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Reichsnährstand angemeldete Sorte auf ihre Selb­ständigkeit zu untersuchen. Erst wenn diese festge­stellt ist, findet eine feldmäßige Prüfung auf ihren wirtschaftlichen Wert statt. OsZießen beherbergt die Sortenregisterstelle für Sojabohnen, Sonnenblumen und Saflor, sie zeigt im Fsldbestand eine große Zahl neuer Sorten.

Daß zur Versuchsanstellung und Ermittlung der Ernte der ungezählten kleinen Teilstücke entspre­chende Spezialmaschinen sowohl für die Aussaat als auch für die Ernte mit den notwendigen Scheunen- urvd Aufbewahrungsräumen, sowie umfangreiche Ap­paraturen für Qualitätsuntersuchungen der Ernte­erzeugnisse vorhanden sein müssen, versteht sich von selbst. Auch daß zur Nachprüfung der in Gießen ge­wonnenen Ergebnisse Außenversuche unter anderen Boden- und Klimaverhältnissen laufen, z. B. auf dem zweiten Universitätsversuchsgut in Rauischholz­hausen, soll nicht unerwähnt bleiben.

Neben den hier in großen Zügen geschilderten Forschungsaufgaben un£> -arbeiten des Gießener Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung haben wir bei unserem Rundgang über das Ver­suchsfeld an der Krofdorfer Straße und durch den Versuchsgarten beim Institut in der Senckenberg­straße noch manche andere sehr interessante Arbeits­aufgabe des Leiters und der Mitarbeiter des In­stituts kennengelernt. Hierüber noch zu berichten, müssen wir uns heute versagen. Allenthalben ist zu erkennen,- daß mit außerordentlicher Gründlichkeit und großer Liebe zur Sache gearbeitet wird. Da­durch werden von der Seite der Wissenschaft her bedeutende und in ihrer Wirkung nicht nur für die Gegenwart und die nächste Zukunft, sondern auch auf Jahrzehnte hinaus wichtige Beiträge zur För­derung und Sicherung unserer Ernährungslage ge­leistet. Die wissenschaftliche Seite dieser Arbeitsvor­gänge steht natürlich im Vordergründe, aber der Zweck dieses Schaffens im Studierzimmer, in den Laboratorien und auf dem Versuchsfeld ist ganz auf die starke Förderung der landwirtschaftlichen Praxis ousgerichtet, da ja die Wissenschaft nicht Selbstzweck, sondern an ihrem Teile Dienerin unserer Volksge­meinschaft ist und sein soll. Nach diesem obersten Grundsatz arbeiten auch unsere Gießener Land­wirtschaftswissenschaftler, um an ihrem Teile durch immer neue Erkenntnisse und Ausarbeitung besserer Methoden bei der Erringung der deutschen Nah­rungsfreiheit für alle Zeiten mitzuhelfen. Es ist eine schöne Aufgabe, der sie damit dienen und für deren eifrige Erfüllung ihnen alle Anerkennung ge­bührt. B.

Lugend sorgt für Spielzeug.

Wieder .Wettrüsten der HL."

Wahrend der Kriegszeit sind auch für die Spiel­zeugfabriken naturgemäß nicht so viel Materialien und Arbeitskräfte vorhanden, um den Bedarf an Spielsachen decken zu können. Spielzeug ist schön und nützlich, im Kriege atxer muß es hinter der Rüstung und anderen kriegswichtigen Dingen zu­rücktreten. Dennoch soll auch hier alles getan wer­den, um die Härte des Kriegs nach Möglichkeit zu mildern. Insbesondere sollen die Soldatenkitcher auch zum Wechnachtsfest 1942 wieder mit Spiel­zeug bedacht werden. Deshalb beginnt die Hitler- Jugend Ende August abermals mit ihrer großen Aktion desWettrüstens".

Schon in den vergangenen Jahren hat die Hitler- Jugend große Mengen von Spielzeug für Soldaten­kinder basteln können. Im Rahmen des Kriegsein­satzes der deutschen Jugend soll die Spielzeugaktion nun noch stärker durchgeführt werden. Die Spiel­zeuge, die aus dieser zusätzlichen Arbeit der Jugend entstehen, sollen auch auf Weihnachtsmärkten und Ausstellungen verkauft werden. Ganz besonders ist die Jugend in den Betrieben dazu auf gerufen wor­den, das Spielzeugwerk der Hitler-Jugend durch freiwilligen Einsatz zu unterstützen. Bereits recht-

Freude für Soldatenkinder.

zeitig zum vorjährigen Weihnachtsfest war gerade in den Lehrwerkstätten der Betriebe eine rege zu­sätzliche Spielzeugherstellung in Gang gekommen. Kinderfahrräder, Roller, Schlitten, Puppen und andere schöne Dinge waren zunächst alsMuster­stücke" gearbeitet und als solche ausgestellt worden. Nach diesen Mustern wurden dann für Weihnachten Bestellungen entgegengenommen.

Bestand auf diese Weise für zahlreiche Eltern die Möglichkeit, trotz des kriegsbedingten Ausfalls der eigentlichen Spielzeugindustrie zu bejubelten Ge­schenken für ihre Kinder zu kommen, so gilt das ganze Wettrüsten doch vor allem den Soldaten- kindern, die sonst kein Spielzeug bekommen könnten und die nun über die NSV. damit versorgt wurden und werden. Der erzieherische Wert des Spielzeugs wird bei alledem gleichfalls nicht unterschätzt. Das Amt für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF. unterstützt das Wettrüsten. Es hat sich mit einem Appell an die Betriebsführer, Ausbildungs­leiter und Leiter der Lehrwerkstätten gewandt, die Aktion der Hitler-Jugend zu fördern urtb vor allem den Wünschen auf Bereitstellung von Material und Werkzeugen sowie von Werkräumen zu entsprechen.

(Biefjener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 15. Aug. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 9 bis 10, Kar­toffeln, neue, 5 kg 75, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 9, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 12 bis 14, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 12, Bohnen, grün, 25, gelb, 28, Mirabellen 36, Salat­gurken 25 bis 28, Einmachgurken 15, Salat, das Stück 8 bis 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 5 bis 10 Rpf.

*

* * 86 Jahre alt. Am nächsten Montag, 17. August, kann Frau Ww. Franziska Ha­mel, Asterweg 50 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische ihren 86. Geburtstag begehen. Jahrzehntelang hat die Jubilarin ein Obst- und Ge­müsegeschäft mit weitreichenden Lieferungen betrie= und und sich dadurch einen großen Bekanntenkreis erworben. Fünf ihrer Sohne nahmen am ersten

Weltkrieg teil, einer von ihnen starb den Heldentod. Ihren 86. Geburtstag kann die Jubilarin, die Trä­gerin des Goldenen Ehrenkreuzes der deutschen Mutter ist, im Kreise von 9 Kindern, 19 Enkeln und 24 Urenkeln begehen. Der Jubilarin gelten un­sere herzlichen Wünsche zu ihrem Geburtstage und für ihren weiteren Lebensabend.

** Di e neuen Lebensmittelkarten wer­den in der kommenden Woche vom Montag bis ein­schließlich Freitag ausgegeben. Näheres wird in der heutigen Bekanntmachung des Ernährungsamtes mitgeteill.

** Höch st maße für Postpakete. Ange­sichts des durch die Kriegsverhältnisse gegebenen kleineren Laderaums sieht sich die Reichspost ge­zwungen, vom 15. August 1942 ab bis auf weiteres von der Postbeförderung auszuschließen: 1. sperrige Paketsendungen: zugelassen bleiben, soweit die Höchstmaße unter 2. und 3. nicht überschritten wer­den, sperrige Sendungen mit lebenden Tieren, mit Bruteiern, mit Röntgenröhren, Qurazbrennern und

anderen Heilgeräten, sowie Sendungen von BehLr» den oder im Auftrage von Behörden: 2. Paketsen düngen, die in irgend einer Ausdehnung 1,30 Meter überschreiten und 3. Paketsendungen, die in einer Ausdehnung 1 Meter und in einer anderen einen halben Meter überschreiten.

Strafkammer Gießen.

Der O. Sch. und die L. Sch., beide aus Wallern« Hausen bei Nidda, harten sich 1940 und 1941 de; Verbrechens der Blutschande schuldig gemacht. Dir Strafkammer verurteilte beide Angeklagte zu j sechs Monaten Gefängnis.

Landkreis Gießen.

* Großen-Linde n, 15.August. Vor etwa 14 Tagen erschien bei einem hiesigen Landwirt ein junger Mann mit der Mitteilung, er sei längere Zeit krank gewesen und suche nun auf dem Lande Erholungsaufenthalt, bei dem er sich durch Arbeite Hilfe nützlich machen wolle. Er machte einen »er« trauenerweckenden Eindruck und fand Aufnahme in dem Hause. Mehrere Tage ging alles gut, jedoch nach etwa 10 Tagen verschwand der junge Mann plötzlich und nahm dabei einen blauen Arbeitskittel mit Hornknöpsen, eine graugestreifte Tuchhose und verschiedene andere Kleinigkeiten aus Haus und Hof mit sich. Anscheinend handelt es sich um einen sog. Einschleichdieb, der in der Maske eines Bie« dermannes Zutritt zu den Familien sucht, um sich einige Tage lang durchzufüttern und dann ungestört stehlen zu können und schleunigst zu verschwinden.

)C Ruppertsburg, 13. August. Für unsere Gemeinde wird jetzt eine Motorspritze ange» schafft, durch die der Feuerschutz unseres Ortes und der Nachbarorte eine weitere Verstärkung erfährt.

Handball her HL.

Lang-Göns höchst-Nied.

Als Abschluß des Orts-Turn- und Sporttagez trägt die Mannschaft des Tv. Lang-Göns ein Hand» ballspiel gegen VfL. Höchst-Nied aus. In den Reihen der Gäste befinden sich Angehörige der Bann« Mannschaft des spielstarken Bannes 81 Frankfurt der hier sein Können schon unter Beweis stellte. Lang-Göns stellt zur Zeit die beste Vereinsmann­schaft im Bann 116 Gießen. Auf eigenem Boden hat die Mannschaft im letzten Spieljahr keinen Spielverlust zu verzeichnen.

Derduukelungszelt:

15. August von 21.49 bis 5.35 Uhr.

16. August von 21.47 bis 5.37 Uhr.

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Bekanntmachung.

Betr.: Ausgabe der Lebensmittelkarten für den 40. Bersorgungsabschnitt.

I. Die Ausgabetage werden wie folgt festgesetzt: 1. Ausgabetag: Montag, 17. August 1942 2. Ausgabetag: Dienstag, 18. August 1942 3. Ausgabetag: Mittwoch, 19. August 1942 4. Ausgabetag: Donnerstag, 20. August 1942 5. Ausgabetag: Freitag, 21. August 1942 Ausgabezeit von 8 bis 13 und von 14.30 bis 17 Uhr.

Welcher Ausgabetag für die Bezugsberech­tigten in Frage kommt, ist aus dem grauen Personalausweis ersichtlich.

Die Karten werden nur an Erwachsene ansgehändigt. ftm Interesse einer restlosen Erfassung des Altpapiers müssen sämtliche Reste der Karten des 38. Versorgungsab­schnittes zurückgegeben werden.

II. Sofort bei Entgegennahme sind alle Karten auf Zahl und Richtigkeit der Altersstufen nachzuvrüfen; svätere Beanstandungen sind zwecklos.

III. Die Bestellscheine der Eier-, Fett- und Mar­meladekarten sowie der Kartoffelbezugsaus­weise müssen bis spätestens Samstag, 22. Au­gust 1942, bei den Warenverteilern eingereicht werden, da sonst nicht mit einer Belieferung der entsprechenden Abschnitte gerechnet wer­den kann. Bei verspäteter Ablieferung tritt eine Kürzung der auf den Bestellschein zu liefernden Warenmenge ein.

IV. Ueber die Umwandlung von Bestellscheinen der Eierkarte in Berechtigungsscheine ergeht besondere Bekanntmachung.

V. Alle Personen, die Kühe, Ziegen oder Schafe zur Eigenversorgung mit Milch, sowie alle Geflügelhalter, die Hühner oder Enten zur Eigenversorgung mit Eiern halten, haben dies bei der Kartenausgabe unaufgefordert der Ausgabestelle zu melden.

VI. Lebensmittelkarten ohne deutlichen Eintrag von Name und Wohnung des Inhabers sind ungültig und dürfen nicht beliefert werden.

VII. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, daß verlorene Lebensmittelkarten nicht erseht werden; dahingehende' Anträge sind zwecklos.

VIII. Die Warenverteiler werden wiederholt dar­auf hingewiesen, daß alle Lebensmittel­kartenabschnitte nur während der aufge­druckten Gültigkeitsdauer beliefert werden dürfen; die Warenabgabe vor Fälligkeit und nach Verfall der Abschnitte ist unzu- lasstg.

IX. Mit den Lebensmittelkatten werden für jeden Haushalt entsprechend der Personenzahl und den Altersstufen Zusahkarten zu dem Haus- haltsausweis ausgegeben, die die gleiche Nummer wie der betreffende Personalaus­weis tragen. Auf ihnen find Name, Vorname und Wohnung des Inhabers mit Tinte ein­zutragen.

X. Während der Ausgabetage werden Anttüge auf Bezugscheine für Svinnstoffwaren und Schuhe nicht angenommen. [2478D

Gießen, den 15. August 1942.

Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Ernährungsamt Abt. B.

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Bekanntmachung.

Betr.rAusgabederZusatzkartenfürSchwer-, Schwerst-, Lang- und Nachtarbeiter. Die Zusatzkarten für Schwer- und Schwerst­arb eiter sowie die Zulagekarten für Lang- und Nachtarbeiter für den 40. Versorgungsabschnitt werden rote folgt ausgegeben:

Für Betriebe mit den Anfangsbuchstaben:

AG am Montag, 17. August 1942

HK am Dienstag, 18. August 1942

9 , am Mittwoch, 19. August 1942 R, S, Sch, St am Donnerstag, 20. August 1942 Tz . , am Freitag 21. August 1942

ut der Zert von 8 bis 12.30 und von 14.30 bis 17 Uhr.

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