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Front und Heimat in der neuen Wochenschau.

_ Die neue Wochenschau wird mit einer Reihe von jöeimaübilbern eingeleitet. Nach einem Dorspann- Film über bie Arbeit der NSV., die in diesem Mo­nat 'aus ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann, erlebt man ein Werkpausenkonzert in einem Jndustriewerk. Das Berliner Philharmonische Or­chester spielt unter Furtwängler dasMeistersingers- Vorspiel. In einem Rüstungswerk werden Panzer­kampfwagen gebaut. Die einzelnen Werkstücke gehen von Hand zu Hand, bis sie zur Endmontage ge­langen.

Das nächste Bild zeigt Reichsmarschall Hermann Göring bei Generalfeldmarschall Milch, der in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag feierte. Im Führerhauptquartier sieht man drei un­serer erfolgreichsten Jagdflieger: Hauptmann P h t - lrpp, der nach 94 Abschüssen das Eichenlaub mit Schwertern erhielt, Hauptmann Ubb en und Ober­leutnant O st e r m a n n , die beide mit dem Eichen­laub ausgezeichnet wurden. Die Szene wechselt hin­über zur Front. Hauptmann Philipp, der inzwischen die Zahl seiner Abschüsse auf 100 erhöhte, startet zu neuem Feindflug.

Am mittler en Frontabschnitt zeigt das Thermometer zeitweilig noch starke Kältegrade. Die eisigen Stürme, die seit Wochen über das ungeschützte, flache Land fegen, haben nur teil­weise nachgelassen. Wieder sieht man eine lange Straße zur Front. Kolonnen marschieren nach vorn im dichten Schneesturm. Die schweren Stra­pazen, die unsere Soldaten hier zu bestehen haben, sind an vielen Stellen der Front die gleichen ge­blieben. In den vorderen Linien wird Artillerie­munition entladen. Bereitstellungen der Sowjets werden unter Feuer genommen. Stoßtrupps grei­fen den Feind an, ehe er sich zum Angriff ent­

wickelt hat. Gerade diese Bilder zeigen die ganze Härte des Jnfanteriekampfes.

Während im mittleren Abschnitt noch Schnee­stürme toben, ist auf der Krim bereits Frühling eingezogen. Auf der Halbinsel Kertsch greifen die Sowjets immer wieder mit stärkeren Kräften an. Aber der deutsche Soldat hält die Front! Feld­webel L i p p o l d und Gefreiter U n f r i e d erhal­ten für ihren heldenhaften Einsatz bei den schweren Abwehrkämpfen auf der Krim aus der Hand ihres Generals das Ritterkreuz.

Bei der Kriegsmarine wird Konteradmi­ral Hoffmann, der Kommandant eines der Schlachtschiffe, die seinerzeit in kühner Operation durch den Kanal stießen, mit dem Ritterkreuz aus­gezeichnet. In einem italienischen Kriegshafen er­halten Offiziere der italienischen Kriegsmarine aus der Hand eines deutschen Admirals das Eiserne Kreuz. Der Herzog von Aosta heftet dem deut­schen U-Boot-Kommandanten Kapitänleutnant Guggenberger, der den britischen Flugzeug­trägerArk Royal" versenkte, die italienische Tapferkeitsmedaille an. Die gleiche Auszeichnung wird Kapitänleutnant Freiherr von Thiesen- Hausen zuteil, der das britische Schlachtschiff Barham" auf den Meeresgrund schickte.

Schwere Einheiten der italienischen Kriegs­marine sichern einen Geleitzug nach Tripolis. Bri­tische Zerstörer greifen an. Ein schweres Artillerie­duell beginnt. Bei stürmischer See erreicht der Ge­leitzug ohne Verluste sein Ziel. In Afrika wird Nachschub für die Panzer-Armee des General­obersten Rommel entladen. Im Raume südlich Derna greifen stärkere Aufklärungskräfte der Bri­ten die deutschen und italienischen Verbände an. Im Feuer unserer Artillerie bricht auch hier der Angriff des Feindes zusammen.

Aus der Giadi Gießen.

Oie Vogeluhi-.

Das große Vogelkonzert hat nach dem Einzug der Sänger in Feld und Wald und Garten feinen An­fang genommen und schwillt mit jedem Tage zu größerer Stärke an. Ihr Gesang kann dem Kundi­gen die Zeit des Tages ansagen, so daß das Auf­treten der verschiedenen Sänger eine Art Vogeluhr ergibt. Es ist freilich eine Uhr, deren Fortschreiten zu verfolgen man sehr früh aufstehen muß, ja eigentlich müßte man die ganze Nachtruhe der Be­obachtung opfern.

Mit dem letzten Dämmerschein, etwa gegen 21 Uhr, hat die Schwarzdrossel mit ihremtuck, 'tack, zizier' tack, tacktack" oder ihrem tiefen und hohlenzrüt, zrüt, däk" angefagt, daß sich alle Singvögel zur wenn auch kurzen Ruhe begeben haben. Schon nach 22 Uhr tritt die erste Sängerin wieder auf, die den größten Ruf unter allen hat, die Nachtigall. Erst läßt sie einzelne langgezogene, pfeifendemit, mit!" ertönen, bann nachdem sie von den in der Nähe wohnenden Nachtigallenmännchen gleiche Antwort erhalten hat, zeigt sie ihre Freude und Zärtlichkeit mehrmals durch tiefetat, tat" an, um endlich zu den allbekannten, herrlichen, schmelzenden Weisen überzugehen. Sie ist lediglich Solosängerin, und es scheint, als ob die anderen in der Nähe sofort auf­hören, wenn eine recht prachtvoll einsetzt, wahr­scheinlich, um respektvoll zurückzutreten und davon zu lernen. Ihre Stimme ist sehr melodisch, hell, rein und dabei erstaunlich stark. Vorzüglich zeichnet sich der Gesang der Nachtigall durch die mannigfaltigen und anmutigen Abwechslungen aus. Bald zieht sie minutenlang eine Strophe einzelner melancholischer Töne hin, die leise anfangen, nach und nach immer stärker werden und sterbend endigen; bald schmettert sie eine Reche scharfer, gerader Töne hastig hin und schließt bann diese und viele andere Stanzen, woraus ihr Lied besteht, mit den einzelnen Tönen eines ansteigenden Akkords. Der Schlag einer guten Nachtigall muß 20 bis 24 verschiedene Haupt­strophen enthalten, die kleinen Veränderungen nicht mitgerechnet, mit Zwischenpausen.

Schnell vergehen die Stunden. Plötzlich erhebt sich ein Schmettern im Walde, der bunte Herold des Sängerchores, der Buchfink, bläst die Reveille. x(9egen 2 Uhr beginnt er mit den Weckrufen und hört nicht eher auf, als bis er alle Sänger aus dem Schlafe ermuntert hat. Um 2 Uhr beginnt auch die fchwarzköpfige Grasmücke ober Mönch ober Mohrenkopf mit ihrem prächtigen Flöten- gefang. Die Stimme eines guten Sängers ist zwar nicht so stark wie bie ber Nachtigall, allein sie ist reiner und flötenartiger, der Gesang inehr anein= anderhängend und stufenförmig. Bald nach 2 Uhr ertönt* überall im Felde der charakteristische Schlag ber Wachtel, bestenPickperick" oberBückwer- wück" auf die verschiedenste Art und Weise ge­beutet wird. In .Norddeutschland heißt er:Bück den Rück! Ehr sei Gott! Bück den Rück!"; in West­deutschland:Fürchte (Sott! . Fürchte Gott!"; in Süddeutschland:. ),Sechs paar Weck! Sechs Paar Weck!" ,

Gegen 3 Uhr erscheint die bewegliche Grasmücke oder ber Heckenfchmetzer auf der Naturbühne, besten wechselvollen Gesang ein Vogelkenner folgen­dermaßen schildert:Bald gleicht bas Lied dem Gemurmel eines Baches, bald dem Rieseln einer

Quelle, dem Säuseln des Windes in den Blättern ber Bäume ober einem unbestimmten, kosenden Geflüster, bald wieder einem lieblichen Geplauder; alle einzelnen Gesangsabsätze folgen in schnellem Wechsel aufeinander und werden mit den wohl­klingenden Flötentönen vermischt und verbunden." Mittlerweile ist bie Amsel roieber erwacht und läßt von 3.30 bis 4 Uhr ihren Flötengesang er­tönen. Um 4 Uhr verläßt bie Sippschaft der Meisen ihre Ruheplätze, bie zu ben lebendigsten und beweglichsten Vögeln gehören. Besonders bie Tannenmeise ist jeden Augenblick in Bewegung, und nie hält sie ihren Schnabel. Wenn bann bie Sonne langsam im Osten emporfteigt, ist bas Konzert der Vögel, auch von denen, bie sich nicht genau nach ber Uhr richten, im Gange. C. K.

Heilkräftige Himmelsschlüssel.

Die Schlüsselblume (Primula officinalis), auch Himmelsschlüssel genannt, liefert in ihren Blüten ein geschätztes Heilmittel, das heute z. T. an die Stelle von ausländischen Drogen getreten ist und zur Behandlung von Erkrankungen der Lustwege, ähnlich wie die Wurzeln, die gerne als auswurf- förbernbes Hustenmittel bei Bronchialkatarrhen, ja selbst 'bei Lungenentzündung im Stadium der Lö­sung ärztlich verordnet wird. Man muß jedoch

unterscheiden zwischen der zwar nicht wertlosen hohen Schlüsselblume (Primula elatior), bie eine mehr schwefelgelbe Blüte besitzt und geruchlos ist, und der echten Schlüsselblume, die eine mehr dotter­gelbe Blütenkrone hat, aber ausgesprochen wohl­riechend ist und arzneilich fast ausschließlich ge­braucht wird. Es muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß bie edjte Schlüsselblume zur Ver­meidung ber Ausrottung geschützt ist und nur dort gesammelt werden darf, wo sie häufiger vorkommt. Man befrage darüber den zuständigen Kreissach­bearbeiter ber RfH., der in ständiger Verbindung mit dem Kreisbeauftragten für Naturschutz überall Auskunft geben kann, ob und wo die Pflanze ge­erntet werden darf. (Anschrift bei den Kreisleitun­gen der NSDAP, zu erfragen). Geerntet wird die Blüte mit dem Kelch. Sachgemäß getrocknet, liefert sie eine schöne, gelbe Arzneidroge, die allein ober in Mischung mit anderen Kräutern viel begehrt ist und daher auch nach den obigen Grundsätzen syste­matisch gesammelt wird.

*

** Zusatz karten zur III. Reichsklei­berkarte für Jugendliche werden vom Wirtschaftsamt der Stadt Gießen am Freitag und Samstag dieser Woche gegen Vorzeigung ber er­forderlichen Unterlagen ausgegeben.

60 Jahre auf seinem Arbeits­platz. In geistiger und körperlicher Frische kann der Verwalter ber Metall- und Modell-Lager ber Firma H. Schaffstaedt in Gießen, Emil Schüß- l er, am morgigen 17.Aprll 1942 sein 60. Dienst­jubiläum begehen. Herr Schüßler, ein vorbild­licher Arbeitskamerad, ist zugleich das älteste Ge­folgschaftsmitglied des Werks. Er begann seine Laufbahn im Jahre 1882 als Dreherlehrling in dem damals noch kleinen Betrieb und ist stolz darauf, an ber ständig auswärts gehenden Ent­wicklung des Werkes ein Menschenalter lang mit­gewirkt zu haben. An Ehrungen und Anerken­nungen der Betriebsführung, Gefolgschaft und der Deutschen Arbeitsfront bei feinem Ehrentage wird es nicht fehlen. Herr Schüßler tritt mit dem glei­chen Tage in den wohlverdienten Ruhestand, womit aber feine Betriebsverbundenheit nicht aufge­hoben ist.

Sn ber Küche erstickt.

* Lang-Göns (Kreis Gießen), 16. April. Am Dienstag gegen Abend bemerkten Nachbarn aus der Küche des Landwirts Karl Großhaus Rauch­wolken herausdringen. Der Mann, der seit dem frühen Nachmittag zur Arbeit im Felde weilte, be­wohnt das Hausgrundstück allein mit feiner 40 Jahre alten Tochter Katharine, bie wegen verminderter Zurechnungsfähigkeit während der Abwesenheit des Vaters zu Hause verwahrt wurde. So befand sie sich auch am Dienstag gegen Abend allein in der ver­schlossenen Küche. Hier hatte sie, wie die Nachbarn bei ihrem gewaltsamen Eindringen in bas Grund­stück und in die Küche feststellten, in einem neben dem Küchenherd stehenden H o l z k a ft e n mit Brennmaterial Feuer angeftedt, das sich auf den ganzen Brennstoffvorrat ausdehnte. Durch oen starken Rauch, der die Küche undurch­dringlich anfüllte, wurde das bedauernswerte Mäd­chen bewußtlos und fand, auf dem Küchenboden liegend, den Erstickungstod, bevor die'Nach­barn auf den verhängnisvollen Vorgang aufmerksam wurden.

Schweinemarkl in Gründers.

+ Grünberg, 16. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 75 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten 6 Wochen alte Tiere 40 bis 44 RM., 6 bis 8 Wochen alte 45 bis 54 RM., 8 bis 13 Wochen alte 55 bis 60 RM. bas Stück. Bei lebhaftem Handel wurde ber Markt geräumt.

Landkreis Gießen.

= Lich, 15. April. Am morgigen Donnerstag, 16. April, vollendet Frau Johanna A l b a ch , geb. Ludwig, Witwe des Land- und Gastwirts Johann Heinrich Alboch, in körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihr 7 0. Lebensjahr. Seit 23 Jahren Witwe steht sie, unterstützt von ihrer ebenfalls verwitweten Tochter, mit großer Umsicht ihrer GastwirtschaftZum Storchen" vor und ist wegen ihres freundlichen Wesens allgemein beliebt. Der Jubilarin gilt auch unser herzlicher Glückwunsch.

Verdunkelungszeit:

16. April von 21.21 bis 5.52 Uhr.

Havptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« HauptschriftleiterZ: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Hnjrtüt; für Stadt Gießen, Provinz. Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brühlsche Universstätsvrnckeret R. Lange K. G. Derlagsteiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck.

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satz, der gegenwärtig 374% beträgt,verzinst. Wenn ich monatlich 13 Reichsmark eisern spare, sind das jährlich 156 Reichsmark. Ich werde vielleicht sogar auf monatlich 26 Reichsmark übergehen. Das werden jähr* lieh 312 Reichsmark sein. Dazu die große Ersparnis an Lohnsteuer und an Sozialver­sicherungsbeiträgen und die Zinsen.

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