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er 1916 nach Gießen, 1917 nach Tübingen, 1927
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?rft hart sei und von allen den letzten Einsatz for- ?rc. Die Lage berechtige jedoch zu stärkstem Ver. auen in die weitere Entwicklung. Sieg um jeden .reis bleibe die Parole. — Gauleiter Sauckel, die taatssekretäre Backe, Ganzenmüller und Guttcrer, .taatsrat Meinberg sowie weitere Männer aus
Herzens und Kreislaufs, des Gesichtssinns, der Ohr- lobyrinthe, Tierpsychologie, der Muskeln und der Bewegungen, der Stimme und des Zentralnerven-
3n der 39. Zuteilungsperiode vom 27. Juli bis 23. August werden im wesentlichen die gleichen Rationen gewährt wie in der 38. Zuteilungsperiode. Lediglich beim Käse wird die Ration entsprechend dem jahreszeitlichen Rückgang der Milcherzeugung um 62,5 Gramm gekürzt. Die Abgabe erfolgt auf zwei Einzelatstchnitte über je 62,5 Gramm Käse. Daneben wird wie bisher 125 Gramm Quark abgegeben. Falls besonders günstige Witterungsoerhält- nisi'e eine erhöhte Milcherzeugung und damit eine größere Käseherstellung ermöglichen, bleibt vorbehalten, die bisherige Käseration auch noch für die 39. Zuteilungsperiode beizubehalten. Für diesen Fall werden rechtzeitig die erforderlichen Abgabevorschriften veröffentticht werden. Die Reichskarte für Marmelade, die Reiszuckerkarte und die Reichseierkarte verlieren mit Ablauf des 26. Juli ihre Gültigkeit. Die Karten werden daher für die 39—42.Zuteilungsperiode (27. Juli bis 15. November) neu aus« gegeben und berechtigen in der bisherigen Weise zum Warenbezug. Die Bestellscheine einschließlich des Bestellscheins 39 der Reichseierkarte und des Marmeladenbestellscheins 39 der Reichskarte für Marmelade sind von den Derbrauchern in der Woche vom 20. bis 25. Juli bei den Verteilern abzugeben, sofern nicht die Ernährungsämter die Abgabe auf bestimmte Tage dieser Woche beschränken.
Milcha-Iieserung und Feitversorgung.
Richtlinien des Reichsnährstandes zur Verbesserung der Milchablieferung
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,lagen berufen, um hier die schwäbische Landesge- chichte und die historischen Hilfswissenschaften zu
Die Straßenbahn ist billiger geworden.
Im Betrieb unserer Straßenbahn ist durch eine neue Einteilung der Tarifgrenzen eine anerkennenswerte. Verbilligung für die Fahrgäste herausgekom- men. Abgesehen von den Straßen Bahnhof—Marktplatz und Marktplatz—Neuer Friedhof bzw. umgekehrt, für die der bisherige Fahrpreis von 10 Rpf. weiterhin gilt, ist für die anderen Teilstrecken eine Verbilligung um fünf Rpf. eingetreten. Bisher kostete die Straßenbahnfahrt Bahnhof—Wiesecker Weg bzw. umgekehrt 15 Rpf., jetzt sind für die gleiche Fahrt 10 Rpf. zu zahlen; bisher mußten für die Strecke Bahnhof—Grabenstraße in Wiefeck bzw. umgekehrt 20 Rpf. bezahlt werden, jetzt sind dafür 15 Rpf. als Fahrpreis festgesetzt; Bahnhof—Wieseck Ende bzw. umgekehrt kostete bisher 25 Rpf., jetzt 20 Rpf., Bahnhof—Neuer Friedhof bzw. ümgekehrt bisher 20 Rpf., jetzt 15 Rpf. Entsprechend dieser Senkung des Preises für die Einzelfahrt ist auch eine gleichartige Verbilligung des Preises der Monatskarten eingetreten. Die Fahrgäste begrüßen diese Verbilligung mit Genugtuung.
Siebener Schlachiviehmarkt.
Auf dem gestrigen Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehoerfteigerungs- haUe Rhein-Main kosteten: Ochsen 39 bis 45, Bullen 38 bis 47, Kühe 18 bis 47, Färsen 38 bis 53, Kälber 25 bis 57, Hämmel 35 bis 40 Rpf. je kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasie a (150 kg und mehr) 1,25. bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 125, c (90 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 89,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Speckfauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM — Marktverkauf: Alles zugeteilt.
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Pros. Dr. Hans Meirich gefallen.
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nähme sich in der Praxis meistens etwas verzögert, ist eine Höchstgrenze für den Verbrauch von Vollmilch mit 150 Kilogramm festgesetzt. Schlachtkälber dürfen auf keinen Fall gemästet werden. Auch die Magermilchmaft ist nicht erwünscht. Die Dersütte- rung von Vollmilch und Magermilch bei der Vorbe- reitung der Zuchttiere zum Verkauf auf Zuchtviehveranstaltungen und zu Körungen und Schauen ist nicht statthaft. Nur Kälber dürfen Vollmilch erhalten. Die Verfütterung von Vollmilch an Fohlen, Ferkel und Geflügel ist unzulässig. Für die Auf. zücht dürfen nur die äußerst notwendigen Vollmilchmengen gebraucht werden.
Alle Einzelheiten der durch diese Forderungen bedingten Betriebsberatung sind durch die Milchleistungsausschüsse bei den Landesbauernschaften bzw, bei den anderen Dienststellen des Reichsnährstandes zu erhalten. Wer im Hinblick auf die Milch, leiftung feines Betriebes Rat braucht, der wende sich an feine Wirtschaftsberater, an die Kreisbauernschaft oder an den Milchleistungsausschuß seiner Landesbauernschaft. Eine hohe Verantwortung trägt jeder Betriebsführer gerade bei der hier gestellten Aufgabe, denn die Sicherung der Fettversorgung ist für die Erhaltung der Arbeits- und Wehrkraft unseres Volkes so wichtig, daß auch die kleinste Unter- lassungssünde unverantwortlich wäre,
Für die Fettversorgung des deutschen Volkes ist die Milchablieferung der Landwirtschaft entscheidend. Die aus der Milch gewonnene Butter stellt heute den höchsten Anteil der Fettversorgung. Daher ist es nur zu verständlich, daß mit allen Mitteln daran gearbeitet wird, den Leistungsstand der Milchwirtschaft zu erhalten. In Anbetracht der Kriegsver- hältnisse ist bei dem jetzigen außergewöhnlich hohen Leistungsstand eine weitere Steigerung der Erzeugung wohl nicht möglich. Trotzdem müssen noch ge. wisse Reserven genutzt werden, und zwar durch weitere Einsparung von Vollmilch im landwirtschaftlichen Haushalt und bei der Fütterung. Die Butterproduktion ist abhängig von der Höhe der Milchanlieferung an die Molkereien. Daher ist es notwendig, die Milchablieferungen in einem Umfang zu erhalten bzw. zu steigern, der die restlose Ausnutzung der Betriebskapazität jeder Molkerei gestattet. .
Für die weitere Einsparung von Vollmilch bei der Fütterung hat der Reichsnährstand Richtlinien herausgegeben, die von jedem landwirtschaftlichen Betriebsführer genau beachtet werden sollten. Danach sind zur Aufzucht nur solche Kälber zu benutzen, die zur Zucht tauglich und zur Erhaltung des Viehbestandes notwendig sind. Alle anderen sind frühzeitig abzuschlachten. Schlachtkälber sollen spätestens mit 14 Tagen abgegeben werden. Da die Ab-
Lpd. Zweite Wagenklasse fürJnhaber von Schülermonatskarten gesperrt. Mit Wirkung vom 1. August 1942 wird die zweite Wagenklasse aller Reisezüge auf sämtlichen Strecken der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. für Inhaber von Schüler-Monatskarten gesperrt. Die Plätze in der zweiten Wagenklasse sind notwendig für anstrengende kriegswichtige Berufsreisen.
** VHC. - Zweig Gießen. Die Juli-Wande- rung des VHC. brachte die Teilnehmer zunächst mit der Bahn nach Lollar. Dann ging es aufwärts zur Burg Staufenberg. Auf auten Waldwegen wanderte man weiter bis nach Hassenhausen und zu der idyllisch gelegenen Wilhelmshöhe, wo Mittagsrast gehalten wurde. Vor den Wanderern lagen der fruchtbare Ebsdorfer Grund, der Frauenberg, Spiegels- lust und die Gladenbacher Berge. Beim Weitermarsch am Mittag ging es über den Totenberg ins LurNdatal. Der 'Beerenreichtum der Wälder verursachte manchen Aufenchalt. Gewissermaßen als Abschluß bot sich auf der Höhe vor Treis nochmals ein umfassender Blick bis in die Taunusberge. Nach einer gemütlichen Schlußraft bracht die Bahn die Wanderer am Abend nach Gießen zurück.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
A. B. 20. Bei dem Verkauf Ihres Gartens wird Wertzuwachsfteuer erhoben, da Erbgang in diesem Falle als Besitzwechsel gilt. Die Höhe der lieber* fchreibungskoften können Sie beim Amtsgericht ober bei einem Notar erfahren.
kann sich nicht denken, daß diese Angaben, die sie machen soll, etwas mit ihren persönlichsten Angelegenheiten zu tun haben. Aber ihre Nerven sind schlecht in der letzten Zeit, sie hat nicht mehr das beglückende Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit, das Wort „Kriminalpolizei" flößt ihr einen Schau- der ein.
„Wollen Sie uns bitte sagen, wo Sie am siebenten dieses Monat waren — möglichst genau ..."
„Wo ich war?" Ein klein wenig erstaunte Betonung liegt auf dem „ich". „Zu Hause wahrscheinlich."
„Bitte, besinnen Sie sich — es ist von großer Wichtigkeit."
„Das war am Donnerstag, nicht wahr? Vormittags war ich bestimmt zu Hause, gegen Mittag bin ich fortgegangen — habe Besorgungen gemacht.'
„Und wann sind Sie zurückgekommen?"
„Gegen abend — vor sieben jedenfalls, ja, kurz vor sieben."
Irgend etwas muß hier geschehen sein in der Gegend, sie weiß nichts davon, sie war nicht da, sie kann darüber nichs aussagen — vielleicht ist damit die Angelegenheit erledigt — hoffentlich! Es ist unangenehm, in solche Dinge hineingezogen zu werden, auch wenn sie einen nichts angehen.
„Sind Sie unterwegs irgendwo eingekehrt, um eine Erfrischung zu nehmen, in einem Kaffeehaus, ober einem Hotel?"
Irmela findet diese Frage etwas sonderbar. „Nicht, daß ich wüßte", sagt sie kühl. Ihrer Meinung nach geht es den Mann durchaus nichts an, daß sie im Hotel Baltic war — sie war nicht hier, dos muß ihm doch genügen.
„So. Also nicht Der Portier im Hotel Baltic behauptet, Sie dort gesehen zu haben."
Bauer sagt das sehr gleichgültig, aber fein Blick liegt scharf beobachtend auf ihrem Gesicht und sieht, wie es jäh die Farbe wechselt.
„Merkwürdig." — Sie lächelt etwas. „Woher kennt er mich denn?"
(Fortsetzung folgt.)
Partei, Staat und Wissenschaft sprachen über I ejotrberen Probleme ihrer Arbeitsbereiche.
Oie (Sanatorien.
Während der Kriegszeit stehen alle Betten
^erfami „ach Berlin. Berufungen nach Wien, Straßburg, in luftz Bonn, Freiburg und Heidelberg hatte er abgelehnt. oben bt Professor Trendelenburg ist Herausgeber der „Zeit- zfprad) ? schrift für die gesamte experimentelle Medizin" unb des „Archivs für Sprach- und Stimmphysio- CrmL logie". Er ist Mitglied zahlreicher Akademien. Seine Arbeiten behandeln hauptsächlich die Physiologie des
Freiburger Romantiker-Woche.
■' Die Romantiker-Woche in Freiburg i. B. brachte 1929 frB am Eröffnungsabeyd, der zunächst dem heimischen n ünstler Weismann und den heute weniger brannten Komponisten Thuille und Spohr gewidmet BQr, eine interessante Aufführung von Robert Schumanns weltlichem Oratorium „Das Paradies und tie Peri", wie denn überhaupt Schumann ein we- etlicher Platz in der Programmfolge emgeraumt »ar. Einen der Höhepunkte bildete die fafziniernde Interpretation feiner IV. Symphonie durch Hermann lbendroth. Der Straßburger Generalmufttdirektor Hans Rosbaud dirigierte Pfitzners drei Vorspiele u Ibsens Schauspiel „Das Fest auf So Haug und rchumanns „Rheinische Symphonie'. Glanzleistung es von Vondenhoff geleiteten zweiten Orchesterkon- rrts war Schumanns a-moll-Klavierkonzertm der benso verinnerlichten wie virtuosen Meveraaoe urch Walter Giefeking, der auch dem zweiten Kam- mermufikabend mit Werken von Schumann, Psttz- V .„l nnh (rhanhurtic
Sanatorien ausschließlich kranken Volks- gen offen zur Verfügung. Erholungsbedürftige liefen nur aufgenommen werden, wenn es sich um eine vorbeugende Heilbehandlung handelt und keine Betten entzogen werden. Die Aufnahme von Patienten darf nur auf Grund einer ärztlichen Einweisung erfolgen. Der Aufenthalt ist auf sechs Wochen zu begrenzen, sofern es sich nicht um Lungentuberkulose handelt. Um zu verhindern, daß Patienten von Sanatorium zu Sanatorium «andern, sind die Sanatoriumsleiter verpflichtet, die verbrachte Zeit in die Reichskleiderkarte der Patienten einzutragen. Doch gilt dies nicht für jerven- und Lungensanatorien, ebenso nicht für Patienten der Angeftelltenversicherung, der Landes- «rsicherungsar.stalten und der NSV. Bei der Auswahl der Patienten haben die Sanatorien die- jtntgen zu bevorzugen, die kriegswichtige Arbeit ltisten.
Kunst und Wissenschaft.
Professor Trendelenburg 65 Jahre alt
Am 16. Juli vollendet der Ordinarius der Physio- lvgie an der Universität Berlin Dr. Wilhelm Tren- Menburg sein 65. Lebensjahr. In Rostoa geboren, studierte er in Freiburg und Leipzig und habilitiecie sich 1904 in Freiburg. 1909 wurde er a. o. Professor lind 1911 Ordinarius in Innsbruck. Von dort kam
Reis, Hülsenfrüchte oder Mehl.
Soweit es die Veflände erlauben.
Der Reichsemährungsminifter gibt bekannt, daß über das ausländische Weizenmehl, das zur Beliefe- rung der Nährmittelkarte eingesetzt war, inzwischen verfügt worden ist. Um dennoch keine (Schwierigkeiten bei Belieferung der Nährmittelkarten entstehen zu lassen, wird bis auf Widerruf auf die Nahrmit- telkarten auch ein besonderes Weizenmehl der Type 1050, das für diese Zwecke hergestellt wird und ein durchgemahlenes Mehl darstellt, verteilt werden. Außerdem werde-i die Bestände an Hülsenfrüchten und Reis, die noch beim Einzelhandel vorhanden sind, zur Belieferung der Nährmittelrationen freigegeben. Ferner werden noch Bestände des Großhandels an Hülsenfrüchten herangezogen werden. Es kann dem Verteiler überlassen bleiben, welche Erzeugnisse (Mehl, Hülsenfrüchte oder Reis) er auf die Nährmittelkarten abgibt, er kann sich dabei nach den Wünschen der Verbraucher richten, soweit es die Bestände erlauben. Aus eine möglichst gleichmäßige Verteilung seiner Bestände an die Verbraucher hat er aber zu achten. Die Abgabe von Kartoffelstärke- Erzeugnissen auf die St.-Abschnitte der Nährmittelkarten bleibt von dieser Regelung unberührt.
Gießen-Wieseck.
Der Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes wurde dem Landwirt Karl Kreiling V. in Gie- ßen-Wieseck als Anerkennung für 50jähriges Wirken für das deutsche Lied durch den Vereinssuhrer des Gesangvereins „Eintracht" überreicht.
Küchenkräuter haltbar gemacht.
Wenn die Küchenkräuter im Garten im besten Wachstum stehen, ist es Zeit, daran zu denken, daß wir auch im Winter davon noch Nutzen haben möchten. Wir sorgen auch hier vor und trocknen die ge- bräulichsten Würzkräuter selber. Zum Trocknen eignen sich: Bohnenkraut, Liebstöckel, Petersilie, Thymian, Majoran, auch Basilikum und Beifuß. Wir hängen die dünn gebündelten Kräuter an schattigem, luftigen Ort auf ober breiten sie in dünner Schicht auf Horden oder Packpapier aus. Sonnenwärme ist nicht angebracht, da die Kräuter durch ihre Einwirkung an Aroma verlieren würden. Auch die künstliche 5)erdwärme ist nicht empfehlenswert, wir müssen schon bemüht sein, die Trocknung durch die Luft herbeizuführen. In 2—3 Tagen ijt das bei trockenem Wetter gut zu erreichen. Durch Wenden und Auflockern der Kräuter fördern wir den Trock- nungsprozeß. Sind die Kräuter richtig trocken, so lassen sie sich leicht zerreiben und werden bann zer- rieben in Blechbosen ober Glasbehältern mit gut schließendem Deckel einzeln ober gemischt ausbe- wahrt. Mit den so getrockneten Kräutern können wir uns auch Kräutersalz Herstellen, indem wir die möglichst fein zerriebenen Kräuter mit fernem Salz vermischen und so zum Würzen verwenden.
leicht Herr Bareiro selbst — diese Briefe verkaufen wollte, nach Gewicht sozusagen, und daß er darum den leeren Hüllen ein Gewicht geben mußte, das nicht ober nicht mehr vorhanben war."
Dann wäre also biefer Bareiro ...", in das junge Gesicht schießt die Röte der Erregung, „ein Mann gewesen, der mit Liebesbriefen Handel treiben wollte? Ein hundsgemeiner Erpresser also? Na, da ist es ja weiß Gott nicht schade um ihn!"
„Das ist Ihre Privatansicht, mein lieber Butenschön!" sagt Bauer mit einer wohlwollenden Strenge. „Eine Ansicht, die Sie menschlich ehrt, die Sie sich aber als Beamter nicht erlauben und die Sie noch weniger äußern dürfen. Das Vorleben de« Ermordeten geht Sie gar nichts an. Und wenn er ein Schuft, ein Verbrecher, ein Abschaum der menschlichen Gesellschaft märe, und sein Mörder ein Engel an Reinheit und Güte, der nur durch Verzweiflung zu einer so furchtbaren Tat getrieben wurde. — Sie haben weiter nichts zu tun, als diesen Mörder zu suchen, zu stellen, dingfest zu machen. Die mildernden Umstände — die überlassen Sie getrost dem Gericht! Damit haben wir nichts zu schaffen!"
44.
Dem Kriminalrat Bauer sitzt eine junge Frau gegenüber — eine schöne und elegante Frau, ein wenig blaß, aber sehr ruhig unb aufrecht. Er weiß ihren Namen, aber er muß ihn trotzbem noch einmal erfragen, unb im Hintergrund bie Schreibmaschine Happert ihn mit.
„Sie heißen?"
„Irmela Sierinck."
„Geborene?"
„Hoffstebe."
„Geboren am’ — Zu? .
Irmela findet diese Formalitäten em wenig lästig und überflüssig, ebenso wie sie diesen ganzen Besuch lästig unb überflüssig findet Man will irgendeine Auskunft von ihr haben, sie wirb sie geben, wahrheitsgemäß, wie man sie ermahnt hat. Sie
Aus -er Stadt Gießen.
Kinder als Gartenhelfer.
Wenn Kinder zu Gartenbesitzern zu Besuch kommen — das gilt nicht nur für die „Großen", auch die Fünfjährigen sind gemeint —, ist ihre erste Frage gewöhnlich: „Darf ich helfen?" Oft bekommen sie jedoch zur Antwort: „Nein, das ist nichts für euch", weil die Gartenfreunde befürchten, daß die Kinder über Beete laufen, Pflanzen ausreißen und ähnlichen Unfug verüben könnten.
Kinder können aber bei der Gartenpflege durchaus brauchbare kleine Helfer fein, wenn man sie nur in der richtigen Weise einsetzt. Ehe man sie beschäftigt, muß man sich natürlich der Mühe unterziehen, sie zu unterweisen und ihnen den Arbeitsvorgang erläutern. Man muß ihnen sagen, warum eine Arbeit gerade jetzt und nicht zu einer anderen Zeit getan werden muß, warum nicht jetzt, womöglich in der heißesten Mittagsstunde, gegossen werden darf u. ä. Man wird bei den Kindern immer auf Verständnis stoßen, wenn man ihnen die notwendige Arbeit ober die notwendige Unterlassung von dem Bedürfnis der zarten Pflanzen her erklärt; warum sie nur mit abgestandenem Wasser und am kühleren Abend gegossen werden dürfen, weil sie sonst ebenso erschrecken wie ein Kind, das man unvermutet mit kaltem Wasser übergießt, warum man Wurzeln nicht aus- reißen oder beschädigen darf, weil sonst die Pflanze an Wunden und Hungers sterben muß.
Doch nicht nur aus Gründen der Arbeitshilfe sollte man Kinder zur Gartenpflege heranziehen, sie ist auch ein gutes Erziehungsmittel. Manche im Kinde verborgene Anlage tritt dabei zutage. Gerade die vielfältige Arbeit, die im Garten zu tun ist und deren Handgriffe es unbewußt den Erwachsenen absieht, wird es zu Geschicklichkeiten hinleiten, die es später gut gebrauchen kann. Es sieht, wie eine Laube gebaut, ein Brunnen aufgetan, ein Zaun ausgebessert wird, und sinnfällig lernt es auch verstehen, daß kleine Schäden sofort ausaebessert werden müssen, wenn große vermieden werden sollen. Es lernt im Zusehen, was Arbeitsdisziplin bedeutet. Auch zur Ordnung erzieht die Gartenarbeit. Von Anfang an muß es lernen, mit Gartengeräten sorgsam umzugehen. Das Kind lernt, daß und warum die Rechen, Harken, Kannen usw. noch vor Dunkelwerden an ihrem bestimmten Platz liegen oder hängen müssen, damit sich niemand an ihnen verletzt, wenn sie unordentlich in den Wegen liegen bleiben. Auf kleinem Raum gilt es Ordnung zu halten und jedem Ding im Gebrauch und im Nichtgebrauch feinen richtigen Platz anweisen.
Wenn irgend möglich, sollte in jedem Garten für die Kinder ein Sandhaufen aufgefchüttet werden, in dem sie nach Herzensluft und nach getaner Arbeit buddeln können. Der Garten soll dem Kinde beides sein: die Stätte sinnvollen Tuns, des Hegens und Pflegens, aber auch das Fleckchen Erde, auf dem es spielen und sich vergnügen kann.
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Briefe in Bareiros Hand
Roman von Anna Elisabet Weirauch
Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W- 35.
33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Butenschön hat eine große Bewunderung für seinen Chef. Er arbeitet so ruhig und sachlich, man könnte saft sagen, mit Gemütsruhe, und es stört ihn eicht im geringsten, daß hinter seinem breiten Ruk- ken die Leiche eines Ermordeten liegt. Dann wenn vuch die Untersuchung soweit abgeschlossen ist, man kann den Toten nicht entfernen, es wimmelt letzt cuf den Gängen von Leuten, die zum Abendessen pehen oder sich dafür umkleiden wollen — lomel Rücksicht nimmt man schon auf den armen Rotte- tohm, daß man sich für den Transport die stillste stunde der Nacht aussucht.
Plötzlich zuckt dieser breite, ruhige Rücken und ter Kriminalrat stößt einen leifen, Jungge3ogen€n Mi ff aus, der Buten schön wie ein Alarmsignal in die Glieder fährt. Bauer hat die Schreibmappe geöffnet, nicht in der Hoffnung etwas Besseres zu linden als allenfalls ein paar Abdrücke auf dem ^ofch- blatt, aus denen man eine Anschrift
kann... und was ihm in die Hande fallt, ift ein kleiner Stapel Briefe, an Herrn B°renw gerichtet.
Die Umschläge tragen alle dieselbe Handschrift. unverkennbar die Handschrift einer Frau. Bedachtem zieht Bauer den ersten Bogen aus dem Um- chlag — die Bewegung hat etwas Feierliches, -öu- rnschön jedenfalls hält den Atem an.
Der Bogen ist leer — leer bis auf den Aufdruck des Hotels. Ebenso der zweite, der dritte, der vierte, lein Wort darauf, leere, neue Briefbogen des Ho- iels, in Umschläge gesteckt, die nach dem Datum de Poststempels ein Jahrzehnt alt sind. Lutenfchon ' eht vor einem Rätsel. ....
„Was bedeutet das, Butenschon? Bauer sieht
Derduvkelungszeit:
15. Juli von 22.39 bis 4.48 Uhr.
mit halb zugekniffenen Augen zu ihm auf. Er hat die Art, an feinen jüngsten Assistenten Fragen zu stellen, wie ein Lehrer an einen Schuljungen.
„Keine Ahnung, Herr Rat!" antwortet Butenschön aufrichttg. n
Das bedeutet...", Bauer tut einen tiefen Zug an"feiner Zigarre, „daß diese Kuverts den Eindruck machen sollen, als ob fie gefüllt waren, denn ich nehme nicht an, daß jemand mit der Poft em Dut- ,end leere Blätter verschickt. Außerdem wird uns Herr Nottebohm sehr schnell darüber unterrichten können, ob diese Bogen so alt sind wie die Poft- ftempel, aussehen tun sie nicht so. Irgend etwas wird sich ja im Ausdruck oder in der Papierqualitat geändert haben. Wenn nun diese Bogen jetzt, kürzlich in die leeren — und nebenbei gar nicht passenden' Kuverts gesteckt sind, dann muß derjenige, der das getan hat, einen Zweck damit verfolgt haben .. den Zweck einer Täuschung. Begreifen Sie; Buten- schön?"
Nein!" sagte Butenschon stramm.
"Schade'" seufzte Bauer bekümmert. „Wenn ,e- mand eine Täuschung vornimmt ober beabsichtigt, fo verspricht er sich irgenbemen Vorteil bauon. Einen ibeellen ober materiellen. Es konnte sein, daß eine eifersüchtige Frau Briefe an diesen ... . er wirft einen flüchtigen Blick auf den Umschlag, diesen Fernando Bareiro .entwendet hat. Liebesbriefe einer anderen Frau natürlich, und die Kuverts mit leeren Bogen ausgefüllt hat, um ihn den Verlust nicht gleich merken zu lassen.
„Natürlich! Das wird es fein! Butenschon ist s'^Das ^wir^Ä' nicht fein, Butenschön." Bauer seufzt noch kummervoller. „Immerhin wäre es nett wenn Sie selbst auf diesen Einfall gekommen waren! Dieses, daß eine Frau sich in den Besitz von Liebesbriefen an ihren Geliebten setzen will - auch wenn sie noch so alt sind, was die Sache bedeutend unwahrscheinlicher macht — das wäre sozusagen der ideelle Vorteil. Ich bin mehr geneigt, an den materiellen zu glauben. Daß irgend jemand — unb viel-
Der a. o. Prozessor für Lanbesgeschichte unb hi- .-7. Porische Hilfswissenschaften an der Universität Tü- bmgen, Dr, Hans Meirich, ist am 14. Juni ostwärts 01 W Jutft gefallen. Meirich, der 1909 in Brambauer bei ren\ k Dortmund geboren wurde, studierte in Bonn, Mar- ’ - »bürg und Wien. Er hat in Marburg mit einer Un- mranteru kr|{l(hlUng über die kirchliche Organisation Oberhes- Qn <Ä ff ns und Nassaus im Mittelalter promoviert. Von dem Urkundenbuch des Klosters Hersfeld ist der alurischei f K^d 1936 erschienen. 1938 habilitierte er sich <n 15 Berlin, um im folgenden Jahr nach Marburg Uber- m Oftobr L^eln. Im November 1941 wurde er nach Tu-
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Heu,
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etrub-Quartetts, das Hugo Wosts „Jtattemfche Serenade" spielte. Karl 'Erb sang Lieder von Schumann, Franz, Schubert und Wolf mit unvergleich- tcher Gesangskultur und einer bezwingenden Art des Vortrags. Im letzten Orchefterkonzert unter Dondenhoffs Leitung erneuerte man die Bekanntschaft mit ber jugendlichen Geigenvirtuosin Gmla Sustabo, die Max Bruchs Violinkonzert g-moll mit Temperament und Scharm interpretierte Aiiton Bruckners IV. (romantische Symphonie Es-dur war der Ausklang. : Adoll E.dens.^»


