Die Dernichümgsfchlacht in Tiordburma
Aus -em Mich
DNB. . -13. Mai. (PK.) Der Angriff der Engländer auf Rostock und Warnemünde in der Nacht vom 8. zum 9. Mai endete, wie bereits bekanätgegeben, mit der Vernichtung von 19 Britenbombern. PZie es in dem Bericht des OKW. vom 9. Mai heißt, hat die F l a k a r t i l l e r i e an diesem Abwehrerfolg besonderen Anteil. Der Angriff der Engländer wurde aus allen Himmelsrichtungen vor- getragen. In Hoch- und Tiefangriffen versuchten sie die Flaksperre ZU durchbrechen. Eine' Wand von Eisen und Stahl schob sich von allen Seiten den Angreifenden entgegen. Bald nach Beginn des Kampfes kam der erste, Tommy brennend herunter und schlug dicht hinter unserer Stellung'mit donnerartigem Getöse auf, denn es war ihm keine Zeit geblieben, die Bomben im Notwurf zu werfen. Bald darauf konnten wir von unserer Stellung aus den Absturz weiterer drei Flugzeuge beobachten, die in die See fielen. Immer neue Wellen kommen heran und versuchen in den verschiedensten Gangarten durchzubrechen, aber von allen Flakbatterien schlägt ihnen ein wütendes Feuer entgegen. Die leichten Geschütze bekämpfen wirksam die tieffliegen- den Flugzeuge, während die schweren Batterien die höher angreifenden Wellen unter Feuer nehmen, viele schmeißen ihre Bomben im Notwurf und verschwinden. Der Gegner versucht, die starke Abwehr auszuschalten. Im Tiefstflug werden unsere Stellungen mit Brand-, Sprengbomben und Bordwaffen belegt. Aber unentwegt stehen die Männer an ihren Geschützen und Kommandogeräten. Mit eiserner Ruhe werden die Feuerbefehle ausgeführt, technische Schäden ohne Unterbrechung des Feuerkampfes beseitigt. Munitionsschlepper holen ohne Pause Munition herbei, während lints und rechts,
Strategische Men der Schlacht im Korallenmeer
Oer Lusttorpedo hat der Geekriegführung ein neues Gesicht gegeben.
Die Flakschlacht von Rostock
Von Kriegsberichter Hans Wampcr.
Ein Bezugsausweis für entrahmte Frischmilch.
Auf Grund eines Runderlasses des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft dürfen künftig Milchverteiler entrahmte Frischmilch a n Verbraucherin Gemeindenüber 10 000 Einwohner nur gegen Vorlage eines „Bezugsausweises für entrahmte Frischmilch" abgeben. Den Bezugsausweis erhalten alle Verbraucher über sechs Jahre, die nicht Selbstversorger der Gruppe A oder Selbstversorger mit Butter sind. Der Bezugsausweis gilt jeweils für sechs Zuteilungszeiträume, der erste von der 37. bis 42. Zuteilungsperiode. Der Milchverteilcr darf entrahmte Frischmilch nur an jene Verbraucher abgeben, die im Besitze eines Bezugsausweises sind, der den Namen des Verbrauchers und des Milchverteilers tragt. Der Milchverteiler hat dos von der Lieferstelle gelieferte Grundkontingent entrahmter
Ein neuer Aufruf I Subhas Chandra Boses. i
Berlin, 13. Mai. (DNB.) Der indische Frei- , heitsführer Subhas Chandra Bose richtete i über einen ungenannten Sender an das indische * Volk eine Ansprache:
„Wenn sich einige meiner Landsleute von der britischen Propaganda derart verblenden lassen, daß sia Indiens wirklichen Feind vergessen und ständig 1 von einem japanischen, deutschen oder italienischen Angriff sprechen", so erklärte Bose, „so kann ich Euch nur versicheren, daß es der Wunsch dieser drei Mächte ist, Indien vollkommen frei und als Ge- , stalter seines eigenen Schicksals zu sehen. Diese Mächte sind entschlossen, den britischen Imperialismus zu bekämpfen und zu vernichten. Es ist daher die Aufgabe der Heranwachsenden Generation des indischen Volkes, in deren Hand die Zukunft des Volkes liegt, die'gegenwärtige internationale Krise in jeder Hinsicht auszunutzen, damit aus der Asche des britischen Weltreiches ein freies und geeintes Indien emporsteigen möge. Nur wenn der britische Imperialismus besiegt und ausgetilgt ist, wird Indien dos Joch der Sklaverei abschütteln können und seine Freiheit erlangen. Seit ich das letztemal zu Euch sprach, konntet Ihr sehen, wie die britische Regierung unter dem Vorwand, den japanischen Einfall abzuwehren, dem amerikanischen Ueberfall die Tür öffnete. Amerikanische Diplomaten, Gssschäftsleute und Streitkräfte überfluten jetzt Indien. Wenn wir üns nicht dieser Invasion erwehren, werden wir bald einer neuen Gefahr ins Auge sehen müssen. Die Nordamerikaner versuchen mit allen Mitteln, das britische Weltreich noch während des Krieges vollkommen unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Stunde für Indiens Befreiung hat geschlagen."
Oie UGA.-Gerichte verfolgen italienische Schiffsbesatzungen.
Rom, 13. Mai. (Europapreß.) Die gerichtliche Verfolgung italienischer Schiffsbesatzungen in den USA. unter dem Vorwand, daß sie i h r e S ch i f f e beschädigt und für den Feind unbrauchbar gemacht hätten, nimmt immer schärfere Formen an. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat die Zurückziehung der Anklage gegen den Kapitän Giuseppe Ferrara und drei weitere Besatzungsmitglieder des italienischen Dampfers „(tonte Biancamano" verweigert und die Anklage wegen Sabotage aufrechterhalten. Nach Verhör beim Obersten Gerichtshof in Washington, wo die vier Italiener ihre Treue zum Duce und ihren Glauben an den Sieg Italiens bekundet haben, werden sie jetzt zur Aburteilung nach Cristobal, dem Ort, an dem der Dampfer vor etwa einem halben Jahr beschädigt und von den amerikanischen Behörden beschlagnahmt wurde, zurückgebracht werden.
Kleine politische Nachrichten.
Bei der ersten Haussammlung des Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz wurde ein vorläufiges Ergebnis von 42 560 664,45 RM. erzielt. Die gleiche Sammlung des vorjährigen Kriegshilfswerkes hatte ein Ergebnis von 35 638 634,99 RM. Die Zunahme beträgt somit 6 922 029,46 RM., das find 19,42 v. H.
Der irakische Ministerpräsident Raschid Ali al G a i l a n i und der Großmufti von Palästina, Amin al Husseini, sind in Begleitung mehrerer Mitglieder ihres Stabes in Berlin eingetroffen, wo sie von Angehörigen des Auswärtigen Amtes, der italienischen Botschaft und der arabischen Stolonie in Berlin empfangen wurden.
Verhandlungen mit der dänischen Negierung über die Mitarbeit am wirtschaftlichen Aufbau der besetzten Ostgebiete haben während des Aufenthalts des dänischen Verkehrsministers Punnar Larsen in Berlin zu weiteren Besprechungen geführt. Auf Einladung des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete hat Minister Larsen eine mehrtägige Informationsreise durch das Reichskommissariat Ostland unternommen, um sich über die Heranziehung dänischer Jndustriefirmen und Fachleute zu informieren.
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Dom 24. bis 26. Mai wird in Rom eine vom Kriegsministerium organisierte Tagung für Kriegschirurgie stattfinden, an der sich Abordnungen aus Deutschland, Ungarn, Kroatien, Bulgarien, Rumänien und Albanien beteiligen werden. Mit dem Kongreß wird eine Schau des Militärsanitäts« wesens verbunden sein.
Rückschlag bei der malaiischen Halbinsel mit dem Mangel an Flugzeugunterstützung. Jetzt aber, wo ihre Streitkräfte von Flugzeugträgern geschützt waren, hätten sie einen vernichtenden Schlag erhalten, der keinerlei Entschuldigungen mehr zulasse. Die Versenkung zweier Flugzeugträger stelle einen großen Erfolg vom Standpunkt der Luftverteidigung des japanischen Mutterlandes aus gesehen dar.
„Japan Timer and Advertiser" sagt, daß die Vereinigten Staaten durch die Seeschlacht in der Korallensee auf den dritten Platz als Seemacht zurückgesetzt wurden, da sie jetzt nur noch ein halbes Dutzend kampfkräftiger Schlachtschiffe besitzen, die kaum genügen, um ihre eigenen langen Küstenlinien zu schützen. Die Schlacht im Korallen-Meer war eine verzweifelte Aktion der Feinde Japans, um ihre verlorenen Stützpunkte im Pazifik wieder zurückzugewinnen. Wiederum hat es sich aber ergeben, daß die kombinierte Flotte der Vereinigten Staaten, Englands und Australiens kein würdiger Gegner ist für die traditionelle Taktik der japanischen Flotte, den Gegner aufzusuchen, zu bekämpfen und zu schlagen. Als Folge der Niederlagen in Pearl Harbour, in der Schlacht in der Java-See und jetzt in der Schlacht im Korallen-Meer ist jede Möglichkeit größerer Seegefechte im Pazifik zwischen Japan und den Vereinigten Staaten a u s geschaltet. Die Hauptflotte der amerikanischen Marine ruht auf dem Boden des Pazifik, es ist zweifelhaft, ob die Vereinigten Staaten imstande sind, noch eine zweite Flotte in den Pazifik zu entsenden.
vor und hinter uns Spreng- und Brandbomben fallen.
Für kurze Augenblicke ist das Gelände taghell erleuchtet, der Feuerschein der Brandbomben spiegelt sich in den Fenstern der Häuser wider. Plötzlich links von der Befehlsstelle ein mächtiger Krach: Man sieht eine gewaltige Erdfontäne, Steinbrocken wirbeln durch die Luft, dann für einen Augenblick Ruhe. Eine Sprengbombe ist in unmittelbarer Nähe eines Geschützes niedergegangen. Die Bedienungsmannschaft wurde durch den Luftdruck durch- die Luft geworfen und fand sich hinter einem Draht- zaun wieder. Der Kampf an den übrigen Geschützen ging weiter. Plötzlich erneuter Ruf der Flugmelder: Tiefangriff von rechts! Der Melder mißt dann ungeachtet des Bordwaffenfeuers mit gleichbleibender Ruhe weiter, auch die Männer am Feuerleitgerät behalten eiserne Nerven. Vor dem Leitstand fallen nun Brandbomben. Taghelle Erleuchtung. Erneuter Tjefflug des Feindes. Der Batterieche springt an das Fliegermaschinengewehr und übernimmt den Schutz feiner Männer am Leitstand.
Zwei Stunden dauerte die mit allen Härten geführte Flakschlacht von Rostock und Warnemünde. 19 Britenbomber wurden abgeschossen. Alle sechs Minuten ein Britenbomber! Ein Drittel der Angreifer kehrte nicht mehr heim. Hierin sind nicht die eingerechnet, die infolge schwerer Treffer den Heimflug vorzeitig abbrechen mußten. So ist die Flakschlacht von Rostock-Warnemünde ein empfindlicher Material- und Menschenverlust für die Gegner. Tapfere Flakartilleristen fielen für den Schutz der Heimat. Wenige Stünden später standen die Batterien wieder einsatzbereit auf der Wacht. Die Flak hat sich das Vertrauen der Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes erkämpft!
davon versprengte feindliche Hausen sowie englische Zivilisten nach Indien flüchten können. Wie Exchange Telegraph aus Kalkutta berichtet, ist der Hauptteil der Armee unter dem Kommando von General Alexander knapp vor der indischen Grenze angelangt. Die ersten Vorhuten hätten den Manipur-Paß erreicht. An der Grenze von Assam hätten indische Truppen Auffangstellungen bezogen, um die völlig abgekämpften britischen Truppen abzulösen. Die Verbände General Alexanders hätten fast fünf Monate lang im Kampf mit dem Dschungel und den Japanern gestanden und fast 1500 Kilometer kämpfend und schrittweise zu- rückweichend zurückgelegt. Sie hätten kaum irgendwelchen Luftschutz gehabt. Ihre leichte Tankbrigade habe nur aus amerikanischen 12-Tonnen-Kampf- roagen bestanden. Die Verluste seien sehr schwer gewesen. Man schätze, daß etwa die Hälfte gefallen ist. General Wavell befinde sich bei der burmesischen Ostarmee. Der Manipur-Paß führt durch die Yukalo-Täler, die malariaverseucht sind. Die Truppen Alexanders hätten deshalb noch viele Gefahren zu überwinden, bevor sie in Sicherheit feien. Sie seien durch die schmalen Pfade, auf denen die Fuhrwerke im Schlamm steckenbleiben, sehr behindert. Die Soldaten müßten sie durch den Dschungel schieben, und zwar müsse dies schneller gehen als der Vormarsch der Japaner, die in dem Felsental auf Kalewa nachstießen. Die Japaner, die in dem Gelände wie zu Hause seien, bewegten sich rasch in kleineren Einheiten auf den Dschungelpfaden vorwärts und suchten die Wege hinter den Briten zu blockieren. Da sie die Kontrolle über den Chindwin und den Jrawadi besitzen, könnten sie auf diesen Flüssen rasch Reserven heranbringen.
Tokio, 13. Mai. (Europapr.) Die Umfassungsbewegung des japanischen O st f l ü g e l s im Norden von Burma macht rasche Fortschritte. Die noch in den Shan-Staaten kämpfenden chinesischen Truppen find von allen Rückzugsmöglichkeiten in die Provinz Pünnan abgeschnitten. Die japanische Ueberflügelungsbewegung über Lashio hinaus erreichte, nach Osten vorstoßend, also gewissermaßen mit umgekehrter Front, den Oberlauf des Salween- Flusses und sperrte damit den letzten Heimweg der erschöpften, größtenteils demoralisierten Divisionen der 5. und 6. Armee Tschiangkaischeks, welche noch südlich von Lashio im Salween-Tal stecken. _
In dem ganzen weiten Gelände zwischen ^val- ween und Jrawadi, sowie darüber hinaus bis an den Chindwin, einem Nebenfluß des Jrawadi, bildeten sich innerhalb des großen Kessels kleine Umzingelungen, in welchen chinesische Divisionen oder kleinere Abteilungen eine nach der anderen unerbittlich der Vernichtung entgegengehen. Wo es einzelnen chinesischen Abteilungen gelang, nördlich in Richtung nach der chinesischen Grenze zu entweichen, sind die Straßen verstopft von Panzerwagen, Geschützen und Kraftwagen, welche auf der eiligen Flucht zurückgelassen werden mußten. Aehnlich sieht es im äußersten Nordwesten des Landes aus, mo Teile der Chinesen, welche die Burmagrenze decken sollten, jetzt in westlicher Richtung auf Assam zu zu entfliehen suchen.
Auch die englisch-indischen Truppen, welche im wöstlichen Abschnitt von den Japanern geschlagen werden, versuchen nach Assarn zu entkommen. Es gelang indessen, den schnellen japanischen Verbänden, über den Chindwin b i s n ach Ka'lewa vorzustoßen, so daß nur noch nördlich
Tokio, 13. Mai. (DNB.) Die Tokioter Presse betont, das britische Schlachtschiff der „Warfpit e"-Klasse fei bei den heftigen Angriffen der japanischen Marineluftwaffe so schwer getroffen worden, daß es nach zuverlässigen Informationen bald darauf sank. Admiral Sankichi Takahashi erklärt im „Tokio Asahi Schimbun", die Auswirkungen des Angriffes der japanischen Luftwaffe auf die gegnerischen Marineverbände müßten als überraschend bezeichnet werden. Noch mehr als bei der Versenkung der „Repulse" und „Prince of Wales" habe sich gezeigt, welch ungeheure Schlagkraft die japanische Marineluftwaffe besitze. Seit Ausbruch des Chinakonfliktes haste die japanische Luftwaffe dem Lurttorpedo ihr besonderes Interesse zuaewandt und diese Waffe immer weiter entwickelt. Wenn daher der Tenno der japanischen Marine-Luftwaffe höchste Worte der Anerkennung für ihren Einsatz in der Schlacht im Korallenmeer ausgesprochen habe, so müsse man in diesem Augenblick auch derjenigen gedenken, die in jahrelangen Versuchen und durch härteste Uebungen gerade diese Torpedowaffe zu einem solchen entscheidenden Instrument der japanischen Wehrmacht hätten werden lassen. Die Seekriegführung habe durch diese Waffe ein neues Gesicht erhalten. Die jetzt von der japanischen Maripeluftwaffe errungenen Erfolge hätten endgültig bewiesen, daß die anglo-amerikanischen Großkampsschiffe den Japanern in keiner Weise wirksamen Widerstand, entgegensetzen könnten. Takahaschi erinnerte daran, daß England und Amerika das Debakel von Pearl Harbour mit dem „Überraschungsmoment" entschuldigten und den
Frischmilch gleichmäßig an diese Verbraucher zu verteilen. Aus diesem Grunde berechtigt der Bezügsaus- weis nicht zum Bezüge einer jeweils gleichbleibenden Menge entrahmter Frischmilch. Die Abgabemenge ist vielmehr abhängig von der dem Milchverteiler unter Zugrundelegung der eingereichten Bestellscheine gelieferten gesamten Menge. Die Verbraucher-tonnen innerhalb der Geltungsdauer des Bezugsausweises (sechs Zuteilungsperioden) ' zweimal den Milchverteiler wechseln. Auf Wunsch des Verbrauchers kann an Stelle von entrahmter Frischmilch, soweit verfügbar, kondensierte entrahmte Frischmilch abgegeben werden. Ohne Vorlage eines Bezugsausweises darf kondensierte entrahmte Milch nicht abgegeben werden. Soweit entrahmte Frischmilch vorübergehend nicht in genügenden Mengen zur Verfügung steht, müssen sich die Inhaber des Bezugsausweises auf den Bezug von Buttermilch, Joghurt, Kefir oder anderen Sauermilchsorten verweisen lassen. In diesen, Fällen dürfen, die genann
ten Sauermllchsorten zunächst nur an die ^rchaber des Bezugsausweises abgegeben werden. Auch pie großen Verbraucher und Verarbeitungsbetriebe büren entrahmte Frischmilch nur auf Grund von Bezugscheinen beziehen. Der Erlaß tritt am 1. Juni in Kraft.
Reichsarbeitstagung für Hauptschulfragen.
Nach der Einführung der Pflichthauptschule im ge- amten Reichsgebiet sind die gesetzgeberischen Maßnahmen soweit gediehen, daß sich eine Arbeitstagung der (Saureferenten für Hauptschulen in der Reichschule des NSLB. in Danndorf bei Bayreuth mit verschiedenen Einzelfragen auseinandersetzen konnte. Reichsreferent Dr. K u r z m a n n schilderte die Entwicklung der Pflichthauptschule als mittlerer Schule des Reiches. Die ausgesprochen lebenspraktisch ausgerichtete, schulgeldfreie Pflichthauptschule für die besonders Geeigneten wird die mittleren und gehobenen Leistungsschichten formen und den Grundstock des mittleren politischen Führerkorps in Partei und Staat erstellen helfen. Das Durchstoßen von der Schulpflicht zur Bildungspflicht fordert neue Wege in der Schülerbeurteilung.Aus diesem Grunde wurde der künftige Jugendbogen besprochen und das künf- tige Raumprogramm der Hauptschule, die Entwürfe zu einer Reichsordnung für die Hauptschullehrer- Prüfung sowie die besoldungsrechtlichen Verhältnisse der Hauptschullehrerschaft erörtert. Oberregierungsrat Keil, Referent für Hauptschulfragen im Reichserziehungsministerium, betonte, daß der Staat den gesetzlichen Rahmen für Einrichtung und Aufbau der Hauptschulen geschaffen habe und daß es Aufgabe der Lehrerschaft sei, diese Förm mit Inhalt und Leben zu erfüllen.
Gportappell der Betriebe.
An dem Sportappell der Betriebe haben sich 1941 3,7 Millionen Schaffende beteiligt. Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley hat nun zum > Sportappell der Betriebe 1942 folgenden Aufruf. erlassen: Das Rückgrat der kämpfenden Front ist und bleibt die schaffende Heimat. Sie leistungsstark, gesund und lebensbejahend zu erhalten, ist um ihrer selbst willen ebenso unerläßlich, wie es Pflicht gegenüber unseren im Heldenkampf stehenden Soldaten ist. Der Vorjahreserfolg der größten sportlichen Leiftungsprüfung der Schaffenden, des Sportappells der Betriebe, hat mit seltener Eindringlichkeit aufgezeigt, daß der deutsche Mensch in den Betrieben den hohen sittlichen und gesundheitlichen Wert einer regelmäßigen Leibeserziehung erkannt hat. Ich erwarte deshalb von allen Betriebsführern und Gefolgschaftsmitgliedern, daß sie beim Sportappell der Betriebe 1942 dieses Bekenntnis zu Gesundheit und Leistungskraft wiederholen und noch großartiger gestalten.
Kunst und Wissenschaft.
Professor Bernhard Pankok 70 Jahre alt.
Am 16. Mai tritt der Begründer und Direktor der Stuttgarter Kunstgewerbeschule, Professor Bernhard P a n k o k, in die Reihe der Siebzigjährigen. Schon als junger Mensch machte sich der arme Schreinersohn aus Münster einen Namen, als er von München aus mit Bruno Paul und Peter Behrens das moderne Kunsthandwerk ins Leben rief. So wurde aus dem bereits erfolgreich gewesenen Maler und Graphiker ein bahnbrechend er Kunstgewerbler und Architekt. 1902 gründete Pankok in Stuttgart die erste staatliche Kunstgewerbeschule auf neuzeitlicher Grundlage. Mehrere bedeutende Bauten Stuttgarts sind sein Werk. Von seinen Bildern hängt ein 1898 gemaltes Selbstporträt in der Berliner Nationalgalerie: auch in Landschaften und Stilleben hat er Treffliches geleistet. Für die Berliner Staatstheater und andere Bühnen hat er zahlreiche Bühnenent
würfe geschaffen. Ihren Aufstieg als Kunststadt hat Württembergs Hauptstadt vor allem Bernhard Pankok zu danken. Die Technische Hochschule Stuttgart ehrte Pankok, der als Kunsterzieher und Geschmacksbildner vorbildlich wirkte, durch Verleihung des Dr.-JnA e. h.
Eine Jubiläumsausstellung für Richard Hoelscher.
In den Räumen der Städtischen Kunstausstellung in Darmstadt wurde eine Jubiläumschau für den 75jährigen Maler Professor Richard Hoelscher eröffnet. Er hat viele Kunstepochen durchlebt: es ist also natürlich, daß dieses und jenes Werk von berg Stilwillen der wechselnden Jahresläufe feine Prägung erhielt. Aber eines ist fein Leben hindurch ein-, heitlich geblieben: die in sich ruhenden Gesichter hessischer Bauern, Felder und Bäume feiner Heimat. Ihm war immer das Antlitz des Menschen das Wichtigste, wie er auch das Antlitz der Landschaft ohne Schönfärberei wiedergab. Man sieht bäuerliche Familien in engen Stuben, in die Stille fällt vom schmalen Fenster herein nur ein wenig Licht. Das ist die Welt Hoelschers, der er treiigeblieben ist., Wenn man bas Selbstbildnis des Malers betrachtet, das den Betrachter streng und ernst ansieht, bann spürt man,, daß zur ungebrochenen Leistung auch der ungebrochene Mensch gehört. Ludwig Beil.
Flensburger TNufikwoche.
Die vorwiegend dem zeitgenössischen Schaffen gewidmete Flensburger Musikwoche brachte Fritz B ü ch t ge r s Gesänge „Von Tod und Leben", eine herbe, karge hymnische Musik, Hugo Distlers „Lied am' Herd", sprudelnd von musikantischem Humor, und die prachtvoll instrumentierte Suite antiker Arien und Kanzonen von Erich Anders. Neben einem Konzert der HJ.-Spielschar und einem Volksmusikabend interessierte besonders die Vorführung des Trautoniums durch Oskar Sala, abschließend mit Harald Genzmers phantasievollem Konzert, während ein Liederabend von Heinz Marten und ein Abend des Wendling-Quartetts als musikalische Höhepunkte gelten durften. Verinnerlichende Zusammenfassung war das Schlußkonzert, in dem der Lübecker Marienorganist Walter Kraft sich mit einer in eine Toccata eingebauten Doppelfuge und an Hugo Distlers Choralpartita „Nun komm der Heiden Heiland" als überragender Orgelspieler erwies. Die vereinigten Flensburger Chöre musizierten klangschön mit dem Grenzlandorchester Otto Miehlers „missa brevis“ unter Leitung des Komponisten, eine im besten Sinne kultische Musik.
Heinrich Eaelhoff.
Eine Landwirtschaftliche Fakultät tin der Universität Rostock.
Das Reichserziehungsministerium hat seine'grundsätzliche Zustimmung zur Errichtung einer Landwirtschaftlichen Fakultät an der Universität Rostock gegeben. Damit wird den bisher bestehenden vier Fakultäten eine weitere besondere Fakultät angegliedert.
Eine Oper von Haydn als Puppensplel.
Die Nationalen Puppenspiele in Budapest bringen demnächst Haydns Oper „Der Apotheker" zu einer Aufführung, in der die Personen der Handlung durch Marionetten bargestellt und von ÄernjangerA gesungen werden»
tischen Armeen, sei sehr stark gewesen, und die individuellen Leistungen der deutschen Verbände müßten heroorgehoben werden. Die Bekämpfung der deutschen Igelstellungen habe einen höheren Munitionsverbrauch erfordert, als erwartet wurde, und habe den sowjetischen Nachschub beträchtlich erschwert. Die Mannschaftsverluste entsprachen der Schwere dieser Kämpfe, und man beschloß im Hauptquartier Sukow wie auch im Hauptquartier Timoschenko die Richtlinien des Verteidigungsrates für die ökonomische Kriegführung stärker zu beachten. Stalin selbst habe /ausgeführt, daß zweifellos einige ernste Schwächen auf sowjetischer Seite darin lägen, daß die Truppen sich ost unnütz aufopfern, indem sie hartnäckige Angriffsoperationen fortfüh- ren, ohne die eigenen technischen Kampfmittel genügend auszunutzen oder nicht „beweglich genug seien", um sich der deutschen Verteidigungsaktion anzupassen. Es sei nickt so sehr entscheidend, ob die eine oder andere deutsche Stellung genommen worden sei, sondern unter welchen eigenen Kosten, die Truppenkommandos müßten in diesem Sinne technisch umgeschult werden.
Es wirkt wie eine Ironie des Schicksals, daß gerade das britische Nachrichtenbüro, das in der winterlichen Lügen- und Jllusionskampagne stets an der Spitze lag, heute gezwungen ist, sich mit der Wiedergabe dieser trüben sowjetischen Betrachtungen selbst als Lügner bloßzustellen. Der bolschewistische Nachrichtendienst hatte zugeben müssen, daß die Deutschen dort, im Süden, wo der Schlamm trocknet, die Initiative ergriffen hätten. Während die feindliche Propaganda noch davon faselte, die bolschewistische Dampfwalze werde über Deutschland und Europa Hinwegrollen, in diesem Jahre würden die Giftblüten der Plutokrcttien Früchte ansetzen, lyat schon der erste größere Offensivstoß dieses Frühlings sofort wieder erhebliche Erfolge gebracht und 'die Ueberlegenheit der deutschen Führung, die überragenden Leistungen der deutschen und verbündeten Truppen, die Güte ihres Kriegsmarerials und.das Zusammenwirken aller Waffen bewiesen. So ist die Durchbruchsschlacht von Kertsch ein glückverheißender Auftakt zu weiteren Siegen.


