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Im Grunde ein Glückszufall, finde ich. Da ich die Materie ja schon kenne, werden wir schneller zu Stuhle kommen." Er schüttelte Fehr, der halb hinter dem Schreibtisch hervorgekommen war, in seiner frostigen Art die Hand:Freut mich, daß Sie sich doch noch entschlossen haben. Ich sah es voraus. Kommen übrigens ganz knapp vor Toressckluß' das Maximum unseres einstweiligen Ausdehnungs­programms ist nahezu erreicht."

Fehr lud mit einer Handbeweaung ein, Platz zu nehmen. Er bot ihm sogar eine Zigarre ein, alles mit dem festen Entschluß, über nichts- mit ihm zu sprechen, als über das Geschäftliche. Und während er rasch ein jmar Scheingründe zusammenband, warum er dem Verkaufsgedanken jetzt doch näher­trete, dachte er unablässig: Ob der weiß, wie es mit Marion und mir steht.

Allein nichts in Abbegs Benehmen weckte Arg­wohn. Das Gespräch hielt sich ganz auf der ge­wünschten Ebene. Notizen aus Abbegs Mappe wan­derten auf den Tisch, man sprach über Fragen des Grundwertes, der hypothekarischen Belastung, der Steuern. Und nach einer Stunde brachen die Her­ren, wie damals, auf, um nach der Sophienau hinauszufahren.

Alles ganz unverändert wie?" fragte Abb eg während tetz oberflächlichen Rundganäes durch die Hütte, in der das gewohnte mäßige Arbeitstempo herrschte.Kommt unsereinem ganz komisch vor, die­ser idyllische Stillstand. Unsere Betriebe sind wie die Hydra, der immer neue Köpfe wachsen!"

Fehr zuckte die Achseln:Ich bin kein Fortschritts­mann ä tout prix."

Die alten Meister sahen nicht ohne Mißtrauen auf den fremden Besucher, den der Herr Baron um die Schmelzöfen, durch die Schleife und das Lager führte, und der mit lauter Kommandostimme Worte wie ^Rentabilität",Serienproduktion" undLau­fendes Band" herausschleuderte. Glumm-Theo folgte, indem er den glühenden Glasklumpen an seiner Rohrpfeife langsam erkalten ließ, mit den brauen» überhangenen Grübleraugen den beiden; dann wandte er sich zum Kollegen Juraschik, der seinen Platz am Nachbarauge des feurigen Ofens Hane, und brummelte leise:Nu, nee, nee, Kerle ..., das gieht nee mit rechta Dinge zu ..."

Christian Fehr konnte, als sie wieder ins Schloß kamen, nicht umhin, Abbeg zum Frühstück zu bitten; die Stunde gebot's. Aber auch unter Tisch ward

Schlachtschiffe, eines von ihnen vermochte sogar zwei dieser Schiffsviesen gleichzeitig aufzunehmen.

Singapur bestand aus unzähligen Forts, darunter zahlreichen stärksten. Ihre schwerste Bestückung be­trug 45 cm, ihre Reichweite wurde mit 50 km an­gegeben. lieber die gesamte Insel waren Bunker und MG.-Nester verteilt. Flakbatterien standen aus fast sämtlichen Höhen, um Singapur gegen Luft­angriffe zu schützen. Vier Flugplätze der Marine, zwei des Heeres und ein Verkehrsflughafen machten die Insel gleichzeitig zu dem wichtigsten Flugstütz­punkt. Unterirdische Oeltanks, riesige Waßerreier- voirs und umfangreiche Lebensmitteldepots sollten dazu dienen, die Insel auch im ungünstigsten Fall verteidigen zu können. Singapur war dazu be­stimmt, der Hauptstützpunkt englischer Macht zu sein, wie der Sender Boston im Oktober v. I. erklärte. Und dieTimes" schrieb noch am 17. Dezember 1941, daßvom Suez- bis zum Panamakanal kein Stütz­punkt von größerer strategischer Bedeutung sei als Singapur".

Auf dieses Singapur bauten sich die Prahlereien der Engländer und Amerikaner auf, mit denen Ja­pan gedroht werden sollte. Dor dem 8. Dezember 1941 gab es keinen Engländer, der nicht von der Uneinnehmbarkeit Singapurs überzeugt gewesen wäre. Das Vernichtungswerk von Pearl Harbour hat aber auch den Engländern den ersten Schrecken eingejagt Und schon tauchten die ersten Stimmen auf mit Andeutungen, daß der Verlust-Singapurs für die Sache der Alliiertenein wahres Unglück" bedeuten würde (Radio London). Oder:Wenn es den Japanern gelänge, Singapur zu nehmen, so könnten sie unbelästigt in den Indischen Ozean fahren" (Radio Daventry). Aber immer noch setzte man seine ganzen Hoffnungen auf densicheren und ausgebauten Stützpunkt", von dem aus der Jndienminister Amery sogarfrüher oder später wieder mit seinem Angriff gegen Japan beginnen wollte". Die Stimmungskurve in England und Amerika verlief mit dem Fortgang der japanischen Operationen dann jäh abwärts.,Singapur darf nicht fallen also wird es nicht fallen", erklärte der Gouverneur Sir Shenton Thomas.Singa­pur mutz gehalten werden."Die Gefahr für Singa­pur ist tödlich, erbarmungslos und im Wachsen." Tatsächlich wuchs diese Gefahr den Engländern über den Kopf und als man die Lage erkannte, legte das britische Jnformotionsministerium seine alte, schon so abgespielte Platte auf: Singapur wurde ganz plötzlichbedeutungslos". Das ist das merk­würdige Schicksal aller von den Engländern ver­lorenen Stützpunkte gewesen, Bedeutung hatten sie nur für Großbritannien nie aber für den Feind, wenn er sie erobert hatte. Die Engländer haben dieses primitive Abschwächungsmittel abdr schon zu ost' angewandt, als daß es überhaupt noch eine Wirkung hätte. Und bei der stärksten Festung der Welt, bei Singapur, klangen diese erneuten bri­tischen Versuche wahrhaft kläglich.

Singapur verloren! Das ist das jüngste Ergebnis der Kriegspolitik des 'Kriegsverbrechers Winston Churchill, aber es ist nicht der letzte Posten, den Churchill dem englischen Volk in diesem Kriege prä­sentieren muß. Geht man' einmal die lange Liste verlorener englischer Bastionen herunter, so ergibt sich dieses: Polen, Norwegen, Frankreich, Belgien, Holland, Jugoslawien,. Griechenland in Europa und in Ostasien: Hongkong, Borneo, Malaya und Singapur! Das also ist das Ergebnis, das Churchill heute vorweisen kann. Dieser Churchill war der Drahtzieher des Krieges gegen Deutschland im Sep­tember 1939, er war es, der als größter Schreier jegliche Verständigung,in der für Deutschland lebens­wichtigen, aber für England völlig gleichgültigen Danzig-Frage verhinderte. Weil Danzig nicht deutsch werden sollte, hat das England Churchills den Krieg begonnen. Und heute nach zweieinhalb Jahren hat England seine sämtlichen Stellungen in Europa ein­gebüßt und die wichtigsten in Ostasien.

Es hat Churchill nicht gemangelt anglorreichen Rückzügen" undEvakuierungen", alle Verluste waren seiner Ansicht nachbedeutungslos". Für einen Mann vom Schlage Winston Churchills ist es wahrscheinlich überhauptbedeutungslos", ob. das britische Empire untergeht ober nicht. Der Verlust von Singapur ist jedenfalls ein weiteres Zeichen dafür, daß dieser Untergang durch nichts aufgehalten werden kann.

Oie Rückwirkungen in Australien.

Stockholm, 11. Februar. (DNB.) Wie der englische Nachrichtendienst meldet, ,teilte der austra­lische Armeeminister Forde mit, daß die austra­lischen männlichen Staatsangehörigen bis zum

Alter von 45 Jahren zum Militärdienst eln- berufen wurden.

Nach einer Meldung aus Melbourne hat die australische Regierung, die über den heftigen An­griff der japanischen Truppen im Südosten des Pazifikraumes bestürzt ist, ab 11. Februar abends die Verdunkelung an allen Küsten Au­straliens und in allen Gebieten, die bis 150 Meilen von der Seeküste entfernt sind, angeordnet.

Sowjetfahne weht über Sidney.

Lissabon, 12. Febr. (Europapreß.) Das bri­tische Bündnis mit den Sowjets hat sich schon bis Australien ausgewirkt. Nach einer Meldung des LondonerDaily Expreß" weht zum ersten Male die S o w j e t f a h n e über dem Rathaus von Sidney als Zeichen der Verbundenheit mit den Bolschewisten.

Auch Bengalen verdunkelt.

Bangkok, 11. Febr. (Ostasiendienst des DNB.) Nach einer Meldung aus Delhi hat der Gouver­neur von Bengalen angeordnet, daß auch in Bengalen die Verdunkelung eingeführt wird.

Kurssturz in London nach dem Fall von Singapur.

Genf, 11. Febr. (DNB.) Nach einer Funkmel­dung aus London fielen an der dortigen Börse die Zinnaktien um 80 v.H. und die Kautschukaktien um 38 v. H.

LlGA.-Admiral Hart geht.

Ein niederländisch-indischer Vizeadmiral als Nachfolger.

Stockholm, 12. Febr. (DNB. Funkspruch.) Einer nordamerikanischen Agenturmeldung aus Batavia zufolge hat Vizeadmiral Helfrich von der niederländischen Marine den USA.-Admiral Hart als Oberbefehlshaber der vereinigten Seestreitkräfte im Pazifik abgelöst. Hart wurde angeblich auf fein eigenes Ersuchenaus Gesundheitsgründen" seines Postens, der ihm erst kürzlich übertragen worden war, enthoben.

USA. greift jetzt auch nach niederländischem Kolonialbesitz.

Stockholm, 12. Februar. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Reutermeldung aus Washington werden U S A.- T r u p p e n in Zukunft auch nieder­ländische Besitzungen mit ihrer Anwesen­heitbeehren". Das Staatsdepartement in Washing­ton gab bekannt, daß die Vereinigten Staaten ein Truppenkontingent nach C u r a $ a o und Aruba (in der Nähe von Holländisch-Guayana) entsandten.

Angeblich sollen die USA-Truppen unter dem Befehl des holländischen Gouverneurs der Insel Curaxao operieren, was aber nach den bisherigen Erfahrungen mit Mr. Roosevelt nicht ausschließt, daß die Vereinigten Staaten diese holländischen In­seln eines Tages als U SA.-S t ü tz p u n kt e für sich beanspruchen.

Fortgang der Kämpfe im Osten.

Stärkere Aufklärungskräfte des Feindes in Nordafrika zurückgeworfen.

Der Wehrmachiberichi.

DNB. Aus dem Führerhauplquarller, 11. Febr. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Kämpfe im O st e n nehmen bei nachlaffendem Frost ihren Fortgang.

An der Donez-Front verlor der Gegner feit dem 18. Januar allein im Abschnitt eines deutschen Armeekorps 1639 Gefangene, über 7500 Tote, 8 Panzer, 19 Geschütze, 164 Maschinengewehre und Granatwerfer sowie zahlreiches sonstiges Kriegs­material.

An eigenen Angriffserfolgen im südlichen Abschnittder Ost front hatte ein rumänischer Skiverband hervorragenden Anteil.

Vor Leningrad brachen erneute Ausbruchs­versuche des Feindes im Abwehrfeuer der deutschen Einschließungsfront zusammen.

Vor der englischen Südwestküsie ver­senkten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht durch Bombenwurf zwei Handels­schiffe mit zusammen 7000 VRT., ein dritter großer Frachter wurde wahrscheinlich vernichtet, ein weiteres Schiff beschädigt. Andere Kampfflugzeuge, die zu bewaffneter Aufklärung eingesetzt waren, erzielten im Tiefangriff Vombenvolltreffer schweren Kalibers in einem großen Jndustriewerk an der Ostküste Schottlands.

3n Nordafrika wurden stärkere Aufklärungs­kräfte des Feindes zurückgeworfen. Sturzkampf, und Zerstörerflugzeuge fügten dem Feind erhebliche Verluste an rollendem Material zu. Nordost­wärts Tobruk zeigte ein leichter britischer Kreuzer nach Bombenangriff durch ein deutsches Flugzeug Schlagseite.

Ein kleiner Verband britischer Bomber griff in der vergangenen Nacht Wohnviertel im nordwest- deutfchen Küstengebiet an.

Bei den Abwehrkämpfen der letzten Tage zeich­nete sich der Feldwebel Schmidt, Zugführer in der 1. Kompanie des Jnfanterie-Regiments 119, durch persönliche Tapferkeit besonders aus.

Der italienische Bericht.

Rom, 11. Febr. (DNB.) Der italienische Wehr» machtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut:

An der Front von A i n e l G a z a l a Spähtrupp- und Artillerietätigkeit. Ostwärts von M e ch i l i wurde ein gegnerischer von Panzerkräften unter­stützter Vorstoß durch das sofortige Eingreifen un­serer Panzereinheiten zum Scheitern gebracht.

Wiederholte und wirksame Aktionen der Luft­waffe verursachten in den kindlichen rückwärtigen Verbindungen Brände und Zerstörungen. Drei eng­lische Jagdflugzeuge wurden im Lustkampf adge- schosten, ein viertes von der Flak.

Auch gestern wurden die kriegswichtigen Anlagen Maltas von deutschen Flugzeugen in wiederholten Unternehmungen bombardiert. .

Deutsche Flugzeuge erreichten den bereits von unseren Torpedoflugzeugen angegriffenen Ge­leitzug und trafen mehrfach zwei große Handels­schiffe' und zwei Geleitschiffe.

Neue Ritterkreuzträger.

B e r l i n , 11. Febr. (DNB.) Der Führer ver­lieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberstleutnant Werner Marcks, Kommandeur eines Schützen-Regiments im Deutschen rAfrika- korps;

Oberstleutnant Karl Britzelmayr, Komman­deur eines Infanterie-Regiments;

Oberstleutnant Alfred Kuzmany, Komman­deur eines Infanterie-Regiments;

Hauptmann d. R> Gerhard Florin, Bataillons­kommandeur in einem Schützen-Regiment.

Ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, an Oberleut­nant Lorenz Moeller, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader.

Oberstltn. Werner Marcks hatte als Führer einer selbständigen Kampfgruppe hervorragenden Anteil an den großen Erfolgen des Afrikakorps. Durch umsichtige Führung und durch persönlich sehr tapferen Einsatz hat er wesentlich zum Gelingen der erfolgreichen Operationen des Afrikakorps vei- getragen. /

Oberstltn. Karl Britzelmayr hatte sich im Verlauf des Krieges schon mehrfach hervorragend ausgezeichnet. Besondere Verdienste erwarb er sich am 22. Januar, als er mit feinem Regiment bei 35 Grad Kälte nach schwerem Kampf einen von den an Zahl weit überlegenen Bolschewisten zäh ver­teidigten Ort nahm. Hierdurch wurde die Grund­lage für den am folgenden Tage mit vollem Erfolg durchgeführten Angriff der Division geschaffen^

Oberstltn. Alfred Kuzmany durchbrach am 24. Januar mit dem Spitzenregiment der Division als Stoßkeil den von allen Seiten aiff ihn ein­dringenden Feind und stellte mit seinen tapferen Infanteristen die Verbindung zu einer Kampfgruppe her, die bei den schweren Abwehrkämpfen vorüber­gehend eingeschlossen war. Dieser große Erfolg ist in erster Linie der unbeugsamen Energie, der selb­ständigen Entschlußfreudigkeit ünd der hervorragen- oen persönlichen Tapferkeit des Oberstleutnants zu verdanken. -

. Hauptmann d. R. Gerhard Florin hatte sich t___Cti.th.riAA» aaaah SY? nfrtw rtrnn Protrh

Der feurige Ofen

Roman von Hans von hülsen

13. Fortsetzung. z (Nachdruck verboten.)

Der Entschluß, sich von der seft Generationen zum heilig gehüteten Familienbesitz gehörigen So­phienau zu "trennen, war dem Baron Fehr' sauer geworden, wie nichts fest dem frühen Tod der ge=- liebten Frau. Und diesmal hatte keine Ulla ihm zur Seite gestanden, seinen inneren Widerstand ^stärkend wie damals, als ihm der Gedanke zum erstenmal naheaebracht worden war; umgekehrt: diesmal war Ullas Verlangen nach Auszahlung ihres Muttererdes die Haupttriebfeder gewesen!

Umsonst alles Rechnen, alles Jonglieren mit Posten, alles Hin- und Herschteden mit Zahlen! Das Ende aller Ueberlegungen war immer gewesen, daß er runde hunderttausend Mark brauchte teils, um Ulla unverzüglich auszahlen zu können denn sie um Aufschub zu bitten, duldete sein Stolz nicht, teils auch, um einiges flüssige Kapital für die durch die bevorstehende Heirat notwendig wer­denden Veränderungen zu haben.

Aber auch nachdem er den sauren Entschluß ge­faßt und den Brief an dieSächsischen Glashütten" in Dresden zur Post gegeben hatte, mochte er nicht un den vollen und endgültigen Ernst glauben. Er stand im kleinen Büro ter Sophienau vor den Bildern von Vater und Großvater und fragte sich, was die teiten wohl von ihm denken würden, wenn sie um feisten Schritt wüßten; und die Antwort, die feine Ausrichtigkeit ihm gab, lautete nicht sehr schmeichelhaft ..., er dachte an all' die Gründe, mit denen Ulla damals gegen jeden Verkauf gewesen mar, daß eine wertvolle alte Tradition zerstört werten würde, wenn die anonymen Mächte des Kapitals hier ihren Einzug hielten; daß es um die feit Menschenaltern vererbte und verfeinerte Fähig­keit eines ganzen getreuen Stammes von Arbeitern von denen viele wahre Künstler, geschehen wäre, wenn hier an die Stelle persönlicher Werk­arbeit die öde Gleichmacherei derFabrikation" träte.

Er war überzeugt, auch jetzt würde Ulla leiden­schaftlich zu diesen Argumenten stehen und auf die Forderung verzichten, wenn er zu ihr ginge und

ihr sagte, mit welchen Opfern allein er sie erfüllen könne; doch gestern hatte er das nicht über sich ver­mocht, und heute war Ulla fort, war demonstrativ abgereist und hatte sich so selber der Möglichkeit be­raubt, das zu verhüten, was sie gewiß tadelte. ,Uebernimmt sie damit nicht ein Stück Verantwor- tuna?', dachte er rabulistisch.

Aber Reue und Zweifel, Zweifel und Reue blie­ben Tag und Nacht lebendig; und selbst noch als die große Limousine derSächsischen Glashütten" bereits von der Kreisstraße nach dem Schlosse ab­bog, erschreckte Christian Fehr seinen Forstmeister durch die bündige telephonische Frage: ob es mög­lich sei, in ... sagen wir vierzehn Tagen für hun­derttausend Mark Holz 3U verkaufen oder die em» sprechende Menge Waldbesitz abzustoßen. Eine Frage, die Forstmeister Koch natürlich nur tief ver­wundert verneinen konnte.

Der Hörer auf der Nickelgabe war noch warm von Fehrs heißer Hand, als ter alte Fabian in die Tür trat und meldete:

Herr Direktor Abbeg."

Christian Fehr fuhr, wie von einem giftigen In­sekt gestochen, hinter dem Schreibtisch hoch:

Direktor Bönike! Du hast dich verhört!"

Aber Fabian schüttelte nur den grauen Kopf: er habe sich nicht verhört, Abbeg habe der Name ge­lautet, und draußen stehe der Dresdener Herr, der schon einmal hier gewesen sei.

Warte!" Fehr ging mit seinen langen Beinen ein paarmal durchs Zimmer, um sich zur Ruhe zu zwingen. Abbeg! Ihn wiedersehen! Auge in Auge! Plötzlich fiel ihm ein, warum zum Teufel er sich denn so aufrege, Abbeg gegenüberzutreten jetzt, da er demRaubfisch" die er gierte Beute doch endgültig abgejagt hatte? Ach, Marion! Nein, das war doch eher lustig! Dieser glückliche Ge­danke gab ihm mit einem Male Ruhe und Sicher­heit wieder. Und er ließ bitten.

Abbeg kam über den Teppich, kurz, ftämmia, ge­drungen, im grauen Straßenanzug; das schräg durchs Fenster fallende Soiinenband huschte über den Terzen auf seinen glattrasierten Schädel und ließ für eine Sekunde seine Fischaugen glasig auf- schirnrnern.

Müssen mit meiner Wenigkeit vorliebnehmen, Baron", sagte er: ,Herr Bönike hat gestern auf der Heimfahrt vom Theater einen leichten Autoun­fall gehabt, jo habe ich für ihn einfpringen muffen.

Die

glückliche dritter «igen ho< Else Fh Emil Fii SS-Obers

z. Z.i ließen, den y.

mb Jugoslawien mehrfach hervorragend bewährt. Auch im Feldzug gegen die Sowjets hat er sich immer wieder durch kühnen Wagemut ausgezeichnet. Hauptmann Florin hatte durch den vollen Einsatz einer Person immer wieder entscheidenden Anteil an den großen Erfolgen seiner Division.

Oberleutnant Lorenz Moeller hat sich auf allen Kriegsschauplätzen als Flugzeugführer, Kettenführer und Staffelkapitän hervorragend bewährt und sich vor allem bei den Luftlandeunternehmen in Hol. land und auf Kreta sowie in Nordafrika ausgezeich^ net. Auch im Ostfeldzug hat er an allen Fronten Hervorragendes geleistet.

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nur Geschäftliches geredet; und gleich nachher, im Herrenzimmer, beim schwarzen Kaffee, packte der Direktor seine Papiere wieder in die Mappe und sagte:

Also, Baron, ich denke, wir kommen ohne Um­stände zum Abschluß."

Einverstanden." Fehr sagte es rasch, obgleich ihm nicht völlig wohl dabei war. Während der gan­zen beiden Stunden hatte er sich vergeblich den Kopf nach einem letzten Ausweg zerbrochen gar zu gern hätte er Abbeg unverrichteter Dinge wcg- gefchickt ...Vorausgesetzt, daß Ähr Gebot unver­ändert ist", fügte er hinzu.

Nicht ganz, Baron. Wir schlagen vor: neunzig- tausend bar auf den Tisch des Hauses/'

Ueberrascht hob Fehr die Brauen. Ein Wink des Schicksals war es das? Verstand er recht? Wollte es ihm in letzter Minute die Möglichkeit des Rück­zuges offenhalten? . .

Das ist um volle Zehntausend weniger als un vorigen Jahr, Herr Abbeg. Und unter diesen Um­ständen weiß ich doch nicht ..." Er sagte es ins Blaue hinein, Hm war allzu klar, daß nichts da- hintersteckte...

Als vor einem Jahr, Baron. Sehr richtig. Und da liegen auch die Gründe. Natürlich, der Wert eines Unternehmens fann in einem Jahr um zehn Prozent und mehr steigen. Er kann aber um eben, soviel sinken. Wenn nämlich nichts hineingesteckt wird, wenn man nur so fortwurstelt, wenn man es verfallen läßt."

,Du weißt wohl nicht, mein zweifelhafter Freund, wie grob du bist?' dachte Fehr, dem sich die Stirn rötete.

Aber wir sind keine Unmenschen, Baron, Wir bieten Ihnen einen Ausgleich. Und zwar in Gestalt eines langfristigen Lieferungsvertrages für Brepn- Holz zu stabilem Preis. Verstehen Sie? Die Lage auf dem Hvlzmarkt ist unübersichtlich, nie­mand kann die Preisgestaltung voraussagen. Ich glaube, Sie machen ein gutes vor allem ein sicheres Geschäft, wenn wir Ihnen auf drei Jahre Den Preis von heute garantieren. Und wir werden ganz andere Mengen benötigert, als Sie mit ,Klein, aber fein' bisher verbraucht haben. Zu diesen Be­dingungen können wir sofort abschließen per Jahresultimo."

,Per Jahresultimo'. Das war in drei Tagen .h (Fortsetzung folgt)

Reichsminister Or. Todt nach Berlin, überführt.

Berlin, 11. Febr. (DNB.) Die sterbliche Hülle des durch ein tragisches Geschick mitten aus feinem verantwortungsvollen Einsatz im Dienste der Na­tion gerissenen Reichsministers Dr.-Jng. Todt traf am Mittwoch in der Reichshauptstadt ein und wurde unter starker Anteilnahme der Bevölkerung feierlich nach der Neuen Reichskanzlei übergeführt, wo auf Befehl des Führers der feierliche Staatsakt statt- finden wird.

Der Führer hat auf Vorschlag des Stabschefs der SA. der Schützenstandartel, München, den NamenFritz Todt" verliehen. Mit SA.- Obergruppenführer Todt hat die SA. einen ihrer Besten und Treuesten verloren. Früh schon reihte er sich in die Sturmabteilung der NSDAP, ein. Bereits 1924 schwebte vor dem Amtsgericht Mün­chen ein Untersuchungsverfahren gegen ihm wegen verbotener Fortsetzung der Parteiarbeit. Seinen ersten SA.-Dienst tat er im Sturm 4 der Reserve- Standarte 16 (Lisi) in München, bei der er auch vereidigt wurde. Aus Teilen dieser Standarte bil­dete sich später die SA.-Schützenstandarte 1, die nunmehr den NamenFritz Todt" trägt. Während ter Kampfzeit stand Todt als Truppführer und später als Sturmfuhrer im Sturm 4. Er war einer der besten Aktivisten feiner Standarte, der bei jedem Einsatz in vorderster Front stand. Nach der Macht­übernahme erfolgte die Zuteilung des damaligen Standartenführers Todt zum Stab der Obersten SA.-Führung. 1938 beförderte ihn der Oberste SA.- Führer zum Obergruppenführer.

Botschafter Attoiico gestorben.

Rom, 9. Febr. (Europapreß.) Der italienische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Bernardo Atto- l i c o, ist nach längerer Krankheit am Montag-- morgen im Alter von 62 Jahren g e ft o r b e n.

Attoiico war 'einer der hervorragendsten italieni­schen Diplomaten. 1927 wurde er italienischer Bot. schafter in Rio de Janeiro, 1930 in Moskau und 1935 Botschafter in Berlin, wo er in hohem Maße zur Entwicklung der deutsch-italienischen ^Beziehun­gen beitrug. Am 29. April 1940 war er zum Bot- schafter beim Heiligen Stuhl ernannt worden.

Anläßlich des Ablebens Attolicos hat der Füh­rer Frau Attoiico telegraphisch seine nteilnahme übermittelt, uch der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop hat telegraphisch Frau Atto­iico sein Beileid ausgesprochen, sowie dem Duce und Außenminister Graf C i a n o die Anteilnahme der Reichsregierung übermittelt.

Britische Schmuggelgeschäfie in Spanien.

M a d r i d , 11. Febr. (DNB.) In Spanien ist man einem umfangreichen britischen Schmuggel- g e s ch ä f t auf die Spur gekommen, durch das die seit einiger Zeit in Spanien herrschende Fleisch­und Fettknappheit Aufklärung findet. Eng­lische Agenten, die ihren Sitz in einem Madrider Hotel hatten, kauften bei spanischen Konserven­fabriken und Bauern große Mengen Fische und lebende Schweine auf, um sie auf Schleichwegen nach England zu bringen. Die Schweine wurden herdenweise überdie Grenze nach P o r. tugal getrieben, dort geschlachtet und das Fleisch nach England verladen. Den spanischen Bauern wurden verlockende Preise in Sterlingspfunten ge­zahlt. Die Fischkonserven wurden nach Bestechung von spanischen Fischern auf Schaluppen oder kleinen Küstendampfern verfrachtet und dann auf hoher See in englische Handelsschiffe geladen.

Diese britischen Schiebermethoden haben besonders deshalb Empörung hervorgerufen, weil die eng­lische Agitation systematisch versucht, den Deut- scheu die Schuld an der s p a n i s ch e n L eb e n s - mittel not in die Schuhe -zu schieben^

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