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55 Millionen Miniaturspielwaren

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Bergenroths Blick begegnet dem ihren. Einen

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Westen ab. Und w in ein Mann wieder hinausgeht zu den Aufgaben des Krieges, so geht er immer in das Ungewisse, und es ist Dann wohl auch bitteren Feinden erlaubt, zu vergessen, was zwischen ihnen war, und sich noch einmal die Hände zu reichen.

jetzt dagegen viele Bedenken, die Zeitereignisse vor allem, die keinem Menschen das Recht geben, nur an sich selbst zu denken, wenn darunter allgemeine

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Aus -er Stadl Gießen.

Maik« und ihr Zauberwort.

Maike heißt unser Töchterchen. Sie wird jetzt siebzehn Monate alt,batteri" behende, wie man tn der Kleinkindersprache sagt, und beginnt aller« liebst zu kauderwelschen und zu plappern.Mami" undPapa" brachte sie freilich bereits vor Mo­naten heraus, und ihr Begehren nach Kuchen und Früchten wußte sie schon lange durchMamm" oderDa«da" auszudrücken.

narren wollte. Der alarmierende kleine Ruf ist ihr zum Zauberwort geworden, das die wunderbarsten Spiele entfesselt ...

Später, kleine Maike, wenn du groß bist, wirst du andere Worte gelernt haben, die die Menschen bewegen und ihre Türen, ja vielleicht auch ihre Herzen öffnen können. Allerdings dürsten sie dann wohl anders klingen, edler und vornehmer, nehme ich an. Aber was heißt hier edel und vornehm? Können nicht ein kindliches Schelmenlächeln und ein unschuldiger Mund auch das alltäglichste Wort ver­edeln, daß es sich wie auf goldenen Schwingen über seinen Sinn und fene Gewöhnlichkeit erhebt und lieblich wird? Siehst du, es wäre vieles darüber zu sagen ...

Aber da ruft sie schon wieder ihr Zauberwort, die kleine Maike! Es ist niemand sonst in der Nähe. Ich komme schon, Maike, ich komme ...

Willi Fehse.

Der lHebmtöjahrgang 1932/33 für die Hitler-Zugend.

für den Krieger eine Schildwache und eine kleine Kanone, mit der man tatsächlich schießen kann. 55 Millionen dieser Miniaturspielwaren werden am 19. und 20. Dezember von der Hitler-Iugend auf allen Straßen im Reich vertrieben werden. Und di« vollen Sammelbüchsen werden in erster Linie dem HilfswerkMutter und Kind" zugute kommen, dienen also der Erhaltung der Gesundheit der deut­schen Frauen und unserer Jugend.

Der große Irrtum

Roman von Meta Vrie.

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Bergenroth nimmt jetzt seinen Platz em, wenig Leihen hinter Helene. Seine Augen baden einen freudigen Schein. Er ist sehr froh, daß H Mein gekommen ist. Es erscheint ihm als ein freund- itcher Zufall. Eine Spannung ist in chm. wie s e es aufnehmen wird, wenn er nachher in der Paus

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Als Helene ein paar Tage später aus Berlin zurückkommt, glaubt sie an Bergenroth eine Ver­änderung wahrzunehmen. Sie kann dieses Gefühl nicht begründen: Richard ist freundlich und höslick wie immer, und doch ist etwas anders geworden.

Sie hat sich auf die Rückkehr gefreut. Nun kommt es oft vor, daß Bergenroth an den Abenden nach dem Essen nicht unten im Wohnzimmer bleibt, sondern in seine Räume hinaufgeht.

Helene will ihn fragen, aus welchem Grunde er das jetzt tut, aber sie zaudert immer wieder.

Sie hat das Verlangen, ihn zu bitten:Bleibe doch hier!" Aber fein Gesicht ist so ernst, so undurch­dringlich, daß sie ganz unsicher wird.

Ebenso unsicher ober ist auch Bergenroth. Er ist sich selbst fremd geworden. Er hat darauf gewartet, daß Helene vielleicht doch von ihrer Begegnung mit Rautenberg sprechen wird. Als das nicht geschieht, niÄ ^^^//n^und°^er Einander sind das ^'Undwci'terhastdu nichts dazu zu sagen! Ich ala^b Ä Ur zu e^enne^ A^ es ges'chieht verstehe ja überhaupt nicht, was fat eigentlich las schon ganz recht so. Weshalb ist er überhaupt auf ist! Alles, ober auch alles scheint dir völlig gleich- und MM begegnet dem ihren ^inen

beiden gedient ist. Er hielt nichts von Romantik und Augenblick fühlt er das fast äwmaeiche Bedürfnis, Verwandtschaft der Seelen. Ihm lag viel mehr eine ^Helenes Heftigkeit zu erwidern. Aber gleich 'st da nüchterne Betrachtung oller Dinge. Er hat an feine auch wieder der Gedanke Heleneist nM Ar- Versuche und an das große Gut gedacht; und weil l'ch - - - und äußerem ist es immer ein Zeichen er in Helene einen klaren und gescheiten Menschen | von Schwache, die Ruhe zu ttrftertn ...

nfnuht, hat er dielen Vertrag einer ge-1 So roirt> fein Ton wieder kühl und obenhin: meinfamen Arbeit ' und guten Kameradschaft ge-' tm-nmnen Rat

schlossen. Jetzt aber weiß er. daß er schwerlich weiter wolltest. Es handelt sich um dem« wafte.

in dieser engen Verbundenheit mit Helene leben > Helene macht eine ungeduldige Handb^egung. kann, wenn ihre Herzen sich nichts ju sagen haben. 'Danke. Jetzt will ich auch demen Rot nicht mehr.

Der beite Ausweg scheint die Trennung zu sein, tos tit idX>n gut _____,

die durchaus nicht eine sofortige Aushebung ihres I Hastig steht sie auf und geht aus dem Zimmer Vertrages nach sich ziehen muß. Doch stehen gerato 1 (Fortsetzung folgt.)

Die Reichsstraßensammlung für das Winterhilfswerk im Dezember stand in den letzten Jahren stets hn Zei­chen entzückender kleiner Holzspiel­zeuge, die von der Hitler-Jugend zu- Sunften der Sammelbüchsen vertrie- en wurden. Einmal waren es die Sonneberger Reiterchen, dann die Sternfigürchen, die Monatssinnbilder, die Märchengestalten, die lustigen Dolkslypen, die Kasoerlefiguren usw. Auch in diesem Jayr werden solche Abzeichen wieder Freude machen. Sie kommen aus Westfalen, aus Mün­chen, aus dem Erzgebirge und dem Bayerischen Wald, wo sie von fleißi­

gen Heimarbeiter, hergestellt wurden. Diesmal ist es eine bunte Sammlung von kleinen Spielzeugen aller Art, die Entzücken auslösen werden. An jeoen Ge­schmack ist gedacht. Für die Ländlich-Beschaulichen gibt es ein Häuschen, eine Bäuerin, einen Baum und eine Gans, für den Reiselustigen eine kleine Eisenbahn, für den Sportsfreund ein Schaukel­pferd und ein Steckenpferd, für den Musikliebhaber eine Trillerpfeife, auf der das Vögelchen nicht fehlt.

des Kindes wegen.

,Hch möchte Käte und den Jungen am liebsten Herkommen lassen", meint Helene.

Wie du denkst." Bergenroth sagt das ganz ruhig.

Helene sieht ihn an, sieht dieses ruhige Gesicht, und ihr scheint, dieses Gesicht ist ganz teilnahmslos.

Da versagen plötzlich ihre Nerven -Vre Hand schlägt unbeherrscht auf den Tisch, und sie wieder­holt spöttisch Richards Worte:Wie du denkst ...

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Alles ist so schnell gegangen. Mitten in der Arbeit Erinnerung an das Gespräch Helen.

bem sie von dem Konzert sprach es tarn wieder ber Wunsch, dabei zu sein einen festlichen Aben lemeinfam zu genießen. . , ,

So fuhr er nach Berlin. Aber er hat m seme härte gegen sich selbst doch auch einen geschasolchen Trund für diese Fahrt gefunden. Man muß wegen ber^ bisherigen Ergebnisse der Oelpflanzenoersuch (inmal persönlich mit den zuständigen Stellen Reichsnährstandes sprechen. hn6 ;ßr

Ob sjdene denn niemals empfunden ha Verhältnis zueinander anders geworden ,st-^ 0° Ite das Gefühl erkannt, da- er nicht .Er «an, »etbetgen kann Warme und Zuneigung . M lann ein Mann wie Bergenroth n cht m emem lolchen Zwiespalt leben. Und darum tft e: «

tommen (Er will nicht fein Herz,fur ungewiss A aufs Spiel setzen. (Er will Klarheit gewinnen.

Die Gedanken müssen nersinken. denn das Konzert ft 'S

ten früherer Erfassungen der Zehnjährigen erneut die Heranziehung geprüft. Mit der Erfassung und Aufnahme des neuen Jahrgangs wird die neue Dienstkarte der Hitler-Jugend eingeführt, die mit einem Lichtbild versehen wird. Der Jugendliche hat deshalb bei der Anmeldung ein Lichtbild ohne Kopf- bedeckung in der Größe 4,5 X 3,7 cm abzugeben, das nicht älter als drei Monate sein soll.

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Zürn 10. Male marschieren am 15. Dezember die grauen Glücksboten für 'bas Winterhilfswerk des deutschen Volkes auf. In 6 Winterhilfe-Lotterien und 3 Kriegswinterhilfe-Lotterien haben die Los­verkäuferinnen und Losverkäufer ihre Leistungen und ihren Erfolg immer wieder gesteigert und er­reicht, daß die Kriegswinterhilfe-Lotterie mit zu den populärsten Aktionen des großen Hilfswerkes zählt.

Der Aufruf des Führers, gerade in diesem Jahre mehr denn je für das Kriegswinterhilfswerk zu opfern, wird die Parole für die grauen Glücksboten der Lotterie fein. Sie werden uns bitten, bei der 4. Kriegswinterhilfe-Lotterie mitzuhelfen, daß das Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes 1942/43 wieder zu einem Symbol des Opferwillens und der

Aber all diese Laute, so kräftig sie zuweilen auch gerufen werden, haben doch, wie Klein-Maike in- zwischen gelernt hat, bei weitem nicht die Wirkung auf ihre Umgebung wie ein anderes Wort, das ein bestimmtes Bedürfnis umschreibt. Maike ist all­mählich dahinter gekommen, daß sich damit mühe­los eine kleine Aufreguna in der Welt der Er­wachsenen erzeugen läßt. Dieser Ruf veranlaßt die Großen, chr unverzüglich die Türen zu öffnen und sie eilends über den langen Flur ins Badezimmer zu fuhren. Es ist herrlich, wie man mit diesem be­schwörenden Wort den großen Bruder Klaus, die Mutter oder Ilse, ja, wenn niemand sonst in der Nähe ist, sogar den Vater am Schreibtisch in Be­wegung setzen kann. Man hat mit diesem Wort die Erwachsenen gleichsam am Bande-, sie parieren aufs

Erwachsenen gleichsam am Bande-, sie parieren aufs Wort. Selbst aus der niederträchtigen Einsamkeit des Bcttchens und Kinderzimmers kann man mit feiner Hilfe vorübergehend erlöst werden. Was Wunder, wenn Maike die Zauberkraft dieses Wor­tes wieder und wieder erprobt! Sie weiß es dabei mit kindlicher List so einzurichten, daß das Ver­trauen der Erwachsenen nicht etwa ständig ge» täuscht, sondern hin und wieder auch belohnt wird. Auf diese Weise wissen die Geplagten dann gar nicht mehr, ob sie ihr mißtrauen oder glauben sollen: und um Katastrophen oorzubeugen, lassen sie ihr deshalb für alle Fälle jedesmal den Willen. Ist der Weg über den Flur erst getan und die Tür zu dem heimlichen Gemach geöffnet, so kann man immer noch durch ein treuherzigesNein-nein" zu ver­stehen geben, daß Maike die Großen ja nur mal

ab, und die Besucher begeben sich in die Dorräume.

Bergenroth sieht Helene an einem ber Aus­gange gleich wird er sie erreichen. Noch einmal ein Abdrängen, aber draußen wird er Helene wieder finden ,

Und er sieht sie auch gleich. Sie ist nun nicht mehr allein. Ein Offizier geht an ihrer Seite, größer als Helene. Er neigt sich zu ihr, spricht

Niemand beobachtet jetzt Bergenroth. Niemand sieht wie sein Gesicht vor Zorn und Schmerz und einer furchtbaren Enttäuschung ganz dunkel wird.

Er hot den Offizier sofort erkannt. Dort neben Helene geht Ludwig Rautenberg. Er sieht in der Uniform schlanker aus, seine ganze Haltung ist straffer als damals bei dem Besuch auf dem Uhlen­hof Rautenberg macht eine Bewegung, und Bergen- roth kann jetzt auch das Gesicht des Mannes sehen. Auch dieses Gesicht hat sich verändert, sieht ernst aus.

Bergenroths Züge sind hart und regungslos ge- worden. Noch einmal geht fein Blick über das Paar. Er sieht, wie Helene sich Rautenberg zuwendet, ihm antwortet.

Nun sind sie am Ende des Ganges, kommen ^Bergenroth wendet sich ab, geht mit harten Schrit- ten hinaus und fordert feine Garderobe

Er weiß nicht, daß er einem ganz großen Irrtum oerfällt Er glaubt an eine Verabredung Helenes mit Rautenberg. Er muß das glauben. Rautenberg gehört also der freie Platz neben Helene, und er hat sich wahrscheinlich nur verspätet.

Bergenroth weiß nicht, daß Rautenberq durch Bernhardine von Helenes Absicht erfuhr, dieses Kon- 3crt zu besuchen, und daß nur ein plötzliches Un­behagen Gertraude hinderte, Helene zu begleiten

Dor allem aber weiß er nicht, daß Ludwig Rau­tenberg sich heute Helene mit sehr ernsten, man form wohl sagen, mit abschließenden Gedanken nähert Er kommt in allerletzter Stunde. Er kommt nicht zu dem Konzert, sondern allein darum, Helene die Hand zum Abschied zu reichen, denn noch wah. renb der letzte Teil des Konzertes gespielt wird, fahrt vom benachbarten Bahnhof sein Zug nach dem

Im Jahre 1943 werden wiederum alle zehnjährigen Jungen und Mädel entsprechend dep Bestimmungen über die Jugenddienstpflicht zum Dienst in der Hitler-Jugend erfaßt. Es handelt sich diesmal um den Geburtsjahrgang 1932/33. Er umfaßt, wie der 7 'Deutschen Reiches feststem, die

zwischen dem 1. Juli 1932 und 30. Juni 1933 Ge­borenen. Ferner wird bei den bisher Zurückgestell-

Belange leiden.

Bergenroth muß auch mit seiner baldigen Ein­berufung rechnen. Ueber die bann zurückbleibenden Aufgaben hat er mit Doktor Marswin gesprochen. An ihn kann sich Helene um Rat und Hilfe wenden, wenn das notwendig werden sollte.

In dieser Zeit, da sowohl Helene als auch Ber- genroth unter den Unklarheiten leiden und sich gegenseitig heimlich beobachten, in diesen Tagen erhalt Helene einen Brief von Käte Allert. Bei Tisch spricht sie mit Bergenroth darüber. Es geht den beiden in Bramstett gut. Doch schreibt Räte von Störungen durch feindliche Flieger. Sie hat Sorg?

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unerschütterlichen Gemeinschaft des deutschen Volkes wird.

Die Kriegswinterhilfe-Lotterie 1942/43 hat wieder sofortigen Gewinnentscheid. Jede Serie ist eine in sich abgeschlossene Lotterie, in der 1 Million RM. Gewinne und Prämien ausgefpielt werden. Für 50 Rpf. schon kann man 1000 RM. gewinnen, ab­gesehen von den vielen Gewinnen zu 500- 100 RM., der großen Anzahl kleinerer Gewinne, und noch dazu die Prämienscheine. Am 31. März 1943 werden in jeder Serie eine Sondcrprämie zu 5000 RM. und Prämien zu 500 und 100 RM. verlost.

Das Prämienlos hat auch in diesem Jahre wieder den Kontrollstempel, der den Gewinn ober das Nicht" des Loses wiederholt, so daß die Gewinn­auszahlung unter doppelter Kontrolle erfolgt.

§ür Tapferkeit vor öem Zeiuöe.

Der Gefreite Karl Seipp aus Rupperts- bürg wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen Im Osten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Xür unsere Verwundeten.

Die RS.-GemeinschaftKraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auf- trage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem SonderreferatTrupven- betreuung" im Reichsministerium für Volksaufklä- rung und Propaganda in hiesigen Lazaretten fol­gende Veranstaltungen durch: Unter dem TitelEs weihnachtet sehr" wurde in einem Lazarett eine vorweihnachtliche Stunde gestaltet. In der passend zusammengestellten Dortragsfolge fangen Madien Ianda (Sopran) und Herta Jäger (2111) von Herbst, Winter und Weihnacht. Hannemarie Spamer (Bratsche) spielte Träumerei, Andante und Noc- turno, Ilse Krell (Klavier) begleitete die Künstler. Die Rezitationen von Maria Hillburg führten die Gedanken in die schöne Weihnachtszeit. Starker Beifall dankte für die besinnliche Stunde. Leh­rer Appelmann führte im Auftrage der Kreisbild- stelle einige schöne Filme über die Gewinnung der Kohle und ihren Versand vor. Schöne Landschafts- bilder vom Rhein waren zu sehen. In einem Lazarett svrach Professor Dr. Künzel über die Weltpolitische Wandlung der Gegenwart", in einem anderen hielt Unioersitäts-Drofefsor Dr. Fischer einen Vortrag über die Indische Freiheits­bewegung". Die Verwundeten folgten aufmerksam den interessanten Ausführungen. Zu dem Kon­zert des Frauen-Kammerorchesters in der Aula der Universität hatte die Kreisamtsleitung der NSV. Wetterau eine große Zahl Verwundete eingeladen. In der Theaterringoorstellung ber HI.Ein ganzer Kerl" hatten sich Verwundete als Gäste ein- gefunden. Die Intendanz des Theaters der Uni­versitätsstadt Gießen hatte zu den verschiedenen Vorstellungen in dieser Woche Verwundete einge* laben. Die Ortsgruppen der NS."Frauenschaft mit ihren Kindergruppen in Gießen-Ost und -Süd hatten eine große Zahl Verwundete aus hiesigen Lazaretten zu einem frohen Kaffeenachmittag ein» geladen. Nach ber Begrüßung durch die Ortsfrauen­schaftsleiterin Hummel zeigten die Kinder unter Leitung von Pgn. Liebermann in Lied und Spiel, was sie für die Weihnachtszeit gelernt hatten. Christa Leitner war eine kleine Harmonikakünstterin. Während der Pause nahmen die Kleinen neben den Verwundeten Platz. Die guten, von der Ortsfrauen

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schäft in Staufenberg gespendeten Kuchen munde­ten den Verwundeten sehr. Zum Sonntag hatte die Ortsgruppe Londorf eine große Zahl Verwun­dete zu Gast geloben. Verwundete und Gastgeber freuten sich über die schön verlebten Stunden am 3. Advent.

Verdunkelungszeit.-

15. Dezember von 17.08 bis 7.56 Uhr.

Gloria-Palast:Dr. (Krippen an 35ori>-*

Gesucht wird wegen Ermordung seiner Ehefrau der amerikanische Doktor Anselm Crippen, Alter 46 Jahre, Größe 1,73, Haare hellbraun, rötlicher Bart, Augen grau, trägt goldgeränderte Brille, auf der linken Miindseite Goldbrücke. Beherrscht die frarizösische und englische Sprache. Fenier wird ge­sucht wegen Mittäterschaft seine Sekretärin Lucy Talbot, Alter 23 Jahre, Größe 1,67, Haare blond, große blaue Augen, sehr hübsche Erscheinung mit zurückhaltendem Wesen. Sie ist zur selben Zeit wie Dr. Crippen geflohen. Reisen vielleicht getrennt. Auf die Ergreifung des Täters ist eine hohe Be­lohnung ausgesetzt." Dieses Fahndungsblatt stammt aus einem Kriminalfall, der im Jahre 1928 in ganz Europa beträchtliches Aufsehen erregte und jetzt den Stoff für einen neuen Film der Terra lieferte. Das Drehbuch schrieben der Regisseur Erich Engels und Kurt E. Walter unter Mitwirkung von Georg v. Klasen. Die Hauptrolle spielt Rudolf Hemau. Er und Engels sind ieinerzeit durch die Filme3m Namen des Volkes^ undFalschmün­zer" allgemein bekannt geworden. Ein grundsätzlich neuer Stil des schon immer beliebten Kriminalfilms war hier ganz bewußt in Angriff genommen wor­den,Dr. Crippen an Bord" setzt diese Linie fort. Das heißt: Drehbuchverfasser und Spielleiter neh­men den Fall (obwo'-l er an sich ein beliebiges Bei spiel ist) ernst, nicht nur als stofflichen Anlaß. In der Art, wie der Stoff filmisch angegriffen und bc handelt wird, erweist sich die neue Ethik des Krimi­nalfilms: man stellt sich bewußt und unmißver siändlich gegen den Verbrecher, dem jede, auch die unbeabsichtigte Glorifizierung entzogen wird. Die damit eingeschlagene neue Richtung endet mit der vordem meist fehlenden Feststellung, daß der Fall nicht nur geklärt wurde, sondern daß auch der Täter der verdienten Bestrafung verfiel: im vor­liegenden Falle: die Hinrichtung des Mörders er­folgte am 29. Januar 1929. Daß eine sachliche Behandlung in keiner Weise auf Spannung zu ver­zichten braucht, wird man in diesem Film in glei­cher Weise erleben wie bei seinen Vorläufern. Bis zum letzten Bilde wird der Zuschauer in Atem ge­halten, zum Mitgehen und zu eigener Kombination genötigt. Die lastende Atmosphäre, die ein schauder­haftes Kapitalverbrechen umgibt, wird des öfteren durch heitere Episoden entlastet. (Ein paar Unwahr­scheinlichkeiten an Bord fallen im Gesamtbilde nicht weiter ins Gewicht.) Rudolf Fernau als Dr. Crippen: wieder eine faszinierende darstellerische Leistung dieses ungemein begabten, sicheren und intelligenten Schauspielers. Seine Partnerin Ger­trud M e y e n entspricht der Kennzeichnung in jenem Fahndunasblatt-, man möchte sie gern ein­mal in einer Rolle sehen, die ihr aktivere Chancen gibt. Neben beiden wirkt ein vorzüglich eingesebtes Cnsemble mit, aus dem RenL Seligen, Anja Elkoff, O. E. Hasse, Walter Li eck, Ernst Waldow, Max G ü l st o r f f, Paul Dahlke, Elisabeth Scherer und Wilhelm Bendow ge-

26. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

"-«al Helene ist allein gekommen: an ihrer Seite M y Weiht ein Platz frei. Vielleicht war es Gertraude nicht möglich, mitzukommen, denkt Derg.nroth^ K Lahrfcheinlich wird das fo stm, denn in diesem Äon^ert gibt es keine unverkauften Platze.

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Zlt-n. g°nz sich Mt gestellt, hervorragende Aerwaltungoarbeit lei teten und in höchster Älbit- Verantwortung befreit von elnengenben Borfchrif. ten ihre Pflicht erfüllten, müßten auch im Reich vcr- att-te Schranken niedergerissen werden und natio- nalozwllftisches Derantwortungsbewußtsein an ihre Stelle treten. Die großen Aufgaben bedingten eine nationalsozialistische, volksnahe Verwaltung Einer volksnahen Beamtenschaft werde auch der Nach- w^chs nicht fehlen.

Kunst und Wisienschast.

Eine Komödie um Dürer.

Zdenko von Kraft hat in seiner neuen Komödie Der kleine Sünden fall", die vom Stadt- theater Halle uraufgeführt wurde, eine zarte Lie- besgeschichte um die Gestalt Albrecht Dürers ge- woben. Er läßt ihn in Antwerpen über die fügend- liche Schönheit einer tugenbfamen jungen flärni- schen Malersfrau in stilles Entzücken geraten, ihn aber der Versuchung Herr werden. Während dieses Geschehen in zarten Pastellfarben gehalten ist, hat die Haupthandlung die Heilung eines starrsinni- gen Vaters und Schwiegervaters von seinem Dünkel und Mißtrauen derbere Striche erfahren Ein besonderer Vorzug des Stückes, dem man bis zur Mitte des zweiten Aktes mehr dramatische Spannung und im allgemeinen mehr szenische Straf­fung wünschen möchte,, liegt in der liebevollen stil- gerechten Nachbildung der Gestalten im Sinne der Dürerschen Kunst wie der Echtheit, mit welcher die flämische Atmosphäre dem Zuschauer nahegebracht werden. Alfred rast.

Neues vom Film.

Die Bavaria-Filmkunst hat einen neuen Film Der Sviegel der Helena" in Arbeit ge­nommen, ber den Kampf im Grenzgebiet gegen eine Schmugglerbande schildert. Das Drehbuch schrieb Ernst von Salomon nach dem Roman von Curt EorrinthDie unheimliche Wandlung des Alex Roscher". Die Spielleitung hat Paul May. Die Hauptdarsteller sind Annelies Reinhold, Viktoria von Ballasko und Rudolf Prack. In diesen Tagen wurden die Aufnahmen zu dem TerrafilmW e n n der junge Wein blüh t", mit Henny Porten, Otto Gebühr und RenL Deligen in den Hauptrollen, beendet. Die Spielleitung hatte Fritz Kirchhoff, das Drehbuch schrieb Per Schwenzen nach dem Lust­spiel von Björnson. In den Ateliers München- Geiselgasteig begann V. Tourjansky mit den Auf­nahmen eines peuen Bavaria-FilmsTonell i", der das Schicksal eines weltbekannten Artisten be­handelt und dessen Hauptrollen Ferdinand Marian, Winnie Markus, Mady Rahl, Albert Hehn, Ni­kolai Kolin und Josef Sieber spielen. In Prag haben die Atelieraufnahmen zu dem neuen Bavaria- FilmDie schwache Stunde" begonnen. Das Drehbuch schrieb Felix von Eckhardt nach dem Theaterstück von Harald Röbbeling. Otto Pitter- mann ist der Spielleiter. In den Hauptrollen werden wir Hannelore Schroth, Hilde von Stolz, Charlotte Daudert, Paul Richter, Walter Janssen, Fritz Ode- mar und Josef Eichheim sehen. Die Aufnahmen zu dem Ufa-FilmDas letzte Abenteue r", ber mit Willy Birgel, Lotte Koch und Viktor Staat in den Hauptrollen den Ehekonflikt eines vielbeschäf­tigten Chirurgen behandelt, wurden unter der Regie von Gerhard Lamprecht beendet.

Lin Roberl-INaner-Preis der Stabt Heilbronn.

Heilbronn, die Geburtsstadt des Arztes und Na­turforschers Robert Mayer, stiftete zur 100. Wieder­kehr der Veröffentlichung der für die Entdeckung des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft entschei­denden Schrift einen Robert-Mayer-Preis, der all­jährlich in Höhe von 5000 RM. für die beste Arbeit ! auf dem Fachgebiet Robert Mayers verliehen wer- den soll. Die Stadt wird auch eine Robert-Mayer- (Bebenfftätte errichten.

Aus aller Wett.

Graf Zeppelins ältester Mitarbeiter gestorben.

Im Alter von 63 Jahren ist der Luftschiffsteuer­mann Ludwig Marx gestorben. Der Verstorbene trat 1899 in den Dienst des Grafen Zeppelin und wurde 1909 Luftfchiffsteuermann. Im August 1934 konnte er seine 3600. Fahrt mit einem Zeppelin machen. Bei der ersten Amerikafahrt 1924 war er als Filmer tätig. Durch feine interessanten Licht­bildervorträge und seine Führungen durch das Zeppelinmuseum war Marx bekannt.

Drei Postbedienstete verunglückt.

Im Karlsruher Hauptbahnhof wollten drei Post- bedienstete aus Frankfurt, die abgelost wurden, sich über die Gleise hinweg nach ihrem Unterkunstsraum begeben. Sie wurden dabei von emem ein- fahrenden Zug erfaßt und überfahren Einer war sofort tot, ein zweiter starb bald darauf an seinen schweren Verletzungen, während der dritte in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus gebracht wurde. __________