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(Nachdruck verboten.)

31. Fortsetzung.

Briefe in Bareiros Hand

Roman von Anna Elisabet Weirauch

Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.

bazillen fand.

Die Marburger Universität schuf nun für die gei­steswissenschaftlichen Disziplinen denBrüder- Grimm-Preis", der für besondere Leistungen auf dem Gebiete der V o l k s t u m s f o r s ch u n g alle zwei Jahre in Höhe von 5000 RM. verliehen wird. Der Staatssekretär im Reichsarbeitsministe­rium Dr. jur. Hans Engel wurde für seine Ver­dienste um die Marburger Blindenstudienanstalt jum Ehrensenator ernannt,

Ehrensenator der Technischen Hochschule Darmstadt.

Die Technische Hochschule Darmstadt verlieh die IBürbe eines Ehrensenators dem Generaldirektor Dipl.-Jng. Zschintz sch (Berlin) anläßlich des 50jährigen Jubiläums des Reichsverbandes der Elektrizitätsversorgung in Anerkennung seiner Ver­dienste um den Ausbau der .Netze und Tarife und in Würdigung des Interesses, das er der Nachwuchs­förderung entgegenbringt.__

'.Dr. eichg- niers, Über­

leistung beigetragen.

Wesentliche Erleichterungen durch das neue Wutterschuhgeseh.

Bei- Soldatenfamilien ist die Betreuung der

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In Anwesenheit des Bevollmächtigten des Deut­schen Reiches, Gesandten Dr. von Renthe- Fink, und des Befehlshabers der deutschen Trup­pen in Dänemark führte Gauhauptamtsleiter Schmidt-Decker den früheren Landesgruppen­leiter der AO. in Uruguay, Julius Dalldorf, als Landesgruppenleiter der Auslandsorganisation der NSDAP, in Dänemark ein.

*

Be- Ar-

gang der werktätigen Frau werden ihr so viel als möglich Steine aus dem Weg geräumt. Sie wird in den Geschäften bevorzugt bedient, erhält bei mancher Arbeit Lebensmittelzulage oder zumindest Milchzulage, und bei eintretenden Schwangerschaf­ten ist sie durch das neue Deutsche Mutterschutzgesetz vor jeglichen Nachteilen pekuniärer Art geschützt.

Schönheit der Arbeit" in Werk- und Aufenthaltsräumen.

Die Gesunderhaltung der deutschen Frau und Mutter ist besonders wichtig. Dazu gehört, daß für ihre Freizeit und genügende Erholung gesorgt ist. Wird ein besonderer Urlaub außer des offiziellen benötigt, so ist dieser durch Aushilfe oder auch Studenteneinsatz gewährleistet. Für _ die täglichen Erholungsstunden gibt es in den meisten Rüstungs­betrieben einen Garten mit bunten Blumenrabat­ten und schattigen Bänken. In dem Betrieb, den wir besuchten, war für alles gesorgt. Für Regen­tage und Mahlzeiten steht ein großer Speiseraum, wo durch große Fenster das Licht hereinflutet, zur Verfügung. Der nebenan liegenden Küche und noch einer besonderen Werkskantine sieht man an, daß es hier täglich gutes, warmes Essen gibt, das in Riesentöpfen zubereitet und in Porzellan serviert wird. Auch die sanitären Einrichtungen, Wasch- und Duschräume sind vorbildlich sauber und gut ausgestattet. Dabei fehlt keineswegs die Sanitäts­station, die ebenfalls von einer Frau, einer ausge­bildeten Sanitäterin, für kleine Betriebsunfälle und erste Hilfeleistungen, betreut wird. Bürohilfsarbei­terinnen können sich in freien Abendstunden durch Kurse in Stenographie uTtb Schreibmaschine, die von der Firma unentgeltlich eingerichtet sind, weiter- bikden.

Frauenarbeit die starke Hilfe unseres Heeres!

So neigen sich tagaus, tagein blonde, braune und schwarze Frauenköpfe über ihre Arbeit, sei es im Büro, an Zeichentischen, im Labor, bei Prüfarbei- ten, hinter Maschinen und Werkbänken, der Zug­maschine, am Schleifstein, in der Werkzeugmacherei, hinter Drehbänken und im Lager. Mit ruhig siche- ren Griffen bewältigen sie ihre Arbeit, in nichts ungeschickter als die männlichen Kameraden, die sie vertreten. Mit viel Präzision und unbedingt sicherem Können, befriedigt lächelnd, wenn jeder kleinste Ar- beitsteil vollendet aus ihren Händen kommt, schaf­fen sie ihr Tagewerk, eine Armee von verläßlich arbeitenden Frauen, die trotz ihrer doppelten Pflich­ten als Hausfrau und Mutter es nicht scheuen, noch außerdem ihren Platz im'Beruf auszufüllen. Ziel- bewußt gehen die deutschen Frauen morgens zu ihrer Arbeit, befriedigt, daß sie produktiv in den allgemeinen Arbeitsgang eingereiht find und daß sie dazu beitragen dürfen, der deutschen Wirtschaft zu jener Höchstleistung der Produktion und Quali­tät zu verhelfen, die als stärkste Hilfskraft für unser Heer hinter ihm steht und zum endgültigen Siege beiträgt.

doch schon zu lang, um den Mörder in der Nähe zu suchen Hunderte von Menschen haben seitdem das Haus verlassen.

Ein guter Schuß kann auch ein Zufall sein. Es ist keine Gedankenverbindung, es ist nur ein flüch­tiges Bild, das vor dem Kriminalrat auftaucht. Ein Mann und eine Frau vor dem Schießstand eines Festes. Wundervolle Schützen beide! Er hätte ge­nau so gut in dem gleichen Zusammenhang an sich selbst denken können, auch er war ein guter Schütze.

Zunächst wurden bei Herrn Nottebohm die nötigen Auskünfte eingeholt. Der Ermordete war gemeldet, als der Kaufmann Fernando Bareiro aus Rosario, sein Paß war vorgelegt und in' Ordnung befunden, er wohnte seit mehreren Wochen im Hotel und war feiner Persönlichkeit nach fast allen Angestellten gut bekannt. Weniger wußte man über seine Verhält­nisse, seine Gepflogenheiten, seine Bekanntschaften. Er hatte einen durchaus wohlhabenden Eindruck gemacht, seine nicht unerheblichen Rechnungen be­zahlt. Manchmal mit einiger Verspätung, was aber wohl mehr aus Nachlässigkeit als auf Geldmangel zurückzuführen war, hatte großzügige Trinkgelder gegeben, und war immer auffallend gut gekleidet gewesen. In dem Safe des Hotels hatte er aller­dings nichts hinterlegt, aber eben deshalb war es nicht ausgeschlossen, daß er größere Summen bei sich trug oder auf seinem Zimmer verwahrte also war die Möglichkeit eines Raubmordes nicht von der Hand zu 'weisen.

Das Zimmermädchen Geesche Andersen war die erste gewesen, die das Zimmer betreten hatte. Sie hatte sich unterdessen von ihrem begreiflichen Schrecken so weit erholt, daß sie vernommen werden konnte.

Herr Bareiro so ein feiner Herr, ogottogott, und so ein freundlicher Herr! hatte an diesem Tage, so viel ihr bekannt war, sein Zimmer noch nicht verlassen. Sie hatte keinen Menschen das Zimmer betreten oder verlassen sehen, ebensowenig hatte sie einen Schuß gehört.

(Fortsetzung folgt.)

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Kunst und Wissenschaft

Der Lmil-von-Vehring-prei^.

tricbsfrauenmälterin und mit ihr der Deutschen beitsfront besonders am Platze. Alle ohne Mann oft schweriger zu lösenden Fragen der Kinder­erziehung, ihrer Berufswahl, auch finanzielle Schwierigkeiten finden Beantwortung und unter­stützende Leistung. Doch auch im täglichen Lebens-

hereilen, beginnt unbemerkt die ruhige sachliche Arbeit.

Manche der Gäste im ersten Stock müssen dem Zimmermädchen em paarmal öfter klingeln als sonst, und dann kommt statt der Blonden eine Dunkle das ist alles. Und der Geschäftsführer, Herr Nottebohm, ist im Augenblick verhindert wer ihn sprechen will, muß sich ein wenig ge­dulden.

Er steht sehr blaß und mit weichen Knien vor den Herren der Kriminalpolizei und stammelt: Nicht in die Zeitung, meine Herren! -Wenn es irgend möglich ist, bitte nicht in die Zeitung!"

Der Kommissar Lürsen lächelt ihn beruhigend an:Es> wird sich vermeiden lassen! Ich glaube kaum, daß wir die Beihilfe des großen Publikums nötig haben, es ist etwas anderes, wenn wir einen flüchtigen Verbrecher im Gängeviertel suchen müssen. Erst, müssen wir einmal das Nächstliegende feststellen nämlich, ob es nicht überhaupt ein Selbstmord ist!"

Diese Feststellung ist schnell genug getroffen. Der Revolver liegt sechs Schritte von dem Toten ent­fernt, und aus der gleichen Entfernung etwa ist auch der Schuß abgegeben worden. Also ist eine Selbsttötung ausgeschlossen.

Es wird gemessen, untersucht, photographiert, und zehn Minuten später, nach einem kürzen Anruf, erscheint Herr Kriminalrat Bauer persönlich auf dem Plan.«

Ebenso unauffällig und unbemerkt wie die an­deren Herren betritt er das Zimmer. Das erste, was er fast anerkennend sagt, als er sich aus seiner knienden und gebeugten Haltung aufnchtet, ist: Donnerwetter, ein wunderbar gezielter Schuß! Der Mann kann keine Sekunde mehr gelebt haben." Es ist nur Höflichkeit, wenn er hinzufügt:Meinen Sie nicht, Doktor?"

Der Arzt ist derselben Ansicht, Herzschuß. Er muß sofort tot gewesen sein. Und zwar ist der Tod vor etwa einer Stunde eingetreten höchstens vor anderthalb. So gering diese Zeitspanne ist, sie ift

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Für unsere Verwundeten.

Die NSG.Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkom­mandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem SonderreferatTruppenbetreuung" im Reichs­ministerium für Voltsaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: In einem Lazarett hielt Herr Kossak Ray- ienau einen Vortrag mit Lichtbildern überEng­lische Zwingburgen auf fremder Erde". Die Aus­führungen waren besonders interessant, weil her Redner einen großen Teil der besprochenen Plätze noch kurz vor dem Kriege selbst bereift hatte. Unter dem MottoRomantisches Wien" unterhiel­ten Georg Koller als Pianist und- Gudrun Gartz durch Lesung die Verwundeten eines Lazarettes. Anekdoten und heitere Erzählungen kamen zum Vortrag. Georg Koller spielte Musikstücke von Schütt, Schubert und L. van Beethoven. Ein gutes Kon­zert veranstalteten Konzertmeister Hermann Krauß (Violine), Erna Stoll (Alt), Herbert Krüger (Te­nor) und Maria Bergmann am Klavier. Die Vor­tragsfolge brachte Musikstücke von Schubert, Beet­hoven, Brahms, Wolf und Paganini. Im Auf- trage der Kreisbildstelle zeigte Lehrer Appelmann Filme aus her Vogelwelt. Die Bilder aus dem Leben der Zugvögel, ihren Nestbau usw. interessier­ten die Anwesenden sehr. Ein Sportfilm von der Olympiade war spannend. In einem Lazarett -hatte sich die Musikabteilung einer Wehrmachtstelle besonders zur Verfügung gestellt und trug zur Auf­heiterung der Verwundeten besonders bei. In al­len Lazaretten gaben Musik-Abteilungen hiesiger Wehrmachtteile Konzerte, die starken Beifall fan-

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Schritte bückt er sich, um ein Wäschestück aufzu- raffen, bers Geesches Weg bezeichnet, den Weg bis zu der halboffenen Tür von Nummer hundertsieben­undfünfzig.

Der Kellner Erwin schlüpft .durch den Spalt, schließt die Tür hinter sich und behält die Klinke in der Hand. Was hier auch geschehen ist ganz überzeugt ist er nicht von Geesches Zuverlässigkeit es ist nicht nötig, daß einer der Gäste neugierig hereinsieht.

Wahrhaftig! Das Mädchen scheint recht zu haben mit ihrem hysterischen Gekreisch: da liegt ein Mann lang ausgestreckt reglos. Erwin macht nicht einen Schritt weiter, er beugt sich nicht über den Toten zu helfen ist dem doch nicht mehr, das steht man auf den ersten Blick, und soviel weiß man auch, daß es dem Laien nicht geraten ist, sich mit solchen Dingen zu befassen, man verwischt nur die Spuren, oder fügt die eigenen hinzu.

Ein paar Sekunden steht er ganz still und starrt mit großen Augen, ein Gruseln läuft ihm über den Rücken das nicht einmal ganz unangenehm ist. Dann zieht er sich geräuschlos zurück, verschließt die Tür sehr sorgfältig, benutzt im Gefühl seiner Wich­tigkeit den Lift, der gerade nach unten führt, und sucht den Geschäftsführer auf, um ihm Mitteilung ^Wemge Minuten später ist die Polizei im Hause.

43.

Es ist eine sehr stille und unauffäUige Polizei, tein Aufgebot von uniformierten Schutzleuten, die klirrend aus den heranrasselnden Wagen springen; ein paar Herren in Zivil in einem Privatwagen, der eine mit einer Aktentasche, der andere mit einem Handköfserchen, der dritte mit emer Reise­schreibmaschine,, keiner von den Gästen schenkt ihnen mehr als einen flüchtigen Blick.

Und während der Betrieb ohne die geringste Stockung weitergeht, wahrend die Gäste ungehin­dert aber scharf beobachtet ein- und ausstromen, während die Tanzkapelle spielt, die Bestecke klap­pern, die Stimmen schwirren, die Kellner hin- und

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Frauen in Mmgsbeirieben unseres Gaues

Beste Betreuung durch die Deutsche Arbeitsfront.

Am 415. Jahrestag der Universitätsgründung wurde der Emil-von-Behring-Preis der Universität Marburg erstmalig verliehen an den Geh. Re­gierungsrat Prof. Dr. med. Dr. med. vet. h. c. Paul Uhlenhuth in Freiburg i. Br. für seine Ver­dienste um die Seuchenbekämpfung, Jmmunbiologie, Serumtherapie und Chemotherapie Als Mitarbeiter Löfflers hatte Uhlenhuth hervorragenden Anteil an dessen Arbeiten über Aetiologie, Wesen und Be­kämpfung der Maul- und Klauenseuche, die zur Ent­deckung eines wirksamen Schutz- und Heilserums führten. Er schuf bas Präzipitationsverfahren der Eiweißdifferenzierung,' das auf den Gebieten der Kriminalistik, der Lebensmittelhygiene und der De­monstration der Blutsverwandtschaft unter den Tie­ren umstürzende Ergebnisse hatte.

Ferner schuf er ein wirksames Serum gegen die Schweinepest. Von besonderer Bedeutung sind seine Arbeiten über Trypanosomen- und Spirochäten- Krankheiten. Mit der Auffindung des Atoxyls legte er den Grund zur Entwicklung desSalvarsans. Zu­sammen mit Fromme entdeckte er den Erreger der Gritschen Krankheit (der infektiösen Gelbsucht), wäh­rend er jm Antisormin-Verfahren eine in der Praxis bewährte Methode zur Aufdeckung ber Tuberkel-

mer wieber gerne verweilt.

Wie die deutsche Eiche und bie Tanne uns Sym­bol sind, so ist es auch die Linde. Was ließe sich darüber nicht alles sagen. Von jeher galt sie als unser Lieblingsbaum und stand überall in hoher Achung als Gerichts-, Fern-, Burg-, Dorf- und Friedhofslinde. An ihr wurden Feste abgehalten und Trauungen vollzogen. Nach dem Volksglauben halten sich Elfen, Kobolde, auch Schlangen (als Schatzhüter) gern unter ihr auf. Sie soll auch gegen Gewitter schützen und Krankheiten an sich ziehen.

Nur gute Geister sind es also, die unter »der Linde wohnen. Gute Geister sind es aber auch, die in ihren tausenden gelbgrünen Blüten zu Hause sind. Ihre Honigsüße kommt zuerst den Bienen sehr gelegen. Ein summendes Leben ist darum um die Linde in ber jetzigen Blütezeit, ein Leben, bas saugt und nippt und nicht mühe wird, bie süße Last heimzu- tragen, den Lindenblütenhonig, den Honig vom fein­sten Aroma. Und bann sammeln wir selbst die Lin­denblüten, um sie als Tee zu verwenden, aber auch als wohlriechenden ober heilkräftigen Zusatz zu Bade- und Mundwasser. In Märchen, Sage und Sang ist der Lindenbaum eingegangen. Walter von der Vogelweide griff also in die Leier:

Unter den Linden

"ri der Heide

1 unser zweier Bette gemacht, möcht ihr finden

e wir beide stückten im Grase der Blumenpracht.

Die Lindenblütenernte in vollem Gange

NSG. Die uralte Heilkraft der Lindenblüte hat von jeher die Sammlung dieser wertvollen Droge bedeutungsvoll werben lassen. Zu ihrer Bergung ist durch Reichsbefehl die HI. eingesetzt worden unb ausschließlich verantwortlich und zuständig, Dieser Sondereinsatz ist dadurch gerechtfertigt und not­wendig, weil die Blütezeit eine recht kurze ist, unb weil nur voll erschlossene Blüten ohne Fruchtansatz geerntet werben dürfen.

Die Ernte erfordert in mancherlei Hinsicht beson­dere Vorsichtsmaßnahmen. Es müssen alle Vorkeh­rungen getroffen werden, daß die Bäume nicht un­nötig durch Abreißen der Aeste beschädigt werden, unb daß nicht etwa durch unvorsichtiges Besteigen ber Bäume Unfälle geschehen.

Eine ganz vorbildliche unb diese Gesichtspunkte berücksichtigende Zusammenarbeit wurde in Nauheim zwischen HI., Schule unb Stabtverwaltung erzielt. Besonders für die Städte ist dieses Ver­fahren nachahmenswert. Die Stadtverwaltung ließ durch ihre fachkundigen Gärtner die Bäume be­schneiden, so daß eine ausreichende Menge an blü­henden Lindenzweigen erzielt wurde, ohne daß da­durch Storungen des Wachstums der Bäume, Be­schädigungen "ober auch Beeinträchtigung ber Bie­nen weide zu befürchten war. Die Jugend lud bie Zweige unter Aufsicht auf Handwagen, brachte sie in die Schulhofe, wo bann alle verfügbaren Kinder- hänbe die Blüten mit ben Hochblättern ab pflückt en und gleichzeitig auch die grünen Laubblätter ge­trennt und für sich abernteten.

Unterdessen ist die Sommerlinde schon größten­teils verblüht. Für die noch zu erwartende Ernte ber Winterlinde kann dieses außerordentlich erfolg­reiche Vorgehen nur zur Nachahmung empfohlen werden.

Kleine politische Nachrichten.

Aus Kairo wird gemeldet, daß Ministerpräsident Nahas Pascha in einer Geheimsitzung des ägypti­schen Parlaments erklärte, daß Aegypten nicht in den Krieg eintreten werde. König Faruk werde auch Aegypten nicht verlassen. Das Parlament stimmte ben Erklärungen des Ministerpräsidenten zu.

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Mit dem spanischen DampferCabo de Hornos" sind 115 deutsche Staatsangehörige aus Vene­zuela in Lissabon eingetroffen, wo sie vorn deut­schen Gesandten von Hoyningen-Hüne begrüßt wur­den.

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In Bayreuth nahm Gauleiter Wächtler bie Ein­weihung des Winifried-Wagner-Hauses in Gegen­wart von Frau Winifried Wagner, des Ober­befehlsleiters Hilgen feldt und des Reichsärzte­führers Conti vor. Das Haus soll der Mittel­punkt im Kampf gegen die Säuglingssterblichkeit werden. Es soll der Ausbildung von Aerzten- unb Schwestern und aller jener Kräfte bienen, bie HilfswerkMutter unb Kind" Mitarbeiten. .

Pfarrer i. R. Schulte 81 Jahre alt.

Am morgigen Dienstag, 14. Juli, begeht Pfarrer i. R. Oskar Schulte zu Großen-Linben seinen 81. Geburtstag. Geboren zu Düsseldorf, ist Pfarrer Schulte ein treuer Sohn unserer oberhes­sischen Heimat geworden. Nach Abschluß seiner Studien ifat er in ben Dienst ber hessischen evan­gelischen Landeskirche ein, wirkte von 1889 bis 1897 zu Engelrod, dann in Beuern, von 1906 ab in Großen-Linden, wo er auch nach seiner Ver­setzung in ben Ruhestand wohnen blieb. Er ist seit vielen Jahren außerordentlich eifriger und ver­ständnisvoller Forscher auf dem Gebiete ber ober- hessischen Volkskunbe. Große Verbienste hat er sich als langjähriger Vorsitzer der hessischen Vereinigung für Volkskunde erworben, deren Vorstandsmitglied er heute noch ist. Von seinen vielen Schriften seien hier nur genannt eine Sammlung oberhessischer Volkslieder, fernerM. Philipp Vigelius, Pfarrer zu Wetter und Großen-Linden", sowie bie Flur­namensammlung von Großen-Linden, endlich noch die noch ungebrudte Geschichte dieses Ortes. Na­mentlich mit ber Geschichte unb Volkskunbe des Hüttenberges hat sich Pfarrer Schulte eingehend beschäftigt, und er ist der beste Kenner dieses Ge­bietes geworden, wie er sich auch jetzt noch damit beschäftigt. Auch inHeimat und Bild" desGie­ßener Anzeigers" ist von ihm eine Reihe Aufsätze über den Hüttenberg erschienen. Dem Jubilar gel­ten auch unsere herzlichen Glückwünsche zu seinem Geburtstage.

Verbnnkelnngszeit:

13. Juli von 22.41 bis 4.45 Uhr.

Aus der Siadt Gießen.

Unter ber blühenden Linde.

Wenn die Linden blühen unb ihren süßen, be­täubenden Duft ausschicken, der würzig bie Alleen entlangweht, bann hat ber Tag seinen Zenith über­schritten unb muß mählich wieber seine Herrschaft mehr und mehr ber Nacht abtreten. In ben ersten Sommerwochen eben jetzt zieht uns ber be­rauschende Lindenduft in seinen Bann.

Unter der blühenden Linde ist nicht immer ein gottgesegnetes Plätzchen gewesen. In den Städten freilich sind es weniger Winterlinde oder Sommer­linde, die beiden bei uns heimischen Lindenarten, denen wir als Park- und Alleebäumen begegnen, sondern da pflanzen wir bevorzugt an bie Krim- linbe (wahrscheinlich ein Bastard ber südeuropäisch­kaukasischen Tilia rubra mit Tilia cordata; Tilia tömentosa ober argentea), die ungarische Silber- linde und bie Schwarzlinde.

Unsere Winterlinde, die bis 30 Meter hoch wird, kann ein Alter von 700 bis 1200 Jahren erreichen. Nun verstehen wir, warum mir in den Dörfern oft so mächtigen ßinbenbäumen begegnen, bie eine wuchtige, 'breit ausladende Krone tragen. Ist es nicht ein Idyll sondergleichen, am Marktplatz ober un­weit der Kirche einen solchen alten Baum anzutref­fen? Meist ist ein reizenbes Brünnlein in ber Nähe, sicherlich aber findet sich bei ber Dorflinde eine Ruhebank, ein Schatten Plätzchen, an dem man im-

NSG. Ueberall an kriegswichtigen Arbeitsstätten unb vor allem in ben Rüstungsbetrieben steht heute die beutsche Frau am Platze "bes Mannes und hilft mit voller Einsatzkraft unb freudigem Willen der deutschen Wirtschaft.

Bei einem Besuch in einem Rüstungsbetrieb des Gaues Hessen-Nassau wird es deutlich, wie sehr die Frauen ein gewichtiger Faktor der Industrie gemor ben sind, unb wie sie gerade in Betriebeu, die früher nur auf Männerarbeit eingestellt waren, absolut fähig sind, ihren Platz auszufüllen und als Groß­teil "ber Belegschaft oft bis zu breifeig Prozent an dem reibungslosen Ablauf ber Produktion mit­zuhelfen. Dabei wirb selbstverständlich die größte Rücksicht auf die physische Beschaffenheit der Frau genommen. Hier setzt die Betreuung bes Frauen- amtes ber Deutschen Arbeitsfront und ihrer Be- triebsfrauenmalterinnen ein. Es ist wichtig, baß der Arbeitsplatz gute Luft und Licht, möglichst Sonne hat, baß die Frau hinter den Maschinen sitzen kann und nicht stehen muß, daß ihr keine übermäßige Anstrengung zugemittet wird und sie genügend Zeit zur Erholung, Entspannung und für ihre häuslichen Pflichten findet.

Die Bekiebsfrauentvalferin kennt alle Nöte unb Sorgen.

Bei dem umfassenden Aufgabengebiet der Be­triebs f raue nm a I te rin ist es nötig, daß diese nicht nur Betreuerin, sondern vor allem auch Kameradin ist und mit frohem und starkem Charakter über alle Sorgen und Kümmernisse hinweghelfen kann. Sie besucht die Familien, setzt sich bei Krankheits­fällen mit ihren Mitarbeiterinnen aktiv ein, und mit genauer Kenntnis ber einzelnen Lebenslagen inner- und außerbetrieblich sorgt sie für das Wohl­ergehen der Frauen. Von werktätigen Frauen wer­den bie Kinder in erster Linie durch Kindergärten bie meisten Firmen haben eigene Werkskinber- gärten -t tagsüber in Pflege genommen, oder die Nachbarschaftshilfe setzt ein, auch bei notwendigen Einkäufen ober sonstigen häuslichen Belangen. Da­zu gehört auch der fogenannte Flickbeutel, in dem bie Flickwäsche gesammelt und zur nächsten Orts­gruppe gebracht wird, von wo aus sie wieder schrankfertig an ihre Eigentümerin zurückgeht. Damit wird ein großer Dienst erwiesen, außerdem haben wieder andere Frauen, die vielleicht gerade Freizeit haben ober noch nicht in den Arbeitsprozeß riyge- gliebert sind, in Heimarbeit das Ihrige an Hilfe-

Itriipps an Land zu setzen, um der finnischen Jnsel- 'besatzung Verstärkung und Munition zu bringen. jUnter Führung des Leutnants zur See D i ck h a u t und des Obersteuermannes M ö k e r griffen die deut­schen Seeleute in dem zerklüfteten Felsengelände *ber Insel die feindlichen Stellungen an, die gleich- heitig von See aus durch die deutschen Boote unter Artilleriefeuer genommen wurden. So wurde der Widerstand des Gegners gebrochen, bie Stoßtrupps nahmen 78 Mann, darunter vier Offiziere, gefan­gen. Kaum mar die Uebernahme der Gefangenen beendet, als bie deutschen Boote von Somjekschnell- booten angegriffen mürben. Es entspann sich ein heftiger Kampf, in dessen Verlauf mehrere Som- jetschnellboote stark beschädigt und zum Teil ver­nichtet wurden.

' Mit einem gellenden Aufschrei jagt Geesche An­dersen aus dem Zimmer unb über ben Gang, sie schreit, schreit, unabgerissen, einen ungeformten, burdjbringenben, markerschütternden Schrei.

Türen schlagen überall, Klingeln werden leben­dig ... ber Kellner Erwin stürzt aus seinem Zim­mer, er wirst bas Tablett mehr auf ben Boden, als daß er es hinstellt, geistesgegenwärtig preßt er Geesche bie Hand vor den Munb und schleppt sie gewaltsam in die Office.

Bist bu verrückt geworben?" herrscht er sie an, ,,mas brüllst bu denn so?"

Das Schreien reißt ab. Aber sie zittert am gan­zen Körper, ihre Augen sind vor Entsetzen geweitet, hre Zähne schlagen aufeinander.Hilfe! Hilfe. Mörder!" wimmert sie atemlos.

Was denn? Wo denn? Hat dich einer über lallen? Du dumme Gans, bann wollte er dich auch noch nicht umbringen!"

Nein, nein, nicht mich! Der Herr von hundert- siedenund fünfzig."

Hat ber bir was getan?"

Nein, er ist tot er ist ermorbet. Er ist ganz sicher ermorbet. O Gott, o Gott, o Gott."

Da bie Etagenfrau herzueilt, übergibt Erwin bas jammernde Mädchen ihrer Obhut unb tut, roas zunächst getan werden muß: Er läuft ben Gang entlang unb beruhigt bie Gäste, bie fragend unb I erregt aus ihren Türen getreten find.

Wir bitten vielmals um Entschuldigung, es ist nichts passiert, meine Herrschaften, gar nichts, eine unserer Angestellten hat einen epileptischen Anfall, ! wir werden Sorge tragen, baß sie sofort entfernt : wirb, es wirb nicht wieber vorkommen." Alle paar