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Aektag, 18. September M2

Eichener Anzeiger

für die Freiheit unseres Volkes verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 172. Luftsieges als 5. Soldaten der deutschen Wehrmacht die höchste deutsche Tapferkeits­auszeichnung, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."

Als Sohn eines Bäckermeisters, des nachmaligen Lindenwirtes, 1912 in Engen bei Konstanz geboren, verschrieb sich Graf früh der Segelfliegerei, nach­dem er schon als Junge Flugmodelle angefertigt hatte. Aber er wurde dann Kommunalbeamter, der bis zum Kriege die Fürsorgeverwaltung seiner Va­terstadt leitete. Er übte Jahr für Jahr, um Reserve­offizier zu werden. Im Kriege flog er zuerst im Westen, war dann Lehrer für den Nachwuchs der Jagdfliegerei und errang im Süden der Ostfront seine großen Erfolge. Nach 42 Abschüssen erhielt er am 24. Januar 1942 das Ritterkreuz. Bis Ende April stieg seine Abschußziffer auf 58, um dann in knapp einem Monat auf 104 anzuwachsen. Der Führer verlieh ihm am 17. Mai das Eichenlaub, und schon zwei Tage darauf die Schwerter. Oberleutnant Graf gehört als Obersturmführer dem NSFK. an. Bisher hat der Führer die höchste deutsche Tapferkeitsaus­zeichnung an folgende Soldaten verliehen: Oberst M ö l d e r s, Oberst Galland, Major G o l l o b, Oberleutnant Marseille, Oberleutnant Graf.

Stützpunkten eine Gruppe, ein wehrnest, ein Geschütz ober eine Panzerabwehr-

V erli a. 17. Sept. (DRV.) Der Führer Hal Ober­leutnant Hermann Graf, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub mit Schwer­tern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm folgendes Schreiben übermittelt:In Würdigung Ihres im­merwährenden heldenmütigen Einsatzes im Kampf

in locker dem Gelände an

DNB.-Funkspruch, 17. Sept. (PK.) Fünfzig Tage lang berennt der Bolschewist die Stadt Rschew. Fünfzig Tage lang hat er mit vier seiner Armeen mit ungeheurem Einsatz an Artillerie aller Kaliber, mit Unterstützung stärkerer Verbände seiner Luftwaffe und einem gewaltigen Aufwand von Panzern versucht, die Stadt an der oberen Wolga zu erstürmen, dieeralsEckpfeiler desmitt­leren Abschnitts der deutschen Ostfront an­sieht und um deren Besitz er schon seit Beginn der großen Winterschlachten Ende des vorigen Jahres kämpft. Es ist ihm in diesen fünfzig Tagen nicht gelungen, sein Ziel zu erreichen. Noch immer stehen die deutschen Divisionen darunter manche, die vor fast einem Jahr in den Endkämpfen der großen Kesselschlachten das Gebiet des oberen Wolgalaufes eroberten und die ersten Brücken über den Strom schlugen zäh und unerschüttert rings um die Stadt. Mit einer mehr als fünffachen Uebermacht an Jnfanterieeinheiten, die sich der Kopfzahl der in den Kampf geworfenen Massen nach aufdasacht-biszehnfache st eigert, haben die sowjetischen Führer zweier heeresab- schnitte sich bemüht, von zwei Seiten her die Stadt in die Zange zu nehmen.

Zunächst von Norden her, wo die Front des Winters nur wenige Kilometer nördlich der Wolga sich um die Stadt herumzog und wo ein Durchstoß der dünn besetzten deutschen Front rasch zu einem sichtbaren Erfolg hätte führen sollen. In 24 Stunden sollte nach dem in unsere Hand gefalle­nen Befehl des Befehlshabers dieser Angriffs­gruppe, General K o n j e w, die Stadt in bolsche­wistische Hand gebracht sein. Mehrere Schützendivi­sionen und Panzerbrigaden waren dazu angesetzt, stürmten in dichten Massen und mit starker Ar­tillerievorbereitung an und wurden nach kurzem Anfangserfolg mit einem Geländegewinn von ge­ringer Tiefe weit vor der Stadt aufge­halten und in den Boden gezwungen.

Seit Wochen hat der Feind von hier aus immer neue Sturmwellen gegen unsere Reihen vor­gejagt, hat immer neue Panzermassen herangeführt, mal hat er hier ein Dorf, dort eine höhe, ein Waldstück oder einen Geländestreifen genommen und behalten fein erhoffter Durchbruch ist ihm nicht gelungen. Und auch heute, nach 50 Tagen Abwehrkampf gegen weit mehr als 120 Angriffs­

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Die Brillanten zum Ritterkreuz für Oberleutnant Graf.

im bisherigen Umfang nicht mehr gestattet. Wieder­holte Vorstellungen Chiles und die Bekanntgabe des chilenischen Mindestbedarfes an diesen Produkten wurden in Washington mit der Erklärung abgetan, bas nackte Leben der demokratischen Völker stehe auf dem Spiel".

Oie LlSA. kontrollieren die Industrie Brasiliens.

Buenos Aires, 18. Sept. (Europapreß.)La Nacion" enthüllt die Ziele der von Roosevelt nach Brasilien entsandten technischen Kommis­sion. Sie soll hauptsächlich Brasiliens Metall­industrie, die chemische und die Textil­industrie unter ihre Kontrolle nehmen. Ferner soll sie auch die Verwertbarkeit der brasilianischen Bauxit- Vorkommen untersuchen. Auch Chrom- und Mangan-Erzlager sind Gegenstand des nordamerikanischen Interesses. Die nordamerika­nische Mission soll aber auch in den Arbeitsprozeß Brasiliens eingreifen und das brasilianische Trans­portwesen im Interesse der nordamerikanischen Industrie umgestalten.

Präsident Roosevelt hat auf Vorschlag einer un­ter der Leitung des Juden Baruch stehenden Kom­mission zur Untersuchung der Schwierigkeiten in der Gummi-Versorgung den Präsidenten der Union Pacific Railway, William Jefferson, zum Gummi-Kommissar der Vereinigten Staaten ernannt.

gepaßten Maschinena?- zerabwehr-

fen seien und die südamerikanischen Länder diesen Plänen mit allergrößtem Interesse gegenüberstün- den, so tut man doch gut, auch bei diesen Plänen die agitatorische Seite gebührend in Rechnung zu stellen. Pläne, Geld und Ingenieure genügen nicht, um die ungeheuren Schwierigkeiten zu überwinden, die die Natur hier dem Menschen entgegenstellt/ Außerdem fehlt es nicht nur in den Vereinigten Staaten bereits bedenklich an Rohmaterial, sondern vor allem auch in den mittel- und südamerikanischen Ländern, die in dieser Beziehung völlig von der Einfuhr ihres nördlichen Nachbarn abhängig sind, die ja, wie allgemein bekannt sein dürfte, seit dem Ausbruch des Krieges im Pazifik fast völlig ein­gestellt wurde. Es" dürfte also noch eine ganze Weile vergehen, bis Roosevelt auf dieses von ihm so stark geförderte strategische Straßennetz als auf eine vollendete Tatsache blicken kann.

Oie LlGA.-Erdöllieferungen an Chile um 40 Prozent herabgesetzt.

Buenos Arres, 17.Sept. (Europapreß.) Die Vereinigten Staaten sahen sich gezwungen, die Liefe­rung von Benzin und Petroleumerzeugnissen an Chile um 40 v.H. zu vermindern, weil der Man­gel an Tonnage und der wachsende Bedarf der Wehrmacht der alliierten Nationen eine Belieferung

flöße der Bolschewisten, zieht sich die deutsche Haupt­kampflinie im Halbkreis um die ersehnte Stadt Rschew herum.

Die zweite sowjetische Stoßtruppe, die von der vor Moskau liegenden Front unter Befehl des stell­vertretenden Kriegskommissars Schukow gestellt wurde, griff vonOstenher beiderseits der Wolga an. Der Angriff brach drei Tage nach dem von Nor­den herumkommenden los und wurde mit noch stärkeren Kräften geführt. Insbesondere war in diesem Abschnitt der Panzereinsatz weit größer. Viele Panzerbrigaden waren zum Teil in massierten Angriffen gegen unsere Stellungen an­gerollt. Insgesamt haben die Bolschewisten an bie zweieinhalbtaus.end Panzer zur Erobe­rung von Rschew zusammengeführt!

Der auf schmalem Raum in mehreren aufeinander­folgenden Wellen anstürmende Feind konnte hier einige Anfangserfolge erzielen und vor allem s ü d - li ch d e r W o l g a als Folge eines Einbruchs seiner Panzerkorps einigen Raum gewinnen. Denn die ihm gegenüberliegende Front war im ganzen nur von wenigen deutschen Infanteriedivisionen besetzt, wobei der Hauptstoß nahezu von einer Divi­sionallein aufgefangen werden mußte. So konn­ten die Sowjets an der Ostfront der Verteidigung von Rschew den vorspringenden Teil des Armee- flügels um einige Kilometer zurückdrängen und die Stadt von Südosten her bedrohen, bis die recht­zeitig herangeführte Reserve eingriff Truppen­teile, die sämtlich aus dem Armeebereich selbst stammten und nach Abschluß der Juli-Kesselschlacht zur Auffrischung herausgezogen worden waren, so daß der bolschewistische Angriff ohne Inanspruch­nahme von Kräften aufgehalten wurde, die dem Schwerpunkt der deutschen Kriegführung, der Süd- front, an Kaukasus, Don und unterer Wolga, ent­zogen worden waren.

Damit mar der eigentliche Plan der sowjetischen Heeresleitung, eine Entlastung für die im Süden geschlagenen Armeen zu bringen, grund­legend gescheitert. Wie weit seine Ziele ge­spannt waren, lassen die beim Angriff von Osten her eingesetzten zwei Kavalleriekorps er­kennen, deren Marschziele bei dem erwarteten Durchbrechen der deutschen Ostfront in der ßirtie SmolenskWitebsk lagen. Ein Geländegewinn, der auf der Karte der Ostfront kaum einzuzeichnen ist.

Emigrantentraum.

Die kurze Frist, in der die Republik Polen unter den Schlägen der deutschen Wehrmacht zu­sammenbrach, zerstörte das trügerische Bild einer Fata Morgana. Aller Welt wurde offenbar, wel­chen erschreckenden Umfang Ohnmacht und Unzu­länglichkeit der polnischen Staatsführung angenom­men hatten. Wenn trotz alledem die Westmächte an der Fiktion eines polnischen Staatswesens festhaltcn und in der Ferne Männer besolden, die sich den Anschein geben sollen, als wären sie die berufenen Vertreter des polnischen Volkes, so ist das einer jener Treppenwitze der Weltgeschichte, die niemals aushären. Allerdings hat man wohlweislich darauf verzichtet, in der Warschauer Konkursmasse nach neuem Kapital zu suchen. Die Operettenfigur, die nach der alten Melodie ihre ArieNoch ist Polen nicht verloren" fingen soll, ist der General S i - korfki. Fern vom Schuß, hat er in London fein Hauptquartier eingerichtet, und zu ihm pilgern die englischen und amerikanischen Journalisten, wenn sie Orakelsprüche über die zukünftige Gestaltung Osteuropas hören wollen.

Sikorski, früherer Lemberger Student, wurde schon in der alten österreichisch-ungarischen Armee Reserveoffizier. Im Weltkriege wurde ihm die Wer­bung für die polnische Legion anvertraut. Nach dem Zusammenbruch der Mittelmächte wurde er General, ohne jemals eine ernsthafte militärische Durchbildung genossen zu haben. 1922 gelangte er an die Spitze der Regierung, blieb hier jedoch nur ein halbes Jahr. Von seinem alten Freunde Pil- sudski, dessen Vertrauensmann er früher war, hatte er sich bereits längst getrennt. 1928 wurde er von dem großen polnischen Staatsmann verabschiedet und ging, bis zu dessen Tode mit ihm nicht ver­söhnt, nach Paris. Als im September 1939 der in mehr als zehnjährigem Aufenthalt schon fast zum Pariser Gewordene vom Ausbruch des Krieges zwischen dem Reich und Polen erfuhr, wollte er einem Ruf des damaligen Staatspräsidenten Mofcicki folgen und das Kommando über die Pose­ner Armee übernehmen. Doch der Krieg war schnel­ler als er. Es war gewiß sicherer und bequemer, in Paris zu bleiben und sich hort zum Oberkomman­dierenden der polnischen Armee in Frankreich machen zu lassen, obwohl es eine solche noch gar nicht gab. Doch auch in der Fremde war noch eine weitere Karriere möglich. Noch im Monat der pol­nischen Katastrophe übernahm Sikorski den Vorsitz einer in Paris gebildeten neuen polnischen Regie­rung. Er hatte noch insofern Glück im Unglück, als es ihm gelang, rechtzeitig vor dem Anmarsch der deutschen Trupppen nach London zu fliehen, wo er heute zuständig für Interviews und Autogramme im luftleeren Raum ist.

Wird der Friede die Vereinigten Staa­ten von Osteuropa bringen?" Nicht mehr und nicht weniger, als diese Frage, die ihm Eric K n i g h t, der Vertreter der amerikanischen Wochen­schriftSaturday Evening Post" stellte, zu beant­worten, hielt sich Sikorski für befugt. Er sah Deutsch­land schon besiegt und gefiel,sich in der Rolle einer Pythia, als er die Grenzen des neuen Staates ent­warf, von dem schon der gestorbene und längst ver­gessene kleine Staatspräsident und größere Geiger Ignaz Paderewski geträumt hatte. Von der Ostsee bis zum Mittelmeer sollen Polen, Tschechen, Ru­mänen, Jugoflaven und Griechen sich die Hand

RooseveltsPanamerikastraße"

Von unserem (nn)-Berichterstatter.

tanone allein norm Feind. Hier liegt der Infante­rist in einem Schützenloch, angelehnt an die Trüm­mer eines Holzhauses oder die ausgebrannten Reste eines zerstörten Panzers, geduckt im schmalen Pan­zerdeckungsloch, verstreut mit den Kameraden seines Zuges auf der weiten, flachen Ebene. Hier hält er in Schlamm und Sumpf, ohne Dach und Schutz jetzt schon von der >Herbstkälte östlicher Nächte verklammt, seinen Abschnitt. Und wenn die sow­jetischen Schützenhaufen zu Hunderten gegen ihn anstürmen und die schweren Panzer zu Dutzenden über den Hang auf ihn zurollen q r hält stand. Er weiß, daß seine Abwehr hier am Be­ginn des Wolgalaufes den Sieg feiner Kameraden am anderen Ende des riesigen Stromes sicher^

192. Jahrgang Nr. 220

J^ricbemt täglich, außer Ssnntags und Feiertags

Beilagen:

Gießener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle

Bezugspreis r

Monatliche,,.. .RM.1.80 SuckellgebÜSr... -25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

50 Tage Abwehrschlacht von Rschew

Von Kriegsberichter Dr. Erich von Lölhöffel.

Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer viS 8'/, Uhr desVormittagS Auzeigen-Preise

für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familienan­zeigen und private Gelegenbeitsanzeigen

14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen

Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°A> memf

General-Anzeiger für Oberhessen

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, Anfang September 1942.

Nach einer Reutermeldung aus Washington hat das Staatsdepartement bekanntgegeben, daß eine strategisch wichtige Straße, die die Vereinigten Staa­ten mit Panama verbinden soll und über deren Herstellung bereits- Vereinbarungen mit Guatemala, 6t Salvador, Honduras, Nicaragua, Costarica und Panama getroffen seien, so schnell wie möglich fer­tiggestellt werden soll. Die Pläne sähen die sofortige Errichtung auf Kosten der USA. von 625 Steilen wetterfester Straße vor, die der Verbindung mit den 1000 Meilen nobdamerikamscher Straßen dienen soll. Vom Staatsdepartement werde betont, daß die Fertigstellung dieser Straße nicht nur von strategischer Bedeutung sei, sondern daß dadurch auchdieBeförderungsschwierigkeiten der zentral amerikanischen Länder, die durch die schwierige Lage der Schiffahrt schwer getroffen seien, behoben würden.

Roosevelt hat es also eilig mit seinerPaname- rika-Straße", an deren Ausbau er zur Zeit aus fluten Gründen interessiert ist. Die Altmaterialsamm- ling in den USA. zeigt, daß auch im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten" die R o h st o f f e nicht unerschöpflich sind. Und als Rohstoff­lieferant für Nordamerika dient ja zur Zeit das ganze mittel- und südamerikanischeHinterland", das allerdings auf angemessene Gegenleistungen kei­nen Anspruch erheben darf. Außerdem verspricht sich Roosevelt von dem Bau dieser Straße selbst verftändlich eine noch stärkere politische Ein­haltung in mittel- und südamerikanische Belange, so daß die Eile, die das Staatsdepartement zeigt, einigermaßen verständlich ist. Im übrigen handelt es sich bei diesem Projekt nicht nur um die Verbin­dung zwischen den USA. und Panama, sondern die Panamerican Highway" ist von Kanada bis nach Feuerland geplant.

Parallel mit diesem Vorhaben wird an dem Aus­bau der großen Küsten st raße von Alaska nach Kanada gearbeitet. Bereits im März d.I. gab Kriegsminister Stimfon bekannt, baß Inge« nieure der USA.-Armee nach Kanada unterwegs feien, um Hilfsstraßen als erfte Vorbereitung für den Bau einer militärischen Autobahn zwischen den USA. und Alaska einzurichten. Diese Autostraße wurde die Arsenale der ost- und zentrakamerikani- sthen Staaten mit Alaska verbinden, eine Reihe von vorgeschobenen Luftstützpunkten miteinander Derb in- den und mit Nachschub versorgen. Roosevelt plant also den Bau eines strategische« Straßennetzes, das den ganzen amerikanischen Kontinent seinem Kriege dienstbar machen soll. Im einzelnen soll die Auto­straße von Kanada nach Feuerland über Texas und Kalifornien durch Mexiko, Guatemala, Salvador, Honduras, Ekuador, Peru, Bolivien und Chile ge­hen, wobei Abzweigungen über die Anden nach Rio de Janeiro, Buenos Aires, Uruguay und Paraguay vorgesehen sind, während die Küstenstraße von Alaska nach Kanada gleichzeitig die Staaten Wa­shington, Oregon, Kalifornien und Arizona Derb in« bin soll, um dann weiter nach Mexiko zu führen. Dort soll die mit der Texas-Straße für die 9Beiter- führt nach dem Süden zusammentreffen. Mr Kuba Md Haiti ist ein regelmäßiger Fährbootdienst vorgesehen. Einmal soll dieser Fährbootdienst den Osten Kubas erfassen, während ein zweiter Dienst über eine 800 Meile« lange Straße den Westen Kubas mit Yucatan in Mittelamerika verbinden soll.

Der Plan, der von Roosevelt mit aller Energie «fördert wird, sieht im einzelnen vor, daß die USA. die Ingenieure, die Baumittel also Stahl, Zement usw. und vor allem das Geld liefern, während die mittel- und südamerikanischen Staaten die Arbeitskräfte stellen. Vier große Brücken, je fine in Guatemala, Honduras, Nicaragua und in Panama wurden auf diese Weise bereits 193Q fertig« gestellt. Allerdings stellen sich dem Gesamtvorhaben große Schwierigkeiten entgegen, da nicht nur hohe 0eb i r g e, sondern auch sehr unwegsame Strecken, vor allem dieUrwälder Mittelamenkas, zu überwinden sind. In Mexiko und an der Grenze Guatemalas muß nicht nur im dichtesten Dschungel ein Gefälle von fast 3000 Meter überwunden wer­den, sondern auch in Guatemala, so daß es zweifel- »haft erscheint, ob bis zum Jahre 1944 diese Strecke ; fertiggestellt werden kann, da die periodischen Regen- | oüsse die halbfertiven Straßen immer wieder unter-- (püien und unpassierbar machen. Guatemala bietet Allerdings außer den eben erwähnten Schwierig­sten des Dschungels an der Grenze keine größeren Hindernisse, Während in Honduras bas Hauptpro­blem in der Abzweigung nach Tegucigalpa der Hauptstadt des Ländchens, liegt. Die Gesamtstrecke in Honduras beträgt allerdings nur knapp 100 Mei­len, während für Honduras rund 200 Meilen vor­gesehen sind, die allerdings wieder gespickt sind mit Hindernissen aller Art. Hier muß die Straße durch unwegsames Sumpfland zwischen zwei großen Seen und dem Pazifik hindurchgeführt wer- ten. Die gleichen Schwierigkeiten bieten «sich in Eo- ftarica, das im Plan mit rund 350 Meilen Stra- tenlänge vorgesehen ist, die allerdings fast aus­schließlich dyrch ungünstigstes GeländeSumpf, Urwald, Gebirge führen. Die Hauptstadt Costa- ncas, San Jose, liegt 2400 Meter hoch, unmittelbar dahinter breitet sich dichter Urwald aus. Da auch in Panama die Geländeverhältnisse nicht besser sind, kann man sich denken, daß es noch eine gute Welle t Bauern dürfte, bis diese Pläne, die zum größten Teil noch auf dem Papier stehen, in die Wirklichkeit '^Mgesetzt sind. Denn in den südamerikanischen Staa- vüer sind die Probleme nicht minder groß. Hier gibt <5 auf der pazifischen Seite des Kontinents teilweise f^rur Straßen, die bei gutem Wetter zu befahren siiid, . Lie aber in den Anden und in den vielen undurch- iringlidjcn Wildnissen der südamerikanischen otaa- ier gänzlich aufhören.

Wenn das Staatsdepartement also behauptet, taß mit Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa- tita, Panama usw. bereits Vereinbarungen getrop

die Einnahme von Dörfern, Flecken und Sumpf­wäldern, die für die Kriegführung im Osten ohne jeden Belang sind, und ein Vorschieben der vor­dersten Stellungen bis an das Verteidigungsfeld vor der Stadt selbst ist alles, was das ungeheure Auf­gebot von Menschen, Munition und Maschinen in fünfzig Tagen hat erreichen können. Es mußte be­zahlt werden mit blutigen Verlusten, die diejenigen der Winterschlacht um Rschew noch übersteigen. Etwa sechzig Schützendivisionen und --brigaben und 35 Panzerbrigaden sind verblutet und zer­trümmert, ein halbes Tausend Flugzeuge allein in diesem Frontabschnitt abgeschossen. Die außer Kampf gesetzten Panzer waren weit mehr als zwei­tausend, ihre Zahl wächst noch jetzt mit jedem Tage, an dem der Feind, verbohrt und verbissen, seine Rammstöße gegen unsere Front fortsetzt.

Alles das hat die Armee von Rschew aus eige­ner Kraft geschafft. Hier haben Männer eine Front gehalten, die Im Härtesten Sturm dem schwersten Druck überlegener Massen und Waffen und der zermürbenden Spannung eines ununter­brochenen Stellungskampfes fünfzig Tage lang zu widerstehen hatten, und die diese Probe bestanden haben, die härteste vielleicht, die seit dem Winter dem deutschen Heer im Osten gestellt war. Denn es ist kein Krieg wie der in der großen Stellung der Jahre 1915/18, wo festgebaute Unterstände, ver­zweigte Garbennetze und tiefe Drahtverhaue eine feste zusammenhängende Front bildeten. Hier steht