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eine geringe Anzahl, leer blieben. In den Bunkern, bei den Infanteristen, lagen die Bücher, deren Ver- zeichms eine Auswahl bot, die sich sehen lassen konnte. Da saß einer am Gruppentisch und las Die Wölfe" von Herbert Volk, neben ihm der an­dere mit vor Erregung gerötetem Kopf Sanders Kid meldet sich" und der dritte las auf seiner Schlafstelle zurückgezogen für sich und war in Bluncks GedichtbandBrüder" vertieft. Ein jeder wähnte sich in seinem Reich, .so wie sie der Krieg zusayimengebracht hatte, und sie zu einer unlös­baren Kameradschaft band. Sie fühlten sich empor­gehoben aus all dem Schweren, das der Kampf gegen eine vertierte Menschenherde brachte, der im letzten Grunde nicht zu beschreiben ist, und mögen die Worte noch so treffend sein. Wie dankbar ist em jeder Leser dem Kameraden gewesen, der diese Frontbibliothet aufbaute. Er stand in ihrer Mitte und wußte um den Wert des Buches in diesem Krieg. Unermüdlich trug er Band um Band zu­sammen und machte so allen Angehörigen der Kom­panie, ja des ganzen Bataillons diese Bücherei zu­gänglich.

Nach der Essenausgabe stand er mit seinen Bücherkisten im Schnee vor einer der Lehmkaten, zu der die Bolschewisten keine Einsicht hatten. Im Schneehemd, dem Auge des Feindes getarnt, kamen die Infanteristen aus den Bunkern, um sich die Bände auszuleihen. Und nicht wenige fanden jeden Mittag den Weg zu ihremBibliothekar". Wie freute er sich, und mit Stolz stellte er nach jeder Leihstunde die hohe Aufgabe seiner Bücher fest. Das Bewußtsein, seinen Kameraden mit jedem Buch geholfen zu haben, machte ihn froh. Viele, viele Zeitungsausschnitte barg ein Feldpostkarton, und je nach den Forderungen des einzelnen'legte er ihm einen Witz, einen treffenden Bericht, oder ein Ge­dicht ans Herz. War fein Kundenkreis auch noch so groß, mit der Zeit hatte er einen jeden kennenge­lernt, und immer fand er für ihn das Richtige.

Ja, die Kompanie schaute stolz auf. ihrenBiblio­thekar", in ihm fand sie einen Betreuer, der die Soldaten an den langen Winterabenden um die Petroleumlampe zusammenrückcn ließ, der ihnen über manchen nicht endenwollenden Tag hinweg­half. Gleichgültigkeit oder üble Stimmung kamen trotz aller Härten und Anforderungen dieses Krieges nie auf. Die Frontbibliothek hatte viel dazu beige? tragen. Kriegsberichtet Herbert Njekamp. >

Landschaft mit sich herum trägt. Wie sehnsuchtsvoll äußert sich in Feldpostbriefen der Wunsch nach einem warmen Bad, überhaupt nach Reinlichkeit, nach einem weichen, richtigen Bett. Der Krieg hat die kulturellen Ansprüche des Landsers zwangs­läufig auf ein Mindestmaß gedrosselt. Aber nie­mals wird er aufhören, sich nach dem Lebensstan­dard zu sehen, den in der Heimat auch der Aermste mit Selbstoerstäydlichkeit für sich beanspruchen darf. Mit anderen Worten: Um in der primitiven Welt des Ostens als hochwertiger Kämpfer bestehen zu können, muß sich der deutsche Soldat zu einem niedrigeren Niveau des äußeren Lebens, als er es selbst unter Anrechnung der Kriegsverhältnisse er­wartet haben mag, überwinden.

Diese Anpassung ist ihm nicht leicht gefallen, sie ist ein ganz bewußter Vorgang, mit dem sich unsere Soldaten die äußeren Voraussetzungen schufen, um ihre militärische Ueberlegenheit zur Anwendung bringen zu können. Während der Sowjetsoldat in der stumpfen Gleichgültigkeit des willenlosen Werk­zeuges einer bedenkenlosen Führung zum Kampf antritt, begegnet ihm der deutsche Soldat in dem Bewußtsein, daß von dem Ausgang des Ringens dieser beiden Welten die Erhaltung alles dessen ab­hängt, was wir in seiner vielgestaltigen Aeußerung mit dem Sammelbegriff Kultur ansprechen können. Es ist das Bewußtsein einer deutschen Sendung und eines europäischen Auftrags. -Und es geschieht das Wunderbare, daß der einzelne deutsche Soldat nicht nur mit einem dieser in ihrer Primitivität so ge­fährlichen Gegner fertig wird, sondern mit einer ganzen Anzahl und oft genug mit einer erdrücken­den Uebermacht. Jeder derartige Erfolg, und un­zählige sind uns bekannt geworden, ist ein Triumph des Geistes, eine Bestätigung deutschen Heldentums unter schwierigsten Bedingungen.

Wenn in einigen Wochen wieder Staubfahnen die Bormarschstraßen der deutschen Armeen in undurch­sichtige Wolken einhüllen, wenn der feinkörnige Schmutz das Gesicht überkrustet, die Augen rötet und sich in jede Pore frißt, wenn die glühende, Hitze den Marschierer ausdörrt, dann werden diese Be­gleiterscheinungen des schnell einbrechenden heißen Sommers und der verheerenden Verkehrsverhält­nisse in der Sowjetunion unseren Soldaten nur die nüchterne Feststellung abringen können: Alles schon mal dagewesen! Diese Monate der Offensive, die Höchstes aus dem Körper herausholen, was ein Mensch zu leisten in der Lage ist, sind die große Zeit der deutschen Wehrmacht. Wie ost hat bei den harten Äbwehrkämpfen des Winters die Vorstellung uni» zugleich die feste Zuversicht mit-

gekämpst: Wenn es erst wiederdvorwärts geht ...!

Der deutsche Sottrat hat sich in diesem Winter zum ersten Mal im neuen Weltkrieg auf Vertei­digung einstellen müssen. Das auch diese Vertei­digung offensiv geführt werden konnte, ist das große Verdienst der deutschen Führung wie der nie erlahmenden Einsatzfreudigkeit der kämpfenden Truppe. Das Schicksal hat es gefügt, daß unsere Feldgrauen den ersten Winter am Feind in der furchtbarsten Form, wie er seit anderthalb Jahr­hunderten aufgetreten ist, überstehen mußten. Da bedarf es der Versicherung kaum, daß kein deutscher Soldat, der dabei gewesen ist, je wieder in seinem Leben vergessen kann, was das heißt, bei 30 oder 40 Minusgraden dem Ansturm eines Gegners zu trotzen, der eben auf diese Kälte und darauf, daß die Deutschen ihr nicht gewachsen sein könnten, seine letzte Hoffnung aufbaute. Die Spuren des schweren Erlebens in diesem Winter 1941/42 haben sich bei unseren Soldaten tief eingegraben, und cs wird nicht als vereinzelte Erscheinung zu bewerten sein, wenn ein junger Kamerad schreibt, er fühle sich u m Jahre älter und .reifer. Unsere Soldaten haben wahrhaftig keine Veranlassung, diesen ver­gangenen Monaten, obwohl sie die vielleicht größte Bewährungsprobe ihres Kämpfertums umspannen, eine Abschiedsträne nachzuweinen.

Wie der Ueberaang vom Sommer zum Herbst vollzieht sich die Wende vom Winter zum Frühling zunächst in Feuchte, Schlamm, kalten Nächten, auf« geweichten Stellungen, versinkenden Fahrzeugen. Damals lag über unseren Truppen als Ahnung die Härte des bevorstehenden Winters, der dann alle Vermutungen übertraf und so viele Male grausamer wurde, als die Phantasie ihn auszumalen imstande war. Die Zeit der Schneeschmelze stellt die Truppe vor keineswegs geringere Probleme als1 der regen­reiche Herbst im vergangenen Jahr. Die Feuchtig­keit zieht von unten her an den Soldaten hoch, das Kampffeld ist in einen einzigen Morast verwan­delt, der Nachschub guält sich durch grundlose Wege. Was diesen Zustand von dem des Herbstes wesent­lich unterscheidet, ist die Gewißheit seiner zeitlichen Begrenzung. Nach dieser Periode der aufgeweich­ten Sowjetunion folgt eine Jahreszeit, die unsere Soldaten im Osten schon einmal miterlebt haben. Der Jahreskreis steht im Begriff, sich zu schließen. Der schlammige Tümpel, heute noch Gegenstand des täglichen Aergers, trägt demnächst schon den schwe­ren Panzerwagen, der mit dröhnenden Motoren zum Angriff rollt, als Wegbereiter eines neuen Vormarsches.

Das Echo von Kertsch.

Berlin, 14. Mai. (DNB.) Der Sieg der deut­schen und rumänischen Truppeß in der Durchbruchs- fchlacht.von Kertsch findet im Ausland nach­haltigen Widerhall. Die Blätter berichten in sensationeller Aufmachung und in eingehenden Kommentaren über den großartigen Erfolg und bringen spaltenlange Einzelheiten über die sieg­reichen Kämpfe, zum Teil durch zahlreiche Bilder noch besonders unterstrichen.

Die italienische Presse hebt vor allem den unge­heuren Eindruck auf die Weltöffentlichkeit und die im feindlichen Lager herrschende Bestürzung hervor. Der deutsche Angriff straft die Moskauer und Lon­doner Strategen Lügen", lautet eine Schlagzeile desPopolo di Roma". Der Militärberichterstat­ter der Agenzia Stefani unterstreicht die Schnellig­keit, mit der die deutsche Armee den ersten diesjäh­rigen großen Erfolg an der Ostfront errungen hat. Diese erste Durchbruchsschlacht bestätige die unbe- dinate Ueberlegenheit der Deutschen über die sow­jetischen Armeen. Die deutsche Kriegsmaschine, so hebtCorriere della Sera" hervor, hat bewiesen, daß sie während des Winters nicht eingefroren ist. Mit einer alles über den Haufen werfenden Kraft und einem Stil, der an die Zeiten der Offensive im Westen erinnert, habe sie jedes Hindernis be­zwungen und dem Gegner einen überaus schweren Schlag versetzt.

Auch in Japan ist man begeistert. Die entschei­dende Durchbruchsschlacht von Kertsch in knapp fünf Tagen sei, wieTokio Nitschi Ritsche" feststellt, nur ein Beweis dafür, wie gut man sich in Deutschland vorbereitet habe. Mit großem Vertrauen könne das deutsche Volk der kommenden Entwicklung in den militärischen Auseinandersetzungen an der Ostfront entgegensehen.

Der Sieg auf der Halbinsel Kertsch bilbet die Auf­machung der rumänischen Blätter, die ihm auch aus­

führliche Kommentare widmen. Die Schlacht hat, so schreibt der BukaresterUnioerfuT, erneut die Ueberlegenheit der Angriffsmethoden, des Kriegs­materials und der Kampfmoral der deutschen und rumänischen Truppen bewiesen. DerTimpul" be­tont, daß die Sowjets zu Beginn des Angriffs die Ueberlegenheit der Zahl hatten, durch die deutschen AngriffsMethoden aber bereits in den ersten Stun­den die Schlacht verloren hätten. Die Ueberlegen- beit der deutschen Luftwaffe und ihre überraschenden Angriffe seien dabei von entscheidender Bedeutung gewesen.

Die Sondermeldung über die siegreiche Durch­bruchsschlacht wurde in Portugal überall schnell be­kannt und gab allerorts zu lebhaften Kommentaren Anlaß. Allgemein wird dabei äuf die letzte Ehur- chill-Rede hingewiesen, in der dieser sagte, daß kei­nerlei Anzeichen einer größeren Operation vorlägen. Als Churchill diese Worte sprach, war der Angriff auf Kertsch «jedoch bereits im Gange, was für die Informationsquellen des britischen Außenmini­sters nicht gerade schmeichelhaft fei.

Die Madrider ,Hnformaciones" bezeichnet die Schlacht von Kertsch als einen wichtigen Markstein der Geschichte dieses Krieges und fügt hinzu, die eindrucksvollen Gefangenen- und Beuteziffern stün­den würdig an der Seite der großen Siege im ver­gangenen Sommer und feien ein kategorischer Be­weis dafür, daß der Winter weder den Geist noch die Kampfkraft des deutschen Soldaten geschwächt habe. Die ZeitungMadrid" stellt fest, daß Deutsch­land am Vorabend entscheidender Ereignisse über die beste Armee verfüge. Die Soldaten an der Front und die Deutschen in der Heimat hätten das Gefühl, daß mit der Schlacht auf Kertsch ein neuer Kampfabschnitt begonnen habe. Hebe rau 5 groß sei die Zuversicht, der Glaube an den Sieg und genau so stark die Moral der Deutschen.

Oer Trumpf der Deutschen.

AmerikanischeZeitschriftmuß deutscheUeberlegenheit an derOstfrontanerkennen.

Genf, 14. Mai. (DNB.) In einem Artikel der Mai-Nurnrner der USA.-ZeitschriftFortune", der sich mit den kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten beschäftigt, heißt es über den Ostfeld - zug des vergangenen Sommers, daß Deutschland das bessere Material, die besseren Trup­pen und die besseren Panzer gehabt habe.Die' Deutschen mußten in einem verwüsteten Land vor- rücken", so rühmt der Artikelschreiber die deutschen Leistungen,wo alle Verbindungslinien und Trans­portmöglichkeiten unterbrochen waren. Die sow­jetischen Verteidiger hatten dagegen den Vorteil der intakten Verbindungen sowie ein großes Eisenbahn- und Straßennetz."

Auch den deutschen Verteid i gungs- kämpfen des vergangenen Winters wird der Artikel durchaus gerecht in der Feststellung, daß eine Form der Verteidigung deutscherseits ent­wickelt wurde, in der Männer, von Frost gepeinigt, immer wieder kämpfend ausharrten. Mit erstaun­licher Zähigkeit hätten die Deutschen in ihren Jgel- bastionen, die schnell von ihren Ingenieuren und Arbeitsbataillonen aufgebaut wurden, stand geh alten. Für die kommenden Kämpfe komme es weniger auf die Menge als auf die Qualität an, und d i e Qua­lität feiderTrumpfder Deutschen. Was den Ersatz der Panzer und Flugzeuge angehe, so verfüge Deutschland nicht nur über seine eigene, sondern über die Industrie des ganzen Kontingents.

Nachdem die Zeitschrift die deutschen Er. folgsaussichten durchweg positiv beurteilt und die Feststellung gemacht hat, daß der Augen­schein die Deutschen begünstige, wird die Frage be- handelt, wie die Sowjets für die kommenden Ereig­nisse ausgerüstet sind. Die Bolschewisten könnten wohl mobilisieren, aber es käme auf d i e Quält» tat an. Artillerie- und andere Fahrzeuge bildeten wahrscheinlich für die Sowjetunion fein Problem, wohl aber der 23 e r 1 u ft der Fabriken in Charkow, Kramatorsk und Rostow, sowie des Eisen­erzes in Kriwojrog, der metallurgischen Produktion der Städte am Dnjepr und Donez und der endlosen Kette von Maschinenfabriken und chemischen Jndu- dustrien. Die sowjetische Produktion ser dadurch verkrüppelt. Die Hoffnung, daß diese sowjetischen Verluste durch Lieferungen der US2L und Englands wieder wettgemacht würden, scheint nach Ansicht der Zeitschrift nur schwach. Weiter er- wähnt der Artikel die Notwendigkeit, die sonye- tischen Heere neu zu organisieren und ihren taktischen Einsatz in diesem Frühjahr zu verbessern.

Als Kernpunkt des Problems wird in diesem Zu­sammenhang einefähige sowjetische Führung" ge­fordert, deren Fehlen int Jahre 1941 den größten Zusammenbruch heraufbeschworen habe. Diesow­jetische Taktik" sei fedoch noch ein tiefes Geheimnis und dabei doch der wichtigste aller Faktoren.

īTagen65SWemii375000VM.versenkt

Berlin, 14. Mai. (DNB.) Deutschen U-Booten gelang es in den e r ft e n vierzehn Tagen dieses Monats, wiederum 65 Schiffe mit 375 000BRT. vor der amerikanischen Küste im Atlantik zu versenken. Der größte Teil dieser Schiffe ist namentlich bekannt, so daß ihre Größe einwandfrei festgestellt werden koynte. So sind auch jetzt wieder eine Reihe großer moderner Tanker von über 10 000 BRT. in der Mississippi-Mündung, im Karibischen Meer und bei den Kleinen Antillen sowie mehrere große Dampfer von 8000 und mehr BRT. in den gleichen Seegebieten und bei Florida versenkt worden.

Der im heutigen 'Bericht des OKW. gemeldete Geleitzugerfolg wurde durch eine kleine U-Boot-Gruppe in der Mitte des Atlantik erzielt. Die Boote griffen das auf dem Wege von England nach Amerika befindliche Geleit zwei Tage und Nächte, hindurch unentwegt an und häng­ten sich trotz teilweise sehr schlechter Sicht, die durch Regenschauer oft völlig genommen war, zäh und verbissen an den Gegner. Während Zerstörer und Bewacher einen Teil der U-Bvote abdrängten und verfolgten, trugen andere Boote unter Umgehung der Sicherung ihren Angriff erneut gegen die Schiffe vor. Dieser erfolgreiche Geleitzugangriff zeigt, daß die Schlacht im Atlantik nicht nur auf dem Wege EnglandAmerika, sondern auf allen Schiffahrtswegen von Grönland bis zum Süd- atlantik ausgetragen wird, wo deutsche Seestreit­kräfte nicht um1 Gelände oder Seegebiete, sondern um Tonnage und Fracht überlegen kämpfen.

Wieder haben die deutschen U-Bvote außerordent­liche Erfolge im Kampf gegen die feindliche 23er« sorgungsschiffahrt erzielt. Während sie im Nord- atlantik aus einem Geleitzug der Englandfahrt in mehrtägigem, schwerem und zähem Kampf neun Schiffe mit 31 000 BRT. versenken und einen wei­teren Dampfer durch Torpedotreffer beschädigen konnten, schickten sie in den amerikanischen Ge­wässern 12' Handelsschiffe mit 82 000 BRT. und einen USA.-Bewacher auf den Grund des Meeres. Damit hat die feindtiche Schiffahrt innerhalb we­niger Tage wieder 113 000 BRT. in Form von 21 Schiffen verloren. Die ohnedies ftänbig im Wachsen begriffene Tonnagenot ist dadurch erheblich vergrößert worden. Allmählich' wird man sich der Gefahr dieser ständigen Verluste auch in den Ver­einigten Staaten bewußt. Der neue Erfolg der U-Boote unterstreicht die Ausführungen, die bereits heute in USA.-Dlättern zu diesem Thema gemacht werden. Vor allem ist er eine schlagende Illustration zu dem von der USA.-ZeitschriftUnited States News" dieser Tage unter dem TitelDie Schlacht im Atlantik entscheidet sich gegen die USA, und

ihren 23erbünbeten" veröffentlichten Artikel, in dem es u. a. heißt:Das U-Boot schlägt der Schiffahrt der Verbündeten furchtbare Wunden. Dreimal wäh­rend dieses Krieges sind die monatlichen Verluste höher als eine halbe Million Bruttoregistertonnen gewesen. Die deutschen und italienischen U-Boote sind viel besser als die des Weltkrieges. Außerdem konnten die deutschen U-Boote seinerzeit nur von einer sehr beschrankten Basis eingesetzt werden, während sie jetzt ihre furchtbare Jagd von den Basen des nördlichen Norwegens bis zur Biskaya aus beginnen." Je größer die Zahl der Versenkun­gen wird, desto stärker wird auch die Einsicht in den feindlichen Ländern werden. Und dafür, daß diese Versenkungen an Zähl zunehmen, ist gesorgt. Der Führer hat das in seiner jüngsten Reichstagsrede mit den Worten feftgeftellt:Wie unsere U-Boots aber wirken können, das wird sich von Monat zu Monat mehr erweisen. Denn entgegen der wein- seligen Behauptung Churchills im Herbst 1939 vom Ende der deutschen U-Boote kann ich ihm nur ver­sichern, daß ihre Zahl nach einem festen Rhythmus von Monat zu Monat wächst, und daß sie heute be­reits die Höchstzahl der U-Boote des Weltkrieges weit hinter sich gelassen hat."

Amerika spürt die Folgen.

Berlin, 14. Mai. (DNB.) Während auf der Halbinsel Kertsch den Bolschewisten schwere Schläge zugefügt werden, ist 8000 Kilometer von diesem Kriegsschauplatz entfernt, an der amerikanischen Ostküste, im Golf von Mexiko, int Karibischen Meer und in den Weiten des Atlantiks die deutsche U- Boot-Waffe unermüdlich tätig, um die feindliche Versorgungsschiffahrt zu stören und neue empsind- liche Lücken in den Handelsschiffsbestand des Geg­ners zu reißen.

Während die amerikanische und britische Propa­ganda sich bemüht, von einem angeblichenNach­lassen" der deutschen U-Boot-Tätigkeit zu sprechen und das eigene Volk mit dem Hinweis auf phan­tastische Neubauziffern zu trösten, mehren sich nicht nur in den U S 21., sondern auch in den benach­barten Staaten die Schwierigkeiten, die un­mittelbar auf die U-Boot-Tätigkeit der Achsenmächte zurückzuführen sind. So herrscht auf dem amerika­nischen Versicherungsmarkt eine derartige Verwirrung, daß die Tätigung neuer Versichern ngs- abschlüsse für Schiffstransporte in amerikanischen Gewässern kaum noch möglich ist. Der Prämien­markt ist völlig in Unordnung geraten, so daß die Versicherungsnehmer, die Ueberseetrans- porte durchführen, in keinem Falle wissen, mit wel­cher Prämien sie zu rechnen haben bzw. ob die Versicherung überhaupt angenommen wird.

Der Schiffsraummangel hat schon nach

Adolf Menzel und die Gorma.

Von Reinhold Zickel.

»i Lessing und Menzel besteht eine tiefe rwandtschaft. Kein Wunder also, daß es Menzel reizen mußte, für das Deutsche Theater die Bühnenbilder auMinna von Barnhelm", ein Stück, das er über alles liebte, zu entwerfen.

Bei der Hauptprobe war der Meister zugegen. Für die Rolle der Minna war die Sorma eingesetzt, gewiß eine der besten Darstellerinnen dieser Figur. Nach der Probe nahte sich die Künstlerin noch im Kostüm ehrerbietig dem Maler und fragte ihn in ihrer anmutig-bezaubernden Art, ob Exzellenz mit ihrer Verkörperung der, Minna zufrieden sei. Men­zel erhob sich aus dem Schatten der Loge, wo er bisher gesessen hatte, trat ins Licht und sah die Künsllerin durch die Brillengläser ein wenig, wie ihr schien, von der Seite an und ließ seinen Blick forschend über ihr Kostüm gleiten.

Die Damen bei Hofe", sagte er dann,pflegen auf Kostümfesten gern nach friderizianischer Manier in Reifrock und Perücke zu erscheinen. Allein sie wissen sich in der ungewohnten Montur meist nur ungeschickt zu bewegen und wirken wie Mario­netten. Sie, mein Fräulein, tragen diese Kleider, als wären Sie mit ihnen geboren. Das ist für einen Maler angenehm zu sehen."

Die Sorma knickste auf dieses Lob hin vor dem Meister, und ein Lächeln des Triumphes umspielte ihren Mund. Menzel sah es und fuhr fort:

Freilich ist dies nur das Exterieur Ihrer Rolle." Das Lächeln auf dem Gesicht der Sorma erstarb, ein wenig befangen und erschreckt sah sie den Mei­ster an.Was nun die Rolle der Minna selber an­geht, so halte ich sie für eine sehr schwierige Auf­gabe für eine Frau. Sie müßte schon den Geist und dss Herz Lessings haben, um sie vollendet spielen zu können. Wer aber besitzt das heute noch unter den Männern, die die Bretter beherrschen, geschweige unter den Frauen?! Uebrigens spielen Sie, mein Fräulein, die Rolle nicht übel."

Dieses Lob denn das sollte es sein, das sich der Unerbittliche abrang, wurde von der Sorma wohl nur halb verstanden, denn sie blieb schweigend vor dem Meister stehn, als erwarte sie noch etwas wm ihm. Menzel fühlte es und fuhr fortr

Wenn Sie sich nicht voll gewürdigt fühlen soll­ten, mein Fräulein, dann vergessen Sie bitte Nicht, daß ich erstens nur ein Maler und kein Schau- fpieter, und daß ich zweitens nur ein Junggeselle und fein Ehemann, geschweige Bräutigam bin. Bei­des belastet mich in den Augen der Damen gewiß schwer."

Er besann sich einen Moment, zog bann seinen Notizblock aus der Tasche und hielt der Künstlerin das oberste Blatt vor die Augen:

Ich habe es vorhin in der Loge gezeichnet", sagte er.Sie werden die Dame wohl erkennen und auch den Herrn, der vor ihr steht."

Allerdings, Exzellenz!", sagte die Sorma, hin­gerissen von dem geistreichen Motiv und der ge­nialen Manier, in der Menzel es flüchtig hinge setzt hatte. Er hatte nämlich mit wenigen Strichen die Sorma festgehalten in dem Moment, wo sie Tell- heim den Ring zurückgibt und ihn so überlistet: Hier! Nehmen Sie den Ring wieder zurück, mit dem Sie mir Ihre Treue verpflichtet." Als Partner aber hatte Menzel nicht den Tellheim der Bühne, wie er ihn gesehen, konterfeit, sondern sich selber mit Zylinder und Stock, die linke Hand auf dem Rücken. Freilich kehrte er der Minna den Rücken zu, offenbar um ihr seine gänzliche Uninteressiertheit an ihrer Person drastisch zu demonstrieren. Darunter stand in Schnörkelschrift: Vorsicht! Sirene singt!

Die Sorma betrachtete die geistreiche Skizze, wäh­rend sich der Meister an ihrem Mienenspiel weidete: ein leichter Aerger über den frostigen Liebhaber ihrer Kunst schien mit 'dem Entzücken über,, das kleine Kunstwerk um die Wette zu laufen. Plötzlich ging ein befreites Lächeln über ihr Gesicht:

|Exzellenz!", sagte sie mit ihrer bezaubernden Stimme,Sie haben mir wirklich ein großes Lob

I gespendet."

Wieso?" fragte Menzel, nun seinerseits ein wenig verblüfft.

IIch werde meinen Partner bitten, daß er bei der Vorstellung morgen in dieser Szene mir den Rücken dreht und dabei die linke Hand so hält, wie Sie es hier in dieser entzückenden Skizze tun."

Was ist los mit der Hand?" fragte Menzel und prüfte die eigene Arbeit noch einmal kritisch nach.

Diese Hand ist geöffnet", sagte die Sorma,und der Ring würde bestimmt nicht zu Boden fallen, wenn Minna ihn hineinlegte/

Tatsächlich lag die Hand des Meisters in der Skizze so auf dem Rücken, als öffnetd sie sich einer Gabe entgegen, die ihr von hinten zugesteckt werden soll Menzel schwieg einen Augenblick.

Sie haben wirklich etwas vom Geiste Lessings in sich, mein Fräulein", sagte er dann.Nehmen Sie bitte diese kleine Erinnerung an die heutige Generalprobe der »Minnas Sie haben diese Probe gut bestanden."

Die Sorma beugte sich nieder und küßte dem Meister die Hand, aus der sie die Skizze nahm.

Eigentlich hätte ich ihr die Hand küssen sollen", sagte der Meister, als er später einmal die Keine Geschichte erzählte.Aber ich hatte ihr ja schon wieder den Rücken gedreht", fügte er hinzu.(Eine scharmante Frau, diese Sorma! Und bie Minna spielte sie nicht übel wirklich nicht übel!"

Bücherkiste vorm Feind.

Die Frontbiblwthek unserer Soldaten.

DKD. (PK.) Welch hohe Gabe das Buch ist, hat der Soldat in diesem Winterkrieg so recht erkannt. War es ihm auch Unterhaltung in den freien Stun­den, löste es ihn doch für diese Zeit aus all den harten Forderungen der Natur und des Kampfes, wie er schwerer nicht sein kann, um ihn in eine Welt zu setzen, die Zuversicht und Kraft barg. War es dem einen das Sichfinden, gab es dem anderen die Freude und den Gesprächsstoff zu fo mancher Diskussion, wie wir sie oft in den Gruppenbunkern antrafen, die uns mitlachen ließen und zeigten, daß doch nicht die Oedheit, der immerwährende Kampf und die damit allzu leicht hereinfallende Sturheit den Frontsoldaten beherrschten. Ja, das Buch gab neben den Heimatbriefen die Besinnung auf das Leben, zu dem all unsere Gedanken die Brücke schlagen.

Wie abgegriffen sahen die Einbände aus und zer­lesen jede Seite. Es war keine gepflegte Sammlung, nein, die Frontbibliothek einer Infanteriekompanie. Soldatenhände sind rauh und hart, und der Schmutz zwischen der Druckerschwärze kann niemand zum Vorwurf gemacht werden, im Gegenteil, zeugt er doch von der Erfüllung, die jede Zeile seinem Leser war. Weit über zweihundert Bände füllten einige Munitionskisten. dis aber ün Durchschnitt, bis auf