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nften, die in 'den Jahren vor Kriegsausbruch Ge- sellfchaftsreljen nach USA. unternahmen und ledig­lich Wolkenkratzer, sausende U-Bahnen und massen­haften Autoverkehr bestaunt, vom amerikanischen Volk aber nichts gesehen haben, und nicht zuletzt mancher Industrielle und Bankier, der mit seiner Frau die USA. geschäftlich besucht und sich immer noch nicht davon erholt hat: Interviews bei der Larümng in Neuyork, Zimmerflucht im Wolken­kratzerhotel, Blumenarrangements und Korbe mit Südfrüchten als Willkommengruß, groß«? Limousine, reizende Leute auf Landsitzen, Frühstücke und Di­ners ohne Ende! Alle diese Leute liefen und lausen zum Teil heute noch in Europa, mit dem Amenka- fimmel behaftet, herum und halten sich für USA.- Experten. Die Roosevelt-Regierung hat den Wert des Amerikanismus und seiner gedankenlosen Opfer für ihre Propaganda geschickt einkalkuliert.

Hat jedoch die USA.-Zivilisation wirklich einen moralischen Anspruch darauf, einamerikanisches Jahrhundert" herbeizuführen? Das größte Sozial­problem der letzten 20 Jahre war unzweifelhaft die Arbeitslosigkeit. Trotz gewaltiger Natur­reichtümer aber hat es die Regierung in Washing­ton weder unter republikanischer noch unter der gegenwärtigen demokratischen Regie verstanden, das Arbeitslosenproblem zu beseitigen. Obwohl in den Jahren 1933 bis 1939 insgesamt 19,5 Milliarden Dollar hierfür ausgegeben wurden, zählte man im Januar 1939 noch 11,7 Millionen Arbeitslose. Hun­derttausende von Amerikanern im Alter von 25 bis 30 Jahren haben auch heute noch keine reguläre Beschäftigung gehabt. Es ist noch gar nicht so lange her, da sah man sie als Bettler vor Restaurants stehen in abgerissener Kleidung mit aschfahlem Ge­sicht ausschauhaltend nach Glücklicheren, die sich noch eine warme Mahlzeit leisten konnten. Männer vor­geschrittenen Alters, mit dem Abzeichen der Kriegs­teilnehmerorganisation des vorigen Krieges ge­schmückt, verkauften an Straßenecken in Wind und Wetter Obst, um für ihre Familien ein paar Gro­schen zu verdienen. Andere zogen als- Landstreick-er durch die Staaten. Die Theorien von amerikanischer Freiheit und Demokratie waren für sie nur hohle Phrasen. Den ausländischen Besuchern wurden Ar­beiter-Mustersiedlungen gezeigt, und die USA.-Pro- paganda wiederholte monoton, daß fast jeder ameri­kanische Arbeiter ein Auto, einen Radioapparat und ein Sofa sein eigen nenne. Aber wehe den Erwerbslosen? Um ihre Not kümmerte sich niemand.

Wer sich in den USA. über die amerikanische Landwirtschaft informiert, wird einen impo­santen Eindruck gewinnen, wenn er die zahlreichen Verstichsfarmen einiger Universitäten und die Lu- xusgüt-er der Millionäre besucht oder die Riesen­auflagen der Broschüren und Pamphlete erfährt, die vom Washingtoner Landwirtschaftsministerium zur Aufklärung der Farmer in Umlauf gesetzt wer­den. Wie aber sieht es in Wirklichkeit aus? Seit mehr als 20 Jahren sind die Farmer die wah­ren Stiefkinder Amerikas. Sie haben keinen An­teil an der Prosperität gehabt. Das Wertverhält­nis von Farmland und Farmproduktion gestaltete sich immer ungünstiger. Zu tausenden kamen land­wirtschaftliche Betriebe unter den Hammer, so daß in den wichtigsten Agrargebieten die neuesten Zen­surerhebungen einen gefährlichen Bevölkerungsrück­gang feststellten. Die Regierung war sogar genö­tigt, in einer Reihe von Staaten insgesamt 36 Flüchtlingslager für Farmer zu errichten. Nach den Grundsätzen von Thomas Jefferson sollten die Far­mer in Amerikadas auserwählte Volk Gottes fein. Unter der Präsidentschaft Roosevelts durften sie nun die Praxis dieses Ieffersonschen Prinzips am eigenen Leibe erfahren haben.

Wie steht es nun um das Erziehunge­wesen? Jedem Ausländer wird stolz erklärt, daß die USA. 772 Universitäten und Hochschulen zähle, die Havard-Universität ein Vermögen von 90 Millionen Dollars besitze, manche Universitäts­bibliothek eine Million Bücher aufweise und zahl­reiche Grund- und Oberschulen unter Aufwand von Millionen Dollar mit Riesenlaboratorien, Tennis­plätzen und Schwimmhallen ausgestattet seien. Hin­ter dieser glänzenden Kulisse sieht das Bild aber wesenllich anders aus. Viele Universitäten leben hauptsächlich von ihren Fußballfonds, und die Pro­fessorengehälter werden gekürzt, um die Sport- mannschaft konkurrenzfähig zu erhalten. Professoren dürfen überhaupt nur lehren, was der jeweilige Derwaltungsausschuß billigt.

Aerger steht es mit den Schulen. Obwohl die Stadt Neuyork mit einem jährlichen Schuletat von 150 Millionen Dollar noch am besten daran ist, wurde 1939 amtlich festgestellt, daß 10 v. H. aller Oberschüler in den Klassenräumen nur Stehplätze haben, während 20 Grundschulen ohne Leiter und 46 andere unzureichend mit Lehrkräften versehen waren. In den Staaten Nord-Karolina und Ten­nessee war das Erziehungswesen völlig desorgani­siert. Schulen mußten in großer Anzahl geschlossen werden, weil die Geldmittel zur Weiterführung fehlten. In einzelnen Ortschaften versuchte die Be­

Explosion inRaumS

Roman von H.G. Hansen

Cepyrlfht by Prom«theue-V«r|ej Dr.Eldiadcer, CrBbenxell b.MOnditn

38. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Hallo, Herr Kammin!" rief das Mädchen über den Vorgarten weg und winkte mit der Hand.

Er blieb dahinter nicht zurück und füllte die ganze Straße mit dem schmetternden Ruf aus, der seiner Kehle entquoll. Darauf lachten die Mäd­chen, und die Herren sahen verdutzt zu ihm her­über. Zuerst begrüßte er Karla, betrachtete sie so aufmerksam, als habe er sie ein halbes Jahr nicht gesehen, ließ sich mit den anderen bekannt machen und benahm sich dabei so gewinnend, daß er sich die freundschaftliche Zuneigung aller sofort er­oberte. Einer der Herren war Karlas Bruder, der in einer westdeutschen Fabrik arbeitete und später in den väterlichen Betrieb eintreten sollte. Sonst handelte es sich um Jugendfreundinnen und Freunde der Geschwister, mit denen es sich sicher gut auskommen lassen würde.

Nachdem die Koffer mit den Vorräten für einen Tag verstaut waren, wurden die acht jungen Men­schen, beim ältester Theo Karnitz in war, ohne sich als solcher zu fühlen, in den Wagen verteilt. Das Kabriolett lenkte der Kommissar, neben dem Karla saß. Den zweiten führte sein Befitzer, der junge Verlobte der auswärtigen Freundin. Em Weg von gut sechzig Kilometern lag vor ihnen, der durch freurckliche Dörfer, über satte Felder und durch buftenbe Wälder führte. Gegen einhalb acht Uhr erreichten sie das Ufer des Sees, der sich in wei­ter, sonnenbeglänzter Fläche vor ihnen ausdehnte. Hinter dem Orte Kringsdorf verließen sie die Landstraße und bogen auf einen Feldweg em. Wieder ging es durch schweigende Walder, bis sie einen rasenbestandenen - Fleck erreichten» der ganz

Oie Stadt Malakka in japanischer Hand

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sanft zum Wasserspiegel abfiel und sich in einen sandigen Strand fortsetzte.

Theo Karnrnin kannte den See, der schon um seiner Gröhe willen der ganzen Landschaft rings­um wichtig war. Aber diese Uferstelle hatte er noch nicht gesehen. Sie schien ihm besonders ideal zu liegen, und er freute sich setzt restlos, einen ganzen Tag hier verbringen zu können.

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Die Wagen fanden im Schatten einiger Bäume ihren Platz. Im Handumdrehen waren die Koffer neben ein Weidengebüsch getragen. Dann ver­schwanden die jungen Damen rechts, die Herren links im Walds und kamen alsbald in Badean­zügen wieder zum Vorschein. Theo Kammin ragte aus den anderen hervor wie ein trutziger Berg­fried zwischen Erkertürmchen. Karla war beinahe verblüfft über seine ideale Athletenfigur, wie sie jeder Bildhauer zeitlebens zum Modell ersehnt. Der Kommissar war sich dessen beinahe bewußt. Von Jugend an galt es ihm selbstverständlich, stets den stärksten Mann in der ganzen Runde zu stel­len, so daß er auch heute keineswegs geneigt war, Vergleiche zwischen sich und den übrigen anwesen­den Mänern zu ziehen.

Während Karla verstohlen diese Gestalt mu­sterte, die sie an* die Schöpfungen Michelangelos erinnerte, denen sie auf einer Jtalienfahrt begeg­net war, gab sich Theo Kammin gar keine Mühe, sein Entzücken über das Mädchen zu verbergen. Zwar reichte sie ihm nur bis zur Brust, aber ba für war sie straff wie eine Stahlfeder, biegsam wie eine Gerte und prächtig durchtrainiert, ohne daß übermäßige sportliche Betätigung ihren Gliedern die Weichheit genommen hätte.

Erst ein Bad!" schrie sie über die Wiese, um ihrer Verlegenheit Herr zu werden, und lief be­hende und wieselschnell hinunter zum Strand, spritzte tausend blitzende Tropfen aus bem stillen Wasser auf und warf sich dann in den See. Kam- min war der erste, der ihr folgte. Sein Lauj be»

Tokio, 15. Jan. (DNB.) Japanische Truppen haben bereits in der Nacht zum Donnerstag an der Westküste der Malaya-Halbinsel die Stadt Ma­lakka erreicht und den wichtigen Eisenbahnknoten­punkt Gemas an der Bahtzlinie nach Singapur besetzt. Spätere Meldungen besagten, daß sowohl Malakka als auch Gemas bereits hinter der japanischen Front liegen. Die Stadt M a -- lakka ist eine der ältesten Hafenstädte Südost- asiens, jedoch ist ihre Bedeutung stark zurückge­gangen, ba der Hafen versandet ist und nur noch für kleinere Schiffe zugänglich ist. Dagegen hat die Stadt, die etwa 40 000 meist chinesische Einwohner hat, als Mittelpunkt des' östlich gelegenem großen Gummiplantagengebietes immer noch erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Das Gebiet von Malakka gehört ebenso wie die Insel Singapur und die Insel Penang zu der britischen Kronkolonie der Straits Settlements. Der Eisenbahn­knotenpunkt Gemas liegt nordöstlich von Ma­lakka mit mittleren Teil der Malayen-Halbinsel an einer Stelle, roo- die Sultanate Negri Sembilan und Johur zusamenstoßen. Hier zweigt von der großen Nord-Süd-Strecke eine Eisenbahnlinie ab, die über Tampin nach Malakka führt.

An der Ostküste der malayischen Halbinsel sind die japanischen Truppen bis in die Nähe von Pe­kan vorgerückt. Japanische Armeeflugzeuge machen habet bem Panzerkorps burch vernichtende Angriffe auf feindliche Artilleriestellungen und Truvpenzu- sammenziehungen dem Weg frei. In her Mitte der malayischen Halbinsel stoßen die Japaner ent­lang der Eisenbahnstrecke in 'der Richtung Singapur vor. Die drei japanischen Kolonnen, die sich dem Festungsgelände von Singapur mehr und mehr nähern, schließen sich immer enger zusammen. Die Frontbreite kannte auf 130 Kilometer verkürzt wer. den. Das Kampfgelände in Johur fft erheblich gün­stiger als in dem bisherigen Operationsgebiet im nördlichen und mittleren Teil der Halbinsel.

Japanische Lustangriffe in der Güdsee.

Stutzpunkte auf Celebes, den Molukken und Neu-Guinea bombardiert.

Tokio, 15. Januar. (DNB.) Die japanische Luft­waffe hat ben Wasserftugzeughafen Tomini an der Ostküste von Celebes angegriffen und zwei Ka­sernen sowie neun Flughallen zerstört, ferner die kleine Insel Ternate östlich von Celebes, wo Hafenanlagen und Lagerplätze zerstört wurden. Im Molukkengebiet ostwärts Celebes wurde die Insel Ambon südlich der Insel Cerarn sowie auf West- Neu-Guinea der Hafen S o r u n g sowie Babo bombardiert. Starke Kräfte der Luftwaffe haben verschiedene Teile des unter australischem Mandat stehenden Gebietes von Deutsch-NeuGuinea angegriffen. Im Bismarck-Archipel wurde die Insel New-England (früher Neu-Pommern) bombardiert. In der Hauptstadt Ra bau! wurden militärische Einrichtungen zerstört.

*

Die 137 Quadratkilometer große Insel Ternate mit der etwa 6000 Einwohner zählenden Haupt­stadt gleichen Namens gehört zur Gruppe der Mo­lukken ober Gewürzinseln. Die Insel, die von einem

wies, daß es verkehrt ist, in übergroß gewachsenen Männern SchVerfälligkeit zu suchen.

Mit wenigen Stößen hatte er Karla eingeholt, obwohl sie schnell vorwärts strebte und eine sehr sichere Schwimmerin war. Hinter ihnen folgten die anderen. Nach zehn Minuten kommandierte das Mädchen kehrt. Sie fanden fid) nacheinander wieder auf der Wiese zusammen, trockneten sich ab, wechselten die nassen Anzüge gegen trockene und setzten sich erwartungsvoll im Kreise zusam­men, während Karla mit einer ihrer Freundinnen zwei Koffer auspackte, bem einen Tassen, Teller und Bestecke entnahm, aus dem anderen eine Fülle von Eßwaren holte unb febr schnell eine verlockende Frühstückstasel aufbaute. Kaffee war heiß und trinkfertig vorhanden. Jeder griff zu und verzichtete darauf, sich erst nötigen zu lassen.

1 Theo Kammin ah mit wahrem Behagen. Neben ihm saß das Mädchen, das feine Junggesellen­gesetze umgestürzt hatte. Sie legte ihm die Schnit­ten auf, goß Kaffee nach unb freute sich über seinen kräftigen Hunger. Nach bem Kaffee war Plauberstunde. Ohne daß er es beabsichtigte und sogar recht wußte, wurde Theo Kammin Mittel­punkt des kleinen Kreises. Alle waren furchtbar neugierig auf kleine Erzählungen aus seinem Be­ruf. Hundert Fragen drangen auf ihn ein, bis er endlich lachend abwehrte. Jetzt feien die anderen an der Reihe mit Erzählen.

Er kam ihnen in dieser Morgenstunde näher, als tagelanges Beisammensein in der Stadt es ver­mocht hätte. Sie waren Karlas Freunde und Freundinnen unb schienen ihm schon aus diesem Grunde liebenswert. Kameradschaftliche Verbun­denheit umschloß die acht Menschen, ließ uilnutze Schranken fallen unb wirkte sich in lustigen Necke­reien aus, denen bald darauf eine ausgelassene Jagd folgte, in die erst Karla einige Ordnung brachte. Man spielte beinahe vergessene Spiele aus Kindertagen, benahm sich dabei ulles anderen als gesetzt unb würdig»

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Die herauf steigende Hitze des Tages und etwas Müdigkeit zwang zur Ruhe. Man suchte den Schatten auf unb döste vor sich hin. Ein leifer* Wind ging durch die Wipfel der Bäume und ließ die Halme der Gräser schwanken. Irgendwo zirp* ten Heuhüpfer. Heber den See flogen Enten unik fielen polternd ins Schilf des Ufers. Die StadL war fern und vergessen.

Das Brautpaar hatte etwas abseits unter einer schlanken Erle gelegen und lachend geplaudert. Jetzt standen die beiden jungen Menschen auf, schlenderten am Ufer entlang und verloren sich Zwischen See und Wald. Theo Kammin hatte Lust, es ihnen nachzutun. Er rollte sich zweimal um sich selbst, bis er neben Karla lag.

Wollen wir nicht auch einen kleinen Spazier« gang machen, Fräulein Kobelt?"

Lieber nicht", lächelte sie. ,^d> bin unglaublich träge."

Trotz der Sanftheit dieser Antwort klang fte entschieden, so daß er keinen neuen Versuch wagte, sondern wieder auf die alte Stelle zurückrollte, die Augen schloß und überlegte, ob er böse sein sollte. Dazu hatte er jedock) kein Recht, wie ihm seine bessere Einsicht sagte. Er versuchte nun, sich rorzustellen, wie Karla Kobelt als Frau Kammin schalten unb walten würde, und schlief darüber ein. Erst als in der Nähe Geschirr klapperte, wurde er wieder wach, setzte sich auf und blinzelte in di« Lichtfülle hinein.

Karla hatte zwei Kocher angezündet und Töpfe darauf gestellt. Neben ihr hockte eines der anderen! jungen Mädchen unb half. Die ersten Düfte kom­mender Nahrung zogen durch die Luft. Das lockts nach und nach die Männer herbei. Theo Kammin spürte Hunger und folgte den anderen. Sie stan­den zu dritt aufrecht um die hockenden Mädchen, zwischen denen es in ben Töpfen schmorte.

Es wird nur gewärmt unb ist bald fertig", oer* kündete Karla.

Oktober 1940, kurz vor der Prasibentenwch'l, kehrks z. B ein USA -Botschafter aus Europa in die Ver­einigten Staaten zurück. Er war der wichtige Zeuge von Roosevelts geheimem Zusammenspiel mit England. Presseäußerungen deuteten bereits an, daß er die Politik des Präsidenten nicht billige. Das ganze amerikanische Volk horchte auf, ba es Enthüllungen witterte, die dem Wahlkampf eine sensationelle Wendung geben konnten. Aber das Volk wartete vergeblich! Nur belanglose Aeußerun- gen waren dem Manne zu entlocken. Was war ge­schehen? Ein Sekretär des Präsidenten hatte ihn aufgesucht unb ihm mit bekümmerter Miene mit« geteilt, daß der Präsident sehr besorgt wäre. Man spräche wieder zuviel von engen Beziehungen des Botschafters zu zwei bekannten Filmschauspiele­rinnen. Ja, der Präsident vefürchtete sogar, daß die Sache jetzt in die Oeffentkichkeit käme. Der Bot­schafter hatte verstanden. Ihn, den vorbildlichen Christen unb glücklichen Dater einer zahlreichen Familie, würde dieser Skandal ruinieren. Kein Wort der Kritik kam seither über seine Lippen.

Der Nationalsozialismus, der Faschismus und der japanische Nationalismus haben in den jungen Völkern Kräfte erweckt, die die Unwahrhaftigkeit unb den ganzen klirrenden Tinneff dieses längst überlebten Zeitalters wie Schlacke von sich abge- stoßen haben. Mögen sie auch heute die Habe­nichtse genannt werden, das Jahrhundert mar* schiert mit ihnen.

1580 Meter hohen Vulkan gekrönt wird, führt Ge­würznelken, Pfeffer, Muskat unb Kaffee aus. Dve Stabt Ternate ist der Derwaltungssitz der zu Nie- berländ-isch-Indien gehörenden Molukken. Die seit 1605 in niederländischem Besitz stehende Insel Am­bon ober Amboina ist 761 Quadratkilometer groß und hat etwa 40 000 Einwohner. Zu dem Gewürz- nelkewAnbau der ebenfalls zu den Molukken ge­hörenden Insel ist in letzter Zeit auch die Ausfuhr von Erdöl gekommen. Der westliche Teil der Insel Neuguinea, nach Grönland der größten Insel der Welt, ist niederländischer Besitz. R a b a u l auf Neupommern, die alte Hauptstadt des deutschen Bismarck-Archipels, ist Sitz der australischen Mam- datsverwaltung.

Oer Vormarsch auf Celebes.

Rom, 15. Jan. (Europapreß.) Die japanischen Streitkräfte auf Celebes haben auf der Halbinsel Minehassa mit dem weiteren Vormarsch nach dem Zentrum unb bem Süden begonnen unb befinden sich bereits in Sicht der beiden Küstenstädte D o n - g a ! a und P a l u an der Straße von Makassar. Die Stadt Makassar selbst, die Hauptstadt von Ce­lebes, Tff bereits bedroht. Der Angriff wirb von einem japanischen Flottengeschwader unterstützt. Der Widerstand der niederländisch-indischen Trup­pen ist schwach.

Die Verteidigungslinie.

auf der Bataan-Halbinfel durchbrochen.

Tokio, 15. Jan. (DNB.) Japanische Verbände haben die Verteidigungslinie, die die USA.-Trup- pen unter geschickter Ausnutzung des Geländes aus . der Bataan-Halbinsel der Philippinen-Insel Luzon angelegt hatten, bereits an einer Stelle durchbro­chen, nachdem die japanische Luftwaffe mehrere feindliche Artilleriestellungen außer Gefecht gesetzt hatte. Ein japanischer Marinestoßtrupp führte über­raschend eine Landung auf der kleinen Jnselfestung Grande am Eingang der Subig-Bucht, im Nord» westen von Manila, durch und erbeutete eine Bat­terie schwerer Festungsgeschütze sowie zahlreiche in Beton eingebaute Artilleriestellungen.

Die Tschangtscha-Offensive beendet.

Schanghai, 15. Jan. Das japanische Haupt­quartier in Hankau gab bekannt, daß die am 24. De­zember. begonnene Tschangtscha-Offensive beendet ist. Die japanischen Truppen sind an ihre Ausgangs- basis zurückgekehrt, nachdem sie 30 Tschung- king-Divisionen zerschlagen haben. Die Zahl der chinesischen Gefallenen wird auf 59 000 beziffert, während 1950 Gefangene gemacht wurden.

Beginn der Reo-Konferenz.

Sevilla, 16. Januar. (DNB. Funkspruch.) Dis Konferenz der amerikanischen Staaten in Rio be Janeiro, auf der Roosevelt seinen Plan der Kriegs- ausweitung durch verstärkten Druck verwirklichen will, hat am Donnerstag mit einer vorbereitenden Sitzung im brasilianischen Außenministerium be­gonnen. Die Konferenz soll bis zum 26. Januar bauern. Der brasilianische Außenminister Aranha wurde zum Präsidenten ber Konferenz gewählt. Der Koordinierungskommission gehört je ein Land' jeder Sprache des Kontinents an. Gewählt wurden

Versammlung an das anwesende kinderreichste Ehe­paar eine Bettmatratze! Andere Bewerber waren ein Alkoholschmuggler, ein Bandit (Kidnapper), ein Baptistenprediger, ber für Alkoholverbot ein­trat und als Reklame einen aufgeschwemmten Bier­trinker vorzeigte, ein Geologe, ber bei Wahlerfolg jedermann eine Monatsrente von 5 Dollar ver­sprach, ein Kommunist, ein Naturheilkundiger unb schließlich zwei Bewerber, bie als Befähigungsnach­weis für bie Senatorentoga nichts weiter als riesige Bärte aufwiesen. Die beiben Hauptkandidaten aber waren ber bisherige Gouverneur O'Daniel, der als früherer Mehloerkäufer den BeinamenReich-die- Brötchen-Papi" trägt, und der Kongreßabgeorbn^.e Johnson. Während O'Daniel die demokratische Sou­veräne von Texas durch eine ländliche Dudelsacks­kapelle anlockte, übertrumpfte ihn sein Gegner Johnson dadurch, daß er nicht nur ein weißunifor­miertes Swing-Orchester sowie eine ganze Variets- truppe mit sich führte, sondern sogar bei jeder Wahl­versammlung unter bie Anweseiäen Kleingelb ver­teilte unb zubem betonte, daß Präsident Roosevelt ihnseinen alten lieben Freund" genannt habe. Daß Johnson für seinen Wahlkampf nicht weniger als 500 000 Dollar ausgab, läßt vermuten, daß mit politischen Aemtern in USA. unsichtbare Einkünfte verbunden fein müssen, sonst wäre solch hoher Geldeinsatz wohl nicht gerechtfertigt.

Natürlch gibt es auch au fre chte Männer, die ehrlich ihre Meinung sagen. Wehe ihnen! Im

völkerung sich dadurch zu helfen, daß sie ihre Lehr­kräfte durch Naturalien entschädigte! Daß z. B. 1941 in ber Stadt Neuyork 70 000 Oberschüler ohne aus­reichende Lesekenntnisse feftaeftellt wurden, wirft gleichfalls ein Helles Licht auf ben Stand des Schul­wesens in der amerikanischen Demokratie.

Noch plastischer wirb bas Bild burch bie Tat­sache, daß bei ben Rekrutenaushebungen des ver­gangenen Sommers innerhalb von zwei Monaten allein 92 000 Analphabeten zurückgewiefen werden mußten, da sie für ben Wehrdienst der heu­tigen Zeit unbrauchbar waren! In solchem Milieu müssen bolschewistische Ideen auf fruchtbaren Boden fallen, und man wundert sich daher nicht über die Feststellung des Coudert-Kömitees vom Dezember 1941, daß in dem übrigens zu 97 v. H. jüdischen City-College von Neuyork allein 33 Dozenten als Sowjetagenten bezeichnet und 3500 Studen­ten als dem Kommunismus verfallen erklärt wurden.

Bücher kauft der Amerikaner nicht um sie zu besitzen. Er oder vielmehr die Amerikanerin liest überhaupt nicht oder nur, wenn sie glaubt, daß dies zum guten Ton gehört. So erzielen gelegent­liche Schlager, wie der RomanVom Winde ver­weht", eine Auflage von mehr als einer Million, während das Durchschnittsbuch in USA. nur 5 v. H. der deutschen Durchschnittsauflage hat. Ernsthafte Zeitschriften sind in den letzten Jahren kata­strophal zurückgegangen. Dagegen entwickelte sich Readers Digest", das nur leicht verständliche Kurz­fassungen bereits erschienener Aufsätze bringt, zur meistgelesenen Zeitschrift des Landes. Die dritt­größte ZeitschriftLiberty" muß sogar am Anfang jedes Aufsatzes die genaue Lesezeit nach Minuten unb Sekunden angeben.

Unb nun zum Holly wo ob-Filin. Hier hat eine Hanbvoll Leute, meist jüdischer Herkunft, die überhaupt kein akzentfreies Englisch sprechen kön­nen, einen unerhörten Einfluß auf das amerika­nische Volk gewonnen. Der Hollywood-Kitschfilm ist ber große Gleichschalter des amerikanischen Lebens. Noch vor wenigen Jahren spielten Verherrlichungen des Gangster eine wesentliche Rolle, bis die Boy- kottorgantsationLegion os Decency" ben Film­magnaten Furcht einflößte. Die amerikanischen Mädchen halten sich im Aeußeren marionettenhaft an ihre Filmvorbilder. Die männliche Jugend ist offenbar nach Clark Gable ausgerichtet, denn als er in dem Filmlt happened one night sich ohne Unterhemd zeigte, folgte sie so prompt diesem Bei­spiel, daß nur durch kostspielige Reklamemaßnahmen eine Krise in der Herrenwäscheinbustrie abgeroenbet werben konnte.

Nach außen hin führt der Amerikaner eine mu­stergültige Ehe. Jeboch gibt es, abgesehen vom bol-- fchewistifchen Rußland, in keinem anderen Land ber Welt so viele Ehescheidungen wie in den Vereinigten Staaten. Nicht nur ist die Eheschlie­ßung insofern ein Geschäftsunternehmen, als Geist­liche und Standesbe-amte in scharfer Konkurrenz einander die einzelnen Heiratslustigen abjagen, um das übliche Trinkgeld von 10 Dollar einzuheimsen, sondern auch bie Ehescheidungen sind ein Gewerbe, das im Laufe ber letzten 50 Jahre immer einträg­licher geworden ist. Staaten wetteifern miteinander um diese Profitquelle. Wahrend bis vor kurzem noch Nevada als Hauptstaat für Ehescheidungen gatt wobei die Studenten der dortigen Univer­sität vielfach als Gigolos wartender Sttohwitwen sich ihren Studienunterhalt verdienen hat neuer­dings Florida ihm den Rang streitig gemacht. Nach amtlicher Statistik beläuft sich die Zahl der Eheschei­dungen in USA. auf 17,3 v. H. aller Ehen.

Unb nun zum politischen Leden der ame­rikanischen Demokratie. Daß die 12 Millionen Neger in USA. rechtlos sind, ist allgemein bekannt, hindert aber den Präsidenten Roosevelt nicht, der Welt stolz seinevier Freiheiten" zu verkünden. 152 Jahre sind vergangen, seit bie angeblich freiheitliche Ver­fassung ber Vereinigten Staaten in Kraft trat. Die Neger aber sind unb bleiben entrechtet und dienen ihren weißen Mitbürgern nur als Ausbeutungs- odjekt. Slls Churchill vor wenigen Tagen zumBe­fehlsempfang" in Washington antrat unb dabei auch eine Rebe vor bem Senat halten durfte, er­zählte er der Außenwelt, welch eine ehrwürdige Volksvertretung dies sei. In USA. bezeichnet man ben Senat als benexclufivsien Club ber Welt". Um so interessanter ist es, einmal hinter die Ku­lissen zu schauen unb aus ben Wahlen zu sehen, welche Art Leute sich um Aufnahme in bissen Klub" bemühen: Gerade im Sommer 1941 fand eine sehr beachtliche Senatswahl in Texas statt. Insgesamt 29 Bewerber traten auf unb betrieben ben Stimmenfang, jeder auf seine Art; Kongreß- man Dies gruselte mit Geschichten über seinen Hel­den kämpf gegen Spione unb Saboteure, Dr. Brink- ley empfahl sich als Hersteller von Präparaten für Verjüngungskuren, Kandidat Collins glaubte, für ben Senatssitz qualifiziert zu fein, weil er ausge­zeichnete Abführmittel probuziere. Als Sonder­attraktion verschenkte er außerdem bei jeder Wahl-

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