,12. Jahrgang Nr. 295
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Erklärungen türkischer Staatsmänner
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Leihgesetzes.
Scheinsozialismus und Wirklichkeit.
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guten Dienste für den Fall künftiger Mißhellig- ketten" anzubieten. Man kann sich leicht vorstellen, wie diese „guten Dienste" Roosevelts aussehen würden, wenn die Türkei von dem sowjetischen Vertragspartner bedrängt würde. Man wird in An- | kara gut tun, auf der Wacht zu sein, wie es die
tcn der türkischen Polizei, um sich über den Ablauf des Vortages zu informieren und ihre Rapporte zu machen, — denn daß so ein Hotel sich einer ganz besonders geschulten Ueberwachung zu erfreuen hat, ist in einem Staat, der auf seine Neutralität den größten Wert legt, besonders verständlich.
Im übrigen bedeutet das „Ankara Palace" für seine Konzessionäre, zu denen auch der türkische Staat gehört, ein glänzendes Geschäft, denn es gibt nie leere Zimmer. Wenn der Ankara-Expreß die Reisenden aus Istanbul bringt, oder wenn dem Taurus-Expreß die Reisenden aus Syrien und dem Irak entsteigen, — aus zwei durch den Krieg getrennten Lagern — dann hat die Hotelleitung ihre schwere Not, um die Gäste unterzubringen. Nicht selten muß dann ein kleiner Speisesaal in einen Schlafsaal umgewandelt werden und noch häufiger kommt es vor, daß das Hotel die Aufnahme von Gästen ablehnen muß. Das ist besonders dann der Fall, wenn ausländische politische oder wirtschaftliche Delegationen oder Staatsbesucher in Ankara ein- treffen, für die es eben keine andere Unterkunftsmöglichkeiten gibt, als das Hotel „Ankara Placa".
mperament des Staatschefs in raschem Tempo einem Hotel verwandelt. Kemal Atatürk hat ner Idee selbst sichtlichen Beifall gespendet und eer oft Gast in den Gesellschaftsräumen des Hotels,
,oßen Türkischen Nationalversammlung, auf der (deren das Hotel „Ankara Palace". Vor dem einen lten zwei anatolische „Aster" mit flachen Stahl- tmen und aufgepflanztem Seitengewehr die che, vor dem anderen die Kraftwagen der Re- rung und der Diplomatie.
mmt man durch die Drehtür in die Halle des tels, so glaubt man sich zunächst in das Europa Vorkriegszeit versetzt, denn man hört die Spra- i und sieht die Gesichter der Angehörigen aller opäischen und überseeischen Länder. Also — ein utrales Hotel, in der kleinasiatischen luptstadt eines neutralen und dabei politisch auch Europa gehörigen Landes. Dieses repräsentative >tel Ankaras, so sehr repräsentativ, daß in seinen
Mittelmeerposition, die durch die Landung in Nord- aftika nicht so schnell wie erwartet entscheidend verbessert werden konnte, nun durch einen Druck auf die Dardanellen zu stärken. Deshalb wünscht man in Washington und London die Anbahnung besserer Beziehungen zwischen der Türkei und der Sowjetunion durch den Abschluß eines Vertrages, der nach einer Meldung des United-Preh-Korrespondenten in Ankara, augenblicklich Gegenstand von Verhandlungen sein soll. Die Sowjetunion soll sich bereiterklären, die territoriale Integrität der Türkei und besonders die der Meerengen anzuerkennen und sich verpflichten, der Türkei, wenn sie angegriffen werde, zu Hilfe zu kommen. Beide Länder sollen sich weiter verpflichten, in der Presse jede Polemik zu unterlassen. Der sowjetische Botschafter Steinhardt soll eine längere Unterredung mit dem türkischen Außenminister Menemencoglu gehabt haben. Es sei der erste Besuch gewesen, den der Botschafter seit seiner Rückkehr aus Moskau im Außenministerium gehabt habe. Die Vereinigten Staaten hätten die Absicht, beiden Ländern ,/hre
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„Ankara Palace."
Von unserem WEB.-Berichterstatter.
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Bekenntnisiräger des neuen Europas.
Reichskommrsfar Lehsi-Juquart an die niederländischen Nationalsozia isten.
Amsterdam, 15. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die niederländischen Nationalsozialisten begingen den elften Jahrestag ihrer Bewegung. Bei dieser Gelegenheit wandte sich Reichskommissar Reichs- minifter Seiß-Inquart mit einer Rede an die nie» derländischen Nationalsozialisten. Als das alte Oesterreich in der Kriegszeit 1914/18 zusammenge- vrochen war, so sagte er, kamen wir in den kleinen Sieben-Millionen-Staat, und es hat einige gegeben, die glaubten, sich damit ab finden zu können. Wer bald war es eine allgemeine Erkenntnis, daß dieser kleine Staat nur ein Spielball in den Händen der großen Mächte war, daß Freiheit, Selb- ständi-teit und Unabhängigkeit nur ein Vorwand
Die Kehrseite des pacht- und Leihgesetzes
Ernste Besorgnis britischer Wirtschastskreise.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Ankara, im Dezember 1942..
n der Gründerzeit des modernen Ankara 1924 ute man vom Bahnhof eine schnurgerade Asphalt- aße zur Altstadt. Endpunkt der Straße wurde loater ein monumentales Reiterdenkmal Atatürks, dem heute auch die Normaluhr Ankaras steht, zwischen liegen an dem Boulevard zwei Gebäude alttürkischen Stil, mit Spitzbogenfenstern, fla- n Dächern, und der Ornamentik einer von boden- nirtgem künstlerischem Empfinden erfüllten, nun- hr vergangenen Epoche. Die beiden, sich stilistisch änzenden Bauwerke sind nur durch die Straßen- ite getrennt. Beide liegen in Grün gebettet, ran in der Gartenstadt Ankara fein Mangel scht. Auf der einen Seite das Gebäude der
ten-Reaierungen.
Es hat einige Zeit gebraucht, bis auch einflußreiche englische Kreise diese Fußangel merkten. Der „Econvmist" sowohl wie die „Times", der „Daily Telegraph" und andere Blätter mahnten Roosevelt vergeblich, schon jetzt zu erklären, er habe die Lieferungen nur um des demokratischen Ideals halber gratis vorgenommen. Roosevelt und die ame- rikanische Oeffentlichkeit, vertreten durch die jüdisch- kapitalistischen Presseorgane, reagieren auf solche Anzapfungen sehr sauer, und die Ereignisse haben bewiesen, daß Roosevelt dieses Pacht- unb Leihgesetz als würgenden Strick um den Hals Englands benutzt. Nicht nur Australien und Kanada unterstehen praktisch Roosevelt, sondern auch der Nahe Osten, Französisch-Nordafrika und Indien, denn überall hat Roosevelt seine Erpresserpolitik gegenüber England geltend gemacht. Das englische Empire und das englische Volk sind dem Yankee-Imperialismus willenlos ausgeliefert und die verbitterten Reaktionen auf diese Feststellung in der englischen Presse und in britischen Wirtschaftskreisen haben als Hintergrund eben diese Drosselschnur des Pacht- und
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Armeen für feine Zwecke zu erreichen, notgedrungen o tun, als wolle er auch die englische Wirtschaftspolitik der bolschewistischen Anschauungsweise wenigstens in etwas angleichen. Man entsinnt sich, daß zu Beginn dieser Aera ein britischer Politiker aus einem Herzen keine Mördergrube machte und leicht innigerweise auf die wahre Absicht hinwies, wonach man die Hoffnung hegte, daß der Bolschewismus im Kampf mit Deutschland sich aufreiben würde, so daß England bann auch von dem Bolschewismus nichts zu befürchten hätte. Diese Entgleisung wurde damals übel vermerkt, und der unvorsichtige Mann wurde kaltgestellt. Es kam nun jene Epoche, in der man sich in England gar nicht genug tun konnte in Verherrlichung des Bolschewismus, in großen sozialistischen Reformplänen und dergleichen mehr.
Der englischen Agitation nach schien es zeitweise geradezu so, als sei England „das Vaterland des Sozialismus" geworden. In Wirklichkeit blieben diese Dinge natürlich alle hübsch auf dem Papier stehen. Und wenn es hoch kam, bildete man hier und da einen Ausschuß zur Beratung irgendwelcher sozialen Reformen. Es wurde also das übliche parlamentarische Theater aufgeführt. Die Aufgabe dieser Ausschüsse sollte nach bewährtem Muster darin be stehen, daß sie möglichst lange berieten, ohne zu einem Beschluß oder einem Bericht zu kommen, d. h. das Volk sollte das Gefühl haben, es geschähe etwas, während in Wirklichkeit nichts geschah.
Mit diesen und ähnlichen Methoden ist es Churchill gelungen, sich in der erforderlichen Zeit einen scheinsozialen Anstrich zu geben. Jetzt hält er das offenbar nicht mehr für notwendig. Die Verbindung mit Sowjetrußland, auf die sich Herr Cripps stützte, hat Churchill jetzt selbst aufgenommen. Außerdem scheint man die Abhängigkeit Stalins vor der eng- lisch-amerikanischen Materialhilfe nachgerade für so groß zu halten, daß man auf gewisse Äußerlichkeiten keinen so entscheidenden Wert,mehr zu legen braucht. Auf der anderen Seite wuchsen die ame rikanischen Tendenzen zur Aushöhlung des Empire in letzter Zeit so bedrohlich, daß Churchill es offen bar für angebracht hielt, auch demgegenüber einen Damm aufzurichten. Die Kabinettsumbildung, die Eden und Morrison in den Vordergrund schob, be deutet mithin ein Bekenntnis zur alten englischen Empire-Politik, d. h. zum Imperialismus und zur wirtschaftlichen Ausbeutung der unterjochten Völker. Damit ist praktisch die Atlantik-Charta, obwohl sie von Churchill selbst unterschrieben wurde, und obwohl sie nicht genug gerühmt werden konnte, als Grundlage einer künftigen sozialen Ordnung der Welt, praktisch von eben diesem Churchill zerrissen worden. Churchill hat sich n'«cht geändert. Er ist derselbe Imperialist und Plutokrat, der er immer gewesen ist. Das ist sein echtes Gesicht, alles andere war und ist nur Maske und Tarnung.
Es liegt in der Natur der Sache, daß die außenpolitischen Auswirkungen nicht so klar zutage treten. Dagegen kann man innenpolitisch sehr gut den ver stärkten plutokratischen Kurs feststellen. Das gilt z. B. von dem Bericht des Herrn Beveridge. Dieser Konservative war zum Vorsitzenden eines Ausschusses für die Beratung sozialer Reformen gemacht worden. Obwohl Konservativer, hat Herr Beveridge Churchills Hoffnungen enttäuscht. Statt seine Aufgabe der Verschleppung richtig zu begreifen, hat er tatsächlich einen Bericht an die Regierung mit entsprechenden Vorschlägen ausgearbeitet, der nun veröffentlicht werden sollte. Beveridge mußte aber die Erfahrung machen, daß das nicht so leicht ist. Die Regierung verschiebt den Termin der Deröffent-
Stockholm, 14. Dez. (DNB.) Der USA.-Be- auftragte für Pacht- und Leihangelegenheiten, S t e 11 i n i u 5 , startete dieser Tage in einem nordamerikanischen Magazin einen Artikel über das Pacht- und Leihgesetz, um für dieses in letzter Zeit stark umfochtene Lockmittel des USA.- Imperialismus Reklame zu machen. Entgegen allen Erfahrungen der mit Hilfe dieses Gesetzes „Be- glückten" schilderte er die Unterstützungen als „völlig uneigennützig" und schloß mit den Worten: „Nach dem Kriege werden die Vereinigten Staaten ihre aus dem Pacht- und Leihsystem gewonnenen Er- Währungen zur Förderung einer besseren Welt aus- werten'" Diese „beffere Welt" nach dem Kriege soll die Welt des jüdischen USA.-Dollar-Imperialis- mus sein, der bereits jetzt mit dem Köder des Leih- und Pachtgesetzes seine Netze auswirft. Nicht zuletzt England hat schon Kostproben dieser USA.-Tak- tik erhalten und deshalb mehren sich hier auch die warnenden Stimmen. So führten jetzt wieder unter dem Motto „Belastet das Leih- und Pachtgesetz Englands Zukunft?" zwei konservattve Parlamentsmitglieder, Sir Patrik Hannon und Henry Brooke, die Schwierigkeiten vor Augen, die sich ichon heute für England aus diesem Abkommen ergeben. So dürfe England z. B. bestimmte Artikel nach Südafrika nur mit Einwilligung des USA.- Handelsministeriums liefern, und englische Exportfirmen müßten auf diese Absatzmärkte verzichten. England habe fast alle überseeischen Investierungen sowie seinen ganzen Handel mit Südamerika verloren. Gleichzeitig seien die Dominien und Kolonien von Englands Einfuhr unabhängiger geworden. Besonders gefahrvoll sei, daß die Handelskontrolle in den USA. aufgehoben und in England infolge der durch das Leih- und Pachtgesetz eingegangenen Verpflichtungen fortgesetzt werden wurde. Die Nordamerikaner seien nach dem Kriege jederzeit in der Lage, einen Handelskrieg heraufzube- schwören, den England verlieren würde. Der nord- amerikanische Individualismus bzw. Imperialismus bedeute in feinen wirtschaftlichen Auswirkungen für England ein unmittelbare Gefahr.
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Was ist das Pacht- und Leihgesetz? Wir können seinen Begriff mit einem einzigen Satz bestimmen: Das Pacht- und Leihgesetz oder Englandhilfsgesetz ist die finanzpolittsche Form, in der Roosevett nach seinem eigenen Ausdruck vom Februar 1941 die industrielle Leistungsfähigkeit der Vereinigten Staaten als „Arsenal der Demokratie" seinen Bundesgenossen zur Verfügung stellte. Erinnerungen an die Darlehen, die die Wirtschaft der Vereinigten Staaten während des ersten Weltkrieges gab, spielten sichtbar mit: Damals wurde die Verschuldung der amerikanischen Schuldner privatwirtschaftlich über die Börse und die großen Bankhäuser finanziert. Jetzt erscheinen das Schatzamt der Vereinigten Staa-
roaren, um uns in unserer Schwäche um so mehr in Zwang zu halten. Dazu verkümmerten wir in unseren Lebensbedingungen, und darum war es ein ganz gerader und ein unabwendbarer Weg in das Großdeutsche Reich. Aus dieser Zeit sei ihm, so führte der Reichskommissar weiter aus, die Erkenntnis gekommen, daß derjenige, der sich und fein Schicksal in die Hand unseres Führers gelegt habe, des Erfolges und des Sieges sicher sein könne.
Als der Führer zum Kampf gegen den Bolschewismus auf ries, da hätten sich die niederländischen Nationalsozialisten eingereiht in die große Front, die heute Europa heißt. Mit diesem Schritt hätten sich die Nationalsozialisten aufgemacht auf den Weg, die Niederlande in eine bessere Ordnung Europas zu führen. Es gebe keinen Zweifel darüber, daß die bolschewistischen Horden immer damit gerechnet hätten, eines Tages hierher zu kommen. Wenn es nicht der deutsche Soldat wäre, der den Bolschewismus zurückhielte, andere Soldaten könnten es nicht. Es sei daher ein lächerliches Geschwätz, wenn man in England oder in den USA. davon rede, man könne den Westen, wenn Deutschland einmal nicht mehr bestände, vor dem Bolschewismus schützen. Millionen und aber Millionen würden nicht nur auf dem Schlachtfelde, sondern auf der Schlachtbank zugrunde gehen. Keiner würde verschont werden, auch nicht der, der heute das nicht einsehen wolle. Als der Führer den Ruf zum Kampf ergehen ließ, da habe der Ruf Widerhall gewnden in den Herzen der niederländischen Natto« nalsozialisten. Die Männer, die hinousgegangen seien, seien die Bekenntsnisträger der Niederlande für die nationalsozialistische Idee und für das neue Europa, denen einmal das niederländische Volk zutiefst dankbar fein werde.
ten, besser gesagt: der Präsident und die von ihm beauftragten Organe als die Gläubiger der Bundesgenossen. Diese ebenso einfache wie klare Unterscheidung erlaubt auf den ersten Blick die Einsicht, daß das Pacht- und Leihgesetz im ersten Anlauf für England und die übrigen Klienten der Vereinigten Staaten sehr bequem scheint, daß es aber eine ungemein wichtige Verlagerung des politischen Schwergewichts darstellt. Jetzt sind nicht die Kuhn, Löb & Co. oder Morgan & Co., sondern die Vereinigten Staaten als solche die Gläubiger von London, Moskau, Tschunking und den vielen Emigran-
ifgeftellt werden. .... .
ffin der prächtigen Halle, in denSpe.sesalen, im Ksielzimmer, wo die „illustre Gesellschaft von An - Ära gerne dem Bridge und dem Poker hurp.at, 6) im Abendrestaurant im Keller kommt d' a Snettemben Klang einer Jazzband eme recht mter- mnte und heute seltene Musterkarte der oerschie- Kften Nationalitäten zusammen: Neutrale inb Kriegführende beider La ger, von II türkischen Hausherren ganz zu schweigen, cs «heint der geschmeidig-elegante General R e f e t kd)a, ber bekannt- türkische Kavall-ri-suhrer des »»bhängigkeitskrieges, oder der Poet und ftn« e Pahna Kemal, oder der charausgcber k hawamtltchen Zeitung „Ulu< FaNHRn, Kay. Sie setzen sich mit ihren Freunden zu Kem Spielchen zusammen, bevor sie zum Abend- jchn gehen. Die Abgeordneten haben es überhaupt W schwer, in bas Hotel zu gelangen, le brauchen fern Parlament nur eine Straßenbrette 3" über- h?ren. Man erblickt also im Hotel immer 3ab reiche pkische Deputierte und Politiker Eine Unwhl wichtiger politischer Besprechungen ist in ben i otö« En und gar an ben gastlichen Tischen des Hotels Kfr in ben Salons der Einzelappartements abge- »lten worden, und man kann getrost Ahaupten,
es in der türkischen Hauptstadt der Dorkriegs- kaum einen Platz gab, an dem so viel Polittk
«rtschast und Presse besprochen wurde, wie m b Räumen dieses Hotels. ß. • . n
IAllmählich hat sich nun aber auch der Krieg ft das Getriebe des Hotels °°n Ankara e.nge Mcht. In Gesprächen und Zusammenkünften ist jen allseits vorsichtiger geworden die betonte vkmende Lebensfreude, die, angeregt durch die tur men Hausherren, ost große Kreise zog,& pchgelassen Die Speisekarte «st gujnmm.nge jtonpfl. Dagegen sind die Preise ^deutend geigen Brat dars im Hotel nicht mehr verabfolg f-nden, auch nicht gegen Marken, sanderri d- chotel- forte müssen ihre Tagesrationen selbst mstbrmgem |iparaturen in den Zimmern imd, im techu'lchen pe-rieb können nur noch mit Schwiertgkesten au Mihrt werden oder müssen hegen blechen, west es 6 Material und Arbeitskräften mangelt, denn, »te firkei hat mobilisiert und ist von den Einfuhren Mefchnstten. Das Orchester im Aberchrestaurarst Kl keine „politischen Lieder" mehr sp'An,also Weder das Tipperary-Lied, noch öte L li Een! Der neueste Schlager der »merikanischen | -Cturpropagantia": „America j love y I chrdings noch erlaubt! Die Zeiten, da noch Men Morgenstunde die Tone der Schlagzeug N»mmel durch die Mauern des H°tels dröhnt
es in Ankara, noch »hoch her gmg 1)
Diese Auslastungen führender türkischer Staats männer klingen schlecht zusammen mit einem gro- ■ ... - - ■ ..
hen Agitationsfeldzug, ben Englanb und bie USA. oben zitierten Worte türkischer Staatsmänner auch zur Unterstützung sowjetischer Wünsche apgenblick- offenbar bokumentieren wollen.
lich in Ankara zu unternehmen scheinen, um ihre! --------
Whisky in Strömen floß, sind vorbei. Auch in Ankara ist die Sperrstunde auf Mitternacht angesetzt, nicht aus Gründen der Politik ober der Verdunkelung, sondern um Kohlen und elektrischen Strom u sparen. Vom Whisky, der in ben Jahren vor bie- em Krieg beinahe bas türkische Nationalgettänk, ben milchweißen Rakki, x\i verdrängen drohte, ist man wieder zu einheimischen Gettänken zurückgekehrt und ist froh, wenn man sie bekommt.
Beträchtlich ist bie Zahl bet Dauerbewohner des Hotels. Der portugiesische Gesanbte hat hier ebenso eine Zelte aufgeschlagen, wie einige britische Offiziere der Marine und der Luftwaffe (z. b. 23.), ober zriechische und polnische Emigrantendiplomaten, erner türkische unb ausländische Journalisten. Somit ist bas Hotel auch im Kriege bas geblieben, was es schon im Frieben war: das auf kleinstem Raum konzentrierte Hauptquartier ber Politik. All- morgendlich erscheinen in ber Portierloge bie Agen-
General-Anzeiger für Oberhessen l*l«*ä,,$*i»reteMldIe
Ankara, 14. Dez. (DNB.) Der türkische Wirt- chaftsminister Sirri Day erklärte im Rundfunk: „Wir leben in Sicherheit nur aus dem Grunde, weil man allgemein weiß, daß wir nicht zögern werden, unser Vaterland in einer Weise z u verteidigen, wie es den Tradittonen unserer ruhmreichen Geschichte entspricht, sobald unsere nationale Ehre im mindesten angetastet wirb. Unsere friedliche Haltung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Die gesamte türkische Nation stellt eine unerschütterliche Einheit dar, und die mächtige türkische Armee ist aus der Wach t." Der türkische Ministerpräsident S a r a < c o g I u hat dem Vertreter des „Povolo d'Jtalia" über die neue Wirtschaftspolitik der Türkei erklärt: „Die Türkei, bie von den zuerst unternommenen Experimenten liberalen Charakters enttäuscht wurde, ist jetzt entschlossen, ein strenges Regime autoritärer Selbstverteidigung anzuwenden." Menemencoglu, der Bruder des Außenministers, betonte, daß der Krieg die Türkei genau so viel koste wie ein kriegführendes Land. Die liberale Polittk habe sich als unzureichend erliefen, so daß man zu ben Methoden der totalitären Staaten greifen muhte.
letzte Kabinettsumbildung Churchills beansprucht ein besonderes Interesse. Unb zwar nicht allein deswegen, weil mit Herrn Cripps ein immerhin in Der englischen Oeffentlichkeit als ernstt Hafter Rivale Churchills angesehener Politiker ausgebootet würbe, sonbern weil zweifellos biese Kabinettsumbildung einen Kurswechsel ber englischen Politik bebeutet. Richtiger müßte man vielleicht agen, bah Churchill bamit zu ber alten Linie ber englischen Politik wieder zurückschwenkt, bie er aus außen- unb innerpolitischen Bebrängnissen heraus zeitweise wenigstens scheinbar änbern mußte. Unter bem Druck ber Situation Enalanbs nach Dünkirchen mußte Churchill, um ben Einjatz ber bolschewistischen
i rib manche Anekdote knüpft sich aus lener Zeit an v m Namen des Hotels „Ankara Palace". Seither gt bas Hotel ben Stempel eines halboffiziellen
I ibäubes, was auch burch bie Gewährung einer *ter Etlichen Subvention zum Ausbruck kommt. Die säumige, rechteckige Hotelhalle ist mit {djroeren lentteppichen ausgestattet, mit Kaminen, Marno rti che n unb einer Vielfalt von Sesseln jeber Iturepoche. Stilistisch ift bas Ganze eine. Mi- Kunq von Orient unb Okzident, also bie oeritable Eiten Carte ber Hauptstadt selbst. Die Bllber der hüben Staatspräsidenten und ber vier Mmister- :rofibenten, bie bie türkische Republik m 19 Jahren habt hat, sinb einziger Bilbschrnuck ber Wanbe. enn es aber regnet, bann erweist stch das Dach der Itelhalle als unbicht, unb an einigen Stellen müssen nn auf ber Parkettbiele Eimer als Tropfenfänger
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M Eichener Anzeiger
mfolge böberer Gewalt
Urnen alle staatlichen Empfänge abgehalten wer- t, sogar ber große Ball zu Ehren bes Jahres- 9e?an< tages ber Republik Ende Oktober, verdankt feine M va-Mtstehung ebenfalls ber „Grünberepoche" Ankaras. M Zuge ber Gestaltung einer neuen mobernen ’l J/ pirfei würbe bie neugefunbene Hauptstabt Ankara ’ in wachsendem Maße von Auslänbern besucht, Milomaten, Wirtschaftsleuten, Journalisten, benen MN eine Unterkunft bereiten wollte, bie mehr zu litten hatte, als die Primitivität bes Hauptquartiers unb bes Regierungssitzes einer Revoluttons- leroegung inmitten ber anatolischen Steppe. Auf Srfehl Atatürks würbe kurzerhanb bas für eine ftatliche Behörbe errichtete Arntsgebäube be- chlagnahrnt unb entsprechenb bem entschlossenen


