Einzelbild herunterladen

192. Jahrgang Nr. 137 Erichemr täglich, außer Sonntags und feiertags

Beilagen:

Gießener Aamiltenblätter Heimat imBild-DieScholle

Bezugspreis: Monatlich.,...RM.1.80 Zustellgebühr... -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluk 2251 Drahtanschrift:Anzeiger" Postscheck 1168k Arankf./M.

Gietzener Anzeiger

vrLhIschtUnivrrWkdnicktrelN. £mtge General-Anzeiger für Oberhessen $ «ietzen^chulftrahr 7-4

Montag, 15. Juni 1942

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8x/2 Uhr desVormitlags

Anzeigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Mllimeter Breite: 7Rvf. für ^amilienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Nvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen

Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr

Das Fort Stalin vor Sewastopol genommen.

Der Wehrmachtbericht vom Sonntag.

DRV. Aus dem Führerhauplquarlier, 14. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Vor Sewastopol dringt der deutsche Angriff in erbitterten Nahkämpfen immer tiefer in das mit allen Mitteln der Natur und der Technik geschützte Festungsgelände ein. Das auf beherrschender höhe gelegene, neuzeutliche und starke Fort Stalin wurde genommen. Gegenangriffe der Sowjets schei­terten. Kampfflugzeuge versenkten ein in die Süd­bucht der Festung einlaufendes Transportschiff von 10 000 VRT. Im Schwarzen Meer torpedierte ein italienisches Schnellboot in der Nacht zum 13. Juni einen großen, stark gesicherten feindlichen Dampfer. Die deutsche Luftwaffe vernichtete in den Gewäs­sern der Krim einen sowjetischen Flakträger und beschädigte einen feindlichen Zerstörer.

Im Raum ostwärts Charkow wurde ein Teil der eingeschlossenen feindlichen Kräfte ver­nichtet oder gefangenengenommen. Der Kampf gegen die Reste des geschlagenen Feindes ist noch im Gange. Bisher wurden über 2 0 0 0 0 G e - fangens eingebracht und 169 Panzer, 113 Ge­schütze sowie zahlreiche Waffen anderer Art und Kriegsgerät erbeutet oder vernichtet.

Im mittleren und nördlichen Frontab­schnitt nur örtliche Kampfhandlungen. An der Wol-

chowfronk wurden feindliche Angriffe abgeschlagen. Im hohen Norden bombardierten Kampfflug­zeuge den Hafen und das Stadtgebiet von Mur­mansk sowie den Bahnhof von Louhi. hierbei wur­den in Luftkämpfen ohne eigene Verluste elf feind­liche Flugzeuge abgeschossen. Bei einem wirkungs­losen Angriff von sieben Sowjetbombern auf einen Flugplatz verlor der Feind durch Jagdabwehr sechs Flugzeuge.

In Nordafrika nehmen die Operationen der deutschen und italienischen Truppen einen günstigen Verlauf. Bei einem Vorstoß in die tiefe Flanke des Feindes wurden 54 britische Panzer abgeschossen und über 400 Gefangene eingebracht. Deutsche Jäger schossen ohne eigene Verluste neun britische Flug­zeuge ab.

Im Mittelmeer versenkten deutsche Kampf­flugzeuge aus einem britischen Geleitzug nördlich Marsa Matruk ein Handelsschiff von 5000 VRT. Zwei weitere größere Schiffe und ein Sicherungs­fahrzeug wurden durch Bombentreffer beschädigt. Deutsche Unterseeboote versenkten vor Sollum einen feindlichen Bewacher und an der syrischen Küste ein Munitionsschiff von 500 VRT.

In Südengland erzielte ein Kampfflugzeug in kühnem Tiefangriff bei Tage Bombentreffer schweren Kalibers in einem Werk der Flugzeug­industrie. Bei einem nächtlichen Angriff auf einen feindlichen Geleitzug im Ausgang des Btiftolkanals wurden fünf Handelsschiffe sowie ein britischer Zer­störer durch Bomben getroffen und beschädigt.

Erfolgreiche Kämpfe auch au der übrigen Ostfront.

Berlin, 13. Juni. (DNB.) Außer bei Sewa­stopol nahm der deutsche Angriff ostwärts Charkow, der von der Luftwaffe mit nachhal­tigen ^Ingriffen auf Feldstellungen und Nachschub- einrichtungen des Feindes unterstützt wurde, größe­ren Umfang an, jo daß der Donez an mehreren Stellen überschritten werden konnte. Die im Schutze einer Talsenke vorgehenden Panzer trafen auf star­ken feindlichen Widerstand, konnten jedoch einige für den weiteren Angrifjsverlauf wichtige .höhen neh­men. Die Kämpfe in diesem Raum verlangen infolge des sumpfigen' Geländes, das immer wieder durch Knüppeldämme überbrückt werden muß, große Lei­stungen von den deutschen Soldaten. Bei der Ueber- windupg dieser Geländeschwierigkeiten zeichneten sich die deutschen Pioniere aus, denen.es überdies im Verlauf dieser Kämpfe gelang, mehrere Brücken zu schlagen. Jäger und Flakartillerie schossen im Ver­lauf der Woche über hem gesamten Südabschnitt 118 feindliche Flugzeuge ab.

Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurde der Ring um die im rückwärtigen Frontgebiet ein- geschlossenen feindlichen Kräftegruppen durch kon­zentrische Angriffe weiter verengt. Obwohl das wal­dige, von Sümpfen und Mooren durchsetzte, mit Minen und Hindernissen aller Art gesicherte Kampf­gelände den deutschen Unternehmungen große Schwierigkeiten' entgegensetzte, gelang es mit wirk­

samer Unterstützung der Luftwaffe, den feindlichen Widerstand überall zu brechen und zahlreiche Ort­schaften in Besitz zu nehmen.

Der Schwerpunkt der Kämpfe im R o r ö a b -- schnitt lag an der Wolchow-Front, wo em deutscher Brückenkopf trotz heftiger feindlicher An­griffe unter hohen blutigen und materiellen Ver­lusten des Feindes von Truppen einer Jnfanterie- divifon heldenmütig verteidigt wurde. Vom 5. bis 9. Juni verloren in diesem Kampfabschnitt die Bol­schewisten 66 Panzer. Die in einem anderen Kampf­abschnitt eingeschlossenen feindlichen Kräfte wurden weiter zusammengedrängt und Entsetzungsversuche zum Scheitern gebracht. Im J l m e n s e e g e b i e t gab der Feind nach Vernichtung von 590 Kampf­ständen, und zahlreichen Waffen einen großen Ge­ländestreifen mit allen in ihm liegenden Ortschaften auf. Jäger schossen im nördlichen Abschnitt der Ost­front zusammen mit der Flak 50 Flugzeuge ab. An der Einschließungsfront von Leningrad be­kämpfte Küstenartillerie des Heeres den feindlichen Schiffsverkehr in der Kronstädter Bucht, wobei ein Unterseeboot und ein Begleitboot versanken. Der feindliche Versorgungsverkehr am Ladogasee wurde von Kampfflugzeugen erfolgreich angegriffen und dabei den Bolschewisten schwere Materialverluste zu­gefügt.

Die neuen großen U-Boot-Erfolge.

Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag.

DNV. Aus dem Führerhaupkguartier, 13. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Vor Sewastopol wurden in schweren An­griffen Vefestigungswerke und zahlreiche Kampf­stände genommen. In der Zeit vom 7. bis 11. Juni verlor der Feind in diesem Frontabschnitt 3600 (Be­fangene, 41 Geschütze, 12 Panzer und über 400 Granatwerfer. Wehr als 20 000 Minen wurden aus- gebaut. 645 Beton- und Erdbunker fielen nach hor­ten Einzelkämpfen in unsere Hand. Der Luftwaffe gelang es, durch stärksten Einsatz ihrer Kampf-, Slurzkampf- und Jagdflieger den schweren Kampf der Infanterie zu erleichtern und die feindliche Luftwaffe auszuschalten. Im Schwarzen Weer tor­pedierte ein italienisches Schnellboot vor der Krim ein großes feindliches Wotorfchiff, trotz der Siche­rung durch drei sowjetische Torpedoboote.

Im Raum ostwärts Eharkow führten eigene Angriffe zum Erfolg. Der feindliche Brücken- köpf auf dem Weftufer des Donez wurde genommen, auf dem Ostufer eine sowjetische Kräftegruppe zum Kampf gestellt und eingeschlossen, verbände der Luftwaffe griffen mit starker Wirkung in diese Kämpfe ein. Deutsche und italienische Jäger schos- sen gestern in Luftkämpfen 13 feindliche Jlug- zeuge ab.

Im nördlichen Abschnitt der Ostfront wurde im Angriff größerer Geländegewinn erzielt. An der Wolchow-Front brachen erneute Angriffe des Fein­des unter blutigen Verlusten zusammen. Kampf­flugzeuge bombardierten wichtige Rüstungswerke der Sowjets an der oberen Wolga, sowie Anlagen der Wurman-Vahn.

In Nordaf'rika trat die Panzerarmee nach der Einnahme von Bir hacheim nach Norden an. Sie steht in erfolgreichem Kamps mit den Resten der feindlichen Panzerkräfte westlich El Adem

Wie bereits durch Sondermeldung bekannlge-

geben, versenkten deutsche Untersee­boote in zähen, zum Teil tagelangen Kämpfen gegen stark gesicherte Geleitzüge und bei Angriffen auf die von der amerikanischen Kriegsmarine ge­sicherten Schiffahrtslinien weitere 27 Schiffe mit zusammen 149 000 BRT. und einen Zerstörer. Damit hat der Feind einschließlich der in den Wehrmachtberichten vom 10. bis 12. Juni gemelde­ten Erfolgen im Atlantik, vor der amerikanischen Ostküste, im Karibischen Weer, vor dem Panama- Kanal und im Witlelmeer durch Operationen deut­scher Unterseeboote in den letzten sechs Tagen vierzig Schiffe mit zusammen 212 200 Tonnen sowie einen Zerstörer verloren.

Bei den Kämpfen vor Sewastopol haben sich der Ritterkreuzträger Oberleutnant Spielmann, Batteriechef in einer Sturmgeschütz-Abteilung, und der Oberleutnant Frank, Kompaniechef in einem Infanterieregiment, durch besondere Tapferkeit aus­gezeichnet.

Oie Schlacht im Atlantik.

Berlin, 13. Juni. (DNB.) Seit mehreren Tagen operierte eine U-Boot-Gruppe in der Mitte des Nordatlantik gegen einen Ge- leitzug EnglandAmerika. Ungünstige Wetterlage, Nebel und Regen erschwerten die Angriffe, aber in zäher Verfolgung blieben die Boote am Feind. Nacktem sie einen Zwei-Schornstein-Zerstörer der Sicherung versenkt hatten, schossen sie aus diesem einem Geleitzug noch fünf Dampfer heraus, die nach heftigen Explosionen untergingen.

In den amerikanischen Gewässern mußten die Nordamerikaner feststellen, daß ihre zahlreich aufgebotenen Abwehrstreitkräfte der Unter­seebootgefahr selbst innerhalb des engen Küstenbe­reiches nicht Herr geworden sind. Dampfer auf dem Wege von den südafrikanischen Häfen Kapstadt und Durban nach Neuyork, andere auf dem Wege von Neuyork zu den Antillen und zu dem Panamakanal wurden kurz vor dem Erreichen ihrer Bestimmungs­häfen Opfer der Torpedos und Granaten unserer U-Boote. In einer einzigen Nacht versenkte ein U- Boot drei Dampfer auf dem Dege zum Panama­

kanal, die nach Australien bestimmt waren. Die Ladung bestand aus Panzergeschützen, Munition und Flugzeugen. Ein anderes Boot stieß unmittel­bar vor dem Eingang zum Panamakanal auf zwei durch einen Zerstörer gesicherte Dampfer und ver- enkte beide Dampfer. Eine weitere Geleitgruppe aus drei Schiffen und einem Zerstörer wurde an einer anderen Stelle angegriffen. Wenig später war ein Frachter gesunken, ein Tanker brannte über das ganze Schiff, und nur dem dritten Frachter gelang es, mit dem Zerstörer zu entkommen, der den brennenden Tanker im Stich ließ.

Das Operationsgebiet der deutschen Seestreitkräste bis zur amerikanischen Küste erweitert.

Berlin, 13. Juni. (DNB.) Durch den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg und die Ent­wicklung, die der Seekrieg seither vor der amerika­nischen Ostküste genommen hat, hat sich das Opera­tionsgebiet, in dem ständig mit Kampfhandlungen zu rechnen ist, bis zur amerikanischen Küste erwei­tert. Jedes Schiff, das nach dem 26. Juni 1942 diese Gebiete befährt, setzt sich der Vernichtung aus. Die deutsche Regierung warnt daher vor dem Befahren des gefährdeten Gebietes, das nunmehr wie folgt begrenzt wird: Von der belgischen Küste bei 3 Grad Ost über 62 Grad Nord, 3 Grad Ost und 68 Grad Nord, 10 Grad West bis zur grönländischen Küste auf 68 Grad Nord, dann entlang der grönländischen Küste bis Kap Farvel, von dort nach Kap harrrson, dann entlang der Küste Kanadas und der Vereinig­ten Staaten bis Key West, von dort über 20 Grad Nord 60 Grad West, 45 Grad Nord 20 Grad West und 45 Grad Nord 5 Grad West zur französischen Küste bei 47 Grad 30 Minuten Nord.

Ewiger deutscher Soldat."

Berlin, 14. Juni. (DNB.) In einer weltanschau­lichen Feierstunde der NSDAP, umrahmte ein künstlerisches Programm die AnspracheEwiger deutscher Soldat", die SA.-Obergruppenführer Luy­ken hielt. Ausgehend von dem Bewußtsein, daß das im nationalsozialistischen Reich geeinte groß- deutsche Volkstum wieder in einer völkischen Wehrgemeinschaft steht und Taten des Schwertes und der Arbeit erkämpft, die einmalig in feiner Geschichte sind, umriß SA.-Obergruppen­führer Luyken die geschichtliche Entwicklung des trotz aller Not und trotz allen Mißbrauchs deutscher Treue, Tapferkeit und Hingabe zu allen Zeiten le­bendig gebliebenen ewigen deutschen Soldatentums. Don ihm kündeten in Sage und Lied die helden- aestalten der deutschen Gefolgsmänner im frän­kischen Heer. Es sei durchgebrochen in den bäuer­lichen Wehrgemeinschaften, die zur Wiedergewin-. nung der verlorenen deutschen Marken nach Osten zogen, und es habe in den wehrhaften Städten der Hanse, in den Zügen der Ritter über die Alpen so­wie in den Ordensrittern auf der Marienburg ge­lebt. Im Weltkrieg sei es zur höhe seines Helden- tums aufgestiegen, und Adolf Hitler habe es dann von allen Hemmungen und Fehlleitungen der Ver­gangenheit befreit.

Die Erziehung zur wehrhaften Haltung fei eine Frage der weltanschaulichen Erziehung und könne nur dann gelöst werden, wenn sie aus der Geschlos­senheit einer arteigenen Weltanschauung erfolge. Der Nationalsozialismus fei die soldatische Erkennt­nis, daß die Quellen unserer Kraft allein im deut­schen Blut und in der deutschen Erde liegen. Indem Adolf Hitler als Führer aus diesen Kräften schöpfte und baute, gewann er die deutsche Vlutsgemein- schaft, Arbeitsgemeinschaft und Schicksalsgemein­schaft, aus ihnen zusammen entstand die Wehr­gemeinschaft. Dem Sieg der Waffen werde der Sieg des Geistes und damit die schöpferische Arbeit des Friedens folgen.

Oie Kämpfe in Tiordafrika.

Berlin, 14.Juni. (DNB.) Die Erstürmung des Wüstenfvrts Bir h a ch e im ist der Ansatzpunkt zu neuen erfolgreichen Angriffsbewegungen der Achsentruppen geworden. Die Kampfhandlungen der vergangenen Woche spielten sich bei heißem, trocke­nem Wetter ab, das von Sandstürmen und einmal

T3ok ff

1 -

Fort \ Maddalena* k i k

X/Bir Hachein

77=^^

von einem Regenguß, einer Abnormität um diese Jahreszeit, unterbrochen war. Nach den letzten Mel­dungen befinden sich die Panzerstreitkräfte Rom­mels westlich von El Adem im Kampf. Die­ser Wüstenort liegt rund 40 Kilometer nordostwärts von Bir hacheim auf dem Wege nach dem durch frühere Kämpfe bekannten S i d i Rezeg. Die Er­oberung von Bir hacheim gab den deutsch-italieni­schen Streitkräften die Möglichkeit, sofort zum wei­teren Vorstoß nach Norden anzutreten.

Die Kämpfe spielten sich in der vergangenen Woche bereits im Rücken der von den Briten angelegten

riesigen Minenfelder ab, die durch die Achsen­truppen von Süden her umgangen wurden. Die Operationen bedeuten auch eine hervorragende Lei­stung des Nachschubs. Die Wüste bildet im Raum von Bir hacheim keine flache Fläche, sondern ist ein von oft sehr tiefen Flußläufen durchzogenes, stark verwittertes Tafelgebirge. Es kommt hinzu, daß jede Bewegung für den Gegner auf Meilen voraus sichtbar ist, auch schon mit dem bloßen Auge durch die aufgewirbelten Staubwolken, -die noch lange später den Weg jedes Fahrzeuges an­zeigen. Dieses Gelände kam den Briten bei der Be­festigung von Bir hacheim sehr entgegen. Deshalb konnte diese Wüstenfeste zum südlichen Eckpfeiler der britischen Stellungen werden. Die Schwere der Kämpfe war gekennzeichnet durch den Einsatz schwe­rer Waffen und starker Panzereinheiten von beiden Setten.

Für den Ausgang der Schlacht war von besonde­rer Bedeutung die Ueberlegenheit der A chs e n l u f tm a ff e, die nicht nur zahlreiche Abschüsse im engeren Kampfgebiet erzielte, sondern auch im erweiterten Kampfaeoiet durch ihre Einwtt- kunaauf Malta und den feindlichen Schiffsverkehr im Mittelmeer den Nachschub des Feindes nach- halttg störte. Der Erfolg der deutschen Kriegs- marine im Angriff auf den Tobruk-Geleitzug, bei dem 18 000 BRT. Schiffsraum versenkt und vier weitere Transportschiffe beschädigt wurden, unter­streicht die Ueberlegenheit der deutschen Waffen in diesem Kampfgebiet, zumal unsere Unterseeboote im Mittelmeer die doppelte Aufgabe haben, die feind­liche Versorgungsschiffahrt zu bekämpfen und den ungestörten Nachschubverkehr über das Meer sicher­zustellen.

Insgesamt wurden bei den Kämpfen in Nord­afrika bisher über 12000 Gefangene eingebracht, rungd 600 Panzer- und Kampfwagen vernichtet. Diese Ziffern gewinnen ihre erhöhte Bedeutung im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse des afrika­nischen Kriegsschauplatzes, wo der Feind nicht mit Massen, die wie im Osten ohne Rücksicht auf Ver­luste in den Kampf getrieben werden, sondern nur mit einer verhältnismäßig geringen Anzahb hoch­wertiger Soldaten arbeiten kann, mit denen sehr haushälterisch umzugehen für ihn eine Lebensnot­wendigkeit darstellt.

Hessen holen die Höhe A.

NSG. Die aufgezwungene Ruhe behagt ihm gar nicht, dem trotz seiner 54 Jahre erstaunlich rüstigen Major S. Nein, wahrlich nicht! Weder die durch die allgemeine Lage gebotene, noch die ihm vom Truppenarzt unter Androhung einer Schwitzkur ver­ordnete. Dabei waren kaum 24 Stunden feit dem Unternehmen auf die höhe A., das der Major ge­leitet und zum glücklichen Ende geführt, verflossen und die Atempause redlich verdient.

Der Besitz des Wäldchens und Gutes A. hatte die Lage der Division nicht unerheblich verbessert, den Sowjets aber einen wichtigen Schlüsselpunkt gekostet. Es war der erste größere Angriff des hessischen Bataillons nach der langen Pause gewesen, die der Schnee mit seiner Unweg- barkeit diktiert hatte. Der Erfolg strafte die Mei­nung Lügen, die Wartezeit habe die Glieder ein­gerostet, den alten Schwung gefrieren lassen. Die Hessen-Darm st ädter hatten, von der Pan- zerwafffe fließend unterstützt, gestürmt und gesiegt.

Jetzt saßen ober lagen sie, gruppenweise verteilt, in den stickigen Erdgeschoßräumen des Gutes, die sie erst einmal ausgemistet, dann behelfsmäßig als Unterkunft eingerichtet hatten, und überdachten die Stunden, da das mächtige weiße Gebäude am Zipfel des bunkergespickten Wäldchens noch Ziel ihres erbitterten Kampfes war. Nun es sich in ihrer Hand befand uitö man von feinen Scharten und

den Fensterhöhlen des ersten Stockes aus wohin man allerdings erst nach einer halsbrecherischen Kletterpartie über hängende Stiegen und schwebende Balken gelangte, so arg hattetn die Stukas gewütet das Gelände nach allen Seiten weithin über­blicken konnte, erschien es ihnen wie ein Wunder, diesen starken Zahn mit so geringen Verlusten her- ausgebrochen zu haben.

Zugleich aber wurde ihnen auch bewußt, welch beherrschende Stellung die Sowjets hier innegehabt hatten. Kilometerweit war die Nachschub­straße der Division einzusehen. Das Städtchen B-, der Kopf des tief in den Feind vorgeschobenen Keils, lag wie auf dem Präsentierteller ausgebreitet. Jede Bewegung dort drüben war bemerkt und sofort mit stärkstem Feuer beantwortet worden. Wochenlang. Das hatte nun ein Ende. Die Hessen hatten den übermächtigen Gegner herausgeworfen.

Ja, wenn die Stukas nicht gewesen wären! Wie bei der Einnahme des Dörfchens B., die am Frühmorgen dem Sturm auf die höhe vorausge- gangen war und nach erbittertem Häuser- und Bun­kerkampf restlos gelungen war, stürzten sie in immer neuen Wellen fast senkrecht auf das Ziel hernieder. Krachend zerbarsten die schweren Bomben zwischen den Stellungen rund um das Gut, zerfetzten das Wäldchen, in dessen Schutz die Gefechtsstände lagen, und wirbelten Steine und Erdbrocken. Aeste und