& kl Cr J8« lös io. eist nt.
so- ben Tb. Ab inb Ad der >rb. hm
ehr. itlev !om.
als 1932 jahr aten
>rzieher. die in Wissenschaft und Kunst als schöpfe» ilsche Menschen in allen deutschen Stammesgebie» en schaffen. Die Zusammenstellung nennt drei Träger des Adlerschildes: Sohnrey. Lenard und Stehr, 11 Träger der Goethe-Medaille, ferner Inhaber des „Preises der NSDAP, für Kunst und Wissenschaften", der „Silbernen Leibniz-Medaille der ?1kademie der Wissenschaften", der „Ackermann-Me- tiaifle", des ,^)esterreichischen Staatspreises für Literatur", des „Oesterreichischen Verdienstkreuzes für Sunft und Wissenschaft" und des „Sächsischen Staatspreises für Volkstumsarbeit". Vier Erzieher ind (aber waren) Mitglieder der Deutschen Aka- *ietrtte der Dichtung: Claudius, Griese, Schäfer und Stehr.
„Gefährtin meines Sommers."
In diesen Tagen ging der Film „Gefährtin meines Sommers" unter der Regie von Dr. Fritz Peer Buch in die Holland-Ateliers der Berlin-Film n Amsterdam und den Haag. Das Drehbuch schrieb Lhea von Harbou nach dem gleichnamigen Ronan von Claus Erich Börner. In Hauptrollen pielen: Anna Dammann, Paul Hartmann, Wolfgang Lukfchy, Gustav Knuth und Viktoria von Bal- asko.
Dr. Fritz Michel 65 Jahre alt.
Der Chefarzt des Krankenhauses St. Martin in Koblenz, Dr. Fritz Michel, vollendet am 17. Sep- entber sein 65. Lebensjahr. Er hat feine Freizeit I4tf die Erforschung der heimischen Kunstdenkmäler und die Geschichte der Stadt Koblenz, wie der Nach- 'arstädte und des Gebietes um die Mündung der Ötofel und Lahn verwandt und dabei so frucht- ringend gearbeitet, daß ihn die philosophische fofmtät der Universität Bonn für seine Verdienste 941 zum Dr. h. c. ernannte. Michel wurde in Nie- srlahnstein geboren. Er promovierte 1901 in Tü- tngen. Seit 1905 wirkte er in Koblenz, Er ist Ehrenmitglied der Westdeutschen Gesellschaft für iamilienkunde.
Dr.
nett
nbigen en im ßt, die des zu iotage* an den er rne«
ereits • Rit» !, bw einen i Lengen ei für wuch. irber gegen Schuh echter, il wate, ein ersten, ebt in
In der westfälischen Gemeinde Südmerzen bauten d) spielende Kinder in einem Tannengehölz eine ohle. Ein in der Nähe liegender Draht sollte dazu 'mutzt werden, über das Versteck gespannt und mit Kträuchern zur Tarnung bedeckt zu werden. Dabei darf einer der Knaben den Draht so hoch, daß er -ne vorüberführende Starkstromleitung beehrte. Da der Knabe das eine Ende des Drahtes och in der Hand hielt, wurde er von dem über- agenen Strom getroffen. Der durch die übrigen inber herbeigerufene Vater des Jungen versuchte, inen Sohn zu befreien, erlitt aber selbst einen Schlag durch den Strom. Vater und Sohn wurden arch den Strom getötet, ein anderer Knabe
. 'litt leichtere Brandwunden.
'■! 18. ■
Anna vernahm die hastigen Schritte ihres Man- ms erst in der Diele, bann auf her Treppe. Es gab ihr einen feinen Stich. Was würbe nun kommen? das Cnbe? Die Angst vor ber brohenben Ausein- arederfetzung schnürte ihr fast ben Atem ab. Sicher jette Martin von Fenber alles erfahren.
Anna lag bleich, schmal und mit einem kleinen ^ibenszug um den Mund in ben Kissen und wagte sich nicht zu rühren. Nicht nur wegen ber Angst, sondern auch wegen ihres malträtierten Rückens, ber jede Bewegung zur Qual machte. Sie starrte in bc-s Dunkel und wünschte inständig, es möchte abes schon vorüber fein. Durch einen Spalt des scdenen Vorhangs (jtferte ein Streifen Helligkeit, üirl zu wenig, um dem Schlafzimmer seine lastende, nedjtige Schwere zu nehmen. Sie lauschte den vertrauten Schritten wie einem näherkommenden Un-
Westerwald) verbrühte sich das zweijährige Söhn- tjen ber Familie Zeitz so schwer mit heißem Wasser, tah es nach brei Tagen [einen Brandwunden im 1 rankenhaus erlag. — In ber Westerwalbgemeinde Horressen fiel ber Lanbwirt Marx von einem -mit I Krümmet beladenen Wagen und erlitt innere Verätzungen, die seinen Tob herbeiführten.
Der gefährliche Draht.
- im '
immen« chsbun- -W j durch,, eröffnet
In Wiesbaben würbe ein fünfjähriger Junge on einem Auto erfaßt und zur Seite geschleudert. )as Kind erlitt einen Schäbelbruch, an dessen Folgen 3 starb. — In Heppenheim kam bas dreijährige Töchterchen eines Landwirts beim Spielen auf ter Straße unter die Rädel eines Lastzuges und ourbc tödlich verletzt. — In Traben-Trarbach ette ein Schneidermeister vergessen, sein elekttisches Bügeleisen auszuschalten, wodurch zur Nachtzeit der 5chneidertisch, verschiedene Mäntel, Anzüge und Ein- irchtungsgegenstände in Brand gerieten. Der Band mürbe von einer Streife bald nach seiner Entstehung temerkt, so baß ein größeres Arzsbreiten ber Flarn- rien verhindert werden konnte. — In Hartenfels
Dr. Brüggers Patientin
Roman von Walter Klopffer
(Schluß.)
„So wollen wir auch wieder net sagen", schränkte fjingerl ein. „Sie sind auch net uneben, Herr Dok- iti. Aber Glück darf einer schon haben bei der fjßiraterei, sonst saust er richtig rein."
Zwei Minuten später hielt der Wagen vor der Ma. Brügger schloß die Haustür auf, schleuderte (tenen Mantel auf einen der Stühle und stürmte de Treppe hoch.
Professor Weißenfels 85 Jahre alt.
Der cm. Göttinger Literarhistoriker Professor Richard Weißenfels vollendet am 17. September fein 5. Lebensjahr. Professor Weißenfels, der in Magdeburg geboren wurde, habilitierte sich 1887 in Frei- mrg, wurde dort 1894 ao. Professor und kam 1906 :ls ao. Professor nach Göttingen, wo er 1920 Or- iinarius wurde, 1925 trat er in den Ruhestand. Er aab Schillers „Erzcchlungen" und „Don Carlos" in Der Cottafchen Säkularausgabe heraus, ferner Schillers Gedichte in ber Pantheonausgabe. Außerdem find zu nennen seine Werke „Goethe in Sturm und Drang", „Der junge Goethe" und Deutsche Kriegslieder und vaterländische Dichtungen .
Aus aller Wett.
Schwere Folgen von Unachtsamkeit.
’ „Deut' »eutfcher durch
ten, Die uirnann, , Schar
öaggerl. 1 rjenigen
and auf Sie kam te etwas nes her' die Le« Apparat mich D°, t einmal da ras» Vaschwe er Lok»' teil einer ann W versuch^ vermim itir 9eüe sondern
Die wen" er hinter das W aewlf'ee ftolptw. elfte Wj ) der 3^ - fb.
'S'
Iflte». 6‘ mit fei &
■- Leber"
heil. Nun war es da.
• Die Tür ging auf, und Brügger blieb auf der , Schwelle stehen. Sein Atem flog. Puch das schien V bedrohlich.
.Mach, bitte, Licht", murmelte sie ergeben.
Tin schwaches Knacken, und es wurde hell. Anna drehte ben Kopf unb gewahrte einen Mann, ber »och allem, nur nicht nach Zorn, nach Gekränktsein aber Kälte aussah. Sie begriff bas nicht. Sie mußte »lützlich schlucken. Brügger kam auf ben Zehen- sptzen näher und flüsterte zärtlich ihren Namen, k: war übernächtig, unrasiert und alles in allem tir., bißchen verwildert. Nun stand er mit hängende-! Schultern vor ihrem Bett. Da er sich denken fnjnte, daß jede Erschütterung ihr Schmerz ver-
Aus der Stadt Gießen.
Rudolf von Jhering, ein großer Gießener Gelehrter.
Zu seinem 50. Todestage am 17. September.
Rudolf von Jhering, Professor des römischen Rechts und der einflußreichste deutsche Jurist ber zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, stammte aus einer der ältesten und angesehensten Familien Nordwesttreutschlands, in ber bas Studium der Rechte Tradition war. So lag es nahe, daß ber am 22. August 1818 in Aurich geborene Student sich einer Laufbahn zuwandte, die fast alle seine unmittelbaren Vorfahren zu ihrem Lebensberuf gewählt hatten. Nach dem Studium in Heidelberg, München unb Göttingen und nachfolgender kürzerer Lehrtätigkeit in Basel, Rostock und Kiel folgte er 1852 einem Ruf an die hessische Ludwigsuniversität in Gießen, das ihm durch seine reizvolle Lage, den Freundeskreis, bet ihn hier umschloß, die Muße, die es ihm für seine wissenschaftlichen Arbeiten gewährte, bald zur zweiten Heimat wurde.
Mehr als in einem anderen Abschnitt seines Lebens hat Jhering gerade während seines Gießener Aufenthaltes in feinen Mußestunden die Musik gepflegt und am Musikleben ber Stadt den regsten Anteil genommen. Oft verbrachte er ganze Sonntagnachmittage am Flügel, um die Sonaten Beethovens, die Werke Schumanns mit großer Freube immer von neuem einzuüben. Dem Klaviertrio gab er vor allem andern musikalischen Zusammenspiel den Vorzug, und, wie später in Wien, so hatte er auch in Gießen fein festes Trio. Lange Zeit hat Jhering den dortigen Konzertverein geleitet, und es begann unter feiner Führung ein neuer Aufschwung in dem Gießener Musikleben. Gießen, damals eine Stadt von kaum 9000 Einwohnern, sah, wovon gelegentlich des Konze«tvereins-Jubiläums in diesem Frühjahr eingehend die Rede war, die glänzendsten Künstler unb Künstlerinnen in feinen Mauern, und Jhering sorgte dafür, daß die Künstler sich wohlfühlten. Die ersten Familien nahmen sie gastfreundlich auf, und sie tarnen alle gern. Der Darbietung des „Messias" folgte 1859 die musterhafte Aufführung der „Matthäus-Passion" in ber dichtgefüllten Stadtkirche. Auch der Bildung eines guten Stadtorchesters hat Jhering die Wege geebnet, so daß für die Orchesterleistungen ein tüchtiger Stamm vorhanden war und die Aufführung der Symphonien von Mozart, Beethoven und Haydn stattfinden konnte.
Schon in feiner Gießener Zeit bewegte Jhering die Idee des „Kampfes ums Recht". Er wohnte in einem Haufe ber Liebigsiraße, gegenüber dem alten Laboratorium, unb hatte, wie das fo kommt, mit feinem Hausherrn verschiedene, aus dem Mietver- hältnis sich ergebende Zwistigkeiten. Im Geiste feiner Anschauungen brachte er die Sache vor das zuständige Gericht; doch hatte ber große Gelehrte das Mißgeschick, alle feine Prozesse — es waren deren drei — zu verlieren. Wie Jherings „Kampf ums Recht, das in neunzehn U eb ersetzen gen erschienen ist, so hat -namentlich eine Schrift über das Trinkgeld auch in ßaientreifen weiten Eingang gefunden. Das Haupt- unb Lebenswerk Jherings ist ber „(S e ä ft des römischen Recht s", bas zu ben bebeutenbften Arbeiten neuerer Zeit auf diesem Gebiete gehört und ins Französische, Russische unb Italienische übertragen worden ist. Aus seinen sonstigen Schriften sind noch die „Zivilrechtsfälle" „Die Jurisprudenz des täglichen Lebens" unb „Heber den Grund des Besitzschutzes" hervorzuheben.
Von Gießen war Jhering im Jahre 1866 nach Wien gegangen, unb auch die Jahre, die er dort verbrachte, waren für ihn besonders anregend unb genußreich. Von Wien folgte Jhering, . bem Kaiser Franz Joseph gleichsam als Abschiedsgruß den erblichen Abelsstand verliehen hatte, einem Rufe nach Göttingen, wo er den letzten Abschnitt feines Lebens verbrachte. Bis in fein hohes Alter hinein hat sich Jhering eine hohe geistige Frische bewahrt;' er hatte die 70 bereits überschritten, als der Vielseitige noch Sanskrit unb arische Kultur zu studieren begann. Er hatte, wie er selber erzählt, bas unabweisbare Bebürfnis, nachhem er bas Recht des alten Rom bis in feine Anfänge verfolgt hatte, es auch noch darüber hinaus zu erforschen, und so gelangte er in den Kulturkreis ber alten Arier. C. K.
Verdunkelungszeit
16.September von 20.36 bis 6.28 Uhr..
ursachte, da er sich nicht auf den Bettrand fetzen durfte und fein Stuhl in greifbarer Nähe war, ließ er sich auf das eine Knie nieder unb war nun in ihrer Höhe. Seine Linke schob sich sacht unter Annas Haar, bie Rechte umspannte ihre Finger.
„Hast du große Schmerzen?" fragte er demütig.
Sie schüttelte langsam ben Kopf. Sie konnte bas Wunder noch nicht fassen, baß alles so ganz anders kam, als sie (js sich seit brei Tagen ausmalte.
„Leute haben mir unterwegs alles erzählt. Von bem Brand unb von dir. Warum hast bu mich nicht verständigt?" forschte er mit leisem. Vorwurf.
Sie zuckte die Achseln und schwieg. Sie hatte ein Schluchzen in ber Kehle, aber sie hielt es tapfer zurück.
„Man hat mir berichtet, daß du dich wundervoll benommen hast. Ich verdanke dir bas Haus da brüben. Und der Glasl verdankt dir fein Leben. Warum sprichst hu nicht, Anna?"
„Wgs ist da viel zu sagen? Ich habe nur getan, was jede andere an meiner Stelle auch getan hätte. Das Hauptverdienst gebührt den Pimpfen. Du mußt ihnen eine Freude machen, wenn du wieder nach München kommst."
„Selbstverständlich, Anna. Wir werden uns erkenntlich zeigen. Vielleicht eine Einladung oder eine Spende in ihre Reisekasse. Aber wir wollen bei dir bleiben. Ist viel passiert? Ich hatte den ganzen Tag solche Angst. Was meint denn der Sanitätsrat?"
„Er hat eine Röntgenaufnahme gemacht. Gebrochen ist nichts. Nur'die Prellung macht mir zu schaffen. Und die Brandwunde auf der Schulter wirb eine große Narbe geben. 'Glaubst du, daß man das sehr sieht? Wenn ich ausgeschnitten gehe oder beim Baden?"
„Und wenn! Ich werde bann wenigstens immer daran erinnert, was für eine tapfere Frau ich habe. Aber es wird schon nicht so arg werden. Nötigenfalls muß man einen kleinen kosmetischen Eingriff machen", beruhigte er sie lächelnd.
„Gut, daß ich deine alte Windjacke anhatte. Die ist leider restlos erledigt."
„Macht nichts. Die Hauptsache ist, daß ich dich noch habe."
„Ja?" fragte sie zaghaft unb sah ihn an.
„Ach, Anna, — ich bin heute so - glücklich wie noch nie." Er küßte ihre Finger, zart und voll
Eherner Wehrwitte -er Nation.
Oie Wehrkampstage 1942 der SA.
„Dieser Krieg hat auch den letzten deutschen Menschen erfaßt und läßt ihn nicht mehr los, da es sich wahrhaft um die allerletzte und endgültige Entscheidung über unser völkisches Schicksal in ber Welt han- belt." Diese Worte schrieb Josef Magnus Wehner in einer Betrachtung, an deren Spitze er die Forderung stellte: „Kämpfen, opfern, arbeiten!" Die soldatische Ausrichtung ber gesamten Nation, dieser zähe, unbeirrbare Wille zum Sieg ist nicht zuletzt das Ergebnis des kämpferischen Einsatzes ber SA. Die Geschichte der SA. ist ein immerwährendes Bekenntnis zur Wehrbereitschaft und Wehrkraft, ein Bekenntnis, das immer wieder durch Tat unb Beisvjel erhärtet worben ist. Aus ihrer solbatischen und politischen Tradition wurde die SA. Trägerin ber geistigen Wehrbereitschaft bcs Volkes.
Der Führer hat diese Aufgabe einmal mit den Worten gekennzeichnet: „Heeresinstitutionen selbst von bestem militärischen Wert werden in Zukunft nutzlos sein, wenn nicht die dqhinterstehenden Völker soldatisch denken und damit zu einem ebensolchen Handeln und ebensolchen Opfern entschlossen sind. Damit ist die-Aufgabe des wirklich verantwortungsvollen Politikers unb Staatsmannes nicht mehr bie, eine mehr ober weniger gut breffierte Truppe aufzuftellen, sondern ein ganzes Volk in ben geistigen Zustand einer unbedingten Wehrwilligkeit unb Wehrbereitschaft zu versetzen."
Die weitaus meisten Anaehörigen der SA. stehen am Feind und beweisen ihre kämpferische Haltung auf dem Schlachtfeld. Um so mehr sind die wenigen in der Heimat verbliebenen SA.-Männer älterer Jahrgänge bemüht, in der knappen Freizeit ihrem soldatisch-politischen Ideal zu dienen. In mühseliger Kleinarbeit hat die SA. in ben abgelaufenen drei Kriegsjahren viele hunderttausend Männer außer- militärisch auf den Waffendienst vorbereitet. Diese Arbeit vollzog sich in ber Stille. Wenn sie nun in den Septembertagen 1942, an der Schwelle des vierten Kriegsjahres, mit den W e h r k a m p f t a g e n an die Oeffentlichkeit tritt, dann soll damit aller Welt funbgetan werben, baß bie Wehrbereitschaft unb Wehrkraft des deutschen Volkes durch brei Kriegsjahre nicht geminbert worben ist.
Die Wehrkämpfe, bie in mehr als 300 Standarten unter Beteiligung ber Betriebssportgemeinschaften von KbF. und von Gemeinschaften des NS.-Reichs- bunbes für Leibesübungen abgewickelt werben, entsprechen in Anlage unb Durchführung bem Ernstfall des bewaffneten Einsatzes. Beim Wehrkampf 1 „75-m-Sturmlauf" ist der Start aus dem Liegen zu vergleichen mit dem Vorbrechen aus der Deckung. Der Schnellauf über 75 m mit Ueberwin- bung je eines Balken- und Kriechhindernisses kommt dem Sturm der Truppe gleich. Das erneute Hin- legen unb ber Handgranaten-Zielwurf dem Kampfe auf nächste Entfernung kurz vor bem Einbruch in die feindliche Stellung. Nur geschlossener Einsatz verbürgt ben Erfolg; deshalb Mannschaftskampf!
Der Wehrkampf 2 „Tauziehen" erfordert raschen und unvermittelten kräftigen Einsatz. Wie oft
ist im Ernstfälle von entscheidender Bedeutung, daß zehn oder zwanzig Männer entschlossen und hart zupacken, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Diejenige Mannschaft ist Sieger, die den Gegner in 45 Sekunden mit ber Seilmitte über bie Zweimetergrenze zieht ober bei Abpfiff bie Mittelmarkierung des Taues auf ihrer Seite hat.
Im Wehrkampf 3 „M a n n s ch a f t s - F ü n f - lamp f" finb alle wichtigen Erforbemisfe des fol- batischen Einsatzes enthalten. Ein Führer und sieben Männer bilden eine Gemeinschaft. Im KK.-Schießen liegend freihändig stehen jedem Mann einschließlich Probeschießen zwei Minuten zur Verfügung. Beim Weitspringen über einen Graben liegt das Wesentliche nicht daran, daß der Mann 3 m springt, sondern daß er die Scheu vor natürlichen und plötzlich auftretenden Hindernissen augenblicklich überwindet. Beim 200-m-Hindernislauf müssen Balken-, Wand- und Holzstöße bezwungen werden. Der Handgranatenweitwurf mit Anlauf erfordert einen guten Durchschnitt. Jeder Mann hat zwei Würfe. Die 8X75-m-Träger-Penbel-Staffel mit zwei Patronenkästen stellt besonders hohe Anforderungen. Der Mann ist nicht nur durch den Dienstanzug, sondern auch durch die Belastung ber Hände behindert.
Im Wehrkampf 4 „Deutscher Wehrmann- s ch a f t s kv m p f", in bem sieben Männer eine Gemeinschaft bilden, finb brei Hebungen im Gelände abzuleisten. Der 20-lcni-Marsch verlangt Ausdauer, Zähigkeit und kameradschaftliche Haltung, während die zwei Orientierungsaufgaben vom Führer der Mannschaft geistige Beweglichkeit erwarten. Ein eingelegtes KK.-Schießen soll die ständige Gefechtsbereitschaft unter Beweis stellen. Die Wehrkampf» bahn muß 5 Minuten nach Ankunft am Ziel des Geländemarsches überwunden werden. Ausdauer, Orientierungssinn, Zielsicherheit, Schnelligkeit unb Härte gegen sich selbst bilden die Voraussetzung für das Bestehen dieses Kampfes.
Der Wehrkampf 5 „M annfdjafts-StÄ.» Schießen und Handgranatenziel- unb = weitwurf" vereinigt vier Männer zu einer Mannschaft. Jeder Mann schießt fünf Schuß liegenb freihändig auf 50 m Entfernung. Der Handgranaten- zielwurf erfolgt auf 30 m Entfernung. Im Wehrkampf 6 „lOXHalbrunden - und Hindernis st a f f e l" bilden 10 Männer eine Mannschaft. Von jedem Läufer sind Wand- und Balkenhindernisse zu bezwingen. Nicht die Schnelligkeit allein, sondern bie Gewanbtheit im Angehen unb Nehmen ber Hin- berniffe bringt bie Entscheidung.
Die zu diesen Kämpfen antretenden Männer bekunden mit ihrer Teilnahme den entschlossenen Wehrwillen und bie Einsatzbereitschaft der Nation. Die Erhaltung und Festigung der deutschen Wehr- gemeinfchaft ist eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Beendigung unseres schicksalhaften Ringens.
Obersturmbannführer Spanholz.
. Sprechstunde des Kreisleiters.
Die Sprechstunde bes Kreisleiters finbet am Donnerstag, 17. September 1942, nachmittags von 15 bis 17 Uhr in Gießen, Alicenstraße 10, statt.
Amt für das Landvolk.
Die Sprechstunde des Amtes für bas Landvolk findet am Donnerstag, 17. September 1942, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstr. 10, statt. x
Straßensammlung nur am Samstag und Sonntag.
Die erste Reichs-Straßenfammlungbes Kriegs-W.HW. 1942/43 wird am 19. und 20. September von dem NS.-Reichsbund für Leibesübungen durchgeführt. Es wird besonders darauf hingewiefen, daß nur am Samstag unb Sonntag gesammelt werben barf.
Gebt alte Kupfer- und Nickelmünzen dem WSW.!
Viele unter uns haben es seinerzeit übersehen, die außer Kurs gesetzten Kupfer- und Nickelmünzen vor Ablauf der Einlösungsfrist auszugeben ober gegen kursfähiges Gelb umzu-
Schonung. Plötzlich hob er den Kopf und sagte: „Eigentlich dürfte ich gar nicht so glücklich sein."
„Warum?"
„Denke dir, Boy ist tot! Die Operation kam zu spät. Ich habe ihn nicht mehr retten können. Es waren schreckliche Tage — und Nächte. Es ist niederdrückend, zusehen zu müssen, wie ein junger Mensch,, der am Leben hängt, dahingeht. Er war immerhin mein Stiefsohn, auch wenn wir uns nicht gut verstanden haben. Und mit seinem Sterben hat er vieles gebüßt, — was ist dir, Liebling? Deine Lippen finb plötzlich fo weiß. Ist bir nicht gut?"
„Laß nur, cs geht schon vorüber", flüsterte sie mit maskenhaftem Gesicht. Er wartete ein Weilchen, dann berichtete er weiter:
„Bevor Boy gestorben ist, hat er mir gebeichtet, daß er es mar, der den Scheck ausgefüllt hat. Jene zweitausend Mark, bu weißt. Er traf zufällig deinen Vetter und bat ihn, das Geld bei ber Bank abzuheben. Franz hat keinerlei Schuld. Ich habe ihm in Gedanken Unrecht getan. Auch dir. Ach, Anna, ich schäme mich, es, zu gestehen. Ich Dummkopf hatte allen Ernstes dich im Verdacht. Ich nahm an, du hättest das Formular ausgeschrieben, weil bu Gelb brauchtest. Kannst bu mir verzeihen? Nie' wieher will ich an dir zweifeln!"
Sie strich über seine kratzige Wange und schwieg. Sie konnte jetzt nicht sprechen. Sie mußte erst all dieses Neue verarbeiten.
„Du wirst mich milder beurteilen, Annerl, wenn du die Zusammenhänge kennst. Ein paar widrige Umstände fielen zusammen und liehen meinen Verdacht gerechtfertigt erscheinen. Heute sehe ich ein, daß ich ein Narr war. Was hast du in jener Nacht vor acht Tagen eigentlich in meinem Sprechzimmer gewollt?"
Anna schrak cmpoi< „Was ich gewollt habe? Schlaftabletten suchte ich. Ich konnte nicht ein- schlafen. Die Purgstaller hat sie mir bann gegeben."
„Damit wäre auch dieses geklärt. Die Person sagte nämlich zu mir, sie habe dich mit dem Scheckbuch in der Hand betroffen. Boy gab zu, er habe es bei seiner Flucht aus dem Fenster in ber Eile liegen lassen. Unb bu bist nach ihm gekommen unb hast es weggeräumt, nicht wahr? Jetzt ist mir alles klar. Kannst bu mir vergeben, Anna?"
„Ich habe dir nichts zu vergeben, Martin. Was hat dein Stiefsohn sonst noch gesagt?"
tauschen. In allen möglichen Behältern, Schubladen und sogar in Geldbörsen sind immer noch derartige Münzen zu finden. Der einzelne kann damit nichts anfangen; in der Masse gewinnen diese Münzen aber an Bedeutung und können nützlicheren Zwecken zugeführt werden. Das Kriegs-Winter Hilfs- werk 1942/43 gibt Gelegenheit, uns dieser außer Kurs gesetzten Münzen auf bequeme Art zu entledigen, indem wir sie bei ber Reichs-Straßensamml.ung am kommenden Samstag und Sonntag neben unserer üblichen. Spende in bie Sammelbüchsen her ehrenamtlichen Helfer stecken. Wir geben damit diesen für uns wertlosen Münzen eine neue Bestimmung unb stellen sie in ben Dienst jener Kraft, bie uns den Endsieg sichert.
Mit lleberlegung.
NSG. Wieviel ^leiß, Können, Wissen und Er- fahruna liegen in der Herstellung eines einwandfreien Gußstuckes, wie überhaupt in jedem Arbeitsprodukt! Das Werkstück, woran der einzelne schafft, ist nicht das Produkt einer kalten und unpersönlichen Menschenarbeit, sondern ein durch lieber« kgung entstandenes Arbeitsergebnis.
Viele werden sagen, daß/Arbeitserzeugnisse in der Zeit der Technik und der Maschinen doch nichts mehr vom „Menschen" haben, denn scheinbar ar-»
„Nichts von Belang; Wir haben nicht viel miteinander sprechen können. Er war fast immer bewußtlos, wenn er nicht schlief. Einmal.phantasierte er wirres Zeug von einer Lucia, die ich nicht kenne. Ich glaube, daß er sein verpfuschtes Leben aufrichtig bereut hat. Er ist als ein ganz anberer*gc» ftorben. Er tut mir leib. Einen so järnnkerlichen Tod hat er nicht verdient, mag er auch ein Leichtfuß gewesen sein", schloß Brügger nachdenklich.
Anna atmete erleichtert auf, wie ein Mensch, ber eine schwere Bürde von sich geworfen hat. Wie seltsam und unerwartet hatte sich doch alles gefügt! Kaspar Fender hatte sie auf dem Totenbett entlastet, hatte gebeichtet und doch kein Wort zuviel gesprochen. Nun war sein Mund stumm für immer. Nie mehr würde sein Schatten durch ihr Leben geistern und ihre kleine Welt bedrängen. Niemand außer ihr wußte um jene Sache, bie Martin nicht erfahren sollte. Sie allein hatte es in der Hand, zu sprechen oder zu schweigen. Sollte sie sprechen? Nein! Wozu ohne Not eine neue Wunde schlagen. Auch die Wahrheitsliebe hatte ihre Grenzen. Sie fühlte sich müde, zerschlagen und troftbe» dürftig wie noch nie. Auch in der Schulter war ein feines, heißes Brennen ...
„Du bist so still, Anna?"
„Ich dachte nach, Liebster."
„Ich will nie wieder schlecht zu dir sein, Anna. Nie wieder an dir zweifeln", beteuerte er.
„Ich glaube bir, Martin. Aber bu mußt Gebuld mit mir haben. Es ist ein bißchen viel auf mich eingestürmt in der letzten Zeit. Ich muß erst wieder' ins Geleise kommen. Und denkst du, daß das Schicksal mich jetzt ein wenig in Ruhe läßt?" forschte sie ängstlich.
„Bestimmt, Anna. Es gibt so etwas wie ein Gesetz der Serie."
„Ich wäre nämlich gern glücklich mit bir, Martin, unb da kann ich bas viele Durcheinander nicht brauchen."
„Wir werden glücklich sein, Anna", sagte er zuversichtlich.
„Dann ist es gut. Komm, gib mir einen Kuß."
Er stand auf und beugte sich über sie. Dann schritt er zum Fenster unb zog ben Vorhang auf. Drüben über dem Neubau funkelte ein Stern, heller unb größer als bie anberen. Sein Leuchten war wie eine tröstliche Verheißung.


