Tapfere deutsche Jugend.
Berlin, 13. Okt. (DNP.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing im Beisein Les Reichsjugendführers 31 Hitlerjungen aus den luftbedrohten deutschen Gauen, die sich bei feindlichen Fliegerangriffen durch besonders tapfere Haltung uni) Unerschrockenheit hervorgetan haben. Dr. Goebbels begrüßte die Jungen, von denen zwei mit dem Eisernen Kreuz und die anderen mit dem Kriegsverdien st kreuz mit Schwertern ausgezeichnet worden sind, und ließ sich von ihnen über ihre Erlebnisse während der Alarmnächte berichten. In einer herzlichen Ansprache an die Hit- lerjungen führte der Minister aus, dies sei einer der schönsten Besuche, die er je in seinem Ministerium empfangen habe. Er sei auf das tiefste bewegt durch die Tatsache, Knaben vor sich zu sehen, die das Eiserne Kreuz trügen. Daß hier 15jährige Jungen, fast möchte man sagen noch Kinder, mit diesen ehrenvollen Auszeichnungen vor ihn träten, das sei für ihn eine besondere Freude. Es habe sich beim Luftkrieg insgesamt eine Haltung des deutschen Volkes gezeigt, die zu einem beachtlichen Teil auf die nationalsozialistische Erziehungsarbeit zurückzuführen sei. Daß.Männer sich bei Luftangriffen tapfer benähmen, das halte man für
selbstverständlich. Von den Frauen pflege man oft zu sagen, sie seien das schwache Geschlecht. Sie haben bei den Luftangriffen dieses Wort Lügen gestraft, denn unsere Frauen hätten sich in den Alarnächten in aufopferungsvoller und tapferster Weise gezeigt. Daß aber unsere Knaben und unsere Mädchen sich bei den Luftangriffen a l s Helden beweisen würden, das hätten wir alle in dem Umfang nicht für möglich gehalten. Beim Anblick dieser jungen Menschen, die alle mit dem Eisernen Kreuz oder dem Kriegsoerdienstkreuz geschmückt seien, habe er nur den einen Wunsch, daß in diesem Augenblick das ganze deutsche Volk Zuschauer sein möge, vor allem die deutsche Bevölkerung in den Gebieten, in denen es bisher noch keine Luftangriffe gegeben habe, damit alle vor dieser Jugend ihren Stolz und ihre Freude bekunden und vor allem, die ganze deutsche Jugend sich cm diesen Jungen ein Beispiel nehme. — Nachdem Dr. Goebbels noch einmal seiner herzlichen Freude über den Besuch der Hitlerjungen Ausdruck gegeben, hatte, lud er sie über den regulär für sie vorgesehenen Besuch ein, für zwei Tage seine Gäste in der Reichshauptstadt zu sein.
Vergebliche bolschewistische Gegenangriffe in Stalingrad.
Berlin, 13. Okt. (DNB.) In Stalingrad versuchten die Bolschewisten die stählerne Klammer, die unsere Truppen -in die Ruinenstadt geschlagen haben, im Gegenangriff herauszureißen. Sie legten mit Artilleriefeuer aller Kaliber, mit Granatwerfern und Maschinengewehren ihre Sperrfeuer rings um die angegriffene Zone. Dann versuchten Panzerkampfwagen zwischen den Schuttbergen vorwärts zu kommen. Aber die Ruinenfelder und zerschlagenen Eisenkonstruktionen wurden zu Panzersperren und die zerschossenen Keller zu Panzerfallen. Die gemeinsam mit den Panzern vorstoßenden bolschewistischen Schützen waren bald wieder allein im Kampf. Panzerabwehrkanonen, Flakgeschütze und Maschinengewehre hämmerten in sie hinein. Handgranaten und Spaten entschieden schließlich den Kampf Mann gegen Mann. Unsere Soldaten hielten jedes Widerstandsnest, jeden Trümmerhaufen, jeden Keller und gaben keinen fußbreit Boden ab. Schlachtflieger erfaßten die zurückweichenden Bolschewisten mit Bomben und Bordwaffen. Damit brach der feindliche Panzervorstoß zusammen.
Der Wehrmachibericht.
DRB. Aus dem Führerhauplquarlier, 13. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Rordweftteil des Kaukasus wurde in schwierigen Daldkämpfeu abermals eine feindliche Kräftegruppe eingeschlossen und vernichtet. Angriffsvorbereitungen der Sowjets wurden an anderer Stelle durch wirksames Artilleriefeuer zerschlagen.
Südlich des Terek blieben von Panzern unter- stützte feindliche Gegenangriffe erfolglos. Deutsche
und rumänische Kampffliegerkräfte belegten feindliche Versorgungsstühpunkte auf Transportbewegungen beiderseits der Wolga mit Bomben aller Kaliber. Die in dem kaukasischen Lrdöl- zenkrum Grosny entstandenen Brände wurden durch nächtliche Luftangriffe erweitert.
3m Raume von Stalingrad und an der D o n f r o n t wurden örtliche Angriffsversuche des Feindes durch deutsche bzw. ungarische Truppen im Keime erstickt.
3m mittleren und nördlichen Abschnitt der O st f r o n t bei zunehmender Wetterverschlechterung nur Artillerie- und Spähtrupp- tätigkeik, wobei die spanische Blaue Division angreifende Russen im Gegenstoß restlos zurückwarf und ihnen schwere blutige Verluste zufügte. Die Luftwaffe bekämpfte den feindlichen Rachschubver- kehr auf wichtigen Eisenbahnstrecken im Waldai- Gebiet und erzielte Volltreffer in Ausladestationen.
Auf IN a t t a bombardierten bei Tag und Rächt deutsche und italienische Kampffliegerverbände britische Flugplätze mit starker Wirkung. 3n heftigen Luftkämpfen verlor der Feind 15 Flugzeuge bei zehn deutschen Verlusten.
Britische Bomber führten in der letzten Rächt Skörflüge über der Rord- und Ostsee durch, wobei einzelne Spreng- und Brandbomben ohne Wirkung abgeworfen wurden. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen.
Leichle deutsche Kampfflugzeuge griffen gestern im Tiefflug 3nduslrieanlagen einer Stadt an der englischen Südküste an.
Gießener Anzeiger
Mittwoch, 14.Oktoberly§2
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Oie spanische presse zum Konflikt zwischen den UGA. und Chile
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Die Ausstrahlung -er Windrose.
Die Tatsache, daß England in diesem Weltkriege noch lauter und hartnäckiger als im Völkerringen 1914/18 die Behauptung aufstellt, Deutschland habe sich selbst dadurch größten Schaden zugefügt, daß es > sein Fundament als ruhenden Pol der geistigen Wechselbeziehungen zwischen den Völkern selbst zerstörte, ist zu interessant, um einfach zu dem beträchtlich gewachsenen Wust jener feindlichen Behauptungen gelegt zu werden, die sich selbst zu richten' pflegen. England vermißt das „ehemalige Land der Dichter und Denker" und es beklagte das völlige Fehlen jener schlichten Biedermeiersalons, in Lenen einstmals bei dünnem Tee und dürftiger Kerzenbeleuchtung gleichwohl ein Kulturzentrum entstand, das seinen Anspruch auf Geltung zu Recht erhob. — Wir wollen diese durchsichtigen Klagen zum Anlaß eines kurzen Versuchs über den gegenwärtigen deutschen Kulturanspruch nehmen.
Daß die deutschen Biedermeierjahre in der englischen Erinnerung in besonders angenehmen Farben schillern, ist verständlich, denn wir entsinnen uns, wie gerade in diesen Jahren die politische Entrechtung des Reiches dadurch gekennzeichnet war, haß Deutschland selbst politisch ja keine Tatsache, sondern beinahe eine Fiktion darstellte. Wenn 'man auf der Feindseite gerade jetzt in diesen Erinnerungen schwelgt und den mutmaßlich wehrlosen Gegner von einst aus der Versenkung Iheraufbeschwört, so ist das eine Angelegenheit des Charakters. Wichtiger aber ist das ungewollte Eingeständnis des tatsächlichen deutschen kulturellen Anspruchs, der sich etwa auf literarischem Gebiet eindeutig nachweisen läßt. Und hier hat sich nichts geändert, well gerade die deutsche Ehrfurcht vor jedem allgemein gültigen Kulturschaffen ein kennzeichnender Zug unseres Wesens ist, der unvergänglich bleibt.
Es ist erstaunlich, wie sich im Auf- und Niederwogen der Zeiten gerade die ewigen schöpferischen Werte auch dann in Deutschland bewährten, wenn jenseits der Grenzen, oft im Lande des Schöpfers selbst, Modelaunen und Geschäftemacherei das Gültig-Wertvolle flu überwuchern drohten. Es war fein Zufall, daß And erfen viele feiner unsterblichen Werke nicht in feiner dänischen Muttersprache, sondern in deutsch schrieb, daß er sich in Deutschland bereits einen Namen erworben hatte, während er in seinem Lande noch mit Widerwärtigkeiten
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192. Jahrgang Nr. 242
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Frankreich in der Ausrichtungskrisis
Von unserem ste.-Berichterstatter.
Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer biS 8'/, Uhr desVormittagS Auzeigen-Preise
für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Stof, für ftamtlienan- -eigen und private Gelegenheitsanzergen
14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzetgen
Platzoorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr
Genf, 14. Okt. (Europapreß.) Das Ende der Fastenzeit unter der mohammedanischen Bevölkerung, das Ramadan-Fest, gestaltete sich zu einer großen Kundgebung für Marschall Petain und seine Politik, mit Deutschland zusamMenzuarbeiten. In Tunis gab der Dey ein großes Galadiner, an dem auch der Generalrefi'dent, General E st e v a, teilnahm. In Algier fand unter Teilnahme des Generalgouverneurs Chätel ein Empfang statt, bei dem über 3000 Ehrengäste gezählt wurden. In sämtlichen Städten von Marokko, Senegal, Tunis und Algerien kam es zu Riesenkundgebungen, immer wieder in einem Bekenntnis zur Politik Zusammenarbeit mit Deutschland ausklangen.
zu erteilen.
Das Echo in Japan.
Tokio, 13. Oft. (Europapreß.) Dem japanischen Kabinett berichtete Außenmimster Ian t über die Verschiebung des Besuches des chilenischen Präsidenten Rios nach den Vereinigten Staaten, lani gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß Argentinien und Chile auch weiterhin dem politischen und wirtschaftlichen Druck Amerikas Widerstand leisten ünb den Achsenmächten gegenüber ihre gerechte und faire, dem eigenen nationalen Interesse entsprechende Politik fprtsetzen würden.
„Nitschi Nitschi" erklärt, wenn Sumner Welles behaupte, die Gegenwart von Angehörigen der Achsenmächte in Chile und Argentinien bedeute eme Bedrohung des amerikanischen Kontinents, so stehe diese schwere Anschuldigung den Erklärungen Argentiniens und Chiles gegenüber, daß sie in fei n e r Deise von der Achse bedroht feien. Die Machenschaften Washingtons mögen dazu geführt haben, daß Jbero-Amerika über die Weltlage unrichtig informiert ist, schließt „Nitschi Nitschi , wir ver- trauen aber daraus, daß die Staatssuhrung m Argentinien und Chile weise bemüht sind, J?alt.un9 von den durchsichtigen Manövern Washingtons nicht beeinflussen zu lassen.
Reue Drohungen aus Washington.
Lissabon, 14. Oft. (Europapreß.) Zu der Reaktion Argentiniens und Chiles aus die Rede von Sumner Welles schreibt „Washington Post : „Cs heißt nicht viel übertreiben, wenn man über unsere Beziehungen zu den einzigen Nationen dieser Henn- st höre, die neutral geblieben, sagt daß der Augenblick, da auf irgendeine Weise d i e Karten 0 ff en auf den Tische gelegt werden muffen sich nähert. Es ist sicher, daß die letzten Ereignisse klar beweisen, daß die Geduld der Vereinigten Staaten hinsichtlich der unsicheren Polittk dieser
General-Anzeiger für Oberhessen ^»etz«^Sch«lftra?<r?
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) ; Paris, Mitte Oktober 1942.
Das heutige Frankreich ist ein zur guten Hälfte a n £ ’ a^er Franzosen leben, und wre Gefühle treiben die Politik auch unter der Oberfläche weiter, obschon es weder ein Parlament eme anerkannte Opposition gibt. Die staatliche Autorität Petams und Lavals hat sich im europäischen Frankreich und in den französischen Besitzungen m Nord- und Westafrika durchgesetzt, während weiter entfernt liegende Kolonien mit oder ahne gaullistische Separatistentarnung der angelsächsischen Anziehungskraft anheimfielen. Der einzige feste Rahmen des Lebens der Franzosen ist eigent- .lich der Waffen still st andsvertrag, der nicht nur das besetzte Gebiet, sondern in grundlegenden Fragen (Versorgung, Politik des Arbeitseinsatzes, Judenproblem) ganz Frankreich angeht! .Dieser Waffenstillstandsrahmen äußert sich also in der Nebenwirkung als eine Klammer, die die verschiedenen Zonen Frankreichs, die sich sonst auseinanderleben könnten, wieder zusammenhält.
Die Franzosen machen sich natürlich Vorstellungen hinsichtlich ihrer Zukunft, auch wenn sie wissen, daß ihr Land bei den großen Entscheidungen der Weltgeschichte nicht an bevorzugter Stelle gefragt werden wird. Es gibt gewisse aktive Kreise des politisch- jungen Frankreich, die untröstlich siyd, weil ihr Land es nicht gleich nach feiner Niederlage verstanden hat, gegen England Front zu machen, wozu schon der feige britische Ueberfaü auf die französische Kriegsflotte in Mers el Kebir (4.7.40) den Anlaß hätte geben können. Diese Kreise wissen aber auch, daß Frankreich jetzt eine ähnliche Kursberichtigung nur viel mühsamer vornehmen könnte. Insofern macht sich das Gefühl breit, daß Frankreich den Krieg immer weiter verliert.
Auch ohne parlamentarische Rededuelle scheint die Ausrichtungskrisis ihrem Höhepunkt zuzusteuern, der für Frankreich im Rahmen der Dinge, über die es noch eine Handlungsfreiheit besitzt, schicksalhaft zu werden verspricht. Nicht umsonst kehrt der Name „Daka r" neuerdings immer wieder. Die Aktivisten unter den Franzosen — eine kleine Zahl, die aber nicht erst seit heute das revolutionäre Vorbild der Achsenmächte auch für ihr Land und für die Zukunft ihres Lebens bejaht — hoffen daher auf einen
klären. Sie müssen sich entscheiden. Welles, der über 28 Jahre diplomatischer Erfahrung verfügt, hätte es niemals riskiert, eine solche Reaktion durch eine nur zufällige Bemerkung hervorzurufen. Man muß deshalb annehmen, daß feine Erklärung forg fällig überlegt worden war und beabsichtigte, Argentinien und Chile zu zeigen, daß eine Aenderung der Politik den besten Eindruck auf die anderen amerikanischen Nationen machen würde."
Die wirtschastlichen Daumenschrauben.
Vigo, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Entrüstung der chilenischen Oeffentlichkeit über die Rede des USA.-Unterstaatssekretärs Sumner Welles wird noch erhöht durch die immer schärfer werdenden Zwangsmaßnahmen der Vereinigten Staaten gegen den chilenischen Außenhandel. Man erklärt in chilenischen Wirtschaftskreisen, die Vereinigten Staaten bereiteten eine allgemeine Wirtschaftskatastrophe in Chile^vor, weil sich die Regierung den Wünschen Washingtons nicht fügen wolle. Ausgangspunkt ist die neue Stufenordnung des amerikanischen War Production Bord für die Belieferuna ibero-ameri- kanischer Länder mit USA.-Waren. Angesichts des wachsenden Schiffsraummangels, der selbst eine Versorgung Brasiliens, das in der Liste an erster Stelle steht, immer unmöglicher macht, würde Chile dadurch praktisch von jeder amerikanischen Einfuhr abgeschnitten werden, nachdem das Land durch die Politik Roosevelts bereits feine europäischen Märkte verloren hat. Die Erklärungen von Sumner Welles lassen das Schlimmste befürchten, da der politische Druck aus Washington von Woche zu Woche steigt.
Englands Rohstoffbedarf.
Stockholm, 14. Okt. (Europapreß.) Der Unterstaatssekretär im britischen Kolonialministerium, Mac Millan, sagte in Mrddlesborough, die Hauptaufgabe fei die Mobilmachung aller Hilfsmittel an Menschen und Material. Der wichtigste Beitrag des Kolonialreiches bestehe in der Lieferung von Rohstoffen Der Verlust der fernösttichen Besitzungen bedeute zugleich den Verlust von 60 Prozent der Weltproduktion an Zinn und von 90 Prozent der Kautschukproduktipn. Um diesen Ausfall auszugleichen, müsse alles umorganisiert werden. Man hoffe, daß Afrika genügend Getreide produziere, um den größten Teil der Armeen im Mittleren Osten zu ernähren. Ferner habe man nach Kautschukplantagen Umschau gehalten. Das Hauptproblem sei aber nicht einmal die Produktion, sondern der Schiffsraum. Wenn England deshalb seine Einfuhrbedurfnisse hier und dort ein- schränken könne, so sei das sehr erwünscht.
Der Ausschuß für Kunstgummi des britischen Versorgungsministeriums befaßt sich damit, auch in England Fabriken zu errichten, die als Ersatz für die verlorenen Gebiete in Oftafien, die Hauptnaturgummiproduzenten waren, dienen sollen. Die Erwartungen der USA.-Produktton seien durchaus unbefriedigend. Ursprünglich sollte die ge*
deutschen Sieg. Sie sind sich bewußt, daß nur dieser deutsche Sieg das Fundament der europäischen Neuordnung sein kann, in der ein ähnlich sozial ausgerichtetes, wenn auch besiegtes Frankreich ebenfalls einen bestimmten Platz bekommen wird. Diese Kreise empfinden daher auch die Einsatzverpflichtung, die Frankreich hierzu Deutschland über den Waffen- stillstandsvertrag hinaus als europäischer Partner schuldig ist.
Aber gerade die Aktivisten müssen sich erst noch gegenüber der Masse ihrer Volksgenossen durchsetzen. Und das ist um so schwerer, als weite Kreise des französischen Volkes aus Denkfaulheit oder aus billiger Hoffnung auf einen „angelsächsischen Sieg", der den Franzosen schon geradezu märchenhaft wie eine gebratene Taube zufliegen müßte, eine Abwartepolitik vorziehen. So ist es auch für die Regierung Petain-Laval natürlich schwer, etwas anzukurbeln, bevor die Gewißheit besteht, daß die ausgegebenen Befehle auch von der Gesamtheit des Volkes gutwillig befolgt werden. Dieses innenpolitische Kräfteverhältnis wird an die Leinwand der Weltpolittk vergrößert projiziert durch die Beziehungen, die Frankreich zu seinem Besieger Deutschland auf der einen Seite und zu feinem treulosen Verbündeten England, und zwar über dessen neuen Verbündeten Nordamerika anderseits pflegt. Man darf nämlich die Tatsache nicht übersehen, daß Vichy nach wie vor diplomatische Beziehungen mit Washington unterhält.
Die mohammedanische Bevölkerung Nordafrikas für den Kurs P6tain-Laval
aiur ier-M
famte englisch-amerikanische Erzeugung in vier großen Werken in den USA. zusammengefaßt werden. Leon Henderson sagte jedoch kürzlich, daß es fast einem Wunder gleich käme, wenn die von den nord- amerikanischen Werken genannten Erzeugungszahlen in den kommenden Jahren auch nur annähernd erreicht würden. Angesichts dieser düsteren Voraussagen und der Verlustaesahr bei der Atlantik-Ueber- querung will England jetzt selbst zur Kunst- gummiyerstellyng übergehen, obwohl es mindestens zwölf Monate dauert, bis eine Fabrik in Gang kommt.
Fragen an Churchill.
Stockholm, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) M „Daily Herald" fragt Churchill nach seiner Rede in Edinburgh: „Sind die alliierten Strategen einig darüber, wie dieser Krieg siegreich beendet werden soll? Haben sie den Weg zum Siege abgesteckt oder stürmen sie nur blind dahin in der Hoffnung, daß ihnen.auf dem nächsten Hügelkamm eine große Inspiration kommen wird?" Sehr viel, so fährt das Blatt der Labour-Partei fort, lasse darauf schließen, daß ein solcher allgemeiner Kriegsplan nicht v 0 rh a n d e n sei. Ein chinesischer Politiker habe das bereits ganz öffentlich festgestellt. Die sowjetische Kritik schreie diesen Mangel' in die ganze Welt hinaus, und sogar in den USA. fühle man den Mangel einer einheitlichen Planung auf der anderen Seite des Atlantik. So ermutigend auch die Mitteilungen Churchills im allgemeinen gewesen seien, könne dies alles aber das Fehlen einer einheitlichen Strategie Großbritanniens, der USA., sowie der mit ihnen verbündeten Länder nicht ersetzen. Deshalb fordere das Blatt die praktische Durchführung „wenigstens einiger der Grundsätze, die so stolz in der Atlantik-Erklärung proklamiert wurden".
Smuts in London.
Stockholm, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Premierminister Südafrikas, S m u t 5 , ist zu Beratungen in London emgetroffen. Reuter schreibt, Laß er den jetzigen Augenblick zu diesem ersten Besuch seit Kriegsbeginn gewählt habe, zu dem Churchill und das Kabinett ihn unaufhörlich gedrängt hätten, unterstreiche die Bedeutung der Unterredungen, die ihn in London erwarteten. Dieser Besuch werfe ein Schlaglicht auf die Erklärung Churchills in Edinburgh: „Wir haben einen ernften und düsteren Augenblick in diesem Kriege erreicht."
; Madrid, 14. Oktober. (Europapreß.) Die scharfe Kritik des nordamerikanischen Staatssekretärs des Aeußeren, Sumner W e 11 e s, an der neutralen Haltung der südamerikanischen Staaten Argentinien und Chile findet in der Madrider Presse eine einstimmige Ablöhnung Ganz Spanien, so schreibt „Pueblo" schließe sich dem Protest gegen diese Beleidigung an. „Die Beschwerde der beiden amerikanischen Nationen", so bemerkt auch „Alkazar", „kann gar nicht qenug gerechtfertigt werden. Wenn ihre nationalen Interessen", so fährt das Blatt fort, „es ihnen geraten erscheinen lassen, dem Kriege fernzubleiben, 0 verdienen sie deswegen keineswegs eine solche harte Zurückweisung. Der frühere chilenische Prä- ident Arturo Allessandri hat absolut recht, wenn er, erklärt, daß die Steuerungen von Welles auch eine Warnung für die anderen Völker des Kontinents darstellen. Welles hat mit feiner Kritik den Alliierten nicht gedient." Die Zeitung „Madrid" ! schließt ihren Kommentar mit der bündigen Feststellung, daß Sumner Welles eine Lektion nötig habe, damit er in Zukunft seine ihm schon jur Gewohnheit gewordenen Entgleisungen einschränke. Chile werde nicht zögern, ihm diese Lektion
griffen I . 3toerIä|fJ Mn [teilt J d>- Stent I d-§ SBetriebl -nstverrich^I ".DolkssM ’M bisherig^ ■ bestraft. r-I lt« zuletzt J ft'id) II. J m DarmM 1 °-n Expreil er zu einerl ÄUchthau« utiie durch J echte für zwl Sepädarbeiifl us DffentoJ eit nächtlichxl Wendung Del In und (kl ßgutsendungk-l Verpackung J te. Auch feir>| ingsverbrecha ndergerichtb c ch t h a u s U in jugendliche die unter btil der Straftat«! nisstrafen rc del | ?. Stellvertreter H llich für Win! al Dr. Hans 33w.| Ernst BlumichÄ | erei R. Lange 9.< mleiter Han-


