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fangen und sich damit den Ast absägen, auf dem sie sitzen.

Oder man nehme die Frage der Handarbeiter. Ohne die zahllosen unbekannten Europäer wären keine großen Kanäle und keine der transkonti­nentalen Eisenbahnlinien der Union gebaut worden, zumal sich die Alteingesessenen immer be­wußter von aller Handarbeit zurückhielten und sie den Eingewanderten überließen. Denn es ist eine auffällige Erscheinung des amerikanischen Lebens, daß wohl ständig proklamiert wird: hier in Amerika schändet keine Arbeit, daß aber alle schwere und körperliche Arbeit ebenso selbstverständlich den niederen" Europäern vorbehalten ist.

Was wäre in erster Linie aus der amerikanischen Landwirtschaft ohne diese Europäer gewor­den, die nicht angelsächsisch mit dem Boden speku­lierten oder einfach Raubbau mit ihrem Land trie­ben? Wir kennen beispielsweise die großen Lei­stungen des deutschen Landwirts, des Roggen- f a r m e r s vor allem, der seinen altererbten Sinn für den Boden und seinen Hang zur Seßhaftigkeit nach der Neuen Welt brachte. Auch Skandinavier muhten sich mit der Seele europäischer Bauern er­folgreich um die amerikanische Erde. Im großen und ganzen gilt heute, daß überall da in Amerika, wo mit Boden und Natur pfleglich umgegangen wird, noch unverfälschter europäischer Sinn am Werk ist. Selbst das Roosevelt-Amerika, das sich in seiner ge­hässigen Ablehnung alles Deutschen gar nicht genug tun kann, ließ sich noch bis kurz vorseinem" Krieg von deutschen Landschaftsgestaltern und Forstwissen­schaftlern beraten.

Nicht anders steht es mit dem Handwerk, wo ganze Berufsgruppen, beispielsweise Bäcker und Fleischer, so gut wie ganz von Deutschen be­herrscht werden. Im Gemüse- und Weinbau voll­bringen etwa Italiener wahrhaft europäische Ge­meinschaftsleistungen. So könnte man viele Euro­päer nach ihrer beruflichen Sonderart und genera­tionenalten Fertigkeit im amerikanischen Leben auf­spüren. Nicht zuletzt die gesamte I n d u st r i a l i - jierung der nordamerikanischen Union ist ohne den europäischen Facharbeiter schlechtweg un­denkbar. Als mit dem Gesetz von 1924 die Ein­wanderung scharf abgedrosselt wurde, zeigte ' sich bald ein Mangel an hochwertigen gelernten Arbei­tern, Monteuren und Technikern, und Roosevelts Riesenrüstungsprogramm leidet immer empfind­licher an ungenügendem Einsatz von Facharbeitern.

Schließlich mußte auch die Union für ihren ersten bescheidenen Anfang von Sozialfürsorge in die europäische, voran die deutsche Schule gehen. Erst durch das Bundesgesetz vom 15. August 1935 hat das reiche Amerika mit einer Sozialgesetzgebung begonnen, ganze 50 Jahre, nachdem dasreak­tionäre" Preußen-Deutschland den Arbeiterschutz für seine Zeit vorbildlich begründet hatte. Noch heute sind jedoch die meisten Maßnahmen des Bundes eher mit dem Geruch der alten Wohltätig­keit im angelsächsischen Sinn als mit den neuen Gedanken und Staatspflichten einer wirklichen euro­päischen Sozialversicherung ausgestattet. Während man sich in der Diffamierung desNazismus" und Faschismus" gefiel, studierte man mit Eifer die großartigen sozialen Neuschöpfungen in Deutschland und Italien und versuchte sie, wenn auch unvoll­kommen, nachzuahmen. (Schluß folgt.)

Ekuador wartet auf die Hilfe der USA.

Buenos Aires, 16. Dez. (Europapreß.) Nach Heimkehr des ekuadorischen Staatspräsidenten Ar- royo del Rio aus den USA. sieht die Öffentlichkeit Ekuadors mit Spannung der Bekanntgabe des Reiseergebnisses entgegen. Ekuador steht in wirt­schaftlicher Beziehung am Rande einer Katastrophe. Das Ausbleiben jeglicher Einfuhrgüter hat eine ungeheure Verteuerung der Lebenshaltungskosten mit sich gebracht, die Landwirtschaft befindet sich in einer schweren Krise, da ihre wichtigsten Produkte wie Kakao und Reis wegen Mangels an Schiffs­raum nicht ausgeführt werden können. Als Ergeb­nis von zwei Ernten lagern bereits insgesamt 600 000 Zentner Kakao in den Häfen Ekuadors. So erwartet man mit Spannung, welche Zugeständnisse die Vereinigtes Staaten gemacht haben, nachdem Ekuador auf den Galapagos-Jnseln und auf Sa­linas an der Küste den USA. bedeutende Stütz­punkte abgetreten hat.

Kleine politische Nachrichten.

Der spanische Ministerrat beschloß, den verdien­ten Kommandeur der Blauen Division, Munoz Grande zum Generalleutnant zu befördern.

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Ein an der Ostfront eingesetztes deutsches Jagd­geschwader errang kürzlich feinen 4000. Luftsieg.

Blücher als Mensch.

Zu seinem 200. Geburtstage am Ib.Dezember

Der Soldat Blücher war ein Naturmensch, der sich selbst treü war, sich nichts aufzwang, was nicht zu ihm paßte, und seine Zeit in sich trug, wie sie ihn trug durch alle Kämpfe und Gefahren, bis auf die Höhe seiner Erfolge. Er lebte feinem Beruf, der ihm ererbt im Blut lag und den er ausfüllte mit der Begeisterung, die durch die Wirkung seiner lebendigen Gegenwart alles mit fortriß, was um ihn war. Immer und überall gab es für ihn nur die eine Losung:Vorwärts!", der er, bedächtig oder draufgängerisch, folgte, wie es der Augenblick gerade verlangte. Aber der Mensch Blücher war eine komplizierte Mischung, fein Wesen war eine Verbindung höchster Kraft und straffster Ange­spanntheit, die dann wieder umschlug in lebens- frische Genußfreude, derbe, unbeschwerte Heiterkeit, matte schwermütige Gleichgültigkeit oder zärtliche Verliebtheit, ein gutmütiges Verständnis für alles Menschliche ober in jäh auflobernben Zorn. Die Schilderung Arndts von Blüchers Gesicht gibt einen guten Begriff von diesem wechselnden Nebenein­ander:Auf Stirn, Nase und in den Augen konnten Götter wohnen, neben Schönheit und Hoheit fand man auch tiefe Schwermut. Um Kinn und Mund aber trieben die gewöhnlichen Sterblichen ihr Wesen, hier sah immer die Husarenlist gesammelt und etwas wie von einem Marder, der auf feinen Fang lauscht. Wie freundlich seine Augen auch zu lachen und zu winken verstanden, sie verdunkelten sich auch oft plötzlich zu einem fürchterlichen ßrnft und Zorn.

Das war der Soldatenmensch Blücher, der genau so unerbittlich hart wie liebevoll fein konnte, der sich durch gute Geister vor allem Unheil gefeit glaubte und doch auch wieder so klar, scharf und wirklich­keitsnah dachte und handelte. Der so bescheiden war, daß er sich einmal einenHandwerker" nennt, der nur dieaufgegebene Arbeit" geleistet hat, und dann, als er den Fürstentitel erhält, doch sehr dar­aus bedacht ist, daß seinFürstentum" in Schlesien nicht so beschaffen sei, daß er dasHeer der hungri- rigen Fürsten" vermehren würden

Kessel südostwärisToropez wetterverengt

Oer Wehrmachtbericht.

DNv. Aus dem Führerhauplquarlier, 15. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Truppen einer deutschen Jägerdivision warfen an­greifenden Feind nordöstlich Tuapse im Gegen­stoß auf seine Ausgangsstellungen zurück und brach­ten ihm schwere Verluste bei. Nördlich des Terek scheiterten Angriffe feindlicher Infanterie und Ka­vallerie, die von Panzern unterstützt wurden, an dem zähen Widerstand deutscher Truppen.

3m WolgaDon-Gebiet zerschlugen In­fanterie- und Panzerverbände feindliche Panzer­angriffe in harten Kämpfen. Sie fügten den Sow­jets hohe Verluste zu und vernichteten 67 Panzer Am Don wehrten italienische Truppen starke feind- liche Angriffe blutig ab.

Im mittleren Frontabschnitt scheiterten wie bisher alle Versuche der Bolschewisten, einen Durchbruch zu erzwingen. Die Angriffe brachen im zusammengefaszten Feuer vor den deutschen Stel­lungen zusammen, soweil sie nicht schon vor der Bereitstellung zerschlagen wurden. Die südostwärts Toropez eingeschlosseuen feindlichen Kräfte ver­suchten vergeblich, im Zusammenwirken mit starken Entlastungsangriffen auszubrechen. 3m Gegen­stoß wurde der Kessel weiter verengt. Eigene An­griffe im Abschnitt westlich Toropez führten zum Durchbruch durch eine stark verdrahtete und ver­minte feindliche Stellung. 3nsgesaml wurden im

mittleren Abschnitt 48 Sowjelpanzer ver­nichtet und fünf Transportzüge des Feindes durch Luftangriffe zerstört.

Kandalakscha und andere Orte an der Wur­manbahn wurden bei Tag und Nacht von Kampf­fliegern mit guter Wirkung angegriffen.

3n der westlichen Lyrenaika entwickelten sich im Verlaufe des gestrigen Tages heftige Kämpfe mit zahlenmäßig überlegenen britischen Kräften. Bei der erfolgreichen Abwehr verlor der Feind 22 Panzerkampfwagen. 10 feindliche Flug- zeuge wurden abgeschossen. Deutsche Kampfflugzeuge erzielten Bombentreffer zwischen abgestellten Flug­zeugen auf Wüstenflugplähen der Eyrenaika.

Deutsche 3äger schossen am gestrigen Tage in Tunesien ohne eigene Verluste drei feindliche Flugzeuge ab. 3n mehreren Dellen vorgetragene Nachtangriffe der Luftwaffe gegen B o n e richteten im Hafen erhebliche Zerstörungen an.

Lin feindliches Unterseeboot wurde im ö st l i ch e n Mittelmeer mit Bomben bekämpft und schwer beschädigt. Deutsche Unterseeboote versenkten bei Oran einen Transporter von 6000 BRT. und be­schädigten einen amerikanischen Zerstörer durch Tor­pedotreffer.

3m Kampf gegen Großbritannien belegte die Luft­waffe in der letzten Nacht das Hafengebiet von Hartlepool und ein 3ndustriewerk ckn der O st - küste Englands mit Spreng- und Brandbom­ben. Ls entstanden vor allem in den Dockanlagen erhebliche Schäden.

Allein in den vergangenen sechs Monaten wurden 2000 sowjetische Flugzeuge abgeschossen. Nach dem Geschwader Mölbers konnte damit ein zweites Jagdgeschwader seinen 4000. Luftsieg melden. Reichs- marschall Göring sandte ein Anerkennungsschreiben.

Gemeinsam mit der NSG.Kraft durch Freude" führte die Zweigstelle der Deutsch-Japanischen Ge­sellschaft aus Anlaß des Jahrestags des Kriegs- eintritts Japans eine Veranstaltung im Volksbil- bungsheim durch, an der Gauleiter und Reichsstatt­halter Sprenger teilnahm. Nach einer Ehrung der gefallenen Helden sprach Dr. Lujo von Toncic vom Deutschen Auslandswissenschaftlichen Institut in Berlin über das ThemaDer Aufttieg Japans".

Reichsarbeitsführer Hier! sprach auf der 5. Wart- burgtaguna des Reichsarbeitsdienstes vor den Ar- beitsgauführem, Inspekteuren und Amtschefs des Reichsarbeitsdienstes. Den Abschluß der Tagung bildete eine Feierstunde im Landestheater in Eise­nach, in der Obergeneralarbeitsführer Dr. Decker Auszüge aus den Reden Hierls verlas, die erkennen ließen, daß der Reichsarbeitsdienst stets als feine Hauptaufgabe die Erziehung am jungen deutschen Menschen gesehen hat.

Ein deutsch-belgisches Postabkommen sieht für ver­schiedene Arten von Driefsendungen beträchtliche Gebührenermäßigungen vor. Cs gelten für alle Briefsendungen nach Belgien die deutschen Inlcmds- briefgebiihren.

Nach Meldungen aus der Türkei ist in Tschorum abermals ein starkes Erdbeben aufgetreten. Etwa 600 Häuser wurden zerstört. 25 Personen sind ums Leben gekommen.

Darmstädter Ritterkreuzträger vom Feindflug nicht zurückgekehrt.

Ritterkreuzträger Hauptmann E r n ft Wilhelm Ihrig, Gruppenkommandeur in einem Kampf­geschwader, kehrte von einem Feindflug an der Ostfront nicht zurück. Er wurde als Sohn eines Großkaufmanns am 27. Juli 1915 in Darmstadt geboren und zeichnete fick als Kampfflieger im Polen- und Westfeldzug sowie im Einsatz gegen England so aus, daß er mit feiner Besatzung im Wehrmachtbericht erwähnt wurde. Immer war er seinen Besatzungen ein leuchtendes Vorbild. Der Führer verlieh dem tapferen Oberleutnant und Staffelkapitän am 14. August 1941 das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes. Am 1. März 1942 wurde Ihrig zum Hauptmann befördert.

Am klarsten ausgeprägt zeigt sich der Mensch Blücher in den Briefen, aus denen alle Liebe und Sorge für seine Familie sprechen. Todmüde, ver­ärgert ober versorgt, nach den härtesten Schlacht­tagen, spät am Abend oder früh am Morgen, immer fand er noch Zeit, heimzuschreiben. Seine erste Frau, Karoline von Mehling, die er als Dreißiger sie war kaum siebzehn geheiratet hatte, hinter­ließ ihm, als sie nach achtzehnjähriger Ehe starb, drei Kinder, zwei Söhne und ein Töchterchen, seine kleineFritze". Nun war er zwar kein Vater, der seine Kinder in den Mittelpunkt feines ganzen Den­kens stellte, aber feine Sorge galt ihnen unent­wegt und er liebte sie so zärtlich, wie nur ein Mann das Vermächtnis einer guten Frau lieben kann. Und lange ließ er sie auch nicht mutterlos, denn vier Jahre später packte ihn, den Zweiundfünfzigjähri- aen, eine zweite Liebe und diesmal die ganz große. In Emden, wo er im Frühjahr 1795 als General­major und Chef des Regiments seinerBlücher- Husaren" hinkommandiert worden war, sah er die junge, liebliche Amalie von Golomb und verlor sein Herz so gründlich an sie, daß, wie er es in seinem Werbungsbrief an ihren Vater gleich mit flotter Bestimmtheit vorausgesagt hatte, binnen we­nigen Wochen schon die Hochzeit gefeiert worden ist. Und mit feinemMolchen" war denn sein häus­liches Glück gefestigt. Sie war die richtige für ihn. Sie hat das Verdienst, daß sie mich zu einem ruhigen, ordentlichen Menschen macht", schrieb er ein Jahr nach seiner Heirat.

Mit der Ruhe war es freilich trotzdem nicht weit her, denn, wenn er keineMilitärgeschäfte" vor sich hatte, wie er nämlich den Dienst an der Front nannte, mar ihm nicht wohl. Bald genug kam denn auch die Zeit, wo es wieder hinausging in den Kampf für die Freiheit des Vaterlandes und dann allmählich der Aufstieg begann, der ihm die Er­füllung alles dessen brachte, was er sich je erträumt haben mochte. Gleichwohl gab es keinen Tag, an dem seine Gedanken nicht zu seinerHertzenslieben Frau" flogen. Erhielt er eine Zeitlang keine Nach- richt von ihr, so war er schwer besorgt. Umjubelt von seinen Truppen, nach dem Rheinübergang bei Caub am 1. Januar 1814, bedrückte es ihn, daß er keinen Bries von idr erhielt .Um Gotteswillen,

Das Eichenlaub.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 15. Dez. Der Führer verlieh dem Generalleutnant Allmendinger, Kommandeur einer 3äget- Division, als 153. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

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Seine Jäger hatten maßgeblichen Anteil an der im Wehrmachtbericht vom 9. Oktober gemeldeten Einschließung und Vernichtung starker bolschewisti­scher Kräfte südöstlich des Ilmensees. Trotz ungewöhnlich schwieriger Geländeverhältnisse stieß die Division unaufhaltsam gegen den Feind vor und drängte ihn auf immer engeren Raum zusammen. Generalleutnant Allmendinger wurde 1891 als Sohn eines Schriftstellers in Abtgmünd (Württem­berg) geboren. Nach der Reifeprüfung auf dem Gymnasium in Stuttgart genügte er seiner Dienst­pflicht und wurde dann als Fahnenjunker einge­stellt. 1913 wurde er Leutnant. Den Polenfeldzug machte er als Chef des Generalstabes eines Armee­korps mit. 1940 wurde er Generalmajor und Kom­mandeur einer süddeutschen Jäger-Division. Seit August 1942 ist er Generalleutnant.

Aus aller Wett.

Zuchthaus für eine seltene Gewissenlosigkeit.

Mit einem besonders unerfreulichen Zeitgenossen hatte sich das Sondergericht bei dem Deutschen Landgericht Brünn in Jglau zu befassen. Der 23jährige Frantisek Slama hatte ein Verhältnis mit einem Mädchen, das ein Kind von ihm erwartete. Der Angeklagte, der fürchtete, zur Zahlung von Unterhalt herangezogen zu werden, erstattete bei der Kriminalpolizei Anzeige, daß feine frühere Ge­liebte sich als Spionin betätige. Die Angabe hatte der Angeklagte frei erfunden, um eine Strafverfol­gung des Mädchens herbeizuführen und sich so ihrer zu entledigen. Bald stellte sich die Haltlosigkeit dieser Behauptung heraus, und nun wurde nach dem anonymen Verleumder geforscht, den die Po­lizei bald ermitteln konnte. Das Sondergericht ver­urteilte den gewissenlosen Liebhaber zu fünf Jahren Zuchthaus.

' Aus dem Reich.

Vorbeugende Maßnahmen gegen den Krebs.

Zu den Volksseuchen gehört neben der Tuber­kulose vor allem der Krebs. Man rechnet in Deutsch­land mit einer Todesziffer von 150 000 jährlich und 500 000 Krebskranken. Nahezu 40 v. H. sämtlicher gestorbener Krebskranker haben den Arzt überhaupt

s ich kriege keine Briefe von Dich!" und am 13. Ja­nuar:die ganze Welt kriegt Briefe aus Breslau, und ich von Dich nicht die mindeste Nachricht ... ha, ha, da krieg ich in diesem Augenblick Deinen Brief ... nun bin ich wieder beruhigt." Er wurde überhäuft mit Ehren und Orden:alle Ordens, die zu haben find, habe ich schon auf dem Leib" undmit den Ordens weiß ich mich keinen Rat mehr, ich bin wie ein alt Kutschpferd damit behangen." Und dann wieder:Schreib mich, daß Du gesund und zufrieden bist, das ist mich das liebste."

Endlich kam auch der Tag, an dem er sagen konnte:Mein Tagwerk ist vollendet!" Er war nun dreiundsiebzig Jahre alt, aber er wußte jetzt fein Deutschland frei und bereit zum Aufbau für eine große Zukunft. Nun kam es noch einmal wie eine Tugend über ihn. Er ritt, jagte unb genoß heitere Geselligkeit, bäumte sich dazwischen temperament­voll dagegen auf, daß man ihm das Sagbredjt auf einem seiner Güter nicht ungeschmälert zukommen lassen wollte und wollte lieber auf den Fürsten­titel und die Güter verzichten, als sich diese Unge­rechtigkeit gefallen lasten. Doch schon ein halbes Jahr später stand der Tod neben ihm. ,Hch sterbe gern", sagte er da zu Molchen,nur um Deinet­wegen wünschte ich noch zu leben, denn wenn ich erst nicht mehr bin, wirst du es doch empfinden/ Aber mannhaft sah er auch dem Weg ins Dunkle entgegen und hielt, was er feinem Adjutanten ge­sagt hatte, kurz vor feinem Tod:Sie haben viel von mir gelernt, nun sollen Sie auch von mir lernen, wie man ruhig stirbt."

M. A. v. Lütgendorff.

ȟckerttsch.

Nicht allen, die Eichendorff lieben und die schönsten feiner Gedichte als den Inbegriff ro» mantischer Lyrik schätzen, wird es bei der Nennung seines Namens gegenwärtig fein, daß einige der be- fannteften, immer wieder gelesenen und gelungenen Lieder wieIn einem kühlen Grunde^ undO Täler weit, o Höhen", neben zahlreichen anderen, minder volkstümlich gewordenen schon in dem 1815 erschienenen, von Fouquö eingeleiteten RomanAh-

Ein salomonisches Urteil.

Der alte Judenkönig Salomon ist übertrumpft Sein viel zitiertes Urteil der Teilung eines um ftrittenen Kleinkindes ist nie vollstreckt worden, die echte Mutter lieber auf das Kind verzichtete um es zu retten. Die Engländer und Amerikaner haben sich mit einem salomonischen Urteil gegenüber Sarian und de Gaulle geholfen: Dorian ist fron» zösischerStaatschef" in Nordafrika ge* worden und England mußte vor der vollendeten Tatsache, die Roosevelts General Eisenhower ge­schaffen hatte, zurückweichen. Es stopft jetzt seiner­seits seinem Verräter-General de Gaulle den Mund, indem es ihn zumS taatsch e f" auf Madagaskar macht. Man sieht: Das Kind wird sehr radikal geteilt. Das Kind ist das französische Kolonialreich. Frankreich ist es, das mit feinen über, seeischen Besitzungen den primitiven Kompromiß­trick bezahtt.

Aber dieses Kompromiß, das nach dem schönen GrundsatzJedem Hund seinen Knochen!" zusam­mengeschustert ist, hat noch ein Nachspiel. In den Vereinbarungen zwischen de Gaulle und der eng­lischen Regierung wird ein Jnstanzenzug für die Schlichtung künftiger Streitigkeiten vorgesehen. Wörtlich heißt es Da:Für den Augenblick wird dem gegenwärtigen Oberbefehlshaber der britischen Truppen auf Madagaskar die Pflicht auferleat, die Verteidigung dieses Gebietes gegen äußere Angriffe zu gewährleisten." Mit an­deren Worten: der englische General auf Madagas­kar istderjenige, welcher". Dann aber heißt esk Es wird festgelegt, daß alle Fragen, die nicht an Ort und Stelle durch den (von de Gaulle bestimm­ten) Oberkommissar unb den Oberbefehlshaber der britischen Truppen gelöst werden können, gemein­sam von Seiner Britischen Majestät Regierung unb dem französischen NationalkomitL in London ge­schlichtet werden." Schon der alte griechische Fabel­dichter Aesop spricht in seinem Geschichtchen von dem Löwenanteil", dem unverschämt großen Anteil, den sich der Stärkere traft des Rechts der Stärke kurzerhand zuspricht. Die britische Regierung führt nicht umsonst den Löwen in ihrem Wappen. Sie hat sich gegenüber de Gaulle vortrefflich denLöwen­anteil" zu sichern verstanden. Dr. Ho.

nicht ober zu spät auf gesucht. Früherfasfung und Frühbehandlung des Krebses sichern aber die besten Heilungsaussichten. In jebem Kreis bes Reiches soll daher eine Beratungsstelle eingerichtet werden. In jedem Gau müssen alle diagnostischen und thera­peutischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Vor­beugende Vorsorge wirb sich auf die Eheberatung, die Regelung der Lebensweise und eine naturge­mäße Ernährung erstrecken. Daneben hat der Reichs­ausschuß für Krebsbekämpfung die Forderung auf- gestellt, regelmäßig Vorsichtsuntersuchungen in be­stimmten Zeitabständen, bei Frauen ungefähr vom 30. und bei Männern vom 40. bis 45. Lebensjahr ab . durchzuführen. Ein gesetzlicher Zwang wird jedoch abgelehnt.

Gchülerauölese.

Durch die Einführung der Hauptschule ist für die Schulen die neue Aufgabe der Pflicktaus« lese entstaüben, die schon in der Grundschule be­ginnt. Reichsfachschaftsleiter Kircher erklärt da­zu, die Lehrerschaft müsse neu psychologisch denken lernen. Von vornherein müsse ausgeschieden werden, das Kind als Objekt zu sehen, das mit allen Mitteln methodischer Beobachtung eingekreist wird, ferner die Anwendung von veralteten experimentellen Methoden. Es sei notwendig, daß der national­sozialistische L e i st u n g s b e g ri f f in entsprechen­der Form auch der Schulleistung zugrunde gelegt werde. Es gelte eine neue Pädagogik Der Begabten zu schaffen, aber auch, den Durchschnitt zum Opti­mum seiner Leistungsentfaltung zu bringen. Die Reichswaltung des NS.-Lehrerbundes habe die Ver­bindung mit der in Marburg geplanten neuen Anthropologischen Fakultät ausgenom­men: die Erkenntnisse der Psychologie, Anthropo­logie, Medizin und Pädagogik sollen für die Leh­rerbildung nutzbar gemacht werden.

Nationalsozialistische Kommunalpolitik.

Unter dem Vorsitz von Reichsleiter Fiehler trafen sich die Politischen Leiter des Hauptamtes und die Gauamtsleiter für Kommunalpolitik in München zu einer Dienstbesprechung. Reichsleiter Fiehler erklärte, die nationalsozialistische Kommunalpolitik arbeite an einer einheitlich ausgerichteten, aber örtlich unb gebietlich abgestimmten volksverbundenen und leben­digen Verwaltung. Der neue nationalsozialistische Typ des Gemeinbebeamten müsse sich immer mehr

nun g unb Gegenwart" des schlesischen Frei­herrn aus Ludowitz bei Ratibor zu finden sind. Daran erinnert eine Neuausaabe des Buches in der SammlungD e r $ a u b e r fp i e g e 1" (447 Seiten, Verlag Rütten & Loening, Potsdam). Wenn man vomLeben eines Taugenichts" absieht, ist Dies wohl das romantischste unter Eichenborffs Prosawerken, ein Roman, besten Hanblung aber Inhalt von Sonnenaufgang zu Sonnenaufgang sich kaum in Kürze nacherzählen ober anbeutenb zusammenfassen läßt, in welchem aber der Leser, bem es nicht um gelehrte Formulierungen unb geistesgeschichtliche Be griffsbeftimmungen zu tun ist, am einfachsten und eingängigsten jene Motive mieberfinbet, die in der landläufig-volkstümlichen Vorstellung für Wesen unb Eigenart bes Romantischen noch immer als kennzeichnend gelten: Mondnacht unb Waldhorn- flang, Postillon unb Reisekutsche, Grafenschloß, Räu­berherberge unb Wirtshaus am Strom, Studenten­fahrt auf der Donau, altdeutsche Tracht unb Ritter- spiel, Krieg unb Liebe, Stegreifkomöbie und Zigeu- nerorafel, Klostergarten unb Mühle im Walde, Volksliederpoesie uno schwärmerisches Naturgefühl, -y um einige der vertrautesten Ingredienzien anzu­führen. Da der Roman übrigens, im Gegensatz zu manchen anderen Werken romanttscher Herkunft, auch dem gegenwärtigen Leser kaum sonderliche Schwierigkeiten bereiten dürfte, wird das Erscheinen der geschmackvoll ausgestatteten, handlichen Neuaus­gabe sicher vielen, die von Eichendorfs nur die Ge­dichte besitzen, willkommen sein. Ob die Aufnahme derEpigonen" von Immermann (972 Sei­ten) in die Sammlung desZauberspiegels" als echte Wiederentdeckung ober als bloße Ausgrabung zu werten ist, wird die Aufnahme im deutschen Le­serkreise erweisen müssen. Dos 1836 zuerst erschie- neue, vomWilhelm Meister" beeinflußte Werk, Uebergangserscheinung zwischen ausklingender Ro- manttk und beginnendem Realismus, als Zeitroman und auch um her recht bewegten Handlung willen nicht uninteressant, wird auch dem Belesenen minder geläufig fein als derMünchhausen^ undDer Oberhof". Die vorbildlich schöne, noch ganz friedens- mäßige Ausstattung kann indessen den Entschluß, sich an die nahezu 1000 Seiten dieses Romam. heranzuwagen, nur beflügeln. Ham Thyriai

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