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(Nachdruck verboten.)

8. Fortsetzung.

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Das Gesetz über die Verbesserung der Leistungen in der Rentenversicherung vom 24. 7. 1941 hat den Sozialrentnern neben der Erhöhung ihrer Renten u. a. auch einen be­sonders wesentlichen Vorteil gebracht: den Krankenversicherungsschutz. Die vielen An­fragen aus Rentnerkreisen lassen erkennen, daß die Bestimmungen hierüber noch nicht genügend bekannt sind. Wir haben uns mit der Bitte um Aufklärung an den geschäfts­führenden Vorsitzenden des Versicherungs­amtes der Stadt Gießen, Verwaltungsdirektor K e i tz e r, gewandt, der uns im Laufe einer Unterredung folgende Erläuterungen gab.

Der Ausgangspunkt der Versorgung von Mensch und Tier mit Nahrungsmitteln, un­sere Landwirtschaft, ist ohne das Wirken der Agrikulturchemie überhaupt nicht zu denken. Diese Wissenschaft dient Jahr für Jahr durch ihre Forschungsarbeit der Schaffung bzw. Stärkung der Grundlagen, auf denen die moderne Landwirtschaft aufbaut. Ueber dieses Arbeitsgebiet haben wir uns mit dem Direk­tor des Agrikulturchemischen Instituts der Ludwigs-Universität Gießen, Prof. Dr. K. Scharrer, unterhalten. Das Ergebnis der Unterredung ist in den nachstehenden Zeilen zusammengefaßt.

Bei der Arbeit der Landwirtschaftschemie stehen zwei Aufgaben von grundlegender Bedeutung im Vordergründe: die Pflanzenernährung und die Tier­ernährung. Für beide hat die Forschung der Agri- kulturchemiker immer nach den besten Grundlagen und günstigsten Voraussetzungen für die Arbeit der Praxis zu streben. Seit der Machtübernahme durch den Führer war es der Landwirtschaftswissenschaft möglich, die beiden Aufgaben der Zweckforschung und der freien Forschung hinsichtlich des theoreti­schen Unterbaues und der Methodik in harmonischer Weise zu vereinigen. *

Die auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebaute Pflanzenernährung muß sich immer mehr um die Vorbedingungen alles pflanzlichen Lebens über­haupt, somit um die Erforschung der Art der Auf­nahme und der Aufgaben der einzelnen Nährstoffe bemühen. In dieser Hinsicht besteht eine große Reihe von Fragen, die heute noch nicht wissenschaftlich einwandfrei geklärt sind. Durch die Forschung sind aber auch in mancherlei Hinsicht völlig neue Ge­sichtspunkte erschlossen worden, bei denen es sich u. a. auch um Fragen der Qualität der Erntepro­dukte handelt. Z. B. erfordert unsere Eiweißver­sorgung genaue Kenntnis des pflanzlichen Stick­stoff-Stoffwechsels und seiner Beeinflussung durch die verschiedensten Faktoren. In den letzten Jahren ist die Pflanzenernährungslehre noch verwickelter ge­worden durch die Bedeutung, welche die normalex­weise nur in geringen Mengen vorhandenen Ele­mente im pflanzlichen Leben zu spielen scheinen. Hier steht die agrikulturchemische Forschung erst am Anfang ihrer Erkenntnisse. Die bedeutenden Erfolge, die mit der Verwendung des Bors schon nach ver­hältnismäßig kurzer Zeit in der Bekämpfung der Herz- und Trockenfäule der Rüben, mit der Ver­wendung des Mangans bei der Heilung der Dörr- fleckenkrankheit des Hafers und mit der Nutzbar­machung des Kupfers bei der Urbarmachungskrank- heit erzielt wurden, lassen die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß die Erforschung des schwierigen Gebiets der Wirkung der Mikroelemente auf das Pflanzenwachstum der Praxis noch viele gute Dienste leisten wird.

Eine weitere wichtige Aufgabe der landwirtschafts­chemischen Forschung besteht darin, die besten Be­dingungen für den Fruchtbarkeitszustand der Böden herzustellen und zu vermehren, d. h. den Begriff der Bodengare wissenschaftlich genau festzulegen und den landwirtschaftlichen Praktikern damit die Mög­lichkeit zu geben, diesen erwünschten Bodenzustand zu beherrschen. Hier hat die Forschung, nicht zuletzt auch die landwirtschaftliche Mikrobiologie, eine Fülle praktischer Aufgaben und wissenschaftlicher Probleme zu lösen. Bezüglich weiterer Probleme seien nur einige von besonderer Bedeutung genannt: gründliche Bearbeitung des Humusproblems: Prü­fung neuer Phosphorsäure-, Kali- und Stickstoff- Düngemittel, Bekämpfung von Dürreperioden durch

Forschungsarbeit in Gießen geleistet wird, Aner­kennung und weitestgehende Unterstützung, wo diese nur irgendwann und irgendwie möglich ist. Denn hier handelt es sich um eine wissenschaftliche Weg­bereitung für die Landwirtschaft, von der in der Gegenwart und auch in der Zukunft mit Recht große Leistungen erwartet werden. Außerdem ist die Agrikulturchemie auch dadurch, daß sie im we­sentlichen die Pflanzen- und Tierernährungslehre behandelt, eine der wichtigsten Grundlagen der menschlichen Ernährung, und die Lösung agrikultur- chemischer Fragen bedeutet daher gleichzeitig eine

Hystrix cristata", hörte er unmittelbar an seinem 1 Ohr eine laute Stimme, so daß er erschrocken zu­sammenfuhr,das gemeine Stachelschwein aus Nordafrika, fünfundsechzig Zentimeter lang und sechzehn Kilogramm schwer. Es frißt Kräuter, Wurzeln und Früchte, bei uns bekommt es in der Hauptsache Kartoffeln, weil wir meistens selber nichts anderes haben, dadurch ist es so melancho­lisch geworden. Es heißt Harald. Harald ist trotz seiner Melancholie, die man ihm nicht verdenken kann sonntags bekommt er etwas Kraut oder Mohrrüben ein Philosoph: sobald eine Frau vor seinen Käfig tritt, richtet er den Kopf und den Nacken drohend auf, sträubt sämtliche Stacheln und klappert drohend mit ihnen, was gewöhnlich ge­nügt, um die Frau zu veranlassen, das Weite zu suchen. Anscheinend hat Harald wie wir alle die trübsten Erfahrungen mit dem weiblichen Ge­schlechte gemacht. Mir ist die meine mit einem Feuer­fresser durchgebrannt, worauf ich auch melancholisch und Vegetarier wurde und mich als Schlangen­mensch trainierte. Heute kann ich mir ein Loch am Hosenboden flicken, ohne die Hosen ausziehen zu brauchen. Sie werden mich als vierte Nummer be­wundern können: Julian, der Mensch ohne Rippen, außerdem spiele ich noch den Diener in dem Lust­spiel: die Laune der Frau Marquise. Die Kasse ist dort vorn, mein Herr."

Krähe war einen Schritt zur Seite getreten und beobachtete mit einem scheuen Blick den langen mageren Burschen, der neben ihn getreten war und Harald, das Stachelschwein, erklärte. Er trug eine »erschossene, blaue Baskenmütze auf dem kahlen Schädel, einen blauen Trainingsanzug und hatte nackte Füße. Die Hände waren lang und dürr, das Gesicht knochig und schmal und die Augen lagen tief in den Höhlen und waren schwarz umrandet.

Der Lange war ein sonderbarer Mensch. Seine Redeweise war durchaus gebildet, er sprach hoch­deutsch ohne jeden Anflug von Dialekt und der alte Sekretär sah, daß es sich zweifellos um einen ge­bildeten Menschen handelte. Sein Blick schien etwas

Formen der Lecksucht der Tiere mit der Urbar- machun-askrankheit auf den ausgedehnten Heidesand- böden in Nord- und Nordwestdeutschland: beide Krankheitserscheinungen konnten durch Düngung des Grünlandes mit Kupferoerbindungen geheilt werden.

für Versicherte bis zum vollendeten

14. Lebensjahr

über 14 Jahre

beim Tode des Ehegatten

Der Krankenversicherungsschuh für Sozialrentner.

Warnung aus Stendal

Roman von A. Lothar Philipp

Blutvergiftung

kann nicht nur bei großen, sondern schon bei ganz geringfügig erscheinenden Munden durch Infek­tion entstehen und die bekannten schwerwiegen­den Folgen nach sich ziehen. Deshalb soll man auch kleine Verletzungen, wie sie so häufig im Haushalt, im Beruf oder beim Sport durch Schnitte, Stiche, Nisse, Bisse und dergleichen ver­ursacht werden, nicht unbeachtet lassen, sondern sie sofort mit der bewährten Sepso-Tinktur des­infizieren. Sepso-Tinktur, die wie Jod-Tinktur desinfiziert und genau so angewandt wird, tötet die in die Wunde eindringenden Bakterien und verhindert Entzündungen. Sie erhalten das Präparat in allen Apotheken und Drogerien zu niedrigen Preisen in Flaschen verschiedener Größe sowie in Tupfröhrchen zu RM.,49, die bequem mitzuführen und besonders auch für die Hausapotheke zu empfehlen sind.

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Ueber dieses Sterbegeld hinaus kann sich der Rent­ner auf feine Kosten ein weiteres Sterbegeld bis zum Betrag von 500 RM. und ein Familiensterbe­geld bis zum Betrag von 300 RM. zusätzlich sichern. Diese Zusatzversicherung ist innerhalb von drei Mo­naten nach Beginn der Rentneroersicherung zu be­antragen- Rentner, die aus einer versicherungspflich­tigen Beschäftigung ausscheiden, haben d-ie Zusatz­versicherung innerhalb von drei Monaten nach dem Ausscheiden zu beantragen: Rentner, die sich von einer anderen Krankenversicherungspflicht befreien lassen, müssen die Zusatzversicherung bis zum Ab­lauf von drei Monaten nach Rechtskraft des Ve- freiungsbeschluffes beantragen. Der Beitrag für diese Zusatzversicherung darf den Betrag von zwei Rpf. für ie fünf RM. Zusatzversicherung nicht über­steigen. Will der Rentner Kassenleistungen in An­spruch nehmen, so hat er sich durch Vorlage des Rentenbescheids und der roten Ausweiskarte der Vostanstalt, welche die Invalidenrente auszahlt (bei Angestelltenrentner Zahlkartenabschnitt über die letzte Rentenzahlung) auszuweisen.

Eine Sonderregelung besteht für das Versiche­rungsverhältnis eines Rentners, der in einer ver­sicherungspflichtigen Beschäftigung steht. Der heutige Arbeitseinsatz verlangt jede noch irgendwie verfüg­bare Arbeitskraft. Die Sozialversicherung ordnet sich dieser Forderung nicht nur unter, sondern erleich­tert dem Rentner die Aufnabme einer Beschäfti­gung. So war bisher schon bestimmt, daß eine bis­her gewährte Rente nicht «deshalb entzogen werden oder ruhen darf, weil her Berechtigte während des Krieges erneut eine Tätigkeit ausübt. Ist dies vor Erlaß der jetzigen Bestimmung doch geschehen, so ist die Rente auf Antraa wieder zu gewähren.

Genügen dem versicherungspflichtig tätigen Rent-

An dem großen freien Rasenplatz an der Haupt­straße, kurz vor dem Innsbrucker Platz, hatte seit vier Wochen der kleine süddeutsche Wanderzirkus Brommund seine Zelte aufgeschlagen.

Drei Wohnwagen, an dessen gelben Seitenwänden die FirmaZirkus Brommund" gemalt war, da­neben ein Geräte- und ^Zeltwagen und zwei Käfig­wagen, das war der ganze Zirkus. In den Käfigen befanden sich zwei Affen, einige Terriers und Papa­geien. Ferner war da noch das Stachelschwein Ha­rald, das als Sehenswürdigkeit galt. Harald schien sehr alt zu sein, jedoch konnte man über sein Alter zu keinerlei sicheren Angaben gelangen.

In der Mitte des Platzes stand ein kleines Zelt mit einem Mast, aus ihm klang ein Sprechapparat und Krähe hörte das Stampfen von Pferdehufen. Bor dem Zelt ein kleines Häuschen, die Kasse, in', der Frau Direktor Brommund persönlich sah und die Gelder einkassierte, denn man konnte nicht wissen ...

Krähe sah sich alles genau an. Es war neun Uhr abends, als er vor dem Zirkus stand, und er hatte die Absicht, der Vorstellung beizuwohnen und sich dann mit einem oder dem anderen der Artisten zu einem Glase Bier in eine benachbarte Gastwirt­schaft zu begeben.

So stand er sinnend vor dem Stachelschwein und dachte wie großartig doch die Natur dieses Tier ein­gerichtet habe im Gegensatz zu dem Menschen. Es gab Zeiten am Polizeipräsidium, wo die Arbeit sich so häufte, daß Krähe zehn Jahre seines Lebens dar­um gegeben hätte, auch so einen Stachelpanzer zu haben und damit alles, was ihn störte, abwimmeln zu können, aber die Menschen

Auf dem Gebiete der Tierernährung hat die Land­wirtschaftschemie ebenfalls wichtige Aufgaben zu lösen. Hier handelt es sich vor allem um eine Reihe von Eiweiß fragen: daneben stehen die Mineralstoff­probleme im Mittelpunkt der Forschungsarbeit. Einige dieser besonders bedeutsamen Aufgaben der Landwirtschaftschemie seien hier als Beispiele her­vorgehoben: Ernährungsphysiologische Untersuchung neuer Futtermittel: rationelle Eiweißversorgung un­serer landwirtschafllichen Nutztiere: Futterkonservie- rungs- und Silofragen: Beeinflussung der Qualität unserer tierischen Erzeugnisse durch entsprechende Fütterung: Studium über die biologische Wertigkeit des Eiweißes; Untersuchungen über Mineralstosf- fragen; Ersatz des Eiweißes in der tierischen Er­nährung durch sogenannteAmide": methodische Studien über Futtermitteluntersuchung: möglichster Ersatz von Produkten des Getreidebaues durch solche des Hackfruchtbaues in der Futterration der einzelnen Nutztiere: bestmögliche Ausnutzung des ... .. v. ,

Wirtschaftsfutters. Wie sehr Pflanzen- und Tier- Ausgestaltung der Fundamente der modernen Er- ernährung zusammenhängen, zeigen z. B. die neue- nährungslehre überhaupt. B.

Forschungen über den Zusammenhang gewisser I -------

Düngungsmaßnahmen: genaue Kenntnis der Reak­tion der Böden und ihres Düngebedürfnisses. Die nötige Intensivierung unserer Pflanzenproduktion, wie sie z. B. durch die Verstärkung des Zwischen­fruchtbaues in Frage kommt, stellt auch die Pflanzen- ernährungslehre vor zahlreiche neue Aufgaben.

Ein anderes gewaltiges Arbeitsfeld eröffnet sich der agrikulturchemischen Forschung hinsichtlich der Beeinflussung der Qualität der Pflanzen durch die Düngung und der Lösung der Frage der Qualitäts­prüfung'landwirtschaftlicher Nutzpflanzen. Für unsere Eiweiß- und Fettversorgung ist es auch von größter Bedeutung zu wissen, wie der Eiweiß- und Fettge- halt der Pflanzen durch die Düngung verändert wer­den kann. Hierher gehören auch die Probleme der Be­einflussung des Nohfaser- und Vitamingehaltes der Pflanzen durch die Düngung, welche Fragen für die Tierernährung und auch für die menschliche Ernäh­rung wichtig sind. Zu verbessern und auszubauen ist nicht nur die analytisch-chemische, sondern auch die Methodik des exakten Pflanzenversuches (Wafser- kultur-, Gefäß-, Feldversuch).

Wer zum Bezug einer Rente aus der Jnvaliden- oder Angestelltenversicherung berechtigt ist, wird für den Fall der Krankheit bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse oder, wo eine solche nicht besteht, bei der Landkrankenkasse gegen Krankheit versichert. Die Versicherung beginnt mit dem Tage, an dem der Rentner den Rentenbescheid erhält, frühestens jedoch mit dem Tage des Rentenbeginns. Sie endet mit dem Ablauf des Monats, für den letztmalig die Rente ausgezahlt wird. Eine hiernach endende Versickerung kann der Rentner (auch die Witwe oder geschiedene Frau desselben) bei der bisherigen Kasse freiwillig fortsetzen. Dies ist innerhalb von 6 Wochen nach Ablauf des Monats, mit dem die Versicherung endet, der Kasse anzyzeigen. Rentner, die bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen gegen Krankheit versichert sind, können diesen Versiche­rungsvertrag zum Ende des Monats kündigen, in dem sie den Beginn der Rentnerkrankenversicherung nachweisen.

An Leistungen erhält der Rentner die gleichen, wie jeder andere Pflichtversicherte. Barleistungen werden jedoch, mit Ausnahme von Sterbegeld, nicht gewährt. Das Sterbegeld beträgt: _____________

Also dann wollen wir mal leichtsinnig sein", meinte Krähe,einen Platz in der ersten Reihe.

Der Direktor, in einem lilabraunen Straßen- anzug, führte gerade einige Pferdedressuren vor. Zwei mittelgroße Pferde trabten in der Arena, und Herr Brommund stand mit zwei langen Peitschen in der Mitte und leitete die nach verschiedenen Richtungen.

Man hatte einfach ein Stück Rasen abgemäht und darauf die Arena errichtet. Um die Arena standen Bänke, weiter hinten Stühle, und am Eingang der Artisten stand auf einem Gartentisch ein Sprech­apparat, der von einem halbwüchsigen, barfüßigen Burschen bedient wurde.

Nach dem Dressurakt führten zwei hübsche, kleine Mädchen von etwa sechs Jahren akrobatische Kunst­stücke vor. Sie waren in Hellen Flitter kleidchen und trugen kleine Kränze im Haar. Der Sprechapparat spielte eine Ballettsuite von Popy.

Wäre Krähe nicht .in dieser Hinsicht ein solcher Barbar gewesen, so hätte er staunen können über die Geschicklichkeit und die Grazie dieser kleinen Dinger. Sie sprangen, kletterten, verbogen sich wie ein Schlangenmensch und schienen kein Rückgrat zu haben, dann machten sie wieder einige Tanzschritte, stießen einen hellen Schrei aus und breiteten öic Arme aus. Diese kleinen Dinger aus den unbedeu­tenden Wanderzirkussen waren der Artistennach­wuchs für die großen Varietes der Städte. Mehr als einem solcher Mädchen war es schon gelungen, ein Engagement bei den größten Bühnen zu erhal­ten und dann zu den Sternen des internationalen Varietes zu gehören. Aber das wußte Krähe nicht. Er hatte ein ungemütliches Gefühl im Magen: dies alles hier sah furchtbar ärmlich und dürftig aus, und er entschloß sich, nach der Vorstellung den Direktor, seine Frau und den Schlangenmenschen zu einem Eisbein und einigen Bieren einzuladen. Leider kam er nicht dazu, sein Versprechen zu halten.

(Fortsetzung folgt.)

Oie Agn'kulimchemie im Dienste unserer Ernährung

Große Forschungsaufgaben der Landwirischastschemie.

ner die Leistungen der Rentnerkrankenversicherung, legt er also auf den Bezug von Kranken- und Haus­geld im Krankheitsfälle keinen Wert, so kann er auf Antrag von der Versicherungspflicht aus seinem Arbeitsverhältnis befreit werden. Zuständig hierfür ist das Dersicherungsamt, in dessen Bezirk die be­teiligte Krankenkasse ihren Sitz hot. Die Befreiung wirkt vom Beginn des Beschäftigungsverhältnisses an, wenn der Antrag innerhalb eines Monats nach dessen Beginn gestellt wird, andernfalls vom Ein­gang des Antrags an. Durch die Befreiung entfällt jede Beitragspflicht zur Krankenversicherung und zum Reichsftock für Arbeitseinsatz (Arbeitslosenver­sicherung).

Legt der versicherungspflichtig tätige Rentner Wert darauf, im Krankheitsfälle auch Barleistungen aus der Krankenversicherung (Krankengeld, Hausgeld ufro.) zu erhalten, so stellt er keinen Befreiungs­antrag. In diesem Falle wird die Krankenversiche­rung oon der Kasse durchgeführt, der der Rentner auf Grund seiner versicherungspflichtigen Beschäf­tigung angehört. Diese Kosse hat dann auf dem von dem Rentner vorzulegenden Rentenbescheid die Durchführung der Versicherung und deren Beendi­gung zu vermerken. Leistungen und Beiträge richten sich nach den Vorschriften, die für das durch die Beschäftigung begründete Versickerungsverhältnis gelten. Versichertenanteile der Beiträge zum Reichs- flock für Arbeitseinsatz (Arbeitslosenversicherung) sind für diese Rentner nicht zu entrichten, der Ar­beitgeberanteil ist jedoch weiterhin zu zahlen. Gegen Vorlage des mit dem Mtgliedschostsvermerk ver­sehenen Rentenbescheids und der roten Ausweiskarte der Postanstalt (bzw. Zahlkartenabschnitt bei An­gestelltenrentnern) zahlt die für die Durchführung der Rentnerkrankenversicherung zuständige Kaffe dafür, daß der Rentner die Rentnerkrankenkasse nicht in Anspruch nimmt, den Betrag von 2 RM. monatlich an den Rentner aus.

Don Wichtigkeit wäre dann noch die Bestimmung, daß die Rentner von der Verpflichtung, für den Krankenschein und das Arzneiverordnungsblatt eine Gebühr zu entrichten, befreit find. Die Befreiung von der Krankenscheingebühr gilt auch für die Fami- lienkrankenhilfe. Wer als Rentner gegen Krankheit versichert ist, ist zur Mitgliedschaft bei der Kranken­versicherung für Kriegshinterbliebene weder ver­pflichtet noch berechtigt.

Mit der Einführung der Rentnerkrankenversiche­rung ist ein lange gehegter Wunsch der Rentner in Erfüllung gegangen. Die Gesamtheit der Rentner wird es dankbar empfinden, nicht mehr lediglich auf die öffentliche Fürsorge angewiesen zu sein. Der schaffende Volksgenosse kann das beruhigende Gefühl haben, daß er auch an seinem Lebensabend für sich und seine Fanrlie in Tagen der Krankheit die notwendige soziale Betreuung erhält.

Es ist verständlich, daß durch die Kriegswirtschaft der Arbeitseinsatz auch solche Kräfte mobil gemacht hat, die normalerweise ein Arbeitsverhältnis nicht ausgenommen hätten. Zu diesem Kreis gehören u. o. auch Ehefrauen. Noch dem Deutschen Sozialversiche­rungsrecht ist jede Arbeitskraft, die im Arbeitsver- hältnis steht und eine gewisse Einkommensgrenze nicht übersteigt, dem Sozialversicherungsschutz unter­stellt. Als erste und wichtigst" Versicherung kommt naturgemäß der Schutz im Krankheitsfall" in Be­tracht, weil hier das Risiko dos größere ist. Dem­entsprechend sind auch olle Arbeitskräfte, die in der Kriegswirtschaft eingesetzt werden, gründ «ätzüch krankenversicherungspflichtig. .

Hinsichtlich der Rentenversicherungspflickt (In­validen- und Angestelltenversicherung) Hot der Ge­setzgeber gerade für Ehefrauen Ausnahmen von der Versicherungspflicht zugelassen. Es ist ein 5rrt'm, aus den gesetzlichen Bestimmungen zu folgern, daß sämtl'che durch den Arbeitseinsatz erfaßten yrautm von der Rentenversicherungsvflicht befreit feien. Die Befreiung erstreckt sich grundsätzlich nur auf solche Ehesrauen, die während des Krieges eine Arbeit aufnehmen oder ausgenommen haben und deren Ehemänner nach den gesetzlichen Bestimmungen ver-

Diese kurze, nur skizzenhafte Aufzählung aus dem großen Aufgabenkreis der Landwirtschaftschemie läßt die gewaltige Bedeutung dieser wissenschaftlichen Arbeit klar erkennen. Das Agrikulturchemische In­stitut der Ludwigs-Universität Gießen ist sich bei seiner Arbeit im Dienste dieser Forschungsaufgaben der besonderen Verpflichtung bewußt, die sich dar­aus ergibt, daß der Schöpfer der Agrikulturchemie, Justus von Lieb io, an unserer Universität gewirkt und hier die Grundlagen für diese Wissenschaft ge­legt hat, auf denen auch noch die moderne For­schung unserer Zeit aufgebaut ist. Daß das Gieße­ner Institut immer noch unter mancherlei erschwe­renden Umständen arbeiten muß, die sich aus der räumlichen Enge seiner Forschungsstätte ergeben, ist bedauerlich: jedoch sucht der große Idealismus, mit dem die Leitung und die Mitarbeiter des Agri­kulturchemischen Instituts an ihren Forschungsauf­gaben arbeiten, dem Mangel der räumlichen Be­engtheit so weit wie möglich entgegenzuwirken. Ein großzügiger Neubau für das Institut wurde zwar vor dem Kriege bereits projektiert, die Errichtung ist aber durch die zeitbedingten Verhältnisse ver­zögert worden. Um so mehr verdient die Hingabe, mit der unter den obwaltenden Verhältnissen diese

schwärmerisch zu sein und dabei doch ein Flehen zu enthalten, ein Flehen, ihn ernst zu nehmen und nicht über ihn zu lachen. Dieser Schlangenmensch trat, wie Krähe später sah, als phantastisch aufge- vutzter Clown auf und reizte allein durch seinen Anblick die Zuschauer zum Lachen. In seinem Pri­vatleben aber mochte er den Wunsch haben, als Mensch ernst genommen zu werden.

Hm", machte Krähe,sehr interessant. Was ich fragen wollte: tritt bei Ihnen ein Herr Barthold auf?"

Die heitere Miene des Schlangenmenschen wurde ernst.

Barthold?" fragte er zurück,ja ehern die letzte Nummer vor dem Lustspiel, der Universal- Elown: Illusionist, Clown und Tierstimmenimitator. Er nennt sich Budjonsy, der Universal-Clown. Er ist ein" doch dann unterbrach er sich und wies wieder Aur Kasse. Offenbar wollte er einige charak­terologische Anmerkungen über jenen Barthold geben, doch überlegte sich rechtzeitig, daß es nicht angängig war, einem Fremden gegenüber einen Kollegen schlecht zu machen.

Er ging langsam, mit großen Schritten, zu einem Wohnwagen, in dem er verschwand. Krähe sah ihm nach und hatte den Eindruck, daß der Lange jeden Augenblick zusammenbrechen könnte, so dünn waren seine Glieder und so schwach sein Gang.

Jeden Tag ein Eisbein von zwei Pfund", brummte Krähe, indem er zur Kasse ging,würde ihn wieder auf die Beine verhelfen. Mein Gott, von Gräsern und Wurzeln kann ein Mensch doch nichts werden."

Stehplatz, der Herr?" fragte die Frau Direktor.

Wieso, sehe ich so aus?" fragte Krähe ärgerlich zurück.

Nein", lachte sie freundlich,aber es sind nur noch Stehplätze und Plätze auf der ersten Reihe zu haben. In der ersten Reihe kostet der Platz achtzig Pfennige Stehplatz dreißig."