Aus her Stadt Gießen.I Kulturwoche der NSDAP, in Gießen
-i- i. ®<>nniflC ^erbftto9e- , Agnes Miegel liest aus eigenen Werken.
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(Nachdruck verboten.)
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Roman von Horst Biemath
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Hans Hüllender.
Aus dem Reich.
Das Bauen auf -em Lande vor großen Aufgaben.
Theater der Llniverfltätsstadt Gießen
Paul Lincke: „Frau Luna^.
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„Du wirst das beste Geschäft machen, Antonio, jedenfalls das am wenigsten anstrengende. Du wartest hier also. Und wenn du den Burschen, der den Gesuchten gefunden hat, zu mir bringst, erhältst du ebenfalls fünf Pesos, na?"
„Sie sind ein Caballero!" grinste Antonio beglückt und versöhnt. „Wo finde ich Sie?"
„Auf der Terrasse des »Pullman'. Du kennst das Lokal?"
„Natürlich, Tenor."
„Falls ich durch irgendeinen Zufall verhindert sein sollte, auf oich zu warten, hinterlasse ich beim Portier Nachricht, wo du mich findest. Mein Name ist Forester, Doktor Frank Forester. Merk chn dir!"
Brackmann 'schlenderte zum Hafen hinunter. Im ersten Becken lagen die Touristendampfer, Nordamerikaner zumeist, strahlend weiße Lurusschiffe, wie sie auf den Werbeplakaten der Reisebüros, von Möwen begleitet, mit schäumender Bugwelle dem blauen Himmel ewig blühender Küsten entgegenziehen. Das zweite Hafenbecken wurde zur Zeit ausgebaggert. Im dritten endlich lagen die Handelsdampfer vertäut. Sie luden und löschten. Dampfwinden kreischten. Ladungen schwebten, von Kränen geschwenkt, durch die Luft und senkten sich über wartende Güterwagen oder in die dunkeln Luken der Schiffe.
Die „Manuela" war ein mittelgroßer, ziemlich älter Kasten. Die blauweißrote chilenische Flagge mit dem weißen Stern in Blau hing träge an der Heckstange. Die Dampfwinde arbeitete polternd. Ein voar Neger mit alten Kaffeesäcken als Kopf, und Rückenschuß stauten unter der Aufsicht eines mür- risch dreinblickenden Mestizen Sisalballen in den achteren ßaberauni Brackmann rief den Mestizen an.
„He. Tenor, ich suche den Kapitän. Bin herbestellt."
Der Mestize deutete mit dem Daumen aufs Dor- schiff: „Er sitzt in seiner Kabine."
Brackmann kletterte übers Fallreep an Bord. Der Sisalstaub lag dick auf den Planken. Die Luft war
dem hier von einem zur sterbenden Großmutter heimkehrenden Arzt berichtet wird, erlebt man, wie ein Mensch, „über Land und Meer und über zwanzig Jahre" hinweg zu seinen Ursprüngen zu« rückkehrt, vom vertrauten Umkreise ausgenommen und zurückgewonnen wird und, Stück für Stück, aufs neue von der geliebten Heimat Besitz ergreift. Im lockeren, schnellen Fluß der Erzählung, der man noch im Lesen die sehr feste, bewußt lenkende, aufbauende und ordnende Hand anmerkt, tauchen Gestalten, Gesichter und Schicksale auf, spiegelt sich das Spezifische im Allgemeinen, das Oestliche im Menschlichen, sind die «pannung zwischen weiter Welt und geliebter Heimat, die Abstände wie die Gemeinsamkeiten der Generationen zu empfinden; ein ganz leiser Humor ist nebenbei zu spüren, eine duftende Erinnerung an die schon sagenhaft gewordenen lukullischen Genüsse einer gesegneten, dem Leben zugewandten Provinz, endlich auch der men- schenkennerisch Gereifte Blick dichterischer Erfahrung: sie spricht ebenso aus dem verhaltenen Wissen um Die schicksalsschweren Entscheidungen, denen das
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Bande, die er zusammengetrommelt hatte, zehn Jungen, von denen jeder ziz der schönen Hoffnung berechtigte, eines Tages am Galgen zu enden. Forester zog es vor, die Verhandlungen mit den Schlingeln hinter der Kirche zu führen, auf einem verwahrlosten kleinen Friedhof aus der Conquista- dorenzeit, unter dessen umgestürzten uralten Grabsteinen zahllose Eidechsen raschelnd verschwanden.
„Hört zu, Jungens! Antonio wird euch gesagt haben, daß ich für euch eine Arbeit habe. — Ich suche einen Bekannten, oer sich irgendwo im Hafenquartier in einem Hotel eingemietet hat. Er heißt Brackmann, es ist aber möglich, daß er sich auch anders nennt — so etwas kommt ja vor ... Hier ist sein Bild. Seht es euch gut an. Eure Aufgabe ist es, ihn zu finden und, wenn ihr ihn entdeckt habt, mir seinen Aufenthalt mitzuteilen. Aber macht es ein wenig unauffällig — ich möchte chn nämlich überraschen —"
Die zehn Bengel kniffen wie auf Verabredung gleichzeitig ein Auge zu und grinsten Forester an. Sie kannten solche Ueberraschungen. Wahrscheinlich sollte der Senor auf dem Bild eine Kugel in den Rücken kriegen. Auch gut, für solche Scherze hatten sie volles Verständnis. — Forester zog die halbierten Geldscheine aus der Tasche und oerteilte sie.
„Für die Arbeit gibt's einen Peso. Hier habt ihr die Anzahlung. Den Rest bekommt chr nach Beendi- gunq des Auftrages. Wer mir die Adresse bringt, erhält außerdem eine Prämie von fünf Pesos, einverstanden!" — Die Burschen wollten schon davonjagen, aber Forester hielt sie zurück: „Noch eins. Wer von euch den Gesuchten entdeckt, findet sich hier an der Kirche ein. Antonio erwartet ihn und wird ihn zu mir führen. Ihr habt zwei Stunden Zeit. Verteilt euch auf die Straßen, damit nicht mehrere zugleich in derselben Gegend suchen. Los jetzt! Fünf Pesos sind zu verdienen!"
„Und ich, Senor?" fragte Antonio enttäuscht und verstimmt, als die Burschen nach kurzer Beratung auseinandergelaufen waren, „ich soll hier sitzen und zusehen, wie mir fünf Pesos in der Lust zerplatzen?"
Agnes Miegel begann ihre Lesung mit einem Gedicht „Urheimat", in welchem gewissermyßen der Grundakkord der sehr einheitlich aufgebauten und durchkomponierten Melodie dieses Abends angeschlagen wurde: grüßende Anrufung der östlichen Erde, die ihr mehr ist als zufälliges Ursprungsland, mütterlicher Nährboden nämlich ihres Wesens und Werkes. Im Mittelpunkt des Vortrages, in dessen Sprachklang sich auch sinnlich wahrnehmbar etwas von jener Grundmelodie allenthalben bewahrte und mitteilte, stand, eingeschlossen von Gedichten, eine große, ungefähr um has Jahr 1929 spielende Erzählung „Heimgekehrt": in ihr war die eigentümliche Atmosphäre, das Wesen von Land und Leuten in Agnes Miegels ostpreußischer Heimat für den westlicher beheimateten Zuhörer vielleicht am lebhaftesten und unmittelbarsten spürbar. In-
Mboden seiner Musik war der reich fließend« k°nn-n heimatlicher Melodien. Sein Werk umfaßt »Hlrelche geistliche und weltliche Chorwerke Lie- zu Kl-mer und Orchester, Klavierwerke'(dor- mlerbte mit dem Beethooen-Preis belohnte e-moll- gmate) und zahlreiche kleinere Komposstionen p,e herzliche Würdigung seines Schassens bot dst IÄ,lärei)™00.n ®rnft Kuckelsberg Unter den ßeiss-rsch-n Werken die in der Gedenkstunde er" Mf",. il-b-n besonders die Kompositionen aus r letzten Schafsensperiode des Künstlers den tihen Tod Hubert Pseisfers bedauern "
iv; Ss 1919 bis ?leichz< flii eine; Echkeit
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rester warf ihm eine Zigarette hin: „Wie du?"
iiwnio, Senor ..." ■
refter legte dem Jungen die Hand auf Die ter: „Paß gut auf, Antonio, ich habe einen für dich, bei dem du einen Peso und unter n bedeutend mehr verdienen kannst. Aber it brauche ich einmal zehn solche Lungen rote Es dürften auch ein paar mehr sein. Kannst nir die besorgen?"
di fünf Minuten, Senor!" rief der -Bengel.
Tayfur Tag leuchtet die Sonne vom tiefblauen Himmel. Wenn auch die Nächte kühl sind und am URorgen die Wett im Nebel liegt, desto schöner ist dann alles, wenn die Sonne durch den Nebel dringt. Am Sonntag gre'fen wir jetzt zum Wanoerstab und pilgern hinaus.
Der Weg führt durch Wiesen und Fetter, an ©arten vorbei. Noch blühen und leuchten die letzten Rosen, Dahlien und Herbstastern. Auch die letzten Tomaten haben sich in diesen Tagen noch gerötet, unö hier und da sehen wir ttefdunkle Trauben an Spalieren.
Die Bäume haben zum Teil schon buntes Laub. Einzelne Aepfel und Birnen hängen noch, zur Freude der Kinder. Sie können nun noch einige arüdjte zusammenstopveln. Der Wiesengrund, der seine Pracht zweimal hat hergeben müssen, hat sich mit neuem Grün geschmückt. Darin sind, wie in einem feinen Teppich, die violetten Herbstzeitlosen emgeftitft. Zähe und ausdauernde Blumen finden wir aber noch am Wegrand. Dort stehen die letzten Schafgarben, Habichtskräuter, Flockenblumen unb oie nimmermüden Gänseblümchen. Unverdrossen fliegen auch noch die Bienen und holen sich, was noch an Nektar da ist.
Im Wald leuchten alle Farben in wundervollem Zusammenklang. Von dem Boden her, der mit buntem Laub bedeckt ist, wächst die Pracht. Da stehen die Büsche, umrankt von dunklen Brombeerruten, m buntem Herbstgewand. Dahinter erheben sich die Buchen. Die schlanken Birken haben ein goldgelbes Meid angezogen. Zarte Sommerfäden umwinden die bunten Blätter. Die Eichen sind noch grün, sie lassen nur langsam ihr Laub fallen. Es müssen starke Stürme kommen, um sie kahl zu zausen. Ganz im Hintergrund stehen stumm und aufrecht die dunklen Fichten.
Still und weich kommt dieses Herbstwunder, nicht stürmisch wie nach einer lauen Frühlingsnacht das Erwachen des Waldes. Wie in Andacht stehen die Bäume. Es ist ein Abschiedsfest.Nur dann und wann hören wir den Schrei eines Eichelhähers, auch das Zirpen einiger Meisen, sonst herrscht Stille. Ab und zu knackt es im dürren Laub. Die reifen Eicheln und Bucheckern fallen zur Erde ...
Ein Ton von Scheiden und Meiden klingt durch das herbstliche Fest. Wir fühlen es in diesen Tagen mit leiser Wehmut, wie nun bas Jahr sich langsam zu Enbe neigt. Es ist ein Abschied wie bei einem guten Freund. Wenn alles gesagt ist, schauen wir uns noch einmal stumm in die Augen unb drücken uns still die Hanb. Es ist ein.schönes Scheiben. — h.
Der nunmehr über 75 Jahre alte Paul Lincke ist mit seiner Musik zum eigensten Ausdruck bodenständigen Berlinertums geworden. Vieles was in unserer Erinnerung fortklingt, wird wieder lebendig, wenn wir seine Weisen hören. Es ist eine ehrliche Musik, etwas geradezu, aber unverfälscht im Ausdruck und die Situation sicher treffenb; wenn manchmal auch etwas berb, aber nie überspitzt ober gar kraftlos.
Das bewies bie Aufführung feiner großen Aus- ftattungsoperette „Frau Luna. Es ist keine leichte Aufgabe, ein solches Werk, dessen Melodien durch jeden Leierkasten weitergetragen wurden und auf jedem Tanzboden erklangen, wieder in feiner ur- sprünglichen Ausdruckskraft zu erwecken und bann das Ziel zu erreichen, den Hörer für einige Stunden das Grau und bie Strenge des Alltags vergessen zu lassen unb ihm burch solchen Ruhepunkt bie Kräfte für weiteres Wirken zu geben. Das ist der Spielleitung des Intendanten Hans Walter Klein im vollen Maße geglückt.
Der Weg von der Einsamkeit unb Dürftigkeit ber Dachkammer in ber Mulackstraße bis 'zum Schluß des fünften Bildes war ein ständiges Wachsen unb Sichentwickeln, ausstrahlenb in ber glanzvollen Apotheose der „Berliner Luft", die das alte Berlin mit allen seinen jetzt zum großen Teil entschwundenen aber noch immer symbolhaften Werten erweckte, wo die Bollejungens unb bie Vertreter ber verschobenen Handwerke ebenso wenig fehlten wie das Ausziehen ber Wache. Immer neue Silber für bas Auge breiteten sich aus unb nahmen bie Sinne gefangen. Der zweite Teil des Werkes kieß den Glanz von Frau Lunas Reich leuchtend aufstrahlen mit bunter Farbigkeit im Wechsel des flutenden Lichtes (Karl U h l) und blendender Pracht. Daß alle diese Dekorationen, wie der Zettel bemerkte, in eigener Werkstatt gefertigt waren, ist ein ehrendes Zeichen für bie sich nie nerausgabenbe Schöpferkraft von Karl Löffler.
Dem Sinn des Werkes entfprechenb, würbe die Musik ständig in Bewegung umgefetzt, unb in reicher
Kurzes bienten zahllosen Tauben als „Nistplatz. »Sc) erwarte euch dort an der Kirche."
Riit, Senor, und wie steht es mit einer kleinen Wlung?" fragte Antonio mißtrauisch.
Mester griff m die Tasche unb holte ein paar Mkloos hervor: „ Da ... aber jetzt mach, Daß löegtommft, ich habe nicht viel Zeitig
Ivtionio schoß bcwon. Forester zündete Jia) eine fctetie an unb trat, als fein Rauchbebu^sms nach Ffaar Zügen gestillt war, jrt bie Ar He ^5° R» am Eingang auf einer der kühlen Steinbanke jm er Platz. Duft von Weihrauch, Wachs und ßntn erfüllte den dämmerigen Raum. Vor dem fc flackerte in einer Ampel aus Rubmglas em Vches Flärnmchen. Ein paar Indioweiber rmc« Flitter dem dunkeln Gnadenbild der Madonna. Mester brauchte keine Viertelstunde zu warten, «Antonio wieder erschien. Es roar eins tolle
Chirurgen kurz vor ber Operation.
Das Heimatgefühl, von bem hier bie Rebe war, bestimmt auch entscheidenb den Charakter ber von- einanber nach Inhalt und Form merklich zu unterscheidenden Gedichte, mit denen Agnes Miegel bie wohlgerundete Lesung beschloß. Im „Jungen Germanen" wie in den „Straßen des Ostlands" Ist wohl am deutlichsten ber Ballabenton zu erkennen, der uns aus früheren Lesungen unb eigener Lektüre noch im Ohr ift Der „Sonnwendreigen", geschrieben im Sommer 1939, beschwört bie Erinnerung an bie schicksalschwangere Seit, „als wir es noch nicht zu hoffen wagten, baß Danzig so bald heimkehren sollte". Sehr schön bas Gedicht „Röper* nikus", in Dem ein heute längst nicht mehr um» ftrUtener geistiger Anspruch in eine makellose künstlerische Form gekleidet ist; sehr schön auch, ein bewegter und bewegender Ausklang, „An meine Heimat", ein kleiner, von Liebe und kindlich dankbarem Gefühl getragener Hymnus an bie ewigen Mutter-« fräfte des Urfprungs. —
Die Hörer Dankten mit herzlichem Beifall.
Hans Thyriot.
LI,!L??Kn,^envnlan9l!r in unserer WtolW* Vas Kardinalproblem der nächsten dtrzehnte ,-in Die Mechanisierung der Landarbeit p d-m Acker sei tm wesentlichen gelöst, nicht jedoch »Mechanisierung der Arbeit aus dem Hof Di- ^wirtschaftlichen Bauten seien auf dem Stanb vor Pa 100 Jahren stehen geblieben. Vor allem müsse WR SU einer Erleichterung der Arbeit für die ■inbfrau kommen. Ebenso wie bie Technik ir fc 3nbuftrie ben Achtstundentag ermöglicht habe, Mse bie Technik auch eine Erleichterung unb 23er« Wuny der Landarbeit vor allem bei den Frauen Möglichen. Die Technik solle dabei auch die Pro- tetivltät der einzelnen Arbeitskraft erhöhen. Die Mppheit an Baumaterialien mache es erforder- M die zweckmäßigsten Bauformen herauszu inden. p sei selbstverständlich, daß, so groß die Bedeutung p Zweckmäßigkeit im landwirtschaftlichen Bau- Wen auch fei, doch die Tradition unb Boden- kbigteit berücksichtigt werden müssen.
tt-Gruppenführer von Massow gestorben.
liach kurzer, schwerer Krankheit starb ff.®rup« Mrer Generalleutnant a. D. Dr. h. c. Ewalb in Massow. Er roar als Sohn bes Generals R Kavallerie von Massow geboren, diente im larbe-Regiment, besuchte bie Kriegsakademie und firte 1900 zum ostasiatischen Expebitionskorps. n 1908 bis 1910 war er Militärattache in Buka- H von 1910 bis 1912 Generalstabsoffizier unb Brenb bes Balkankrieges im bulgarischen Haupt-
Mier. Im Weltkrieg war er Generalstabsoffizier 1. Armeekorps, später Chef bes Generalstabes 25. Reservekorps, vom Herbst 1915 bis Oktober ! deutscher Militärbeobachter in Bulgarien. 1920 ö er aus dem Heeresdienst aus. 1930 war er in NSDAP, eingetreten. Im Juli 1932 kam er utzstafsel als jf-Mann, wurde am 30. Januar ^-Sturmbannführer, am 9. November 1933 ff« turmbannführer, am 23. März 1934 ff-Stan- jmführer, am 9. November 1934 ff-Oberführer, 30. Januar 1936 ff-Brigabeführer unb am April 1939 ff-Gruppenführer. Seit 1933 war er Präsibent bes beutschen a f a b e m i = Akademie, Präsibent ber Alexander-Humboldt- apolitischen Amt der NSDAP., Präsident der sch-Bulgarischen Gesellschaft, Senator ber Deut- fabemin, Präsibent ber Alexanber-Humboldt- ung unb Gauverbandsleiter des Gaues Aus- ber nationalsozialistischen Stubentenkampshilse.
Lustnachrichtenhelferinnen werden gebraucht.
bie Luftwaffe ruft zum sofortigen Ein - Itii t als Luftnachrichtenhelferin auf unb nimmt Übungen von Mädchen unb Frauen laufenb ent- Der Einsatz erfolgt je nach Wunsch unb Eig- im In- unb Ausland als Fernsprecherin, schreiberin, Funkerin, Helferin im Flugmelde- t sowie als Schreibkraft, Wirtschafts- ober Ge- itspflegerln bei den Helferinnenkameradschaft Borkennt Nisse sind nicht erforderst. Die Ausbildung ist kostenfrei. An sie schließt A sofort ber Dienst bei ben militärischen Dienst- an. Die Vergütung regelt sich nach ben sätzen für Angestellte im öffentlichen Dienst, rbungen sind an bie nach st gelegene troaffenbien ft (teile zu richten. _____
Sprechstunde des Kreisleiters.
Die Sprechstunbe des Kreisleiters flnbet am Donnerstag, 15.10., nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt.
Amt für bas Landvolk.
Die Sprechstunde bes Amtes für das Landvolk findet am Donnerstag, 15.10., nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt.
Altpapiersammlung am 16. und 17. Oktober.
In ber Ortsgruppe Gießen-Süb wird am Freitag, 16., und oamstag, 17. Oktober, ab 9 Uhr das von den Luftschutzhauswarten in den Vorfam- melstellen gesammelte Altpapier von der HI. und BDM. abgeholt. Die Luftschutzhauswarte werden gebeten, den Abholern behilflich zu sein. Gesammelt wird:
Am Freitag durch bie HI.: Schiffenberger Weg, Heegstrauchweg, Am Großen Morgen, Am Riegel- pfad sowie Aulweg, Wilsonstraße, Ebelsttaße, Lud- wigstraße, Frankfurter Straße, Bahnhofstraße, zwischen Wilhelmstraße und Bahndamm; durch BDM.: Liebigstraße. und Wilhelmstraße auf beiden Seiten.
Am Samstag durch die HI.: Im Wohnviertel zwischen Frankfurter Straße rechte Seite und Wetzlarer Weg; durch BDM: Im Wohnviertel oberhalb ber Wilhelmstraße unb Frankfurter Straße linke Seite einschl. Kliniken.
Der Drtsbeauftragte für bie Altstofferfasfung.
Spielzeug gegen Kinderkleiderkarte.
Der Reichswirtschaftsminister hat bie Genehmigung erteilt, Spielzeug nur gegen Abstempelung ber Kinderkleiderkarte abzugeben, um eine möglichst gerechte Verteilung der Warenbestände zu sichern. Die Einschränkung bes Verkaufs gegen Kin- berkleiderkarte ist jeboch für bas in ben Wochen vor Weihnachten noch vorhanbene unb für bie Durchführung bes Weihnachtsverkaufs bereitzustellenbe Spielzeug aufzuheben.
grau unb kitzelte Nafe unb Rachen, ßacerta saß in feiner Kabine über dicken Kontobüchern. Eine Tequilaflasche stand in tröstlicher Nähe. Sein Gesicht war noch roter unb aufgebunfener, als Brackmann es in Erinnerung hatte. Es roar erftitfenb heiß in dem kleinen Raum. Der Staub brang burch die offenen Fenster herein unb lagerte sich in dicken grauen Schichten auf ben zerschlissenen Wbelstücken.
ßacerta trug einen blauen Schlafanzug mit gelben Schnüren. Seine braunen Füße steckten in Bastpantoffeln. Auf bem Kopf trug er einen schmierigen Tropenhelm. Er stanb auf und reichte Brackmann die Hand.
„Ah, da sind Sie, Senor Eriksen — Ionas Eriksen", sagte er mit Betonung.
„Sonas Eriksen —", wiederholte Brackmann langsam, als schmecke er seinen neuen Namen erst einmal mit der Zunge ab. ßacerta öffnete eine Schublade feines Schreibtisches unb warf ben Paß, ber mit ben Seemannspapieren bes ehemaligen Maschinisten Ionas Eriksen zusammengebünbett war, auf den Tisch. Er rutschte Brackmann entgegen und zog quer über die staubige Tischplatte eine blanke Furche.
„Sehen Sie sich bie Papiere an! Ich sage, sie sitzen Ihnen wie 'n guter Schneideranzug. Direkt Maßarbeit. Wenn Sie sich drei Tage lang nicht rasieren, kriegen Sie sogar mit dem Paßbild Aehn- lichkeit."
Brackmann schnürte ben Wollfaben auf, mit bem bie Papiere über Kreuz zusarnrnengebunben waren. Ionas Eriksen, fünfundbreißig Jahre alt, Geburtsort Narnsos in Norwegen, Haare bunkelblonb, Augen grau, ohne besondere Kennzeichen. Ionas — da war doch mal ein Bursche mit Namen Ionas von einem Fisch verschluckt unb nach langer Irrfahrt wieder an Land gespien worben. In Valparaiso vielleicht ...
„Gut, Senor ßacerta, unser Handel gilt!" Brackmann zog bie Brieftasche, um breifeig Dollar ab» zuzählen.
(Fortsetzung folgt)
Fülle konnte bie Tanzgruppe unserer Bühne unter Leitung von Inge Berg ben inneren Impuls ber Szene plastisch abbilben unb mit Tanzeinlagen von Katja Krö ck unb Leonore Hurnbur g befonbere Höhepunkte bieten.
Ein originelles Terzett Mit typischer individueller Ausprägung waren Franz Payer, Kurt B o s n y unb Willy Fuhrmann, in Bewegung, Mimik unb Geste immer roieber ben Hörer fesiemb. Dazu gefeilte sich Lia Zimmer als resolute Berlinerin, währcnb Valeska Lange mit ihrem sehr geschmackvoll gesungenen Walzerlieb weichere Töne in bas Ganze hineintrug.
Eine strahlende „Frau Luna" roar Gabriele Pos- sinke, eine gewitzte Kammerzofe Annemarie Schwind, behende unb beweglich in Gesang unb Tanz. Glanzvoll in ber Gestalt war Hugo H e 11» mers-Hallwegh als Prinz Sternschnuppe, unb bem viel besungenen Theophil gab Walter V i l l - mann treffende Verkörperung. Jeder einzelne aus den vielen sich einfügenben Gruppen roar vollauf an feinem Platze.
Unter ber temperamentvollen Leitung von Georg Pipplng wurde ber zuckende Rhythmus ber allbekannten Melobien in unmittelbar mitreißenber Frische klingenb, ja, es wurde stellenweise ersichtlich, wie Paul Lincke auch ber bramatischen Zuspitzung der Situation durchaus Rechnung trägt; überaus dezent unb fein abgetönt waren bie Zwischenmusiken.
Das ausverkaufte Haus würbe von ber sprühen- ben Lebendigkeit der Aufführung mitgeriffen unb entzündete sich zu stürmischem Beifall.
Dr. Hermann Hering.
Aepfel über da« Kontingent frei verfügbar.
Von maßgebender Seite wird darauf hingewiesen, daß die in ber zweiten Anordnung des Landes» ernährungsamtes Hessen betr. Abgabe von Obst von Erzeugern vom 29. Juni b. I. getroffenen Bestimmungen keine Anwendung auf Aepfel finden. Für
Im Programm der Kulturwoche kam ber Gießener Vortragsring (Goethe-Bunb, NSG. „Kraft burch Freube , Kulturelle Vereinigung) gestern abend in der stark besuchten Aula mit einer Dichterlesung zu Wort: die ostpreußische Dichterin Agnes Miegel, bie sich bei ihren früheren Besuchen hier bereits einen großen Freunbeskreis geschaffen hat, las aus eigenen Werken. In Vertretung von Kreisleiter Backhaus richtete Kreispropaganba- leiter Zinfer zu Beginn des Abends herzliche Worte der Begrüßung an Frau Miegel: wir freuen uns, so führte er etwa aus, bah sie, im An- schluß an bas Weimarer Dichtertreffen, ihren schon im vorigen Jahre geplanten Besuch bei uns nachhole. Aus bem Osten kommend, werde sie uns bas geben, bas ihr Innerstes ein Menschenalter lang bewegt hat. Die Kämpfe im Osten unb um ben Osten, bie Ahnung bes Großbeutschen Reiches, wie es heute Wirklichkeit geworben ist, und bie tiefe Verbundenheit mit Heimat unb Scholle feien in Agnes Miegels Werk immer lebenbig gewesen. So werde diese Dichterlesung im Rahmen ber Kulturwoche zu einem besonderen Ereignis. Nachdem der Sprecher darauf hingewiesen hatte, daß unser Bestreben dahin gehe, alle kulturellen Vereinigungen und Einrichtungen unserer Stadt einem gemeinsamen kulturellen Ziele zuzuführen und unterzu- orbnen, bat er bie Dichterin, bas Wort zu ergreifen.
Per wo finde ich Sie?" _ .
ferefter jah sich um. Ein paar Schritte weiter Mfte er bie bröckelnde Barockfassade einer kleinen ty-’. Anscheinend roar sie St. Christophorus ge= kl, denn ein Hochrelief des Heiligen befand sich 'tr Dem Portal. Die Falten feines steinernen Len-
Uuf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft zur Äderung bes landwirtschaftlichen Bauwesens sprach «uatssekretar Backe Die Sprengung der Rauim uze durch die deutsche Wehrmacht, bringe dem deut. !&l’-?aU61nnU-1Jl K"ege außerordentliche
ifgaben. ffieite Jiaume müßten mit deutschem Dtuemblut besiedel werden. Gleichzeitig aber müße tii ernahrungswirtschastliche Leistung Ser Höfe im »reich w-rter gesteigert werden. Beide Aufgaben Anten gleichzeitig nur geleistet werden, wenn die lichnik >n größtem Umfange in den Dienst der jrtbarbeit gestellt werde.
1909 k ! A -aus
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