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Die Wanderung am Sonntag.
nigsberg. Gegenüber der Oberförsterei Strupbach werden die Punkte verlassen; man geht geradeaus durch das hübsche Tal weiter und erreicht alsbald die Königsberger Landstraße, die an den Mühlen vorbei nach Bieber führt. Wanderzeit 4Vs Stunden.
Gießen—Seemühle—Gleibachtal—Waldhaus— Sauwasen—Schmelz—Friedeihausen.
Diese genußreiche Wanderung beginnen wir am Neustädter Tor. Wir gehen zunächst die Krofdorfcr Straße entlang bis zur Seemühle und benutzen von hier die gelbe Punktmarkierung, die uns an den Hängen des Wettenbergs her, nach Hefterschreiten der Krofdorf—Wihmarer Straße, nach dem Gleibachtal bringt. Das anmutige Tal aufwärts gehend, gelangen wir später auf die Landstraße und aus dieser am Forsthaus Waldhaus vorbei zur Kirchverser Straße. Die Zeichen führen bald darauf von der Straße ab durch den Wald und bringen uns zu dem überraschend schönen Ausblick oberhalb Kirchners über das Berstal bis zu den Hinterländer Bergen. Wir steigen nun abwärts, überschreiten den Sauwasen, einen tief eingeschnittenen Talgrund, in dem sich das Kirchverser Schwimmbad befindet, um auf der anderen Seite, einen Höhenrücken überschreitend, nach der idyllisch im Salzbödetal gelegenen Schmelz (Sommerwirt- schaft) zu gelangen, wo die Zeichen endigen. Das liebliche Tal abwärts gehend, erreichen wir, nachdem noch die Dörfer Salzböden und Lenhausen passiert sind, die Station Friedelhausen, von wo wir heimfahren. Dauer der Wanderung etwa fünf Stunden.
Bieber—Dünsberg—Todmal—Helfholz—Pieber.
Dom Bahnhof Bieber folgt man schwarzen Punkten, die an einem eingefallenen Bergwerk vorbei zum bewaldeten Dünsberg geleiten. In bequemem Aufstieg erreicht man die Höhe, erfreut sich an der prächtigen Rundschau von der Plattform des Turmes und folgt dann weißen Strichen, die durch ein idyllisches Seitentälchen in das Dünsbachtal führen. Man überschreitet das anmutige Tal und gelangt auf der anderen Seite in den Dalddistrikt Todmal.
Waldbrände vernichten wichtigste Rohstoffe, deswegen rauche nicht im Walde!
In langsamem Anstieg auf wenig begangenen Wegen erreicht man nach einiger Zeit eine reizend gelegene Jagdhütte an einer Waldwiese. Unvergleichlich schön ist von hier der Blick auf den Düns- berg, der sich von dieser Seite in seiner ganzen Größe und Schönheit mit dem sich anschließenden Jsselscheid dem entzückten Auge darbietet. Das Zeichen führt nun weiter, immer durch Wald, an einem groß angelegten Fuchsbau vorüber, zur Höhe des Helfholz, um dessen Gipfel sich ein Grasweg zieht, der wiederum überraschende Fernblicke bietet. Nach kurzer Zeit trifft man wieder die schwarze Punktmarkierung, die nach Hohensolms geht. Um nach Bieber zu gelangen, folgt man den schwarzen Punkten nach links und genießt unterwegs nochmals prächtige Blicke auf den Dünsberg und Kö-
Unsere DersorgungSlage.
Auf dem Getreidemarkt sind immer noch ansehnliche Mengen vor allem von Brontgetreiüe angeliefert worden. Die Versorgungslage in Mehl ist unverändert. Durch die Einstellung auf das Ab- lagern des Brotes ist jetzt größere Zufriedenheit über die Brotbeschaffenheit in den Verbraucherkreisen festzustellen.
Die Kartoffelversorgung war ausgeglichen und ermöglichte die Ausgabe der vorgesehenen Mengen. Durch neue Anordnung wurde ein weiterer Vorgriff bis in den Juli hinein gestattet. Die Zugänge von außerhalb waren befriedigend.
An Obst nehmen die Anfuhren von Erdbeeren und Kirschen ganz allmählich zu. Die Kirschen waren teilweise italienischer Herkunft. Der Gemüsemarkt hat zur Zeit fast nur Salat aufzuweisen, und auch diesen in beschränkter Menge. Es macht sich zur Zeit der Ausfall des sonst zu diesem Zeitpunkt vorhandene Frühkohls bemerkbar. Bei Spargel mußte die Notwendigkeit unserer Konservierung befriedigt werden. Es wird damit gerechnet, daß etwa in acht Tagen mehr Sommergemüse bereitsteht, insbesondere Erbsen.
In allen Diehgattungen war die Bedarfsdeckung für Wehrmacht und Zivilbevölkerung sichergestellt. Es erfolgten Umleitungen von Rindern, Schweinen und Kälbern. Außerdem wurden der Vorratswirtschaft Kälber, der Verarbeitung Kälber und Schweine zugewiesen. Die weiteren Voranmeldungen lassen einen Rückgang des Rinderdruckes beobachten. Bedeutend starker ist aber der Andrang von Kälbern. Bei Schweinen ist der Markt nahezu ausgeglichen. Die Qualitäten waren bei allen Tiergattungen mittel bis gut.
Die Bedarfsdeckung mit Milch und Milcherzeugnissen war sichergestellt. Die teilweise noch vorhandene Margarine gelangte' restlos zur Verteilung.
Die auf den 36. Dersorgungsabschnitt nachträglich aufgerufenen zwei sowie die auf den Abschnitt 37 aufgerusenen drei Eier gelangen augenblicklich zur Ausgabe.
** Kein unreifes Obft «ernten! Mehr denn je gilt angesichts der herannahenden Obstreife (Kirschen, Beeren) die Mahnung: Verhütet Verlust von wertvollem Dolksnahrungsgut! Erntet keine unreifen Früchte! Vorzeitiges Ernten von Obst beeinträchtigt nicht nur den Ertrag nach Menge und Güte, sondern führt u. U. auch zu Gesundheitsstörungen.
Aus der engeren Heimat.
Oer Laubacher „Ausschuß".
□ Laubach, 12. Juni. Was den Grünbergern ihr Gallusmarkt bedeutet, das ist für die Lau- bach er der „Ausschuß", ein echtes Volksfest, das seit vierhundert Jahren alljährlich Mitte Juni gefeiert wird. Es ist das Fest der Wehrhaftigkeit seit jenen Zeiten, als Laubach noch selbständige Reichsgrafschaft war und die Bürger zum Schutz der Heimat ihre Pflicht taten. Im Rahmen der alljährlich abgehaltenen militärischen Heftungen, in deren Mittelpunkt ein Preisschießen — daher der Name „Ausschuß" — stand, wurde dies Fest gefeiert, das den wehrhaften Bürgern Gelegenheit gab, ihre Fertigkeiten im Schießen zu zeigen, wobei dem besten Schützen ein vom Grafen Solms gestifteter Hammel zusiel. Heute stehen die Nachfahren jener Laubacher Schützen an allen Fronten in tapferem Einsatz zum Schutz der großen Heimat, und wenn auch jetzt nicht die Stunde ist, laute Feste xu feiern, so hat man doch zur Erhaltung der Tradition den Ausschußtagen auch in diesem Jahr in bescheidenem Rahmen ein festliches Gepräge zu geben versucht, wobei wenigstens die Jugend zu ihrem Recht kommen sollte. Auf der Hälle herrscht ein munteres Treiben, und die Verkaufsbuden waren ebenso stark von der Jugend beschlagnahmt wie die Pferde auf dem Karussel, während sich die älteren Semester aufs Zuschauen beschränkten und dann nach alter Sitte in den Gaststätten ihren
„Halben" tranken, wobei in der Erinnerung an vergangene Zeiten manch lustiges Erlebnis wieder lebendig wurde. Am letzten Ausschußtag fand ein Krämermarkt und ein Ferkelmarkt statt, wozu sich zahlreiche Käufer eingefunden hatten.
Landkreis Gießen.
□ Laubach, 12. Juni. In diesen Tagen fanden in L a u b a ch und in Freienseen Abschlußprüfungen der Grundkurse des Roten Kreuzes für ,Erste Hilfe" statt. Als Beauftragte des Roten Kreuzes nahm DRK.-Feldführer, Med.-Rat Dr. Trautmann (Gießen), die Prüfungen ab, die sich auf die Erörterung anatomischer Kenntnisse, Hilfsmaßnahmen bei Unglücksfällen, praktische Hebungen im Verbandanlegen und künstliche Atmung erstreckten. Sämtliche Prüflinge, die von der DRK.-Haupthelferin Erbe (Laubach) unter Mithilfe von DRK.-Gruppenführerin Kr aut- wurst (Laubach) sorgfältig geschult waren, bestanden die Prüfung. Die Pertreterin der Kreisdienststelle Gießen, DRK.-Wachtführerin Pauly, übergab mit einer kurzen Ansprache die neuen Helferinnen der Wach- und Bereitschaftsführerin Gräfin Solms-Laubach, die dem Wunsch auf eine segensreiche Zusammenarbeit Ausdruck gab. Es wurden in Laubach und Gonterskirchen Gretel Flick, Emma Graf, M. Jungkunst, Martha Lamm, Rosel Lamm, Maria Kröll, Hedwig Kopp, Aug. Günther, Lydia Rohn, Gertrud Römheld, Tilli Palitsch, Johanna Stickel und Erna Wagner, und in Freienseen Ottilie Böck, Emma Jung, Minna Möll, Emmy Steih und Anni Wagner als Rote-Äreuz-Helfe- rinnen ausgenommen. M. D.
Kreis Wetzlar.
A Dutenhofen, 11.Juni. Die Gaufilmstelle. der NSDAP, brachte im Saale der Gastwirtschaft „Zum Jagdschlößchen" den Film „Stukas" zur Vorführung. Die Besucher der sehr interessanten Veranstaltung nahmen den Film mit lebhaftem Beifall auf. — i>ie hiesige Kriegerkameradschaft hielt im Saale der Gastwirtschaft „Zum Adler" ihren Jahresschlußappell ab. Kameradschaftsführer Weber gedachte nach Grußworten an die Kameraden zunächst der für Deutschlands
Freiheit und Größe im ersten Weltkriege und im jetzigen Kampfe Gefallenen, ferner der Toten der Bewegung und der verstorbenen Mitglieder der Kameradschaft. Dann erstattete er den Jahresbericht, aus dem eine befriedigende Entwicklung der Kameradschaft und ihre rege Mitarbeit bei den Aufgaben der alten Soldaten in der Heimat zu ersehen waren. Kassenwart Kgrl Loh berichtete über den Stand der Kameradschaftskasse, der ein befriedigendes Ergebnis zeigte. Dem Kassenwart wurde Entlastung erteilt. Im 'Bundeswettkampfschießen des Kreisverbandes Wetzlar der NS-Kriegerkamerad- .schaften erhielt die Kameradschaft Dutenhofen für gute Schießleistungen den dritten Wander- Ehrenpreis. Mehrere Kameraden wurden für gute Schießleistungen mit den Ehrennadeln in Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Die Kameraden Friedrich Muhl und Kar! Müller wurden für 50jährige treue Mitgliedschaft vom NS-Reichskriegerbund mit den entsprechenden Diplomen geehrt, ihnen sprach der Kameradschaft- führer Dank und Anerkennung der Kameradschait aus. Für die Beteiligung am Reichskriegertag 1939 erhielt die Kameradschaft einen Fahnennagel zum Schmuck ihrer Fahne überwiesen. Nach Besprechung einiger kleinerer Angelegenheiten wurde der Appell mit dem Gruß an den Führer und unsere siegreiche Wehrmacht geschlossen.
Diebstahl während des Lustalarms.
LPD. Darmstadt, 10. Juni. Der im Betriebsluftschutz und in der Hilfsfeuerwehr feiner Arbeitsstelle in verantwortlicher Funktion eingesetzte 37 jährige August Mattern aus Rüsselsheim erlag während eines nächtlichen Streif- ganges im Betrieb der Versuchung und entwendete aus der Kassette einer Erfrischungsverkaufsstelle einen Geldbetrag. Der Zugang zum abgeschlossenen Tatort war ihm möglich, nachdem er zur Beseitigung einer nicht verdunkelten Lichtquelle zwei Schalterscheiben eingeschlagen hatte. Der Täter verriet sich auf diese Weise selbst, so daß die geringe Ausbeute seines Diebstahls sofort sichergestellt werden konnte. Er ist trotzdem zum Volksschädling geworden, weil sein Verhalten als verwerfliche Aus
nutzung seiner Vertrauensstellung wahrend eines nächtlichen Luftalarms ein Kriegsverbrechen nach 8 2 der Verordnung gegen Volksfchädlinge darstellt. Das Sondergericht in Darmstadt verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr und drei Monaten Zuchthaus.
Ein falscher Urlauber.
LPD. Darmstadt, 10. Juni. Der 19jährige Heinrich Frenz aus Mainz, der bereits durch wiederholten Arbeitsvertragsbruch vorbelastet war, gab sich im Februar d.J. einer Frau gegenüber fälschlicherweise als beurlaubter Kamerad ihres zum Wehrdienst einberufenen Enkels aus, erbot sich unter Vortäuschung einer freundschaftlichen Hilfsbereitschaft zur Mitnahme eines Paketes an diesen und mißbrauchte das ihm gutgläubig geschenkte Vertrauen in verwerflichster Weise dadurch, daß er sich das Paket, seiner vorgefaßten Absicht entsprechend, aneignete und den Inhalt — Wurst, Aepfel, Zigaretten, Bargeld und einen Rasierapparat — für sich verbrauchte. Das Sondergericht in Darmstadt sühnte dieses Volksschädlingsverbrechen mit einer zweijährigen Zuchthausstrafe.
verbrecherische Geschäfte mit gebrauchten Krastwagenbereisungen. LPD. Darmstadt, 11.Juni. Zahlreiche unzu- lässige und unter Umgehung der Bewirtschaftungsvorschriften durchgeführte Geschäfte mit gebrauchten Kraftwagenbereifungen brachten den 42jcihvigen Karl Aloys Höß aus Mainz auf die Anklagebank des Sondergerichts in Darmstadt. Höß hat bei Begehung feiner Straftaten mit dem bereits im Februar d. I. zu einer angemessenen Zuchthausstrafe verurteilten Autoschllisser Heinrich Konrad Riga zusammengearbeitet und ist wie dieser des fortgesetzten Verbrechens gegen § 1 der Kriegswirtschaftsverordnung sowie der Zuwiderhandlung gegen diö Preisvorschriften überfuhrt. Gegen Höß wurde nun- mehr eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei Jahren und Geldstrafen von insgesamt 1300 RM. ausgesprochen. Von einer Zuchthaus- ftrafe sah das Gericht nur deshalb ab, weil dek Angeklagte sich zwischenzeitlich im mehrmonatigem Osteinsatz während des Winterfeldzuges bewährt hat.
Zwischenrunde zur deutschen Handballmeisterschast. Am Endkampf um die deutsche Handballmeister- schäft der Männer sind nach zwei Ausscheidungs- runden noch acht Mannschaften beteiligt, die nun am kommenden Sonntag in vier Begegnungen der Zwischenrunde aufeinandertref'fen. Der Spielplan lautet:
SV. Mannheim-Waldhof — ff Stuttgart Ordn.-Pol. Magdeburg — Ordn.-Pol. Hamburg MSV. Hindenburg Minden — Ordn.-Pol. Berlin LSV. Reinecke Brieg — Ostbahn-SG. Krakau.
Fußball.
Heuchelheim 1. Jgd. — Gr.-Buseck 1. 3gb. 4:0 (2:0).
Am Sonntag trugen diese Mannschaften in Heuchelheim ein Freundschaftsspiel aus, das die Gastgeber verdient für sich entscheiden konnten. Heuchelheim ging in der Mitte der ersten Halbzeit durch seinen Linksaußen in Führung, und der Mittelstürmer konnte bald darauf auf 2:0 erhöhen. War das Spiel in der erften Halbzeit noch ausgeglichen, so war Heuchelheim in der zweiten Halbzeit hoch überlegen. Daß nur noch zwei Tore fielen, hatten die Großen-Busecker ihrer starken Hintermannschaft zu verdanken.
verdvnkelungszeil:
12. Juni von 22.44 bis 4.29 Hhr.
Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; lüt Stadt Gießen, Provinz, Wirtjchaft und Sport: Ernst Blumschein.
Druck unv Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6.
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Am Mittwoch verschied nach schwerem Leiden unser lieber Sohn, Bruder, Neffe und Vetter
Willi Dippel
im 27. Lebensjahre.
In stiller Trauer:
Fischverteilung!
Am Samstag, 13. Juni 1942, werden beliefert: Von Ja. Nordsee ... .die Nr. 10651-11450 Von ,ya.Fischh.Cnxhaven Nr.2731-3120 Von FF. a. Koch Nacht, die Nr. 4531-4820 62815
Wilhelm Dippel und Frau Katharina Elisabeth Dippel, Kurt Dippel, z. Z. Kriegsmarine Familie Heinrich Dippel nebst allen Angehörigen.
Gießen, Münchhausen, Köhlermühle b Frankenberg, Röddenau, Meisehof, Frankenberg, Düsseldorf, den 12. Juni 1942.
Die Beerdigung findet Samstag, den 13 Juni, vorm. 11 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.
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KNORR


