Einzelbild herunterladen

Oieohne etwas" im Knopfloch.

Von Kriegsberichter Karl SPrirrgenschrnid.

ständnis der anderen kriegführenden Mächte über die Neutralisierung Jentral-Afrikas herbeizufuhren, lernte man in Washington ab unter dem billigen Vorwand, daß die Vereinigten Staaten die Kongo­akte nicht unterzeichnet hätten. Und als Deutschland seine Bitte mit dem Hinweis wiederholte, daß die Vereinigten Staaten, doch den Schutz der deutfchen Interessen in den feindlichen Staaten übernommen hätten, zeigte man in Washington nicht die geringste Neigung, auch nur den kleinen Finger für die Ver­meidung einer der Kulturgemeinschaft der weißen Rasse schädlichen Verschärfung des Krieges zu rüh­ren. Man verschanzte sich in Washington hinter die ^von England und Frankreich geflissentlich in die Welt gesetzten Lügen, um vor dem eigenen Volk diesen eklatanten Verrat an den einst selbst am lau­testen proklamierten Idealen der Humanität und der Solidarität der weißen Rasse in Afrika zu rechtfer­tigen. Dieser Einstellung durchaus ebenbürtig mar die Haltung Wilsons in Versailles. Zwar hatte der Präsident in seinen berüchtigten vierzehn Punkten feierlich einefreie, weitherzige und unbedingt un­parteiische Schlichtung aller kolonialen Ansprüche zugesichert. Aber dann gab er seine Zustimmung zur Sanktionierung des schändlichen Raubes der deutschen Kolonien, der durch die Verkündung des Mandatssystems nur bemäntelt werden sollte.

Daß auch in einem neuen Weltkrieg dje anglo­amerikanischen Plutokratien ihrer Linie einer völ­ligen Mißachtung irgendwelcher gemeinsamen In­teressen der Kulturnationen in Afrika treu bleiben würden, hatte England schon während des italieni­schen Feldzuges in Abessinien bewiesen. Dieser hatte vermutlich vermieden werden können, wenn nicht England dem Negus von Abessinien mit allen Mit­teln den Rücken gestärkt hätte in seinem Widerstand gegen die italienischen Forderungen auf friedliche Erschließung des Landes. England ist dann der be- deiltendste Geldgeber und Waffenlieferant des Ne­gus gewesen und hat im Herbst 1935 Italien zu voller militärischer Kraftentfaltung gezwungen, in­dem es den durch seinen Außenminister Hoare mit dem französischen Ministerpräsidenten Laval ver­einbarten Plan zur Beilegung des Abessinienkon­fliktes desavouiert^. Damals schon hat in London die Kriegspartei über alle Befürworter eines ver­nünftigen Arrangements mit den Habenichtsen" ge­siegt und es war deshalb auch nicht weiter ver­wunderlich, daß, sobald Italien im Frühsommer 1940 auch formell an der Seite Deutschlands in den Krieg eintrat, England alles daransetzte, analog sei­ner afrikanischen Politik im Jahre 1914 nun das vom Mutterlande völlig isolierte italienische Im­perium in Ostafrika in seine Hand zu bringen und wenigstens hier den Lorbeer zu pflücken, der seinen Truppen auf allen anderen Kriegsschauplätzen ver­sagt war. Leicht haben es die Italiener den Eng­ländern nicht gemacht, den ersehnten Erfolg einzu­bringen. Nur mit Ausbietung einer für koloniale Verhältnisse ungeheuren Truppenmacht und in ei­nem viele Monate währenden erbitterten Ringen konnte England die tapferen Verteidiger Aethiopiens überwältigen.

Der strategische , Zweck dieses kostspieligen und langwierigen Feldzuges war die Sicherung der Küste des Roten Meeres und der Ostgrestzen Aegyptens und des Sudans. Sie sollte sich weit schneller schon, als man es sich in London auch nur entfernt gedacht hatte, als geradezu lebensnotwendig erweisen. Nachdem der von den angloamerikani­schen Plutokratien in unbegreiflicher Verkennung der wahren Macht»erhältnisse so leichtfertig herauf- beschworene Krieg mit Japan bereits im ersten halben Jahr japanische Streitkräfte in den Indi­schen Ozean gebracht hat und von Westen her das Deutsche Asrckakorpr bis an das Nil-Delta vorge­stoßen ist, rückt die Käste des Roten Meeres aus dem Bereich phantasievoller Gedankenspielereien vorwiegend amerikanischer Zivilstrategen in die Kette durchaus ernstzunehmender, sehr realer Maß­nahmen, die einmal die Versorgung der britischen Streitkräfte in Aegypten und auf der Landbrücke des Mittleren Ostens, dem Kern des Empire, sicher­stellen sollen, zum andern der Errichtung einer neuen Front quer durch Afrika dienen.

Es ist bezeichnend, daß diese Pläne vorwiegend in Amerika ausgeheckt worden sind und daß es Roosevelt war, der schon lange vor Eivtritt der Vereinigten Staaten in den Krieg ihre Durch­führung systematisch vorbereitet und in Angriff genommen hat. Bis dahin war das amerikanische Interesse an dem Schwarzen Erdteil nur sehr ge­ring gewesen. Man hatte zwar die Aufteilung Afri­kas unter die europäischen Koloniaboölker seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts aufmerk­sam verfolgt, aber im übrigen an dem Wettlauf um den Besitz des Schwarzen Erdteils nicht teil­genommen. Die Amerikaner haben sich Zwar an den verschiedenen Marokko- und Kongo-Konferen­zen beteiligt, aber unter dem Einfluß der Monroe­doktrin sich niemals festgelegt, weil maßgebende Streife in den USA. die kolonialen Fragen Afrikas als eine rein' europäische Angelegenheit betrach­teten, in die sich einzumischen nicht Sache der Ver­einigten Staaten sein könne.

Die Handhabe dazu hätten sie in der westafrika­nischen Negerrepublik Liberia gehabt, das Werk einer 1816 gegründeten amerikanischen Koloni­sationsgesellschaft, die die in den Nordstaaten der USA. nach der Unabhängigkeitserklärung befreiten Negersklaven an der westafrikanischen Käste unter- bringcn wollte. Der hier entstandene Negerstaat Liberia erklärte sich 1847 für unabhängig, fand aber erst 1862 die Anerkennung der USA. Diese hielten jedoch ihre Hand schätzend über das eigen­artige Staatswesen, das seine Hauptstadt nach dem amerikanischen Präsidenten Monroe Monrovia ge­nannt hatte, als Frankreich und England versuch­ten, Liberia ihrem westafrikanischen Besitz einzu­verleiben. Im übrigen wurde Liberia ein würdiges Seitenstäck zu dem anderen Negerstaat Haiti in Westindien. Trotz seiner Mißwirtschaft, die die Negerrepublik au£ den fingnziellen Verlegenheiten trotz amerikanischer Anleihen nie herauskommen ließ, wurde Liberia für wert erachtet, im Völker­bund Platz zu nehmen. Abeb dieser eAebte nicht viel Freude an seinem Mitglied, denn er muhte sich schon bald mit den Klagen befassen, daß in Liberia, ein Hohn auf die Gründungsgeschichte dieses Staats­gebildes befreiter Neger, der Sklavenhandel seine verborgenen Schlupfwinkel habe. Das amerikanische Protektorat hat also mit diesem Schützling nicht viel Staat machen können. Im übrigen blieben die amerikanischen Interessen in Afrika bis zum Kriege rein kapitalistischer Art und verteilten sich auf Be­teiligungen im südafrikanischen und rhodesischen Bergbau wie auf Wirtschaftskonzessionen in Ave -- finien. Im Verhältnis zu den übrigen Kapital­anlagen der USA. in lleberfce waren diese Be­teiligungen äußerst gering. Auch im Außenhandel der Vereinigten Staaten spielte Afrika kaum eine Rolle.

Erst Roosevelt hat das amerikanische Inter­esse an dem dunklen Erdteil gan^ auf die politische Linie geschoben. Die von dem Präsidenten ver­kündete Doktrin von der westlichen Hemisphäre ließ

Zum erstenmal wurde in der 12. Kompanie da­von gesprochen, als der Obergefreite Perzl auf Urlaub ging. Das war verständlich, denn Perzl ist das Herz der Kompanie. Egentlich mühte man sagen der Magen; denn Perzl ist der Koch. Aller­dings, Perzl ist kein gewöhnlicher Koch, er ist ein Koch von Gottes Gnaden, ein Koch für Leib und Seele. Selbst damals, als die Kompanie sieben Tage lang durch die Wälder Lapplands zog,, als er was ihm in diesem Kriege das Schwerste war! seine treuen Zugpferde erschießen mußte, weil sie aus dem grundlosen Moor nicht mehr hoch- zubringen waren, schleppte er, mitten im schwersten Feuer den heißen Kaffee heran. Die Ruhe, die von ihm ausgeht, geht durch die ganze Kompanie, selbst wenn sich einmal, wie bei Salla, der Wind von drüben plötzlich dreht und nun mit einem Mal die Küche vorn ist und die Gefechtsvorposten hinten. Das also ist der Perzl.

Dann B o r r e ck : Was wäre die 12. Kompanie ohne den Gefreiten Borreck? Borreck weiß immer zu helfen. Er hat die neuesten Waffen für den Waldkampf erfunden. Was hat er alles aus ein­fachen Handgranaten gemacht? Borreck hatte immer neue Ueberraschungen, neue Ideen. Aber er bewies sein Geschick auch bei friedlicheren Aufgaben. Als die feindlichen Granatwerfer immer wieder die kleinen Scheiben des Bunkers eindrückten, baute Borreck ein Fenster aus leeren Flaschen, machte dann aus den Hälsen der Flaschen dem Chef ein Service für Kognak und so, wenn einmal etwas Besonderes ip der Kompanie zu feiern ist.

Dann ist der Schätze Friedrichs da, ein Bauer, ruhig, ein wenig nachdenklich, aber zuver­lässig wie der Himmel selber. Wo man ihn hinstellt, dort steht er. Da mögen die anderen drüben dine ganze Hölle loslassen, und stürzte dazu noch der Himmel ein, der Friedrichs steht auf seinem Platz wie ein Baum, der Wurzeln geschlagen hat. Es heißt in der Kompanie, auf den Friedrichs mässe man acht geben, wenn einmal der Krieg zu Ende ist; denn, wenn einer vergäße, den Friedrichs abzu­lösen, stünde er noch viele Jahre einsam als letzter deutscher Posten in Lappland. Dann ist noch Fritz Rüdelin zu nennen, der kleine stämmige Gefreite, flink und wendig, ein Späher, der es mit den Finnen aufnimmt, dann Bollo, Kolb und viele andere.

Sie sind alleo h n e", das heißt, ihr Knopfloch ist leer. Darüber hatte bisher eigentlich noch niemand nachgeöacht. Aber, es ist nun wirklich so, daß es in der Kompanie mehrohne" gibt alsmit", ob­wohl Polen hart genug war und dann Frankreich und die schweren Tage von Salla, der Kampf um die Seeenge, die erbitterten Gefechte im karelischen Wald. Wie ist dar nun? Perzl, Porreck und die anderen alle, waren sie nun weniger tapfer, haben sie weniger erlebt, weniger ausgehalten als die an­deren, die sichtbar das Zeichen ihrer Tapferkeit tragen?

Wenn damit jemand zur Kompanie käme, der

chon erkennen, daß Roosevelt die westafrikanische Gegenküste Südamerikas in sein Sicherheitssystem einbeziehen wollte, um der Entstehung eines groß- europäisch-afrikanischen Lebensraums entgegenzu­wirken. Das erste war der Ausbau einer ameri­kanischen Luftlinie quer über den afrikanischen Kon­tinent von Bathurst, der Hauptstadt von Britisch- Gambia, nach Massaua am Roten Meer. Dann wurde Massaua, der wichtigste Hafen in Jtalienisch- Ostafrika, zu einem amerikanischen F.lotten- und Flugzeugstützpunkt ausgebaut mit Reparaturwerk- tätten für das amerikanische Kriegsmaterial, mit dem Roosevelt dem englischen Alliierten in Aegyp­ten und im Mittleren Osten unter die Arme griff. Uebechaupt muß diese Versorgung der britischen Truppen in erster Linie dazu yerhalten, den Eng­ländern die amerikanische Durchdringung West­afrikas plausibel zu machen. Denn es blieb keines­wegs bei dieser einen Fluglinie. In allen irgendwie brauchbaren Hafenstädten der britischen Besitzungen entlang der westafrik^ischen Küste tauchten ameri­kanische Agenten auf, wnb bald folgten ihnen Mili­tärs und Ingenieure, täe sich hier häuslich einrich­teten. Wenn man diese amerikanische Durchdringung in London anfangs mit Argwohn betrachtete, so blieb den Briten bald nichts gnderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und Pie amerikani­schen Pläne gutzuheißen, nachdem das Mittelmeer als Versorgungslinie für die britischen Truppen in Nordafrika immer mehr ausfiel und der Weg um das Kap der Guten Hoffnung herum einmal aus Mangel an Tonnaae und zum andern nach dem Erscheinen japanischer Streitkräfte im Indischen Ozean an Wert immer problematischer geworden war. i

-So zogen die Amerikaner ein dichtes Netz von Stützpunkten über ganz Westafrika und erweiter­ten es weiter über Jnnerafrika hinweg nach Osten über den Sudan und Abessinien an das Rote Meer. Man blieb auch nicht auf britischem Besitz, sondern bemächtigte sich mit Hilfe der Anhänger de Gaulles, nachdem der Anschlag auf Dakar, den weit­aus bedeutendsten Hafen von Französisch-Westafrika zwischen Senegal und Gambia, mißglückt mar, des in Aequatorial-Afrika gelegenen Hafens Libreville in der Kolonie Gabun und der Hauptstadt Brazza­ville am unteren Kongo. Den Luftlinien folgte der Straßenbau. Zunächst entstand ein Zufahrtsweg von dem schon genannten Libreville nach Duala in Kamerun und von hier die Hauptstraße nach Osten über Ja und e zum Sädzipfel des anglo-ägyptischen Sudan, wo sie sich teilt, um nordwärts über Khar­tum Anschluß an das italienische Straßennetz in Ost­afrika zu bekommen und südwärts bei Mombasa in Britisch-Kenia, den Indischen Ozean zu erreichen. Eine weitere Straße führt von Duala weiter nörd­lich über Fort Lamy südlich des Tschadsees, wo die Gaullisten ihren Hauptsitz haben, weiter über Abechir und El Fasher im Sudan ebenfalls nach Khartum.

Ein- Blick auf die Karte zeigt, daß Straßen wie Luftlinien auf ungeheuren Strecken (die (Entfernung von Duala über Fort Lamy bis Karthum beträgt Z. B. in der Luft etwa 3000 Kilometer) durch reine Tropengebiete führen, die also schon aus klimatischen Gründen an einen regelmäßigen Verkehr die größ­ten Anforderungen in bezug auf die Versorgung mit Wasser und Del stellen. Aber dem amerikanischen Imperialismus geht es bei dem Ausbau dieser transkontinentalen Verkehrswege um die Durchdrin­gung West- und Mittelafrikas und die Sicherung seiner Rohstoffquellen als Ersatz für die in der Säd- fee oerlpren gegangenen Rohstoffgebiete durch ein Netz militärischer Stützpunkte, wie es Roosevelt schon längs der atlantischen Käste des amerikanischen Kontinents mit Hilfe der britischen Besitzungen und unter Ausnutzung der Ohnmacht südamerikanischer

Gefreite Haßler oder der Unteroffizier Schmitt, die beide die schönsten Auszeichnungen tragen, wuröen dem Kerl höchst eigenhändig den Kopf zurechtrucken, denn so eine Frage gibt es draußen nicht. Jeder einzelne weiß: Was die 12. Kompanie in diesem Kriege gemacht hat, hat d i e g a n z e K o m p a n i e gemacht. Jedesmal, wenn für die Kompanie Aus­zeichnungen kommen, sperrt sich der Chef in seinen Bunker ein und keiner darf ihn stören den m sol­chen Stunden ist er immer völlig aus dem Gleich­gewicht, gleichmäßig aufgeteilt zwischen Freude und Sorge, zwischen Stolz und Oual. Dann kommt die Ansprache, die jeder Mann in der 12. Kompanie schon Wort für Wort auswendig weife:Eigentlich , so fängt er an,Eigentlich ist es ja ein Anlaß zur Freude, aber" wieder Pause!aber eigentlich müßte ich gleich alle ..." Und wenn er bann schließt,Hauptsache, die Kompanie hat s gerafft! dann brüllen sie alle:Jawohl, Herr Hauptmann. Und ihm ist dann leichter.

Eigentlich um im Stile des Chefs zu sprechen spielt das Knopfloch in der Kompanie erst dann eine gewisse Rolle, wenn einer auf Urlaub geht. Dann sieht er zum ersten Male, wie leer eigentlich sein Knopfloch ist, und einen Augenblick lang denkt er vielleicht:Was werben die daheim von mir halten?" Darum soll das mit dem Knopfloch einmal ausgesprochen werden: Es gibt unter den deutschen Soldaten, -Gott sei's gedankt, viel mehr tapfere Männer, als es Zeichen der besonderen Tapferkeit gibt. Es hat bei uns in allen Kriegen Männer ge­geben, die tapfer waren und mehr als ihre Pflicht taten, die Gesundheit und geben freudig in die Schanze schlugen und die dann ohne ein befände-, res Zeichen ihres Verhaltens in die Heimat zurück- gekehrt find. Wenn der Obergefreite Perzl auf Urlaub in die Heimat kommt, trifft er vielleicht Leute, die auf das leere Knopfloch sehen und dann vielleicht fragen:Waren Sie beim auch ganz vorne?" oberIhre Kompanie lag wohl schon lange in Ruhe?" Wie ich Perzl kenne, wird er in solchen Augenblicken bloß ein bißchen lächeln, wie er im­mer lächelt, wenn es kritisch wird, und wird zu sich selber sagen:Wenn einmal alle daheim so gewor­den sind wie wir draußen in der 12. Kompanie, dann fragt gewiß keiner mehr. So lange Mißt du eben warten können, Perzl!" Aber nicht jeder hat die gleiche Ruhe. Manchem kann so eine Frage den ganzen Urlaub verderben.

Jede Kompanie hat ihre Perzls, ihre Borrecks, ihre Friedrichs, jede hat ihre Männerohne". Dar­um sollt ihr in der Heimat wissen: Eine Spanne weiter links vom Knopfloch ist das Herz. Und auf das Herz kommt es zu allererst an. Gewiß, was im Knopfloch ist, kann jeder sehen, was im Herzen ist, nicht. Aber haben wir in diesem Kriege nicht alle gelernt, tiefer zu sehen, bas Wesentliche zu erken­nen, das, worauf es wirklich ankommt? Ist es nicht das Herz, das wir gefunden haben? Und dieohne" find fte nicht auch allemit", das heißt mit einem treuen, tapferen deutschen Herzen ?

Staaten wie Kolumbien, Venezuela, Brasilien und Uruguay errichtet hat. Die Briten aber, die einst stolz die Herrschaft über die Meere ihr eigen nannten, mässen heute froh sein, wenn ihnen durch den tro­pischen Urwald und die heißen Wüsten Jnnerafrikas Wege bleiben, auf denen ihnen mit Hilfe ihrer amerikanischen Freunde, die sie auch hier längst in die zweite Reihe gedrängt haben, der allernotwen­digste Nachschub für ihre dank der Kriegsauswei- tungspolitik Herrn Churchills überall verstreut kämpfenden und sichernden Truppen zuteil wird.

Dr. Fr. W. Lange.

Laval weist Einmischung Roosevelts zurück.

Von Unserer Berliner Schriftleitung.

Nach dem französischen Zusammenbruch vor zwei Jahren flüchtete ein Teil des französischen Mittel- meergeschwaderd nach Alexandrien. Als sich vor vierzehn Tagen die Kämpfe in Nordafrika immer mehr dem Nildelta näherten, stellte Großbritannien an den französischen Flottenadmiral Godefroy die Forderung, das französische Geschwader in Alexan­drien solle gegebenenfalls dem englischen Geschwa­der durch den Sue^kanal folgen. In einem Aide- Memoire hat der französische Ministerpräsident La­val dem amerikanischen Präsidenten Roosevelt mit­teilen lassen, daß die französische Regierung in kor­rekter Respektierung des deutsch-französischen Waf­fenstillstandsabkommens das französische Geschwader in den nächsten französischen Hafen überführen werde, es aber nicht den Engländern ausliefern werde. Roosevelt verlangte indessen, baß die französischen Schiffe sich in einen amerikanischen Hafen begeben sollten. Später nannte er dafür die französische Besitzung Martinique in Westindien alssicheres Asyl". Falls Frankreich diesem Ange­bot der Vereinigten Staaten nicht "entspreche, wäre die britische Regierung nach seiner Ansicht berechtigt, die Schiffe zu zerstören, damit sie nicht in die Hand des Feindes fielen. Die französische Regierung hat diese Forderung als mit der Würde Frankreichs un­vereinbar zurückaewiesen und betont, daß die Kor­rektheit der deutschen Haltung es der nordamerika­nischen Regierung nicht gestatten, Frankreich der­artig beleidigende Vorschläge zll unterbreiten. Die deutsch-französischen Waffe nstilIstandsbedingungen verlangten, baß alle Kriegsschiffe, die sich außerhalb der französischen Hoheitsgewässer befinden, nach Frankreich zurückgeholt werden müßten. Wenn die Anwesenheit des französischen Geschwaders in Mexandrien im Augenblick des Waffenstillstandsab­schlusses die sofortige Ausführung dieser Bedingung nicht gestatte, so 'bliebe nichts destoweniger für Frankreich die Verpflichtung bestehen, alle Schiffe", die sieh nicht in französischen Hoheits­gewässern befänden, in die Häfen des Mutterlandes zurückzuführen. Die französische Reqieruch, stelle fest, daß Roosevelt im Falle eines Angriffes der britischen Streitkräfte auf die entwaffneten französi­schen Schisse eine Verantwortung auf sich nehme, deren äußerste Schwere die französische Regierung nochmals unterstreicht.

Westlich von Gibraltar erfaß

B e r li n, 17. Juli. (DNB.) Dor mehreren Tagen faßten deutsche Unterseeboote westlich der Straße von Gibraltar einen Geleitzug, der unter starker Sicheruna von Zerstörern und Korvetten von Eng­land nach Süden lief. Noch vor Mitternacht wurde der erste Transporter von 8000 BNT. versenkt. Das zweite Opfer mar ein Munitionsdampfer, der buch­stäblich in Stücke gerissen wurde. Große Wrackteile flogen umher, von denen einige das angreifende U-Boot leicht beschädigten. Der Geleitzug löste sich

ter ist mi cein Ziel!' ykeiten. ( Sie Schwa iNM'chnei Wt öes fcjen in i »M bim » ja gera Derben, R auszu

gemeinschaft leben und wirken und mit allen zu Gebote stehenden Anlagen und Kräften sich in ihr einsetzen und hingeben. Wie aber, wenn der Be­treffende nichts ober nur verzweifelt wenig geben kann, weil er in si ch selbst nicht in Linie, weil er selbst zerrissen, zerquält oder geschwächt ist und in sich selbst die Kraft seiner eigenen Echtheit noch

Gemeinschaftskampfes! Diesesin Linie" oberin Ordnung" sein ist aber eine Angelegenheit der inneren Haltung! Wenn man im Gemein­schaftsgeschehen ständig wechselt, immer schwankt^- wird ein überragender Erfolg nie zuwege kommen. Genau so ist es aber auch im Innern. Wir wollen uns doch darüber klar fein, daß Meckereien in un­seren eigenen Gedanken beginnen, daß derjenige,

gar nicht erschlossen hat?!

Hier liegt jenes innereJn-Linie-Sein", jene Grundforderung jeder lebendigen Organisation und vor allem auch unsere Persönlichkeit als Träger des

" Sa-i

'S

Die innere Ordnung.

Von Prof. Dr.-Jng. Adolf Friedrich, Berlin.

Wenn eine Organisation, sei es in der Wirtschaft, fei es in den Betrieben oder an irgendeiner anderen Stelle, in der Menschen Zusammenarbeiten, erfolg­reich sein soll, muß eines durch sie gewährleistet werden: Ordnung! Nicht jene starre Ordnung, die dem Vergangenen wie in einem Museum als end­gültiger Ausdruck der (Eingruppierung und Registrie- rung gegeben wird, sondern jene lebendige Ausrichtung, die der unaufhaltsamer! und stetigen Entfaltung, dem unablässigen Ausweiten und Er­neuern des Lebendigen voll entspricht. Diese Ord­nung ist es, die wir meinen, eine Ordnung, die in vorbildlicher Weise alle jene Organisationen kenn­zeichnet, deren Kraft uns emporreißt, wie vor allem die der Partei und der Wehrmacht. j

Wenn aber die Durchschlagskraft und em Erfolg olcher vorbildlichen Organisationen anerkannter­maßen von einer derartigen lebendigen Ordnung ab­hängt, dann ist es doch notwendig, diese Gegeben­heit auch auf den einzelnen Menschen zu übertragen. Ja nicht nur zu übertragen, sondern zu unterstellen, daß die Schlagkraft allen organisa­torisch gefügten gemeinschaftlichen Arbeitens und Kämpfens doch bestimmend davon getragen wird, wie weit bie einzelnenin Orbnung" i n d. Sind sie es, bann wird ein organisatorisch zusammengeschlossenes Spiel der Kräfte weit über alle formalen Gebundenheiten hinaus wirksam sein, wird leben und wie es gerade in den oben geschilderten Beispielen heroortritt in überwäl­tigendem Schwung alle Schwierigkeiten überrennen. Sind es die einzelnen Kräfte aber-nicht, bann fehlt auch dem großen Organismus ber Blutstrom, fehlt die Regenerationskraft der kleinen Zelle, und unaus- ileiblid) sind Erkrankung und Siechtum. Dann ist es o, als wenn sich keine neuen Blutkörperchen mehr . bilden, die Drüsen nicht mehr arbeiten ober irgend­welche sonstigen Stellen unseres Organismus ver­sagen.

Wie so oft trifft der Volksmund auch hier wieder . ins Schwarze. Wenn ein Mensch in seinem ganzen Lebensgefüge beurteilt werben soll, spricht man da­von, daß dieserin Ordnung" odernicht in Ord­nung" sei. Was bedeutet das eigentlich? Mit dem Verstand allein entsteht eine solche Beurteilung wirk­lich nicht. Es ist ber Gesamteindruck der ganzen Wesenswirkung, die hier ihren Niederschlag findet. Und bas entsprechende Gefühl, das ja am reinsten im innerlich einfachen und natürlichen Men­schen wach wird, wird um so positiver ausschlagen, je eindeutiger innerlich abgestimmt ber Beurteilte ist.

Hier aber kommen wir schon bem eigentlichen Kern näher. DiesesJn-Linie-Sein" umschließt be­kanntlich zwei Forderungen: Einerseits und das ist ja selbstverständliche Voraussetzung heißt es- inber/ßinieber Gemeinschaft, ber Volks-

au'f, die Schiffe suchten einzeln ihr Heil in der Flucht. Die U-Boote fetzten zu. neuen Angriffen an und schossen in mehrtägigen Kümpfen vier weitere Schiffe ab. Die Zerstörer und Kor­vetten, die sich planlos um bie einzelnen Teile des Geleites zusammenballten, ließen die sinkenden Schiffe und Schiffbrüchigen ohne Hilfe. #

Besorgtes Echo in London.

Stockholm, 18.Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die Londoner Blätter betonen, die (Eroberung Woroschi- lowgrads durch bie Truppen ber Achsenmächte be­deutet ; für den sowjetischen Kriegsapparat einen schweren Schlag. Der Moskauer Korrespondent der Times" tlenft die Aufmerksamkeit auf bie bemer­kenswerte Schnelligkeit, mit ber die gegnerischen Panzerstreitkräfte immer tiefer in sowjetisches Ge­biet einbringen. Es fei eindeutig klar, baß ber deut­sche Vormarsch methobisch und mit gewaltiger Kraft erfolge. Erstaunlich sei der Umfang ber beut* schen Reserven. Denn überall längs der hun- l)erte von Meilen langen Angriffsfront fei der Feind den Sowjets zahlen» und material- mäßig überlegen. Auch fei auf deutscher Seite bie Zusammen arbeit von Flugzeugen, Pan­zern unb Geschützen sowie mit ber Infanterie gera­dezu glänzend. Die Sowjetvegierung fei jetzt ernst­haft besorgt. Sie habe noch nie bisher in einem fa ernsten Tone zu England und den USA. gespro­chen. Auch bie ,/Daily Mail" schreibt, bie Lage an ber Ostfront sei bei weitem kritischerals j e. Die Schlacht, bie jetzt im Gange fei, entscheide überhaupt darüber, ob bie Sowjetarmee noch bas Jahr 1942 als eine einigermaßen schlagkräftige Truppe überlebe. Im Londoner Nachrichtendienst sagte Robert Fraser, daß sich der deutsche Vormarsch mit unangenehmer Regelmäßigkeit" fortsetze.

Die Waffen der Alliierten immer wieder unterlegen." Lissabon, 17. Juli. ((Europaprefe.) Die Lon­donerDaily Mail" wendet sich in scharfer Form gegen bie Politik der britischen Regierung, jede Kritik durch optimistische Berichte über bie Steige­rung ber Kriegsproduktion zu besänftigen. Produk- tionsminister Lyttelton habe wieder erzählt, daß die Erzeugung gewaltig gesteigert worben sei. Aber solche vagen Angaben könnten nicht länger als Be­ruhigung bienen. Schon Chamberlain, ber im Jahre 1938 von berschreckeinflößenben Macht Großbri­tanniens" sprach, habe solche Behauptungen in den Jahren 1939 und 1940 aufgestellt. Das Volk warte verzweifelt darauf, endlich einmal von einer Ma­schine ober Waffe zu hören, bie b e ff e r als bie des Feindes ist. Leiber habe Minister Lyttelton in dieser Hinsicht von keinem Erfolg berichten können. Das Blatt führt sodann zahlreiche Beispiele dafür an, bafj bie Waffen ber Alliierten denen ber Achse i m - mer mi eb er unterlegen waren unb stellt fest, daß man Lyttelton, nur in einem Recht geben könne, nämlich in seiner Erklärung, daß England eine bessere Planung unb klarexe Kopfe brauche. .

J sh selbst be I mgliebert,

H (A ny

ii » h

r;* ' L« 1104.

W'

Will» i Sielt

Maßstab wer ohne > doch aU^ es ist auch Mr wieb£ Mg * k wenn e Äbstverston §aen)innum 'Ordnung ®r "

L j° d°s

i dem M ft habe, la jellos. Die htig 'st- j fttn eben' -feit, die L irbar.

Um dieses M, in M (jlf erkamp haltlos, so' .6 wir dan z mir stehe i mitten, ll tji in der .«eifein zu Hei immer uns bar i unsere 1 «uM | alt fliad .1 den W Heren Sch ijuer rrschk Jen werde tnn wir 1 -en. Unb i bann h heraben ad) in solch chi, wenn jgenb unb hd) eine be «gleichlich« | Eo ist be