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Aus dem Reich

Der

In Stockholm wurde ein finnisch-schwedisches Handelsabkommen für die Zeit vom 1. Mar bis 31. Dezember 1942 abgeschlossen.

Wie das OKW. mitteilt, griffen in der Nacht zum 10. Mai deutsche Sturzkampfflugzeuge militärische Anlagen des britischen Flottenstützpunktes Alexan­dria an. Trotz heftiger Abwehr britischer Flak­artillerie stießen die Ju 88 auf die befohlenen Ziele durch. Die Bomben detonierten im Kohlenhafen so­wie im Gelände des Güterbahnhofes. Im Abflug beobachteten die Besatzungen einen großen Brand im Hafen.

Unsere Fallschirmjäger!

Was Hauptmann von der Heyde erlebte.

Der Führer hat auf Borschlag des Reichsministers Rosenberg den Leiter der Hauptabteilung Politik im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, Ober­bereichsleiter Dr. Georg Leibbrandt, zum Mi­nisterialdirektor ernannt.

Kleine politische Nachrichten.

Mit der Kapitulation von Generalmajor Sharp ergaben sich auf der Philippinen-Insel Minda­nao und auf der Inselgruppe Disayas, zwischen Minanao und Luzon, 20 000 Mann amerikanischer und philippinischer Truppen.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Reichs­kommissar für die besetzten niederländischen Gebiete, Reichsnunister Dr. Seyß-Jnquart, sprachen in An­wesenheit des Militärbefehlshabers, Generals der Flieger Christiansen, am 2. Jahrestag des Ein- rückens deutscher Truppen in die Niederlande auf einet Kundgebung der Reichsdeutschen in Den Haag. Am Abend fand eine gemeinsame Kundgebung der DAF. und der neugegründeten Niederländischen Arbeitsfront in Amsterdam statt, auf der Dr. Ley über das künftige deutsch-niederländische Verhältnis und der Leiter der Niederländischen Arbeitsfront, Woudenberg, über feine neuen Ausgaben sprachen.

Die in Berlin versammelten führenden Berwal- tungswissenschaftler und Praktiker aus 14 Nationen gründeten dieInternationale Akademie für Staats- unü Derwaltungswifsenschaften" mit dem Sitz in Berlin. Das Präsidium übernahm Staatssekretär Stuf art. Zu stellvertretenden Präsidenten wurden Staatswissenschaftler aus Ungarn und Spanien be­rufen. Gleichzeitig ist ein Vertreter Italiens vor­gesehen.

richt, der den Schüler befähigen soll, einen Sied­ler- und Kleingarten zweckmäßig anzulegen und auszuwerten. In den Mädchenschulen wird der Gartenbau mit dem Unterricht in der Haus­wirtschaft verknüpft Für die Naturlehre lie­fern Haushalt, Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie und Verkehr die Stoffe. Die Schüler sollen in die Betriebe der Heimat geführt werden. Für die Mäd­chen steht alles im Vordergrund, was für die Haus­frau und Mutter wichtig ist, die Chemie der Nah- rungs- und Genußmittel, der Kleidung, des Fär­bens, Waschens usw. Der Unterricht in Rechnen und Raumlehre soll den Schüler daran ge­wöhnen, das mathematisck)e Denken und Können im praktischen Leben zweckmäßig anzuwenden. Der Zeichenunterricht soll die schöpferischen Kräfte entfalten. In der Mädchenschule kommt dem schmückenden Zeichnen zur Heimgestaltung beson-

Von 4. bis 8. Mai hielt in Rom unter dem Vor­sitz von Giuliana der Deutsch-Italienische Kultur­ausschuß eine Tagung ab. Die deutsche Gruppe stand unter der Führung des Ministerialdirektors Dr. Stieve vom Auswärtigen Amt. In den Besprechun­gen wurde der gegenseitige Austausch auf den Ge­bieten der Wissenschaft, des Schulwesens, der wissen­schaftlichen und künstlerischen Literatur, des Theaters, der Musik, des Films und Rundfunks besprochen.

Die Heimschulen sind unter die einheitliche Lei­tung des Inspekteurs der Nationalpolitischen Er­ziehungsanstalten, ^-Obergruppenführer Heiß- meyer, gestellt worden. In der Reichsschule des NSLB. in Sonnborf bei Bayreuth fand in diesen Tagen die erste Dienstbesvrechung der Gaubeauf­tragten für deutsche Heimschulen unter seiner Lei­tung statt.

der wirtschaftlichen Lebensgrundlage nutzen. __ Schüler muß wissen, was die Erdräume bieten, unb was sie nötig haben. Die Heimatkunbe durch­zieht den Unterricht in allen Kfassen. Der Schüler wird auch befähigt, selbständig an Hand von Karte unb Kompaß Wanderungen zu führen unb Ge­ländeskizzen zu entwerfen. Im Mittelpunkt der Musikerziehung steht das Volkslied. Das Lied der Bewegung hat seinen Platz im Stoffplan aller Klassen. Musikalisch begabte Schüler sollen frühzeitig zur Erlernung eines Instruments ange­regt werden. Die Lebens künde soll die Jugend mit der lebendigen Natur und den in ihr walten­den Gesetzen vertraut machen. Der heimatliche Bo­den wird als die eine wesentliche Grundlage des völkischen Lebens dargestellt, der Mensch als Trä­ger rassischer Werte als die andere. In enger Ver­bindung damit steht der Gartenbauunter-

Der Dichter soll volkstümlich sein.

Auf einem von derWitcheit zu Bremen" ver­anstalteten Abend trat der Dichter Wilhelm Schäfer zum erstenmal mit einem Vortrag Wider die Humanisten" an die Oefsentlichkeit. Wie ein roter Faden zog sich durch seine tiefdurchdachten und von echtem Verantwortungsgefühl getragenen Ausführungen das Bekenntnis: der Dichter soll volkstümlich sein. Deshalb die Forderung: Wider die Humanisten. Denn ihre Sprache ist die latei­nische, also eine fremde, sie stehen deshalb herGe­staltwerdung" des Deutschen im Wege, zu dem der Dichter in seiner Sprache sprechen muß. Am Bei- piel Goethescher Verse zeigte Schäfer, wie wahre Dichtung volkstümlich und demGebildeten" unb demUngebildeten" gleich verständlich ist. Denn das Bedeutende einfach zu sagen, ist Ausgabe des Dich­ters. Seine Werke sollen volkstümlich sein.

75 Jahre Reclams Univerfal-Vibliothek.

1867 erschienen zum erstenmal die schmalen Heft­chen, die feit jener Zeit als Reclams-Unioersal- Bibliothek berühmt worden sind. Nr. 1 und Nr. 2 der Sammlung waren Faust I. unb II. Teil. Die erste Reihe der Sammlung umfaßte 35 'Nummern, sie enthielten Schiller, Shakespeare, Kleist. Die Grün­der der Bibliothek waren Anton Philipp Reclam und sein Sohn Hans Heinrich. Der niedrige Preis von 20 Pf. war ein verlegerisches Risiko, dem alle Kundigen einen Fehlschlag voraussagten. Der ur­sprüngliche Plan ist im Lause der Jahrzehnte, den Bedürfnissen entsprechend, sehr erweitert worden, mit der nächsten erscheinetü>en Jubiläumsausgabe wird die Nr. 7500 erreicht werden. An Auflagehöhen wurden erzielt: Tell mit 5,5 Millionen, Minna von Barnhelm mit 2,5 Millionen, Faust I mit 2 Mil­lionen, Schopenhauer ist von den neunziger Jahren an mit etwa 900 000 Exemplaren verbreitet worden. Heute sind auch die meisten lebenden Dichter in Reclams Universal-Bibliothek vertreten.

Der Lanlctte-Dichterpreis des Jahres 1942.

Die Buchstabt Leipzig hat ihren im Vorjahr ge­stifteten und erstmalig an den Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns Johst, verliehenen Cantate-Dichterpreis auch in diesem Jahr verliehen. In Friedrich Norfolk wird ein Schaffender gefördert und zu voller Entfaltung an­geregt, der noch keinen allgemeinen Namen hat. Der Preis soll eine Anerkennung für den demnächst er­scheinenden Frundsberg-RomanDas Herz im Pan­zer" bedeuten, in dem Norfolk dem deutschen Helden­tum ein Denkmal setzen will. Die Auszeichnung Franz Adam Beyerleins ehrt den Verfasser des 1903 erschienenen RomansJena ober Sedan", mit dem Titel Beyerlein schlagartig der Sorge der Besten seiner Zeit Ausdruck gegeben hat, daß über hohlem Prunk unb äußerem Schein die Werte eines inne­ren Seins verloren gehen könnten, die die Väter mit Blut und Schweiß für Deutschland erworben hatten. Der Roman spielt, ebenso wie Beyerleins Schauspiel Zapfenstreich" im militärischen Milieu. Von späte­ren Werken Beyerleins haben der RomanSimilde Hegewalt", die ErzählungEin Winterlager" und der RomanStirb und Werbe" großen Erfolg ge- habt, ebenso wie die ErzählungO Deutschland, heiliges Vaterland", die während des ersten Welt­krieges erschienen ist.

Line neue Symphonie Hans Sliebers.

Der fruchtbare Leipziger Komponist und Dichter Hans S t i e b e r , von dem erst kürzlich die Oper Der Dombaumeister" in Breslau unb das Schau­spielMadame Deorient" in Leipzig uraufgeführt worben sind, hat ein viersätziges Orchesterwerk Symphonische Legende" (3. Symphonie) vollendet, die Hermann A d e n d r o t h für den kommenden Herbst zur Uraufführung in Frankfurt ange­nommen hat.

in das Gelände einmarschiert, in dem er kämpfen wird, so daß er gleichzeitig anfängt, es kennenzu­lernen unb sich daran zu gewöhnen, wird der Fall- schirmjäger aus einer ganz anderen Gegend plötz­lich in die Landschaft geworfen. Er steht da unb kennt sich nicht im geringsten aus. So wirb es notwendig, daß nach den ersten Stunden dieser Einzelkämose, sowie die Truppe sich zusammenge- funden hat, als nächste Phase dieser Spähtrupp- krieg beginnt, um den Feind unb die Lage zu er­kunden. Mit welchem Schneid auch hier wieder wurde, 3eigt die Geschichte eines beut» m, der die enalische Funkstation aus»

bere Bedeutung zu. Das Werken fördert den Ge­staltungstrieb der Jungen, vor allem im Flugzeug­modellbau unb im Schiffsmodellbau. Die Mädchen erhalten dafür Handarbeitsunterricht. Der Unterricht im H a u s w e r k soll auch zu kraft- und zeitsparender Arbeitsweise anhalten. Von Anfang an sollen die Schülerinnen beim Einkauf und Ern­ten der Lebensrnittel beteiligt werden.

Oie Offizierstaufbahn in der Lustwaffe

Schüler der 6. bis 8. Klasse der höheren Lehr­anstalten des Jahrganges 1923 und älter sowie des Jahrganges 1924, die die Offizierslaufbahn in der Luftwaffe (Fliegertruppe einschl. Jngenieur-Osfi- zierslaufbahn, Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe) anstreben, müssen ihre Bewerbung bis 30. 6. 1942 einer Annahmestelle für Offiziersbewerber der Luft­waffe überreicht haben. Die nächste befindet sich in Hannover, Escherstraße 12. Gleichzeitig ist bei dem Wehrbezirkskommando ein Melbevordruck auszu­füllen. Erst damit ist eine Verwendung in der Luft- wasfe sichergestellt. Die Ausfüllung ist der Annahme­stelle mitzuteilen. Schüler der 6. bis 8. Klasse des Jahrganges 1923 und älter erhalten den endgültigen Annahmeschein bis 1. 7. 1942. Die Schüler der 7. und 8. Klasse dieses Jahrganges werden spätestens bis 1. 7. 1942 durch Gestellungsbefehl einberufen. Schüler der 6. Klaffe werden zu einem späteren Zeitpunkt einberufen. Schüler der 6. bis 8. Klasse des Jahrganges 1924 erhalten zunächst einen vor­läufigen Annahmeschein., Die endgültigen Annahme­scheine werden ihnen ab 1. 7. 1942 zugestellt.

ving-China im Bund mrt England, den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zeigte.

Tschiangkaischek unb Frau Mee Ling find über­durchschnittliche Menschen und fühlen sich sicher bei allen ihren abwegigen Bindungen als Chi­nesen. Nur haben sie auf das falsche Pferd gesetzt. Wie sehr, hat vor wenigen Tagen Frau Mee Ling in der amerikanischen ZeitschriftNew York Times Maaanzine" selbst sehr beredt und anschaulich ge­schildert.Während der letzten drei Monate" so schreibt sie,war das chinesische Volk mit ungläu­bigem Erstaunen Zeuge des Schauspiels, das die Armeen der Weltmächte boten, indem sie die Waf­fen streckten vor der, wie sie erklärten, überlegenen Macht Japans. Diese Erklärung ist China unver­ständlich. Es ist ihm auch unverständlich, warum die Westmächte so lange alle Beleidigungen, Er­niedrigungen und Ohrfeigen mit nrilde lächelndem Gesicht einsteckten mit der bloßen Begründung, daß sie nicht für den Krieg gerüstet seien ... In den vergangenen fünf Jahren gibt es keinen Fall, in dem sich chinesische Truppen dem Feind ergeben hätten. Sie verachteten diese Möglichkeit."

Diese Worte präzisieren eine Wahrheit und eine Erkenntnis. Schon spricht ein viel kleinerer Geist, der chinesische militärische Sprecher in Tschungking, von derarmfeligen Strategie des englischen und amerikanischen Kommandos" im Burma-Feldzug. Was gestern Frau Mee Ling in einer chinafernen Neuyorker Zeitschrift mit spitzer Feder den eigenen Bundesgenossen ins Stammbuch ritzte, ist heute bas Stichwort auf einer Pressekonferenz in Tfchungking. dessen Generalissimus an die Yünnan-Front geeilt vst, und es wirb morgen bas Schlagwort ganz Chi­nas sein. Dr. Ho.

Zwischen der Deutschen Reichspost unb her Däni­schen Post- und Telegraphenoerwaltung ist ein Ab­kommen getroffen worden, das im Verkehr mit Dänemark allgemein die deutschen Jnlandsgebühren vorsieht.

Kunst und Wissenschaft.

Professor Bolza 85 Jahre.

Der Nestor der Mathematisch-Naturwissenschaft­lichen Fakultät der Universität Freiburg i. Br., Professor Oskar Bolza, vollendete fein 85. Lebens­jahr. Professor Bolza lehrte im Baltimore, Wor­cester unb Chikago, bas er 1910 verließ, um an die Universität Freiburg überzusiedeln.

In einem Bericht, den er unlängst vor Vertretern der Presse gab, wußte Hauptmann von der Heyde folgende Schilderungen zu geben:

Der Sprung ist im Leben des Fallschirmjägers von untergeordneter Bedeutung, er ist nur der erste Schritt zum Kampf; im übrigen ist der Fallschirm- jäger nur ein gewöhnlicher Infanterist, allerdings besonderer Art insofern, als er ohne die übliche Unterstützung und Aufklärung, die die Infanterie sonst genießt, zu kämpfen hat, da er vor allem ver­zichten muß auf die Hilfe der Artillerie ober gar der Panzer. Vor allem aber steht im Vordergrund die Tatsache, daß er sich als Infanterist freiwillig in jene Lage begibt, in der der normale Soldat sonst ZU überlegen hat, ob der Kamps noch einen Sinn hat ober ob er sich ergeben solle, nämlich in die gefürch­tete Einkesselung. Es gibt nichts Schöneres, als eine solche Truppe zu führen, wo die Leute ge- rabezu bersten vor Segeifterung in der Erwartung auf den Kamps.

So war es z. B. auch auf Kreta. Wenn der Englänber gewußt hätte, mit welchem Ungestüm die deutschen Fallschirmjäger in den Kampf gingen, so hätte er vielleicht noch geringeren Widerstand ge­leistet. Im allgemeinen kommen immer nur zwei Drittel der Truppe zum Einsatz. Dabei kommt es zu unerhörten Beispielen, aus denen sich der Einsatz­wille der einzelnen Männer ergibt. So war z. B. ein Gefreiter nicht zum Einsatz kommandiert, weil er Lungenentzündung bekommen hatte. Er türmte aus dem Sanitätskraftwagen und eilte seiner Truppe nach, nur um dabei zu sein. Ein anderer hatte sich unter die Nachschubgeräte geschmuggelt, nur um ebenfalls zum Einsatz zu kommen.

Von seinem persönlichen Absprung erzählt Hauptmann von der Heyde, daß er plötzlich unend­liche Angst bekommen habe, und zwar deshalb, weil er senkrecht auf das runde Loch einer Zisterne zu- geschwcbt sei und nun befürchtete, in ihr zu landen und jämmerlich zu ersaufen.Auf den Heldentod war ich vorbereitet, aber nicht auf ein derart jäm­merliches Untergehen." Nach der Landung, so fuhr Hauptmann von der Heyde fort, wird sofort abge- schnallt, jeder läuft zu seinem Waffenbehälter und ist erst einmal ganz allein. Erst später treffen sich bann langsam die einzelnen Trupps. Das ist bann eine große seelische Entlastung: man ist nicht mehr allein, man ist wieder mit den Kameraden zusam­men, jetzt kann nichts passieren. Es war ein herr­licher Maimorgen damals am 20. vorigen Jahres, und die Sonne schien, unb alles machte einen fried­lichen Eindruck. Aber es sollte noch ein sehr blutiger Morgen werden, denn der Sprung war mitten in die feindlichen Stellungen hinein erfolgt. Ob dies durch eine Vorahnung der Engländer geschehen ist, die sich rechtzeitig an die Stelle der Landung be­geben hatten, ist nicht zu sagen. Es begann nur, und es ist typisch für die Tätigkeit der Fallschirm­jäger, ein richttggehender Kleinkrieg, d. h. kleine Trupps von wenigen Mann führen auf ihre Ma­nier rücksichtslos Krieg in einer Form, die nichts mit der sonst einheitlichen Truppenbewegung zu tun hat. Dabei kommen die herrlichsten Beispiele von Heldenmut zutage. Acht Mann sahen sich direkt vor einer Batterie, warfen Handgranaten. Einige sielen, die restlichen aber nahmen die Batterie gefangen. An dieser Form wutde stundenlang gekämpft, bis ich die einzelnen Grüppchen zu Trupps zusammen- fanden. Immer wieder sind diese Stunden da, wo der einzelne sich austoben kann, bis die richtige militärische Einheit entstanden ist. Ein weiteres Pei- piel aus dieser Zeitspanne. Ein deutscher Soldat rannte gegen ein MG.-Nest. Durch einen Hcmb- granatenmurf wurde er am rechten Unterarm schwer verwundet. Man wollte ihn zurückholen, er lehnte es ab unb kämpfte mit dem linken Arm weiter.

Ein Unterschied in der Tätigkeit des Fallschirm- jägers gegenüber dem Infanteristen kommt nun im weiteren Verlaus der Kampfhandlungen zur Gel­tung. Während nämlich der Infanterist langsam

Hauptickiriftleiier: Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des HmlvtjchriftleiterS: Ernsr Blumfchein. Beran Nvoriiicli fur Politik uhö BUder: Tr. Fr. 23. Lange: für das Feuilleton: Tr. Hans Thyrioi: für Stadt Gießen, Provinz. Wirtjäzaft und Sport: (Limit Blumfchein.

Truck und Verlag: Brüblfche UniverfitatSdruckerei R. Lange K. G. Berlagskeiter: Tr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck.

Anzeigenpreisliste Nr. 6.

Oer Unterricht in der Hauptschule.

Leibeserziehung, Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Musik, Lebenskunde unb Gartenbau, Naturlehre, Rechnen unb Raumlehre, Zeichnen, Werken, Hand­arbeit, Hauswert, Kurzschrift und eine Fremd­sprache, in der Hauptsache Englisch, sind die Fächer, die die Stundentafel der Hauptschule vorsieht. Der Deutschunterricht steht im Dienste der Spracherziehung. Dabei ist ein vorbildliches volks­tümliches Hochdeutsch zu pflegen. Besondere Sorg­falt wird dem freien Vortrag gewidmet, zu dem die Schüler schon von der ersten Klasse an, planmäßig angehalten werden sollen. Mit besonderem Nachdruck soll der Kampf gegen Schlag- und Modewörter, entbehrliche Fremdwörter, gegen gedankenlose Re­densarten unb alle Sprachoerunstaltungen geführt werben. Beim Schülerauft'atz sind Aufgaben, die den Schüler zu voreiligem Urteil unb Ueberheblich- keit verleiten können, zu vermeiden. Der literarische Aufsatz hat in der Hauptschule keinen Platz. Da­gegen verlangt die (Eigenart dieser Schule, daß der Briefform ein angemessener Raum gewährt wird. Auch die Abfassung von Schriftstücken des prakti- schen Lebens wird gepflegt. Der Geschichts­unterricht geht von der Ueberzeugung aus, daß die Rassen Träger der Geschichte sind. Neben dem politischen Geschehen müssen auch die kultur- und wirtschaftsgeschichtlichen Stoffgebiete behandelt wer­den. Der Geschichtsstoff soll die Jugend mit dem Gefühl der Ehrfurcht vor den Taten der Väter erffdlen. Der E r d k u n d e u n t e r r i ch t hat be­sonders darzulegen, wie die Menschen die natür­lichen Gegebenheiten des Raumes zur Sicherstellung

norgeganaen wurde, zeigt die Geschichte eines deut­schen Soldaten, der die enalische Funkstation aus­machte, an dem glatten eifernen Funkturm hoch­kletterte, obwohl er von unten fortwährend beschos­sen wurde, die Spitze erreichte und dort die deutsche Hakenkreuzflagge hißte. Den Engländern ist es nicht gelungen, diese Flagge wieder zu entfernen, da keiner unter ihnen zu dieser artistischen Leistung fähig war. So mußten die Engländer noch tagelang in Stellungen kämpfen, über denen die deutsche Flagge wehte.

Die Englänber erkannten jedoch die Lage schnell und setzten zu einem einheitlichen An griff an. Dieser war aber nichts gegen einen sowjetischen Angriff, öa der Engländer im Gegensatz zum Bolschewi­sten fein Nahkärnpser ist unb den Kampf mit dem Bajonett Mann zu Mann scheut, lieber den Geist ber Fallschirmjäger möge folgende Einzelheit Aus­schluß geben. Ein Sanitätsfeldwebel erhielt einen tödlichen Bauchschuß. Er stand gelehnt an einem Olivenbaum, man wollte ihn mit zurücknehmen. Er weigerte sich aber, bat sich statt dessen eine Ma­schinenpistole aus, um seinerseits den Rückzug feiner Kameraden zu decken. Es gelang ihm auch, man fand ihn später durchlöchert wie ein Sieb von englischen Kugeln wieder. Während der Engländer im Kampf durchaus fair war, waren die Kreter unb Griechen feige. Ein Beispiel: Ein deutscher Soldat, der zwei schwere Nachrichtengeräte zu tragen hatte, begab sich zu einem Kreter Bauern und erhandelte von ihm einen Esel um 15 Mark für seine Funk­geräte. Nachdem das Geschäft abgeschlossen und er mit dem Esel vielleicht 50 Schritt von dem Haus entfernt war, begann der Kreter nach ihm zu schie­schen unb schoß ihm ben Eesel unter dem Leib weg.

Die Tage nach dem 20. Mai bis zum 27., also bis Zur Eroberung von Kanya, waren sehr unangenehm, weil die Männer nichts zu essen hatten. In Kanya selbst gab es einen rührenden Augenblick, unb zwar ben ber Befreiung gefangener und verwundeter Fallschirmjäger, die es kaum glauben konnten, daß Kameraden mehr Glück als sie gehabt hatten unb nun in ber Lage waren, ihnen ihre Freiheit wieder zu bringen. Der herrlichste in Kanya war aber die Möglichkeit, zu essen und sich zu waschen, sich zu rasieren unb zu kleiden.

Während der Kampf auf Krsta bei aller Schwere ein Kampf mit gewaltigem Auftrieb, zung unb be­geisternd war, war der Einsatz in Rußland nur defensiver Natur. Die Truppe des Hauptmanns von der Heyde wurde außerdem nicht durch Sprung eingesetzt, sondern als Lufftandetruppe. Dieser Ein­satz läßt sich am besten vergleichen mit dem Kamvs gegen eine Hochwasserkatastrophe. Wenn es an einer Stelle gelungen war, den Damm zu stopfen, so spülte an anderer Stelle die Flut wieder über. Es war ein Hochwasser, gegen das anzukämpfen war. Das Schlimmste im Kampf gegen Sowjetrußland, und zwar nicht nur für die Fallschirmjäger, sondern für alle Truppen, sind die ungeheuren Strapazen, die seelenlose Landschaft, die grausame Natur, in der sich die Kämpfe abspielen.

Zusammenfassend betonte Hauptmann von der Heyde, baß die Leistungen der Fallschirmjäger nicht im Sprung liegen, sondern in ihrem infan- teristischen Kampf. Was aber das Herrlichste bei den Fallschirmjägern im Vergleich zu einer an­deren Truppe ist, das ist die Tatsache, daß die Zu­sammensetzung aus jungen Leuten besteht, die frei­willig gekommen sind unb auch so kämpfen, man sich das als Junge vorgestellt hat.

Die ReichsarbeitsgemeinschaftMutter und Kind" hatte unter ihrem Vorsitzenden Ministerialrat Dr. Zimdars eine Tagung ihrer Gaufachvcauftrag- ten. Reichsqesunbheitsführer Dr. Conti besprach mit ben führenden Kinberärzten Deutschlands und den für die Milchvcrsorgung verantwortlichen Dienst­stellen des Reichsnährstandes und der Hauptver- einiguna der deutschen Fett- und Milchwirtschaft Maßnahmen ber Gewährleistung einer einwand­freien Milch für die Säuglinge.

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