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Abenteuer wagen

Wir müssen dieses

ermag, wie und wo Aussicht auf Erfolg

für

(Nachdruck verboten.)

32. Fortsetzung.

Briefe in Bareiros Hand

Roman von Anna Elisabet Weirauch

Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.

den Amerikas und England selbst herausgezogen werden. Die Eigenart dieses zweiten Weltkrieges, daß Land- und Seekrieg aufs engste miteinander verwoben sind und eine unteilbare Einheit bilden, tritt klar zutage. In jenem Taß-Funk aus Neun ort wird denn auch dieNew York Times zi­tiert, deren Londoner Korrespondent ausfuhrt, die begrenzten Möglichkeiten in der Schiffahrt, m der Ausbildung und in der Kriegserzeugung beemtrach- tigten die Möglichkeiten einer neuen Front. Er ver­sucht diese Feststellung durch einige Komplimente an die Sowjetadresse zu versüßen, indem er schreibt: Die Sowjets genießen den Ruf, Realisten zu fein. Die Lieferungen, die die alliierten Nationen nach Rußland senden können, während sie ihre Offensive in der Luft und die Defensive (!) aus See sowie einen Beharrungskrieg zu Lande auskampsen, durf­ten sich als ein Faktor erweisen, der genügen wird, um es den Sowjets zu ermöglichen, die Naziflut m diesem Sommer niederzu kämpf en. Em Angriff aus Europa würde eine Verwendung von Schifsen zum Transport von Waffen oder Lebensmitteln nach der Sowjetunion verhindern. Gegenwärtig stehen so viele deutsche Divisionen in Frankreich, daß es fraglich ist, ob die verbündeten Nationen im Stande wären, eine Offensive einzuleiten, die den Druck der Nazis auf die Sowjetunion wesentlich

ka-Korps beigetragen hat. Durch emen plötz­lichen starken feindlichen Panzerangrifs in den Ruk- ken der Division war vorübergehend eine gespannte Lage entstanden. Oberst Baade erkannte rechtzeitig die Gefahr und verhinderte mit vorbildlicher persön­licher Tapferkeit, die sich auf alle seine Soldaten übertrug, ein weiteres Vordringen der feindlichen Kampfwagen. Dann stieß ein Bataillon des Regi­mentes als erste Truppe gegen die stark ausgebau-

prof. Adolf Bacmeisler 60 Jahre alt

Am 15. Juli vollendet der leitete Arzt des Sa­natoriums für Lungenkranke tn St. Blasien Prof. 2r. Adolf Bacmeister sein 60. Lebensjahr. Bacmei- ster wurde 1882 in Geestemünde geboren, studierte in Göttingen und München und habilitierte sich 1910 in Freiburg, wo er, nachdem er als leitender Arzt das Lungensanatorium in St. Blasien übernommen hatte, 1933 Honorarprofessor wurde. Jur Zeit ist er Chefarzt des Marinelazaretts in St. Blasien und beratender Sanitätsoffizier beim Sanitätschef der Kriegsmarine für Tuberkulose. Seit 1934 ist er stell- vertretender Vorsitzender des wissenschaftlichen Aus­schusses im Reichsverkehrsverband und der Deutschen Gesellschaft für Bäder- und Klimaheilkunde.

Eine Gregor-Ulendel-Ausslellung in Brunn.

Die vom Kulturamt der mährischen Landeshaupt­stadt Brünn durchgeführte Gregor-Mendel-Ausst^- lung im Wappensaal des Neuen Rathauses gedenkt des Lebenswerkes dieses Naturforschers, deffen Name

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Bäre es e Liebe

ten Front verbunden sind, müssen wir sie aus uns nehmen. Wir müssen dieses Abenteuer wagen, denn die Forderung ist heute dringlicher

zugehören, an keinen irgendwie gearteten Umtrie­ben beteiligt, er war weder günstig noch nachteilig bekannt. Das einzige, was' man in Erfahrung brachte, war, daß er schon einmal am Ort gemeldet war, und zwar von dann bis dann, wohnhaft da und da, beschäftigt als Volontär bei der bekannten Firma Thoms & Harper. Das war immerhin ein Fingerzeig nach dem Weg, den man weiter Der* olaen konnte.

Kommissar Lürsen und sein junger Assistent Bu­tenschön hatten unterdessen mit der Durchsuchung des Zimmers begonnen. Stück für Stück ging mit erstaunlicher Schnelligkeit durch ihre geübten Hände vom Tascheninhalt aus den Anzügen im Schrank, bis zu dem letzten Fetzchen im Papierkorb alles wurde durchgesehen, aber die Ausbeute war ver­zweifelt gering.

Bauer wurde zusehends ärgerlicher: es gehörte sich doch für einen anständigen Menschen, daß er irgendwelche Korrespondenz führte, Briefe, Besuchs­oder Geschäftskarten, irgendwelche Anhaltspunkte für seinen Bekanntenkreis! Wenn das so weiterging, dann würde man es dem guten Nottebohm nicht ersparen können, einen öffentlichen Ausruf zu er­lassen! Dieser Herr Bareiro wird ja nicht wie ein Einsiedler gelebt haben wochenlang einsam, schweigend und ohne Ausweis durch die Straßen, die Gaststätten, die Museen geschweift sein! Mit wem war er zusammengewesen, und wer von den Leuten fernes Verkehrs kam als sein Mörder in Betracht?

Wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf..." sagte Buten schön er war sehr jung und aufgeregt,es ist doch ausfallend, daß ein anschei­nend gutsituierter Mann so wenig Geld in seinem Besitz haben soll! Ich möchte doch fast vermuten, daß er bestohlen worden ist."

Bestohlen? Kann fein!" knurrte Bauer, die Zi­garre zwischen den zusammengebissenen Zähnen. Aber nicht von einem Unbekannten! Sehen Sie sich den Mann an, der da liegt! Sieht er aus wie je­mand, der sich umbringen läßt ohne einen Mucks von sich zu geben? Stellen Sie sich vor. Butenschön,

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daß in Ihrem Zimmer plötzlich jemand eindrmgt. der mit dem Revolver auf Ihre Brust zielt, auf die Brust wohlverstanden und nicht auf den Rücken oder den Hinterkopf. Sie klingeln. Sie schreien. Sie rei­ßen das Telephon herunter, Sie stürzen sich auf den Kerl, um ihm die Waffe aus der Hand zu schlagen, irgend etwas tun Sie, aber Sie lassen sich nicht kalllächelnd erschießen. Und weil der Betreffende, der diese Absicht haben sollte, das weiß, darum ver. sucht er es gar nicht erst. Wenn ein Verbrecher, in der Absicht zu rauben, überhaupt eine Waffe bei sich hat, und er betritt ein Hotelzimmer, in dem er wi­der Erwarten den Bewohner anwesend findet, dann zieht er sich mit einer Entschuldigung zurück, aber er schießt nicht. Oder allenfalls müßte er über­rascht worden sein. Aber dann hätte er sich die Mühe gemacht, den Toten anders herumzulegen und dem Revolver einen andern Platz zu geben.. . ziem­lich unwahrscheinlich, daß er ihn dann hat liegen- lassen!

Nein, Butenschön! Wer hier geschosien hat, der war über seine eigene Tat so erschrocken, daß ihm die Waffe aus der Hand gefallen ist, und er über­haupt nicht mehr an sie gedacht hat! Und dieser Mann wie heißt er? Bareiro war nicht entsetzt über das Eindringen seines Mörders, er hat nicht mit ihm gerungen, ist nicht vor ihm geflohen, er hat ihn wie einen Besuch empfangen aber wer war dieser Besuch? Wen überhaupt hat Bareiro hier empfangen, und wen zilletzt? Vor ein paar Stun­den?"

Mit einem Aufseufzen wendet sich Bauer wieder auf seinem Stuhl um und betrachtet mißbilligend was Lürsen ihm unterdessen auf die Schreibtisch­platte gelegt hat... höchst unergiebig! Ein paar Trambahnbillets ... und nicht einmal von derselben Strecke. Wenn der Mann wenigstens immer an der­selben Haltestelle ausgestiegen wäre, es wäre ein winziger Hinweis! Einen Zettel als Zeichen zwi­schen die Blätter des Telephons gelegt nicht ein­mal eine Nummer darauf geschrieben Herr Ba- retro hat einem die Sache nicht gerade erleichtert!

(Fortsetzung folgt,)

ablenken würde." .r,

Das jüdischeWeltblatt" steht sichtlich zwilchen Tür und Angel. Es ist zwischen die Mühlsteine seiner Herzenswünsche und der Wirklichkeiten ge­kommen. Um das Gesicht zu wahren, beugt es vor. Den Sowjets aber brennt das Dach über dem Kops. DiePrawda" bricht in die geflügelten Worte aus: Die faschistischen Hunde versuchen die Lebenszen- t'ren unseres Landes zu erobern." Das stimmt haar­genau. Unsere Aufgabe ist nicht, die Schaffung einer zweiten Front in Europa alsunmöglich" nachzu­weisen; wie gesagt, die deutsche Kriegführung han­delt so, als ob der Versuch zur Schaffung der zwei­ten Front morgen erfolgen würde. Wir wollen nur die Unteilbarkeit dieses Krieges begreifen, aus den vielfältigen Wechsel- und Rückwirkungen die Größe der Leistungen empfinden, die alle nur dem einen Zweck des Sieges gelten und die Bedeutung der Initiative erkennen. Initiative haben heißt: dem anderen das Gesetz vorschreiben. Selbst wenn Eng­länder, Amerikaner und Sowjets heute über die zweite Front diskutieren, folgen sie dem Gesetz der Initiative, das in der Hand des Führers liegt. Sie sind nicht frei in der Wahl der Zeit und des Ortes; in ihrer Hand liegt angesichts ihrer Unzuläng­lichkeiten nur die Grundfrage: ob sie überhaupt wählen können oder sich um diezweite Front" mitErfatz"-Mitteln oder Täuschungen Herum­drücken. Dr. Ho.

Generaloberst Halder 40 Jahre Soldat.

Berlin, 13.Juli. (DNB.) Am 14.Juli begeht der Chef des Generalstabes des Heeres, General­oberst Halder, fein 40jähriges Dienstjubiläum. Durch die Verleihung des Ritterkreuzes nach dem Polenfeldzug und die Beförderung zum General- oberften nach dem Sieg im Westen ist die Persönlich­keit des jetzigen Chefs des Generalstabes auch der breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden.

Franz h a l d e r , der 1884 in Würzburg geboren wurde, stammt aus einer bayerischen Offiziers­familie. 1902 trat er als Fahnenjunker in das 3. bayerische Feldartillerie-Regiment in München ein, wurde 1904 Offizier und 1911 zur bayerischen Kriegsakademie kommandiert. Als Oberleutnant rückte er 1914 ins Feld und war seit 1915 Haupt­mann und Generalstabsoffizier. Er nahm an den Schlachten in Lochringen, im Argonnerwald, vor Verdun und an der Somme teil. 1917/18 war er dem Heeresgruppenkommando Kronprinz Rupprecht als Generalstabsoffizier zugeteilt. 1919/21 wirkte er im Reichswehrministerium am Aufbau des Reichs- Heeres mit. Als Oberstleutnant war er 1930/31 in der Ausbildungsabteilung des Generalstabes tätig, wurde 1931 Chef des Stabes der 6. Division in Münster, 1934 Artillerieführer VII in München, 1935 Kommandeur der 7. bayerischen Division. Als Generalleutnant war er im Generalstab des Heeres, feit 1937 Oberquartiermeister. Am 1. September 1938 ernannte der Führer den zum General der Artillerie Beförderten zum Chef des Generalstabes des Heeres. In dieser Stellung ist er im grohdeut- fchen Freiheitskampf einer der nächsten Mitarbeiter des Führers.

Das Ritterkreuz für Oberst Baade.

NSG. Unter den neuen Ritterkreuzträgern be­findet sich wiederum ein Soldat unseres Gaues, der Kommandeur eines Darmstädter Schützen­regimentes, Oberst Günter Baade, der we­sentlich zu den großen Erfolgen des Deutschen A f r i-

Gäste ein Sonderlob erteilt hatte, Erwin also nahm in Begleitung eines Beamten eine Untersuchung aller Räume vor. Falls die Zimmer durch ihre rechtmäßigen Einwohner besetzt waren, konnte er sich mit einem Irrtum entschuldigen, ohne Aufsehen zu erregen. Außerdem hatte er ein glänzendes Ge­dächtnis und kannte jeden, den er einmal bedient hatte. Es konnte ja sein, daß ein verdächtiges In­dividuum sich noch in der Nähe verborgen hielt, ein leerstehendes Zimmer ausgesucht hatte, durch ein Geräusch gestört, am Verlassen des Hauses gehindert war, vielleicht sogar in der Absicht, an den Tatort zurückzukommen, um eine Plünderung gründlicher fortzusetzen.

Aber der Streifzug verlief ergebnislos. Und allem Anschein nach hatte der Raubmörder, wenn es sich um einen solchen handelte, auch Zeit genug gehabt, um seine Arbeit gründlich zu tun: im Zimmer des Ermordeten fand sich nichts von Geld oder Wert­sachen außer dem, was der Tote bei und an sich trug und das war verblüffend wenig.

Also doch ein Raubmord? Kriminalrai Bauer sträubte sich gegen diese Ansicht. Der Prozentsatz der Raubnwrde war seiner Erfahrung nach weit ge­ringer als man gemeinhin annahm. Außerdem ließ ein Raubmörder höchst selten seine Waffe am Tat­ort zurück und schon gar nicht, wenn er Zeit genug hatte, alles von Wert mitgehen zu heißen. Irgendein persönliches Motiv eine Tat der Rache, der Leidenschaft das mar weit eher anzunehmen.

Es erschwerte die Lage etwas, daß man so wenig von dem Toten wußte. Wen hatte er sich zum Feind gemacht, wer hatte etwas von ihm zu fürchten? Bauer telephonierte viel und lange mit den zustän­digen Stellen, und Fräulein Voigt von der Tele­phonzentrale mußte ihre Nerven sehr zusammen- reißen, als sie einen Teil dieser Gespräche mitan­hörte, auch wenn sie in ziemlich unverständlichen Ausdrücken geführt wurden. Auch diese Teleohon- gespräche zeitigten fürs erste kein positives Ergeb­nis: der Mann war weder dem Paß noch der Per­sonalbeschreibung nach irgendwie bekannt. Er schien keiner internationalen Verbrecherorganisation un­

ten und zäh verteidigten Befestigungsanlagen von 53 ad) e i m vor. Unter der Führung des Obersten Baade in vorderster Linie durchbrachen ^Schutzen nach 24Mndigem ununterbrochenem Kampf die feindlichen Stellungen unb drangen im Nahkamps in die Wasserstelle em. Dem Angriffsschwung öer deutschen Soldaten mar her Feind "lch- gewachsen, in heftigem Ringen wurde der zähe Widerstand der Besatzung gebrochen.

fiuimim bestimmter Fachrichtungen berechtigen. De. Werber, die die Begabtenprüfung oder die e-vnder. reifeprüfung bestanden haben; Absolventen aner kanntet Fachschulen, die ohne Sonderreife Prüfung zum wissenschaftlichen Studium einer bestimmten Achrichwng berechtigt sind. Eine V°rau- -s° -

mirö durch Regimentskommandeure des Fellcheeres auf Grund der Erfahrungen des Krieges bei den Annahmestellen durchgeführt. Psychologische Erg- nungsprüfungen finden nicht statt. Die E i n st e l - lUna hat die Reise bzw. die Zuerkennung der vor- reitioen Reise (Ende der 7. Klasse, oder das Be- sieben der Begabten- bzw. Sonderreifeprufung zur Voraussetzung. Die übrigen Bedingungen sind aus dem Merkblatt ersichtlich, das bei allen AnnÄ)ir^- stellen und Wehrbezirkskommandos erhältlich rst. Die nächsten Einberufungen finden voraussichürch Anfang 1943 statt. Das Einstellungsdatum wird den angenommenen Bewerbern rechtzeitig imtgeteilt. Nähere Auskünfte erteilen die Wehrbezirkskom­mandos.

Kriegseinsatz im Schulzeugnis.

Für die Schüler und Schülerinnen, die im lang- fristtgen Einsatz zur Sicherung der Ernährung ge- . standen haben, ist die Aufnahme eines entsprechen- den Vermerks in das Zeugnis am Schluffe des Schuljahres angeordnet worden. Ein solcher Vermerk ist jedoch nicht angebracht bei einem außerhalb der Schule geleisteten Einsatz, über den die Schille fern Urteil abgeben kann. Falls ein Bedürfnis nach emer Bescheinigung über den Ehrendienst bestcht, mrro diesem besser von der HI. entsprochen werden. Ab­schriften dieser Bescheinigung sind den schulen zu­zuleiten, um das Bild von der Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Schüler zu ergänzen.

Aus aller Welt.

Von heißer Milch verbrüht.

Im Kindergarten in Riol bei Trier hatte man Milch gekocht und sie zum Abkühlen auf die Fen- sterbank gestellt. Ein plötzlich auftretender Sturm drückte die Fenster auf, so daß sich die heiße Much auf die in unmittelbare Nähe des Fensters ruhen­den Kinder ergoß. Die Verbrennungen waren so schwer, daß drei Kinder in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus gebracht werden mußten.

Von der Sensenspihe getroffen.

Wie vorsichtig man mit Sensen umgehen muß, auch wenn sie gesichert sind, zeigt ein Vorfall in Erndtebrück. Das IV.jährig- Töchterchen eines Reichsbahnarbeiters hatte w! seiner Großmutter die Angehörigen aufgesucht, die auf der Wiese mit dem Heugrasmähen beschäftigt waren. Auf dem Heimweg hatte sich die Großmutter mit dem Kind auf den beladenen Heuwagen eines Landwirts ge­setzt, ohn" daß dieser hiervon eine Ahnung hatte. Unterm-y steckte er seine geschützte Sense von hin­ten in Das Heu. Dabei traf er das auf dem Schoß de Großmutter fitzende Kind mit der Sensenspitze in Den linken Oberschenkel. Der Arzt vermockte das urch den starken Blutverlust bereits sehr geschwächte Kind nicht mehr zu retten: es starb bereits auf dem Wege nach Hause.

Kunst und Wifsenschast.

Goldenes Dokiorjubiläum.

Von Tobruk bis El Alamein

Von Kriegsberichter Lutz Koch.

..., 14. Juli. (DNB. Funtfpruch.) Vor drei Wochen haben die Truppen der Panzerarmee Afrika die stärkste Wüstenfestung Tobruk mit stürmender Hand genommen. Bardia, Capuzzo, Sollum, Sidi Mad- dalena und Halfaya hießen die Stationen des Ein­dringens auf ägyptischem Boden. In immer neuen Südfchwenkungen suchte Feld mar sch all R o m m e l die Umklammerung des Feindes von der Wüste her, den er immer wieder in seinen kreisend vorgewor­fenen Flügeln am Meer überrundete, zweimal stellte er ihn so, einmal vor Tobruk, wo der Feind teil­weise südostwärts aus dem noch nicht fertigen Kessel entrann, schwer niederschlagend aber in Marsa Ma- irut, der bedeutenden Hafenstadt, einem neuen To­bruck nach dem Gewicht der Verteidigungsanlagen, nach der Zahl der Geschütze, den meilenweiten Ver­drahtungen, den sorgfältigen Verminungen und her Raffinesse einer sich überdeckenden Abwehr, die nur mit größten Kräften und nach sorgfältiger Vorbe­reitung einem intakten Gegner gegenüber hätte er­obert werden können.

In Marsa Matruk zeigte her Tommy, ber Tobruk verloren hatte, daß er Aegypten um jeden Preis halten wollte. Die Divisionen, die jetzt schon sechs Wochen in einem dauernden Nerven und Kräfte fressenden Kampf lagen, schlugen auch die von Auchinleck schnell herangeführten Reserven, der, nachdem Ritchie abgelöst worden war, versuchte, mit der Autorität seiner eigenen Person die Lage zu retten. Rommels Armeestab griff mit der blan­ken Waffe, mit Maschinenpistolen und Karabinern in diesen Abwehrkampf gegen einen mit wilder Ver­zweiflung die Freiheit im Süden und Osten suchen­den Gegner ein. Nach der Kesselschlacht, die Marsa Matruk, den gewaltigen Festungsbau mit einem Durchmesser von nahezu 50 Kilometern, in die Hand der deutschen und italienischen Kämpfer brachte, war die letzte Hoffnung Auchinlecks das riesige Bollwerk der E l - A l a m e i n - S t ellu n g , ein Sperr-Riegel größten Ausmaßes vor dem Nil-Delta. Alle verfügbaren Divisionen, hie gesamte Heeres­artillerie und die letzten Reserven an Flugzeugen schaffte Auchinleck dorthin. Mit einer bisher nur in wenigen Gefechten beobachteten Zähigkeit klammert sich der Brite in der klaren Erkenntnis der schweren

Bis jetzt war noch niemand ermittelt, der einen Schuß gehört hatte. Herr Nottebohm bestand dar­aus, daß irgend jemand den Schuß gehört haben müßte, er erbot sich eifrig, das ganze Personal herbeirufen zu lassen ... so als könne er durch Zeugenaussagen die unangenehme Tatsache aus der Welt schaffen, daß überhaupt ein Schuß ge­fallen war. Irgend jemand hätte ihn doch sonst ge­hört haben müssen!

Er wiederholte bas so oft in seiner Verwir­rung und Aufregung, daß Bauer ihm lächelnd und beschwichtigend die Hand auf die Schulter legte: Geschossen worden ist, mein Bester, das steht nun einmal fest! Eine Kirchenstille herrscht nicht in einem Hotel, und eine moderne Waffe macht nicht einen solchen Knall, daß die Wände davon wackeln. Lassen Sie die Leute ruhig bei ihrer Arbeit! Es ist taum anzunehmen, daß der Koch, wenn er unten mit seinen Töpfen klappert, hört, wenn hier oben ein Schuß fällt. Wer bewohnt die Nebenzimmer, rechts, links, gegenüber?"

Einige dieser Zimmer waren am Morgen freige­worden, und wurden erst nach dem Gintreffen der Abendzüge wieder besetzt. Die ältere Dame von hundertdreiundfünfzig war gegen fünf zum Tee in die Halle gegangen, und hatte ihren Platz unten seitdem nicht verlassen, wie sich unschwer ermitteln liefe.

Der Kellner Erwin, ber sich überhaupt als sehr nützlich erwies und sich der Wichtigkeit seiner Auf­gabe sehr bewußt war besonders feit ber Krimi­nalratsehr vernünftig" gemurmelt hatte, weil Erwin das Zimmer nicht betreten hatte, und Hei? Nottebohm ihm für die sofortige Beruhigung der

denn je."

LlGA.-Truppen in Kanada.

Li ssabon, 13. Mi. (Europapreß.) Heeresver- bände der Vereinigten Staaten sind nach amtlichen Meldungen aus Washington in Kanada stationiert worden. Die Verlegung weiterer Einheiten nach Kanada soll in Kürze erfolgen. Die Verlegung nordamerikanischer Truppen nach dem britischen Dominion Kanada bedeutet den bisher wichtigsten Schritt der Vereinigten Staaten zur machtinäßigen Sicherung ihrer Vormachtstellung in ber westlichen Hemisphäre. Dieser Prozeß begann mit ber lieber« lassung militärischer Stützpunkte in englstchen Be­sitzungen der westlichen Hemisphäre gegen Hergabe von 50 nord amerikanischen Zerstörern aus ber Welt­kriegszeit. Erst gestern wurde die Uebernahme des Oberbefehls über USA.-Seestreitkräfte auf den britischen Bermudas durch den nordamerikani­schen Konteradmiral James bekanntgegeben. USA.- Truppen haben ferner strategisch wichtige Punkte der Republik Panama, Stützpunkte in V e n e ° zue la und in verschiedenen anderen kleinen stid- amerikanischen Staaten besetzt.

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Englische Blätter fordern zweite Front.

- - - - .. t ten können das Vertrauen in die britischen Waffen e nicht gestärkt Haden. Viele Politiker machen aeltend, - daß wir nicht an eine neue Front denken dürfen be- ' vor nicht die Lage in Nordafrika geklart ist. Trotz x vieler Gefahren, die mit der Errichtung einer zwei-

Am 16. Juli feiert der emerit. Ordinarius Zoologie an her Universität Berlin, Prvf. Dr. Ri­chard Hesse, fein Goldenes Doktorjubiläum. Prof. Hesse, der 1868 in Nordhausen geboren wurde, pro­movierte nach einem Studium in Greifswald und Tübingen 1892 in Halle mit der Arbeit:Nerven­system der Ascaris", wurde bann Professor in Bonn und 1926 in Berlin, wo er bis zu seiner Emeritie­rung 1935 lehrte. In sechs Auflagen erschien sein BuchAbstammungslehre und Darwinismus".

L i s s a b o n , 14. Juli. (Europapreß.) Im Vorder­grund der englischen Presse stehen am Montag, rote sichNews Chronicle" ausdrückt,b i e erschüt­ternden Meldungen von der Ostfront . Unter dem Eindruck her militärischen Lage m ber Sowjetunion fordern die Blätter dringend Hilfe für den sowjetischen Alliierten, wenn nicht anders mög­lich, so durch die sofortige Eröffnung einer zweiten Front in Europa, wenn auch keine Zeitung zu sagen vermag, wie unh wo diese zweite Front mit einiger Aussicht auf Erfolg errichtet werden könnte. So schreibtNews Chro­nicle":Die deutschen Erfolge sind geradezu erstaun- lich. Die Widerstandskraft der Sowjets ift im Wei­chen, und das, was vor einer Woche nur Anzeichen des deutschen Vormarsches waren, ist jetzt in die Tat umgesetzt worden. Schritt für Schritt geht ber deut­sche Vormarsch weiter. Unter diesen Umständen wäre es geradezu befremdend, wenn die Sowjetunion nicht nach ihren englischen und nordamerikanischen Freunden blickte, um sie an die E r f ü 11 u n g b e s Abkommens über die Errichtung einer zweiten Front zu erinnern, das bei her Anwesenheit M o -- l o t o w s in London und Washington getroffen worden ist. Ans militärischen und anderen Gründen dürfen wir diese Herausforderung nicht länger er­tragen. Unter großen Risiken und schweren Opfern haben wir bis zum 2leußersten unserer Möglichkeiten Kriegsmaterial nach ber Sowjetunion ge­sandt. Dies wird von den Sowjets anerkannt, eben­so wie sie Bescheid wissen dürften über die Vorrang­stellung, die Aegypten durch die unerwartet schwere Niederlage auf diesem Kriegsschauplatz em- nehmen muß. Aber auch die Niederlagen in Aegyp-

Folgen einer neuerlichen Niederlage an hie tiefein- schnittenen Werke hinter mächtigen Verdrahtungen und einem breiten Minengürtel, der die Alamein- Stellung zu einem ber größten Festungswerke an der nordafnikanischen Küste macht.

Immer wieder schicken die Engländer, denen Ne> 1 feelänber und Inder zur Seite stehen, ihre Pau"- vor. In wenigen Tagen oerfieren sie 35 Panzer ml- teilweise in unsere Stellungen eindrecyend, oor; ber Artillerie in direktem Beschuß zusammengehauen werden müssen. Wo eine Bresche geschlagen ist, wer­fen sich selbst leichtgepanzerte Aufklärnngskräfte hin­ein und schließen totbereit die ßüde. Die Front hielt trotz eines Trommelfeuers von Granaten, das sich, von To zu Tag steigernd, unter einem unge­heuren Munittonsaufwand gegen die in tiefen Deckungslöchern liegenden Soldaten unserer Divisio­nen warf. Auf eine schmale Angviffsstelle wurden in einem kurzen Zeitraum 3600 Granaten verschos­sen, aber als die Neuseeländer angriffen, wurden sie mit blutigen Köpfen zurückgeschlagen und ver­loren nahezu 1000 Gefangene. Tiefflieger und Bom­ber werden an manchen Tagen fast pausenlos auf die Linien der Achsenstreitkräfte angesetzt, die Nächte sind echellt von dem Licht ber Leuchtfallschirme, die tastend über der Wüste längs dem Vorfeld ber Alamein-Stellung schweben, um den nachkommen­den Bomberverbänden bas Ziel zu weisen. Auchin-

Aus dem Reich.

Oie aktive Offizierslaufbahn des Heeres

Die Meldung als Bewerber für die aktive Offi­zierslaufbahn des Heeres kann jederzeit erfolgen, sobald der Bewerbu' 16 Jahre ;:lt ist und sich in ber 5. bis 8. Klasse (Schuljahr 1942/43 höherer Lehr­anstalten bzw. den entsprechenden Klassen unter­stehender Schulen) befindet. Das Gesuch erfolgt bei dem nächsten Wehrbezirkskommando oder einer An­nahmestelle: Annahmestelle 12 Wiesbaden, Ber­tramstraße 35. Zur Bewerbung werden zugelas-

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ten und Studenten; Absolventen höherer Lehranstal- mit ber Stadt eng verbunden ist. Gregor Mendel, zu ten, deren Abschlußzeugnisse nur zum Hochschul- 'Heinzendors im ehemaligen Oesterreichisch-Schlesien