Kreis- und Vamimeisterschasten im Schwimmen
einer gemeinsamen europäischen Aufgabe unter dem Schutz Mer Nation zusammenfließen, die sich dieses Recht, ja diese Pflicht ehrlich erstritten hat.
Kleine politische Nachrichten.
Tine Jagdstaffel, die seit über einem Jahr in Afrika eingesetzt ist, spendete bei der letzten Sammlung für das Deutsche Rote Kreuz 4075 RM. als Anerkennung der kämpfenden Truppe fiir die Leistungen des Noten Kreuzes.
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Wie der italienische Wehrmachtbericht meldete, verursachte ein englischer Luftangriff auf den griechischen Hafen Piräus schwere Schäden an zahlreichen Wohnhäusern. Unter der griechischen Bevölkerung gab es 36 Tote und 28 Verletzte.
Marschall Antonescu besichtigte einen Ab- sämitt der rumänischen Front am Donez. Er besuchte auch das Gebiet südlich vvn Charkow, wo die Kesselschlacht im Mai stattfand und reiste dann nach der Krim weiter.
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Der Staatssekretär z. b. V. ihn Auswärtigen Amt, Keppler, veranstaltete zu Ehren des indischen Nationalistenführers Subhas Chandra Bose im Auslandspresseklub einen Empfang, an dem neben deutschen Schriftleitern die in Berlin akkreditierten Auslandssourna listen teilnahmen. Sie hatten Gelegenheit zu einem Gedanenaustausch mit dem Führer der indischen Nationalisten über Ziel und Bedeutung des indischen Freiheitsampfes.
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Der Präsident der chinesischen Nationalregierung, Wangschingwei, hat sich th Begleitung des Außenministers Tschau-Lun-Tschiang und des japanischen Militärberaters im Flugzeug nach Kanton begeben. Der Besuch des Präsidenten gilt der Provinz Kwantung, wo er sich über die militärische Lage unterrichten will.
Oie neuen Raucherkarten.
Die neuen Raucherkarten werden künftig durch die W i r t s ch a ft s ä m t e r auf Grund des für die Lebensmittel- und Kleiderkarten geltenden Verfahrens an die Verbraucher ausgegeben. Für die Zukunft werden für abhanden gekommene Kontrollkarten Ersatzkarten nicht ausgegeben. Die Hochst- und Mindestmengen für die einzelnen Abschnitte werden jeweils von den Landeswirtschaftsämtern festgesetzt, die auch anordnen können, daß vorübergehend nur die Mindestmenge verkauft werden darf. Die Verkaufsstelle darf gleichzeitig höchstens 14 zusammenhängende Tagesabschnitte einer Kontroll-, karte beliefern, wobei höchstens acht Abschnitte mach dem Derkaufstage fällig werden oder sechs Abschnitte vor dem Verkaufstag fällig geworden sein dürfen. Abschnitte, die mehr als sechs Tage zurückliegen, sind verfallen. Die Verkaufsstellen brauchen Karten, die ein Karteninhaber für Personen vorlegt, die offenbar nicht zu seiner Familie gehören, nicht zu beliefern, Karten aus dem Bezirk eines anderen Wirtschaftsamtes nur dann, wenn der Käufer sich als berechtigter Inhaber ausweist. Zum Zwecke einer (Hemeinschaftsspende können Gefolgschaftsmitglieder ihre Kontrollkarte einem Obmann zum Sammeleinkauf aushändigen. Beim Bezug im Wege des Versandes kann bis zu drei Monaten im voraus Ware bezogen werden. Die Abgabe von Zigarren, Zigarillos in ganzen Kisten wird dem Verkauf im Wege des Versandes gleichgestellt, wenn die Warenmenge der Verkaufsstelle ausreicht und ein solcher Kistenverkauf dort üblich war. Beim Verkauf von Zigaretten in 25iger Packungen ist eine Aufrundung über die festgesetzte Höchstmenge hinaus um eine Zigarette statthaft.
Aus aller Welt.
Das Salzburger Schachturnier.
Sämtliche Partien der vierten Runde endeten unentschieden. Die Partie Junge — Schmidt wurde nach häufiger Analyse remis gegeben. In der fünften Runde konnte Schmidt seinen Gegner Stoltz im 42. Zuge mattsetzen. Die am dichtesten umlagerte Partie war die zwischen dem Weltmeister Dr. Aljechin und Keres. Die nachzugliche Fortsetzung seines Angriffes Ermöglichte es Aljechin, einen Bauern zu gewinnen. Schließlich konnte Keres die Partie nicht mehr halten und gab auf. Turnier- ftand nach der fünften Runde: Bogoljubow 3V2, Keres 3, Aljechin 2V2, Stoltz, Junge und Schmidt je 2 Punkte. Am Sonnabend begann die sechste Runde, die-erste des zweiten Umlaufes, und die Versammlung der Länderdelegierten des europäischen Schachbundes. Am Sonntagabend sprach Dr Fabian (Rostock) über Schach und Aesthetik und Christian Leu (Bukarest) über „Schach m der Erziehung der Persönlichkeit". Am Montag werden Brinckmann (Kiel) und Weltmeister Dr. Aljechin über „Die Stellung des Schachmeisters ein Reierat halten. Anschließend spricht zum Thema „Schach und Jugend" Magdic (Agram.
Aus 6er Stadt Gießen.
Oie Königin der Beeren.
Der Juni schenkt uns alljährlich die herrlichste Beerenfrucht, die Erdbeere. Merkwürdig, daß die Feinschmecker des Altertums nicht auf den Genuß dieses lieblichen Waldkindes gekommen sind, denn obwohl Virgil, Ovid und der ältere Plinius sie erwähnen, hat sie auf dem sonst so reich gedeckten Tisch der Römer keine Rolle gespielt. Unsere germanischen Vorfahren dagegen scheinen von früh an diesem purpurnen Wunder ihre besondere Aufmerksamkeit gewidmet «zu haben.
In der Hauptsache war die Erdbeere von jeher als Leckerbissen geschätzt. Die Dichter des Mittelalters feiern sie in lateinischen Versen, und in den Maienliedern wird das Erdbeerpflücken als besondere Freude gepriesen. In dem ersten Roman unseres Schrifttums, dem lateinisch geschriebenen Ruodlieb, wird erzählt, wie die Kinder die roten Beeren in Topfe und Weidenkörbe sammeln und beglückt nach Hause tragen. Auch als Zehnten forderte man Erdbeeren. So heißt es in der Zimmern- schen Chronik: „Die Edelleute von Da Iburg, genannt die Kämmerer, haben zu Worms einen Hof, da muß ihnen der Rat jährlich auf den Pfingsttag zwei große Körbe mit Erdbeeren geben."
Als Gartenpflanze taucht die Erdbeere vereinzelt schon im 15. und 16. Jahrhundert auf, doch diese Züchtungen blieben seltene Versuche, und noch der berühmte Pflanzenkenner Elsholtz, der Leibarzt des Großen Kurfürsten, erwähnt nur die allbekannten Arten der Walderdbeere. Die eigentliche Zucht der Gartenerdbeere beginnt erst im 18. Jahrhundert. Der französische Reisende Frezier brachte im Jahre 1715 zum erstenmal fünf solcher Erdbeerpflänzchen als kostbare Ladung auf das Schiff, das ihn von Chile wieder in die Heimat tragen sollte. Zwei davon mußte er zwar dem Kapitän überlassen, der sie als Entgelt für das Begießen mit dem notwendigen Süßwasser forderte. Aus den drei glücklich nach Paris gebrachten Pflänzchen sind dann hundert Jahre lang sämtliche Erdbeerkulturen in Frankreich und anderwärts entstanden, bis 1820 weitere Pflanzen aus Chile kamen. Die Franzosen breiteten den Ruhm der neuen Gartenerdbeere weithin aus, und so verlangten auch die deutschen Fürsten, die die Versailler Mode yachahmten, statt der bisher beliebten kleinen Walderbeere große Erdbeeren für die Tafel. Aber dieser Nachtisch war sehr teuer, und noch Friedrich der Große genoß ihn als besonderen Leckerbissen. Er blieb noch zur Zeit unserer Klassiker eine Seltenheit, und in dem Epos „Luise" von Johann Heinrich Voß werden als Glanzpunkt des Festmahles „spanische Erdbeeren auf eiförmiger Schüssel" genannt. e
Der eigentliche Aufschwung der Erdbeerkultur begann erst im 19. Jahrhundert. Damals wurden noch weitere Erdbeerarten eiägeführt. Heute zählt man weit über hundert verschiedene Sorten.
Kür Tapferkeit vor öem Kemöe.
Der Feldwebel Ernst Hofmann aus Hungen wurde für besondere Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.
Oie Alttleider- und Spinnstoffsammlung bis 21. Juni verlängert.
Der Andrang zu den Sammelstellen der Altkleiderund Spinnstoffsammlung war hauptsächlich in den Städten in den Abendstunden in der zweiten Woche so stark, daß nicht alle Spender ordnungsgemäß abgefertigt werden konnten. Jeder Spender will ja seine Bescheinigung genau ausgestellt erhalten; daneben müssen die Listen über den Bestand der abgegebenen Altkleider und Altspinnstoffe sorgfältig geführt werden, so daß die Aufnahme der Spenden jeder Haushaltung längere Zeit in Anspruch nimmt. Die Zahl der Helfer, die in den einzelnen Haushaltungen die bereitgelegten Spenden abholen, ist meistens auch sehr beschränkt, so daß eine Verlängerung der Altkleider- und Spinnstoffsammlung bis zum Sonntag, 21. Juni, erforderlich wurde.
Dadllrch haben alle Haushaltungen Gelegenheit, ihre Spenden zur Altkleider- und Spinnftoffsamm- lung noch im Laufe der Woche abzugeben bzw. abholen zu lassen. Viele Hausfrauen werden auch dadurch Zeit finden, nochmals ihre Kleiderschränke, Kommoden und Truhen durchzusehen, um alles an Altkleidern und Altspinnstoffen herauszusuchen, was sie entbehren können. So fönrfrn weiterhin alle Spenden bis zum 21. Juni bei den im ganzen Reiche geöffneten Sammelstelleki abgeliefert werden.
Die Losung heißt also weiter: Gib auch du zur Altkleider- und Spinnstoffsammlung 1942!
Verdunkelungszeit:
15. Juni von 22.46 bis 4.28 Uhr.
Die Kreis- und Bannmeisterschaften, die in diesem Jahr im Gießener Militärschwimmbad gestartet wurden, brachten einen vollen Erfolg. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, daß es erstmalig ge- lungeh war, für NSRL. und HI. gemeinsam eine Meisterschaft durchzuführen, dann aber auch durch restlosen Einsatz der Wettkämpfer, die hervorragende Leistungen zeigten.
Die Ergebnisse der Üreismeisterschaflen:
1 0 0 M e t e r R ü ck e n: 1. und Kreismeister Uffz. Focken brock, LSV., 1:29,8; 2. Kirstein, GSV., 1:29,9; 3. Frank, GSV., 1:50,7.
200 Meter Bru st: 1. und Kreismeister Gernot Funk, GSV., 3:18,7; 2. W. Beckert, GSV., 3:20,9; 3. Ruckelshausen, Kam. U. v. Hutten, 3:27,8; 4. Feldw. Vieroth, LSV., 3:42,9.
100 Meter Kraul: 1. und Kreismeister Uffz. Fockenbrock, LSV., 1:17,3; 2. Uffz. Köhlinger, Kam. 11. v. Hutten, 1:24,3; 3. Fl. «chwemmler, LSV., 1:31,6; 4. Gefr. Arnsen, LSV., 1:32,9.
3X100-Meter-Brust: 1. und Kreismeister GSV. (Ruckelshausen, Beckert, Funk) 4:31,2; 2. LSV. 4:57,5.
3X100° Meter-Kraul: 1. und Kreismeister LSV. (Schwemmler, Arnsen, Fockenbrock) 4:16,1; 2. GSV. 4:17,1.
Das Wasserballspiel um die Kreismeisterschaft gewann der Gießener SV. mit der Mannschaft Beckert; Pfeiffer, Pascoe; Köhlinger, Funk, Kirstein, Schomber mit 9:1 Toren gegen den Luftwaffensportverein. Die Torschützen für den GSB. waren Funk (4), Kirstein (3), Köhlinger (1), Pfeiffer (1).
Die Ergebnisse der Vannmeifterschaften:
5 0 Meter Br ust DJ.-Klasse: 1. und Bann- meister Hans Dins läge, Spiel/116, 46,1; 2. Schuster, 2/116, 46,4; 3. Kranz, Spiel/116, 47,5; 4. Geyer, Spiel/116, 52,1; 5. Halbroth, SRD/116, 60,5.
50 Meter Kraul .DJ. -Klasse: 1. und Bannmeister Otto V eith, 5/116, 44,6; 2. Schuster, 2/116, 45,9; 3. Albold, Spiel/116, 47,5; 4. Schaffner, 2/116, 53,0.
100 Tie ter Rücken HI. - Klasse I: 1. und Bannmeister Hans Kirstein, Mot. 1/116, 1:29,9; 2. Frank, Mot. 3/116, 1:50,7; 3. Schuster, Fhl. 2/116, 1:59,5.
10 0 Meter Brust HI.-Klasse 1: 1. und Bannmeister Gernot Funk, Mar. 1/116, 1:28,7;
Erleichterungen für die Kennkarte.
Mit Rücksicht auf die durch den Krieg bedingten Verhältnisse hat der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei Erleichterungen für die Beschaffung von Kennkarten verfügt, die gleichzeitig der Ersparung von Photomaterial dienen. Danach können ab sofort für die Kennkarte Lichtbilder mit einem auf die Paßbildgröße verkleinerten Format verwendet werden. Die Höhe des Gesichts muß jedoch auf dem Lichtbild 25 bis 30 mm betragen, gemessen vom Haaransatz bis zur Kinnspitze. Außerdem müssen die sonst für die Kennkarte geforderten Bedingungen erfüllt sein. Bis zum 31. Dezember 1942 können Außerdem ausnahmsweise auch bereits vorhandene Lichtbilder, sofern sie nicht schon mit efnem Stempelaufdruck versehen sind, für die Kennkarte Verwendung finden. Diese ausnahmsweise und befristete Verwendung kann auch dann erfolgen, wenn auf den Bildern die Person nicht — wie sonst für Kennkartenbilder vorgeschrieben — im Halbprofil nach rechts dargestellt ist. Doch müssen im übrigen die Bedingungen des bisher für den deutschen Reisepaß vorgeschriebenen Lichtbildes erfüllt sein. Der Reichsinnungsverband der Photographen wird feine Mitglieder anweisen, entsprechend den neuen Richtlinien zu verfahren, damit die Lichtbilder in gleicher Weise für Kennkarten wie für Reisepässe verwandt werden können.
Sür unsere Verwundeten.
Die NS.-Gemeinschaft,,Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Unter dem Motto „Lustige Artisten- Parade" wurden die Insassen von zwei Lazaretten aufs beste unterhalten. Die Tänzerin Grit Arven führte ungarische und norwegische Bauerntänze vor. In einem equilibristischen Akt zeigten 1% Werlinos ihre exakte Kunst, wobei der 10jährige Junge besonderen Beifall erzielte. Lucia und I. Dale musizierten auf Hawai-Gitarren und Xylophonen sehr gut. Die deutsche Jodlerkönigin Reverelly versetzte in ihrer lustigen Nummer nach Oberbayern. Der
2. Beckert, SRD. 1/116, 1:29,4; 3. Pfeiffer. Mot. 1/116, 1:50,6; 4. Schuster R., Fhl. 2/116, 1:53,2.
HI.- Klasse II: 1. Braun, SRD. 1/116, 1:46; 2. Niepoth, 2/116, 1:51,5; 3. Schürmann, 2/116, 1:53,5.
10 0 Meter Kraul HI. - Klasse I: 1. und Bannmeister Frank, Mot. 3/116, 1:38,4; 2. Pfeiffer, Mot. 1/116, 1:49.
HI. - Klasse II: 1. Schuster R., 2/116, 1:36,4; Schür mann öisqual.
2 0 0 Ti et er Brust HI.-Klasse I: 1. und Bannmeister Gernot F^» n k, Mar. 1/116; 2. Beckert, SRD. 1/116, 3:20,1, 3:18,7.
Ehrenpreis d e sB a n ki fÜ h r e r s: 1. Mot. 1/116, 10:31; 2. SRD. 1/116; 3. Fhl. 2/116.
Ehrenpreis Fritz Pascoe: 1. Spckl 1/116, 5:15; 2. SRD. 1/116, 5:17,2; 3. Fhl. 2/116, 5:21,7; 4. Fhl. 5/116, 6:10.
Bannmeisterschasten im Rad-Selände-Erkundungsfahren.
Arn Sonntag führte der Bann 116 seine Äteister- schaften im Rad-Gelände-Erkundungsfahren durch. Bei diesen Fahrten werden an die Mannschaften — 1 Führer und 3 Mann *— besonders große Anforderungen gestellt. Die Mannschaftn wurden in Abständen von 3 Minuten auf Fahrt geschickt. Jeder Mannschaftsführer erhielt kurz vor dem Start eine Karte mit eingezeichneter Strecke und eine Fahrtanweisung. Die ütred'e kvar mit Kontrollen besetzt, unterwegs mußten je zwei wehrsportliche und rad- technische Hebungen ausgeführt werden. Fehler wurden mit. Zeit gewertet und der tatsächlichen Fahrzeit hinzugerechnet. Die Strecke führte über Rödgen, Großen-Buseck, Annerod, über den Schis- fenberg nach Gießen. Die angetretenen neun Mannschaften haben fast durchweg die gestellten Aufgaben gut erfüllt. Die Sieger werden den Bann 116 bei den Gebietsmeisterschaften in Mainz vertreten.
Ergebnis: HJ.-Klasse A: 1. SRD. (Rügge, Reuter, Greilich, Gebauer) 2 Std. 5 Min HJ.- Klasse B: 1. SRD. (Grömnger, Charisse, Päppel, Alt) 1:21,40 Std.; 2. Motor-HI. Jungvolk: 1. SRD. (Hoffmann, Höbeler, Wirth, Becker) 2 Std.; 2. Lehr- lohnlein 2,11 Std.; 3. Fähnl. 2 2,18 Std.; 4. Fähn- lein 5 2:39,30 Std.; 5. Fähnl. 2 2,56 Std.; 6. Föhn- lein 5 nicht erfüllt.
Jongleur Malsy zeigte humorvoll feine Kunst. Für die Ansage und den Humor hatte sich Frieda Kötter zur Verfügung gestellt. Die Pianistin Else Peters hatte die musikalische Umrahmung. Reicher Beifall dankte den Künstlern. — Am Samstag waren Verwundete aus allen Lazaretten im Saale eines Lazarettes zusammengekommen, um einer Theatervorstellung der Rhein-Mainischen Landesbühne „Der Schwarzkünstler" beizuwohnen. Das dreiaktige Lustspiel wurde flott gespielt und mit viel Beifall aufgenommen. In zwei Lazaretten zeigte Lehrer A p • pelmann im Auftrage der Kreisbildstelle die belehrenden Filme „Im deutschen Wald, seine Tiere und Menschen." Ein lustiger Film als Abschluß erregte viel Heiterkeit. Musikabteilungen der Wehrmacht gaben in den Lazaretten Konzerte mit reichhaltiger Vortragsfolge. Starker Beifall dankte den Abteilungen und Solisten für die gebotenen froh-, lichen Stunden.
Die Ortsgruppen der NSDAP, mit ihren Gliederungen in Holzheim, Hungen und Lauter hatten am Sonntag eine größere Zahl • Verwundete aus hiesigen Lazaretten zu Gast, welche in den Familien ringelnden und bei einem fröhlichen Nachmittag ver- eint waren. Allen Beteiligten eine angenehme Erinnerung. Durch Vermitlung der Kreisfrauenschafts- leiterin Wrede hatten die Ortsfrauenschaften von Alten-Buseck, Trohe, Harbach, Hartenrod und Langd eine große Zahl guter Kuchen für die Verwundeten in den hiesigen Lazaretten gespendet, die dankbare Abnehmer fanden.
** Zusammen stoß zwischen Motor- radlerundObus. Am gestrigen Sonntag gegen 11 Uhr ereignete sich an der Ecke Wilhelmstraße- Ludwigsttaße ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Wagen der Obuslinie. Der bei der Reichsbahn beschäftigte Schlosser Otto Scheid aus Reiskirchen wollte mit seinem Klein- motorrad, auf der Fahrt von Gießen nach Hause, an der Ecke Wilhelmstraße in die Ludwigstraße ein- Jüegen und rannte dabei mit der Maschine gegen Den in Richtung Schubertstraße fahrenden Obus. Scheid kam zu Fall und erlitt einen Unterschenkel- bruch, der seine Uederführung durch das Deutsche Rote Kreuz zur Chirurgischen Klinik erforderlich machte.
Briefe in Bareiros Hand
Roman von Anna Elisabet Weirauch
Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Ist Gerd eigenllich tüchtig im Kontor?"
„Ach ja, @Qtt sei Dank. Albrecht hat wenigstens noch nie über ihn geklagt." .
„Na, das freut mich, vielleicht kann er Dann wirb lich bald die Filiale Drüben leiten, das wünscht er sich doch so brennend." . . ...
„So? Hat er mir noch nie erzählt, aber du bist ja seine Vertraute!"
„Ich war es wenigstens, früher. Das Hingt wie ein ganz kleiner unterdrückter Seufzer. „Na, wenn er jetzt nicht mehr nach drüben will. Dann krieg ich vielleicht Die Filiale in zehn Jahren oder so. Ich habe schon anqefangen, spanisch zu lernen. „
„Vielleicht könnt ihr sie gemeinsam fuhren , lagt Irmela im Aufstehen. „EntschulDige mal einen Moment, ich glaube, Das Telephon ist gegangen.
„Ekelhaft", murrt Susi. „Immer wenn man in einem interessanten Gespräch ist, klingelt das Biest dazwischen." , v . .. ..
Auf Irmelas Gesicht ist noch Da$ unterdrückte Lachen, als sie den Hörer abnimmt.
„Ja, hallo? Hier Sierinck."
„Ist die gnädige Frau zu sprechen? Eine unbekannte Männerstimme. .., .
„Am Apparat", singt sie mechamicy in Die Muschel hinein, während ihre Augen in Das Nebenzimmer gehen, durch Die Tür, Die sie offen gelaßen hat, und mit einem belustigt-zärtlichen Bild Den Blondkopf betrachten, Der in Der Sonne glitzert
„Irmela, du?" sagt es sehr Dicht an ihrem Ohr.
„Hier ist FeDy."
„Wer ist Da, bitte?" fragt sie verwirrt.
„Fernando Bareiro, erkennst du meine Stimme nicht mehr?"
„Ach?" sagt Irmela. Und weiter nichts.
„Es ist dir doch nicht unangenehm, wenn ich dich du nenne? Wir haben es früher immer getan."
„Ja — ich war nur so überrascht, ich hatte keine Ahnung, daß Sie, daß Du wieöer in Europa bist."
„Vorübergehend wahrscheinlich, aber höre einmal, Irmela, ich habe gestern zu meiner Ueberraschung gehört. Daß du verheiratet bist."
„Wieso Ueberraschung?"
„Nun, nur so, weil ich es nicht wußte, ich hätte sonst Die Absicht gehabt, Dich aufzusuchen, aber ich weiß nicht, ob es angenehm ist."
„Ach Gott!" sagt Irmela in einiger Verlegenheit, zögernd, zweifelnd.
„Ich habe zufällig in der letzten Zeit viel an Dich geDacht, nicht. Daß ich das nicht immer getan hätte", verbessert er sich mit gewinnender Höflichkeit. „Es ist ihm unmöglich, keine Schmeichelei zu sagen", Mnft Irmela. „Er hat sicher so wenig an mich gedacht, wie ich an ihn — und das ist mir auch lieber." „Ader in der letzten Zeit besonders viel, mir sind nämlich alte Briefe von dir in die Hände gefallen."
„Ach, hast du Die noch?" Es ist kein freudiges Erstaunen in ihrem Ton, sie ist ein bißchen unangenehm berührt, und versucht mit einem spöttischen Lachen darüber hinwegzukommen.
„Ja, es ist rührend, nicht wahr? Aber ich bin mitunter von einer kindlichen Sentimentalität. Wie soll ich sie dir zustellen? Ich hatte sie schon zusammengepackt, um sie dir zu schicken — und dann fiel mir ein, daß du dadurch vielleicht Unannehmlichkeiten haben könntest. Ich hätte sie am liebsten in Deine eigenen Hände zurückgelegt, dann kannst du damit anfangen, was du willst, ist das nicht möglich?"
„Ja, natürlich, warum nicht."
„Können mir uns irgendwo treffen?"
Irmelas Blick schweift flüchtig durch die offene Tür. Da drinnen sitzt Susi auf der Sessellehne, baumelt gelangweilt mit den langen schlanken Beinen und hört jedes Wort — es ist nicht schlimm, aber es ist auch nicht gerade notwendig.
„Tu Du Das!" sagt sie etwas gepreßt.
„Also schön, dann in unserer alten Konditorei, ich hoffe, Du kennst sie noch, ich wer De sehen, ob unser Stammtisch frei ist — unD ich werbe Da auf dich warten."
„Wann?"
„Jetzt. Ich will Damit nicht sagen, daß du sofort kommen mußt. Ich habe nichts zu versäumen. Du kommst, wann du kannst, im Laufe Des Tages. Ich Denke es mir ganz nett, wieder einmal ein paar Stunden dazusitzen und alten Erinnerungen nachzu- hängen, beinah Kindheitserinnerungen, nicht wahr?"
„Schön. Also abgemacht. Dann, auf Wiedersehen!"
Eine Viertelstunde unterhält sich Irmela noch mit Susi. Aber ihre Gedanken sind nicht bei der Sache. Sonderbar, daß Bareiro wieder aufgetducht ist. Ihr erstes, unreifes und schwärmerisches Gefühl hat ihm gegolten, wie alt war sie damals? Ein bißchen älter als Susi jetzt, aber es kommt ihr beinah vor, als ob Sufi, dieses Kind Susi, erwachsener, klarer und bewußter märe, als sie es damals war, und unvermittelt nimmt sie sich vor, Susi nicht mehr zu necken mit ihrem Gefühl für Gerd, man ist sehr empfindlich in diesem Alter. Als Susi fort ist, kleidet sie sich an, und ein paarmal öfter als gewöhnlich geht ihr Blick Dabei in Den Spiegel. Sie legt keinen Wert Darauf, ihm zu gefallen, aber Der erste Blick muß ihm zeigen. Daß aus Dem albernen kleinen Mädchen von Damals eine Dame geworden ist, eine selbstsichere und überlegene Frau, die weit über Die kleinen Jugendtorheiten hinausgewachsen ist, und lächelnd Darauf zurücksieht.
Sie findet Den Weg, ohne zu überlegen, großer Gott, wie oft ist sie ihn früher gegangen! Heimlich, und mit klopfendem Herzen. Gejagt manchmal, um noch zehn Minuten dazusitzen, ehe sie atemlos nach Hause stürmte, um pünktlich zum Essen zu kommen oder nicht allzu unpünktlich in die Musikstunde.
Einen Augenblick schießt es ihr Durch Den Kopf, daß sie ein Erkennungszeichen hätte verabreden müssen, sie weiß kaum mehr, wie Bareiro aussieht,
so blaß, so verschwommen ist sein Bild in ihrer Erinnerung. Aber als sie ihn sieht, erkennt sie ihn sofort. Wahrhaftig, er sitzt an demselben kleinen Tisch in der dämmerigen Ecke, an Dem sie oft mit ihm gesessen hat, und er steht sofort auf, als sie Den Raum betritt, also muß er sie auch auf Den ersten Blick erkannt haben. Es liegt ein Lächeln auf seinem Gesicht, ein liebenswürDiges Lächeln, in dem etwas Rührung ist und etwas Selbstironie.
„Nett, Daß du gekommen bist!" sagt er mit seiner angenehmen Stimme, und schiebt ein paar Zeitungen beiseite, um ihr Platz zu machen. Er weift mit einer kleinen Geste auf Das Marmortischchen. „Bitte. Ich habe Dir schon Deine Mokkatorte bestellt. Döer hast Du Deinen Geschmack inzwischen geändert?"
„Nicht, was Die Mokkatorte betrifft"", lafyt Irmela.
„Nun, es freut mich, daß du ihr wenigstens die Treue bewahrt hast."
„Ach, von Treuebewahren und solchen Dingen wollen wir Doch lieber nicht reden", wehrt Irmela heiter. „Aber es ist komisch, hier wieder zu sitzen, nach soviel Jahren, findest du nicht?"
„Komisch?" wiederholt Bareiro ihr letztes Wort. „Ich fand es nicht so komisch, hier zu sitzen und auf dich zu warten. Es hat mich eher etwas melancholisch gestimmt. Um mir die Zeit zu vertreiben, habe ich Deinen letzten Brief gelesen, unD.Das hat mich auch nicht erheitert."
„Ach ja, Die Briefe, Das war ja Der Hauptzweck, hast Du sie bei Dir? Dann gib sie mir doch gleich, eh wir's vergessen." Daß sie das sagt, ist eine bewußte Lüge. Sie ist nur hergekommen, um sie zu holen, und sie wird diese Absicht nicht eine Minute aus den Augen verlieren.
„Den letzten." Er zieht ein Blatt aus der Brust- tasche. „Du mußt entschuldigen, aber als ich dich ongerufen hatte und erfuhr, daß Du gleich kommen konntest, habe ich mir natürlich nicht Die Zeit genommen, noch einmal ins Hotel zurückzugehen. Diesen will ich ich Dir geben, es märe gelogen, memt ich sagen würde: gern." (Fortsetzung folgt.)


