Kulturwoche der NSDAP, in Gießen
feldzug gilt. Darum ist der immer erneute Rückgriff auf Liese seelischen Kräftereserven notwendig, wobei dem deutschen Buch als berufenen Mittler
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Wochenschau beginnt wieder mit einer : Reichsmarschall Göring spricht zum
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sonders da, wo ihm traditionslose Massen gegenüberstehen, wie es für unsere Kameraden im Ost-
düng und Verpflegung.
Aus dieser Einstellung ergab sich die Büchersammlung der NSDAP, für die Wehrmacht. Was sie im ganzem in den hinter uns liegenden drei ersten Kriegsjahren geleistet hat, braucht uns hier nicht mehr zu beschäftigen. Es erscheint aber angemessen, anläßlich des Beginns der vierten Reichssammlung auf das Ergebnis der vor- jähri'gen Bücherspende hinzuweisen, soweit sie bie Gemeinschaftsleistunlg der Volksgenossen unseres Gaues betritt, wo im Herbst des Vorjahres weitüber 300 000 Bücher gespendet worden sind, die zu 1 278 Büchereien verarbeitet werdgM konnten. Hinter diesen beiden toten Ziffern steckt eine Fülle von anstrsnaender Arbeit: Arbeit des Sammlers, der unermüdlich treppauf, treppab eilend die Spenden in Ernpmng nimmt. Arbeit des Sichters, der kritisch prüft, ob die einzelne Spende dem SoDaten etwas bedeuten kann trter nicht, Arbeit des Verpackers, der die Bücherkisten versandfertig macht. In den zahllosen Büchereien, die seitdem zu dem Fronte nheiten oder in die Lazarette gerollt sind, ergab sich eine lebendige Verbindung zwischen Front und Heimat, die höchst bedeutsam gering »TT ist.
,.Haben! sua fata libelli!“ Jawohl? Bucher hoben ihre Schicksale, wie der spätrömische Schriftsteller meint. Das dachte die junge Spenderin auch.
die sorgsam ihren Namen auf dem Vorsatzblatt des heiteren Romanes vermerkte und dabei doch wohl im stillen einen Gruß von der Front irgendwo draußen erwartet hat. Ob er eingelaufen ist? Wir wissen es nicht, aber das wissen wir,^daß ihr Geschick an der Front viel, viel Freude bereitet hat und bantt ein Kraftquell geworden ist, der so schnell nicht versiegt.
Volksgenosse, Kamerad in der großen Kampffront unseres Volkes, auch du hast es in der Hand, mit einer Bücherspende Freude und damit seelische Straft den Kämpfern in Ost und West, in Nord und Süden schenken zu können. Nur bitten wir dich, nicht, wahllos zu spenden, sondern das, was du dem Sammler aushändigen willst, sorgfältig zu prüfen, ob es auch wirklich wertvolle genug erscheint, einer Bücherei einverleibt zu werden, ob es inhaltlich auch den Tapferen, die draußen die Heimat mit ihren Leibern decken, etwas bedeuten kann. ,
In den Kriegen vergangener Jahrhunderte haben mehr als einmal wertvolle Kulturgüter große Wan- derungen angetreten. Man mag dabei an die Schätze denken, die der Korse raubte, um sie nach Paris zu schicken, oder auch jener vielgerühmten Biblio- theca Palatina sich erinnern, die Tilly nach der Eroberung Heidelbergs beschlagnahmte und dem Papst schenkte. Unendlich viel großartiger ist — ihrer Veranlassung und ihrem Umfange nach — 'die Bewegung deutscher Kulturwerte, die sich in
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zehn Pesos an mich verkauft hast, möchtest du mich an ihn für zwanzig wieder Weiterverkäufen."
„Senor, ich schwöre Ihnen bei der Madonna von Guadalupe."
„Halt's Maul und beschwindle die Madonna nicht. Aber hör mich gut an. Ich verspreche dir jetzt etwas, was ich zu halten fest entschlossen bin: wenn du mich an den Amerikaner oder an jemand anders verrätst, miete ich zwanzig solcher Schufte wie dich, und zahle demjenigen hundert Pesos in die Hand, der dir 'nen Strick um den Hals legt. Das kann man hier schon für die Hälfte haben. Ich zahle hundert. Hast du mich verstanden?"
„Jawohl, Senor —", murmelte Bartholomeo und griff unwillkürlich nach seinem Hals: er war blaß geworden, denn er zweifelte nicht einen Augenblick daran, daß die Drohung völlig ernst gemeint war. Brackmann zählte ihm zehn Pesos in Silber ab. Für den Burschen bedeuteten sie ein kleines Vermögen.
„Hier hast du dein Geld, Bartholomeo. Du kannst dich übrigens morgen früh bei mir melden. Vielleicht habe ich ein paar Aufträge für dich, bei denen du wieder etwas verdienen kannst. Und geh ruhig durchs Lokal, wenn du mich besuchst. Ich habe dem Padrone gesagt, daß du den Boten zwischen mir und deiner Schwester machst —"
Bartholomeo sah Brackmann überrascht an, als wäre er da unvermutet auf eine neue Einnahmequelle gestoßen worden. „Sehr gut, Senor — und ich habe übrigens tatsächlich drei Schwestern, eine immer knuspriger als die andere. Die längste könnte ich Ihnen besonders empfehlen, sie wird nächstens fünfzehn, und sie ist süß und feurig wie Chile- Pfeffer —"
Brackmann packte den jungen Schurken beim Kragen und warf ihn kurzerhand hinaus.
„Auf Wiedersehen, Senor?" rief Bartholomeo sozusagen im Fliegen. „Und es bleibt bei unserer Verabredung, morgen früh!"
(Fortsetzung folgt.)
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Altpapier bedeutet Rohstoff für die Kriegsindustrie.
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unseren Tagen vollzieht, da deutsche Bücher an olle Fronten reisen, um den heldenhaften Kämpfern für die deutsche Zukunft vom treuen Gedenken der Heimat Kunde zu geben.
So möge auch in unserem Gau die vierte Büchersammlung der NSDAP, für die Wehrmacht ein Erfolg werden, der sich würdig dem anreiht, was wir bisher auf den verschiedensten Gebieten Les Heimateinsatzes errungen haben.
Verhunkelungszeit:
16. Oktober von 19.27 bis 7.20 Uhr.
Oie neue Wochenschau.
, Und jetzt los, was hast du mir zu erzählen?" „Ich möchte erst einmal hören, was Sie dafür anlegen wollen, Senor —?"
Brackmann sah den Burschen mit einem Unheil- vollen Blick an. ,Lch könnte das, was ich mitten will, sehr leicht aus dir herauskitzeln, du kleiner Schuft", sagte er bösartig. „Auch ahne ich ungefähr, was du mir sagen wirst —"
Das ist auch nur der kleinere Teil dessen, was ich" Ihnen zu bieten habe, Senor", grinste Bartholomeo unerschüttert. „Ich kann es Ihnen mit drei Worten sagen. Ein Gringo hat ein Dutzend Jungen beauftragt, Ihre Adresse auszukundschaften. Er sagte uns, daß Sie Brackmann heißen, und dann zeigte er uns ein Bild von Ihnen — und da erkannte ich Sie sofort."
„ein Bild von mir?" fragte Brackmann über- rascht.
,Ia, ein ziemlich altes Bild, Sie sind inzwischen nicht gerade hübscher geworden, aber trotzdem erkannte ich Sie sofort wieder."
Brackmann erinnerte sich nicht daran, Orgassa oder Karen jemals ein Bild von sich gegeben zu haben Aber deshalb war es natürlich nicht ausge- schlossen, daß sie ein altes Photo von ihm besaßen. Gewiß erzählte Bartholomeo die Wahrheit.
„Und weiter?" fragte er.
Weiter sagte der Gringo uns, daß wir in unseren Nachforschungen vorsichtig sein sollten, weil er für Sie eine Ueberraschung vorbereite — wohl Kauber 8,35 —, aber das konnte'den anderen ja gleichgültig sein Sie waren heute mittag nobel zu mir, und da dachte ich mir, die Ueberraschung könnte Sie vielleicht interessieren ... Kurz und gut, der Gringo gab jedem von uns die Hälfte von einem Pesoschein — ein verdammt schlauer Hund übrigens, finden Sie nicht auch? — und versprach dem, der Ste entdeckt, weitere zehn Pesos."
Fünf Pesos hat er versprochen, Lu verdammter 1 Schlingel!" fiel Brackmann ein; „wenn ich dich noch
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einmal bei einer Lüge erwische, setzt es eine Tracht Prügel, verstanden?"
„Woher wissen Sie das?" fragte der Bengel verblüfft.
„Weil ein Mann, der auf den Trick mit den Hal- ben Pesos kommt, auch sonst mit dem Geld nicht leichsinnig umgeht", antwortete Brackmann beleh- renb. Bartholomeo kratzte sich hinter'dem Ohr.
,Caramba, Sie sind ausgekocht —", bekannte er mit rückhaltloser Hochachtung; diese Feststellung schien chm seine Niederlage wesentlich zu erleichtern.
„Und jetzt soll ich dein Schweigen kaufen, wie?" fragte Brackmann und ließ sich rittlings auf dem Stuhl nieder. /
„So hab' ich's mir gedacht, Senor", bekannte Bartholomeo freimütig.
.Kostenpunkt?"
„Ich mach's billig, Senor. Sagen mir: zrnanzig Pesos." m
„Zehn Pesos und keinen Centavo mehr! Das ist genau das Doppelte von Lern, was der Amerikaner für meine Entdeckung geboten hat. Entscheide dich schnell!"
„Gut, Senor, ich bin damit einverstanden", sagte der junge Erpresser mit einem kleinen Seufzer. Dennoch tarn fein Einverständnis Brackmann allzu rasch. Er sah Bartholomeo aus den Augenwinkesn lange und durchdringend an, und der Bursche wich unter dieser Prüfung unwillkürlich ein wenig zurück, wenn er auch versuchte, Brackmanns Blick treuherzig und bieder zu erwidern.
„Ich durchschaue dich genau, du häßlicher Vogel", sagte Brackmann langsam, „ich lese dir die Gedanken von der Stirn ab, du kleiner Schurke. Du glaubst jetzt, ein kleines Doppelgeschäft zu machen, nicht wahr?"
„Wie meinen Sie das, Senor? Ich verstehe Sie , nicht —", stammelte er.
„Wirklich nicht?" höhnte Brackmann, „du bist • doch sonst nicht gerade auf den Kopf gefallen. — i Aber ich kenne dich: so wie du den Amerikaner für
Aus der Giadt Gießen.
Soldat und Buch.
Von Ernst Biel.
NSG. Am kommenden Samstag und Sonntag wird, wie im gesamten Reich, auch im Gau Hessen-Nassau allenchalben die Büchersammlung der NSDAP, für die Wehrmacht burchgefühert. Bereits jetzt sind unermüdlich Kräfte am Werk, um ihr zu einem guten Erfolg zu verhelfen.
Die Erkenntnis von dem alle Lebensverhältnisse der Völker durchdringenden, d. h. totalen Charakter dieses Krieges hat uns von vornherein den Kampf auf drei Ebenen führen lassen: auf der militärischen (uni) der ihr eng verbundenen politischen), der wirtschaftlichen, die inzwischen außerordentliche Bedeu- bung gewonnen hat, und schließlich ber geistigen. Dabei hat sich ergeben, daß der deutsche Mensch ber Gegenwart fähig ist, seine seelische Widerstands- traft gegenüber den ungeheuren Belastungen, die ein moderner Krieg mit sich bringt, gewaltig zu steigern, und daß sie mit diesen Belastungen wächst und immer wieder wächst, so sehr man auch von dem verstädterten Menschen unserer Zeit geneigt gewesen wäre, das Gegenteil zu erwarten. Rassenseelische Momente mögen dabei eine nicht unerhebliche Rolle svielen, sicher ist aber auch, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit einen starken seeliscyen Kraftzuwachs aus den unendlichen Schätzen unseres deuftchen Kulturgutes, soweit es für uns noch als lebendig gelten darf ober doch im Unterbewußtsein unseres Volkes noch wirksam wird, erfährt. Das. bedingt jene turmhohe Ueberlegenheit des deutschen Kämpfers an allen drei Fronten, be-
Bn Mann rechnet ab
Roman von Horst Biemath
25.Fortsetzung (Nachdruck verboten.)
Duenas noches, Senor —", murmelte der Padrone hinter Brackmann her und starrte ihmi un- sicher nach. Und dann wurde er vor Wut zttronen gelb im Gesicht. Bildete der Kerl fid) em daß er biete frechen Lügen etwa glaubte? Em Kellner setzte ihm ein Tablet? mit geleerten Tlästrn klirrend vor die Nase und briUIte ihm seine Bestellung ms Ohr, Hn^nitenb an unö ließ> einen Much folgen, w dem er an der ehrenhaften Geburt des Kellners und an der Ehrenhaftigkeit feiner Ahnen bis ms dritte und vierte Glied schwerste Zweifel äußerte.
Brackmann stolperte die finsteren Treppen empor. Mochte der Padrone glauben, waser mailte jefien falls hatte er das Empfinden, den Schnuf ler gruno ^n“Ä,‘kannte Brackmann e^entlich Q“«« {ein Wichtiger war das, was der kleine Sch i h w melden hatte Daß es um eine Erpressung ging, ?ar sonnenNar Nurder Preis stand noch n.cht !-si, Leräusch und blieb stehen. „Hallo fragte bieÄ"j5®en«- Bartholomeo - flüsterte d-^Bu^che erleichtert. Entweder war es ihm ^in der Dunkelheit unheimlich geworden, oder er: b ne fürchtet. Brackmann könne ihm durchhie emPM) »ntertür. Mb« en
brannte em Zündholz an. ^ue o t
numeriert oder gekennzeichnet Er ftteß au^ gux Tlück eine Tür auf. Es ^r die [ag
er nachmittags geschlafen hatte. Die tP Mch auf dem Stuhl.
den neugewonnenen Ostgebieten.
Im Kaukasus geht es durch romantische Täler zu den Gipfelstellungen unserer Gebirgsjäger hinauf. Eine Tragtierkolonne bringt Nachschub und Feldpost bis in über 3000 m Höhe. Schwer beladen treten unsere Gebirgsjäger ben Aufstieg zu den nächsten Kampfständen an. Ein bolschewistischer Stoßtrupp greift an. Der Angriff bricht im konzentrischen Feuer zusammen. Die von unseren Gebirgsjägern gehalte-
uf drei Viertel verminderten Pension entlassen »urden, erhalten wieder die volle Pension, wenn sie sich zwei Jahre während des Krieges im öffenb Achen Dienst bewährt oder im gegenwärtigen Kriege an einem mit Gefahr für Lech oder Leben verbundenen Einsatz teilgendmmen haben.
Straffe Führung des Selbstschutzes.
Kundgebung: Reichsmarschall Göring spricht zum deutschen Volk. Landwirtschaftsführer Leffler und Bauer Ritter erhalten aus der Hand des Reichs- marschills das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes. — Auf einem Berliner Bahnhof erleben wir bie Ankunft des ersten Zuges mit Lebensrnitteln aus
MNibensein eines oder mehrerer Kinder unter 151 Mahren, wenn sie mit der Mutter in häuslicher pemeinschaft leben und die Fortsetzung des Dienst- Herhältnisses mit den Mutterpflichten nicht vereinbar tft Weibliche Beamte, die entlassen worden nd, wett ihre wirtschaftliche Versorgung gesichert rar, können als Beamte auf Widerruf in Dienst eftellt werden. Die über das 65. Lebensjahr im 'lenst gebliebenen Beamten und die wiederbeschäf- gten Ruhestandsbeamten erhalten für die Tätigest nach Vollendung des 65. Lebensjahres eine Htruhegehaltsfähige Zulage, wenn das Endgrund- chatt bereits mindestens zwei Jahre lang bezogen untre. Die weiteren Dienstjahre werden außerdem füf die ruhegehaltsfähige Dienstzeit ungerechnet, nt) zwar erhöht sich ber Höchsthundertsatz des Ruhegehalts für jedes volle Jahr der Beschäftigung m em Prozent. Auch wenn ein Ruhestandsbeam- r als Arbeiter ober Angestellter wieder beschafft wird, erfolgt eine Anrechnung dieser Zeit auf re ruHegehaltsfähige Dienstzeit. Für Beamten- nwärter, die noch nicht planmäßige Beamte nd und im Kriege fallen, werden die Versor - ungS'dezüge der Hinterbliebenen so festge- p, als ob sie schon planmäßige Beamte gewesen )aren. Beamte, die auf Grund des Gesetzes über die Säuberung des Berufsbeamtentums mit einer
Der Führer hat dem Hofschauspieler i R. Hugo Ihimig in Wien aus Anlaß seines TO^rigen Bühnenjubiläums in Würdigung seiner Derblenste um das deutsche Theaterleben die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
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NSG. „Sie sollen wirklich kein Altpavier mehr Haden, liebe Frau Muller? Das kann ich mir gar nicht oorstellen!" „Es ist aber wirklich so! Die Zeitungen finb' ja jetzt nicht mehr so dick, der Kaufmann spart am Einwickelpapier, meist muß man es sogar selbst mitbringen, — ich habe wirklich nichts mehr, was ich ab geb en könnte!"
„9hm, da muß ich Ihnen aber doch ein wenig behilflich fein. Sie wissen doch, Jebes Stückchen Papier wird heute als wichtiger Rohstoff für die Kriegswirtschaft gebraucht. Und ich habe doch neulich erst gesehen, daß Sie noch einen ganz alten Jahrgang der .Gartenlaube' auf Ihrem Schrank liegen haben. Gewiß wird sich Ihr Mann schon davon trennen, wenn Sie ihm den Zweck der Altpapiersammlung nochmals richtig klar machen. Und außerdem weiß ich, daß Sie noch eine ganze Menge alter Modenhefte ausbewahren. Auch diese sind inzwischen überholt und rauben Ihnen nur Platz. Als Altpapier aber sind sie hochwillkommen. Und dann die alten Schulhefte von Ihrer Lotte, auch diese werden Sie gerne entbehren, wenn Sie bedenken, wie groß gerade jetzt im Kriege der Bedarf an Rohstoffen ist. Na, und die vielen Groschenhestchen
... - die Luftschutzwarte und die Politischen Leiter. Ent- no scheidend für die Auswahl sinh allein Führereigen-
rh™ Mafien und Kenntnisse im Luftschutz. Es kommen
. ' euch nur Männer für die Auswahl in Betracht. Der vom örtlichen Luftschutzleiter ausgewählte Be
auftragte, her einen polizeilichen Ausweis erhält, hat währevd des Fliegeralarms ständig Kontroll- jänge durch die Luftschutzgemeinschaften seines Be- reiches auszuführen. Wenn er einen Schadenfall feststellt, dessen die Luftschutzgemeinschaft unter Führung ihres Luftschutzwartes nicht Herr werden kann, so übernimmt er die Führung der Bekämpfung. Er kann dabei auch Kräfte aus anderen Luftschutz- ßemeinschasten seines Bereiches einsetzen oder Hilfe aus benachbarten Bereichen anfordern.
Zuchthaus für korrupte Angestellte eines Arbeitsamtes.
Die Angestellten des Arbeitsamtes Ansbach Deichmann und Rattel waren mit Vermittlung von Arbeitskräften in der Landwirtschaft betraut Bel ber großen Zahl der offenen Arbeitsplätze konnten nur die dringendsten Bedürfnisse befriedigt »erden. Nachdem einige Bauern durch Geschenke von Lebensrnitteln es anscheinend mit Erfolg übernommen hatten, bei diesen beiden Angestellten eine bevorzugte Behandlung ihrer Wünsche zu erreichen, sprach sich dies herum. Infolgedessen wurden ihnen Butter, Eier, Wurst, Geflügel und andere Mangelware in die Dienststelle ober in ihre Wohnungen gegeben. Beide nahmen diese Geschenke als eindeutige Belohnung für bevorzugte Behandlung entgegen. Die beiden Volksschädlinge wurden von dem Sondergericht Nürnberg zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, da sie ein korruptes System aufkommen ließen, das die schwersten Gefahren in sich barg, die Staatsführung aber darauf angewiesen ist, daß sämtliche Aemter mit peinlichster Genauigkeit und völliger Unbestechlichkeit verwaltet werden. Das Gericht hielt den Angeklagten zugute, daß der Lnstoß zu ihrem Treiben nicht von ihnen ausgegangen war, und daß sie als kriegsangestellt nicht in ber strengen Tradition des deutschen Beamtentums in ihre Aemter hineingewachsen waren.
Kleine politische Nachrichten.
Der italienische General Alessandro P r e d i e r i, Kommandeur der Division Brescia, ist an der ägyptischen Front gefallen.
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Ein Erlaß über die Führung der Selbstschutz- i tröste bei der Schadenbekämpfung /bestimmt, daß ' Mehrere Luftschutzgemeinschaften, in der Regel die . eines RLB.-Blocks, unter her Führung einer hierfür besonders geeigneten Persönlichkeit zusam- menzufassen sinh. Im Interesse einer schnellen, l sachkundigen und konzentrierten Brandbekämpfung fmb für die Zusammenfassung her Luftschutzgemein- , «hasten bie taktischen Gesichtspunkte ber Branbbe- vmpfuna maßgebenb. Für bie Führung ber Selbst- I ihutzkräfte kommen in erster Linie in Frage bie | Imtsträger bes Reichsluftschutzbundes, bann
gerade in unserer Zeit erhöhte Bedeutung zukommt.
Zwar scheint zunächst der Soldat, dem Augenblick mit seinen jeweiligen Forderungen zugewandt, seines Zuspruches nicht in gleichem Maße bedürftig, wie es etwa für die Heimat ausgesagt werden darf. Und dennoch bestehen enge Beziehungen zwischen der soldatischen Welt und der des Buches. Je mehr von maßgebender Stelle aus diese Zusammenhänge erkannt worden sind, desto mehr hat bie deutsche Dolkssührung daraus ihre praktischen Folgerungen gezogen. Es entstand bie Büchersammlung her NSDAP, für bie Wehrmacht.
In den Jahren des Weltkrieges waren wir Soldaten von damals nicht so glücklich, auf ein entsprechendes Verständnis her politischen Führung zu stoßen. Infolgedessen blieb die seelische Betreuung. die man uns angedeihen ließ, in den bescheidensten Ansätzen stecken, soweit sich solche überhaupt feststellen ließen. Gewiß, mancher deutsche Soldat des WMkrieges in Ost und West trug seinen „Faust" ober mich seinen Nietzsche im Tornister, hatte irgendwo ton Gepäck ein paar Reclambänd- chen verstaut, zu denen er in der oft nur knapp bemessenen Zeit zwsichen den Kampfhandlungen zu greifen pflegte. Doch war das durchaus nur bie Angelegenheit des einzelnen. Der Wandel von heute, der in der engen Zusammenarbeit von Front und Heimat sein besonderes Gepräge findet, hat es mit sich gebracht, daß die Heimat auch die geistig-seelische Betreuung der Fronten übernommen hat, die uns genau so wesentlich erscheint als ihre Versorgung mit Kriegsmaterial, Beklvi-
Ng onnd.
AmmelkiM narschall U 'ermittelt, 3mmelmannf imer Siege» legenmörtigti 1 aufgegang» Her an ihren beispielhch in der jung«
Oberheffischer Heimatabend mit »Kraft durch Freude".
Die NS.-Gemeinschaft „Äraftburd) Freud e" hatte für gestern zu einem Oberhessischen Heimatabend im Theater eingelbben und damit das Programm der Kulturwoche der NSDAP, von der bodenständig-volkskulturellen Seite her er» reulich bereichert. An diesem Abend froher und besinnlicher Heimatkunst waren als Mitwirkende die Dolkstumsgruppen Leihgestern und Lang-Göns unter Leitung von Georg Heß, die Volksmusikgruppe Gambach unter Leitung von Lehrer Lahm unh die Wetterauer KdF.-Spielgemeinschaft unter Leitung von Oberstudiendirektor W. K. Philipps beteiligt. Der Abend gliederte sich in zwei Telle. Im ersten Teil zeigten die Dolkstumsgruppen einen frohen Dorfsonntag. Aus einem freundlichen und geräumigen oberhessischen Dorfplatz (Bühnenbild von Karl Löffler) entfaltete sich in ber von Gg. Heß zusammengestellten Spielfolge alsbald ein farbenfrohes Bild und ein munteres Treiben. Es war alles ha: vom Ortsdiener mit der Schelle bis zur Kirmesblasmusik. Die Tracht und die Mundart gaben ber dörflichen Freizeitgestaltung bas lanb- jchaftlich-charakteristische Gepräge. In Wort unb ßieb unb Tanz würbe bas Lod bes Hessenlanbes und des Bauernstandes verkündet. Der Hüttenberg und die Wetterau kamen nach Gebühr zu Wort. Die Blaskapelle wurde vom Akkordeon-Orchester abgelöst, her gemeinsame Gesang — „Im schönsten Wie- sengrunde ...", „Das Lieben bringt groß Freud" — von einem Duett sehr hübsch zusammenklingender Mädchenstimmen („Heimat, deine Sterne"). Es gab allerhand volkstümliche unb gemeinverständliche
Scherze und Ansprachen zu hören, und besonderen Anklang fanden allgemein die Trachtentänze, wie zum Beispiel „Wenn ber Vabder mit her Mudder" und bas in Oberhessen besonders beliebte „Gieh mer net immer mei Aeckerche ..."). Mit der von Gg. Heß verkündeten Parole „Stabt und Land Hand in Hand" und einem abendlichen Umzug mit Musik mürbe ber Dorftonntag unb her erste Teil bes Programms beschlossen.
Nach ber Pause gab es bie Aufführung eines Wetterauer Heimatstuckes von W. K. Philipps unter hem verheißungsvollen Titel „D e s K r o a • gekneppch e". Man konnte hier erleben, wie ein verlorengegangenes Kragenknöpfchen ben häuslichen 5rieben eines länblichen Ehepaares in einer Weife gefährdet, die in keinem Verhältnis zu dem wahrhaft geringfügigen Anlaß der Auseinandersetzung steht. Dabei hat die Frau ziemlich ausschließlich das Wort unb wird auch so ziemlich alles los, was sie qerabe auf bem Herzen hat. Ein Segen, daß das Knöpfchen schließlich miedergefunden mird; überdies fahren die Eheleute hinterher zum Säumarft unb haben das Glück, dort ben wahren Jakob zu treffen, ber natürlich auch Kragenknöpfchen auf Lager hat. — Auch hier war bie Mundart die eigentliche Würze des harmlosen Spiels, um das sich MargrethR e i n< Heimer, Maria Kleintopf, Wilhelm Michel. Willi Simmer und Karl H e ß verdient machten; besonders die originellen Figuren des Ortsbieners unb bes wahren Jakobs erregten mit ihren Sprüchen verständnisvolle Heiterkeit. Ueberhaupt war bas Publikum von Anfang an mit Begeisterung bei ber Sache, und das vollbesetzte Haus dröhnte von wohlverdientem Beifall. Hans Thyriot
mit den Jndianergeschichten von Ihrem Jüngsten, glauben Sie, er würde Ihnen etwa Dorwürfe machen, wenn er sie daheim nicht mehr vor find et? Er ist ja inzwischen groß und erwachsen geworben und bevorzugt andere Lektüre. Und außerdem weiß er als Soldat mit am besten, worum es jetzt geht. Sehen Sie, das ist doch schon eine ganze Menge, was allein Ihr Haushatt 6ergibt."
Aber auch Knäuelpapier, alte Packbogen und ähnliches, all diese Dinge sind sehr begehrt. In den Büros und Betrieben sinden sich gewiß ganze Stapel alter Akten und Papiere, die nicht mehr von Nutzen sind. Und wenn jeder etwas gibt, dann haben wir in ber Heimat wiederum eine kleine Schlacht gewonnen.
Und wenn nun auch bie Sammler an Ihre Ture kommen, — Sie wissen doch, Hiller-Jugend, Jungvolk und BDM. holen in den Haushalten, bie DAF. in den Betrieben und ber RDB. bei den Behörden bas Altpapier ab, das der Reichsluftschutzbund bann in Empfang nimmt, dann ist Ihr Päckchen auch dabei! Aber Sie müssen sich beeilen, liebe Frau Müller, beim heute ist ber letzte Sammeltag!


