind, ich hätte ein Kalb geschlachtet, wenn ich geahnt hätte, daß du heute vor mir stehen würdest!"
Brackman schnippte ungeduldig mit den Fingern. Orgassas Herzlichkeit und Wiedersehensfreude schienen ihm lästig zu sein. Die Zeit mußte ihm wohl kostbar sein. Orgassa hörte Karens Schritte hinter sich, er drehte sich um und zog sie an der Hand herbei: „Ja, und das ist also Karen ... Du erkennst sie nicht wieder, was? Ja, lieber Gott, ich kann es manchmal selbst kaum glauben, daß ich schon eine erwachsene Tochter habe. Nun, Madel, rätst du, wer da vor die steht? Erkennst du ihn?"
„Malte Brackmann ..sagte sie leise.
„Onkel Matte hast du ihn genannt", rief Orgassa mit einem kleinen, tiefen Lachen. „Onkel Malle ..." Er schlug Brackmann herzlich auf die Schulter. Karen reichte Brackmann die Hand. Er verbeugte sich leicht und sah sie kaum an.
„Ich wollte dich sprechen, Jens!" wiederholte er störrisch und fast unhöflich. Seine Brauen rückten näher zusammen, über der Nase erschien eine scharfe, senkrechte Falte. Orgassa griff nach seinem Arm.
'Fortsetzung folgt.)
„Malte Brackmann ... du?" stieß er hervor und sah sich plötzlich um, als lausche er, ob sich in der Nachbarschaft unberufene Zuhörer befänden. „Auf der Flucht?" flüsterte er ängstlich und mit einer Bewegung, die erkennen ließ, daß er bereit war, den anderen ins Haus zu ziehen auf jeden Fall weiterzuhelfen.
Brackmann schüttelte den Kopf. „Ich lassen", antwortete er ruhig. „Man hat Jahre geschenkt. Eine Amnestie bei dem Präsi- dentenwechsel, verstehst du ..."
Orgassa streckte ihm beide Hände entgegen. Man sah es ihm an, daß ihm ein Stein vom Herzen fiel. „Gott im Himmel", rief er aufatmend, „wie mich das freut! Ich kann es dir gar nicht sagen! Vier Jahre ..." Es sah aus, als ob er Anstalten träfe. Brackmann zu umarmen. Brackmann trat einen kleinen Schritt zurück und streckte Orgassa die Hand hin; es war eine kühle, sparsame Bewegung
„Besuch für Sie, Senor Orgassa, überraschender Besuch!"
Orgassa trat ein paar Schritte näher. Hinter ihm wurde die schlanke Gestalt eines Mädchens sichtbar.
„Wer ift's, Papa?" H
Orgassa hob unsicher die Schultern: „Keine Ahnung ..." 'murmelte er. Der Fremde, den Eosebia „Senor Malte" genannt hatte, kam ihm nicht allzu rasch entgegen.
„Guten Abend, Jens", grüßte er und legte zwei Finger an den Hutrand, als er nur noch ein paar Schritte von Orgassa entfernt war.
„Guten Abend, Senor ...", erwiderte Orgassa fragend.
Der späte Besucher nahm den Hut vom Kopf. „Zum Teufel!" rief er mit feiner rauhen, brüchigen Stimme. „Habe ich mich denn so völlig verändert, daß ihr mich alle nicht mehr erkennt?"
Orgassa starrte ihn mit dem gleichen Ausdruck ungläubigen Erstaunens und halben Schreckens an, dem der Fremde vor wenigen Minuten bei der alten Dienerin des Hauses begegnet war.
Im Fuldaer Ernährungsamt brachen bisher noch unbekannte Täter mit einem Brecheisen Z immer- ihren, Schränke und Schreibtische auf und e n t - sendeten Lebensmittelkarten aller Art, orwiegend Urlauber-Raucherkarten für 7 Tage und Zutterkarten gelblich-grüner Farbe mit dem Austruck 62,5 g, die nur ans ärztliches Attest ausge- {ieben werden. Die Speisewirtschaften und Lebens- littelgeschäfte werden gebeten, bei Auftauchen folger Butterkarten sofort die nächste Pol'Zei- oder IBenfcarmerieftation zu verständigen. Die Polizei- verwaltung Fulda hat für sachdienliche Angaben eine Belohnung von 300 RM. ausgesetzt. ____
Aus den Aermeln des Anzuges, der ziemlich neu, CUS gutem Stoff, aber gänzlich unmodern war nb auch einen miserablen oifc hatte, als wäre er bei einem Trödler erworben worden ragten wei große, zerfchundene Hande hervor. Weih limmcl, womit der Fremde sich sein Geld,^dier» atie, aber dafür, dotz seine Fmgcr so Zer chunden mssahen, hätte er besser genährt und gekleidet sein Hülfen. Denn wer hier arbeitete, verdiente Geld Her schwer arbeitete, verdiente sogar viel @eto. Der Fremde sah nicht danach auo, als ob er Reich- ümer gesammelt hätte. . .
lieber dem schweren Tor aus Campecheholz hing Inter einem kleinen Galgen der Griff eines Saute. wertes; es war ein eiserner Tannenzapfen fraglos hatte er einst einer Schwarzwälder Uhrai-Ge> nicht gedient, deren hölzernes Gehau e bem। rber den Termiten zum Opfer gefallen roar. £er fremde zog daran. In weiter Ferne ga 3 . lünnes, blechernes Geschepper. Und fast augenbli - ch erschieii ein Wesen in einem langen, bis Zu den Knöcheln reichenden Nachtgewand aus weißer Saumwolle. Es war Eosebia, Orgassas D^nerm, ine alte Negermammy, deren Körperfülle von ?ahr zu Jahr beängstigender wurde.
„Senor Orgassa daheim?" fragte der drembe, its die Alte nur noch durchs Tor getrennt vor ihm ^Gewiß, Herr ... aber er schläft bereits ...
..Dann weck ihn auf!"
Die Alte flirrte unschlüssig mit einem g* kund. Sie versuchte das Gesicht des zu erkennen, aber die breite Hutkrempe versch ir Züge.
Aus aller Welt.
Hm die Schachmeisterschaft von Europa.
In der zweiten Runde um die Schachmeisterschaft Ort Europa war die Partie Aljechin — Napo- itano stark umlagert. Diesmal stellte der Jta- iener, der sich sizilianisch verteidigte, dem Führer er weißen Steine so schwierige Probleme, daß lljechin in große Zeitnot geriet. Aber er schaffte ie 40 Züge in seinen 2J4 Stunden und erreichte trotz der ersichtlichen Aufregung sogar materiellen torteiL Mit dem Mehrbauern Aljechins wurde die Partie nach fünf Kampfstunden abgebrochen. Durch einen Sieg über Napolitano hat sich der Welt- neifter bereits nach der zweiten Runde allein an ie Spitze des Turniers gesetzt, denn die in der rften Runde gleichfalls siegreich gewesenen Bo - o l j u b o w (Generalgouvernement) und K e r e s Estland), teilten sich in einer preußischen Partie >ach siebenstündigem Kampf in den Gewinnpunkt, nb Rohacek (Slowakei) verlor gegen Radar Kroatien). Foltys (Protektorat) zog durch einen Sieg über Stoltz (Schweben), der wieder anfangs leffer stand, mit Bogoljubow und K e r e s bei e VA Punkten gleich. Der deutsche Landesmeister teil st ab gewann gegen den anziehenden Zarcza (Ungarn) und damit feinen ersten Punkt. Sunge und Richter (Deutschland) trennten sich nentschieden, so daß letzterer, wie auch Rellstad lurb1 Rohacek einen Punkt hat. Im Aufstiegsturnier erlor A h u e s gegen den Schweden Daniels- o n, der nun als einziger hier zwei Punkte hat. 5ub aric (Kroatien) trotzte Müller (Deutsch- and) ein Unentschieden ab.
Hochverräter hingerichtet.
Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt üt: Am 17. September 1942 ist der am 8. Oktober 910 in Pfungstadt geborene Wilhelm Kloeppin - ev hingerichtet worden, den der Volksgerichtshof m 25. Juni 1942 zum Tode verurteilt hat. Kloep- linger hat sich hochverräterisch gegen das Reich be- ätigt. Am selben Tage sind der 31 Jahre alte Otto ) a e u s 1 e i n und der 50 Jahre alte Adam Leis, eibe aus Frankfurt a. M., die der Volksgerichtshof Ijen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode ver-
>ilt hat, hingerichtet worden. Haeuslein und Leis en sich bis lange Zeit nach Ausbruch des Krieges -verräterisch gegen das Deutsche Reich betätigt, ließlich wurden am gleichen Tage der 41 Jahre Edmund German, der 44 Jahre alte Anton e i t i n g e r, der 36 Jahre alte Wilhelm Hugo i der 43 Jahre alte Julius Nees, sämtlich aus mffurt a. M., die der Volksgerichtshof' wegen Bereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt , hingerichtet. Diese Verurteilten haben als Hvch- räter im Kriege die Widerstandskraft des deut- n Volkes zu zerfetzen versucht.
Einbruch im Fuldaer Ernährungsamt.
Hifferfreu$fräger Hauptmann Ernst Werner.
LPD. Der mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnete Hauptmann Ernst Werner stammt aus dem Gau Hessen-Nassau. Er wurde am 19. Januar 1912 als Sohn des Kreisdirektors Ernst Werner in Mainz geboren. Nach dem Besuch der Höheren Landwirtschaftsschule in Umstadt trat er im April 1933 als Polizeianwärter bei der Landespolizeischuls Darmstadt ein. Im Ja- nuar 1935 zum Leutnant befördert, wurde er im März 1936 in das I./J.-R. 81 übernommen. Am 1. Januar 1942 wurde er Hauptmann.
Oie Schlacht um Stalingrad in der neuen Wochenschau.
Während das deutsche Volk im Banne des gewaltigen Geschehens steht, das sich mit schicksalhafter Präzision im Raum von Stalingrad vollzieht, bringt die neue Wochenschau einen packenden Bildbericht, der die ganze Stärke und Größe des ent- scheidungsoollen Ringens um diese wichtige Wolga- Festung ahnen läßt. Unaufhaltsam rücken Infanterie und Panzer ttotz aller mit dem Aufgebot stärkster Kräfte vorgetragenen Entlastungsangriffe der Sowjets weiter vor, mitten in bas feindliche Befefti- qungssystem hinein. Wie ein gewaltiges Fanal wirkt das Schlußbild auf den Beschauer, wenn die militärischen Anlagen der Festung in Flammen stehen und eine riesige Wand von Qualm und Rauch den Himmel verfinstert.
Das unvergleichliche Heldentum, das unsere Soldaten mit jedem Tag aufs neue vor der ganzen Welt unter Beweis stellen, spricht mit der gleichen Eindringlichkeit aus den Kampfberichten von der Wolchow-Front.
Aufnahmen vom Uebersetz'en deutscher und rumänischer Verbände über die Straße von Kertsch und vom Vorrücken unserer Truppen in den-Urwäldern des Kaukasus leiten über zu Bildberichten vom Sturm auf Noworossijsk, dem bedeutenden Sowjethafen am Schwarzen Meer.
Den Auftakt der neuen Wochenschau bildet ein äußerst eindrucksvoller Bericht von der erfolgreichen Feindfahrt eines deutschen U-Bootes nach dem St. -Lorenz-Strom im Süden Kanadas. Hier wird der Film in selten glücklicher Weise zum Mittler unmittelbarsten Erlebens, und der Beschauer wird ganz gefangen genommen von dieser mit Spannung erfüllten Atmosphäre, wie sie im engen Raum eines U-Bootes herrscht. K. F.
Goethes „Geschwister" als Oper.
Der Komponist Ernst Meiierolbersleben äußerst sich, wie wir einer Mitteilung des Dramaturgischen Büros entnehmen, u. a. folgendermaßen über sein Werk: Mancher wird sagen: „Wie kann man ein Goethesches Schauspiel vertonen?" Abgesehen davon, daß Goethe selbst an eine Vertonung gedacht hat, wollte ich den Versuch wagen, ein Werk zu schreiben, das in feiner musikalisch formalen Ent-, wicklung sich analog der dichterischen Entwicklung gestaltete. Es mußte ein klingendes Parlando gefunden werden, das die musikalische Diktion immer in Fluß hält und dafür sorgt, daß die Struktur nicht in , Arie und Rezitativ zerfällt. Damit wirb vom Sänger sehr viel verlangt. Die Musik will
granatenweitwerfen, 8X75-Meter-Trägerpenbelstaf- fei (als Erschwerung: Dienstanzug, Tragen von zwei Patronenkästen im Gewicht von je 3,5 kg), Dor- lauf 10X200-Meter-Hindernisstaffel, Vorführung der Mädelgruppe des NSRL., 6X50-Meter-Pendelstaf- fei der Frauen der Betriebssportgemeinschaften, Boxoorführung des NSRL., Tanz der Frauen der Betriebssportgemeinschaften, Entscheidung 10X200- Meter-Hindernisstaffel.
Der Wehrkampftag endet mit der um 17 Uhr stattfindenden Schlußkundgebung. Wer aus Gießen, Stadt und Land, beweisen will, daß er mit dem Geist der Wehrhaftigkeit, der in diesem Kriege Front und Heimat zu unerschütterlicher Einsatzbereitschaft zusammenschließt, verbunden ist, nimmt^ am kommenden Sonntag an diesem, von den Sturmabteilungen des Führers durchgeführten Appell an den Wehrwillen der Heimatfront teil. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Die Parole für die Männer und Frauen, für die Soldaten und die Jugend Gießens am kommenden Sonntag muß lauten: „Heraus zum Wehrkampftag der SA.!"
Der Inspekteur der Standarte 116, 222, 145: gez. Schädlich, Standartenführer.
los gute Deckel dort tauschen gegen diejenigen Größen, die sie benötigen. Selbstverständlich kann jede Hausfrau nur so viele Deckel erhalten als sie mit- bringt.
(Studienrat Prof. Or. W. Heymann f-
Lehrkörper und Schülerschaft der Justus-von- Liebig-Oberschule zu Gießen haben durch den plötzlichen Tod von Herrn Professor Dr. W. Heymann einen schweren Verlust erlitten. Mit ihm ist ein lieber Amtsgenosse, ein trefflicher Erzieher und Freund der Jugend, ein liebenswürdiger Mensch dahingegangen.
Professor Dr. W. Heymann wurde am 23. Mai 1878 in Rodheim an der Bieber als Sohn des Lehrers Philipp Heymann geboren, er besuchte die Volksschule seines Geburtsortes und das Realgymnasium zu Gießen, das ihn 1898 nach wohl- beftandenem Abiturientenexamen auf die Universität entließ. Er studierte an der Universität Gießen Französisch, Englisch und Geschichte und schloß sich dem Gießener Wingolf an. Vom Herbst 1902 bis Ostern 1903 bereitete er sich in dem Seminar des Gymnasiums zu Gießen auf die Lehrtätigkeit an der höheren Schule vor und wurde am 1.10. 1905 zum Lehramtsassessor ernannt. Am 1.4.1906 erhielt er die Anstellung als Studienrat an der Höheren Bürgerschule zu Groß-Gerau und wurde nach Beendigung des Weltkrieges an die Oberrealschule zu Gießen, die jetzige Justus-von-Liebig^Oberschule, versetzt. — In den Jahren 1903 und 1904 leistete er sein Dienstjahr beim Infanterieregiment 166 ab; am ersten Weltkrieg nahm er im Landwehrregiment 116 von Anfang bis zu Ende teil und verließ die Truppe mit dem E. K. II. und I. Klasse und anderen Auszeichnungen. Im gegenwärtigen Kriege wurde er als Oberleutnant zu längerer Dienstleistung einge- zoSen. In treuer Kameradschaft blieb er auch nach dem Weltkrieg der alten Truppe verbunden und betätigte sich eifrig in den Vereinigungen des LJR. 116.
Ruhig und sicher hat er die jungen Menschen, die ihm anoertraut waren, durch die Schule geleitet. Es kam ihm nicht nur auf die Uebermittlung von Wissensstoff an, er suchte vielmehr seinem Wesen gemäß Lust und Liebe in die Unterrichtsstunden hin- einzutragen; er verstand es trefflich, zwischen sich und seinen Schülern ein fruchtbares Vertrauensverhältnis zu schaffen. Seine Güte gewann ihm die Herzen der Kleinen und die Verehrung der Großen. Er besaß das Herz und das Einfühlungsvermögen des ge= borenen Erziehers. Dem Leben aufgeschlossen, verfolgte er den Lauf der ^geit, zutiefst sich seinem Volke verbunden fühlend, immer aber das Gemeinsame, das Verbindende betonend. So war er immer ein Element des Friedens und des Ausgleichs, von allen geschätzt, die mit ihm umgingen. Ein goldener Humor, der in tief religiösem Herzensgründe verankert war, begleitete ihn durch das Leben bis in seine letzten Tage. Sein Lebensweg hat ihn an feine hessische, insbesondere an seine oberhessische Heimat gebunden. Ihr war er von Herzen ergeben. Daher spürte er auch mit besonderem Interesse ihrer Vergangenheit, ihrem Brauchtum, ihren Eigentümlichkeiten nach. Davon zeugt mancher Aufsatz ortsge- . schichtlichen Inhalts aus feiner Feder. Er war ein liebenswerker, ausgeglichener Mensch, dem viele nachtrauern.
Aus der GLadi Gießen.!
Bitamine.
Die Vilaminforschung hat die alte wissenschaftliche Ernährungslehre erweitert und ergänzt. Die jüngsten Ergebnisse dieses Forschungszweiges, die Prof. Dr. K o 11 a t h , der Direktor des Hygiene- Instituts der Universität Rostock, im Organ des Reichsforschungsrates mitteitt, haben nun zwar feine Notwendigkeit und Nützlichkeit bestätigt, aber auch erwiesen, daß man von Vitaminen allein nicht leben
Die Alte rang noch immer nach Atem: „Senor Malte ... wirklich und wahrhaftig ..." Sie tastete nach seinem Aermel und rieb den Stoff Zwischen den Fingern, als müsse sie sich davon überzeugen, daß er Mensch und nicht ein Gespenst fei.
„Geh schon!" wiederholte er ungeduldig.
„Senor Orgassa schläft ja gar nicht", flüsterte die Alte, „ich sagte es nur so, weil ich nicht ahnen konnte,' daß Sie es waren. Sie sitzen auf der Veranda — um sich zu erfrischen —, und weil Senor Orgassa immer schlechter schlaft, von Jahr zu Jahr. Die Aerzte meinen, es sei das Herz ... Unsinn! Ich weiß beffer, was ihm fehlt. Er kann den Tod der guten Senora nicht verwinden ..."
Er unterbrach ihr Geschwätz: „Ist jemand bei ihm?" fragte er mißtrauisch.
Niemand als Senorita Karen ...
"Karen ... ach so, ich vergaß ...", murmelte er.”„Sie muß ja inzwischen erwachsen (ein ..."
Die Alte kicherte: „Eine Dame, Senor Matte, eine richtige Dame! Sie erkennen sie bestimmt nicht wieher! Wie alt war sie damals? Vierzehn oder fünfzehn, wie?" _ . .
Sie wurde von Orgassa unterbrochen. Er trat aus der Veranda ins Freie und spähte kurzsichtig zum Tor hinüber. Das Mondlicht erlaubte sich den Sehen sein weißes Haar hellblond zu färben. Er trug einen bunt gestreiften Schlafanzug aus leichter Seide. .
„Wer ist dort? He, Eosebia ...!
amie der Wissenschaften wirkte er von 1911 bis 927. Er ist Herausgeber des „Zoologischen Be- chtes", von dem 53 Bände vorhanden sind, des Nordischen Plankton", der „Verhandlungen der rutschen zoologischen Gesellschaft" sowie der Wis- nfchaftlichen Ergebnisse der deutschen Tiefsee-Expe- tion".
rlusländisch.deutsches Medizinerlresfen in Innsbruck. Aerzte aus 25 Nationen haben sich in Innsbruck isammengefunden. Die Beratungen beschäftigen ch vor allem mit Wehrmedizin, Krebsforschung, teDÖItcrungspolitif und Tuberkulose. Reichsgesund- eitsführer Dr. C o n t i entwickelte die Gesundheits- tuation des deutschen Volkes. Ein Volk könne nur ann gedeihen, wenn es genügend Raum und ge- ügeni) Ackerboden habe, sonst sei ein pathologischer Ubbau unvermeidlich. Wir Deutsche erkämpften ns heute den Boden, den wir zum Leben brauch- n. Der Gedanke vom Wert des Blutes fei nicht m die Völker trennendes, sondern durch die An- rtennung der natürlichen Unterschiede ein versöh- endes Moment. Nicht gelte das für die Juden, ie nie ein Volk im Sinne der Eigenständigkeit swefen seien und immer nur ein parasitäres Dann führten. Die besondere Sorge der Volksführung ehöre der Jugend. Deutschland werde feine Jugend hne die gesundheitlichen Schädigungen früherer riege durch diesen uns aufgezwungenen Weltkampf ringen.


