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Oie Fülle des Herbstes.

Von Nikolaus Schwarzkopf.

In der Haustür, angelehnt an den steinernen Pfosten, stand die Bäuerin über der hohen Treppe und schaute in den Hof hinab. Auf dem eisernen Geländer vor der Frau saßen sieben Tauben, und aus der Entenschar, die am Mist im Schlamm suhlte, kam behäbig eine alte Ente quer übern Hof auf die Treppe zu gewatschelt, wußte nicht, sollte sie die Stufen links emportappen, oder die Stufen rechts, wackelte schließlich links empor und setzte sich, wie sie das gewohnt war, der Bäuerin auf den Hauspantoffel. Die Bäuerin wußte, was nun kam, und sprach:Na, los, sittsames Mäd­chen, altes!" worauf die Ente den breiten Schnabel hob und die Bäuerin vorn am Rock zupfte, weil der Rock zu kurz geworden war und weil er von Tag zu Tag kürzer wurde.

Die Bäuerin hatte sich herauslocken lassen vom süßen Duft der gebenden Zwetsche. Das Fräulein aus der Stadt saß auf dem Melkeimer beim Holz- feuer, das unterm eisernen Dreifuß den Kessel be­leckte, und rührte das köstliche Mus. Der Wind spielte mit dem dünnen Rauch, die Flammen zün­gelten ungestört, und der brodelnde Brei klunkerte die köstlichen Düfte aus, hier wie in allen Höfen des Dorfes.

Vorsichtig, mit der Ente auf dem Pantoffel, trat die Bäuerin dicht ans Geländer, und die Tauben machten ihr Platz. Sie legte beide Ellenbogen auf und stützte das Kinn in die Schale der beiden Hände, um ihrem dritten Knaben zuzugucken, der breit­spurig dastand und mit der großen Peitsche den Fuchs trieb, der das Gäpelwerk hinter sich hängen hatte. Wie ein Zirkusdirektor stand der Knabe da, der Fuchs stellte die Ohren, hob die Stnic, stieß die Luft durch die Nüstern, denn er freute sich, unter der Peitsche seines jungen Herrn zu laufen, die nicht wehe tat, obgleich sie mit beiden Händen ge­schwungen wurde.In jedem Gaul steckt ein Spiel- kind!" sagte die Bäuerin zur alten Ente und griff nach dem Schürzzipfel, weil sie gern von der Wade ihres Gottfried den angekrusteten Taubenmist ge­waschen hätte und von der Stirn die braune Spur des Mostes. Die Ente aber hielt die Bäuerin zurück.

Dem Kartoffelkeller quoll der Segen aus dem

Neue Kriegs Musterbetriebe.

sprechend der Größe der Vorkommen ergeben sich für die Zukunft große Möglichkeiten.

Eisenerz: Die vorstehend bereits genannten riesigen Vorräte an Eisenerz, die bisher gegen Europa ausgenutzt wurden, stehen nunmehr für die europäische Industrie bereit. Die vorgefundenen Haldenbestände in den einzelnen Gebieten sind be­trächtlich. Mit dem Beginn der Förderung liefern auch diese Vorkommen ihren Beitrag inf Kamps gegen Bolschewismus und Plutokratie.

Manganerz. Für die deutsche und europäische Eisen- und Stahlerzeugung sind die Manganerz­lager von Nikopol von besonderer Bedeutung. Erst­malig besitzt Europa damit Manganerze im eigenen Wirtschastsraum und ist nun auch hierin autark. Die Erze von Nikopol ergeben bei einfacher Aufberei­tung einen Mangangehalt bis zu 48 v. H. Auch in Nikopol waren die Vorgefundenen Haldenbestände erheblich. Bisher konnten über 165 000 Tonnen Man­gankonzentrate ins Reich transportiert werden. Die Schachtcinlagen sind durchweg wiederhergestellt, und die Förderung ist seit Monaten wieder voll im Gange.

Auf dem Gebiet der verarbeitenden In­dustrie war die vorgefundene Lage ähnlich der im Bergbau, denn zum großen Teil waren die Ma­schinen entfernt, die Betriebe selbst zerstört. In den baltischen Generalbezirken war eine Wiederauf­nahme der Arbeit in den Betrieben aber sehr bald wieder möglich, da die Sowjets hier nicht genügend Zeit hatten, um umfangreiche Zerstörungen auszu­fuhren. Aber auch in der Ukraine und in Weisi- ruthenien konnten bereits viele Betriebe wieder in Gang gesetzt werden, ihre Zahl ist ständig im Steigen. In vielen Fällen wurden die ausgebauten Maschinen beim weiteren Vormarsch gefunden, oder es gelang, Masi'-inen heranzubringen. Selbstver­ständlich ist die Erzeugung dieser Industrien in wei­testgehendem Maße auf den Truppenbedarf zuqe- schnitten, es arbeiten aber auch schon Betriebe für andere Zwecke, soweit die vorhandenen Energien ausreichen.

In dieser Arbeit sind die Erfolge deshalb eben­falls als sehr beachtlich zu bezeichnen, denn der Nachschub für die Truppe wird dadurch wesentlich entlastet. So konnten der Truppe u. a. folgende Dinge zur Verfügung gestellt werden: Ka­nonenöfen, Waschschüsseln, Eimer, Hämmer, Spaten, Schaufeln, Zangen, Hufeisen, Eßbestecke, Hemden, Pelzbekleidung und vieles andere mehr, kurz, fast alle Dinge des täglichen Lebens.^

In der eisenschaffenden I n d u st r i e ist es gelungen, mehrere Werke mit einer Anzahl Walz­straßen wieder in Betrieb zu nehmen, in denen neben der Erzeugung von Walzwerkserzeugnissen auch Ge­brauchsgüter aller Art hergestellt werden. Weiter konnten zahlreiche eisen- und metallverarbeitende Betriebe wieder in Gang gesetzt werden. Während ein Teil von ihnen heute der deutschen Wehrmacht als Reparaturwerkstätten dient, hat die größere An­zahl wieder mit der Erzeugung begonnen, lieber ihre Leistungsfähigkeit gibt die vorstehende Aus­zählung der erzeugten Güter ein gutes Bild. Auch die Reparaturleistungen sind groß, sowohl für die Truppe als auch für die Wirtschaft. So konnten allein über 40 000 Traktoren für die Landwirtschaft wiederhergestellt werden.

Der Wiederaufbau der Energiewirtschaft wird mit besonderer Tatkraft betrieben, da sie einen grundlegenden Faktor für den Wiederaufbau der gesamten Wirtschaft darstellt. Es konnte bereits ein bettächtlicher Teil der ursprünglichen installierten Leistung wieder betriebsklar gemacht werden, und schon in wenigen Monaten werden weitere Ener­gien bereitstehen und die Möglichkeit der wirtschaft­lichen Nutzung der Ostgebiete weiter vergrößern.

Im Ostland arbeitet die gesamte chemische Industrie, und auch in der Ukraine konnten viele Bettiebe wieder in Gang gesetzt werden. Die Zahl der chemischen Betriebe ist bereits auf über 200 gestiegen, auch sie vergrößert sich ständig. Die Erzeugung umfaßt dabei: Seife, Waschpulver, Sera und Impfstoffe, Karbid, Terpentin, Kienteer, Roh­harz, Kitt, Stteichhölzer, Phosphoritkonzentrat, Kolophonium, Kerzen, Sauerstoff und vieles andere. Ganz besondere Bedeutung haben dabei die Seifen- und die Serumherstellung.

In der Textilindustrie sind ebenfalls viele Betriebe wieder in Gang gesetzt worden. Allein im Ostland arbeiten Baumwollspinnereien und -Webereien mit zusammen etwa 100 000 Spindeln und über 1600 Webstühlen, dazu kommen dann noch die Bettiebe der Ukraine. Von den sieben Baum- wollentkörnungsanstalten in der Ukraine sind fünf intakt und arbeiten, eine weitere wird bereits wie­der instand gesetzt. Eine bestehende Baumwollver-

Berlin, 16. Nov. (DNB.) Auf einer Tagung der Reichsarbeitskammer wurden 25 rüstungswich- tlge Betriebe, die vom Führer alsKriegs- must erb etrieb e" ausgezeichnet worden find, besonders geehrt. Außerdem überreichten Reichs- Minister Speer und Reichsleiter Dr. Ley im Auftrage des Führers einer Anzahl von Betriebs­führern, Ingenieuren und Arbeitern das Kriegs­oerdienstkreuz 1. Klaffe.

Der Geschäftsführer der DAF., Oberbefehlsleiter Marrenbach, begrüßte die beiden Pioniere der Arbeit, Reichsminister Funk und Professor Porsche, weiter sämtliche Reichstteuhänder der Arbeit, die Präsidenten der Landesarbeitsämter sowie sämtliche Gau- und Kreisobmänner und alle Amtsleiter der DAF. Nach einer Ehrung des jüngst verstorbenen Wehrwirtschaftsführers und Bettiebs- führers der M e ff er sch m i t t - G. m. b. H. Oberbereichsleiter C r o n e i ß , beleuchtete Ober­dienstleiter Dr. H u p f a u e r die betriebstechnischen und -organisatorischen Maßnahmen zur Erzielung bester Arbeitsbedingungen, vor allem auch die lohn- oronenden Maßnahmen in den kriegswirtschaftlichen Bettieben. Die schaffende Heimat dürfe nie ver­gessen, daß Höhe und Wertigkeit ihres Einsatzes

NSG. Am Samstag und Sonntag sprach Gau­leiter und Reichsstatthalter Sprenger in Idstein (Taunus) und in Viernheim auf zwei überfüllten Kundgebungen der Partei über den Sinn des der­zeitigen Freiheitskampfes unseres Volkes. Zu Be­ginn seiner Rede ging der Gauleiter auf die Gründe ein, die unsere Gegner veranlaßten, eine ganze Welt in diesen Krieg zu stürzen. Sie glaubten nicht, daß sich das deutsche Volk von den Folgen des letzten Weltkrieges so schnell erholen würde. Ihr großer Fehler war jedoch der, daß sie nicht an die Einigkeit und die/ unerschütterliche Verbundenheit unseres Volkes glaubten. Die Ketten, in die Deutsch­land von einer verrohten plutokratischen Welt ge­legt worden war, wurden dank der Genialität unseres Führers in den wenigen Jahren seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus endgülttg gesprengt. Heute, noch ehe der Kampf sein Ende gefunden hat, ist der Bestand des deutschen Volkes und auch der Europas auf Generationen hin­aus gesichert.

Wohl vorbereitet hat uns der Führer in diesen Kampf geführt und so die Gruiürlagen für die ruhmreichen Waffentaten unserer tapferen Wehr­macht geschaffen. Die großen Erfolge unserer Wehr­macht und der mit uns verbündeten Nationen haben unsere Gegner nicht ruhen lassen, und nun haben sie zu demGegenschlag" ausgeholt. Die Landung britisch-amerikanischer Truppen wollen wir als das ansehen, was sie in Wirklichkeit ist eine Ver­zweiflungsaktion geboren aus dem Be­wußtsein heraus, daß es den Briten und Ameri­kanern in absehbarer Zeit überhaupt nicht mehr möglich sein würde, größere überseeische Operatio­nen durchzuführen. Der tatkräfttge Einsatz un­serer U-Boote, der Tag um Tag unter den schwierigsten Verhältnissen der feindlichen Schiff­ahrt nicht mehr auszugleichenüe Verluste zufügt, hat den Feind zu diesem Schritt gezwun-

uchsstatton leistet wichtige Arbeiten. Auf dem Ge­biete der Leinenindusttie arbeiten allein im Ost­land 33 000 Spindeln und 730 Webstühle. Darüber hinaus sind sowohl im Ostland als auch in der Ukraine eine große Anzahl Hans- und Flachsauf­bereitungsbetriebe in Tätigkeit. In der Wollindu- trie arbeiten im Ostland 24 000 Spindeln und 485 Webstühle an der Herstellung von Stoffen und ähn­lichem.

Auch in den anderen Gebieten arbeitet eine große Anzahl dieser Betriebe, ferner werden u. <l in etwa 50 Großwerkstätten Filzstiefel für die Truppen hergestellt. Alle die vorgenannten Erzeugnisse der Textilindustrie werden in Trikotagebetrieben, Kon- ektions- und Nähwerkstätten verarbeitet, sie sind in der Hauptsache mit Aufträgen für die Truppe voll

mitbestimmend seien für den Erfolg der kämpfenden Front und daß von der Güte und Menge der pro» duzierten Kampfmittel auch der Umfang der Opfer der Front abhänge.

Während sich die Anwesenden von den Plätzen erhoben, nahmen Reichsminister Speer und Reichsorganisationsleiter Dr. L e y gemeinsam die Ehrung der vom Führer ausgezeichneten Kriegs- musteroettiebe und Männer der Wirtschaft durch die Überreichung der Urkunden vor. Dr. Ley wür­digte die gewaltigen Leistungen, die insbesondere 'unsere Rüstungsarbeiter nun bereits seit Jahren vollbringen. Der Krieg, so führte er aus, ist die große Bewährung für Partei, Staat und Nation wie für jeden einzelnen. Die Gemeinschaft muß im Krieg wachsen. Der Krieg ist aber zugleich die Bewährung des Glaubens, und dieser Glaube wird stärker sein, als alles, was uns das Geschick bieten kann. Wir haben alle Chancen zum Sieg, es kommt nur auf den Kampfwillen an. Wir müssen diesmal die Freiheit unseres Raumes, unserer Na­tion und unserer Rasse erobern. Reichsminister Speer würdigte dann ausführlich die große Stei­gerung der Leistungen, die die deutsche Rüstung ge­rade in den letzten Monaten Vollbracht hat.

gen. In der ihnen eigenen Niedertracht und Un­fähigkeit an anderer Stelle die Achsenmächte anzu­greifen, haben unsere Gegner das nur schwach ge­schützte Kolonialgebiet ihres ehemaligen Verbündeten angegriffen und zum Teil besetzt. Die Entscheidung in Nordafrika ist noch nicht gefallen. Einem der­artigen Unternehmen kann nur dann Erfolg beschie- den sein, wenn die Frage des Nachschubes gesichert ist. Die letzten Sondermeldungen über die Erfolge unserer U-Boote und der Luftwaffe an der nordafrikanischen Küste zeigen uns klar und deut­lich die verwundbare Stelle unserer Feinde. Die nächsten Wochen werden den Wert oder Un­wert des Roosevelt-Churchillschen Unternehmens in Nordafrika herauskristallisieren.

Der Gauleiter zeigte dann die m u st e r g ü l t i g e Haltung der Heimat auf, die weder durch feige Luftangriffe auf wehrlose Städte, noch durch die üblen Propagandamethoden zu beeinflussen sei. Jeder deutsche Volksgenosse sei heute zu der Er­kenntnis gelangt, um was es in diesem Kampf gehe, daß Opfer gebracht und Ewigkeitswerte ge­schaffen werden müssen, um die Existenz der kom­menden Geschlechter zu sichern. Es sei selbstverständ­lich, daß jeder einzelne im Interesse her Volksge­meinschaft Disziplin übe, seine ganze Kraft einsetze und so dazu beitrage, einen ehernen Block der Heimat zu schaffen, der unseren Soldaten den besten Rückhalt für ihren Kampf an allen Fronten gebe. Nur eine verschworene Gemeinschaft meistere alle Dinge, mögen sie noch so hart sein. In treuer Gefolgschaft steht das ganze deutsche Volk hinter seinem Führer, zusammengeschweißt zu einem Volksganzen, wie es die Welt zu keiner Zeit ge­sehen habe. Mit den WortenDer kommende FriÄe muß wert sein unserer Helden, die das Höchste ihr Leben für das Vaterland gaben", schloß der Gauleiter seine Ausführungen.

beschäfttgt, für die sie laufend' große Mengen an Bekleidungsstücken liefern.

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So sind bereits im ersten Jahre der Wiederauf­bauarbeit in den Ostgebieten auf dem Rohstoff- und Jndustriesektor Erfolge erzielt worden, die das Kriegsvotential der Achsenmächte erheblich vergrö­ßern. Die weitere Arbeit wird neue große Erfolge bringen, sie wird auf diesem einmal begonnenen Wege fortschreiten, bis der Endsieg errungen ist.

Neuer Terrorangriff auf Genua.

Rom, 16. Nov. (DNB) Der üatienische Wehr­machtbericht vom Montag meldet, datz in der ver- gangenen Nacht englische Flugzeuge erneut die Stadt Genua bombardierten, wo weitere schwere

Schäden in Wohnvierteln entstanden. Die unter der Zivilbevölkerung festgestellten Opfer betragen vier Tote und 23 Verletzte.

Ernüchterung in London.

Lissabon, 17. Nov. (Europapreß.) Mit sicht* licher Ernüchterung betrachtet man in London die Lage in Nordafrika. Es wird betont, daß keinerlei Anlaß dazu vorhanden ist, die Lage zu überschätzen, wobei man auf die Gefahren durch die deutschen Unterseeboote und die deutsche Luftwaffe verweist. So schreibtDaily Mail":Wir müssen uns auf ge­waltige Ereignisse und Reaktionen der Achsenmächte gefaßt machen und viele und harte Kämpfe erwarten. Unsere Versorgungsrouten werden mit jedem Tag länger, und beträchtlicher Wider­stand von feiten der deutschen U-Boote und der deutschen Luftwaffe dürfte natürlicherweise zu er­warten sein." Auch derDaily Herald" weist auf die Gefahr durch die deutschen Unterseeboote hin, deren Bedeutung Hitler erst kürzlich unterstrichen habe. England müsse jetzt Waffen finden, um die U-Boot-Gefahr erfolgreich zu bekämpfen, und die Zivilbevölkerung in der Heimat müsse sich auf neue Opfer vor bereiten, um Schiffsraum für kriegswichtige Dinge frei zu bekommen." Das Blatt warnt auch vor Ueberraschungen durch Deutschland, die möglicherweise in einer neuen Luft- offensive gegen England bestehen könnten.Daily Telegraph" bereitet auf weitere Tonnage* v e r I u ft e vor, die bei den alliierten Operationen unvermeidlich feien'. Der britische Ernährunas* Minister Lord W o o l t o n erklärte, viele Schiffe, die jetzt für die nordamerikanische Expedition ein­gesetzt würden, hätten noch vor kurzem Lebensrnittel nach England gebracht, das bedeutet weitere B e - schränkung der Leb ensmittelzutei* l u n g in England. Man gibt in London amüich zu. daß eshen Achsenmächten gelungen ist, die gesamte neue Kriegszone sehr schnell mit U-Booten zu spicken".

Auf Guadalcanar.

Die amerikanische Niederlage in der See- und Luftschlacht bei Guadalcanar hat die UeberlegenheiL der japanischen Flotte im Pazifik noch stärker wer­den lassen. Die Reste des amerikanischen Geschwa­ders sind im Dunkel der Nacht in südlicher Rich* tung entkommen und werden von japanischen Kampfflugzeugen verfolgt. Nach dem Scheitern die­ses vierten amerikanischen Durchbruchsversuches be­herrschen die japanischen Kriegsschiffe und Marine­flugzeuge im Umkreis von mehr als 1000 Kilometer das Kampfgebiet um die Salomon-Inseln. Die Pla- neten-See, das Korallenmeer und weite Seegebiets des Südwestpazifiks zwischen dem 160. und 180. Längegrad, also bis zur Datumsgrenze, werden von den Japanern kontrolliert. Obwohl der stark gelich­teten amerikanischen Pazifikflotte immer wieder Verstärkungen durch Einheiten der Atlantikflotte zu* geführt wurden, ist keiner der vier Durchbruchsver* uche gelungen. Die Amerikaner mußten diese ge­scheiterten Versuche mit dem Verlust von einem Schlachtschiff, vier Flugzeugträgern, 19 Kreuzern und zehn Zerstörern bezahlen, zahlreiche weitere amerikanische Kriegsschiffe wurden schwer beschädigt. Damit hat die USA.-Pazifikflotte so starke Verluste erlitten, daß sie, ohne weitere Schwächung der At­lantikflotte zu Angriffen im Pazifik kaum noch in der Lage ist. Die amerikanischen Truppen auf Guadalcanar bleiben von der Außenwelt abgeschnit­ten. Sie führen gegen überlegene japanische Streit- kräfte einen Verzweiflungskampf, der dem Ringen auf der Bataan-Halbinsel ähnelt. Dort wurden 'die amerikaniscben Truppen nach wochenlangem Wider­stand zur Uebergabe gelungen. Nicht anders wird es den amerikanischen Truppen auf Gu<rdalcanar ergehen.

Kleine politische Nachrichten.

Am Sonntagmittag hat ein Verband amerikani- scher Vombenflugzeuge in ,niedriger Höhe das Zen­trum von Lissabon überflogen. Unter der Bevölke­rung hat die Verletzung der portugiesischen Neu­tralität größten Unwillen ausgelöst.

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Der Abzug der in Island stationierten briti­schen Tttippen wurde in Reykjavik angekündigt Die Engländer würden die Besetzung künftig den amerikanischen Streitkräften allein überlassen.

Der Befehlshaber des französischen Geschwaders in Alexandrien, Admiral Godefroy, wurde

Oer Tonnageschwund diktierte das afrikanische Unternehmen. Oer Gauleiter auf Kundgebungen in Idstein i. Ts. und Viernheim.

überdächelten Hals heraus bis auf die Feuersteine des Hofes lagen die buttergelben Früchte, und die Sonne freute sich ihrer.

Die Bäuerin ließ die Augen hinschweifen nach dem Misthaufen, allwo Elfriede, das Mutterschwein, sich wohlig hingestreckt hatte, um zu tun, als schliefe es. Siebzehn Ferkel lagen zusammengerutscht an den strotzenden Quellen, und in gleichmäßigen Atem­zügen hoben und senkten sich die Flanken der gan­zen Familie.

Aus dem Stall schaute das Füllen; es hatte den Hals auf der nicht geöffneten Hälfte der Tür liegen und hätte feiner Mutter gern geholfen, den Göpel zu ziehen, allein am Göbel kann man einen Studen­ten nicht gebrauchen. Breit lag ihm die Sehnsucht nach der Arbeit in den Augen, wie jedem Studen­ten. Der Hahn, mannhaft, eitel und selbstgefällig, flatterte auf die Deichsel des Göbelwerks, als wäre er ein Gassenbub und als ging es ohne ihn nicht; vielleicht dachte er in feinem winzigen Gehirn: es ist bald Kirchweih, und sie werden dich schlachten! Vielleicht dachte er auch: bald feiern sie ein anderes Fest, wobei ihnen ein junger Hahn besser schmecken wird als eine alte Sau! Vielleicht dachte er auch nur: ihr, meine lieben Frauen dort im Sand, seht doch, der Gottfried und ich, wir machen's. Jedes­mal wenn er auf der Deichsel sich Gottfried näherte, knallte ihm Gottfried eins auf den Schwanz, und jedesmal flatterte er hochauf und gackerte, und jedesmal schreckten seine lieben Frauen empor, die nicht begreifen konnten, daß ihr Herr mit dem kleinen Herrn Gottfried artig spielte.

3m Schuppen aber, wo die Traubenmühle pol­terte, drehten der Bauer und sein Bruder mit langen Eisenstangen die Kelter zu, immer tiefer, immer tiefer, und der Schweiß troff dey Män­nern aus den Poren wie der Most aus den Spar­ren. Mit Schaufeln schmissen die beiden Knaben die Trauben aus den Bottichen in den Kasten der Mühle und dann den Maisch aus dem Kasten in die Bütte. Herrgott: und sie, die Bäuerin, mußte da am Geländer stehen und durfte bei den schönsten Ar­beiten des Jahres nicht zupacken!

Da kam der Doktor unten an die Treppe und rief in feiner frischen Art:Ich will nur einmal den Sioft prüfen! Kommen Sie mit, liebe Frau! Seien Sie nicht zimperlich wie ein Erstling, das bin ich nickst gewöhnt bei Ihnen."

Die Bäuerin schritt nun, indem sie sich am Ge-

lander festhielt, zur Treppe herunter, und die alte Ente schritt hinter ihr drein. Der Doktor nahm die 6rau am Arm und führte sie ins Kelterhaus. Ein kleiner schatten huschte über sie, und sie erblickte uberm Hof einen blauen Drachen aus Seidenpapier, der wie ein Schmetterling vom süßen Duft hier festgehalten wurde und hin und her wackelte, weil fein Schwanz viel zu leicht war. Auch über den Fuchs fiel her Schatten, konnte aber auch den Gaul nicht weiter beirren; der Gaul hob den Kopf, sah zu seinem jungen Peitschenschwinger, fühlte sich un- ter Der jungen Peitsche sicher, wieherte einmal und trabte unter dem Lied der Peitsche ruhig weiter.

Ah! Der Herr Doktor will unseren Most ver- uchen! rief der Bauer aus dem Kelterhaus.Wir haben hohes Mostgewicht, und ich fürchte: schon der Most wirft einen Gehirnathleten heuer um!"

jöin ich denn ein Gehirnathlet?" erwiderte der Doktor, schöpfte sich ein tönernes Krüglein voll und

es der Bäuerin,Ich m ächt' doch lieber nictjt! sagte die Bäuerin, und der Doktor darauf: Hierzuland ist der Wein doch der große Alles- cf' $cr 9ro&e Wunderdoktor, der mir die Kund- chast megnimmt. Vertrauen Sie sich ihm ge­trost an.

211)0!" rief der Bauer,Fräulein Mechthild, holen Sie eine Flaschen Firnen aus dem Keller!" Das Fräulein kam schon vom Zwetschenkessel her, aber der Arzt hielt sie am Arm zurück und sprach: Heute i|t der Doktor noch mit dem Most zufrie- den, aber morgen vielleicht auch noch heute meroen wir uns auch einen Firnen leisten, denn gefeiert muß sein!

5J?.änil?E denkt immer zuerst» ans Feiern?" versetzte die Bäuerin und griff nach des Doktors 3nelt!" flüsterte sie, und sogleich be­gaben sie beide sich ins Haus.

Nef die Bäuerin, und die Stimme schallte durchs Fenster deutlich aus dem Hintergrund ?a :,Sl?ur L^netI 3ur ^au Kerschenstein, 1° schnell, wie der Hund gauzt'"

weiter!" befahl der Bauer den Seinen an der Kelter und rannte auch ins Haus.

3$ glaub es kommt was Kleines!" sagte der der Buben zum Onkel; der Zweitälteste

"Wenn s kein Mädchen ist, dann kann Frau Kerschenstein es wieder mitnehmen!" und Gottfried warf die Peitsche weg und setzte sich auf den Rand

des Bottichs. Er suchte sich daselbst die schönsten Trauben aus, sagte, daß ein Bruder lieber wär* als eine Schwester.

Der Fuchs trabte allein weiter, der Göpel quietschte, der Maisch klunkerte, der Most tröpfelte in die Bütte, der Drache zickzackte überm Hof, als rönne er sich vom Dust nicht trennen, und dann '[^ntt em Schrei aus dem Fenster überm Ge- lanöer, gedampft durch die das Fenster umranken- Gottfried sprang verlegen zur Peitsche, der Onkel griff nach der Stange, die Buben nach den Schaufeln, und Frau Kerschenstein hüpfte mit dem fchwarzüberzogenen Köfferchen zur Truppe hinan, indes Fraulein Mechthild ihr eiligst folgte. Die Tauben versammelten sich auf dem Fensterstein.

Dann erschien der Doktor im roten Weinlaub unh grinste umher, als habe er wunder was ge- r^m!Pe erschien und das Fräulein Mechthild, und sie alle wollten von den Buben ge­lobt fern.

Bücheriisch.

. T" E'? Buch, bei dessen Lektüre man sich wundert, daß es so lange verschollen blieb, ist Louise von Franxois' großer historischer RomanDis letzte Reck en bürge rin", der mit Recht in Der ^er schon mehrfach angelernten Sammlung " V o 5 ? u b c r f p ! e g e l" des Verlages Rütten und Loening m Potsdam Aufnahme gefunden hat. Der etwas altmodisch-umständliche Stll tut der Kraft und inneren Spannung keinen Abbruch, mit denen hier die selffame Geschichte einer Frau erzählt wird, die mit kühlem Verstand und starkem Pflichtgefühl ihr eigenartiges Schicksal meistert und ein reiches lhrer Mitmenschen gestaltet. Die Zeit tiefster nationaler Not zwischen der Französi- $TrM-e,SOfcUalOn-r.? den Befreiungskriegen ist in vorbildlich historischer Treue mit sparsamen Strichen angedeutet. Die alte Gräfin, die der frühe Tod des prinzlichen Gemahls und des einzigen Sohnes früh 9aiye?- Lebenszweck gebracht hat und ihre Nichte und Erbin, die letzte Reckenburgerin, eine eCrbr't. ^rechte und lebenskluge Frau, rnnfbt.>?JOm.!e^ene kraftvoll durchgeführte Cha- rn^ *resQU5 Guß, um die allein es sich schon mLhö ba5 Auch m der neu erschienenen Ausgabe roieöer zur Hand zu nehmen. Fr. W. Lange.

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