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Balken in die Luft. Das heulte und krachte, knallte und pfiff, als sei vie Hölle losgebrochen.

Und wenn der Major nicht gewesen wäre! Gleich beim Fallen der ersten Bomben gab er bas Signal zum Angriff. In taktischer Meister­schaft setzte er seine Kompanien an, wies die Panzer ein und eilte dann selbst an die Spitze seiner In­fanteristen, die lähmendeerste Minute" sofort durch sein Beispiel überwindend.

Nun aber kam es auf die M ä n n s e l b st an. Und sie blieben der Luftwaffe, sie blieben ihrem vorbildlichen Kommandeur nichts schuldig. Wunder­bar war ihr Angriffsschwung. Im Sturmschritt fast bewältigten sie im pausenlosen Abwehrfeuer der feindlichen Artillerie und Granatwerfer die zwei Kilometer bis zum Waldrand, bahnten den Panzern den Weg durch das versumpfte und teilweise ver­minte Gelände. Mit Flammenwerfern und Hand­granaten räucherten sie die Erd- und Holzbunker aus, machten im Nahkampf die letzten Gegner nieder. Es war ein kurzes, aber verbissenes Ringen in einem undurchdringlich scheinenden Gewirr von Stacheldgraht und Baumsperren, Blätterwerk und geknickten Aesten, in dessen Halbdunkel Freund und

Feind kaum zu unterscheiden war. Mann für Mann biß sich durch das feuerspeiende Dickicht hindurch, bis sich alles vor demweißen Hause", dessen Besatzung sich nur widerwillig ergab, zusammenfand. Zerrissen die Uniformen, zerschunden, rauchgeschwärzt und dreckverschmiert die Gesichter, in die der Schweiß helle Furchen grub.

45 Minuten waren seit dem ersten Schuß ver­gangen, als Major S. an Regiment und Division die stolze Meldung durchgab:Angriffsziel erreicht, A. gehört uns!" Ernst Rinne.

Das Hauptquartier der dritten TschungkingKriegszone genommen.

Tokio, 15. Juni. (DNB.-Gun-kspruch.) Japa­nische Streitkräfte sind auf ihrem weiteren Vor­marsch nach Westen nach der Besetzung von Kwangfeng im Morgengrauen des 15. Juni in S ch a n g j a o , dem Sitz des Hauptquartiers der dritten Kriegszone des Feindes, eingedrungen. Schangjao ist ein strategisch wichtiger Punkt im Nordosten der Provinz Kiangsi, der auch den Na­men K w a n g s i n führt.

Englands Verrat an Europa.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Unter den gewaltigen Schlägen, die die Sowjet­union von der unwiderstehlichen Kraft der deutschen Wehrmacht erhält, ist die Position Moskaus erheb­lich ins Wanken geraten. Diese Erkenntnis konnte auch trotz aller Verschleierungsoersuche der feind­lichen Agitation den Völkern Britanniens und der Vereinigten Staaten nicht verborgen bleiben. Auf irgendeine Weife mußte man im gegnerischen Lager für eine Beruhigung der immer ungeduldiger wer­denden öffentlichen Meinung Sorge tragen. Vor allem aber glaubten die Moskauer Machthaber er­neut mit dringenden Hilfeforderungen an London und Washington herantreten zu müssen. Man hielt es daher für zweckmäßig, Bündnisverträge abzuschliehen und mit ihrer Veröffentlichung die gesunkene Stimmung aufzuputschen. Wie ein Dieb in der Nacht machte sich Molotow auf den Weg nach London und Washington. Daß man sich bei die­sen rein agitatorisch zu wertenden Bündnisverträgen selbst nicht ganz wohl fühlte, beweist die Tatsache, daß Molotows Besuch bei seinen Verbündeten streng aeheimgehalten werden mußte. Das Ergebnis dieser sowohl mit Großbritannien als auch den Vereinig­ten Staaten abgeschlossenen sowjetischen Verträge ist äußerst dürftig und überrascht keineswegs, wenn auch Churchill durch Ueberreichung des Goldenen Füllfederhalters, mit dem der Vertrag in London unterzeichnet worden war, an Molotow diesem Er­eignis eine besondere Note zu verleihen' sucht.

'Wie wenig sich die Vertragschließenden selbst etwas bei ihren Verträgen denken können, beweist eine Aeußerung derNew Port Times", daß es schwierig sei, zu entscheiden, ob die Verträge nün für den Krieg oder für die Zeit nach dem Kriege Bedeutung hätten. Wenn die Kontrahenten dieses auf zwanzig Jahre geschlossenen Bündnisses das selbst nicht einmal wissen,, so kann man den prak- tifchen Wert ihrer Abmachungen daran ermessen. Charakteristisch ist auch das Eingeständnis des briti­schen Außenministers Eden, daß das Einver­nehmen mit der UdSSR, unter dem Druck des Krieges erfolgt fei. Das heißt, die Kontrahenten sitzen allesamt so im Druck, daß einer von dem andern Hilfe erwartet, wobei diese gegenseitigen Er­wartungen wohl kaum irgendeinen Erfolg bringen werden.

Die eine Tatsache bleibt aber bstehen, daß Lon­don und Washington mit ihrer neuen Bindung an die UdSSR, ihre Völker und auch Europa an Öen Bolschewismus auslicfern wollen. Wenn man auch den agitatorischen Trick angewendet hat, sich gegenseitig zu versichern, daß keine Gebietsoer- änberungen beabsichtigt seien, so besagt das gar nichts, denn Moskaus Ziel ist die Unterhöhlung der Lebensordnung aller Länder der Welt, und es wird keinerlei Bedenken haben, auch ohne Gebietszuwachs diese Ziele zu verfolgen, wenn es dazu in die Lage kommen sollte. Das weiß man in London und in Washington genau, und wenn man der Uederzeu- gung Ausdruck gibt, daß eine Zusammenarbeit nach dem Kriege wünschenswert sei, so offenbart sich dar­in der Wille, die Welt an den Bolschewismus zu verraten.

Allerdings hatte nun Moskau geglaubt, daß Mo­

lotow auch mit Washington einen gleichlautenden Vertrag wie mit London würde abschließen kön­nen. Darin sah man sich getäuscht. Roosevelt hat aus naheliegenden Gründen für sich den Vertrag mobb, fixiert. Die Vertragsschließenden werden sich aber auch in einer anderen Beziehung täuschen. Ihr agitatorisches Manöver kann auf die Mächte des Dreierpaktes nicht den geringsten Eindruck machen und die militärischen Machtmittel Deutschlands und seiner Verbündeten werden die sowjetisch-britisch- amerikanischen Illusionen nachdrücklich zu zerstören wissen.

Das Echo in der Schweiz.

Bem, 14. Juni. (DNB.) Im sozialdemokratischen Dolksrecht" teilt der Herausgeber mit: Ein ameri­kanischer Diplomat, der über den Vertragsabschluß mit Molotow gut unterrichtet ich, erklärte mir, daß man Rußland doch in einer Geheimklausel aus­drücklich territorial^ Zugeständnisse gemacht und für den Vormarsch des Bolschewismus wichtige strategische Stützpunkte einge­räumt habe.

DasJournal de Geneve" schreibt: Zum ersten Male schließt das moderne England eine politische Allianz mit militärischen Klauseln ab. In seinem Bemühen um das kontinentale Gleichgewicht, auf das es nicht verzichtet hat, ersetzt es Frank­reich durch die Sowjetunion, welchem es eine wichtige Rolle in der Organisierung Europas für dsn Fall einer Niederlage der Achse zuteilt. DieNeue Zürcher Zeitung" erklärt: Auf die terri­torialen Erwerbungen in Finnland und im Balti­kum, die im schärfsten Widerspruch, zu der Atlantik- Erklärung stehen, hat die Sowjetregierung nicht verzichtet. Problematisch ist es auch, ob eine Aus­dehnung des Machtbereiches Moskaus auf dem Wege über die Einflußnahme auf das innerpoli­tische Regime der osteuropäischen Staaten verhindert werden kann. Angesichts der militärischen Lage steht aber heute weder für London noch für Moskau die Frage der sowjetischen Westgrenze im Vordergrund, sondern vielmehr die schwere Sorge, wie die Sow­jetunion der Belastung durch die deutsche S o m m e r o f f e n s i v e gewachsen sei und ob sie sich im Jahre 1942 überhaupt als starke Kriegsmacht im Felde behaupten wird.

Die Geheimklauseln.

Stockholm, 14. Juni. (DNB.) Heber das auf 20 Jahre berechnete Militär- und Wirtschaftsbünd- nis zwischen England und Sowjetrußland veröffent­lichen die schwedischen Blätter Einzelheiten, aus denen hervorgeht, daß der veröffentlichte Wortlaut dieses Bündnisses durch Geheimabmachun- gen ergänzt wird.Für die Sowjetunion steht die Frage der baltischen Staaten nach Kriegs­ende außerhalb jeder Diskussion", meldet der Korre­spondent der New Port Times.Jeder Soldat der Roten Armee ist überzeugt davon, daß die Sowjet­flagge noch einmal in Kowno, Riga und Reval ge­hißt wird. Von Finnland wird man verlangen, daß es der Sowjetunion alle Gebiete, die es wäh-

Lteber 275 Millionen.

Das Jubiläum der Reelam-Bändchen.

Als die Verlagsbuchhändler Anton Philipp und Hans Heinrich R e c l a m im Herbst 1867 den deut­schen Buchhändlern und dem deutschen Publikum die ersten kleinen Bändchen ihrerUniversal- Bibliothek" ankündigten, konnten weder sie noch irgendeiner unter den vielen tausenden deut­scher Buchhändler ooraussehen, was in Wirklichkeit mit diesen ersten bescheidenen kleinen Bänden in rötlichem Umschlag begonnen worden war. Vierzig Buchhändlerjahre hatte der nun 60jährige Anton Philipp Reclam gebraucht, um die Summe allge­meiner und buchhändlerischer Erfahrung zu ge­winnen, die ihm ermöglichen sollte, die große Ver­legertat seines Lebens zu tun. Als er nun die ersten Heftchen zu zwei Silbergroschen das Stück ins deutsche Volk sandte, traf dieser Schuß mit einer Sicherheit ins Schwarze, die noch heute, 75 Jahre später, etwas Erstaunliches hat.

Die Reclamsche Universal-Bibliothek war nicht die erste ihrer Art' denn vorher hatte schon eine game Reihe von Verlegern inGroschen-Bibliothe­ken',Miniatur-Bibliotheken" undPfennigmaga- zinen" billige und zumeist gute Literatur ins breite Volk geschickt. Aber als die beiden Reclqms, der Vater und der Sohn, ihre Unternehmung begrün­deten, der sie von vornherein einuniversales" Wirkungsfeld zu geben beschlossen, da ging es doch um etwas grundlegend Neues, nämlich um einen wohldurchdachten, puf große Sicht angelegten, bis in jede Einzelheit vorbereiteten Gesamtplan. Das grundlegende Neue aber war das Fundament, auf dem die Reclams bauen konnten.

Am 9. November 1867 fielen nämlich die gesetz­lichen Schranken, die bis dahin einer Verbreitung der deutschen Klassiker in die große Masse des Vol­kes im Wege gestanden hatten. An diesem Tage er­loschen die Verlagsrechte aller Autoren, die länger als 30 Jahre tot waren. Damit war die Bahn frei für die Massenerzeugung billiger Bücher. Die Reclams hatten schon lange vor diesem Termin be­griffen, worauf es ankam. Wie weitschauend und großzügig sie geplant hatten, ergibt sich daraus, daß die ersten Nummern ihrerSammlung von Einzel­ausgaben allgemein beliebter Werke" schon sechs Taae nach dem Ablauf der Klassiker-Privilegien ins Volk gehen konnten.

Was der Name Reclam in den vergangenen 75 Jahren an Bedeutung gewonnen hat, wissen mehrere Generationen des deutschen Volkes aus eigenstem Erlebnis. Wir alle kennen die kleinen Bändchen von Jugend auf. Wo fand man die Dramen der großen Dichter, wo die Werke der be­deutenden Romanschriftsteller und Novellisten, wo den Nothelfer beim Präparieren schwieriger Stellen des Livius, Horaz und Homer, wo eine unerhörte Fülle von Wissensstoff auf allen Gebieten? Bei Reclam! Selbst das magerste Taschengeld erlaubte dem Schüler, ein Bücherkäufer zu sein und was so an Bildung des Herzens und des Hirns in die Ju­gend zwischen 15 und 18 Jahren dieser siebenein­halb Jahrzehnte hineingetragen worden ist, kann gar nicht hoch genug berechnet werden.

Wie sehr es ihren Begründern nicht auf ein ein­faches Geschäft ankam, dokumentieren schon die ersten Nummern ihres Unternehmens. Sie be­gannen ihr Werk mit GoethesFaust" und ließen zunächst die Werke Schillers, Goethes, Shakespeares und der anderen Klassiker folgen, und wenn dann auch im Laufe der Zeit zu den Bändchen ernsten und schweren Inhalts das leichte Element hinzu­trat, so blieb das oberste Gesetz der Sammlung doch immer die selbsterkannte Pflicht zur Qualität.

Was Anton Philipp Reclam damals weitschauend begann, ist geprägte Form geworden, die sich weiter lebend entwickelt. Wer heute ein Verzeichnis der Reclam-Bibliothek durchblättert, findet in dieser größten Wissensquelle der Welt" das Wertvolle und Bleibende aller Länder und Jahrhunderte, das für die Allgemeinheit Notwendige und das von der Zeit Geforderte; Wissenschaft und Forschung, Thea­ter und Musik, Unterhaltung und Spiel. 7 5 0 0 Nummern liegen vor, die in mehr als 275 Millionen Exemplaren über den ganzen Erdkreis verbreitet sind. Was diese Zahlen bedeu­ten, ist leicht zu ermessen. Einen ähnlichen Heberfluß an Geistesgütern birgt keine Druckschriftensamm­lung der ganzen Welt.

Wie im ersten Weltkrieg, als Reclams Universal- Bibliothek ihr 50jähriges Jubiläum feierte, so be­gleiten auch im neuen Kriege wieder Millionen von Reclam-Bändchen unsere Soldaten draußen im Felde und in der Heimat und bewähren sich als Kraftquelle im härtesten Einsatz wie als Gesährten in den Stunden der Ruhe und Entspannung. Un­zählige feldgraue Leser werden nach glücklicher Be­endigung des Krieges einen Roclam-Band, der in

Der Aufbau in den befreiten Ostgebieten.

Berlin, 12. Juni. (DNB.) Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Reichsleiter Alfred Rosenberg, erklärte in einer Unterredung über seine Dienstbesichtigungsreise durch das Reich^kom- missariat Ostland: Es mußten in gleicher Zeit ein Territorialmini st eri um, das dem Osten gegenüber die Funktionen fast sämtlicher obersten Reichsbehörden in sich vereinigt, und zwei groß­räumige Reichskommissariate aufgebaut werden, die geschichtlich und völkisch eine sehr ver­schiedene Struktur aufweisen. Diese Aufgabe be­dingte die Heranziehung von Persönlichkeiten, welche die Probleme des Ostens vielfältig zu sehen imstande waren. Da solche nicht zahlreich sind, ergab sich die Notwendigkeit der Erziehung zu weiträumigem poli­tischen Denken durch die unmittelbare Arbeit und durch die Verwertung der Kenntnisse jener, die die­ser Arbeit viele Jahre ihres- Lebens gewidmet haben.

Die Agrarordnung bezieht sich ausschließlich auf die altsowjetischen Gebiete. Sie nimmt die bal­tischen Länder und die westukrainischen Räume aus, die früher unter polnischer Herrschaft gestanden haben. Die Auflösung der Kolchose, einer der ver­haßtesten Einrichtungen des Bolschewismus, hat in allen Bauernkreisen des Ostens ein Gefühl der Er­leichterung hervorgerufen und die Arbeitswilligkeit überall erheblich gesteigert. I« Weißruthenien besteht bereits kein Kolchosbetried mehr. 1400 Kolchose wurden beseitigt.

Die Agrarordnung paßte in der Form, wie sie für die altsowjetischen Gebiete erlaßen wurde, nicht für Estland, Lettland und Litauen; hier konnte die deutsche Führung mit einer noch einigermaßen in­takten wirtschaftlichen Lenkung des Ostseeraumes rechnen. Im gesamten Ostland zeigte sich ein per­sönlicher aktiver Einsatz, der die deutsche Verwaltung in die Lage versetzte, in den baltischen Ländern an­dere Formen zu wählen, als in den altsowjetischen Landesteilen. So haben wir Esten, Letten und Li­tauern ihre Selbstverwaltung bestätigt, die unter eindeutiger Führung des Reichskommissars ihren Beitrag für die Versorgung der an der Front kämpfenden Truppe sowohl wie auch für den Wie­deraufbau des Sanftes leisten. Deutsche und ein­heimische Gerichte sorgen dafür, daß ein geordnetes Rechtsleben herrscht. Der überwiegende Teil der Bevölkerung des Ostens hat sich willig den deutschen Aufbaumaßnahmen zur Verfügung gestellt. Wenn stellenweise eine Zurückhaltung zu bemerken war, so ist dies daraus zu erklären, daß in manchen Orten die Rückkehr der bolschewistischen Truppen befürchtet wurde. In anderen Gebieten wiederum haben Banden ukrainische und weißruthenische Bür­germeister ermordet, die mit der deutschen Verwal­tung zusammenwirkten. Aber selbst in dem schweren Winter haben Zehntausende an der Freilegung der Straßen, an der Bereitstellung von Schlitten und

Pferden, freiwillig mitgewirkt. Die Bevölkerung hat auch in bemerkenswerter Weise die Metall- und Wollsammlung unterstützt.

Wenn von Moskau aus erklärt wurde, Deutsch­land werde nach der Einführung der neuen Boden­ordnung die Zustände des ehemaligen Zarenreiches wiederherstellen, damit die einheimischen Bauern wieder geknechtet werden könnten, so ist das' natür­lich Unfirm. In dem Raum des ehemaligen russischen Staates hat sich eine der tiefftgreifenften Revolutio­nen vollzogen; cs wäre eine Groteske, wenn man hier die Verhältnisse früherer Zeiten wiederherstellen wollte. Die S t a a t s g'ü t e r, die sog. Sowchosen, werden weiter unter deutscher Führung arbeiten, um durch zweckmäßigen Einsatz der deutschen In­dustrie und der deutschen Landwirtschaft die Schäden wieder gutzumachen, die das bolschewistische System überall angerichtet hat. Angesichts der großen ver­nichteten Werte, namentlich auf dem Gebiet der Elektrizitätswirtschaft, müssen starke Kräfte aus dem Reich mithelfen, d. h. das deutsche Volk gibt viele Menschen an den Osten ab und investiert große Mengen aus seinem Vermögen. Es ist deshalb klar, daß alle diese Maßnahmen nicht ergriffen werden, um etwa irgendwelche Zustände aus der Zeit vor 1917 wiederherzustellen.

Indem die staatliche Führung sich mit dem persönlichen Einsatz der Ostvülker verbindet, werden die Grundlagen dafür geschaffen wer­den, daß nicht nur die Rohstoff- und Rahrungs- freiheit der Völker im Osten für di? Zukunft gesichert ist, sondern daß vor allem auch das deutsche Volk, ja aUe europäischen Rationen unabhängig und blockadesicher gegen jedwede Seekoalition werden."

Der starke Pulsschlag frischen Lebens spiegelt sich am besten in der einheimischen Presse wider, die überall neu in den besetzten Ostgebieten er- sckeint. 189 Zeitungen kommen heute bereits trotz aller technischen Schwierigkeiten und des Papier- mangels in den verschiedenen Sprachen der ein­heimischen Bevölkerung heraus, sechs große deutsche Organe sind das Sprachrohr der deutschen Füh­rung. Wo es möglich war, sind die Schulen schon bald nach dem Einmarsch der deutschen Truppen wieder eröffnet worden, in den baltischen Län­dern entfalten die technischen Institute bereits wie­der eine intensive Forschungsarbeit. Aber auch in der Ukraine sind Opern und Konzerte wieder außer­ordentlich lebendig geworden.

In der Ukraine sowohl wie im Reichskommissariat Ostland kann die einheimische Bevölkerung nach der grausamen bolschewistischen Unterdrückung wieder frei ihrer religiösen Tätigkeit nachgehen. Vielgestal­tigkeit und Eigenart der Völker des Ostraumes soll geachtet werden. Alle produktiven Kräfte sollen in

renft des jetzigen Krieges besetzte, zurückgebe." Nach weiteren Nachrichten aus London sollen die Geheim­verhandlungen mit Molotow über die Wieder­herstellung Polens und die künftigen G r e - zen Finnlands besondere Schwierigkeiten ge­macht haben. Heber das künftige polnische Staats­gebiet fei schließlich eine Verständigung erreicht wor­den. Eine Festlegung der neuen Grenzen zwischen der Sowjetunion und Finnland fei dagegen nicht möglich gewesen, da Molotow feine Forderungen nicht auf die endgültige Einverleibung Hangös be­schränkt, sondern die Aalands-Jnseln ge­fordert habe. Churchill habe eine britische Zu­stimmung von dem Einverständnis Schwedens abhängig gemacht.

Von allen schwedischen Zeitungen wird zum Aus­druck gebracht, daß Schweden eine zukünftige Rege­lung der Grenzfragen Finnlands auf der Basis des Moskauer Friedens im Jahre 1941 nicht bil­ligen könne. Die konservative ZeitungSundsvalls Posten" schreibt:Alle ftiejenigen Staaten, die es vor dem Kriege gab, sollen ihre Selbständigkeit er­halten. Deutschland soll für alle Zukunft verhindert werden, sich selbst und seine Freiheit zu wahren. Das ist eine direkte Rückkehr zu dem Zustand, der durch den Versailles-Frieden geschaffen wurde. Europa soll aufs neue zerpflückt werden, so daß keine Macht aufstehen kann, die die englische Hegemonie in Europa bedrohen könnte. Heber die Kleinstaaten sollen die Sowjetunion und England ihre Polizeigewalt ausüben und zusehen, daß nie­

mand die Nase hochheben kann, der hierzu nicht von ihnen die Erlaubnis erhält. 20 Jahre nach dem Frie­den soll dieses Regime dauern, damit während dieser Zeit jeder Versuch zur Selbstbehauptung bei den Nationen Europas vollständig vernichtet werden ober unter britisch-sowjetische Kontrolle gestellt wer­den kann. Aber vor allen Dingen soll Europas lebenskräftig sie Nation auf die Knie gezwungen werden. Für Europa hat Deutsch­land unerhört viel bedeutet und wird es immer tun. Ihm noch einmal Untergang zu geloben, ist ver­brecherisch, und zwar aus europäischen Ge­sichtspunkten heraus.

Des Führers Glückwunsch« für Marschall Anlonescu.

Berlin, 15. Juni. (DNB.) Der Führer sandte an den rumänischen Staatsführer Marschall Anto­ne s c u zu feinem 60. Geburtstag folgendes Glück- wunschtelegranim:Zu Ihrem 60. Geburtstag sende ich Ihnen, Herr Marschall, meine herzlichsten Glück­wünsche. Ich gedenke dabei besonders des bedeut­samen Beitrages, dem Rumänien und feine tapfere Armee unter Ihrer Führung im Kampf zur Nieder- ringung des gemeinsamen bolschewistischen Feindes leisten. Aufrichtig wünsche ich, daß Ihre zielbewußte Schaffenskraft noch lange Jahre zum Nutzen Ihres Landes und zum Glück des rumänischen Volkes er­halten bleiben möge."

den Stunden der Gefahr Zeuge ihrer höchsten sol­datischen Pflichterfüllung wurde, ihrer Hausbücherei als kostbaren Erinnerungswert einfügen.

Johannes Moeller.

Bärtige Weisheit.

Bon Karl Heinrich Waggerl.

Peter arbeitet mit dem Vater im Holz, die beiden ind wie ein Mann, der Vater hat ein zweites Paar linker, kräftiger Arme bekommen. Er läßt die Säge tecken und will sich eben nach den Keilen umsehen, aber da hat Peter diese Keile schon in der Hand, und es ist nicht nötig, ein Wort zu verlieren. Jetzt machen sie Scheiterholz aus den überständigen Kie­fern am Rande der Halde. Da ist so ein Stamm, ein ganz verteufelter Klotz, dreimal um sich selbst gewunden, mit armdicken Aesten durchwachsen. Der Vater geht rundherum und betrachtet sich die Sache. Ja, hier wäre vielleicht eine Stelle, hier konnte man einen Keil ansetzen.

Gut, der Keil geht hinein, bis über die Schneide, und dann steckt er da.

Noch einen", sagt Peter.

Ja, noch einen! Die Holzkeile und die Kliebhacke, dann sind wir fertig dann kannst du deine Zähne hernehmen!"

Nein, laß ihn liegen! Morgen wird der Vater Pulver mitbringen und den Klotz in. die Luft sprengen, da hilft nichts anderes.

Peter betrachtet sich den Stock noch einmal. Da ist ein haarfeiner Riß, wo die Keile sitzen, weiter nichts. Aber trotzdem, Pulver? Pulver ist kein ehr­liches Werkzeug.

Am Abend holt Peter Wasser in seinem Hut und schüttet es in diesen feinen Spalt. Die Nächte sind klar und bitter kalt. Damit rechnet Peter, zum Spaß geht er nicht mit einem nassen Hut nach Hause.

Am nächsten Morgen nimmt der Vater wirklich den Bohrer und das Sprengzeug mit sich. Es liegt dicker Reif auf dem Felde. Peter lobt diesen Reif, da ist er ja auch schon, der Teufelsprügel ober?

Der Vater macht einen langen Hals und schnauft. Der Klotz ist auseinandergesprungen, man kann einen Finger in den Riß fegen. Vielleicht sind die Keile aufgequollen, ober es ist das Wasser in ber Tiese gefroren, gleichviel. Man kann bas Pulver sparen ein paar Hiebe noch, eine halbe Stunde Arbeit, fertig.

Ja, ja", sagt ber Vater,bann nehmen mir ihn meinetwegen zuerst, wenn bu meinst." Die Sache verhält sich so, baß er eigentlich auch gleich bie Stöcke sprengen wollte, unb baher hat er hauptsäch­lich das Sprengzeug mitgenommen, das Pulver unb die Zündschnur.

So", sagt Peter, -ja, bann will ich inzwischen die Locher bohren. Nimm bu ben Klotz, dir geht es doch besser von ber Hanb!"

So arbeiten bie zwei, sie tun einanber nicht weh. Peter, bas ist bie Jugend, bas unbebenklich rasche Blut. Einen Keil hinein, noch einen, wenn es nicht gehen will! Eine Scharte im Beil, einen gebroche­nen Stiel, bas macht ihm wenig aus. Da sägt er an einem Scheit, es knirscht unb kracht. Ja, bas ist nicht gut für die Säge, wenn auf der anderen Seite noch ein Eisenkeil im Holz steckt.

Der Vater hingegen, ber ist bas Alter, bie bär­tige Weisheit. Er setzt ben Keil dreimal an unb bann dreht er den Baum noch einmal um unb untersucht ihn auf ber anberen Seite. Er zerbricht kein Werkzeug, er braucht nicht halb soviel Kraft wie Peter, aber bafür vielleicht bie hoppelte Zeit. Peter goß Wasser in den Spalt, aber «öer Vater mauerte Stufen in ben Bach, so ist es.

Zeitschriften.

Unter bern TitelDie europäische Front" zeigt bas Juniheft derneuen l i n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Berlin) Soldaten aller europäischen Staaten, die jetzt Schulter an Schuller die entschei­denden Schlachten im Osten schlagen. Eine andere Veröffentlichung aus dem Osten heißtDie sieben Wünsche". Unter märchenhaft anmutenden Namen verbergen sich drei farbige Bilderbogen von beson­derem Reiz, auf die drei Soldaten ihre Lieblings­wünsche humorvoll unb auch ein wenig gefühlvoll gemalt haben. Ferner findet man drei japanische Themen. Im ersten ist etwas von dem Zauber ber Landschaft eingefangen, im zweiten wird der Rhyth­mus ber japanischen Frauenerziehung typisiert, während das dritte Thema an Hand von ungewöhn­lichen Tierausnahmcn die Eigenart des japanischen künstlerischen Sehens charakterisiert. Weiter sind zu erwähnen bie vierte Preiserzählung, ber traditio- nelle Theaterbericht und eine Veröffentlichung über die romantisch gelegene Künstlerkoloni-. stl Positano unb deren Bewohnen.