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Eichener Anzeiger
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19.80 Uhr
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ein sowjetisches Schnellboot im Finnischen Meerbusen in Brand.
3m hohen Norden richteten sich Angriffe von Ierstörerflugzeugen gegen Truppenlager ostwärts der Kola-Bucht.
Die britischen Flugstützpunkte auf der 3nfelfestung Malta wurden von Kampfflugzeugen bei Tag und Nacht mit Bomben schweren Kalibers belegt. Die zum Begleitschuh eingesetzten deutschen und italienischen Jäger schossen zusammen 25 britische Jagdflugzeuge ab, davon 18 allein durch deutsche Jäger. Zwei eigene Kampfflugzeuge kehrten nicht zurück.
Bei einem Angriff gegen den Geleitverkehr an der britischen K ü st e versenkten Schnellboote vier feindliche Handelsschiffe von zusammen 8000 BRT. Alle Boote kehrten in ihre Stützpunkte zurück.
3n der Nacht zum 14. Oktober kam es imKanal zu einem Seegefecht zwischen deutschen Sicherungsfahrzeugen und einem überlegenen feindlichen Verband, der aus zwei Zerstörergruppen und mehreren Schnellbootflottillen bestand. 3m harten Gefecht wurde ein britisches Artillerie-Schnellboot versenkt und fünf Schnellboote durch Artillerietreffer beschädigt bzw. in Brand geschossen. Lin eigenes Fahrzeug ging verloren. Vorpostenboote und Marineflak schossen im Nordseegebiet zwei feindliche Flug- zeuge ab.
Leichte deutsche. Kampfflugzeuge bombardierten gestern kriegswichtige Anlagen und militärische Ziele an der englischen Südküste.
blockierte Festung zurückzu- werfen. Diese Projekte hängen strategisch und wirt- fchastlich zusammen. Di-e Aufgabe besteht darin, die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten zeitlich so zu
geschlossene Kartenver- ch Freude“, ienhandlung
r Verurteilte, l Ehrenrechi!
Mer 500 Stühpunkte und Kampsanlagen im Kaukasus im Sturm genommen.
Oer Wehrmachtbericht.
DNB. Aus dem Führerhauptquartler. 15. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Kaukasus durchbrachen deutsche und slowakische Truppen in dicht bewaldetem Gebirgsgelände unter erbitterten Kämpfen neue feindliche Stellungen und nahmen über 500 Stützpunkte und Kampfanlagen im Sturm. Am Terek-Abschnitt wurden feindliche Kräfte zurückgeworfen.
3n Stalingrad brachen 3nfanterie- und Panzerverbände den verbissenen Widerstand der Sowjets in Häuserblocks und Barrlkadenstellungen und fliehen tief in das nördliche Stadtgebiet vor. Kampf- und Sturzkampfgeschwader zerschlugen in rollenden Einsätzen feindliche Bunker und Artilleriestellungen. Entlastungsangriffe des Feindes wurden unter hohen blutigen Verlusten abgewiesen. Wirkungsvolle Luftangriffe richteten sich auch gegen Transportbewegungen und Umschlagplähe der Bolschewisten am Unterlauf der Wolga. Lln Tanker und zwei Lastkähne wurden durch Brand vernichtet.
An der D o n f r o n t wiesen rumänische Truppen örtliche Angriffe ab.
3m mittleren Frontabschnitt führten eigene Stohtruppunternehmungen zur Vernichtung zahlreicher Bunker und Kampfanlagen. Kampfflugzeuge bombardierten wichtige Bahnstrecken, wobei der Feind beträchtliche Verluste an rollendem Material erlitt. 3m Tiefangriff schoben 3agdflieger
»Economistt mit dem R i h", der, wie die amerikanische Presse mit Besorgnis schreibe, sich zwi- chen den Bolschewisten und den Alliierten aufgetan habe. „Es muh nicht sein — und hat keinen Sinn, daß sich irgendwelche Spannungen zwischen den Russen und den Alliierten entwickeln. Es wäre vielleicht auch klug, wenn die russische Propaganda mehr täte, um die Ungeduld und das Mißtrauen zu zerstreuen, die unvermeidlicherweise unter den arbeitenden und leidenden bolschewistischen Massen entstehen", so schreibt der „Economist" und gibt damit zu, daß „irgendwelche" Spannungen zwi- chen d-en Bolschewisten und Alliierten schon längst bestehen.
Englands Arbeitsreserven erschöpft.
Zuflucht zur Nachahmung „autoritärer" Methoden.
Stockholm, 15. Okt. (DNB.) Der englische Produktionsminister Oliver Lyttelton erklärte: „Um eine höhere Leistung zu erzielen, müssen wir daran denken, die Arbeitskraft am rechten Platz einzusetzen und Maschinen, Werkzeuge und Gebäude zu größtem Vorteil zu nutzen. Durch eine Neuverteilung der Arbeit, durch Verbesserungen -in der Betriebsführung oder durch Zusammenfassung von Firmen. Solche Maßnahmen, meinte Lyttelton, werden manche Menschen schwer treffen, aber wir haben ein Stadium erreicht, wo mir die Produktion und Organisation in Ordnung bringen und zur höchsten Leistungsfähigkeit uniformen müssen. Jeder«, der von einer Arbeitsstätte zur anderen geschickt, oder aufgefordert wird, sein Unternehmen mit anderen zusammenzulegen, oder seine Fabrik von einem Bezirk in den anderen zu verlegen, wird „aktiven Heeresdienst tun". Leute, die ihre Arbeitskräfte und Maschinen nicht richtig nutzen können, werden schließen müssen."
L y t t e l t o n s Ausführungen bestätigen die Fest-
(92. Jahrgang Ur. 244
^Eriche«ni < g. < cy. außer Sonntaas und Wetertaaß
Beilagen:
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euch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern nfoloe höherer Gewalt ernsvrechnnschluß 2251 )rahtanschrtft „Anzeiger«' vnftfcheck 11 ßRfi ftrnnff /M
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Wir tragen den Tod nach Stalingrad
Von Kriegsberichter Dieter Tiemann.
jrtiW H*®! HO 871-930 0-11 931-jj! 1-12 991-105
Annahme von Anzeigen für die Mtttaasnummer biS 8'/, Uhr desBormittagS Au-eigen^reise
für die DHllimeter-yetle von 22 Millimeter Brette:
7 Stof, für i>amittenan» zeigen und private GelegenhettSanzelgen
14 Stof. t. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenbettkanzelgen
Plavvortchrift (vorherige Vereinbarung) 25°/° mehr
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OerMarschattstab im Tornister
Das Geheimnis der deutschen Siege in diesem Kriege beruht nicht zuletzt auf der Tatsache, daß die deutsche Wehrmacht aus dem Weltkriege die richtigen Lehren gezogen hat. Das gilt auch im Hinblick auf die Auswahl der Offiziere, und zwar sowohl für die aktive Laufbahn als für die Reserveoffiziere. Schon in der alten Armee galt der Grundjatz, daß jemand wegen Tapferkett vor dem Feinde zum Offizier befördert werden konnte, ohne daß sonstige Voraussetzungen notwendig wären. Solche Beförderungen sind auch im Weltkriege erfolgt, aber sie bildeten doch eine Ausnahme. Es gab aber auch Bestimmungen, die im allgemeinen gewisse Schichten der Bevölkerung zur Offizrerslaufbahn nicht zuließen, das gatt ebenfalls ür die aktive Laufbahn als auch für die Anwart- chast zum Reserveoffizier. Diese Auffassungen haben ich schon im letzten Kriege als überholt erwiesen, und es sind vor allem eine Anzahl von Unteroffizieren Offiziere geworden, die sich in der neuen Wehrmacht außerordentlich bewährt haben, und die heute zum Teil Generalsrang einnehmen.
Nunmehr ist wiederum eine neue grundsätzliche Tatsache zu verzeichnen, die die Offizierslaufbahn allen Schichten des Volkes öffnet. Man darf in diesem । Zusammenhang an die mutige Tat Scharnhorsts denken, der bei seinem Reformwerk vor mehr als hundert Jahren auch bürgerlichen Kreisen den Weg zur Offizierslaufbahn öffnete. In einem Staate der Volksgemeinschaft ist es nur eine natürliche Konsequenz, wenn nunmehr auch die letzte Schranke, die das Berechtigungswesen aufgerichtet hatte, fällt, und der Eintritt in diese Laufbahn nicht mehr vor irgendwelchen Examina abhängig ist. Der Führer hat diesen Grundsatz letzthin schon in seiner großen Sportpalastrede begründet, als er ausführte: „Wenn Sie die Beförderung unserer jungen Offiziere sehen, so beginnt hier bereits der Einbruch unserer nationalsozialistischen Volksgemeinschaft in völligem Umfange. Es gibt keine Vorrechte der Geburtsurkunde, es gibt keine frühere Lebensstellung, es gibt keinen Kapitalbegriff, keine fo genannte Herkunft, es gibt auch nicht eine sogenannte Bildung, es gibt nur eine einzige Bewertung: das ist die Wertung des braven, tapferen, treuen Mannes, des entschlossenen Kämpfers, des kühnen Mannes, der geeignet ist, Führer seines Volkes zu sein."
Die neuen Bestimmungen des Oberkommandos der Wehrmacht sind charakteristtfch für den nationalsozialistischen Staat, fie bedeuten aber keineswegs, daß nun etwa das Bildungsniveau des deutschen Offiziers gesenkt würde. Die geisttge Entwicklungs- säyigkeit muß vorhanden sein, und in ernster Schulung wird auch der junge Offiziersbewetber sich jene Berufsbildung anzueignen haben, die unerläßlich ist, und die ihm auch im gesellschaftlichen Leben die Stellung sichert, aus die der Offizier allen An-, sprach hat. Die Offiziersleistungen werden in Zukunft noch gesteigert werden, die Chance aber ist am Beginn der Laufbahn für jeden die gleiche. Nicht jeder junge Offizier wird Feldmarschall werden, aber jeder Deutsche, der sich zum Offizier eignet, soll die Möglichkeit dafür besitzen.
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inJiffen und von militärischer Ausrüstung abgezogen. Itel das hat bewirkt, daß der Zeitplan der Alliierten ständig revidiert werden mußte. Unvermeid rcher- tteife aber immer in der falschen Richtung, mdem der zurückzulegende Weg v e r l ä n g e r t wurde. Tie Frage ist, ob der Zeitplan jetzt wiederum in Der richtigen Richtung zur Verkürzung des Krieges rem- dim werden kann. „Nächsten Sommer so hat Stifter WMkie verkündet, - kann es zu spät fern • @5 kommt nur darauf an, ob nach den /an^n Ver- fcumniffen in der Vergangenheit eine wirtlich g eich 8-schaltete Anstrengung im geeignetsten Augenblick unb das heißt bald — praftifd) mogüA ift
Interessant ist auch in dem Zusammenhang dir immer wieder beabsichtigten und gestörten zwer fm Front - da- Bild, da- der „®conom ft von hin Zuständen in der Sowietunwn mbt. und das n. angesichts der unaeheuren Scrlufte bcrru„ itis an Menschen, Boden und R°Molt0uell-n tittlid; — so matt: „Die gesamte Ford e r u n g d-r Sowset - an Kokle betragt leM™®"* nith t mehr als ein Viertel der Vroduktwn Sr°tzdcutschlands. Müdigkeit und Erschöpfung m- Itlge schmieriger Ernäkrungsverbattnlss-, schwerer Mehrarbeit und der unglaublichen Anspannung, u Inder das russisch- Volk lewen Kampf allein kamp Im mutz, drucken der Arbeitsleistung und der Pro hitfion unvermeidlicherweife ihre 6 jte
lis Seit ist nicht aus Rußlands Seite °id wenn Rußland abgeschnitten und peschwach s. I« wird der Weg der Alliierten zum S,eg tatsächlich knq." E- ist wohl das erstemal daß em britisch r-°tt di- „Seit" nicht als Verbund ten der^AM inten betrachtet. Zum Schluß _ 6er
aid) dieses ist für uns red)t- aufschlußreich
(PK.) ,^)alb vier Uhr! Wach werden! Es ist so weit!" Ich räkle mich vom Sttohsack hoch und sehe im Halbdunkel der kleinen Russenstube den U. d. D. in der Tür stehen. „Na, gut geschlafen?" fragt er. — „Himmlisch", sage ich und täusche ein verschlafenes Gähnen vor, um ihn nicht wissen zu lassen, daß ich schon seit Mitternacht keinen rechten Schlaf mchr finden konnte vor den vielen fragenden Gedanken, die den Morgen suchten, den Morgen des ersten Feindfluges. Die drei anderen Kameraden der Besatzung, der ich zugeteilt worden bin, haben schnell den tiefen, ruhigen Schlaf der Nacht abgeschüttelt. Eilig waschen wir uns, tun in aller Eile ein paar Bissen ins Brot, ein paar Züge an der Zigarette und Zehen dann in Elle zum Antreteplatz der Staffel. Aus dem Osten steigt mildes, rosiges Licht und läßt die dunklen Schatten nach Westen wandern. Bläßlich weiß ducken sich die kleinen, unebenen Russenhäuser im rastenden Dämmer der nur langsam weichenden Nacht. Die Luft weht noch kühl.
Wir kommen an der Feldküche vorbei und füllen die Flaschen voll heißen Kaffees. Dann gehen wir weiter, vor mir der Beobachter und der Bord- funter — beide sind Feldwebel —, neben mir der kleine schmächtige Bordmechaniker, ein Unteroffizier.
Es ist die Besatzung des Staffelkapitäns, zu der nun auch ich gehöre. Gestern habe ich den Kapitän zum ersten Male gesehen. Er gab mir die
Aber das Problem der Entfaltung ist nur die erst e von den Schwierigkeiten» der Vereinigten Nationen. Das Problem der Konzentration ist nicht weniger wichtig und schwierig. Das Ziel ist, an jedem der zum Angriff gewählten Punkte ein Maximum an Schlagkraft aufzubieten. Leider ist bas Offensivprogramm immer wieder durch die Storungen und Ablenkungen über ben Haufen geworfen worden, die der Feind durchführen tonnte, weil die Achsenmächte durch ihre Angriffs-
Hand, als ich mich bei ihm meldete: „3n einer Stunde verlegt die Staffel. Machen Sie sich fertig, Sie fliegen bei mir." Er wußte, daß ich noch vor dem ersten Feindflug stand, wußte, daß ich noch ein ganz junger, unerfahrener Hase war, der seinen Mut noch nicht erprobt, sein Können noch nicht bewiesen hatte. Aber er fragte mich nicht einmal danach, sagte keine belehrenden Worte, nur: „Sie fliegen bei mir!" Und in feinem Gesicht stand ein Lachen, das froh machte und stolz und tapfer.
Die Staffel war auf dem neuen Feldflugplatz gelandet. In einem russischen Bauernhaus hatte die Besatzung Quartier gefunden und wir hatten eine Abendstunde beeinanüergesessen, gegessen, geraucht und nicht sehr viel gesprochen. Wie soll ich diese Männer beschreiben? Sie sind wie nur die, denen der Krieg das Gesicht gab, wie nur die, welche den Tod und das Leben tragen, Soldaten und Kameraden.
Die Staffel steht angetreten. Der Kapitän hat seine Männer gegrüßt und das gewohnte, herzhafte „Guten Morgen, Herr Hauptmann!" entgegengenommen. Nun gibt er den Einfatzbefehl, spricht knapp und klar. Ich komme nicht los von ihm; auch als wir weggetreten sind und nur die Flugzeugführer und Beobachter einen Halbkreis um ihn bilden, muß ich ihn noch immer anschauen. Es geht so etwas herzhaft Frisches von dem wettergeröteten Antlitz über dem gelben Fliegerhalstuch aus, es ist ein Gesicht, das eine starke, eigene
Der Schiffsraum, die enlscheidende Frage
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Sprache spricht, in welcher ein besonderes Wort befreiend und machtvoll klingt. Immer wenn die blendend weißen Zähne im Lachen aufblitzen ober es aus den schmalen Schlitzen der braunen Augen wetterleuchtet, fühle ich dieses Wort und in ihm das Band, das diesen Mann mit uns allen verknotet: es ist das „Wir", welches das Gesicht des Kapitäns gemeißelt hat, das Wort der Gemeinschaft, der Herzschlag des Volkes.
Ich muß wieder an gestern abend denken, als' die Staffel in Linie angetreten stand und plötzlich wenige Schritte von mir entfernt im ersten Glied ein Mann zusammenklappte. Die Kameraden fingen ihn auf und legten ihn hinter der Einheit ausgestreckt auf den Boden. Vielleicht war er krank oder die Anstrengungen der letzten Tage waren über feine Kräfte gegangen. Gleichviel war es wohl nichts sehr Schlimmes, was ihn betroffen hatte, und der kleine Zwischenfall war ohne sonderliche Bedeutung. Doch noch am Abend und in den wachen Stunden der Nacht war mir immer wieder das Bild des Kapitäns vor Augen getreten, wie er sich über den Bewußtlosen beugte und ihn fragte: ,Was ist los, Fischer, hast du Schmerzen?" und ihm ruhig zu- sprach, als der Soldat zu sich kam und sich vor dem Vorgesetzten erheben wollte: „Nein, bleib' liegen, Fischer, ruh' dich aus." Gewiß, es war kein großes Ereignis, und er machte keine großen Worte. Aber wie er mit dem Kameraden sprach — ich mußte lange darüber sinnen.
„Start!" kommt es durch die Ligenverständigung. Von dröhnenden Motoren gezogen, rollt die Maschine holpernd über das Rollfeld, wird schneller und schneller, stößt und schüttelt uns auf den Sitzen und liegt dann plötzlich ganz ruhig, als sie vom Boden abgehoben hat. Wir haben die Schwere der Exde von uns abgestreift. — Ich blicke durch die Fenster der Bodenwanne. Ganz klein sind die Straßen und Häuser unter uns geworden, immer tiefer lassen wir sie zurück, steigen immer höher. Nun beginnt der lange Anflug auf unser Zielgebiet, die erbittert umtämpfte, zäh verteidigte Stadt an der Wolga — Stalingrad. In endloser Eintönigkeit, grau in Braun gemalt, liegt die russische Weite unter uns, unterbrochen von den hellen. Der« schnörkelten Linien versandeter Flüsse. Es ist ein schweres, fruchtbares Land, doch allzu oft werden die bräunlichen Felder, auf denen die Strohhausten wie gelbe, ausgerichtete Punkte stehen, von großen Flächen schwärzlichen, sumpfigen Oedkandes unterbrochen oder von gelbbraunen Sandhalden, in die der Krieg seine dunklen Granattrichter und Schützen- löcher gewühlt hat. Diel Schweiß und viel Blut frohen diese Fluren getrunken, und jede der langen, vielverästetten Schluchten, in denen im Frühling das wintermüde Land sein Schmelzwasfer in die Flüsse ergießt, fit ein Malstein heißer Kämpfe und nicht zu brechenden deutschen Willens. In ihrer Vielzahl bilden diese Schluchten ein Hauptmerkmal des Landes. In ihnen glaubte der russische Armlst
Vrühlsche Univerfttätrbruckerei 8. tauge General-Anzeiger für Oberheffen ^rießr^Schilftraß« 7-9
Die Zeitschrift aeftefrt unumwunden ein, daß die durch den Unterfeeboottrieg freroorgerufene Tonnagenot jede wirksame Operation gegen Europa unmöglich macht. Das Blatt schreibt: Das Problem besteht darin, in Europa ?lnzubrechen. Es lassen sich drei Schlüssel zu seiner Lösung erkennen: Da ist der gewaltige Plan, eine starke alliierte Wehrmacht gegen die Westfront zu werfen; da ist bas Programm einer immer stärker werdenden Bombardierung von britischen Flugplätzen aus; und da sind die Maßnahmen, den Mittleren Osten zu halten,
stellung des Reichsaußenministers in feiner letzten Rede, daß England feine Reserven an Arbeitskräften erschöpft hat und heute Zuflucht nehmen muß zu einer Nachahmung der „autoritären" Methoden, die es vor noch nicht allzu langer Zeit als fo verabfcheuungswürdig kennzeichnete. Aber auch auf dem Gebiete des Arbeitseinsatzes gilt für England das bittere Wort: „Zu wenig und zu spät!"
Oer Kontinent ohneMenschen.
Schanghai, 16. Okt. (Europapreß.) Daß die Grenzen der australischen Kraftreserven bereits in Sicht sind, wurde dem beratenden Kriegsrat durch einen Sonderausschuß mitgeteilt, der mehrere Monate lang dieses Problem untersucht hat. Man glaubt, daß Australien der erste alliierte Staat sehr wird, der dieses Stadium erreicht. Um die Menschen zu finden, die für die geplante Beschleunigung der Kriegsproduktion unb für die Wehrmacht notwenbig finb, findet eine intensive Auskämmung der gesamten Zivilbetriebe statt. Mit größter Rücksichtslosigkeit sollen die Leute aus jeher Beschäftigung heraus- geholt werben, um sie in eine anbere zu stecken, wo sie notmenbiger finb. Gleichzeitig soll bie Zahl der Arbeitsstunben in her Industrie gesteigert werden. Der Lebensmitteloerbrauch soll durch Rationierung herabgesetzt werben, um Menschenkraft zu sparen, bamit bie Lieferungen an die Alliierten aufrechterhatten werden können. Im ganzen Lande sollen bie Frauen zwangsweise einberufen werben, wenn bie Vorbereitungen für ihre Einstellung vollenbet finb. Der Anbau von Weizen, Früchten unb Gerste soll beschränkt werben, um die Ueberroeifung von Arbeitskräften in wichtigere Industrien zu ermöglichen.
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Australische Truppen werden künftig nicht mehr bei Landungsunternehmen britischer Kommandos auf feindlichem Boden verwendet werden, versicherte der australische Premierminister Curtin in einem Rundsunkoortrag dem australischen Volke. Seine Regierung werde dies nicht mehr zulassen, offensichtlich hat das traurige Beispiel von Dieppe, bei dem gerade Australien unb Kanaba bie stärksten Verluste hatten, sowohl auf bie australische Regierung als auch auf bas australische Volk einen stark beprimie- renben Eindruck gemacht.
Uhr.______
Stellvertreter w ch für Polittl m) Mots Sjöttot; mft Äuwlchem. ei «.Lange».-, fetter: Hans
Uoch jedesmal, wenn eine Sondermeldung über i Zersprengung und Vernichtung feindlicher Ge- izüge in die Welt hinausging, haben die verant- urfi —''MN-^rtlichen Sprecher der Alliierten — „beruhigen- ’p toAlP Sirup auf die hochgehenden Wogen der Be- * I urJIlorgnis ausgießend", wie der britische Militärschriststeller Lidell Hart es unlängst nannte — von einer nun bestimmt eintretenden „Wende" gesprochen, von den „Ueberschüfsen und Vorsprüngen" ihrer Schiffswerften geredet, und von gigantischen Neubauprogrammen erzählt, die jeden Ausfall mehr denn je wett machen würden. Um so mehr nimmt es uns nun Wunder, daß ein Blatt wie der „E c o - nomist" die Anwesenheit Wendell Willkies in Sowjetrußland unb seine Darlegung der sowjetischen Verhältnisse zum Anlaß nimmt, die brennend- stm Probleme der Alliierten recht ungeschminkt und überraschend offenherzig klarzuftellen.
mutt iur M nmnte, wen Die ncyienmacyie ouag
MeinSäim Politik dieInitiativeansichgerissen hat- ung eingeleitt ten und beibehalten konnten. Norwegen, Griechenland, Kreta, Pearl Harbour, die Pazifikinfeln, Singapur, Indien und Burma — die Geschichte der verzettelten Kräfte und Niederlagen ist bekannt
General W'a v e l l selbst erkennt zwar an, daß es bas erste Ziel sein muß, Hitler zu schlagen, betont aber auch die Notwendigkeit, Burma wiederzuer- obern, Tschungking zu helfen unb bie Japaner ins fert zu treffen. Er hat auch bie Bedeutung der Mittelmeerfront unterstrichen, wo Rommels Vor- inarsch gegen Aegypten ein schwerer Rückschlag war. Jas enge Meer ist rings mit deutschen Luftstutzpunk- tm besetzt; die Seemacht der Alliierten ist durch Die geringe Ausdehnung ihrer Landflanken stark beem- härf)tigt. Rommel steht immer noch viel zu nahe am
verwenden, daß bie Festung der Nazimacht be= MDtmgen wirb, ehe bie deutschen Heere unb Luftflotten von dem Kampf im Osten frei gemacht werden, um in großer Stärke Widerstand zu leisten. 5n diesem Prozeß her Vorbereitung hat es Verzierungen, Rückschläge und Enttäuschungen ge- pen. Wie General WaveU vor einigen Tagen Murnalisten erklärt hat, sind die Schiffs Verluste ernst genug aewesen, um „die Kriegführung «i behindern und den Sieg zu verzögern". Die Entfernungen, über die Materialien, Mannschaften unb Lieferungen an ihre Bestimmung entlang den drei Seiten "des europäischen Dreiecks befördert werden müssen, sind sehr groß. Die Staatsmänner der Alliierten und der Achse sind sich darüber einig, dch der Schiffsraum die entscheidende Krage ist. Ribbentrop hat das Problem unlös- r genannt. Eden und Noel Baker haben auf bie große Bedeutung des letzten Geleitzuges nach btm Norden der Sowjetunion hin gewiesen, her den Husschlag an der Ostfront geben sollte. Der Flie- »rschutz für Geleitzüge ist jetzt „Priorität Nr. 1". per Krieg wird durch Geleitzüge gewonnen werden.
7J0.l^;1f, U. Sowohl her Pazifik als auch das Mittelmeer 8-9 W $ |,l6en Don den anderen Fronten große Mengen von 9-101101^ ^uq3eugen a^r Art. von Kriegs- und Transport- yUrfe! Wen und von militärischer Ausrüstung abgezogen.
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