m. 1^1 Zweites Blatt
August M2
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)
Hohe Ziele von Pflanzenbau und pflanzenzüchiung
(Nachdruck verboten.)
16. Fortsetzung.
du hast Das in letzter Zeit stark bezweifelt. Mach doch kein so böses Gesicht, das steht d-ir gar nicht. Und nun Servus, ich habe noch eine Verabredung", schloß er und verbeugte sich.
Anna rührte sich nicht vom Fleck. In ihrem Herzen war endlose Pein. In den Büschen sang eine Amsel, in der Nähe hallten Hammerschläge. Der Nachmittag stand weiß flimmernd über der Obstwiese. Eine blaue, wolkenlose Schale wölbte sich über das Land. Die Anspannung in Annas Gesicht löste sich langsam. Nur die Lippen und die kleinen Ohren waren noch eine Spur blasser als sonst. Sie zerknüllte gedankenlos ihr Taschentuch zwischen den bräunlichen, festen Fingern. Schließlich schickte sie sich zum Gehen an. Das Schlimmste war für den Augenblick abgewendet.
Sie schritt zögernd zurück. Auf einer Bank, nahe dem plätschernden Springbrunnen, döste Vetter Franz. Als er Anna gewahrte, nahm er Haltung an und wollte sich erheben.
„Bleibe sitzen, Franzel. Ich war ein wenig im Park. Hast du nichts gegen Kopfschmerzen bei dir?"
„Leider nicht. Soll ich mich im Haus erkundigen?" ,'üaß nur, ich gehe ja dann sowieso hinein. Es wird schon vergehen." Sie setzte sich neben ihn. Franz Hudal, so schien ihr, konnte ein bißchen Freundlichkeit brauchen. Er war ein armer Junge, einsam, vom Schicksal gezeichnet und halb verhungert. Man mußte gut zu ihm sein. „Nun, Franzel, wie geht's?"
„Ausgezeichnet. Ich habe mich sattgegessen, ich habe getrunken, soviel ich Lust hatte, nun sitze ich hier in der Sonne und faulenze. Kann man mehr vom Leben verlangen?"
„Du sagst das so bitter. Fehlt dir etwas?" Sie sah ihn besorgt an.
„Was.soll mir fehlen? Daß ein anderer mir die Frau weggenommen hat, die ich liebe, das zählt ja nicht. Wir Hudals sind an Pech gewöhnt."
„Welche Frau?"
„Dich! Hast du nie etwas gemerkt, Anna?" ^Abe^ Franz! Sei doch gescheit. Wir hätten ja
Dr. Brüggers Patientin
Roman von Walter Klöpffer
unschwer noch ausgedehnt werden kann, ohne erneute Belastung des Bauern.
Die Zuckerrübe liefert von allen Kulturpflanzen die höchsten Nährstofsmengen von der Flächeneinheit und ist nicht nur als Zuckerlieferant unentbehrlich, es fallen bei ihrem Anbau auch außerordentlich hohe Futtermittel an. Daher ist auch die Ausweitung ihres Anbaues dringend notwendig. Dabei Arbeitserleichterungen und Vereinfachungen zu schaffen ist ein Gebot der Stunde. Ein Mittel, das mühsame Vereinzeln der jungen Rübenpflänzchen zu erleichtern, ist die Verwendung sog. einkeimigen Rübensamens, wodurch etwa ein Drittel der Derzieharbeit gespart wird. Dom Institut sind entsprechende Versuche angelegt, die den großen Vorteil des so vorbereiteten Samens zeigen.
Dauernde Forschungsarbeit erfordert auch die für unsre Ernährung ganz besonders wichtige Kartoffel. So lehren Abbäuversuche auf dem Versuchsfeld klar und überzeugend die große Bedeutung des Saatgut- wechsels. Um zu zeigen, wie die Sorten sich in dauerndem Nachbau von ursprünglich vom Züchter bezogenem Hochzuchtsaatgut verhalten, wird eine ganze Reihe Züchtungen, zum Teil bis zum 14. Nachbau, in diesem Jahre angebaut, per Abbau wird vornehmlich durch sog. Viruskrankheiten hervor- gerufen, wodurch die Kartoffeln in ihrer Leistung geschwächt werden. Uebertragen wird die Krankheit durch die Pfirsichblattlaus von Staude zu Staude, die Knollen erkrankter Pflanzen übertragen sie wieder auf die Nachkommenschaft. Es unterscheiden sich nun aber die Sorten auch durch verschiedene Abbaufestigkeit. Der Bezug von Saatgut wird zweckmäßig aus solchen Gegenden vorgenommen, in denen es keine Pfirsichbäume und daher auch keine Ueberträger, nämlich keine Pfirsichblattläuse gibt. Es sind dies Höhenlagen und die östlichen Teile des Reiches.
In gleichem Maße wie die Bemühungen von Wissenschaft und Praxis dem Ackerbau gelten, müssen sich diese auch um die größte natürliche Eiweiß- guelle, nämlich das Dauergrünland, Wiesen und Weiden, bekümmern. Hier ist noch viel nachzuholen. Welche Mittel und Wege dafür zu Gebote stehen, zeigen sehr interessante Versuche, die auf dem Versuchsfeld benachbarten Wiesenflächen angestellt wurden. Die verschiedene, mehr oder weniger wirksame Behandlung der Grasnarbe durch Bearbeitung und Düngung läßt, wie auf einem Schachbrett, die Wirkung deutlich erkennen. Sie beweist, wie man auch ohne Umbruch und Neuansaat in verhältnismäßig kurzer Zeit und mit erschwinglichen Mitteln die Futterernte reicher und wertvoller gestalten kann.
Eine weitere große Aufgabe des Instituts liegt
„Eigentlich ist es eine Schande, daß ich Geld von dir annehme, Anna, aber —"
„Unsinn, wir sind doch verwandt. Und du wirst es mir zurückgeben, wenn du einmal ein berühmter Mann bist wie Helmreich."
„Du glaubst an mich?"
„Natürlich. Ich kenne dich doch. Du hast einen viel besseren Kopf als ich; ich habe immer viel schwerer gelernt als du." So tröstete sie ihn.
,Hch freue mich, daß du an mich glaubst, Anna. Sonst wäre es nicht zu ertragen. Dieses blödsinnige Geld! Ich kann doch nicht Möbelpacker oder Schuster werden. Das liegt mir nicht. Nimm beispielsweise dieses Mikroskop, von dem ich dir in München erzählte, denk an die anderen Instrumente, die ein Mediziner haben muß, — alles kostet ein Heidengeld. Für mich selber brauche ich das wenigste. Augenblicklich bin ich ziemlich im Druck. Sie haben mir eine geharnischte Mahnung geschickt und mit einem Zahlungsbefehl gedroht. Scheußlich. Ach, Anna."
Anna hatte ruhig dagesessen und zugehört. Ihr Herz strömte über von Mitleid. Sie konnte sich so gut hineindenken in alles, wie er dünne Suppe aß oder einen Hering mit Kartoffeln, wie er mit heißen Backen über feinen Büchern hockte, wie er manchmal fror, wie er um einen schadhaften Anzug bangte. Sie kannte das zur Genüge. Und aus diesem Verstehen heraus versuchte sie ihn aufzurichten.
„Es ist hart, aber du schlägst dich schon durch, Franzel. Um dich ist mir nicht bang. Und was das Geld betrifft, so werde ich schon Rat schaffen. Ist es viel?"
„Dreihundert Mark", antwortete er mit gesenktem Kopf.
„Momentan bin ich knapp bei Kaste, Franzet Meine Abfindung ist für Anschaffungen draufgegangen, Gebalt bekomme ich nicht mehr, aber ich werde mit Martin sprechen. Nur nicht gleich am ersten Tag. Das verstehst du doch?" — „Du bist ein Engel, Anna!"
(Fortsetzung folgt,
Ehestandsdarlehen trotz Wohnungs- und Mobelmangel
Neue Anweisungen des Iieichsfinanzministers.
Der Reichsfinanzminister hat durch einen neuen Erlaß wichtige Kriegserleichterungen für die Ehestandsdarlehen gewährt. Nach einer bestehenden Anordnung ist die Bewilligung des Ehestandsdarlchens zu überprüfen und gegebenenfalls zu widerrufen, wenn ein Ehestandsdarlehen drei Monate noch der Bewilligung nicht in Anspruch genommen worden ist. Bei dem kriegsbedingten Mangel an Möbeln und angesichts der Unmöglichkeit, während des Krieges dem Wohlnungsdesizit wirksam zu Leibe zu gehen, werden die Finanzämter gegenüber dieser Dreimonatsfrist großzügig verfahren. Nun sind in der letzten Zeit bei den Finanzämtern besonders der luftgefährdeten Gebiete viele Anträge eingegangen, die Aushändigung der Bedarfsdeckungsscheine bis zur Beendigung des Krieges ober bis zur Entlastung des Ehemanns aus dem Wehrdienst zurückzustellen. Diese Anträge hängen ebenfalls mit den erwähnten kriegsbedingten Mangelerscheinungen zusammen, die die erwünschte Verwertung der Bedarfsdeckungsscheine nicht immer gestatten; darüber hinaus erstreben diese Anträge aber auch eine Sicherstellung der Bedarfsdeckungsscheine vor dem Verlust durch feindliche Fliegerangriffe. Denn es ist an sich — mangels ordnungsmäßiger Nachweisemöglichkeit — der Ersatz von Bedarfsdeckungsscheinen, die durch Luftangriffe verloren gegangen sind, nicht vorgesehen. Der Reichsfinanzminister hat sich damit einverstanden erklärt, daß Aufbewahrungsanträgen durch die Finanzämter entsprochen wird.
Aus her Stahl Gieheu.
Blumenschönheit in den Gärten.
Die A-cker sind schon zum Teil obgeerntet! In langen Reihen stehen die Fruchthaufen. Unser täglich ®r0‘ mr.b Ungefähren. Ueb-r die Stoppeln cheht der Wind. Das Feld wird kahl. Auf den Wielen steht noch saftiges Gras, Tausende von Blumen grüßen daraus aber es ist nicht die Pracht der ersten Blutenfülle. ’
Dafür leuchten aus den Gcirten die schönen Herbstblumen. Astern, Dahlien, Gladiolen und Nelken stehen in voller Blüte. Die Sommerblumen sind ver- blüht welk hangen ihre Blätter. Die letzten Rosen freilich entfalten noch einmal ihre ganze Schönheit venn sie die Sonne bescheint. Dafür stehen nun Dahlien und Astern im schönsten Schmuck Ihr Strahlen und Leuchten füllt den Garten sie sind ganz Farbe und Schönheit. In allen Formen und Farbtonen finden wir diese großen, prächtigen Blumen. 1 M
Die Dahlien gedeihen am besten im Vorgarten an der Sudseite des Hauses. Jede nur denkbare Farbe, vorn schneeigsten Weiß bis zum dunkelsten Rot, vom reinsten Goldgelb bis zur tiefsten Küpfer- farbe, ist Hier anzutreffen. Aber auch viele Mischungen von Farben sind vertreten. Ebenso .ist die Form der Blute sehr mannigfaltig. Wir kennen solche mit ganz runden Formen, andere haben gerollte Blätter und sehen aus wie leuchtende Sterne, wieder andere sind einfach blühend, aber in ihrem Farbenreichtum nicht zu übertreffen. Die Dahlie hat sich das Herz -es Gartenfreundes erobert, und wir kennen wenig Gärten, in denen nicht zur Zeit die schönsten Dahlien blühen.
Wenn wir mit der Bahn durch die Lande fahren, grüßen uns Dahlien und Astern fast bei jedem Vahnwärterhaus. Hier, neben dem kahlen Eisenbahndamm, wirken die farbenprächtigen Blumen doppelt schön. Es ist für jeden Reisenden eine Freude, wenn er im Vorbeifahren diese Pracht be- löunbern kann.
Auch die Astern und Nelken sind in ihrer Mannig- altigkeit rechte Freudenbringer. Ihre Schönheit verleiht dem Garten einen Abglanz von Freude und Zuversicht. Aufrecht stehen die Astern da, kein Zeichen von Vergehen ist bei ihnen sichtbar, und keinen chöneren Blumenstrauß können mir in unser Zimmer stellen als den von bunten Astern und den herrlich duftenden Nelken. Viele Tage, ja Wochen bleiben sie unverändert in ihrer Farbenpracht.
Wir wollen deshalb bei einem Erholungsgang auch einmal stillestehen und die herrliche Blumen- »racht genießen. Wie uns im Frühling das Lied der Vögel ergötzte, so sind es jetzt die herrlichen Herbstblumen, die uns überall grüßen. —h.
Wehrkampftag der SA.
Am Dienstag, 18. August, um 15 Uhr findet auf der Dienststelle der SA.-Standarte 116 Gießen, Wetzlarer Weg 37, die erste Besprechung der K.-Führer der Standarten 116 Gießen, 145 Büdingen, 222 Friedberg sowie der Beauftragten des Sportamtes der KdF. der Kreise Wetterau und Büdingen statt, bet der vorbereitende Maßnahmen für den am 20. 9. 19^2 in Gießen durchzuführenden Wehrkampftag der SA. festgelegt werden.
Von der Ludwigs-Universität Gießen.
Das Personal- und Vorlesungsverzeichnis der Ludwigs-Universität Gießen für das Wintersemester 1942/43, das vom 2. November 1942 bis 27. Februar 1943 läuft, ist soeben erschienen. Das aufschlußreiche heft bringt an der Spitze zahlreiche wichtige Mitteilungen für die Studierenden, dann ein Zeitver- Mchnis, aus dem die jeweiligen Termine für die Erledigung der studentischen Angelegenheiten ersichtlich sind. Anschließend folgt das Verzeichnis über die Verwaltung und Einrichtungen der Hochschule, hierauf das über eine große Reihe von Seiten laufende, nach Fakultäten gegliederte Verzeichnis ins Lehrkörpers. Die Angaben über die akademischen Unterrichtsinstitute und Sammlungen, die ebenfalls mehrere Seiten umfassen, schließen sich an. Weiter findet man das Verzeichnis der Prüfungsausschüsse und die Zusammenstellung über die organisatorischen Grundlagen des NSD.-Dozentenbun- bes, der Wissenschaftlichen Akademie des NSD- Oozentenbundes unserer Ludwigs-Universität, der vtudentenführung, des Studentenwerks Gießen, des öeratungsdienstes des Reichsstudentenwerks und der Studienplätze im Ausland. Die letzten beiden Kapitel geben Aufschluß über die Vorlesungen und im Namenverzeichnis über die Mitglieder des Lehrkörpers. Das Heft in feiner Gesamtheit ist ein ausgezeichneter Führer durch alle Angelegenheiten und Arbeitsgebiete unserer Universität.
gar nicht zusammengepaßt. Ich bin ja eine alte Frau gegen dich."
„Wegen der lumpigen zwei Jahre? Nein, sag nur die Wahrheit. Heraus damit! Ich bin ein dummer, : grüner Junge, der nichts hat, der nichts wird und ' an dem nichts dran ist. Das meinst du doch?"
Sie streichelte erschrocken und mütterlich seinen Arm.
„Aber ich werde es euch schon zeigen", rief er 1 aufsässig und mußte gegen die Tränen ankämpfen, „ich werde es euch schon beweisen, daß ich ein Kerl 1 bin und es zu etwas bringe. Laß, das Gestreichle. 1 Davon habe ich jetzt auch nichts mehr. Und du i brauchst gar nicht so oerwurfsvoll zu schauen. Ich i weiß schon, daß- ich betrunken bin, daß ich mich un- । möglich aufführe und daß ich Geschichten mache. । Aber einmal hat es heraus gemußt, sonst wäre ich . darin erstickt."
„Aber Franzel, ich habe doch rein gar nichts i geahnt. Sei nicht ungerecht. Und dann — wie hast । du dir das denn vorgestellt?"
Franz sah bochig vor sich hin. Ihm war hundeelend zumute, auch körperlich. Der viele Wein, die . fette Gans, die Pastete und all das Zeug lag ihm । im Magen. Er hatte zu schnell, zu gewinnsüchtig । gegessen. Daß er diesen Doktor Brügger geschädigt hatte, freute ihn bei allem Elend. Aber es handelte sich nicht um Anna allein. Er hatte, wie gesagt, auch sonst Sorgen. Er dachte angestrengt nach und ' erklärte plötzlich: „Am liebsten möchte ich gar nicht mehr leben!"
„Das ist Unsinn. Franz. So etwas will ich nicht i hören. Du wirst sogar sehr lange leben und tüch- ; tiger Arzt werden. Man hat manchmal so Stimmungen, ich weiß, aber das geht vorüber. Meinst : du, ich habe es leicht?"
„Bist du nicht gern feine Frau?" fragte er schnell. '
„Doch, Martin ist ein so guter Mensch. — Ach, । da fällt mir ein, ich habe dir ja diesen Monat noch i gar nichts geschickt. Ganz vergessen habe ich das. > Ich hatte den Kopf voll anderer Dinge, Besorgun- । gen, Laufereien, die Aussteuer, du weißt schon
„Er darf es nie erfahren", sagte sie drohend.
„Was erfahren?"
„Daß zwischen uns etwas war." Haß blitzte in hren Augen. Wenn Fender ein kleines Tier gewesen märe, sie hätte ihn kaltblütig zertreten, ^-chon Ür die Art, wie er mit der Zigarette zwischen den Mahnen zu ihr redete, hätte er das verdient.
„Ach so. Gut. Und was soll weiter geschehen?
„Sie müssen weg. Heute noch!'
Er lachte.
„Das ,Sie< aus deinem Munde finde ich komisch, ch kann mir nicht helfen. Du verstoßt mich also aus lem Vaterhaus. Puh, wie tragisch! Ich habe ge- tlaubt, so etwas gibt's nur noch in alten Schmökern, per meinetwegen." m..., ..
Anna sah ihn mit soviel Haß und Wildheit an, tafe er einlenkte. ,
„Wo habt ihr euch eigentlich kennengelernt? „ „In der Klinik. Ein Auto hat mich angefahren , iab sie widerwillig Auskunft. ..
„Du hottest einen Unfall? Das tut mir leid, übrigens hast du eine ausgezeichnete Partie ge- Kacht. Das weißt du hoffentlich." Er war em bitz- hen beschwipst und lächelte spöttisch-
Sie sah ihn nur verächtlich an. „Ich werde bemüht sein, Ihre Rechte in keiner Weise zu schma- krn", sagte sie mit schmalen Lippen.
, „Reizend von dir! Du bist übrigens die emw, ter ich sogar da? glaube. Aber ich furch e, es gibt Ncht Diel 3U schmälern. Du weißt nicht, wiek die ringe stehen zwischen mir und dem Alten, Mardon, feinem Gatten, stehen. Er will nicht mehr recht her Drücken. Er behauptet, ich hatte das mir ^u- Henbe bereits erhalten. Na, wir werden lajey en. |on, ich verschwinde also von der Bildfläche. Du s-hst, ich bin folgsam, wie ein Lamm, und gerade
Wer auf der Landstraße nach Krofdorf wandert, erblickt bald hinter der Stodtgrenze auf der linken Seite die Versuchsfelder des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Ludwigs- Universität Gießen. Die Vielseitigkeit der Versuche auf diesem Gelände lenkt dos Interesse auf dieses Forschungsgebiet. Wir haben uns darüber mit dem Leiter des Instituts, Direktor Professor Dr. Sessous, unterhalten und dabei interessante Einblicke in die weitteichenden Aufgaben und Zielsetzungen des Pflanzenbaus und der -Züchtung erhalten, die in dem Gießener Institut eine gute Pflegstätte besitzen. Das Ergebnis unseres Besuches und eines aufschlußreichen Rundganges auf dem Versuchsfeld unter Führung von Prof. Dr. Sessous fassen wir im nachstehenden Bericht zusammen.
Die Pflanzenbauinstitute sind heute vornehmlich mit Ausgaben für die Ernährungssicherung betraut Es gilt dabei 1. die Erträge in Menge und Güte noch zu steigern und 2. die Schließung der Eiweiß-, Fett- und Faserlücke herbeizuführen. Es sind im besonderen ackerbauliche und pflanzenbauliche Maßnahmen, Nachprüfung und Verbesserung bisheriger Methoden sowie Erschließung neuer Wege auf diesem Gebiete, die in Betracht kommen. Sachgemäße Bodenbearbeitung ist und bleibt trotz aller Möglichkeiten, die ausreichende Düngung bietet, stets die Grundlage für Gedeihen und Leistungsfähigkeit unserer Kulturpflanzen. Reichlichste Düngung vermag Fehler, die bei der Bodenvorbereitung begangen merben, nicht wieder gutzumachen, wie umgekehrt jedwede Düngung nur voll zur Wirkung gelangen kann, wenn Der Boden in Ordnung, d. h. in ent- entsprechende Verfassung gebracht worden ist. Unter den vielen Möglichkeiten bietet die Untergrundbearbeitung sog. kranker Böden ein hervorragendes Mittel, auf ihnen die Erträge erheblich zu steigern. Es handelt sich dabei nicht um eine besonders tiefe Pflugfurche, sondern um eine getrennte Behandlung von Krume und Untergrund, ohne sie miteinander zu vermischen. Das Institut hat durch feine dahingehenden Untersuchungen wertvolle Beiträge für die Praxis geliefert. Ebenso wichtig ist auch die richtige Bemessung des Standraumes für unsere Kulturpflanzen, wenn sie Höchstes leisten sollen. Werden neue Sorten oder neue Kulturpflanzen ein- geführt, so muß diese Frage jedesmal geklärt und ihre Umweltbedingungen und Ansprüche erforscht werden. Ferner wird in Dauerdüngungs- und Fruchtfolgeversuchen die Wirkung sachgemäßer Düngung gegenüber einseitiger Nährstoffzufuhr auf Böden und Pflanzen studiert. Gerade diese Versuche bieten den Besuchern ausgezeichnetes Lehrmaterial und veranschaulichen, wie in einem Bilderbuch, den Einfluß der getroffenen Maßnahmen auf Boden, und Pflanze.
Das Eiweißproblem wird nach dem Fortfall der überseeischen Einfuhr von Kraftfuttermitteln durch Feld- und Zwischenfruchtbau gelöst, wozu in längeren Versuchsreihen das Gießener Institut wertvolle Beiträge in zahlreichen Veröffentlichungen geliefert hat. Hier soll die Parole, in zwei Jahren drei Ernte v zu erzielen, Erfüllung finden, um durch dauernde Nutzung des Bodens möglichst viel eiweißreiches Futter auf unseren Feldern zu erzeugen. Den vom Forschungsdienst der Landbauwissen schäften dem Gießener Institut übertragenen Prüfungen neuer Faser- und Oelpflanzen wird in breitem Rahmen Rechnung getragen, um Klarheit Darüber zu gewinnen, ob und inwieweit sie für deutsche Verhältnisse geeignet sind und ihr Anbau empfohlen werden kann. Zunächst galt es vor allem die alten Faser- bzw. Oelpflanzen Lein, Hanf, Raps, Rübsen und Mohn aus der „Rüstkammer" wieder hervorzuholen. Ihr Anbau war durch Die jahrelange überseeische Einfuhr anderer Rohstoffe in Deutschland fast zum Erliegen gekommen und damit Die Erfahrungen Der Alten vielfach aus Dem Gedächtnis geschwunden. Den sofort einsetz enden Dahingehenden Arbeiten Der Pflanzenbauinstitute im Reich ist es zu danken, daß Die deutsche Landwirtschaft in die Loge versetzt werden konnte, bald Die an sie gestellten Forderungen zu erfüllen. Auch hierbei lieferten Die Gießener Arbeiten namhafte ^Beiträge. So konnte ein Verfahren ausgearbeitet werden, welches Das mühsame Vereinzeln Der nach Der Saat Dicht beieinanderstehenden Mohnpflänzchen entbehrlich tnachte. Man gelangt zu denselben Erträgen, wenn Der Mohn durch eine einfache Verhackarbeit in kleine Horste gestellt wird. Es bedeutet dies eine wesentliche Arbeitsverminderung, wodurch der Mohnanbau
in züchterischer Arbeit. Es handelt sich Dabei um Die Schaffung neuer Sorten bei uns feit langem angebauter Pflanzen oder auch um Verbesserung Der MethoDik, um Den Züchtern immer neues Rüstzeug in Die HanD geben zu können. Bei Der Züchtung kommen zwei Wege in Betracht, einmal 33er» edelungs-. Das anDeremal Neuzüchtung. Im ersten Falle werden aus vorhanDenen Formengemischen JDeoltypen ausgesondert und in jahrelanger exakter Prüfung die Nachkommenschaften in reinen Linien geprüft und Das Beste ausgelefen. Zu Neuem gelangt man Durch künstliche Kreuzung, wobei Kombinationen wertvoller Elterneigenschaften geschaffen und bis zur Konstanz Durchgezüchtet roerDen. Seit einer Reihe von Jahren wendet man Mittel an, mit Denen es gelingt, auf künstlichem Wege AbwanD- lungen Der Erbmasse zu erreichen, sogenannte Mutationen, woDurch neue Eigenschaften oder Steigerung vorhandener in bisher noch nicht erlangtem Ausmaße entstehen können. So ist es z. 33., um nur einiges zu nennen, einem Mitarbeiter Des Instituts gelungen, Durch chemische Behandlung junger Pflanzenteile Den Alkaloidgehalt gewisser Pflanzen in günstigem Sinne zu beeinflussen und zur Vererbung zu bringen.
Auch Die züchterischen Arbeiten an Der Sojabohne haben bereits zu Erfolgen geführt. Das Gießener Institut hat schon neue Sojasorten, Die unter unseren klimatischen Verhältnissen anbaufähig sinD, ohne ihren wertvollen Gehalt an Eiweiß und Fett einzubüßen, herausgebracht. Auch hat ein früherer Mitarbeiter, Der jetzige Professor Scheibe in München, eine neue wertvolle Oelpslanze, geeignet für anspruchslosere Verhältnisse, wo also Raps und Rübsen nicht mehr recht geDeifjen wollen, geschaffen. SelbstverstänDlich müssen für Die züchterischen Arbeiten reiche Sortimente aller möglichen Kulturpflanzen jeDerzeit greifbar fein. Dem Besucher Des Versuchsfeldes bietet sich Daher ein außerorDentlich reiches UnD vielgestaltiges (Sammlungsmaterial z. B. an GetreiDesorten Dar. Einige hunDert verschiedener Weizen-, Gerste- unD Hafersorten in mannigfaltigsten Formen unD aus zahlreichen ßänDern, sowie unterschieDlicher genetischer Zusammensetzung sind vorhanDen. Sie sind auch ein ausgezeichnetes Anschauungsmaterial für Lehrzwecke.
Daß Die Pflanzenbauinstitute mit ihren Einrichtungen für exakte Prüfungen auch Die Aufgabe haben, für Den Reichsnährstand neue Zuchtsorten auf ihren Aufbauwert zu prüfen und Dadurch Die Praxis vor Fehlschlägen zu bewahren, zeigen Die alljährlichen, mit vielen Kulturpflanzen vorgenommenen PrüfungsfelDer. In den Rahmen Dieser Arbeiten gehören auch Die Des sogenannten «Sorten» registers. Sie haben Den Zweck, jeDe neue. Dem
Bereits ausgegebene Bedarssdeckungsscheine können nicht zurückgenommen werden. Aber auch hier- Durch ist eine Schädigung nicht zu befurchten, weil Die Verwendung Der Bedarfsdeckungsscheine nicht an eine Frist und innerhalb Des Deutschen Reiches auch nicht an örtliche Grenzen gebunden ist. Den Anträgen, Die Tilgung Der Ehestandsdarlehen bis zur Verwendung Der Bedarfsdeckungsscheine auszusetzen, kann grundsätzlich nicht entsprochen werden. Es bestehen aber schon besondere Erleichterungen für «Soldaten und ihre Familien. Bei Einberufungen nämlich brauchen Ehestandsdarlehen' dann und solange nicht getilgt zu w erden, wie die Familie Familienunterhalt bekommt. Ein entsprechender Antrag ist in diesen Fällen bei Dem zuständigen Finanzamt einzureichen. Trotz Unterbrechung Der Tilgung roerDen aber selbstverständlich auch in dieser Zeit Die anteilmäßigen Kürzungen Des Ehestandsdarlehens bei Geburten gewährt.
Beim ehrenvollen ToDe von gefallenen Soldaten wird Der Rest des Ehestandsdarlehens ohne weiteres erlassen, wenn aus der Ehe Kinder hervorgegangen sind. Ist Das nicht Der Fall, so wird im Einzelfall geprüft, ob eine Niederschlagung des Darlehens in Frage kommt oder nicht. Auch sonst werden Kriegs- auswirkunge bei Den EhestanDsdarlehen großzügig gewürdigt; so kommt eine Niederschlagung Des Darlehens auch bei schwerer KriegsbeschäDigung in Betracht.


