Einzelbild herunterladen

Beilagen:

'ey

leieSenex ^amilienblättex > Heimat imBild DieScholle

am

Kra

mw

, zu haben bei

Tokio, 11. $ebr. (DAV.) Das kaiserlich 3apa- ßische Hauptquartier gibt bekannt:

Die kaiserlich japanischen Truppen, die seit heute trotz feindlichen Widerstandes ständig Fort- Dritte machten, stürmten heute morgen kllhr japanischer Zeit die Stadt Sin­gapur, wobei sie an verschiedenen Stellen die ^siegten englischen Truppen gefan- ceu nahmen.

*

In 5 2 Stunden haben unsere Trup« pen Singapur erobert", so berichtet der Vertreter der Agentur Domei heute abend aus der Stabt Singapur.Als wir gestern von Tag ah n östlicher Richtung auf Bukit Timah vorstießen, seien unsere Soldaten sich gegenseitig zu: Morgen muffen wir in Singapur fein/ Dabei glühten ihre Gesichter vor Begeisterung, und immer wieder durch­wachen sie Stellung auf Stellung, die fliehen» len Engländer vor s i ch hertreibend.

Wir marschierten in zwei getrennten Kolonnen, »raus besondere Stoßtrupps mit leichten Angriffs- saffen, die sich gegenseitig an Schnelligkeit zu über-

ieder- und enschuß, jankhei- :hmerzen. tg_ 20 Tabletten Apotheken. Erfahrungen! EN J 27/547

Die Ursachen der japanischen Erfolge.

Eine Unterredung mit dem japanischen Botschafter in Berlin General Oshima

Sötfinger.

Professor Tn. in=ÜBi[mer5horf in WürbjgMg er Strömlings« ft und Wissen-

ac. Lteüvertreter M ttlich für imb Tnft 81um;6ein: ffii »Ben, Provinz, Bin­

derei R. Lange 8.8. lenieitet: Hw- Sei öorfiümmei PlÄrL,

,ieten suchten. Als wir uns heute morgen um ? Uhr den ersten Häusern Singapurs am Westaus- panq. näherten, flammte nochmals feindlicher Wider- (lanb auf, der jedoch sofort gebrochen wurde.

Kurz nach 8 Uhr morgens wurde eine Ruhepause -iNgelegt, da wir bis zum äußersten erschöpft waren. Über schon nach wenigen Minuten Aufenthalt waren die Truppen nicht mehr zu halten. Unter begeisterten Rufen drangen sie truppweise in die Straßen Singapurs ein und begannen sofort mit Lusräumungsarbeiten, unterstützt von Einwohnern. Die englischen, indischen und austra­lischen Truppen wurden entwaffnet md in größeren Trupps abgeführt. Ueberall irfönten Banzai-Rufe auf Kaiser und Volk.

'Inzwischen strömten neue Truppen nach Singa- pur hinein, die von Malayen und Indern mit Keinen japanischen Flaggen begrüßt wurden. Neber uns, in geringster höhe, flogen unsere Fliegex, mit denen wir beaeistexte Rufe austauschten. Unsere Ar­beit ist beendet, und wsr denken mit Stolz an unser Volk zu Hause in Japan."

Seiden Eroberern Singapurs

Tokio, 12. Sehr. (DNB. Funkspruch.) Ein Be- 'richterstatter der Agentur Domei bei den japanischen btreitkräften in Singapur schildert das Eindringen

gen, fällt er doch mit dem Tag zusammen, an dem Japan mit dem erfolgreichen Endkampf um die britische Zwingburg Singapur ein neues Kapitel seiner Geschichte beginnt. Vormittags fand im Kaiserpalast in Tokio in Anwesenheit des Tenno ein feierlicher Staatsakt statt, an dem außer den Mitgliedern der kaiserlichen Familie auch Ministerpräsident General T o j o und alle Kabi­nettsmitglieder sowie viele andere hohe Würden­träger teilnahmen. Zur gleichen Zeit, da in Tokio der Ahnen gedacht wurde, brachte ein persönlicher Vertreter des Tenno am Kaschihara-Schrein in der Präfektur Nara seine Huldigungen W. Die Ja­paner feiern am 11. Februar chren Reichsgrün­dungstag als einen der vier großen nationalen Feiertage Japans. An diesem Tage soll, nach der offiziellen Chronologie, vor 2602 Jahren, also im Jahre 660 v. Ztr. Jimmu Tenno als erster die Kaiserwürde angenommen haben.

hinweisend auf diehistorische Bedeutung des 11. Februar" erklärt die Presse übereinstimmend, daß das britische Empire in seinen Grundfesten erschüttert fei. England habe nicht nur Oftafien oerloren, sondern sei auch seiner Macht st ellung im Indischen Ozean beraubt, was gleichbedeutend sei mit dem Nie­dergang der Weltmacht.

Annahme von Amelsen für die Mittagsnummer bis 81/» Uhr desBormittagS

Ameisen-Preife:

Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Texttetl 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malstaffel I AbfchlüsseMengenstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/. mehr

idcheß

Zuweisung6^ amt. *

^IterswejL-^aa \1tR tsstidtfi*.

H.Fehrn»'

1.30Üb'

Ein Rückblick und Busblick.

Japanische militärische Sachverständige zur Eroberung Singapurs.

35000 Briten und Inder eingeschloffen.

Singapur, 12. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die ersten japanischen Truppen, die am Mittwoch­morgen in Singapur eindrangen, gehörten der so- Smannten Tagah-Gruppe an, die vom Flug- afen Tengah aus in direkt, östlicher und südöstlicher ichtung vorgedrungen waren. Gegen Mittag {türmten die Kranji- und Mandai-Grup P e, bie östlich über die beherrschende höhe von B u k i t Timah vorgestoßen waren, den nordwestlichen Teil Singapurs und drangen von dort in das Zen­trum der Stadt ein. _

: Nach der Einnahme der Stadt find etwa 3 5 0 0 0 $ rite n und Inder von den Japanern eingefchloffen worden. Große Verstärkungen für die britischen Verteidigungstruppen wurden zwar ous Indien und Australien erwartet, diese sind je­doch nicht mehr nach Singapur herangekommen.

Die gesamte Stärke der britischen Empiretruppen Singapur und Malaya soll etwa 100 00 0 Hann betragen haben, von denen drei Viertel in en Kämpfen äuf der Halbinsel Malaya gefangen» Unorumen worden fy&

Eintritt zu Osterei jQ man Freund und, Feind nur schwer

Merscheiden.konnte. Die britischen Batterien auf her höhe eröffneten das Feuer, als sich die Japaner auf der Hauptstraße näherten. Gewehr- und Maschi- nengewehrfeuex setzte dann ein, und als die_Japa- ner ihren Angriff eröffneten, war die Schlacht schnell im Gange. Die Briten wurden aus ihren Ttellungen vertrieben und die Japaner ließen ihnen auf ihrem Rückzug keine Ruhe, sodaß sich weitere heftige Nahkämpfe in der Dunkelheit entspannen. Die Ueberlebenhen der britischen Streit- hafe, denen es gelang, heil zu entkommen, zogen ßch in die Stadt Singapur zurück, wohin sie von ben japanischen Truppen verfolgt wurden.

»nie*

»,7-

50 dl«

meter tiefe Verteidigungsstellung zwischen und Iohur B a r u zu durchstoßen. Nur so ist es M erklären, daß Singapur hauptsächlich nur nach her Seeseite hin befestigt worden ist. Was die Engländer ferner nicht erwartet hatten, war der Entschluß der japanischen Führung, nach der Sen­dung an her Ostküste sofort zur Westküste durchzustoßen und bas Schwergewicht aller Operationen an die Westküfte zu verlegen. So gelangen immer wieder Ueberflügelun = gen Uyd Einkreisungen und in rascher Folge neue Landungen in Flanke oder Rücken des Geg­ners. Bei ausgezeichneten Straßenoerhältnisfen konnte der Nachschub ohne Schwierigkeiten durchge­führt werden, während die Angrifssgruppen unter dem Klima und Gelände stark zu leiden hatten. Trotz dieser Umstände sind die Verluste, gemessen an den Erfolgen der zwei Kampfmonate, außer-

Sonne vom Mast weht.

agSw UCK Die Schlacht um B u t i k - T e m a s hatte sich von indenburgwall 211 einem Artillerieduell in einen verzwei -

hat erzählt, daß es für den japanischen Sowaten keine Feldpost gebe, daß es ihm verboten fei, Briefe zu schreiben und zu empfangen. Das stimmt natür­lich nicht, aber es ist richtig, daß her Soldat in dem Augenblick, wo er fein heim verläßt, nicht mehr her Familie gehört, sondern dem Reich und dem Kaiser. Der Tod ist für den Japaner nur ein Uebergang in ein besseres Leben, und her Tob auf hem Schlachtselb ist her schönste, den wir kennen. Man hat von besonderen japani­schen Tobesbataillonen, Todespiloten und Selbft- morbschwimmern gerebet. Derartiges erzählen nur Leute, die uns nicht kennen. Wir sind keine Despe­rados, aber jeder einzelne Sol bat, der Bauernsohn, wie der Sproß einer tausendjährigen Familie, geht in den Tod, ohne mit der Wimper zu zucken, wenn er dadurch den Befehl des Kaisers ausführt, dem Reich und feinen Vätern dient."

Frage:Die japanischen Truppen an der Burma-Front sind auf bem Vormarsch nach Indien. Welche politische Wirkung wird der ja­panische Sieg in Burma nach her Meinung Ew. Exzellenz auf die Haltung der Tschungking- Re g i e r u n g und die Stellung Indiens haben?" .

Antwort:Der japanische Vormarsch tn Burma hat insoweit eine sehr große Bedeutung, als her für Tschungking lebenswichtige Burma- W e g hierdurch gesperrt wird. Japans Sieg in Burma wird rcher -auch gleichzeM Burmas B e -

Bezugspreis:

Monatlich... .RM.1.80 zustellgebüör -.25

tuet) bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge böberer Gewalt ernsvrechaufcklnff 2251' Diabtanjdjnft:Anzeiger" iofticheck 11686 Franki./M.

Singapur von den Japanern gestürmt

Heftige Kämpfe vor dem Eindringen in die Stadt.

in die britische Metropole:

Männer in khakifarbenen Tropenuniformen stehen ober liegen auf dem Rasen des Rennplatzes von Singapur im nordwestlichen Außenbezirk der Stadt umher. Es find unsere Männer, bie 50 Stunden nach dem Uebergang über die Johur-Straße ihre kkste Ruhepause genießen.

Nach ihrer Landung um Mitternacht des 8. Fe­bruar trieben sie bie kombinierten britischen und Kmpire-Streitkrüfte in einem überstürzten und verworrenen Rückzug vor sich her. Sie singen vorn K r a rt j i Abschnitt über die B u k i t - r e m a s - Straße vor und zerschlugen die letzte bri­tische Verteidigungslinie vor Singapur, die von l a j a n g bis zu den hohen von Temas führte.

Die Gesichter der Männer find verschwitzt und Itoubbededt, hoch sind die meisten emsig mit der Säuberung und Instandsetzung ihrer Waffen und Äusrüftungsgegenftänhe beschäftigt. In ihren stau- bigen Uniformen passen sie wenig zu dem hinter- , .-farheftet ssund des vornehmen Clubhauses und her Sattel- ®we ' Mtze. Ein erhebender Anblick bietet sich auf. der -goßen Tribüne, wo die Flagge der aufgehenden

Kopenhagen, 12. Febr. (Europapreß.) Am Tage des Sturmangriffs auf Singapur gewahrte der japanische Botschafter in Berlin, General Oshima, dem Berliner Korrespondenten des dam- schen Telegrammburos STB. eine Unterredung, in her sich her Botschafter u. a. über die Ursachen her japanischen Erfolge äußerte.

Aus die Frage des Körresponhenten, rote es zu erklären sei, daß die japanischen Truppen in so unglaublich kurzer Zeit einen so u n g e - wohnlichen militärische nEinfatz hatten vollbringen können, der die Welt in Erstaunen Er­setze, antwortete der japanische Botschafter:Die Grundlage für die soldatischen Eigenschaften, welche Japans Soldaten auch in diesem Krieg an den Tag (egen, ist ihre unverbrüchliche Treue zum Tenno, dem japanischen Kaiser. Für einen Ja­paner gibt es keine größere Ehre oder Freude, als diese Treue im Kampf beweisen zu können und, wenn es sein soll, diese Treue mit hem Tobe zu be- fieqeln. Der japanische Solbat tritt durch den Hel­dentod in die Reihe jener tapferen Geister, bie brüben in der Ewigkeit das Vaterland für den Tenno schützen. Dadurch wird er selbst unsterblich. Welche höhere Ehre kann man sich als Untertan bes Tenno vorstellen? Wenn ein Soldat bei uns seine Heimat verläßt, um in den Krieg zu gehen, wirb sein ganzes-Lebensgefuhlv er» ändert. Er gehört nicht mehr seiner Familie allein Drm gehört ßX auch Mw DsrMern- Man

bie Mn $ der

W ZU N S's >J <iu rednuu

werden. 1

II.

nett f.

c Nren bir ®e,"<«fa

7r, uber.

Lnb "Dn Wn

lOn 1912 nt

g-Ichnebnr »offenes $tih, \ _,n bester Er. Lebens. (18/0-1901) e5te große bra. lbe Ecken- r Reichshaupt'

freiung bedeuten, wie unser Ministerpräsident kürzlich im Parlament gesagt hat. Man kann kaum tark genug betonen, welche gewaltige Wirkung dies auf das indische Volk haben wird. Japan wird ein erwachtes und freies Indien freu­dig willkommen h e tjj« n. Ich mochte in hie- em Zusammenhang unterstreichen, daß, wir kein Eroberervolk sind. Wir wollen niemand un­terdrücken; wir wollen alles tun, was wir können, daß die ostasiatischen Völker in ihrem eige­nen Lebensraum selbständig werden. Japan will nur die politische Führung in dem gro- zen o st asiatischen Raum übernehmen, ohne indessen eine Gewaltpolitik zu treiben. Dies ist un­srer Psyche fremd. Wir wollen durch unseren or­ganischen Einsatz nur die Selbsthilfe her ostasia­tischen Volker fordern." .

Frage:Gehört auch A u st r a l i e n zum ost- asiatischen Großvaum?:

Antwort:Was dieser Krieg noch an mili­tärischem Einsatz auch gegenüber Australien bringen wird, kann ich mcht beur­teilen. Das ist Sache unseres Generalstabes. In einem Kriege müssen taktische und strategische Rilck- sichten genommen werden. Wie das Ergebnis aus- sehen wird, wenn der Friede geschlossen und der Krieg gewonnen ist, kann man nicht voraussagen.

Frage:Der Ausfall des Krieges im S t i 11 e n Ozean ist wohl nicht allein von Bedeutung für Japan, sondern auch für bie ganze weitere wett- politische Entwicklung. Wie stellen sich Ew. Exzellenz Ostasiens zukünftige Haltung gegenüber Europa und dem amerikanischen Kontine nt vor?

Antwort:Es ist eine gemeinsame Pflicht für Ost alien und Europa, sich gegenseitig zu helfen. Japans politische Vormachtstellung in Asien wird her Garant für Ruhe und Ordnung tn Oftafien sein. Japan legt außerordentlichen Wert darauf, daß alle freundlich gewonnenen Staaten an der Erschließung dieses riesigen Raumes Mitarbeiten. Was den anderen Teil Jhret Frage angeht, mochte ich be­tonen, daß Japans Kampf in erster Linie zmn Ziele hat, den Untaten ein Ende zu machen, welche die angelsächsischen Mächte durch ihre imperialistische Einmischung begangen haben und wodurch sie ständig bie Ruhe und Ord­nung in Oftafien gestört haben."

Frage:Man hat behauptet, baß Japan nach fünf Jahren Krieg mit Ts ch i a n g ta i s che k kriegsrnübe sei." .

Antwort:Glauben Sie", erwiderte der Vor« schafter hierauf, ,^» eine kriegsmüde Nation Die Kraftanstrengungen vollbringen könnte, welche via- pan in den letzten beiden Monaten vollbracht hat. Die Tatsachen reden doch wohl eine andere Ofiraqe':Es hat im Ausland Erstaunen her- vorgerufen, daß die japanischen Truppen so' und so schwierige Landungen haben durchfuhren können, und man redet davon, daß die lapanische Wehrmacht heimliche Waffen besitzt.

Antwort:Unser Heer, unsere Marine, unfere Luftwaffe haben in langen Jahren eine Ausbildung durchgemacht, welche die Ausgaben vor Augen hatte, die die Wehrmacht in einem kommenden Krieg zu lösen haben würde, und das war eine harte Sckule. Unsere Soldaten sind in Landungsmano, oern geübt, und unser Generalstab hat die Truppen mit d-n richtig Planen °usff°rust-t H°imlrch- Waffen? Was ist eine heimliche Waffe? Wahrschein­lich ist das Geheimnis des Erfolges die richtige An­wendung der schon bekannten

Jubel in Japan.

Tokio, 11. Febr. (DNB.) Die Nachricht von der Einnahme Singapurs wurde im ganzen Land mit ungeheuerem Jubel aufgenom» men. Seit Wochen war immer wieder die Rede davon gewesen, daß Singapur am Tag der Reichsgründung fallen müsse. Doch rech­nete man in weiten Kreisen mit längeren erbitterten Kämpfen, ha es unhenkbar schien, haß die Briten diese ihre wichtigste Position in Ostasien ohne den heftigsten Widerstand aufgeben würden. Um so tiefer war der Eindruck von der Eroberung her Stadt schon nach knapp drei Tagen. Die Glocken aller Tempel verkünbeten den historischen Sieg. In den Straßen der Hauptstadt kam es zu.Ummer neuen spontanen Demonstrationen der glücklichen Bevölkerung, hunderttausende durchzogen die Stadt, die in ein einziges Flaggenmeer getaucht ist. Hauptziel der Kundgebungen waren der Kaiser­palast, wo Zehntausende in nicht endenwollende Banzai-Rufe ausbrachen, und das große National­heiligtum, wo die Bevölkerung bis' in bie späte Nacht ihren toten Helden und Ahnen tiefste Dank-

Tokio, 12. Febr. (DNB. Funkspruch.)Anlage und Durchführung des malaiischen Feldzuges haben in der militärischen Geschichte wenig Beispiele", wurde nach den ersten Meldungen über die Be­setzung der Stadt Singapur bem DNB.-Vertreter in Tokio von japanischer militärischer Seite erklärt.

Man muß sich immer wieder vergegenwärtigen, daß nicht nur bie Kämpfe in Malaya, sondern auch im gesamten südpazifischen Raum, auf den Philip­pinen oder bei hawai Tausende von Kilo­metern fern der heimatbasis geführt werden müssen. Infolgedessen waren lange Vorbe­reitungen notwendig, um den wichtigsten Faktoren in diesen klimatisch wie geographisch gleich schwieri­gen Kämpfen gerecht zu werden: 1. Ausbildung einer aus Heer, Marine und Luftwaffe zusammen- aesetzten Angriffsgruppe. 2. Losung der Transport- frage.

Versorgung und Nachschub einer einzigen Division erfordern zahlreiche Transporter,' die wiederum von Kriegsschiffen gesichert werden müssen. So waren die Landung auf den Philippinen, auf Malaya, Borneo, Celebes und auf den kleinen Inseln im Abschnitt Neu-Guinea gleichzeitig ein Trans­portproblem.

Im malaiischen Unternehmen wog die Transport­frage und die Landung besonders schwer, da mit einer Gegenaktion der britischen Ostasienflotte gerech­net werden mußte. Mithin war ein ausreichen­der Flottenschutz bereitszustellen, ganz abge­sehen vom Einsatz starker Luftformationen. Der Er. folg gegen die britische Ostasienflotte mit der Ver­senkung derPrince os Wales" konnte nicht hoch genug eingeschätzt meinen, da hiermit die wesentliche Voraussetzung für den ganzen malai­ischen Feldzug geschaffen wurde. Man ist deshalb durchaus berechtigt, zu behaupten, daß mit der Ver­senkung derPrince os Wales" gleichzeitig das Schicksal Singapurs entschieden wurde.

Nach der Landung waren zwei große Ausgaben zu losen: 1. Die Sicherung gegen Burma durch einen Angriff und 2. die U e b e r w i n d u n g der Landverteidigung der Insel- fest igung Singapur, die sich bis an die Grenze zwischen Thailand und Malaya erstreckte. Die Engländer hatten anscheinend niemals damit gerechnet, daß es einem von Norden angreifen­den Feinde gelingen würde, diese etwa 1000 Kilo-

; (Singapur.

Singapur war Großbritanniens stärkste Zwing-- burg für den gesamten ostastatischen Raum. Es war der'wichtigste Eckpfeiler in dem angloamerikanischen Festuncjsdreieck HongkongManilaSingapur. Nach 65 Krieqstagen find diese drei Bastionen für immer ausgeloscht.' In 90 Tagen glaubten großspurige Amerikaner und Engländer Japgn niederwerfen zu können; aber der Krieg verlief anders, als man es sich in London und Washington erträumte. In zwei Monaten hat Japan die stärksten Stellungen seiner Feinde in Besitz nehmen können.

Singapur ist nicht allein Japans bisher größter Kriegserfolg, sondern er ist zugleich ein Alarm Zeichen für die ganze Welt, daß nicht einmal die Festung, die von Großbritannien als die stärkste bezeichnet wurde, dem Ansturm seiner Gegner stand­zuhaften vermochte. Mit dem Namen Singapur verknüpft sich die britische Weltmacht schlechthin, denn Singapur übertraf in Anlage und Umfang alle Stützpunkte des britischen Empires.

DerEntdecker" Singapurs, Sir Stamford Raff­kes, hat die Bedeutung gerade dieser kleinen Insel für Englands Herrschaft voll erkannt. Als er das Sumpfgebiet mit den wenigen Fischerdörfern 1819 für England kaufte, wies er bereits darauf hin, daß Singapur derKommandoposten" über China, Japan und Siam werden würde. Seine Prophezei- ung hat sich fast völlig erfüllt Die erste Bedeutung Singapurs lag zwar in seinem vorzüglichen Han- delshafen, der bis zum Weltkrieg in immer stärke, rem Umfang ausgebaut wurde und für die Schiff­fahrt im Pazifischen und Indischen Ozean einer der wichtiasten Stützpunkte war. Nach dem Kriege aber begann England den Hafen Singapur zu einerun­einnehmbaren" Festung auszubauen. Mit kurzen Unterbrechungen wurde von 1922 bis 1939 ein Sy­stem von Befestigungen angelegt, das Singapur zur stärksten Festung der Welt machen sollte. Mehr als 300 Millionen Mark haben diese insbesondere tn den beiden Jahren 1938 und 1939 noch beschleunig­ten und gesteigerten Bauten verschlungen. Am 14. Februar 1938 eröffneten die Engländer im nord­östlichen Teil der Insel dengrößten Knegshafen der Welt", der in der Lage war, die gesamte bri­tische Flotte aufzunehmen. Wenige Monate vorher hatte Sir Samuel Hoare bereits-erklärt, daß der Flottenstützpunkt Singapur der britischen Flotte eine Bewegungsfreiheit verleihen würde, die sie in der Neuzeit bisher nicht besessen habe. Zwei riesige Docks ermöglichten die Reparatur auch der größten

ordentlich gering.

Nach Erreichung der Südspitze der Halbinsel, also nach Beseitigung der gesamten Verteidigung zu Lande, war das Schicksal Singapurs bereits ent­schieden. Wenn in knapp drei Tagen auch auf der Insel selbst die starken Befestigungen genommen merde-tt konnten, so lag dies haupffächlich an dem fanatischen Kampfgeist einer bis ms kleinste vorgeschulten Truppe und an der fast bei- spiellosenZusammenarbeitder einzelnen Teile der japanischen Wehrmacht. Allerdings so wird von militärischer Seite betont find die Kämpfe um die gewaltigen Befestigungen des Jn- f elgebietes südlich Singapur noch nicht abgeschlossen und unterer Flotte stehen noch schwie­rige Aufgaben bevor.

Es braucht nicht hervorgchoben zu werden, daß Singapur bas Zentrum einer strategischen Vertei- digungs- und Angriffsbasis gewesen ist, in die der niederländische Inselbesitz sowie Au- ft r a l i e n in jeder Hinsicht eingeschlossen waren. Ohne Singapur können die niederländisch-indischen Inseln nicht gehalten werden, und Australien ist heute voll­ständig isoliert. Das ist vom Gesichtspunkt des neuen großasiatischen Lebensraumes das nächstlie­gende und wichtigste Problem für Ja­pan. Selbstverständlich erwachsen im Rahmen die­ses gegen England und die USA. geführten Krieges nach der Einnahme Singapurs neue strategische Aufgaben.

barfeit darbrachte.

Japans Reichsgründungstag wurde heutigen Mittwoch besonders feierlich began-

aTLN 192. Jahrgang Nr. 36 Qntt fürT erscheint täglich, außer Honntaas und feiertags

a Donnerstag, (2. Sebruar M2

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen