(Nachdruck verboten.)
41. Fortsetzung.
yieDenii]m zu, oer eifrig ueni opici vuiua. ........ 7-<7----- s. • •
k«scht°n auf di- ««scheu-rt- »iontplatte. muntere und knöpfte d.-W°st-aus,.
'Nimmt der fierr Bürgermeister keine?" fragte
Sieden begleiteten die Arbeit, und ärgerliche Aus-
i/ieoen oegieiieren oie ziröeu, unu <•" » 7/ ■ «-< ««
nfe sorgten für Leben und Stimmung. Kurz, es die Kellnerin, ,Heute sind sie extra gut.
it Bei elften Al, lügen >chwe» Sinnt (Clo. tarian (3ta« Szilh »biete, ment), teil, iller niereit
- die auf Zu.
i er. k°t Da. kilw- iderr eats. mrell uns. -hier etr.
i her« lauter« rlieheo h viele y, @9' ab dek ld bei erneue, h ®ou< leihunz beutsch« nb den lhrln
fct bei Irobi' i no^ le Mo.
n
Krast Genti« t au»« irsentl, labung sler.
Kiebitz 'zugesellt hatte.
Bläuliche Tabakswolken nebelten das Lokal em, ugb die Purgstaller tat von Zeit zu Zeit einen vornehmen Huster, um ihrem Unwillen Ausdruck zu verleihen. Ihr Gespräch mit Anrainer schleppte sich nie xauf Krücken hin, denn es hatte tagsüber ein pinr kleine Meinungsverschiedenheiten gegeben. $lnn saß schon zu lange zusammen und hatte sich nichts mehr zu sagen. Desto lauter ging es am identisch zu, der eifrig dem Spiel oblag. Karten
Das Gespräch drohte hitzig zu werden, aber in diesem Augenblick brachte die Kellnerin wie einen Oelzweig die Weißwürste. Man legte die Karten beiseite und machte eine Pause. Der weißhaarige Sanitätsrat Niederhofer genehmigte sich Marsch-
herrschte ein rauher, aber herzlicher Ton zwischen den vier Herren, bejahrten und arrivierten Männern, die sich trotz ihrer Gewichtigkeit und ihres Ansehens manchmal wie kleine Kinder benahmen, wenn ihnen etwas wider den Strich ging. Neben sich hatte ein jeder die Ausgehutensilien, Zigarrentasche, Zündhölzer und Geld. In der Ecke stand ein Körbchen mit knusprigen Salzstangen. Eben war ein Spiel zu Ende.
„Wenn ich nicht den Alten habe, spiele ich selber", meinte Oberinspektor Burdach und sonn ins Leere.
„Nur keine Grabreden. Geben S' und^halten S' das Spiel net auf", knurrte Oberstabsarzt Larynx und stopfte mit dem Daumen seine Meerschaumpfeife, die die Größe eines mittleren Saxophons hatte.
„Nun, man sagt ja nur", verteidigte sich Burdach, mischte und ließ abheben.
Plötzlich stieß der Baurat Neuburger einen Freudenschrei aus und schob die Brille zurecht. „Solo, ihr Schmalzbettler. Schellsolo. Geredet wird aber nichts, das sage ich euch gleich, sonst schmeiße ich die Karten hin. Heraus komme ich. Trumpf, Trumpf und abermals Trumpf! Gelt, jetzt kommt euch Herrschaften das Magenwasser?"
„Gar nichts kommt. Dir werden wir die Wacht am Rhein schon blasen, mein Lieber", erboste sich Dr. Larynx, „dein Solo ist hin wie dem Scheufele fein Pressack, das sag' ich dir. Jetzt sind wir am Trumpfen!" Plötzlich heulte er entsetzt auf und warf einen vernichtenden Blick auf Burdach. „Oh, Sie Patzer! Warum tun Sie denn den Zehner nicht herein, wenn ich steche? Mensch, wir spielen doch nicht Faustball Wenn so gemurkst wird, muß er ja gewinnen." Er warf ärgerlich die letzte Karte auf den Tisch. Der Baurat grinste erleichtert.
17.
Der „Goldene Löwe" zu Trettau hatte ein ge- niülliches Bierstüble, in dem die Einheimischen verkehrten. Heute indes waren nur zwei Tische besetzt, denn am Montagabend gingen die wenigsten Trettau er aus. An dem einen saß der Hotelier Anrainer mit seiner Zukünftigen, Alwine Purgstaller, an dem anderen der Montags-Schafskopf, vier Ho- norationen, denen sich Bürgermeister Hammer als
„Wie meinen Sie das?" forschte der Oberstabsarzt angriffslustig.
„Wie ich es sage. Man muß es nur geschickt anstellen, damit niemand das Theater merkt", drückte die Purgstaller sich dunkel aus. Es lag ihr übrigens nicht viel daran, ein Tänzchen mit diesen Spießern zu riskieren, die sie nicht für voll nahm.
„Gestatten Sie, aber das ist Unsinn. Sie wollen doch nicht behaupten, die junge Frau habe sich den Balken aus Berechnung ins Kreuz fallen lassen?" spottete Larynx. ,
Anrainer stieß Alwine an, denn er ahnte mit der Sicherheit des langjährigen Wirtes Komplikationen. Aber die Purgstaller beachtete diese wohlgemeinte Warnung nicht und plapperte munter weiter. „Das gerade nicht. Aber — nun ja, wenn Sie die Dame so kennen würden wie ich, würden Sitz allerhand für möglich halten. Bei der stimmt Verschiedenes nicht."
„Larifari. Das sind nichtsahnende allgemeine Behauptungen", erwiderte der Doktor grob.
„Ich bin dafür, daß wir das Thema ruhen lassen",- sagte Sanitätsrat Niederhofer scharf. „Tratsch interessiert uns nicht. Außerdem ist es nicht fair, über einen Abwesenden loszuziehen."
„Finde ich auch", stimmte Larynx bei und griff nach den Karten. „Los! Wer gibt?"
Man räumte die Teller beiseite und trocknete die Tischplatte ab. Das Spiel ging weiter. Die Purgstaller hatte einen roten Kopf. So unhöflich war schon lange niemand mehr zu ihr gewesen. Na ja, Trettau — was konnte man hier Besseres verlangen? Sie streifte Anrainer mit einem wütenden Blick, dann griff sie nach ihrer Tasche und erhob sich. Anrainer folgte ihr wie ein begossener Pudel. Die erlittene Abfuhr brannte wie ein Striemen auf der Haut. Sie rauschte hoheitsvoll hinaus und stürmte die Hoteltreppe empor. Anrainer hinterher. Droben in ihrem Zimmer fauchte sie ihn an:
„Feigling! Sitzt da wie ein angemalter Türke, redet nichts, tut nichts und stößt mich immer an. Machen Sie es immer so? Dann ist man bei Ihnen ja gut aufgehoben. Ich verstehe das nicht. Sie haben mit diesem Brügger doch auch noch ein Hühnchen zu rupfen. Na also. Ein Kavalier steht einer Dame bei und läßt sie nicht beleidigen!" (Forts, folgt)
auf mal 1 ich adere 1 ge. thro. > hei-
und e sich jenen
Hauptversammlung der Gießener Hochschulgesellschast
bie echt, sbe, nge. l9en iifte. Die für unq. Ye. veit. sind der stell.
Als alles vorüber war, stand er mit brennenden Lugen und trockener Kehle am Fenster und sah in die Nacht, die violett und kühl über dem Tale hing. Gr dachte verzagt: Da sieht man wieder, wie wenig mir vermögen. Bestimmen tut ein anderer. — llnb er verzweifelte an seinem Beruf, an feiner Wissenschaft, die auch nur Stückwerk war. Der junge Mensch, der einen elenden Tod gestorben nor, stand ihm nahe wie nie zuvor. Dann wandte er sich seufzend ab, traf feine Anordnungen und schickte Butscher trotz der späten Stunde hinunter, um einige Gänge zu machen. Um elf Uhr schloß er die Hütte zu und hängte den Schlüssel hinter einen Fensterladen. .
Dann schritt er mit Hingerl talwärts zu seinem Wagen, dessen Lederpolster feucht waren vom Diebel.
Dr. Brüggers Patientin
Roman von Walter Klöpffer
Aus der Gtadi Gießen.
An der Schwelle des Herbstes.
Noch soll nach dem Kalender Sommer sein, aber mancherlei Zeichen verraten uns, daß bereits der Herbst seine Herrschaft anzutreten beginnt. In den Gärten ist pie vielfarbene Glut der Astern entbrannt, der Phlox, der seit dem frühen Sommer seinen berauschenden Duft verströmte, ist des Blühens müde geworden, und den bunten Löwenmäulchen, Kinoern des Herbstes mehr als des Sommers, ist es nun gegeben, das Auge zu erfreuen. Aber um so stärker riecht das allgemein vergilbende Kraut, das über oder unter der Erde uns das schenkt, was bald in Vorratskammern und Kellern geborgen werden soll.
Auch außerhalb unseres Haus- und Schrebergartens mehren sich die Zeichen des Herbstes. Die schwarzen, langbeschwingten Mauersegler, die noch vor ein paar Wochen mit lautem Kreischen über dem Dächergewirr der Stadt kreuzten, sind wie über Nacht plötzlich verschwunden und tummeln sich, immer hungrig, wohl schon im tiefen Afrika auf emsiger Insektenjagd.
Hier bleiben aber die Spatzen. Und auch die Stare sind noch da. Während die einen,'mie die Mauersegler und der Kuckuck, der uns den Frühling kündete, schon längst Abschied nahmen, treffen die anderen ein, .die den Herbst und Winter über unsere Gäste sein werden. Zu ihnen gehören vielerorts die Möven, die sich vorerst noch vereinzelt, bald aber in stattlichen Gemeinschaften bei uns einstellen. Auch sie sind Zugvögel, und mancher deutet ihr frühes oder spätes Kommen als ein Zeichen des mehr oder weniger zeitigen Winters. Aber wie eine einzige Schwalbe erfahrungsgemäß noch nicht den Sommer macht, so auch etliche Möven noch nicht den Winter. L.
Gießener Konzertring 1942/43.
Der Gießener Konzertring hat in diesen Tagen mit der Einladung zur Platzmiete eine Vorschau auf die zwölf Konzerte der Spielzeit 19 4 2/43 herausgehen lassen, der wir folgendes entnehmen. Das erste Konzert findet am 8. Oktober als Orchesterkonzert des Städtischen Orchesters unter Musikdirektor Söllner und mit Professor Franz Bruckbauer (Violine) als Solisten statt; auf dem Programm stehen die Leonoren-Ouvertüre (III) von Beethoven, das Violinkonzert von Sibelius und die Mozart-Variationen von Reger. Das zweite Konzert ist ein Klavierabend von Professor Elly N e y, die im vorigen Winter leider absagen mußte. Im dritten Konzert singt Lore Fischer (Alt), begleitet von Professor Hermann Reutter. Das zweite Orchesterkonzert unter Leitung von Professor Temesväry bringt das Concerto grossozF-dur von Händel, das Klavierkonzert C-moll von Beethoven und die Vierte Symphonie von Schumann. Das dritte Orchesterkonzert bestreitet das Rhein- Mainische Landesorchester unter Professor Hermann Abendroth mit Gerhard Taschner (Violine) als Solisten; auf dem Programm stehen: „Wieland der Schmied" von Hausegger, Violinkonzert D-dur von Brahms und die Erste Symphonie von Beethoven. Das sechste Konzert ist ein Klavierkonzert von Professor Johannes Hobo hm. Im vierten Orchesterkonzert spielt das Rhein-Mainische Landesorchester unter Musikdirektor Willy Naue; Solist ist Alfons Flügel (Tenor). Das achte Konzert bringt als Chorkonzert „Acis und Galathea" von Händel; Mitwirkende sind der Akademische Gesangverein und das Städtische Orchester unter Leitung von Professor Temesväry. Das neunte Konzert (5. Orchesterkonzert) wird vom Städtischen Orchester unter Musikdirektor Söllner bestritten; Solistin ist Elisabeth Reichelt von der Dresdner Staatsoper; Programm: Symphonie D-dur von Bach; Gesänge mit Orchester; Salzburger Hof- und Barock- Musik von Ierger. Im 10. Konzert spielt Vasa P r i - h o d a (Violine). Für das 6. Orchesterkonzert, geleitet von Professor Temesväry und mit Maria Neuß (Violine), sind vorgesehen: „Ruralia Hunga- rica“ von Dohnany, Symphonie espagnole von Lalo und Erste Symphonie C-moll von Brahms. Das Wendling-Ouartett wird am 16. Mai mit dem 12. Konzert die Spielzeit 1942/43 abschließen.
Für unsere Verwundeten.
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte in der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreserat „Truppenbetreuung"
ser als Säumen [dliDan' deckten, i allen Jungen Brüten iMäN' Künste werfen Blüten lehnen Vettel n, weist n Sipe uM wegen sich oo" t haben Belfort 0 kurze coo >te Der- owankl' innt d>e on der zu oer-
,nal chM
n«; Veltde von de° ssvögeln- SchlaN' °°" L
'S* *5
ff
im Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro-.eines Photokopierapparates für Die unweriilais- paganda in hiesigen Lazaretten folgende Deranstal- bibliothek Gießen 1500 RM jur Verfügung ge . tungen durch: IDie Hochschulgesellschast hat der Universitatsbiblio-
fid) neben Melodischem Reichtum vor allem durch klangliche Farbenpracht und Vielseitigkeit der ton- Malerischen Wirkung aus. Wir hören das seltene Äerk neben Bruchstücken aus Schuberts unvollendet gebliebener, 1815 entstandener Musik zu (goethes Singspiel „Claudine von Villa della" am 18. September von 21 bis 22 Uhr im r Deutschlandsender unter der musikalischen Leitung Don Weigel.
Der Rundfunk ehrt Bruno Stürmer.
Der über den Bereich seiner künstlerischen Wirksamkeit in Kassel bekannte Komponist Bruno Stür- nier, der bereits durch ein Konzert in der Stadt firner Tätigkeit gefeiert wurde, erfuhr nuy im Deutschlandsender anläßlich seines 50. Geburtstages eine besondere Ehrung durch die Aufführung s-nes „Deutschen Konzertes" und der Chor- fontate „A u s Liede" mit dem Goethefchen Text. Hit seinem Schaffen wurzelt Bruno Stürmer in eher Neuromantik, die auch im Orchester oder Tgorwerk durch aparte Rhythmik den Ausgang vom Tänzerischen hernimmt und diesem Grundelement beschwingt-heiteren, aber auch dramatisch-tragischen Ausdruck zu verleihen versteht. Diese Note fesselt besonders an Stürmers Leistung. Karl Maria Zwißler war im Chor und Orchester dem Korn» mniften ein sorgsamer Interpret. Greta Daeglau.
Umgekehrter Pygmalion.
Das Schauspielhaus Leipzig brachte als Ur- otzfführung -Die dreiaktige Komödie „Pygrnalia" non Otto Bernhard Wendler heraus. Es handelt sieh um amüsante Variationen über das Pygmalion- Thema, diesmal mit umgekehrtem Geschlechtsvor- ze-chen, die etwas querköpfige Diana will ihren gradlinigen derben Gärtner zum Ideal eines richtigen Mannes erziehen. Das Experiment geht freilich anders aus als bei dem männlichen Urbild, das seine felbftgefertigte Statue lieb gewann. Diana nimmt dann doch den, der, obwohl er jenem Gärtner vorübergehend nachzueifern bestrebt ist, fiie in das Gängelband zwingt, das er ihr von allem Anfang an bestimmt hatte. Selbst Professoren, die im letzten Akt bemüht werden, halten diesen Fall der Diskussion wert. Es gibt mancherlei zu lachen über Arabesken, die mit Witz um die Liebe und das Ver- Wnis von Frau und Mann geschlungen werden.
Alfred Lehmann.
Gesellschaft statt. Der Vorsitzende Landrat Dr. Lotz richtete zu Beginn herzliche Begrüßungsworte an die Erschienenen, besonders an die neuen Mitglieder des Verwaltungsrates und an Professor Dr. Rauch als Vertreter des Rektors, dem er für die Ueberlaffung des schönen Raumes dankte. Dr. Lotz betonte die enge Zusammengehörigkeit zwischen Hochschulgesellschast und Universität und gedachte ferner in diesen schweren Tagen des Kampfes des Führers und unserer tapferen Wehrmacht: es werde nicht nur ein Kampf der Waffen, sondern auch der Weltanschauungen ausgetragen; aus diesem Kampfe wachse eine neue Ordnung der Dinge; der Nationalsozialismus habe auch den Hochschulen eine neue Zielrichtung gewiesen. Die Hochschule stehe nicht nur im Dienste der Wissenschaft, sondern auch im Dienste des Volkes. Wissenschaft und Praxis des Lebens müssen Hand in Hand gehen; in diesem Sinne sei die Hochschulgesellschast Helfer und Verbündeter der Universität auf dem Wege zur Lösung weitreichender Zukunftsaufgaben.
Hieraus erstattete Landrat Dr. Lotz den Jahresbericht für 1941, dem zu entnehmen ist, daß auch die Tätigkeit der Hochschulgesellschaft infolge der Kriegsverhältnisse gewisse Einschränkungen erfahren hat. Am 31. Dezember 1941-gehörten 368 Mitglieder der Hochschulgesellschaft an. Im Berichts, fahre wurde der Verwaltungsrat durch den Hmzu- tritt folgender Herren erweitert: Ministerialrat Dr. Leip, Darmstadt, Kreisleiter Backhaus, Gießen, Oberbürgermeister Wamboldt, Darmstadt, Landgerichtspräsident Dr. Jakobi, Gießen, Landgerichtspräsident Thüre, Mainz, LanÄgerichtsprasident Dr. Colnot, Darmstadt, Landrat Dr. Straub, Friedberg, Landrat Wolf, Darmstadt, Direktor Dr. Fritz Reinhardt, stellv. Direktor des Zweckverbandes Oberheffl- scher Versorgungsbetriebe, Bad-Nauheim, Oberstudiendirektor Angelberger, Gießen, Oberstudien- direktor Dr. Wolkewitz, Gießen, Brauereibesltzer Hans Ähring, Lich, Fabrikant Karl Erich Gruene- waldt, Alsfeld. Von der Universität wurden in den Verwaltungsrat im Januar 1941 die Professoren Dr. Cermak, Dr. Vogel und Dr. Brüggemann entsandt. Von dem Vorstand wurde der Bankdirektor Ernst Bleyer (Gießen) zum Schatzmeister der Hoch- schulgefellschaft gewählt. Durch das Testament eines verstorbenen Gießener Fabrikanten wurde die Hoch- schuloesellschaft als Nacherbin eines ansehnlichen Kapitals eingesetzt, das für Zwecke der medizinischen Fakultät nach Eintritt der Nacherbschast bestimmungsgemäß verwandt werden soll. Aus Antrag des Vorsitzenden hat der Leiter des Zweckoerbandes Oberhessen, Staatssekretär Reiner, zur Beschastung eines Photokopierapparates für die Umversrtats-
klofters und der dortigen Nechtsfchule. x
Bankdirektor Bleyer erstattete den Rechnungs« bericht für 1941, der einen guten Stand der finanziellen Lage der Hochschulgesellschast zeigt. — Hierauf wurde dem Vorstand und dem Verwal- tungsrat E n t l a st u n g erteilt.
Zum Tagesordnungspunkt Wahlen ist zu bemerken: Vorsitzender des Vorstandes ist Landrat Dr. Loh, stellv. Vorsitzender Prof. Dr. Eger, Schatzmeister Bankdirektor Dr. Bleyer. Der Vorstand, an sich vollbesetzt, besteht aus 16 Personen, von denen vier von der Universität entsandt, sieben von der Hauptversammlung und fünf vom Vorstand gewählt sind. Die Amtszeit der Herren Dr. h. c. Leitz (Wetzlar), Dr. Riekeberg (Wetzlar) und Oberbürgermeister Ritter (Gießen) ist abgelaufen. Dr. Riekeberg und Dr. Leitz werden wiedergewählt. Oberbürgermeister Ritter bleibt als Oberbürgermeister der Stadt Mainz Mitglied des Verwaltungsrats. Als fein Nachfolger im Vorstand wird fein Nachfolger im Amt, Oberbürgermeister Vogt, gewählt. — Der Verwaltungsrat soll aus 50 Personen bestehen. Als Mitglieder der Universität sind zur Zeit im Verwaltungsrat die Professoren Rudolph, Fröhlich, Hildebrand, Rauch', Schauder, Cermak, Vogel und Brüggemann. Ferner sind darin 36 von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder. Ein Mitglied, Justizrat Dr. Reh (Darmstadt), ist freiwillig ausgeschieden. Die Amtszeit der Verwaltungsratsmitglieder Pfeiffer, Bier wes, Castell, Mosch und Vogel ist in diesem Jahre abgelaufen. Sie werden durch die Hauptversammlung wiedergewählt. Fabrikant Pfeiffer, der Vorsitzende des Vevwaltungsrates, wird vom Ver- waltungsrat wiedergewählt.
Der Vorsitzende schloß die Hauptversammlung mit dem Wunsche, das Jahr 1942 möge uns den Sieg bringen, und mit dem Gruß an Wehrmacht und Führer.
Oie Raumordnung im Großdeutschen Reich.
Im Anschluß an die Hauptversammlung sprach Ministerialrat Prof. Dr. Hamm, ehemals Bürgermeister der Stadt Gießen, über „Die Raumordnung im Großdeutschen Rei ch". Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden Landrat Dr. Lotz richtete der Vortragende herzliche Dankes- worte an die Hochschulgesellschast und führte dann u. a. folgendes aus: Durch die Umstellung der deut- schen Wirtschaft von der Agrarwirtschaft zur Industrie im 19. Jahrhundert, die Zusammenballung
Nein, danke. Mein Magen macht heute em bißchen Geschichten. Ich werde auch früher heungehen, Zilli." Dann wendete sich der Bürgermeister an Niederhofer. „Nebenbei gefragt, Herr Sanitätsrat, was macht denn Ihre Patientin, die Frau Brug- ger? Das hat am Anfang ja bös ausgeschaut. Der Vogel von der Feuerwehr hat gar gemeint, der Balken habe sie erschlagen."
„Nun, so schlimm war es Gott fei Dank nicht. Die kleine Frau hat Glück gehabt. Ihre derbe Windjacke und die Kapuze haben das Aergste abge=.. halten. Frau Brügger ist, soviel darf ich ja ruhig verraten, mit einer schweren Brandwunde und einer Prellung des Rückgrats davongekommen."
„Und die Lähmung? Sie hat doch die Arme nicht mehr bewegen können."
„Die Lähmung ist nahezu behoben. S>e war eine Folge der Kontusion. Kriegen Sie mal so ein Trumm auf den Rücken!"
„Hoffentlich bleibt nichts zurück?" w
„Ich glaube nicht. Wäre auch bedauerlich, «o eine nette junge Frau und so kurz verheiratet."
Der Oberstabsarzt schluckte einen Bissen hinunter und gab die Haut seinem Schnauzl. Dann sagte er anerkennend: „Schneidig ist die wie der Teufel! Ich habe mir alles genau erzählen lassen. Zuerst das mit dem Benzin. Allen Respekt! Und wie sie den Buben, den Glasl, geistesgegenwärtig zurückgerissen hat! Wenn sie das Benzin nicht in Sicherheit gebracht hätte, wäre dem Brügger fein ganzer Starenkobel abgebrannt. Das wäre ein Schlag für den Mann gewesen, nicht auszudenken! Wo er doch so an seiner Heilstätte hängt und dafür lebt und stirbt!"
„Jaja", pflichtete Burdach bei, „das war schon eine Leistung von der Frau. Soviel Geistesgegenwart und Mut hat so- leicht keine."
„Dafür lobt sie auch ganz Trettau", sagte der Bürgermeister.
Die Purgstaller am Nebentisch kicherte spöttisch. Das Gelobhudel ärgerte sie schon lange. Als alles zu ihr herübersah, kam sie um eine Erklärung nicht herum und sagte hissig: „Jaja, manche Leute verstehen es großartig, sich in Szene zu setzen!" Anrainer schaute erschrocken auf, denn er kannte das Temperament Alwines.
Hy mm en begründete, der in den Ostkämpfen jchwer verwundet wurde. Die Plakette wurde Förderern und Freunden von Hermann Löns verliehen, und zwar dem Reichsminister Rust, den Gauleitern Telfckow und Dr. Mey er, dem General Muff (Hannover), dem die Hermann-Löns- Tssellschaft die (Stiftung des Löns-Hvfes in der Heide verdankt, dem Dichter Börries von Münchhausen und den Löns-Freunden Wilhelm Asche und Hauptmann S t u h l m a ch e r , die sich um die Begräbnisstätte von Hermann Löns verdient ge- i macht haben.
Ostforschung der Deutschen Akademie.
Der Präsident der Deutschen Akademie, Ministerpräsident Siebert gründete eine Abteilung für deutsche Ost-Beziehungen, in die namhafte deutsche Gelehrte berufen wurden. Die ; elfte Arbeitsbesprechung sand in München unter hem Vorsitz des Leiters der Abteilung, Professor Dr. Erwin Kosch wieder, München, statt. Die . Abteilung sieht ihr Arbeitsgebiet in der Untersuchung der Einwirkung des geistigen deutschen Levens auf den Osten. Es werden ferner enzyklopädische und bibliographische Werke in Angriff genommen werden, die eine vielseitige Kenntnis des Ostens vermitteln sollen und dabei so angelegt werden, daß sie nicht nur für theoretische Studien, sondern auch für praktische Zwecke brauchbar sind.
Ein Bücherfreund.
Der bekannte deutsche Bibliophile Dr. Ernst Ferdinand Baron Neufforge ist in Davos 'im Mer von 73 Jahren gestorben. Er besaß eine kostbare Sammlung alterdeutscherDrucke und Erstausgaben, wohl die größte derartige Sammlung im Privatbesitz. Sie umfaßte Drucke von Gutenberg, Fust und Schösser, Buch- und Karten- Erstdrucke von Regio Montanus, Cusanus, Ausgaben von Martin Luther, weiter wertvolle Buchausgaben der klassischen Literatur und Kunst und Bücher aus dm Anfängen der medizinischen, naturwissenschaft- . lichen und astronomischen Wissenschaft.
Line unbekannte Lhorballade Robert Schumanns im Rundfunk.
Robert Schumanns Balladenzyklus „V o m P a - aenundderKönigstochter" ist eine Schöpfung reifster Meisterschaft, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Als dichterische Vorlage dienen Äxte von U h l a n d. Schumanns Vertonung zeichnet
In zwei Lazaretten erfreuten in „einer Stunde Sonnenschein" Mimi Klingler (Sopran), Paula Schmidt (Sprecherin) und Hans Erich W e i d i g als Akkordeon-Virtuose die Verwundeten aufs beste. Das reichhaltige Programm fand regen Beifall.
Die staatliche Hochschule für Musik in Frankfurt gab mit ihren Studierenden unter Leitung von Unteroffizier Wilhelm B e n b e r vor vielen Verwundeten ein Konzert. Chöre, Lieder und Kanons wurden durch einen gemischten Chor mit gutem Stimmenmaterial zu Gehör gebracht. Das Bläserquintett von Mozart wurde gut gespielt. Im letzten Teil der Vortragsfolae „Laß doch der Jugend ihren Lauf" erfreute ein Moser-Imitator neben all den fröhlichen Liedern. Durch die gute Leitung von Unteroffizier Bender und das frische Mitgehen xber Studenten hatte die Veranstaltung einen starken Erfolg und viel Beifall.
In einem Lazarett lief der Film „Das verliebte Hotel" zur frohen Unterhaltung. Unter dem Motto „Dein ist mein Herz" sand in einem Lazarett ein Konzert statt. Else ßampmann (Alt) fang Lieder von Schubert, Beethoven und Grieg. Elsie Bruck (Violine) spielte die Romanze F-dur von Beethoven, Tänze von Brahms und Sarasate. Gisela Sott (Klavier) spielte das Präludium von Chopin und begleitete die Ausführenden feinfühlend. Im Auftrage der Kreisbildstelle zeigte Lehrer Appelmann Filme „Deutscher Kolonialarbeit" und gab Erläuterungen dazu.
j Verschiedene Musikabteilungen der Wehrmacht erfreuten die Verwundeten mit Konzerten. Die Musik
abteilung der Unteroffiziervorschule in Wetzlar veranstaltete in einem Lazarett ein Konzert, welches starken Beifall fand. Ein Spielmannszug und eine Kapelle unter Leitung von Feldwebel F i e d l e r spielten schöne deutsche MilitäMNusik. Fröhliche Stimmung brachten eine kleine Schar mit Akkordeons, Violine und Schlagzeug zusammen mit einem Gesangsquartett unter Leitung von Unteroffizier Schützdeller. Reicher Beifall dankte den Ausführenden.
Um den Verwundeten eine Freude zu bereiten, hatte sich eine Gruppe des RAP. in zwei Lazaret« ten eingefunden. Die Kapelle und ihre Solisten erfreuten mit den beliebten Melodien> In der reichhaltigen Vortragsfolge wechselten Humor, Laienspiel und Imitation bekannter Künstler ab. Ein Rollschuhläuser gefiel mit seiner Kunst. Die Veranstaltung fand großen Beifall.
Durch Vermittluna der Kreisfrauenschastsleiterin Wrede spendeten die Ortssrauenschaften in Non- nenroth, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen. Röthges und Rödgen eine große Zahl Kuchen, welche an die Lazarette verteilt wurden. — Die Ortsgruppen mit ihren Gliederungen in Mainzlar und Rüddings- Hausen hatten zum Sonntag Verwundete aus hiesigen Lazaretten eingeladen. Die Verwundeten waren Gäste in den Familien und fanden sich nachmittags zu froher Kaffeestunde mit Unterhaltung zusammen. In Rüddinqshausen sorgte die Spielschar von Schulleiter F l a t h für abwechslungsreiches Programm.
Im Senatssaal der Landesunioerfität fand am i thek eine Zuwendung von 500 RM. zum Ankauf Samstagnachmittag die diesjährige Hauptv er- einer größeren Bibliothek gemacht; es handelt sich (ammlunq der Gießener Hochschul- dabei um einen Gelegenheitskauf einer wertvollen ....... -~ «- " »■- • *- ' Bibliothek von rund 6000 Bänden im Werte von etwa 10 000 RM.. und zwar um alte Bücher aus der Bücherei des früheren Wetzlarer Jesmfen-


