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der
verkörpert.
H. W. Sch.
erläßliche eigenhändige Unterschrift. Wenn auch das Testamentgesetz in seiner jetzt gül-
zu haben.'
(Fortsetzung folgt.)
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Klar ausgesprochen der Wunsch, Helene noch ein letztes Mal zu sehen.
Und so hat Helene diese Begegnung ganz als ein nur ihr gehörendes Erlebnis empfunden: sie hat mit niemandem darüber gesprochen, nicht mit Gertraude und nicht mit Bergenroth. Und auch jetzt nicht mit Käte. Und nun erfährt sie — es ist wie eine glückliche Befreiung von letzten Borwürfen, die sie Rautenberg vielleicht doch noch immer im stillen machte — nun erfährt sie von seinem Wunsch, seinem Sohn seinen Namen zu geben.
Käte muß in dieser Adoptionsangelegenheit einige Male nach Berlin. Das ist nun vom Uhlenhof aus bequemer als von Holstein. Martin ist in der Mutter Abwesenheit in guter Obhut.
Helene weiß auch, daß Rautenberg seinen Sohn noch gesehen hat. Die junge Frau hat der älteren Freundin von ihrem Besuch bei Rautenberg ge« sprachen. Bei ihrer Rückkehr aus Berlin vor einigen Tagen berichtet nun Käte, daß Johannes schon seit mehreren Wochen keine Nachricht von seinem Vetter erhalten hat. Und obwohl Käte sich nichts anmerken läßt, weiß Helene, daß die junge Frau im Herzen sehr beunruhigt ist.
Helene selbst fühlt, wie in ihr erst leise, bann immer quälender und bestimmter eine schlimme Ahnung aufsteigt. Aber da sie nun für die Bewirtschaftung des ganzen großen Gutes einzustehen hat, treten solche Bedrückungen hinter der drängenden Arbeit immer wieder zurück. -
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„Tlnlenspriher."
। „Tintenspritzer", eine Komödie von Johannes o. S p a l l a r t, der als Schauspieler vor einigen Jahren unserem Gießener Theater angehört hat, ging im Münchener Volkstheater unter der theater- wirksamen Regie Eduard Wiemuths mit einem Achtungserfolg für die starke schauspielerische Lei- stung von Heim Handschumacher und Lydi Schwie- der in Szene. Für die Uraufführung hatte man iben Titel in „Nur eine kleine Liebe" umgewandelt. Das Stück ist mehr eine dialogisierte Anweisung dafür, in welcher Richtung die beiden Hauptgestalten ihr Spiel abzuwickeln haben. Das stumme Spiel !muß eigentlich alles ersetzen, und insofern ist hier Achtem Theaterblut weiter Spielraum zur Entfal- ; hing gegeben.
Edith Gräfin Satburg gestorben.
In Dresden starb im Alter von 74 Jahren die I Schriftstellerin Edith Freifrau von Krieg-Hochfelden, die 1868 auf Schloß Leonstein als Gräfin Salburg- Falkenstein geboren wurde und unter dem Pseudonym Edith Gräfin Salzburg als Autorin zahlreicher kspannender Romane aus der Geschichte Oesterreichs [mit antisemitischer Grundhaltung bekanntgeworden ist. Sie begann ihr Werk mit Heimatromanen („Die [für die Heimat bluten" und „Renate Godeleith" — i Roman vom Rhein —) und gewann ihren ersten [nachhaltigen literarischen Erfolg mit einem Roman hegen die füdisch-amerikanische „Hochfinanz", den Ifie mit der dreibändigen „Erinnerung einer Respektlosen" aus der Vorkriegszeit festigen konnte. Ihre [ansprechende erzählerische Begabung wandte sich [bann mehr dem politisch-historischen Schrifttum zu. ■Sie hat Bücher wie „Karl Peters und sein Volk", [„Die Tochter des Jesuiten" — ein Schlüsselroman [um den geflohenen Jesuiten Graf Hoensbroech —, [„Conrad von .^ötzendorf" — „Der Preuße Oester- Ireichs" — veröffentlicht und sich damit einen weiten [Leserkreis erobert. Eine stattliche Reihe renn er- [zählender Werke setzte die Linie ihres einst Heimat- [gebunden begonnenen Schaffens fort
Hochschulnachrlchlen.
I Dem Leiter des Erbwissenschaftlichen Forschungs- [instttuts des Reichsgesundheitsamtes und Direktor [des Instituts für Dererbungswissenschaft der Uni» [perfität Greifswald, Professor Dr. phil. Günther 1'3 u st, wurde an der Universität Würzburg die plan- [ mäßige außerordentliche Professur für Vererbungslehre und Rassenforschung, die durch den Heldentod [von Prof. Dr. Ludwig Schmidt-Kehl freigeworden list, verliehen. Professor Just wurde 1892 in Kottbus [geboren. Er habilierte sich 1923 in Greifswald lunb wurde dort 1928 Direktor des Instituts
Theater -er Llniversitätsstadt Gießen
Gchnbert-Kammermusik-Abend.
(Spielzeug für unsere Kinder
3ur kommenden Rejchsstraßensammlung.
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ttgen Fassung ausdrücklich den strengen Formalismus früherer Zeiten fallengelassen hat, so ist doch die Notwendigkeit bestehen geblieben, daß der Erblasser seine Unterschrift auf die selbst geschriebene Erklärung zu setzen hat. Das Fehlen der Unterschrift nimmt dem Schriftstück die Wirkung eines Testaments. Es genügt also nicht, daß auch ohne solche Unterschrift die Urheberschaft des Erblassers und die Ernstlichkeit seiner Erklärung auf andere
der Wortlaut des Testaments vom Erblasser eigenhändig geschrieben. Es fehlte aber die gesetzlich unerläßliche eigenhändige Unterschrift.
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über eine Reise empfindet, die er im Frühsommer 1819 mit Freunden nach Oberösterreich unternommen hatte.
Dem nachschasfenden und ausdeutenden Wort mangelt es naturgemäß an Ausdruckskraft, die durch die Musik erzeugten Gefühle sinnfällig wiederzugeben. Kammermusik will und schafft Intimität, erzeugt jene enge Verbundenheit, eine brüderliche U Übereinstimmung. Wie jede hohe Kunst ersttebt sic aber noch viel mehr. Wie der Zauber der herrlichen Melodien einst ihrem Schöpfer das Leben einigermaßen erträglich machte, so wurden auch die Hörer aller Sorgen ledig, erhoben und veredelt, „in eine bessere Welt entrückt". Durch die meisterhafte Wiedergabe konnte solch hohe Wirkung erreicht werden. Unter den Händen der konzertierenden Künsller erstand, von jeder Erdenschwere gelöst, Werk um Werk. Ich bin außerstande, Feinheiten im einzelnen hervorzuheben. Einheitlich war das Zusammenspiel, schön abgesetzt Spiel und Gegenspiel, unmerklich lösten sich die gleichen Themen bei den verschiedenen Instrumenten ab. Sauber perlten die Läufe, voll Wehmut fang das Cello seine elegische Weise. Wundervoll erklangen die zarten, kaum angedeuteten Pianissimi. Das harmonische Zusammenspiel wurde erst durch hohes solistisches Können möglich.
Von eigenartiger Klangwirkung war das Jn- einanderspielen von menschlicher Stimme, Klarinette und Klavier in dem Lied „Der Hirt auf dem Felsen". Gabriele Possinke konnte ihr schönes Stimmaterial voll einsetzen und deutete das Lied, seinem Charakter entsprechend, aus. Bei aller Würdigung der Einzelleistung soll am Schlüsse der kaum merklichen Regie Otto Zöllners lobend gedacht werden. Die sehr sorgfältige Einstudierung, die künslleriscke Abrundung sind sein Werk. Ihm gebührt unser Dank für den erlesenen Genuß.
Der erfreulich gute Besuch, das mit Verständnis und Andacht aufgenommene Spiel, die Herzlichkeit des Beifalls zeigen, daß für einen bestimmten Kreis das Hören- kammermusikalischer Werke ein echtes Bedürfnis ist. Mögen die Konzertgeber daraus ihre Konsequenzen ziehen!
Dr. Ludwig Arnold.
I für Vererbungswissenschaft. — Der auherplan- ■ mäßige Professor für Hals-, Nasen- und Ohren- [ttankheiten an der Universität Köln, Dr. L. B. veiferth, wurde zum beamteten a. o. Professor ernannt. Seiferth ist Kriegsteilnehmer 1914/18, schloß bann sein medizinisches Studium in Würz- ftirg ab und war dort Assistent. Seit 1928 war er Oberarzt an der Kölner Hals-, Nasen» und Ohrenklinik, wurde 1931 Privatdozent und 1936 Professor, heute steht er wieder im Felde. Wissenschaftlich ist er hervorgetreten durch Bearbeitung der Scharlach-Mittelohrentzündung und durch Untersuchun- t gen über die Otosklerose. Es gelang ihm der Nach- weis, daß sie zwar durch einen Erbfaktor bedingt, '»er im einzelnen Individuum durch Störungen t inneren Sekretton ausgelöst roirb._____________
durchsetzen, nur Persönlichkeiten, die weltanschaulich Über leben Zweifel erhaben sinb, mit besten Kennt- Ulfen ausgestattet, ohne jebe Kleinlichkeit, aber mit mn so mehr Pflichttreue und Unbestechlichkeit, cna verbunden mit der Partei und dem Volk, würden das Beste zum Wohle der örtlichen Gemeinschaft leisten. Reichsamtsleiter Dr. Haffinger warnte vor den Nachteilen der vertikalen Aufsplitterung der Verwaltung in zahllose Sonderbehörden.
Ersparnisse und Gebührensenkung.
In einem Erlaß des Reichsfinanzministers wird erläuternd klargestellt, daß Ersparnisse, die die Ge- Enden zu einer Gebührensenkung verpflichten vorliegen, wenn während des Krieges d u r ch L e i - st u n g s eins ch r ä n t u n g nicht nur vorübergehender Art Ausgaben erspart werden. Soweit den Ersparnissen kriegsbedingte Mehrausgaben im gleichen Sektor gegenüberstehen, können sie angerechnet werden.
Kunst und Wissenschaft.
Otta Drües
Träger des Rheinischen Literaturpreises.
WM. lt9ef# n an5u
Sie schüttelt den Kopf.
So steht sie in Sturm und Regen und sieht ihn fortfahren.
Ein eisiger Windhauch geht über ihr Gesicht und zerrt an ihren Kleidern. Da tritt sie in das Haus zurück und geht in ihre Räume hinauf. Und erst jetzt erlaubt sie ihrem Schmerz, heroorzutreten. Unaufhaltsam rollen die Tränen über ihr Gesicht.
Aber auch diese schmerzliche Regung vergeht. Und nun wird auch gleich der alte Trotz wieder wach. Helene begreift nicht, warum Richard so anders, so fremd geworden ist. Sie hat in diesen Tagen so viel darüber nachgedacht. Ihr sind alle möglichen Vermutungen gekommen. Vielleicht will er frei fein — frei für eine Frau, die er liebt —
Helene mag diese Vermutung nicht roeiter verfolgen, weil sie dabei ein schmerzliches Gefühl empfindet. Aber wenn es so wäre, auch bann müßte Bergenroth doch offen und ehrlich zu ihr kommen —
Wie lange wird er jetzt in Magdeburg bleiben? Nun sie wird ihn dort nicht besuchen. Niemals, wenn er sie nicht darum bittet. Das ftehbfür sie fest.
Aber was die Arbeit hier auf dem Uhlenhof betrifft, so soll Richard mit ihr zufrieden sein. Sie weiß, daß er ihr viel zutraut, und sie wird seine Erwartungen nicht enttäuschen!
Helene steht im Wohnzimmer am Fenster, und neben ihr auf dem Fensterbrett, sicher von ihrem Arm umschlungen, steht der kleine Martin: ein lebhafter Knirps in weißer, molliger Wollkleidung. Er drückt sein Naschen an die Scheibe und sieht den draußen lustig wirbelnden Schneeflocken zu. 1
„Deine Nase wird eiskalt, Martin!" sagt Helene.
Vie ist das mit dem Liedchen, das du nur Vorsingen wolltest?" ermuntert Helene und summt den Anfang des Liedchens.
Nö_"
Der Kleine schüttelt den Kopf: er mag nicht lin2Unb wenn ich dir nachher einen schönen Apfel
Vereinfachte Heranziehung zu Gemeindeabgaben.
Durch eine Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan und des Generalbevollmächtigten für die Reichsverwaltung sind die Maßnahmen über die Vereinfachung der Verwaltung weiter fortgeführt worden durch eine kriegsmäßige Vereinfachung der Heranziehung zu Gemeindeabgaben. Danach sind die Gemeinden bis zum Schluß des auf das Kriegsende folgenden Rechnungsjahres berechtigt, bei Gemeindeadgaben, deren Veranlagung nach gleichbleibenden Bemessungs-grundlagen erfolgt, von der Zustellung neuer Heranziehungsbescheide abzu- sehen und die Abgaben statt dessen durch eine in ortsüblicher Weise zu bewirkende öffentliche Bekanntmachung allgemein festzusetzen, sofern der Ab- gabenfatz gegenüber dem letzten Deranlagungszeit- raum nicht geändert wird. Die öffentliche Bekanntmachung hat zur Folge, daß die Abgabenschuldner die Abgaben in der Höhe zu entrichten haben, wie sie sich im einzelnen Fall aus dem letzten Heran- ziehungsbescheib ergibt. Die neue Verordnung bedeutet die Einsparung von vielen Millionen von Formularen, ihrer Herstellung und ihrer Ausfüllung sowie ihrer Beförderung.
©feuerabfehungen bei Abgeltung der Hauszinssteuer.
Der Rrichsfinanzminister veröffentlicht im Reichs- fteuerblatt vom 10. Dezember 1942 einen Erlaß über einkommen- bzw. körperschaftssteuerliche Fragen bei Abgeltung der Hauszinssteuer. Soweit der Schuldner ein Abgeltungsdarlehen nicht aufnimmt, kann er die Hälfte des Abgeltungsbettages mit je einem Fünftel in den Kalenderjahren (Wirtschaftsjahren) 1943 bis 1947 als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehen. Wird ein Abgeltungsdar- lehen ausgenommen, kann der Schuldner die Schuld- zinsen des Abgeltungsdarlehns nach den allgemeinen Vorschriften zur Einkommensteuer als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehen. Er kann außerdem irt den Jahren 1943 bis 1947 die Tilgungsbeträge des Abgeltungsdarlehns als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehen.
Die Bestimmungen zum Nutzungswert der Wohnung im eigenen Einfamilienhaus bleiben unberührt. Die Hälfte des Abgeltungsbettags und die Til-
Testament ohne Unterschrift ungültig.
Noch immer herrscht über die notwendigen Formalvoraussetzungen zur Ausstellung eines gültigen Testaments Unklarheit. Das Reichsgericht hat nun in einer Entscheidung („Deutsches Recht", A. S. 1340) nochmals klargelegt, daß eine mir am Anfang des Testaments stehende Selbstbenennung des Erblassers keine ausreichende Unterschrift des Tella- ments darstellt. In dem Streitfall begann das Testament mit den Worten: „Jcy, Johann Franz Kl., setze als Universalerben ..." Unbestritten war
Aus der Siadi Gießen.
Oer Weihnachtsbaum.
Wieder ist der Wald in die Stadt gekommen. Von den Höben unserer Berge, von füllen Schonungen und einsamen Hängen haben die Tannenbäume Ab- sch.ed nehmen müssen, um jetzt nach kurzem Aufenthalt auf Höfen und Plätzen in einem Winkel des Hauses auf den Tag zu warten, an dem sie in festlichem Schmuck zum Mittelpunkt der Weihnachtsfeier werden sollen. Ein Weihnachtsbaum im Lichterglanz gehört nach unserem Empfinden zur stimmungsvollen Feier, und wir können uns kaum vorstellen, daß wir auf ihn verzichten sollten. Am allerwenigsten würde die Kinderwelt den Weihnachtsbaum missen mögen, für die er die strahlende Erscheinung des festlichen Geschehens ist. Die sehnsüchtigen Blicke, die ihm jetzt schon im ungeputzten Kleide gelten, zeugen davon, wieviel Sympathie er genießt und wieviel Freude sein Erscheinen auslöst.
Etwa 250 Jahre sind erst seit jenen Zeitpunkt verflossen, da sich der Weihnachtsbaum bei uns ein« zubürgern begann. Es war das Gebiet am Ober« rhein, vor allem die Straßburger Gegend, wo er zuerst au stauchte und von wo er dann feinen Siegeszug durch ganz Deutschland antrat. Vorher kannte man allerdings bereits Weihnachtsleuchter und Weihnachtsgestelle oder Pyramiden, wie sie auch heute hier und da noch anzutreffen sind: mannigfache Aufbauten, mit Lichtem und Sinnbildern, Gebäck und Zuckerwerk geschmückt. Ursprünglich trug der Weihnachtsbaum kaum Lichter, aber es dauerte nicht lange, und Weihnachtsbaum und Lichterglanz wurden unzertrennliche Vorstellungen. Der Grund ist offensichtlich: so wie die immergrüne Tanne zum Symbol des ständig sich erneuernden Lebens wurde, so galt auch das Licht als Sinnbild dieses Lebens, wie ja schon die Feuerbrände unserer Vorfahren zur Zeit der Sonnenwende ähnlich symbolische Bedeutung hatten.
Heute ist der Weihnachtsbaum selbstverständlicher Mittelpunkt des Festes der deutschen Familie. Im Ausland kennt man ihn zwar auch, aber während man ihn dort höchstens aufstellt, um einer gesellschaftlichen Sitte zu genügen, entspricht es bei uns einem Herzensbedürfnis, der grünen Tanne zum Weihnachtsfest den Ehrenplatz einzuräumen, da sie die alte deutsche Sehnsucht nach neuem Leben
Zur rechten Zeit bringt das Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes in feiner kommenden Reichsstraßensammlung am 19. und 20. Dezember eine Serie entzückender Holzspielsachen, die überall Begeisterung und Zustimmung finden werden. Die kleinen niedlichen machen kommen wie gewünscht. Da braucht es keine Eintragung auf die Reichs- kleiderkarte, kein Anstellen und keine Sorge, daß man zu spät kommt. Angehörige der Hitler-Jugend und des Bundes Deutscher Mädel tragen uns die niedlichen Dinger sogar nach, wir brauchen nur zuzugreifen. Jeder kann sich nehmen, so viel er will. Es gibt keine Begrenzung.
Es soll hier auch kurz erwähnt werden, wie das Spielzeug aussieht. Erst einmal eine kleine putzige Lokomotive, dann ein allerliebstes (Einfamilienhaus- chen, vor das man eine schlanke, immergrüne Pappel stellen kann. Weiter ein Soldat, der „(Be«
Marswin kommt und hat mit Helene wichtige Besprechungen. Seine erste Frage gllt Bergenroch und seinem Ergehen.
„Mein Mann schrieb zuletzt aus Polen", entgegnet Helene. „Es geht ihm gut. Aber meine Nachricht von den Prüfungsergebnissen des Forschungsinstitutes für Fettchemie scheint er noch nicht erhalten
schenke — einen wunderschönen Apfel mit roten Bäckchen —?"
Die dunklen Kinderaugen sehen Helene an. Ein Zögern. Daumen und Zeigefinger zerren am Ober- lippchen. Das ist immer ein Zeichen der Unsicherheit, weiß Helene. Dann aber sagt Martin ganz großartig so obenhin: „Weißt du, vielleicht ist aber dein Apfel sauer —"
Helene lacht: „Du unbestechlicher, kleiner Strolch!"
Sie hebt den Jungen mit einem Schwung hoch und läßt ihn einen Augenblick in der Luft schweben. Jauchzende Zustimmung, und bann bekommen die munteren Füßchen wieder Boden unter sich.
„Komm", sagt Helene, „gehen wir jetzt zur Mutter. Nun wird sie mit dem Briefschreiben fertig fein."
Weihnachten ist längst vorüber, und Käte und Martin sind auf dem Uhlenhof heimisch geworden. Die beiden jungen Frauen geben sich gegenseitig Hilfe. Käte hat für sich und den Jungen ein paar behagliche Stuben zur Verfügung, und nun durch- stöbert sie Helenes Haushalt nach allen möglichen Nähereien und macht in dieser Richtung gründliche Ordnung.
Helene weiß jetzt um die Verfügung Rautenbergs, feinen Sohn Martin zu adoptieren. Zuerst, als sie oas von Käte erfährt, wundert sie sich, daß Rautenberg bei dem Zusammentreffen in der Philharmonie nicht davon sprach.
Helene durchlebt diese Begegnung noch manchmal in der Erinnerung. Sie weiß, nichts mehr lebt in ihr von dieser heißen Liebe, die sie einmal für Rautenberg empfunden hat. Aber als der Mann an diesem festlichen Abend zu ihr trat und sie in fein Gesicht sah, aus dem alle Züge der Leichtlebigkeit und Heiterkeit wie ausgewischt waren, da vermochte ihr Herz diesem Antlitz gegenüber nicht tot zu bleiben. „ _ r ,
Es gab nicht viele Worte. Keinen Versuch Rautenbergs, biefe Begegnung als Zufälligkeit zu deuten.
Dee große Irrtum.
Roman von Meta Vrik.
27. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Einige Tage bevor Käte mit ihrem Sohn erwartet öiri), erhält Bergenroth seinen kurzfristigen Gestel- ungsbefehl. Er hat sich in Magdeburg zu melden.
Nun drängen sich viele Arbeiten und Anordnun- gen in eine kurze Zeit zusammen. Da Helene über bie meisten Arbeiten unterrichtet ist, bleibt nur notig, alle Aufgaben in großen Umrissen noch einmal Wst unfr-undlich-r Tag. Wind fegt über ias Land, und ein kalter Regen peitscht durch die &$ann steht draußen der Wagen, und es kommi !er Augenblick, da Bergenroth. zum Gehen g-rusteh lu ch-l-ne ins Zimmer tritt. Er steht vor ihr. und lein Blick umfaßt ihre ganze Gestalt und ruht au, ein so banges Gefühl. Jetzt, in dieser Minute, mochte sie ihre Arme um Richards Hals °A!s sie seinem ernsten Blick begegnet, geht em Schatten über ihr Gesicht. Bergenroth erkennt chre krschütterung wohl. Und auch m ihm st-mt h-m :ad unbändig der Wunsch aus, das Mädchen feine Arme zu nehmen, dieses Gesicht zu kuilen
Nein' befielt er seinem Herzen. Nur die äugen Ilickliche Stimmung des Abschieds $f!cnau* Hüttern. Er streckt ihr die ^°nd -ntgeg-n „Auch m wirst jetzt zu den Frauen gehören b,e ft-r UNS Ronner eintreten müssen. Le.cht w.rd es nm>-
Helene bezwingt die Unruhe und ., in
}nb geht mit Richard hinaus. Sie begleitet ihn He Diele und geht mit ihm kns vor die Tur.
„Du wirst dich erkälten, Helene!
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wehr über" Wache steht. Wenn sein Dienst vorüber ist, dann wartet schon ein dralles Bauernmädel, das sein schönes weißes Gänslein einfach im Stich lassen wird, um mit dem strammen Grenadier zum Tanz zu gehen. Jeder hat nun mal sein Steckenpferd oder zumindest ein Schaukelpferd. Beide 'Typen sind nach freier Wahl vorhanden. Ist bas nicht zum Schießen? Uebrigens schießen: Da gehört doch eine Kanone dazu! Sie werden lachen, auch die ist da! Und sie schießt sogar wirklich. Man braucht nur hinten am runden Knops zu ziehen und ein halbes Streichholz in die Mündung zu stecken und los-» zulassen, schon sinkt der arme getroffene Soldat zu Boden. Doch die Trillerpfeife mit dem Vogel reißt ihn wieder empor, denn zu Weihnachten darf es nur frohe Gesichter geben, und außerdem war doch bas ganze nur ein scherz.
gungsbeträge können deshalb hier von dem Grundbetrag, nämlich 3 v. H. tfes Einheitswerts, nicht ab• gezogen werden. Es können aber Schuldzinsen, die anläßlich der Abgeltung der Hauszinssteuer gezahlt werden, vom Grundbetrag bis zu dessen Höhe abgezogen werden.
Gehört das Abgeltungsgrundstück zu einem Betriebsvermögen, dann ist der Abgettungsbettag buchmäßig in voller Höhe gesondert zu aktivieren. Nimmt der Schuldner bei Bettiebsgrundstücken ein Abgeltungsdarlehn nicht auf, so kann er den aktivierten Betrag von 1943 bis 1947 zu je einem Zehntel abschreiben, nimmt er ein Abgeltunasdar- lchn auf, so kann er von dem aktivierten Betrag von 1943 bis 1947 die Tilgungsbettäge des Abgeltungsdarlehns abschreiben.
Der Erlaß regelt im einzelnen noch, wie bei Betriebsgrundstücken der Schuldner zu verfahren hat, der nur zur Entrichtung eines Teiles des Abgeltungsbetrages ein Abgeltungsdarlehn aufnimmt. Weiter wird die Lage bei Eigentumswechsel, bei einer Mehrheit von Eigentümern und bei vorzeitiger Zurückzahlung des Abgeltungsdarlehns in steuerlicher Hinsicht klargestellt.
Es waren Kostbarkeiten Schubertscher Kammermusik, mit denen Musikdirektor Otto S ö l l n e r, die Sopranistin Gabriele P o s s i n k e und Mitglieder des Städtischen Orchesters einen großen Hörerkreis von Schubert-Freunden beschenkten. Die Dortragssolge sah nur vier Werke kammermusikalischen Charakters vor: ein Stteichauartett, einen Gesang, ein Klavierttio und ein Klavierquintett, doch erwies sich bei dem beträchtlichen Umfange gerade der beiden letzten Stücke die weise Beschränkung insofern als günstig, als dadurch jede der einzelnen Gattungen ihrem besonderen Charakter gemäß und in meisterhaft künstlerischer Abrundung erklingen konnte. Vielleicht konnte auch gerade in solch enggezogenem Rahmen in makelloser Reinheit und Schönheit Schuberts allerbeste Gabe erstehen: sein Lied.
Das arößte Vermächtnis des kurzen Lebens — der Meister starb bereits im 31. Lebensjahre — waren seine Lieder und Gesänge. Der Lieddichtung „Der Hirt auf dem Felsen" op. 129 für Sopran, Klavier und Klarinette liegt das Gedicht „Der Berghirt" von Wilhelm Müller zugrunde. Schubert widmete das Werk der berühmten Sängerin Anna Milder-Hauptmann. Die Komposition zählt schon ihres Umfanges wegen und durch die über das Lyrische hinausweisende Steigerung nicht zu den Liedern im engeren Sinne. Es handelt sich vielmehr um ein größeres Gesangsstück, das sich schon der Arie nähert. Aus Schuberts Reifezeit stammt das K l a d i e r t r i o B - d u r, op. 99, oas neben der unerschöpflichen Melodienfülle und dem Farbenreichtum, den Merkmalen feiner Kammermusik, Züge tiefsten Leides trägt. Daß der lebenslang von Not und Sorge bedrängte Meister eine Tagebuchstelle spricht davon, daß seine besten Werke der Schmerz geboren habe — auch der hohen, der göttlichen Heiterkeit des Daseins fähig war, bezeugt das Forellenquintett A - d u r, op. 114, für Klavier, Geige, Bratsche, Cello unb Kontrabaß. Es ist benannt nach feinem Kern, dem Lied „Die Forelle", dessen Variationen den dritten Satz bilden. In der Komposition kommt die überströmende Freude zum Ausdruck, die der Meister in der Erinnerung
Durch den Landeshauptmann Haake wurde ehrwürdigen Gürzenich der Hansestadt Köln Rheinische Literaturpreis 1942 an Otto Brües verliehen. Der Preis wurde bisher verliehen an Heinrich Lersch, Josef Ponten, Wilhelm Schäfer, Heinz Steguweit, Hermann Stegemann, Curt Langenbeck unb Wilhelm Schmidtbonn.


