weltentrückten Dörfern Anatoliens wird man immer noch erleben, daß die Frauen mit entsetzten Blicken auseinanderstieben, wenn ein Fremder sich in ihre Nähe verirrt. Dennoch wäre es falsch, der Fragestellung nachzugehen: Orient oder Okzident? — Die Republik, die Atatürk begründet hat, bezieht die Eigenart der Rolle, die sie zu versehen hat, aus ihrer geographischen M i t t l e r st e l l u n g zwischen Europa und Asien, und alle Wege zwischen beiden Welten, zu Wasser und zu Lande, kreuzen sich in ihrem Raume. In den Restaurants von Galata und Pera wird man fast so viel Französisch wie Türkisch oder Griechisch sprechen hären. Aber wer sich mit der Eisenbahn nur wenige Stunden vom Bosporus ins Innere Anatoliens begeben hat, dem werden die Unendlichkeit der Steppe, die archaischen Sitten des Landvolkes und die Bescheidenheit der dörflichen Behausung das einzigartige Gefühl vermitteln, daß ein jeder Kilometer ihn ein Stückchen weiter von Europa fortträgt.
Die Zwischenstellung Anatoliens hat sich seinem staatlichen Gefüge und seiner außenpolitischen Methodik unverlöschlich eingeprägt. Ein autoritär gelenktes Gebilde mit demokratisch-westlerischer Ge- bärde: Das ist die Republik des Ghasi, die es auch im dritten Jahre eines weltumspannenden Krieges geschickt verstanden hat, im Schwebezustand zwischen gegnerischen Mächtegruppen zu verharren und ungeachtet aller Sympathien für die eine oder andere Seite des Konfliktes realistisch ihre eigensten Interessen wahrzunehmen. Die geistige Wegrichtung der türkischen Revolution — von einer solchen darf im echten Sinne des Wortes gesprochen werden — wurde im wesentlichen durch den Zeitpunkt ihrer Entstehung bestimmt. Versailles erschien ja seinen Zeitgenossen zum mindesten für einen kurzen Augenblick nicht lediglich als machtpolitischer Triumph des Westens — es galt genau so sehr als endgültiger Sieg der liberalen Weltanschauung, als Durchbruch einer Zivilisation, die durch das ausgehende achtzehnte Jahrhundert mit Frankreich und den Vereinigten Staaten als seinen Bannerträgern vorbereitet worden war.
Die Angelsachsen aber haben ihren zahlreichen Anhängern in Istanbul und Ankara so manche militärische Enttäuschung bereitet und, was noch schwerer ins 'Gewicht fällt, sie haben durch ihr Bündnis mit den Bolschewisten diesen Tür und Tor in Mittelost geöffnet. Die demokratischen Programmreden in Washington und London können kaum das überragende Faktum aus der Welt schaffen, daß der S o w j e t st a a t der nächste Nachbar Anatoliens ist, und daß der russische Drang zum „warmen" Meere, ob zum Golf von Persien öder durch die Dardanellen; nicht erst seit heute oder gestern, sondern seit Jahrhunderten den Frieden der Türkei umwölkt. Insofern hat der türkische Freundschaftsvertrag mit dem Reiche wenigstens zum Teil die Gleichgewichtslage wiederhergestellt, die in dem Augenblicke auf das schwerste erschüttert wurde, als der britische Bündnispartner Ankaras sich dazu hergab, die bolschewistische Notbremse zu ziehen. Nicht an der bulgarischen Grenze oder auf den Inseln der Aegäis, sondern an den Meerengen, an der anatolischen Schwarzmeerküste und vor allem im Osten Anatoliens fühlten sich die Türken durch den Gang des Krieges bedroht — mit einem Worte: durch die Möglichkeiten sowjetischer Erfolge gegen Deutschland oder eines sowjetischen Verzweiflungsschlages in Mittelost bei weiteren Krafteinbußen der Roten Armee im laufenden Jahre.
Der Entschluß des Führers vom 22. Juni 1941 hat die türkische Einstellung zum Kriegsgeschehen, das um alle Grenzen Anatoliens brandet, grundlegend geändert. Damals' erkannte Ankara, daß Deutschland, weit davon entfernt, die Republik der Türken weltpolitisch als Objekt in seinem Spiele eingesetzt zu haben, mit seinem Kampfe gegen den Bolschewismus nicht zuletzt auch der indirekte Beschützer vitalster türkischer Interessen und damit der Meerengen geworden war. Als stärkste aller noch neutralen Mächte fühlte sich die Türkei verpflichtet, von sämtlichen Parteien des Krieges die gleiche Distanz zu halten. Die Gefühle eines Volkes aber unterliegen keiner diplomatischen Kontrolle. Es ist nun einmal Tatsache, daß die soldatische Leistung des Reiches im Osten Europas ein vernehmliches Echo in den Herzen der unverfälschten Bauernrasse Anatoliens findet. Der Kampf Europas gegen den Bolschewismus hat das türkische Volk nicht gleichgültig gelassen, wiewohl die Politik des Landes streng neutral verbleibt und nur den Wunsch kennt, in einer sturmbewegten Welt den Frieden ihrer Grenzen zu erhalten.
einer zweiten Front mißglücken wurde. Auch mlli- tärische Kreise in Washington hielten eine unmittelbare Invasion für unbedingt notwendig. Auch die „New York Times" erklärt, daß man endlich aus militärischer Seite eine sofortige Landung m Erwägung ziehen müsse, obwohl die Seetransporte ein fast unlösbares Problem darstellen würden. ,
In England stellt man sich taub, man will von solchen Abenteuern nichts wissen, wenn auch die Nachrichten aus Moskau von Tag zu -Lag kläglicher werden. Die „Prawda" schreit, das Land sei von ernster, ja von tödlicher Gefahr bedroht und das Blatt der bolschewistischen Armee, der „Rote Stern" stellt fest, die Deutschen marschierten immer weiter gen Osten, es müsse daher etwas getan werden. In einem Leitartikel fordert die „Prawda Die Soldaten auf, zur Rettung der Sowjetunion die Kräfte bis aufs äußerste anzuspannen. „Drohend hängt die Gefahr über dem Vaterland, das euch jetzt zu dem großen Kampf ausruft. Zertrümmert die Kriegsmaschine des Feindes und haltet seinen Vormarsch auf!" Auch in London erfährt man jetzt endlich, wie es tatsächlich mit den Sowjets steht. So erklärte der Kommentator im Londoner Nachrichtendienst Tahoe: Die Bolschewisten haben sich weiterhin in östlicher Richtung zurückgezogen, Gebiet verloren und einen sehr schmalen streifen zum Manövrieren übrig behalten. Im vergangenen Jahr hatten sie mehr Raum zur Bewegung. Die Tiefe des deutschen Vorstoßes ist, wie in London die militärischen Beobachter feststellen, überraschend. In vier Monaten sind die Deutschen auf einer Front von 200 Meilen 100 Meilen ostwärts vorgestoßen. Das ist die gleiche Geschwindigkeit, wie beim Vormarsch im vergangenen Jahr. Auch der UP.-Vertreter der „Ny Tid" in Moskau meldet, daß nun für die ganze Sowjetunion Gefahr im Verzüge ist. Zwar leisteten die bolschewistischen Verteidiger mit ollen Kräften harten Widerstand, aber sie würden noch immer weiter nach Osten gedrängt.
Auch der Jude Höre Belisha, der frühere britische Kriegsminister, sieht düster in die Zukunft. Er erklärte in einer Rede in London, die augenblickliche Lage fei ernster als zu irgendeiner anderen Zeit des gegenwärtigen Krieges. „Was ist es für ein trauriger Kommentar zu unseren verpaßten Gelegenheiten", so sagte er, „wenn wir bedenken, daß wir, während die Russen über den Don zurückgedrängt werden, zu Lande nichts unternehmen, was den Druck an der Ostfront erleichtern könnte. Wenn wir nicht drastisch die Mängel in unserer Organisation und unserem Personal beseitigen, werden solche Fälle weiterbestehen, bis es zu spät ist, ein großes Unglück zu vermeiden!"
Keine Hilfe für die Sowjets
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Im Londoner Nachrichtendienst hat ein Sprecher versichert: „Im Augenblick gewinnen mir die See- chlacht nicht. Wir können nur hoffen, daß wir stand- halten, aber es ist möglich, daß uns nicht einmal dieses zur Zeit gelingt. Die Schiffsoerluste stellen jetzt das größte Problem für die Produktion dar, und Großbritannien muß sich jetzt aus die Schiffahrt konzentriere n." Nun hat England nie etwas anderes getan, als sich „auf seine Schiffahrt konzentriert", denn die Beherrschung der Meere war für England gleichbedeutend damit, Ueberseebesitz rauben und ganze Völker niederhalten zu können, ohne Blutopfer, wie sie die europäischen Völker im Kampfe um ihre Existenz bringen.mußten. Das Neue ist jetzt, daß diese Konzentrierung auf die Schiffahrt Englands nicht mehr genügt, da unsere U-Boote und unsere Luftwaffe gerade die ehemals weltbeherrschende Schiffahrt Englands in die Verteidigungsstellung gebracht haben.
Ziemlich still ist es jetzt mit dem Schrei nach der „zweiten Front" geworden. Wie auf Kommando chweigen jetzt fast alle englischen Blätter über dieses Thema, dessen Widerhaken gerade die englische Presse bei seiner Erörterung genugsam bloßgelegt hatte. Die amerikanischen Zeitungen schreien zwar, die Gefahr für den Bolschewismus sei so groß, daß nur ein gewaltiges Ablenkungsmanöver die totale Offensive Deutschlands abwenden oder zum Halten bringen könnte. „Washington Post" schreibt z. B., wenn die Sowjets jemals eine zweite Front in Europa nötig gehabt hätten, so fei dies mehr denn je jetzt der Fall. Es fei gar nicht mehr möglich, die Gefahr, in der sich der bolschewistische Bundes- aenosse augenblicklich befinde, noch zu übertreiben. Man müsse eingestehen, daß die letzten Ereignisse Timoschenko mit einer totalen Niederlage bedrohten. Man dürfe deshalb nicht davon überrascht ein, wenn die Sowjets ihre Forderung nach der ofortigen Errichtung einer zweiten Landfront in Europa erneuerten und verstärkten. Das Blatt betont jedoch, daß ein solches Unternehmen v o n größten Schwierigkeiten begleitet wäre, andererseits sei aber klar, wenn nichts getan werde, um den ungeheuren auf der Sowjetunion lastenden Druck zu erleichtern, würden sich die Alliierten in kurzer Zeit einer geradezu katastrophalen Lage gegenübersehen.
Der Militärsachverständrge von „New York Herold Tribüne" meint, daß die Sowjets, selbst wenn sie die Absicht hätten, im Südabschnitt ihrer Front eine Verteidigungszone mit Bunkern und Minenfeldern zu errichten, um ihren Rückzug dadurch aufzuhalten, dazu nicht in der Lage wären, da ihnen einfach das Material fehle. „New York Sun" setzt sich für eine Landung in Europa um jeden Preis ein, auch wenn dieses Unternehmen der Errichtung
Das Eichenlaub
an zwei U-Boot-Kommandanten.
DRV. Aus demFührerhauplquartier. 15. Iuli. Der Führer verlieh heule den kapltänleut- nanten Rolf Muehelburg und Adalb. Schnee, beide Kommandanten von Unterseebooten, als 104. und 105. Soldaten das Eichenlaub zum Ritterkreuz und sandte an die Veliehenen nachstehendes Telegramm: „In dankbarer Würdigung Ihres Helden- haften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."
Oer Ritterkreuzträger Major Beh gefallen.
Berlin, 15. Juli. (DNB.) Ritterkreuzträger Major Betz, Bataillonskommandeur in einem Schützenreqiment, starb am 2. Juli 1942 bei den schweren Kämpfen im mittleren Abschnitt der Ostfront den Heldentod. Er war am 6. März 1942 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet, weil er in einer für die gesamte Abwehrfront seines Korps durch einen Einbruch starker bolschewistischer Kräfte entstandenen bedrohlichen Lage in schneidigem Gegenstoß den weit überlegenen Feind zurückgeworfen und dadurch eine gefährliche Lücke geschlossen hatte.
*
Wie das Oberkommando der Wehrmacht ferner mitteilt, starb als vorbiDlicher Soldat Oberleutnant
Philippi aus einer Infanteriedivision den Hel* dentod. Nachdem er am 5. Juli mit seinem Zug neun feindliche Panzer abgeschossen hatte, fiel er gemeinsam mit der Bedienung einer Panzerabwehrkanone am 6. Juli im Feuerkampf mit drei schweren feindlichen Panzern, von denen er noch einen abschoß.
Fünf britische Flugzeuge bei Einflugsversuchen abgeschoffen. Berlin, 15. Juli. <MNB.» Wie das DSffi. mitteilt, flogen Mittwoch mehrfach britische Jagdverbände das Küstengebiet des Kanals an, wo sie von Focke-Wulf-Jägern über der Küste und über See zum Kampf gestellt wurden, wobei zwei britische Jäger vom Muster Spitfire abgeschossen wurden. Der Träger des Eichenlaubes zum Ritterkreuz Hauptmann Priller errang feinen 75. Luftsieg. Ein weiteres Flugzeug wurde an der Kanalküste von deutschen Infanteristen zum Absturz gebracht. Ein einzeln fliegendes britisches Flugzeug wurde vor der norwegischen Küste' bei Drontheim abgeschossen. Ministerpräsident Kailani beim Führer.
DNB. Ausdem Führerhauptquartier, 15. Juli. Der Führer empfing am Mittwoch in Gegenwart. des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den irakischen Ministerprä- sidenten Raschid Ali El Äail-ani, Die Unterredung sand im Geiste der vertrauensvollen Freundschaft statt, die das deutsche Volk gegenüber den arabischen Völkern empfindet.
Mensch und Maschine.
Kulturhistorisches aus dem Reiche der Technik.
Die älteste, technisch verwendete Nutzkraft ist die Kraft der menschlichen Muskeln, namentlich der Arm- und Beinmuskeln. Ursprünglich war jeder Mensch, wenn er etwas fabrizieren wollte, sein eigenes Kraftwerk, das vom Gehirn aus gesteuert wurde. Dann lernte der Mensch es, gewisse Tiere als Kraftspender für seine Zwecke auszunutzen-, er spannte sie ein und trieb sie an. Daher rührt heute noch der technische Ausdruck Antrieb bei Maschinen, obwohl sie nicht mehr mit der Peitsche angetrieben werden. Wohl aber diente bies Ermunterungs- mittel, als der Mensch dazu übergegangen war, sich anderer Menschen Kräfte dienstbar zu machen, zum Antriebe des als Arbeitsmaschine benutzten Sklaven. Man kann in dieser Hinsicht bereits von „Großkraftbetrieben" selbst in frühgeschichtlicher Zeit reden: sehen wir doch auf den jahrtausendalten Bildern — etwa in Assyrien und Aegypten — gewaltige Menschengruppen zusammengespannt, die auf Zug- und Rollvorrichtungen Riesenlasten fort- zogen: diese menschliche Maschinerie wurde von dem Aufseher geleitet und gesteuert, wie heute eine mechanische Maschinerie von dem Kontrollarbeiter.
Hierbei darf Darauf hingewiesen werden, daß auch die ältesten Verkehrsmittel — der rein maschinelle Transport ist ja noch recht neu — außer durch Zugtiere auch durch Menschenkraft geschah. Da brauchen wir nur an die Schiffe zu denken, die im maschinengleichen Takte der Vielruderer erstaunlich schnell angetricbcn wurden, mag es sich nun um die Drachenschiffe der Wikinger, um die Trieren Altgriechenlands oder um die Galeeren des Mittelalters handeln. Ja — selbst der neueste Schiffstyp, das Unterseeboot, begann seine Laufbahn, indem es von Menschenkraft bewegt wurde. So besaß das U-Boot des bayerischen Unteroffiziers und Technikers Wilhelm Bauer, mit dem er 134 Fahrten ausführte, zwei Treträder, dessen Treibtraft von vier Männern ausging, die die Räder im Schwung hielten. Solche Treträder wurden im Altertum schon benutzt: und die Strafgefangenen der meisten Länder Europas mußten Tret-
Maschinen oder Trettrommeln noch in der Neuzeit bedienen, um damit als Kraftmaschinen angeschlossene Nutzwerte zu bedienen. Oft nahm man aber auch Pferde oder Esel dazu, die dann im sogenannten „Göpel" rundumliefen, um durch Uebertragung ihrer in Bewegung umgesetzten Körperkraft ein Werk — etwa einen Schöpfbrunnen, einen Bagger oder einen Lastenheber — in Gang zu bringen. Im Bergwerk wurden die Förderkästen auf Rädern lange Jahrtausende nur von Menschen bedient, die diese Gefährte meist schoben. Später ging man zu Zughunden über, woher noch heute kleine Förderschlitten in der Bergmannssprache „Hunde" heißen: auch Pferde benutzte man unter Tage.
Doch interessiert uns hier die direkt angewandte Menschenkraft: es ist beachtlich, daß auch heute noch nicht gänzlich auf deren maschinelle Auswertung verzichtet werden kann. Man denke an die plötzlich bei einem Brande notwendig werdende „Eimerkette", die heute durch den Luftschutz allgemein bekannt geworden ist, sie diente im Mittelalter als „Hauptmaschinerie" der Wasserheranschaffung bei der Brandbekämpfung. Auch heute ersetzt eine richtig aufgestellte Menschenreihe noch oft das „laufende Band", z. B. beim Beladen und Ausladen eines Schiffes, wo die Güter von Hand zu Hand zwischen Bord und Kai hin- und hergehen.
Nicht allgemein bekannt mag es fein, daß auch das erste Fahrrad, der Vorläufer des heute im Kriege und Frieden unentbehrlichen Motorkraftrades, lediglich durch Menschenkraft angetrieben wurde, und zwar nicht mittelbar, wie ja auch heute noch beim Radfahren der Schwung des Zahnrades, der sich durch die Kette auf die Laufräder überträgt, durch den Radfahrer auf die Tretkurbeln ausge- übt wird, fonbern unmittelbar. Das erste Fahrrad nämlich, eine Erfindung des badischen Forstmeisters von Drais, daher Draisine genannt, enthielt nur Sitzgestell, Lenkstange und Laufräder: fortbewegt wurde die primitive Maschinerie durch Anstoß von der Erde mittels der Fußspitzen, die zu diesem Zwecke mit festen, metallbeschlagenen Kappen geschützt waren. Asiatische Gegenstücke unserer Mietdroschken sind die Rikschas, die von einem Kuli ge- sogen werden. Menschenkraft bediente ja auch die Sänften, die sich selbst in Deutschland bis zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts hielten: verzichtet allerdings hat man auf ein altägyptifches
Verkehrsmittel: ging dort etwa vor 4000 Jahren ein Patrizier zu einer Zecherei, so nahm er zwei Sklaven und eine. Hängematte mit, die für den Heimtransport des fchwergeladenen Herrn vom Gastmahl dienten. Werner Lenz.
Zeitschristen.
— Das jüngste Heft (XIII, 5/6) der Monatsschrift „K unst dem V o l k" (Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) darf als besonders reichhaltig und wohlgelungen bezeichnet und allen Kunstfreunden empföhlen werden. Die hervorragende Reproduktionstech, nik, die wir dieser Zeitschrift schon des öftem nachrühmen konnten, bewährt sich diesmal vor allem in den Bildbeigaben zu den Aufsätzen „Handzeichnungen Rembrandts", „Der Turmbau zu Babel" (ein weniger bekanntes Werk des älteren Brueghel), und „Frans Hals". Ausgiebig und charakteristisch bebildert sind ferner die Beiträge über Seibis Handzeichnungen, über den Sieveringer Schustermaler Michael Neder, über Andreas Patzelt, der mit einer Anzahl sehr anmutiger Frauenbildnisse vertreten ist, über Anton Kürmaier, der als Landschafter an Trübner, in seinen Stilleben an Eh. Schuch erinnert, und über Luigi Kasimir, von dessen farbig radierten Städtebildern ein geradezu malerischer Reiz ausgeht. Die Plastik endlich ist mit einigen Arbeiten von Hans Schwegerle vertreten.
— Das Juli-Heft der Zeitschrift „N e u e s V o l k", Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. (Verlag Berlin SW 68), bringt u. a. einen mit bezeichnenden Abbildungen illustrierten Beitrag „Die unfrauliche Frau" von I. Lohse, in denen die unserem Empfinden fremden Typen des Mannweibes, der Frauenrechtlerin, des Vamps und des Weibchens charakterisiert werden. Dr. Gustav Franke untersucht in der „Kleinen Vererbungslehre" das Problem „Wie vererbt sich die Hautfarbe?" Ein Aufsatz über die Tataren von Dr. Heinz Rübel ist ebenfalls mit instruktiven Bildern ausgeftattet. Einen Beitrag gur Volkstumsgeschichte des Generalgouvernements liefert der Aufsatz „Enkel deutscher Siedler" von Dr. Heinrich Gottong. Von attuellem Interesse ist wie immer die Sparte „Völkische Lebensfragen", in der edeil?0 enPOlitt^e Auskünfte und Gutachten
Bei die
Brief
Bomai
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Einmal stand ein junger Schauspieler vor Werner Krauß und bat um eine Prüfung feiner darstellerischen Anlagen. Mit großem Stimmaufwand wußte er von seiner hohen und verständnisvollen Auf« fassung jeder einzelnen Rolle zu berichten und brach schließlich in die Worte aus:
Ä" sii yeie ebn
3u einem jungen Schauspieler, der vergeblich versuchte, in Lustspielen erfolgreich aufzutreten, sagte Krauß einmal tröstend:
„Nur nicht verzagen, junger Freund! Wenn ich >)hnen einen Rat geben darf: Ich würde es an Ihrer Stelle einmal mit t r a gl f d) e n Rollen versuchen!" Joseph Lang«
Außerdem...
Anekdoten um Werner Krauß.
Dem Berliner Stäatsschauspieler Werner Krauß, im Reiche durch seine Filmrollen („Zwischen Himmel und Erde", „Annelie", „Robert Koch", „Burg- theater") bekannt, wurde eines Tages nach dec Probe von einem Kollegen eine Zigarre angeboten, die nicht gerade von der besten Sorte war. Nachdem Krauß einige Züge genommen hatte, fragte der Spender, wie ihm die Zigarre schmecke.
„Außerdem — zieht jie nicht!" antwortete Krauß nachdenklich.
Kopenhagen, 15. Juli. (Europapreß.) den isländischen Wahlen zum Atting . haben kommunistische Bestrebungen verfolgenden Sozia, listen ihre Mandate von drei auf sechs erhöhen können. Während die Sozialdemokraten einige Sitze einbüßten, ist die Bauernpartei, die vorher mit zwei Mandaten vertreten war, aus dem Atting verschwunden. In dänischen Kreisen erblickt man in' Dem Anwachsen der kommunistischen Stimmen den Einfluß der Besetzung Islands durch britische und nordamerikanische Truppen.
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Das japanische Derwaltungssystem auf den Philippinen.
Tokio-, 15.Juli. (Europapreß.) Das in Japan bestehende System der Einteilung m Nachbar, schaftsblocks wird auch auf den Philippinen eingeführt. Den Nachbarschaftsblocks ist auch die Lebensmittelverteilung übertragen. Nach der Besetzung Manilas begann die japanische Militarver, waltung die Verteilung von Reis und anderen Lebensmitteln an die philippinische Bevölkerung zu organisieren. Jeder Block besteht aus 33 Familien mit durchschnittlich etwa 100 Personen. Bisher sind in Manila etwa 700 000 Personen in Nachbarschaftsblocks zusammengefaßt. Die tägliche Reisration ist auf 300 - Gramm pro Person festgesetzt. Das entspricht ungefähr 90 Prozent der in Japan selbst aus- gegebenen Reisration.
Oie kommunistischen Mandate auf Island verdoppelt.
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Im Deutschen Theater zu Berlin fand die Gene- ralprobe zu dem Schauspiel „Neidhardt von Gnei' senau" von Wolfgang Goetz statt. iw elQ)
Alle Mitwirkenden fanden sich zur festgesetzten unb Qet
Zeit ein. Nur der Hauptdarsteller fehlte. Er hatte ' noch schnell ein Bad genommen und sich dabei verspätet. Endlich stürzte er atemlos auf die Bühne.
„Nanu, wer sind Sie denn?" fragte der dort anwesende, etwas kurzsichtige Autor.
„Ein Feldmarschall, der sich gewaschen hat!" antt wartete Werner Krauß:
Kleine politische Nachrichten.
Der ehemalige USA.-Botschafter in Paris, Bul. litt, der im nordamerikanischen Marineministerium einen Sonderauftrag innehat, traf mit dem Flug- zeug in London ein. Er suchte sogleich den britischen Marineminister Alexander auf, um mit ihm das Tonnageproblem zu besprechen.
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Dr. Roberto Ortiz, der frühere Staatspräsident von Argentinien, ist in Buenos Aires an den Folgen einer Influenza verstorben. Wegen eines schweren Augenleidens hatte er im vergangenen Monat die Präsidentschaft niedergelegt.
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Auf Einladung des Ehess der rumänischen Staatsjugend traf in Bukarest eine Abordnung der Hitler- Jugend ein. Außer Besichtigungen und Fahrten ist die Teilnahme an einem Lager vorgesehen.
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Die vom Einsatz in Lappland zurücktehrendeu Einheiten des Reichsarbeitsdienstes wurden in Dan- zig durch Reichsarbeitsführer Hier! begrüßt. Er sprach ihnen seine besondere Anerkennung aus uni) belohnte die Arbeitsdienstabteilungen durch Ver- leihung eines Fahnenbandes mit der Aufschrift „Lappland 1941/42".
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In Posen wurden 866 Erzieher und Jungmannschaften der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten aus allen Gauen Deutschlands zur Landhilfe im Warthegau durch den Inspekteur der Anstalten, Obergruppenführer Heißmeyer, eingewiesen.
Aus dem Reich.
Gaststättenverpflegung in erster Linie für Berufstätige!
Der PolizeipräsidentvonErsurt weist auf eine „Verlagerung der Mahlzeiten der F a m i« lie in den Gaststätten" hin und erklärt, daß das wohl für den einzelnen eine Erleichterung bedeuten möge, sich aber für die Allgemeinheit schädlich auswirken müsse, weil dadurch an der Lenkung des Lebensmittelverbrauchs gerüttelt werde. Der Minderverbrauch in der Familie— so heißt es in der Erklärung des Polizeipräsidenten — führe zu einem Großverbrauch in Öen ©aftftätten und damit zu einer lieb erfüll ung der Lokale; der Essenoerkehr der Berufstätigen, die auf Gaststättenverpflegung angewiesen feien, werde dadurch erheblich gestört. Es dürfte deshalb, so sagt der Polizeipräsident weiter, die Möglichkeit der Erlangung markenfreier Stammgerichte nicht dazu verlocken, die ganze Familie in die Gaststätte zu führen. Um eine ordnungsmäßige Versorgung jener Berufstätigen zu gewährleisten, die auf Gaststätten Verpflegung angewiesen seien, müsse der Mittagsbesuch aller dec gekennzeichneten „Markensparer" und der Nichtberufstätigen auf die Zeit nach 13.30 Uhr
„Ich lebe mich so in die von mir bargeftettten Personen ein, daß ich es kaum beschreiben kann. Wenn ich auf der Bühne stehe, vergesse ich alles um uq mich her! Ich sehe dann nur mich selbst und meine gM' Rolle, und alle Zuschauer verschwinden!" -u'Opf'*
„Das kann ihnen auch niemand übelnebmenl* dämpfte Krauß hier seinen Redeschwall.
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