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192. Jahrgang Nr. 269

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General-Anzeiger für Oberhessen S**#i*r SteHtro^M

Äe M aw* G Samrtag, 14- /Sonntag, 15. November 1942

Eschener Anzeiger ~

schreiben. Durch diese Politik konnten die USA. m Nordafrika ihre Vertreter und ihren Einfluß er­halten und dadurch die Grundlage für die alliierten Streitkräfte vorbereiten. Die britische Regierung hat diese amerikanische Politik immer unterstützt, obwohl es nicht möglich war, diese Tatsache an die große Glocke zu hängen.'

Auch General Eisenhower äußerte sich über die Vorbereitung des Ueberfalls. Pressevertretern teilte er mit, daß man eine geheimeOffiziers- Mission nach Nordafrika entsandt habe. Sie sollte die einheimische Bevölkerung aufwie­geln. Die Mission wurde von General Clerk ge­führt. Teilweise seien die Offiziere in Untersee­booten g e r e i st. 3n einem Haus an der Küste hätten sie eine geheime Zusammenkunft mit fran­zösischen Offizieren gehabt. Plötzlich sei jedoch Po­lizei der Vichy-Regierung aufgetaucht, und die ame­rikanischen Offiziere hätten sich im Weinkeller ver­stecken müssen, während die französischen Offiziere gerade noch Zeit gehabt hätten, Zivilkleidung anzu- Siehen. i . L

Die ganze Geschichte ist natürlich nur eme inter­essant aufgemachteStory". Roosevelt hatte die Entsendung einer solchengeheimen Offiziers­mission" gar nicht nötig, denn es befanden sich da­mals bereits, wie ja Hüll zugegeben hat, Hun­derte von USA.-Agenten in Französisch- Aftika, die mit Gaullisten Verbindung aufnahmen, Landungsplätze ausspionierten und wie das Vichyer Dokument des amerikanischen Militäratta­ches beweist den besten Weg ausklügelten, um Frankreich seines nordafrikanischen Besitzes für immer zu berauben. Das Bild dieser pHsitischen Gangster Roosevelt und Churchill steht letzt nut wünschenswerter Klarheit vor uns.

rungen einen neuen wichtigen Zusammenhang her­ausgelesen hat rückt er in die Reihe der großen Theoretiker der Physik.

Es ist oft die Frage aufgeworfen worden, ob die Energieoorräte der Erde für die immer größeren Ausmaße der Technik auf die Dauer ausreichen werden. Woher stammt bisher die Energie? Die Kohlen- oder Oelvorräte mögen in einigen Jahr­hunderten erschöpft sein. Die Wasserkräfte dagegen werden Energie liefern, solange noch die Sonne scheint und das Meerwasser verdunstet. Aber viel­leicht sind diese Energiemengen für die größer wer­dende Technik zu gering? Gibt es nicht noch andere, noch größere Energiequellen? Hier taucht noch ein­mal das Problem desPerpetuum mobile" auf, aber in der modernen, unserer Naturerkenntnis ent­sprechenden Form. Wir können zwar nie hoffen, Energie aus Nichts zu gewinnen. Aber gibt es nicht irgendwo auf der Erde Energiequellen, die praktisch unerschöpflich sind? Alle Energien, die wir bis jetzt verwenden, die der Wasserkräfte, die der Brenn­stoffe, stammen letzten Endes von der Sonne. Die Energie der Sonnenstrahlung selbst aber stammt aus einem Prozeß der Umwandlung chemischer Ele­mente in der Sonne; einem Prozeß, den der Phy­siker als die Zusammensetzung von Atomkernen des Elements Helium aus solchen des Elements Wasser­stoff beschreibt. Unter den ungeheuren Tempera­turen und Drucken im Innern der Sonne spielt sich also ein Vorgang ab von der Art, wie ihn die alten Alchimisten gesucht haben: Verwandlung d e r E l e m e n t e. In der Sonne verbrennt Wasser­stoff zu Helium und hierbei werden die enormen Energiemengen frei, die als Strahlung feit Milliarden von Jahren von der Sonne in den Weltenraum wandern. Wenn es einmal gelänge, diese Energiequelle auf der Erde zu erschließen, Wasserstoff ist ja in. der Form von Wasser in fast beliebiger Menge vorhanden, so wäre das ganze Problem der Energiewirtschaft mit einem Schlage gelöst. Vielleicht eröffnet die genaue Kenntnis der Atomkerne, die im letzten Jahrzehnt errungen

(Sin Grundproblem des Naturgeschehens

Von Prof. Dr. Werner Heisenberg, Direktor d,es Max-Plank-Jnstituts für Physik.

Das diplomatische Gpionagenetz

Wie Roosevelt seinen Anschlag vorbereiten ließ.

Lissabon, 13. Nov. (Europapreß.) Die Aktion der Engländer und Amerikaner gegen Französisch- Nordafrika enthüllt sich immer mehr als ein ge­meiner Raubüberfall, bei dem es den Anglo-Amen- hanern auf Nichts anderes ankam, als darauf, in den Besitz wertvoller französischer Territorien zu gelangen. Der stellvertretende amerikanische Kriegs­minister Robert Patterson hat dies in Neuyork in einer Rede offen eingestanden. Er sagte, die Alliierten wollten zunächst Marokko und Algerien, dann Tunesien in ihren Besitz bringen Der Rapb- charakter des englisch-amerikanischen Unternehmens geht auch aus der Anordnung Präsident Roose­velts hervor, alle in den USA. eingetragenen Patente, annähernd 1000 an der Zahl, zu be­schlagnahmen und für die USA.-Jndustrie auszu- werten. Ein anderes Motiv für den Uebersall auf Nordafrika beleuchtet die Nachricht aus Vichy, in den führenden Kreisen der sranzösischen Frontkampser- leqion glaube man, die jüdischen Mitarbeiter Roose­velts hätten auf ein Vorgehen gegen Marokko m Algerien gedrängt, weil die dortigen französischen Behörden seit 1940 energischer gegen die Juden vorgegangen seien, die sich seit dem ersten Wellkrieg in den beiden Ländern breitgemacht haben.

Was der USA.-Staatssekretär Hüll dieser Tage über das intrigante Spiel seiner Diplomaten in Frankreich und vor.allem in den einzelnen Platzen Nordafrikas enthüllte, wird nun auch von englischer Seite bestätigt. Unterstaatssekretär Richard Law erklärte dem'Unterhaus, die Aktion m Nordafnka habe auch eine politische Bedeutungvon technisch sehr komplizierter Art". Er führte im einzelnen aus:Der Erfolg ist zum größten Teil ber g e = duldi gen und hartnäckigen Po itlk der U S A. - R e.g i e ru n g in Nordafrika Zuzu-

Roosevelts imperialistische Pläne in Nordafrika.

<xin aufschlußreicher Ookumentenfund in der !lSA.-Botfchast in Vichy.

Vichy, 13.Nov. (DNB.) In d.er amerika­nischen Botschaft in Vichy hat die fron- zösische Regierung nach Abreise der amerikanischen Diplomaten ein Dokument aufgefunden, das ein­deutig die imperialistischen Absichten der Roosevelt-Clique enthüllt. Es handelt sich um eine Note des amerikanischen Militärattaches in Vichy an seine Regierung. Sie steht in schärfstem Gegensatz zu den Motiven, die Roosevelt zur Be­gründung seines Gangsterstreiches aus Nordafrika angegeben hat. In dem Dokument heißt es:

Um die totale Beschlagnahme zu verwirklichen, die wir auf dem aftikanischen Kontinent zu er­reichen suchen, muß man daran denken, wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Der afrikanische Konti­nent ist der einzige Ausgangspunkt für einen An­griff auf Europa und eine wirtschaftliche Beherr­schung der Nachkriegszeit. Man muß dahin kommen, daß gewisse Organe sich über unsere Absichten in einerArtäußern, daß das französische Volk weiter a n uns glaubt. Dieses Volk darf nicht wissen, daß die Freiheit, die wir ihm wiedergeben, Kompensationen wirtschaft­licher Art zu Gunsten Amerikas em- schliehen wird. Die Mittel, über die wir vepfugen, unsere Gegner zur Ruhe zu bringen, sind zweier­lei Art: Das erste ist der Kauf von Direktoren oder Redakteuren von Zeitungen, und zweitens die Propaganda gegen andere Zeitungen, indem

man es so darstellt, als stünden sie im Solde der Deutschen? Unsere Propaganda sollte weiter von folgendem beeinflußt sein: Was wir in Afrika suchen, ist nichts anderes, als die Interessen der demokratischen Völker zu schützen, und Frankreich ist eines dieser Völker. Es ist daher notwendig, daß man an uns herantritt, im Notfälle, daß die Eingeboren^en unsere Besetzung fordern, um eine englische Besetzung zu ver­hindern."

Die Rezepte, die der amerikanische Militärattache sei­ner Regierung an die'Hand gibt, decken das scheinhei­lige Spiel des Präsidenten Roosevelt bis ins Letzte auf Demokratische Hilfsbereitschaft heuchelte er Frank­reich gegenüber, und insgeheim trafen feine diplo­matischen Vertretungen in den französischen Städten Nordafrikas Vorbereitungen zum heimtückischen UeberfalL In diesem Dokument kommt es klar zum Ausdruck, daß der Dollarimperialismus feinen Fuß auf Afrika fetzt, um ihn nicht mehr wegzuziehen. Totale Beschlagnahme ...", und Frankreich soll den Heuchlern obendrein dankbar sein und sich mit komvenfationen wirtschaftlicher Art" revanchie­ren. Der Plan zeigt auch dem französischen Volk, dessen Regierung sich nicht zuletzt durch Versprechun­gen aus Washington 1939 zum Kriegseintritt be­wegen ließ, das wahre Gesicht dieser verlogenen Heilsbringer.

Kilokalorien. .

Sehen wir uns diese verschiedenen Maßeinheiten einmal auf ihre anschauliche Bedeutung hin an: Eine Kilowattstunde elektrischer Energie wird ver­braucht, wenn wir eine 40-Watt-Lampe einen ganzen Tag lang brennen lassen. Diese Energiemenge kostet für den gewöhnlichen Verbraucher 8 Rpf. Die gleiche Energie ist als Wärmeenergie in 150 g Kohle ent­halten; allerdings ist diese Wärmeenergie bei der Verbrennung von Kohle nicht so vielseitig und wirk­sam verwendbar, wie die entsprechende elektrische Energie; dafür kosten 150 g Kohle auch nur etwa % Rpf. 1 Kilowattstunde ist ferner die Arbeit die notwendig ist, um unser eigenes Gewicht etwa ! 6000 m hoch zu heben, d. h. 1 Kilowattstunde ist mehr als ein Tagewerk angestrengter körperlicher Arbe i t. Man erkennt daraus, wie unzweckmäßig es wäre, die Muskelkraft für eine rein mechanische Arbeitsleistung zu verwenden, die auch von Maschinen geleistet werden kann. Diese Energie kann ja dem Körper auch nur in der Form von Nahrungsmitteln zugefuhrt werden 1 Kilo­wattstunde ist etwa in 100 g Fett als ausnutzbare Energie enthalten und daher kommt es, daß der Schwerarbeiter auch auf feiner Lebensmittelkarte höhere Rationen erhalten muß als die anderen

Teile, sehr nahe gelegt wird. Hier bahnt sich viel­leicht auch schon der Gedanke an, daß die Wärme eine Form der Energie sei, doch ist Rumford nicht zu einer klaren Formulierung dieser Art gekommen.

Der eigentliche Grund für die spätere allgemeine Fassung des Energiesatzes wurde jedoch damals im Anfang des 19. Jahrhunderts noch durch eine andere Entwicklung gelegt: Seit den Entdeckungen des Che­mikers Lavoisier wußte man, daß chemische Vorgänge mit der Entstehung einer bestimmten Wärmemenge verknüpft sind, daß also die Wärme in den Stoffen als sogenannte latente Wärme schlummern kann; die elektrischen Vorgänge hatten gelehrt, daß chemische Wirkungen elektrische Ströme erzeugen; und daß diese Ströme Arbeit leisten können. Durch diese Entdeckungen wurde schließlich der Boden bereitet für die allgemeine, vyn der Me­chanik unabhängige Formulierung des Energie­

satzes.

, Robert Mayer soll den ersten Anstoß zu feiner Entdeckung durch eine Beobachtung empfangen haben, die er als Schiffsarzt in den Tropen machte: Daß das Blut in den Denen in den Tropen viel Heller ist als im gemäßigten Klima. Die Ueberlegung mag etwa fo gelautet haben: Die chemische Zusam­mensetzung des Blutes ist in den Tropen anders als in unserem Klima. Dies muß damit Zusammenhän­gen, daß der Wärmehaushalt des Körpers ein an­derer ist; also besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Wärmehaushalt oder, wie wir jetzt sagen, dem Energiehaushalt und den chemischen Eigenschaften des Blutes. Robert Mayer hat das bleibende Verdienst, zuerst erkannt zu haben, daß Wärme eine Energieform sei unb, genau angegeben zu haben, wieviel mechanische Energie einer Kalorie entspricht. Er hat dieses Verhältnis nicht in eigenen Versuchen gemessen, sondern durch - ---- -- . - .. - - - -. . ,

einen neuen, kühnen Gedanken aus den Versuchen worden ist, einen Weg, wenigstens an einigen Stel- anberer berechnet. Durch b-iefe Leistung ba- len unter besonderen Bedingungen auch diese durch, das Mayer aus schon vorhandenen Ersah- * Quellen zu erschließen.

Wenn man einen Blick auf die erste, von der Legende umsponnene Zeit der beginnenden Natur­forschung richtet, so scheinen uns zwei Gestalten den Wunsch des Menschen nach Beherrschung der Natur­kräfte zu versinnbildlichen. Der Alchimist, der in seinen Retorten Quecksilber in Gold zu ver­wandeln sucht, unb der Erfinder, der einPer­petuum mobile" bauen will, eine Maschine, die ohne äußeren Antrieb Arbeit leistet, die also Be­wegung gewissermaßen aus Nichts erzeugt.

Erst spät lernten die Menschen, daß es feste Na­turgesetze gibt, die man durch die geschickteste Kon­struktion nicht umgehen kann, und daß hier eben diese festen Gesetze den Erfolg ein für allemal ver­hinderten. In diesem Jahr find gerade 100 Jahre vergangen, feit dem Erscheinen der berühmten Ar­beit, die der deutsche Arzt unb Physiker Julius Robert Mayer über die Kräfte der unbelebten Natur veröffentlicht hat. In dieser Abhandlung hat er die wichtigsten Züge jenes allgemeinen Natur­gesetzes klar ausgesprochen, das uns heute als das Gesetz von der Erhaltung der Energie aus den Schulbüchern geläufig ist, und das die Kon­struktion einesPerpetuum mobile" grundsätzlich unmöglich macht.

Das Gesetz von der Erhaltung der Energie ent­hält als wichtigsten Bestandteil den Gedanken, daß zu jedem Zustand eines Körpers eine ganz be­stimmte, quantitativ angebbare Fähigkeit, A r - beit zu lei ft en, gehöre. Daß diese Fähigkeit nur von diesem Zustande selbst abhänge, nicht aber von der Art und Weise, wie die Arbeit im einzelnen zustande gebracht werde, und daß daher jedem Zu­stande für diese Fähigkeit, Arbeit zu leisten eine bestimmte Maßzahl, wir sagen der Energie- g eh a l t, zugeordnet werden könne. Die Maßzahlen fönnert für verschiedene Formen der Energie, etwa: Bewegungsenergie, elektrische Energie, Wärme un­tereinander verglichen werden unb bamit ergibt sich schließlich ein einheitliches Energiemaß auch für verschiedenartige Energieformen. So messen wir diese Fähigkeit, Arbeit zu leisten, bei elektrischen Vorgängen in Kilowattstunden, bei der Wärme in Kalorien, bei mechanischen Vorgängen in Meter­kilogramm, aber wir können diese Maßeinheiten vergleichen und sagen: 1 Kilowattstunde ist soviel wie 370 000 Meterkilogramm oder soviel wie 860

gert hat.

Roosevelt hat schon lange vor dem offiziellen Kriegseintritt der Vereinigten Staaten unter dem Vorwand, die Verteidigung derwestlichen Hemi­sphäre" zu organisieren, nordamerikanische Bastio­nen weit gegen den europäischen Kontinent vorge­schoben. Die Besetzung Grönlands und Islands durch nordamerikanische Marinefüsiliere, später die Konzentration starker nordamerikanischer Truppen- verbände in Nordirland und auf der englischen Insel selbst, die Festsetzung in britischen, französischen unb belgischen Häfen der Westküste Afrikas und bdr Ausbau eines Fluglinien- und Straßennetzes quer über den schwarzen Erdteil bis zum Roten Meer, schließlich der Griff nach Liberia, das alles gehört ebenso zu dem systematischen Unternehmen, eine Angriffsbasis gegen Europa z^ schaffen, wie früher schon der Eintausch der britischen Atlantik-Besitzun­gen und die Anlage von Luft- und Marinestütz­punkten längs der südamerikanischen Küste vom Karibischen Meer bis herunter zur La-Plata-Mün- düng. Don dieser weitgespannten und tiefgegliederten Basis aus ist nun der Anschlag gegen Europa er­folgt, wobei man nach den schweren Schlägen, die England mit ähnlichen Unternehmen in Norwegen, an der Kanalküste und in Griechenland hat ein­stecken und beide dann im Pazifik haben hinnehmen müssen, nach einem Ansatzpunkt gesucht hat, der die Hoffnung zu bieten schien, bei geringstem Risiko einen möglichst sichtbaren Erfolg zu bringen. Viel­leicht mehr noch als England, das sich ja immer damit gebrüstet hat,hart im Nehmen" zu fein, braucht das Volk der Vereinigten Staaten nach der Kette von schweren Mißerfolgen, die Roosevelts Kriegführung im Pazifik leichtfertig und opportu­nistisch von Pearl Harbour bis Guadalcanar herauf­beschworen hat, ein Pflaster auf die schmerzende Wunde eines arg lädierten Selbstgefühls Aus die­sem Gedanken der Hoffnung auf einen schnellen Prestigeerfolg ohne großes Risiko geschah der Anschlag auf Französisch-Nordafrika, auf die, wie man vermuten durfte, nur schwach verteidigte Gegenküste zur Mittelmeerfront des euro­päischen Kontinents. Sie sollte die so heiß begehrte zweite Front der Alliierten werden und Nordafrika das Sprungbrett dazu. Was Wabell und seinen Nachfolgern bis heute von Osten her, von Aegyp­ten aus nicht gelungen war, sollte nun von Westen erzwungen werden. Der Führer hat nicht einen Augenblick gezögert, die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um dem neuen Anschlag auf Frieden unb Freiheit des europäischen Kontinents zu be­gegnen. Deutsche und italienische Truppen .haben die französische Mittelmeerküste in ihren Schutz ge­nommen, Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe haben im Verein mit deutschen U-Booten den Angriff gegen die feindlichen Landungsstreit­kräfte in Französisch-Nordafrika eröffnet unb be­reits zahlreiche Kriegs- und Transportschiffe ver­senkt.

Aber wenn man sich in London und Washington in der Annahme getäuscht sieht, daß die Achsenmächte die alliierten Streitkräfte bei ihren Landungsopera­tionen unbehelligt lassen würden, so trog auch die Hoffnung, daß man bei der Besetzung Marokkos und Algeriens auf keine Gegenwehr der französi­schen Kolonialarmee stoßen werde unb womöglich die- Regierung von Vichy in ihrem - Gefühl euro­päischer Solidarität irre machen könne. Marschall Petain gab den Befehl zur Verteidigung des franzö­sischen Kolonialreiches, und der Chef der franzö­sischen Flottenstreitkräfte im Millelmeer hat ebenso wie der Befehlshaber der Küstenverteidigung von Toulon, Frankreichs stärkstem Kriegshafen am Mit­telmeer, feierlich erklärt, Kriegsschiffe und See- feftung gegen jeden angelsächsischen Angriff vertei­digen zu wollen. Das französische Volk kennt bri­tische Raublust unb amerikanische Habgier, es weiß, was es von vagen Versprechungen zu halten hat, mit benen di- ehemaligen Verbündeten es zum Ver­rat an Europa verlocken möchten. Es weiß, daß England noch niemals fremde Kolonialbesitzungen, die es im Kriege angeblich nur vorübergehend unb aus vorbeugenden Sicherheitsgründen okkupiert hatte, nach dem Kriege feinem rechtmäßigen Eigen»

Das falsche Spiel.

Seitdem es klar geworden war, daß der Muters feldzug an der Ostfront trotz des Einsatzes gewal­tiger Massen von Kriegsmaterial und trotz stärkster Forcierung der deutschen Abwehrstellungen durch die sowjetischen Streitkräfte ohne den erhofften Er­folg der Zermürbung des deutschen Ostheeres ge­blieben war, dieses vielmehr zu Beginn der gün­stigen Jahreszeit die Initiative erneut an sich riß unb zielbewußt auf ben neuralgischen Punkt im strategischen System der Sowjets, das Wolgaknie bei Stalingrad, zuschritten, seitdem sahen sich Eng­land und die Vereinigten Staaten dem immer drängender werdenden Verlangen ihres sowjetischen Bundesgenossen nach fühlbarer Entlastung gegen­über. Die Erinnerung an den ersten Weltkrieg war in Moskau noch zu lebendig, als daß man nicht das Bedürfnis spürte, auch jetzt wieder für Deutschland die Zange hes Zweifrontenkrieges herzustellen, die. bislang des Führers politisches Genie und Feld- herrnkunst stets hatte zerschlagen können, sobald sie sich abzuzeichnen begann: 1939 durch den Blitz­feldzug in Polen, 1940 durch die schnelle Nieder­werfung Frankreichs. Wer der Schrei der Sow­jets nach der zweiten Front hatte in der Öffentlich­keit Englands und der Vereinigten Staaten selbst einen so lebhaften Widerhall gefunden, daß weder Churchill noch Roosevelt darüber hinweghören konnten. Dabei ist es nicht nur das Gefühl, daß die Sowjets als Bundesgenossen vor der Zeit ausfallen könnten, wenn man ihnen nicht merkliche Entlastung verschafft, solange sie noch zu kämpfen vermögen, wobei die Zufuhr von Kriegsmaterial allein, zumal es zum erheblich größeren Teil nicht'seinen Be­stimmungsort erreicht, keinesfalls ausreichen kann. Es ist auch die bittere Enttäuschung darüber, daß bisher alle strategischen Spekulationen Englands und der Vereinigten Staaten in diesem Kriege Fehl­rechnungen gewesen sind, die in beiden Völkern das Bedürfnis nach einem endlichen Erfolg zu dem stür­mischen Verlangen nach der zweiten Front geftei-

Menschen. , , _

Der Kernpunkt der Arbeit von Robert Mayer bestand gerade im Vergleich der Wärmeeinheit Ka­lorie mit der mechanischen Einheit Meterkilogramm. Erst dieser bestimmte Vergleich verschiedener Energie­formen berechtigt zu der Behauptung, daß es eine universelle Große, dieEnergie , gebe, die sich als Zustand in sehr verschiedenen Formen äußern kann, die aber niemals gewonnen oder verloren gehe, sondern nur von einer Form in eine andere verwandelt werden könne.

Woran liegt es nun, daß em so allgemeines Ra­turgesetz, wie der Energiesatz, dessen Wirkungen uns sozusagen auf Schritt unb Tritt begegnen, erst so spät ausgesprochen worben ist? Um dies zu ver­stehen, muß man einen Blick auf die Geschichte ber Physik werfen. Das erste Gebiet, bas von der be- ginnenben Naturwissenschaft der Neuzeit erobert worden ist, war die Lehre von ben Bewegungen, die Mechanik. Schon im 17.Jahrhundert war ausgehend von den Formungen Galileis und Kep lers Newton zu den Grundgesetzen der Mecham vorqebrungen, unb feit bicfer Zeit galt die Newton sche Mechanik als bas schlechthin gültige unüber­treffliche Muster eines verstandenen Bereichs physi­kalischer Vorgänge. Eine Naturerscheinung ver­stehen hieß: sie auf bi? Bewegungsgesetze zuruckzu führen unb bie großen Fortschritte ^r Naturwissen- fchaft im 18. unb begmnenben 19. Jahrhundert be­standen aus einem erheblichen Ted aus Anwendun­gen der Mechanik, teils auf d,e Bewegungen- der Himmelskörper, teils auf das Verhalten von 51 Hf g- feiten, elastischen Körpern oder berg eichen. Inner­halb ber Mechanik nun war ber Satz von der Er­haltung ber Energie im wesentlichen feit Dem 17. Jahrhunbert bekannt, allerdings m der nega­tiven Form: es fei unmöglich, sich mecha­nische Energie ans N i ch t s zu verschafs n.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wandte sich dann das Interesse vieler Forscher dem Warme- erscheinungen zu und so kam es, daß auch die be ber Reibung auftretenbe Wärme genauer untersucht tnurbe. Der bayerische Gras Rumford mah m ; einer Gießerei in München die Wanne, die beim Bohren von Kanonenrohren frei wird und schloß ! au- seinen Versuchen, daß diese Warme offenbar durch die beim Bohren getestete Warme ^euqt rojrb wodurch natürlich die Deutung, daß Warme etwas Ähnliches fei wie Bewegung der kleinsten