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Der Anteil der italienischen Marine.

9t o m , 16. Juni. (DNB.) An der Lust- und See- chlacht im Mittelmeer hat die italienische Marine starken Anteil. Seit ihrem Auslaufen wurden die beiden großen feindlichen Geleitzüge, die von Osten und Westen kamen, von unseren U-Booten gemeldet und angegriffen. Sie tor­pedierten zwei Einheiten des von Gibraltar auslaufenden Geschwaders. Am Vormittag des 15. hat die 7. F l o t t e nd iv i sio n, bestehend aus zwei leichten Kreuzern und fünf Torpedobootszcr- störern, den von Gibraltar nach Malta unterwegs befindlichen Geleitzug heftig angegriffen. Obwohl dieser überlegen war und aus zwei Kreuzern Und mindestens 12 Torpedobootszerstörern bestand, zog er sich zurück, zerstreute sich und nebelte sich ein. In dem anschließenden Gefecht auf nahe Entfernung explodierte ein Kreuzer und sank unter dem konzentrierten Feuer derEugenio di Savoya" und derMontecuccoli". Zwei Torpedobootszer­störer wurden zwer beschädigt, ein Kreuzer und ein Torpedobootszerstörer von unseren Torpedoboots­zerstörern torpediert. Unsere Einheiten setzten unter ständigen fruchtlosen feindlichen Luftangriffen den ganzen Tag die Aktion gegen die feindlichen Ein­heiten fort und versenkten durch Artilleriefeuer einen weiteren Torpedobootszerstörer.

Von dem starken feindlichen Geleitzug, der aus Gibraltar ausgefahren war und aus einem Schlacht­schiff, zwei Flugzeugträgern, fünf Kreuzern, 20 Tor­

pedojägern, andern kleineren Einheiten, sechs Trans­portdampfern und einem Tankdampfer bestand, ge­lang es nur wenigen Einheiten, sich nach Malta zu flüchten.

Im östlichen Mittelmeer hat ein stärke­rer italienischen Flottenverband den am 13. Ium aus A l e x a nd r i e n ausgefahrenen starken Geleitzug, der aus 52 Einheiten verschiedener Klassen, dar­unter wahrscheinlich einem amerikanischen Schlachtschiff, acht Kreuzern, kleineren Be­gleiteinheiten und elf Transportdampfern bestand, daran gehindert, die Fahrt nach Malta fortzusetzen. In den Gewässern von Kreta änderte der feindliche Geleitzug seinen Kurs und suchte nach seinem Aus­gangspunkt zurückzukehren. Es gelang ihm jedoch nicht, dem Angriff der italienischen Luftwaffe und U-Boote zu entweichen, die dem Geleitzug schwere Schäden zufügten.

Das Ziel der beiden britischen Geleitzüge war, unter allen Umständen den britischen Stützpunkt Malta zu verstärken. In den Seegefechten östlich und westlich von Malta verloren die Italiener einen Schweren Kreuzer, der von einem Lufttorpedo und danach von einem Unterwasser­torpedo getroffen wurde, ein schwer beschädigtes Torpedoboot konnte einen heimischen Hafen erreichen. Ein großer Teil der Mannschaft wurde gerettet.

3m Glauben an den Sieg."

NSK.Es ist mehr als einmal gewesen", be­richtet ein Fronturlauber,daß wir uns eines etwas unbehaglichen Gefühls nicht erwehren tonnten, wenn wir aus den Zeitungen, die wir aus der Heimat geschickt bekamen, mitunter Todes­anzeigen unserer Kameraden lasen, besonders wenn es sich um Kameraden handelte, die wir selber gekannt hatten.

Sein heißester Wunsch, die Heimat und seine Lieben wiederzusehen, blieb ihm versagt" heißt es zum Beispiel. O ja, daß jeder einzelne von uns zu jeder Stunde der Ruhe .und Muße an die Heimat und an die Heimkehr denkt, das ist selbstverständ­lich? Aber wir denken schon längst so sehr als Sol­daten, daß es uns zu einem inneren Gesetz ge­worden ist, unsere eigenen persönlichen Wünsche, so schön und lockend sie auch sein mögen, hinter die Pflicht und die Bereitschaft zu jedem Einsatz zurücktreten zu lassen. Wir sehen auch die Heimat mit anderen Augen: so sehr wir uns sehnen, die eigene Mutter, die eigene Frau, die eigenen Kinder wiederzusehen, so tauchen hinter den ver­trauten Zügen unserer Lieben die Gesichter der deutschen Mutter, der deutschen Frau, des deutschen Kindes auf. In unseren Lieben erkennen wir das ganze Volk, in ihrem Schicksal begreifen wir das große deutsche Schicksal. Und unser Dorf, unsere Stadt sind uns zum Abbild der ganzen Heimat geworden.

Wir stehen und kämpfen und fallen, so es uns bestimmt ist, für Deutschland. Wir sprechen das nur ungern mit Worten aus, weil Worte leicht so pathetisch klingen, aber es ist schon so. Und wird man eben darum mit einem solchen Nachruf, der gleichsam vonüen GefühlderHinterblie- denen ausgeht anstatt von ihm und seinem Sterben, unserem Kameraden ganz gerecht? Ich glaube es nicht. Auch ich wünsche und wie sehr, das kann überhaupt nur ermessen, wer beispiels­weise den Winterkrieg im Osten mitgemacht hat, die Heimat und meine Lieben wiederzusehen. Aber wenn es auch mir bestimmt sein sollte, den Sol­datentod zu sterben, so möchte ich einen anderen Nachruf haben, etwa so,daß mein heißester Wunsch, den Tag des Sieges selber mitzuerleben, mir versagt geblieben sei, baß ich jedoch in der

felsenfesten Gewißheit des Sieges und in dem un­erschütterlichen Glauben an Deutschland und an den Führer gefallen sei."

Wir müssen uns bemühen, das richtig zu ver­stehen. Vielleicht begreifen wir es am besten so: die heiligen Toten dieses größten Entscheidungs- kampfes unserer Geschichte gehören mehr noch als uns in der Heimat dem ganzen Deutsch- land, der Front und dem Kriege, in dem sie ge­fallen sind. Die besondere Weihe und Würde des Todes verleiht ihnen der Krieg. Und wir müssen ihren Tod darum auch aus der Welt des Krieges, des Soldatentums begreifen und nicht aus unserer heimatlichen Welt, von unserem eigenen Schmerz aus. Jeder, weiß, daß Worte sowieso unzulänglich sind, um das auszudrücken, was eine Mutter an Schmerz erlebt, der der Sohn fiel, oder eine Frau, der der Mann vor dem Feinde blieb. Hier reichen Worte nicht mehr aus. Aber sollen wir nicht gerade deswegen, um auch unseren eigenen Schmerz zu adeln, den Gefallenen das geben, worauf sie ein Recht haben: ihr Sterben als Soldaten tod zu begreifen, als heiliges Opfer für Deutschland? Sollen wir nicht den großen Schmerz in derselben Haltung tragen, in der sie draußen gefallen sind? Ehren wir sie nicht am würdigsten damit?

So mag die Front selber verstanden fein, wenn mit aller Ehrfurcht vor dem Schmerze der Ange­hörigen die Anregung gegeben werden soll, auch in der Form der Todesanzeige für die Gefallenen eben diese besondere Würde ihres Todes zu wahren. Worte, die das Maß der Trauer, des Schmerzes und auch des Stolzes auf sie auszu- ürücken vermöchten, sind doch meist zu schwach 'und unzureichend. Was wir fühlen, das wissen wir doch nur allein im tiefsten Herzen, und das kann man nicht aussprechen. Eben darum sollten wir die Ge­fallenenanzeigen als letzte Ehre für die Toten be­trachten und sie voll echter Würde ihnen und ihrem Soldatenschicksal gegenüber abfassen. In schlichten, phrasenlosen Worten wollen wir Abschied von ihnen nehmen, die nicht mehr uns allein, son­dern dem Kriege und seinen harten Gesetzen und nun dem ganzen Volke und dem ewigen Deutschland gehören!"

Generals Ritchie zu erfüllen, einer, wie die Engländer rühmten, Elitearmee. Noch vor wenigen Stunden hatte die englische Oeffentlichkeit keine Ahnung, wie schlecht es um die Libyenarmee stand. Rommel hatte nach den Schreibtischstrategen in London und Neuyork einen verzweifelten Einsatz gewagt und verloren. Noch am Dienstag fabelte die Times" von diesem angeblichen Wagehals, wäh­rend der Neuyorker Sender schwindelt, die Ueber- legenheit der amerikanischen Waffen habe es er­möglicht, Rommel zurückzuschlagen. Diese Waffen sind mittlerweile versenkt worden! Aber der eng­lische Botschafter in Washington, Lord Halifax, erklärte noch am Montag, es könne keinem Zweifel unterliegen, daß die Achsenmächte die Initiative verloren hätten, im übrigen gehe es jetzt nicht um imperialistische Ziele, sondern dieser Krieg solle dem Imperialismus ein Ende bereiten. Jedoch stellte noch am gleichen Tage dieNew Port Herold Tribüne" unter dem Eindruck des neuesten Er­folges des Generals Rommel fest, im Osten feien die Bolschewiken in der Defensive und in Libyen schwinde der Anfangsoorteil der Briten dahin, denn Rommel sei ein glänzender General. Seine Art, den Gegner zu stören und zurückzuschlagen, sei ein­fach phänomenal. Auch Reuter mußte plötzlich ein­gestehen, die 8. Armee in Libyen habe nach den schwersten Verlusten neue Stellungen beziehen müsse, die Achse habe die Initiative in den Händen. Wo sind die Vorschußlorbeeren geblieben, die Chur­chill und alle Redaktionsstrategen der amerikanischen Sensationspresse der 8. Armee des Generals Ritchie spendeten?

Vergeblicher Ausbruchs­versuch in oer Marmarica.

Berlin, 16. Juni. (DNB.) Mit der Entschei­dung der Schlacht in der Marmarica westlich Tobruk ist von deutsch-italienischen Panzertruppen und motorisierten Verbänden einem stärkeren bri- ttschen Kampfverband der Rückweg nach Tobruk verlegt worden. Die abgeschnittenen und eingeschlossenen britischen Kräfte versuchten Montag in heftigen Angriffen den Weg nach Tobruk wieder freizukämpfen. Bei einem dieser vergeblichen Durchbruchsoersuche der eingeschlossenen Briten wurden mehrere hundert Gefangene ein­gebracht und 400 Kraftfahrzeuge vernichtet. Im weiteren Vorstoß nach Osten entwickelten sich hef­tige Kämpfe um einige von indischen Truppen hart­näckig verteidigte südlich Tobruk gelegene Wüstens orts, die in den Montagabendstunden nach harten Kämpfen gestürmt wurden. Hierbei wurden 800 Gefangene, eine Anzahl Geschütze und zahlreiches Kriegsgerät eingebracht, lieber den vordringenden deutsch-italienischen Verbünden wur­den elf britische Flugzeuge abgeschossen, von denen allein vier die Opfer des Eichenlaubträgers Oblt. Marfeille wurden. Ueber dem Seegebiet vor der nordafrikanischen Küste wurden von Messer­schmitt-Jägern weitere elf britische Flugzeuge vom Muster Beaufighter abgeschossen.

Aus dem Reich.

Abforderung von Aktien.

Eine Zweite Durchführungsverordnung über die Abforderung und Verwertung der gemeldeten Ak­tien bestimmt, daß diese auf Verlangen'des Reichs­wirtschaftsministers ganz oder teilweise an die Reichsbank zu verkaufen sind. Der Verkauf erfolgt zum Einheitskurs der Wertpapiere vom 31. Dezem­ber 1941. Der Verkäufer erhält verzinsliche Reichs- ichatzanweisungen der laufendem Serie, die bei der Reichsbank hinterlegt und gesperrt werden. Die ab­geforderten Wertpapiere dürfen nur zur Kursregu­lierung an der Börse und zur Unterbringung in kleinen Beträgen für Anlagezwecke verwendet wer­den. Die bereits gemeldeten Wertpapiere dürfen an andere Personen nur noch verkauft werden, nach­dem sie der Reichsbank durch Einschreibebrief ange­boten sind un'd diese das Angebot abgelehnt hat. Wer nach dem 15. März 1942 börsengängige Aktien gekauft hat oder noch kauft, hat diese zu melden, wenn seine seit dem 1. September 1939 gekauften börsengängigen Aktien den vom Reichswirtschafts­minister jeweils festzusetzenden Kurswert erreichen. Dieser beträgt vorläufig 100 000 RM., kann aber jederzeit herabgesetzt werden. Dadurch können neu gekaufte Aktien in noch größerem Umfange als bis­her meldepflichtig und damit zum Kurs vom 31. De­zember 1941 ablieferungspflichtig werden. Die lau­fenden Meldungen find jeweils bis zum 10. des auf den Erwerbsmonat folgenden Monats, erst­

malig zum 10. Juli 1942, bei der Reichsbank zu er­statten. Die gemeldeten Aktien dürfen, ebenso wie die bereits früher gemeldeten Aktien, nur noch ver­kauft werden, wenn sie der Reichsbank angeboten worden sind.

Einberufungen von Angestetttenlehrlingen.

Für Angestelltenlehrlinge, die als Angehörige wehrpflichtiger Jahrgänge zum Arbeits- oder Wehr­

dienst einberufen werden, bevor ihre Lehrzeit be­endet ist, ruht das Lehrverhältnis während des Ar­beits- und Wehrdienstes und lebt erst nach Be­endigung des Wehrdienstes in dem Zustand wie­der auf, in dem es sich vor der Einberufung bc- funfoen hat. Oft beantragen wehrpflichtige Lehr­linge, ihre Lehrzeit zu verkürzen und ihnen die Prii- fung vor der Einberufung zu ermöglichen. Der Reick)sarbeitsminister hat sich damit einverstanden erklärt, wenn mindestens eine zweijährige Lehrzeit

Beispielhafte Bach-pftege.

Der Orgel- und Cembalospieler Helmut Walcha.

Ein vierjähriger Knabe wird Schüler des Leip­ziger Konservatoriums und hat schon vorher in einer Klavierschule an zweistimmigen Bachschen In­ventionen im bloßen Schriftbild, das von allen anderen Stücken abweicht, intuitiv das Geheimnis des imitierenden Kontrapunktes entdeckt. Seitdem ist bei Helmut Walcha, der schon im Jugendalter das Augenlicht verlor, die visuelle Vorstellung für seine enorme durch Vorlesen und Vorspielen erweiterte Gedächtnisarbeit bestimmend. Unver­geßlich hat er die Erinnerung an noch wirklich er­schaute originale Bachmayuskripte in seine Blind­heit mitgenommen. Unverwischbar hatte den Kna­ben, der noch sehend in eine Kirchenorgel hinein­stieg und im Gehäuse umherkroch, das altmeister­liche, handwerklich-technische Fluidum angerührt. Bach, in dessen Tonwelt Walcha unter Thomas- tantor Karl Straube und als Orgelschüler Gün­ther Ramins hineinwuchs, wurde ihm Lebens­aufgabe und Symbol. Voran die Orgelmusik, denn zu Bachs Klavierwerken fühlte er den Zugang, bis er sie am Cembalo kennenlernte, durch das mo­derne Klavier verstellt.

1929 kam Walcha, der drei Jahre Ramins Stell­vertreter an der Thomaskirchenorgel mar, als Or­ganist an die Friedenskirche nach Frankfurt a. M. und bald darauf als Orgellehrer an das damalige Hochfche Konservatorium, die heutige Staatliche Hochschule für Musik. An der Orgel dieses Instituts, die nach seinen Dispositionen gebaut wurde, hat Professor Walcha nicht nur einen Schülerstamm in Ehrfurcht und Stilkenntnis unterwiesen, sondern auch einen von Jahr zu Jahr wachsenden Kreis interessierter Gasthörer erklärend und musizierend im Wissen und Erleben bereichert. Im Turnus seinerBach-Stunden" wurde fast das gesamte Or­gel- und Klavierschaffen des Meisters, dazu viele Kammermusikwerke mit Cembalo- und Continuo- begleitung (Sonaten für Flöte, Violine und Gambe) zu Gehör gebracht. Aber auch den Choralvorspielen, den Tokkaten, Fantasien, Präludien und Fugen läßt Walcha eine überzeugend stilreine, hell, spar­sam und klargliedrig registrierte tönende Gestalt,

frei von gefühligem Schwulst und hineingetrage­nem Pathos, zuteil werden. ,

Ist es die Verschmolzenheit von hohem Ethos der Auffassung, untrüglichem Stilgefühl und fest- gegründeter, aus Ebenmaß und Beweglichkeit ge­paarter Spieltechnik, was den Orgelmusiker Walcha ausgezeichnet, so ist es nicht zu hoch gegriffen, wenn man ihn am Cembalo den derzeitig besten Spielern in Europa zurechnet. Walcha vermittelt das von allen Phrasierungsbögen, dynamischen Vortragszeichen und anderen individuellen Bear­beiter-,'Auffassungen" gereinigte ursprüngliche No­te nbild. Strukturklarheit ist ihm oberstes Gebot. Mit bewundernswertem Feinsinn weiß er durch den meisterhaften Gebrauch der Cembalo-Register die Polyphonie eines Stückes zu gliedern und dar- zutun, wie reizvoll Elemente des italienischen und französischen Barock von Bachs Genius gespiegelt und verwandelt wurden. Das dienende Aufgehen im Werk, verbunden mit der sympathischen Leben­digkeit des Musizierens, ihr schöner tiefer Ernst und ihre planmäßige Reichhaltigkeit machen Wal- chas Bach-Pflege beispielhaft. Fritz Bouquet.

Thekla.

Von Anton Schnack.

Der Name singt nicht er scheppert und klap­pert wie ein dumpfes, ermattetes Eisen. Ton eines Sporns, der an einen Feldstein streift; Klang eines Säbels, der an einen hohen Lederstiefel schlägt im ununterbrochenen Auf und Ab der Reitbewegung: Laut eines metallblauen Sturmhutes, der von einer bleiernen Kugel getroffen wird. Er erinnert an den knöchernen hüpfenden Aufsprung von Würfeln, die aus einem Becher über das gefleckte Kalbfell einer Trommel geworfen werden.

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Der Name ist wie ein Fenster auf die Landschaf­ten Böhmen, Mähren, Franken, Oberpfalz, Bayern, Thüringen gerichtet. Er läßt Wälder von großer Ausdehnung ahnen. Er hat den harten knappen Schlag der Holzfäller, Pferdehufe klappern über zer­faserte Knüppeldämme, Holzfuhrwerke knarren über die Steinrillen ausgefahrener Wege und der Gleich­klang der Dreschflegel in den Tennen klopft in ihm.

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Es sind die herrlichen Landschaften der Zinnen von Nürnberg, der Türme von Dinkelsbühl, der Kirchen von Würzburg, der Mauern von Nördlin­gen, ,es sind die Gegenden der Tore von Donau­wörth, der Wallgräben von Ingolstadt, der Schieß­scharten von Dettelsbach und Kitzingen am Main, die Gegenden der befestigten Stadt Ochsenfurt, der schroffen Festung von Kronach, der mächtigen Pra­ger Burg und der Städte Pardubitz, Gitschin und Eger.

Aus seiner bunten Chronik leuchten und erheben sich die trotzigen und abseits gelegenen Burgsitze des fränkischen und schwäbischen Landadels, der Sche­renberg, der Gebsattel, der Geyer von Giebelstadt, der Grasen von Flügelall, der Nordenberger, der Herren von Menzingen, der Herren von Hohen­lohe und anderer.

Thekla war unter den Insassinnen eines Domi­nikanerinnenklosters, das in der freien Reichsstadt Rothenburg stand und dessen rückwärtige Fenster ins grüne und tiefe Taubertal hineinsahen. Im Gestrüpp und Baumgewirr- außerhalb der Stadt­mauern trieb sich der heimliche Liebhaber herum und fing die Liebesbriefe und Botschaften auf, welche von der widerwillig ins Kloster gesperrten Thekla aus den Fenstern hinuntergelassen oder hin­untergeworfen wurden.

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Thekla ist ein Schiller-Name. Er hat einpräg­same Kürze, einen knappen Umriß, einen strengen Klang. Er ist herrisch, fast hart und störrisch. Er hat ein eigensinniges Herz, man sieht ihn vor Trotz förmlich mit dem Fuße aufftampfen.

- Thekla ist das Mädchen, das plötzlich aus einem Schwaden graublauen Pulverrauches tritt; das gewandt von einem Pferderücken gleitet; das am Koller eines Haudegens widerstrebend zappelt, der den weggewendeten Mädchenmund mit den Schnurr­bartspitzen sucht, die nach geplündertem Meß- und Klosterwein schmecken.

Vernarbte Mannesgestalten mit federbesetztem Topfhut haben im Schwedenkrieg das Mädchen in den Qualm und in den Lärm eines Banketts ge­schleift und ihm von allen Weinen zu trinken ge­geben, die sich in Humpen und Gläsern bis an den Rand spiegelten heißmachender Tokayer, öliger

abgeleistet worden ist und der Stand der Ausbil­dung sowie Befähigung und Leistungen eine Ver­kürzung der Lehrzeit rechtfertigen. Die Verkündung des Prüfungsergebnisses ist bis zur Einberufung auszusetzen.

Kunst und Wissenschaft.

Internationale Komponistentagung.

Die Tagung der Internationalen Vereinigung der Komponisten Ständiger Rat für die internatio­nale Zusammenarbeit der Komponisten, die unter der Leitung ihres Präsidenten Dr. Richard Strauß eine große Zahl Komponisten aus fast allen europäischen Ländern in Berlin zusammen- führte, bedeutete eine Intensivierung der zwischen, staatlichen Zusammenarbeit der Tonschaffenden. Richard Strauß wurde auf weitere fünf Jahre zum Präsidenten gewählt. Dem bisherigen deutschen Ver­treter E. N. von R e z n i c e k treten der Leiter der Fachschaft Komponisten, Werner C g k, und Gerhart von Westermann als weitere deutsche Dele­gierte zur -Seite; der Letztere wurde auch General­sekretär. Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Teilnehmer an der Tagung und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Verhandlungen au einem so befriedigenden Abschluß geführt hätten. An dem Empfang nahmen aus Italien Petrassi und Exz. Pizzetti, ferner Atterberg aus Stockholm, Kil- pinen aus Finnland, Cruz aus Portugal und Suter- meister aus der Schweiz teil, von deutscher Seite Richard Strauß, Egk, Graener, Höffer und Trapp.

Wilhelm Hausenstein 60 Iahre.

Der Kunst-, Kultur- und Literarhistoriker Dr. Wil- Helm Hausenstein, am 17. Juni 1882 in Homberg im badischen Schwarzwald geboren, hat mit dem BucheDer Bauern-Brueghel" als einer der ersten auf die Bedeutung dieses Meisters hingewiesen. Ob Hausenstein später über Rokoko-iJllustratoren oder oan Gogh, über Fra Angelico ober über den Jsen- heirner Altar schrieb, immer spürt man, daß er aus dem Erlebnis schildert; dies wird besonders deutlich in feinen großen Ueberblicken, etwa in150 Jahre deutscher Kunst (16501800)" ober in dem Werk Vom Geist des Barock". Die Vielseitigkeit Hausen­steins erkennt man in den beiden BändenDrinnen und draußen" undMeister und Werke". In wohl- gefügten Sätzen malt er deutsche, niederländische, italienische Landschaften, Menschen in Gesellschaft und in der Einsamkeit, Tierepisoden und Pflanzen­wunder; was mit Volkskunst ober mit Volkskund­lichem zu tun hat, hegt er mit Liebe. InMeister und Werke" gewinnt er umstrittenen Problemen ober neuen Fragen neuartige Seiten ab, er gibt keine nüchternen Beschreibungen, sonbern persön­liche Erlebnisse, bleibt jedoch trotz aller Subjektivi­tät in der Bewertung objektiv. Zu seinen bekann­testen Büchern gehört die AufsatzsammlungDie Welt um München", in der er die Zusammenhänge zwischen Kunst und Kult, zwischen Kultur, Volkstum und Landschaft aufdeckt. Hans Sturm.

Aus alter Welt.

Straßenbahnanhänger umgestürzl.

In Worms fprang von einem Zug der Stra­ßenbahn in der engen Haarnadelkurve an der Kriemhild enstraße, die dort stärkeres Gefälle hat. der Anhänger aus den Schienen, rannte gegen den Randstein und stürzte um, wobei der Oberteil des Wagens völlig zertrümmert wurde. Ein schulpflich­tiger Junge wurde vom umstürzenden Wagen ge­tötet, zwei ältere Frauen sind schwer verletzt worden, sieben Leichtverletzte, hauptsächlich Schul­kinder, konnten nach Anlegen von Notverbänden in ihre Wohnungen befördert werden. Nach Aus­sage des Wagenführers versagte die Bremsvorrich­tung am Vorderwagen, so daß er nicht imstande war, zu halten und den Anhänger abzufangen.

Ungewöhnliche Kältewelle in Argentinien.

In Argentinien ist eine ungewöhnliche Kältewelle ausgebrochen. Aus den Kordillerenprovinzen wer­den F r ö ft e von 18 Grad gemeldet. Auch in Buenos Aires ist eine Temperatur von fünf Grad unter Null zu verzeichnen. Nach über zwanzig Jahren schneite es in großen Teilen der Provinz Buenos Aires. Aus dem südbrasilianischen Staat Rio Grande do Sul wird ein heftiger Orkan gemeldet. Zwei Hotels, eine Kirche und 50 Häuser stürzten ein, zehn Personen wurden getötet.

Schweres Autobusunglück in Frankreich.

In der Nähe von Bourges fuhr ein vollbesetzter Autobus in voller Fahrt gegen einen Baum, da ein Reifen geplatzt war und der Fahrer infolgedessen die Gewalt über den Wagen verloren hatte. Drei Personen kamen ums Leben, 40 weitere Fahrgäste wurden schwer verletzt.

Portwein, schwarzer, die Beine lähmender Wein aus Korsika, alter Portugieser, Wein aus Alicante und Bordeaux, goldenes Gewächs aus Eberbach und Mainz. Thekla bekam mit Malvasier kleine gluck­sende Räusche eingeflößt, und Weine aus der Pi­cardie und aus Burgund wurden ihren jungen Lippen aufgezwungen und aufgenötigt, damit sie in Jubel und Liebesbrunst geriete. Leutnant und Kör­net warfen ihr Datteln zu und Ingwer, brüchig von Zuckerkrusten, auch Quittenbätzlein, Honigkuchen und mit Rosenwasser getränktes Konfekt, Beute aus den alten Gewölben der Kaufleute und den Vorrats­kammern fetter Mönche.

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Ihr Name ging wie ein Geläut in den Regi­mentern der Schweden um bei dem blauen Re­giment unter Wrangel/ bei dem blauweißen unter Klitzing, bei dem rotgelben unter Schmalbach, bei dem schwarzgelben Regiment Starrschädel, beim rot­weißen Regiment Loser, bei den Regimentern Stech- nitz, Stenbach und Anhalt, beim gelben Leibregi­ment, bei den Hessen unter ihrem Landgrafen, bei den Regimentern Ußlar, Burlacher, Goldstein, Kar- berg und bei den Leuten der Generale Horn, Bauer, Tott und Stallhanske.

Noch mehr wurde er in den Reihen der Kaiser­lichen geflüstert und begehrlich gesprochen bei den Regimentern Sparr, Gallas, Holk, Pappenheim, Savelli, bei den Kürassieren unter Piccolomini, bei den Regimentern Gronsfeld, Wenglas und Koro- nino, bei den ungarischen und kroatischen Schwa­dronen des Jsolani und bei den Regimentern Strozzi und Gonzaga.

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Thekla sah Wallenstein im Juchtenwagen fahren, Tilly auf weißem Pferd reiten, den schlanken Ognate anmutig mit dem Degen fechten, sie horte den groben Questenberg poltern und den kleinen vorsichtigen Fürsten Eggenberg flüstern, sie sah Gallas, den Welschtiroler, den Obristschultheis Lud­wig von Seßtoch, den blonden Grafen Trzka, den Grafen Kinzky, den bösen Schotten Walter Buttler, sie sah Tobias von Gissenberg, die Obristen Bredow und Henderson, den jungen Herzog von Lauenburg und den schonen Grafen Wilhelm Slawatas, aber der Inbegriffs ihrer süßesten Seligkeit war bey Name Max, der Nams Max Piccolomini.