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Kinderreiche und Kriegsopfer bevorrechtigt.

Jim zur Sache zu kommen, Doktor: ich habe in=

sie hören, was er ihr antworten mußte? Daß erUm zur Sache zu kommen, L° tor: tcy yaoe m- LLLL'.S-'"" w' 'SÄS'ÄÄ

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(Nachdruck verboten.)

« Fortsetzung

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Er war noch völlig verstört, als er in Santacillas

Weshalb regen Sie sich so auf? Wenn es Sle be>

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Forester schüttelte den Kopf:Nichts davon! Aber Sie haben mir mit Ihrer Schweigepflicht eme^ekel­hafte Suppe bei Senorita Orgassa eingebrockt.

Santacilla verzichtete daraus, Forester zu ttosten.

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®as ist Ihnen, Frank?' fragt- Karen besorgt, »'»qr. - - -

den ich für äußerst gefährlich halte. Was sie chm sagte, gibt den Inhalt des Gespräches, das ich mit ihr führte, ziemlich genau wieder. 3d) habe es leider nicht selbst abgehört, sondern nur ein Stenogramm davon bekommen. Wenn wir Zeit genug hätten,

Wie Sie wünschen, Frank, Sie könnenmir zum Beispiel erzählen, was Sie heute vorhaben."

Santacilla hat mich ausdrücklich zum Schweigen gegen jedermann verpflichtet", sagte Forester un­glücklich. .Können wir uns nicht über etwas ande­res unterhalten?"

Selbstverständlich! Fangen Sie nur an! Es gibt so unendlich viele dankbare Unterhaltungsstoffe Bücher, Kunst, Musik"

Forester schien auf glühenden Kohlen zu sitzen. Zwischen Supne und Nachtisch blickte er mehrmals heimlich nach der Ubr, und als er sich endlich ver­abschieden durfte, glich sein Abgang einer kopflosen

würde ich es Ihnen vorlesen.

Ich kann Ihnen jetzt nur sagen, daß ich den Em- bnicf gewonnen habe, in dem an sich unverfänglichen Wortlaut sind Untertöne, die darauf schließen lassen, daß sie den nervös gewordenen Partner beruhigen mußte. Sie versuchte, chm die Furcht vor unange­nehmen Ueberralchunaen auszureden."

Wer ist der Gesprächspartner?"

Nichts für ungut, Doktor, aber die Sache ist noch zu beiß. Vielleicht würde ich mit Ihnen darüber sprechen, wenn Sie sich bam entschließen könnten, den weißen Kittel auszuziehen und zur Kriminal­polizei umzusatteln. Sie Haben viel Talent dafür.

Mit bestem Dank abgelehnt. Don Santacilla!"

Ich habe das befürchtet. Aber um auf unseren Fall zurückzi'kommen. Das Gespräch zwischen der Perano und M'ster X ..."

Mister I?" fiel Forester ein.

Senor X*, verbesserte sich Santacilla unb Jab Forester an. als wi-derhole er seine Meinung über Foresters kriminalistische Talente.Das Gespräch allo endete mit einem harmlosen Hin und fier, eine Tarnung geschäftlicher Art sozusagen, nachdem das Private erledigt war. und endete mit einem Satz, d^r mir zu denken gibt. Die Perano sagte wörtlich: Kommen Sie gegen zehn Uhr doch einmal bei mir vorbei, ich möchte Ihnen das Feu-rzeuq zurück- geben das Sie gestern bei mir verpesten haben.

..Das ist toll! Feuerzeng ... Natürlich ist das nichts als em Tarnwort für Pistole!"

Es scheint ein Tarnwort zu fein', sagte Santa- cilla vorsichtig.

..Ich verst-he Sie nicht, Don Santacilla. daß Sie auf dieses Gespräch hin auch nur eine Sekunde ge-

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Lusbredjen.

Daß gerade Sie mir das zutrauen!" sagte er verzweifelt. t . . ., o

Zutrauen? Was ist schon dabei? Und gerade ich? Das wollen Sie damit sagen?" Sie beugte sich vor. 5r starrte sie an. Weshalb quälte sie ihn so? Wollte

zögert haben, das Frauenzimmer zu verhaften. Sie hat die Waffe und will sie loswerden. Wenn wir mit unserem Ueberrumpelungsversuch Schiffbruch er­leiden, wenn die Perano auch nur den geringsten Verdacht schöpft, daß da etwas nicht stimmt, hat sie in der Viertelstunde zwischen Ihrem Anruf und meinem Erscheinen Zeit genug, die Waffe ver­schwinden zu lasten und selbst zu verschwinden."

Erstens ist das ,El Faro' seit Stunden umstellt; wenn sie die Waffe hgt, kann sie uns nicht entgehen. Und zweitens vergessen Sie, Doktor, daß unser Unternehmen nicht so sehr der Waffe gill, sondern fast hauvtsächlich bezweckt, auch Brackmanns Schuld­losigkeit'im Falle Buena Esperanza festzustellen."

Forester hatte keinen Einwand mehr; er blickte auf feine Uhr.

Dann wird es Zeit, Don Santacilla."

Santacilla zog seine Schreibtischlade auf und holte einen Browning hervor. Er überreichte ihn Forester, der das Magazin herauslprinaen ließ und die Ku­geln untersuchte. Santacilla grinste flüchtig.

Vorsicht ist besser als Nachsicht, Doktor, was? Eine schöne Bescherung, wenn ich die falsche Pistole erwischt hätte; aber Sie dürfen unbesorgt fein, alles Kugeln sind pränariert. Trakdem würde ich Ihnen raten, nicht zu dicht an die Mündung zu gehen."

Forester ließ den Browning in feiner Tasche ver­schwinden.

Und da haben Sie Ihre Legitimatton. Künstlich gealtert. Kostet ein Jahr mindestens, wenn Sie ver- gellen sollten, mir das Ding nach Gebrauch abzu­liefern." ,

Forester schob auch die grüne Karte in seine Brusttasche. Er rieb sich die fiänbe.

Von mir aus kann es losgehen, Don Santacilla." Santacilla griff nach dem Telephonhörer. Er kur- beite dreimal und starrte auf den Apparat. In feiner Haltung war etwas von der starren Konzentration eines Schauspielers, der hinter den Kulissen auf das Stichwort für seinen Auftritt märtet Die Verbin­dung wurde hergestellt. Santacilla preßte den fiörer ans'Ohr.Madame Perano selber?" fragte er.

1 (Fortsetzung folgt.)

Für einen Augenblick verstummte er.Was den- ten Sie von mir?" stammelte er schließlich entsetzt. !Ich habe ein paar alte und leider rüstige Tanten, lile reich und vielseitig sind und mir in einem ge­eisten Turnus das Leben mit ihrem Besuch sauer nachen. Die gute Behandlung in diesem fiotel ver­danke ich ihren Trinkgeldern?

So?" sagte Karen; es klang, als ob sie die Existenz dieser Tanten bezweifle.

,Zch schwöre es Ihnen!" beteuerte er mit Nach- hrucf.

Sie brauchen sich vor mir doch nicht zu ent» -Huldigen, Frank", meinte Karen mit einem Aus­druck, als wolle sie sagen, sie kenne doch die Welt.

Ich entschuldige mich ja auch gar nicht, ich stelle rur die Wahrheit fest!"

Also schön und schließlich märe es ja kein Zerbrechen gemesen. Aber seien Sie unbesorgt, Trank, ich roerbe mich beim Oberkellner nicht nach hen alten Tanten erkundigen."

Forester schnappte nach Luft. Er sah tatsächlich

Fahrt nach Verakmz geknüpft hatte, hatte er end- gültig aufoeben müssen.

Hallo, Doktor", fragte Santacilla,mas ist mit Ihnen los? fiaben Sie Lampenfieber oder Be­denken?" Er hatte eine Weile dazu gebraucht, um diesen diplomatischen Ausdruck fürAngst" zu

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Denn es keine alten Tanten roaren, dann bin ich i-er letzte. Ihnen Ihr Vergnügen zu mißgönnen. Sie sah ihn aufmerksam unb ein memg erwartungs- ::On an. Forester öffnete den Munb, als mürbe er nm nächsten Augenblick in ein gräßliches Gelachter

Ein Mann rechnet ab

Roman von Horst Biemath

Zu der Anordnung des Reichsmarschalls als Be­auftragter für den Vierjahresplan über die 23er» mietung frei merbenber Wohnungen finb jetzt bie Ausführungsbestimmungen ergangen, die im Reichs­arbeitsblatt mitgeteilt unb erläutert werden. Damit ist eine neue Grundlage für Wohnungsvermietungen in Deutschland geschaffen worden. Die Verordnung des Reichsmarschalls soll am 31. Oktober 1945 außer Kraft treten. ,

Die Ausführungsanweisungen bringen vor allem eine Musteranordnung, die von den einzelnen Ge­meinden erlassen werden kann. Darin wird bestimmt, daß frei werdende Wohnungen ober Neubauwoh­nungen, die bezugsfertig werden, an kinderreiche Familien oder Familien von Kriegsversehrten und Kriegshinterbliebenen zu vermieten finb. Als kinder­reich gilt eine Familie, in deren häuslicher Gemein­schaft mindestens vier Kinder unter 18 Jahren leben. Doch kann bie Gemeinde bestimmen, daß auch bereits eine Familie mit drei Kindern als kinder­reich gilt. Adoptiv- unb Pflegekinder zählen mit. Den kinderreichen Familien stehen Familien von Kriegsversehrten der Stufen II unb III mit einem

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Forester schloß bie Augen, als habe er bie Absicht, sich selbstmörberisch in einen schwindelnden Abgrund zu stürzen.Man kann Ihnen nichts vormachen, Karen", murmelte er mit einem erbärmlich miß­glückenden Versuch, sich die fialtung eines Schwere­nöters zu geben,so alt waren die Tanten tat- ächlich nicht und daß es gerade Tanten waren, will ich auch nicht behaupten und überhaupt, schließlich lebt man nur einmal, nicht wahr? Aber wechseln wir das Thema, bitte!"

Karen machte ein bestürztes Gesicht.

Sprechstunde des Kreisleiters.

Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Don» erstag, 12.11. 42, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt.

Amt für bas Landvolk.

Die Sprechstunbe des Amtes für das Landvolk findet am Donnerstag, 12.11.42, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt.

£mretnorrf=?eier in der Universität.

Anläßlich des gestrigen Langemarck-Gedenktages fand im Gießener Unioersitätsgebaube in der Ehren­halle eine schlichte Feier statt, die der Ehrung der vor Langemarck gefallenen Kämpfer des ersten Welt­krieges galt. Als Vertreter der Universität unb des Rektors nahm der Prorektor Professor Dr. Rauch an der Feier teil. Vertreter der Studentenschaft und der Hitler-Jugend gedachten in kurzen Ansprachen des Opfers der gefallenen fielben unb ehrten ihr Andenken mit ber Niederlegung zweier Kränze, die von dem Prorektor mit kurzen Worten des Ge­denkens in die Obhut der Universität genommen wurden.

Gießener Schlachtviehmarkt.

Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteige­rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 dis 51 Rpf., Bullen 35 bis 50, Kühe 17 bis 47, Färsen 25 bis 51, Kälber 20 bis 57, Schafe 15 bis 48 Rpf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,26 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1 26, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,26, c (90 bis 119,5 kg) 1 24 d (80 bis 89,5 kg) 1,16, e bis f (unter 80 kg) 1'12' gl (fette Specksauen) 1,26, i (Altschneider) 1,26, g2 (andere Sauen) 1,16, h (Eber) 1,16 RM. Markt­verlauf: alles zugeteilt.________,

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chrer Erstellung nötigen Oberstoffe, nur nock gegen Bezugschein verkauft werden. Dabei entfällt eine Punktpflicht (während bei ber 3. Reichskleider­karte noch 30 Punkte für Männer und 25 Punkte ür Frauen abgeschnitten wurden), nur bei Män­neranzügen müssen zusätzlich noch 20 Punkte (bis­her 80 Punkte) abgegeben werden. In ähnlicher Form wird es bei den Knaben- unb Mädchenwinter­mänteln gemacht. Damit ist sicher gestellt, daß ber» enige Teil der Bevölkerung, der einen wirklichen Bebarf durch Abnützung an Anzügen und Mänteln hat, diese auf Bezugschein erhall.

Wesentlich geändert werden die Bestimmungen der Kleidertarte für Jugendliche mit 120 Punk­ten, denn hier sind die Schuhe einbezogen worden. Es ist ein fester Anspruch für die Jugendlichen bis zum 15. Lebensjahr gegeben worden. Es sind zwei Kontrollabschnitte für je ein Paar Lederstraßen­schuhe, fällig am 1.1.1943 und 1.10.1943 enthal­ten, außerdem Abschnitte für sonstiges Schuhwerk (leichte Sommerschuhe, Turnschuhe, Barfuß sand alen, Hausschuhe u. ä.), von denen je 1 Abschnitt am 1.1.1943 und am 1.1.1944 fällig wird. 2 weitere sind für Aufrufe vorgesehen, deren Zeitpunkt noch befanntgegeben werden, aber, wie Präsident Kehrl in einer Pressebesprechuna ausführte, echte Aufrufe sind. Dabei werden Kinderschuhe, die vom 1. Ok­tober 1942 ab bezogen finb, bei Ausgabe der Klei­derkarte abgezogen, denn es wäre nicht gerechtfer- tigt, daß jemand, der gerade einen Bezugschein er­halten hat, nun am 1.1.1943 schon wieder ein Paar Schuhe taufen kann. Die Schuhproduttion ist ent­sprechend gestaltet. Daß diese Kinderschuhe voll ge­deckt finb, fetzt natürlich voraus, nachdem die Schuhe alle auf den 1. Januar 1943 lauten, daß nicht jede Mutter am 2. Januar ihre Kinderschuhe eintaufen will, denn ber Bestand in den Schuhläden ist nicht so groß, daß sämtliche Kleiderkarten an einem Tage gedeckt werden können. Wir haben aber in der Vergangenheit keine Schwierigkeiten gehabt. Es braucht keiner Sorge zu haben, daß die Schuhe nicht da sind oder nicht ausreichend erzeugt werden. Die Erzeugung zur Deckung ber vorgesehenen Schuhe ist voll ausreichend.

Schuhwaren für Erwachsene bleiben bis auf wetteres bezugscheinpflichtig, doch findet insofern eine gewisse Anrechnung auf die Kleiderkarte statt, als für Lederstraßenschuhe 6, für leichte Straßen- chuhe, Ueberschuhe, Haus- und Turnschuhs 3, für Bermsschuhe 2 Punkte abgeschnitten werden. Erne Anzahl von Artikeln wie Sockenhalter, Hosen­träger, Schuhschnüre sind jetzt punktpflichtig, z. T. mit Vs Punkt, zu welchem Zweck 20 Punkte in halbe aufgeteilt wurden.

Eine Neuerung ist schließlich, daß für den jeweils jüngften Jahrgang des Jungvolkes ausreichende Iniformstücke hergestellt werden, die wie die ge- amte HI.-Kleidung zur fiälfte des normalen Punkt- verles abgegeben werden unter gleichzeitiger Er­laubnis ber IV.-Führung, daß diese Uniformen de. tiebig getragen werden können. Die Uniformen kön­nen also genau so gut wie ein Kleidungsstück ge­tragen . werden. Die Iungvolkkleidung ist eine be­sonders dauerhafte und wärmende, und ihr Einkauf wird zur Hälfte der normalen Punkte ermöglicht. Damit ist der Vorteil verbunden, daß die Karte natürlich wesentlich weiter reicht, weil eben ein voll­wertiges Kleidungsstück zur halben Punktzahl ge­kauft werden kann.

Die Kleiderkartenpflicht für Arbeits- und Beru's- kleidung ist unverändert geblieben, 20 v. H. für Be­rufs- und 33 0. H. für Arbeitskleidung.

Außer den 100 Punkten der Erwachsenenkarte und den unverändert 120 Punkten der Jugend­lichenkarte sieht die vierte Reichskleiderkarte noch eine größere Reihe von Kontrollabschnitten vor, die nur mit Ziffern bezeichnet sind. Im Augenblick be­stehen noch keine Pläne über die Benutzung dieser Abschnitte. Da aber die Kleiderkarte schon für Ver­wendungszwecke herangezogen worden ist, für bie sie ursprünglich nicht gedacht war (Eintragung von Hotels im Rahmen des Reiseverkehrs) ist es ober möglich, daß noch weitere Dinge hier in Erschei­nung treten.

Koppelungsmöglichkeiten sind beliebig zwischen der 2. und 3. Klerderkarte nebst den dazugehörigen Zu­satzkarten vorhanden. Die Kleiderkarten können auch mit der 4. Kleiderkarte kombiniert werden. In diesem Falle gilt das Warenwertoerzeichnis der 4. Kleiber­karte. Beim Kauf von Wintermänteln und Män- neranzügen ist die Koppelung unzulässig, b. h. Winteranzüge unb Mäntel können nur auf bie 3. ober 3. und 2. Kleiderkarte gekauft werden. Es kann aber ein Rest von z. B. 20 Punkten der 3. Kleider­karte nicht mit 60 Punkten der 4. zu einem Anzug kombiniert werden, nachdem Anzüge auf bie 4. Klei­derkarte nicht gekauft werden können.

Infolge der stark unterschiedlichen Regelung für die Erwachsenen und die Jugendlichen sind die Altersstufen vom vollendeten 15. bis zum vollen­deten 18. Lebensjahr ungünstig dran. Diese Jugend­lichen werden eine Zusatzkleiberkarte von 30 Punk­ten sofort bei Ausgabe ber Kleiberkarte erhalten, von denen ie 10 Punkte am 1. 4. und 1.10.1943 unb 1.3.1944 fällig werben. Heber eine Zusatzkleider- karte für Jugendliche zwischen 13 unb 17 Jahren : wirb Anfang 1943 entschieden.

wieder zu Boden.

Das ist schon bas zweite Mal", sagte bie junge Verkäuferin streng. Hans Georg hatte sich gebückt. Als er jetzt aus ber Tiefe auftauchte, sagte er stolz unb abmeifenb:Ich habe auch ganz andere Ge­danken zu führen, als Milch zu holen." Die Frauen und Mädchen um ihn lachten laut:fiat man je fo etwas gehört? Gedanken zu führen? Wichtiger als Milch holen?" Es wirbelte nur so um fians Georg.Was für Gedanken wirst bu dir schon machen!" spottete die Verkäuferin.Du wirst wohl etwas ausgefressen haben." fians Georg machte mit dem Milchtopf eine Bewegung, daß der Inhalt in Gefahr geriet.Nein, kommt nicht in Frage! Ich habe etwas Wichtiges au tun."

.Du warst sicherlich daran, etwas zu erfinden. Da hat es dir schlecht gepaßt, daß du Milch holen mußtest", meinte eine freundliche Frau neben ihm. Hans Georg sah die Sprecherin an. Mit einem Blick hatte er heraus, daß man mit ihrvernünftig" reden konnte, und er sagte:Ich bin daran, einen Flugzeugträger zu bauen. Ein Modell. Das ist eine feine Sache. Ich habe alles ganz genau gemacht." Sein Gesicht glühte im Stolz auf fein Werk.Dann wirst du demnächst wohl in der Luft herumfliegen?" fragte die Verkäuferin.In ber Luft Herumfliegen? Mit einem Flugzeugträger?" fians Georg fand keine Worte. Ja. gab es denn wirklich Leute, die einen Flugzeugträger mit einem Flugzeug verwechselten? Er schüttelte den Kopf, sah die freundliche Nachbarin an, und indem er eine unnachahmliche Kopfbewegung nach ber Verkäuferin hin machte, sagte er gering« sckätzig:Fliegen! Die will mit einem Flugzeug­träger fliegen." Unb wieder schüttelte er den Kopf.

Auf dem Weg zur Tür wandte er sich noch einmal zur Verkäuferin um. Ein Flugzeugträger ist ein Schiff, bas auf dem Meere fährt", sagte er nach­drücklich. Dann ging er, den Milchtopf hoch vor sich herttagend, hinaus. M. Th.

unb mehr Kindern sowie von Kriegshinterbliebenen mit mindestens zwei Kindern gleich. Die Pflicht zur Vermietung an bie bevorrechtigten Gruppen gilt jeboch nur für einen gewissen Prozentsatz der frei werdenden Wohnungen. Die Zahl bestimmt jeweils die Gemeinde unter Berücksichtigung der örtlichen Wohnungslage. Soweit die danach erforderliche Zahl von Wohnungen von Bevorrechtigten bewohnt wird, kann der Vermieter weitere frei werdende Wohnun­gen an andere Wohnungssuchende vermieten. Die Anordnung gilt nicht für Wohnungen in Häusern mit einer oder zwei Wohnungen, ferner nicht für Wohnungen mit nur einem Zimmer oder einem Zim­mer und Küche. Eine weitere Ausnahme ist ins­besondere auch für Werkwohnungen vorgesehen.

Soweit eine Wohnung unter bie Anordnung fällt, hat ber Vermieter sie binnen zwei Wochen bei der Gemeinde anzumelden. Diese Frist beginnt bei ver­mieteten Räumen mit dem Tage der Kündigung ober ber Beendigung bes Mietverhaltnisses, bei Neubauten mit ber baupolizeilichen Gebrauchsab­nahme. Der Vermieter hat grundsätzlich das Recht, aus dem Kreise ber in Betracht kommenben Fami-

Aus der Siadi Gießen.

Er baut einen Flugzeugträger.

Der kleine Hans Georg stand im Mllchladen unb wartete, bis er an die Reih« kam. Die Ungeduld war ihm anzusehen: er schlenkerte mit dem Topf, er pielte mit dem (Selb, bas er lose in ber Hand hielt, er trat von einem Bein aufs anbere, und von Zeit zu Zeit strich er sich die dunkle Haarsträhne aus dem Besicht. Dann versank er in Nachdenken, starrte vor ich hin unb vergaß alles, was um ihn war. Wenn man ihn nicht weitergeschoben hätte, wäre er wohl auf einem Fleck stehengeblieben: so aber gelangte er Schritt für Schritt voran unb lanbete schließlich vor ber Verkäuferin. Aber jemand mußte ihm erst einen kleinen Stoß geben, baß er aus seinem Sinnen erwachte. Da ließ er sein Gelb fallen, hob es auf, teilte die Milchkanne hin und murmelte:Andert- jalb Liter." Als er bezahlen wollte, fiel fein Gelb

ern mit dem sinnvollen Ausdruck eines (elfen linbesraufchens über ben Gräbern ber Gefallenen, tne tröstende Hornmelodie stellt sich ein, im Hin- rgrund sind Glockenklänge vernehmbar. Der stim- imgsmäöig hervorragend erfaßte Gesang weist genwillige Akkordfolgen bei den Bläsern auf. Der ttte Gesang hat ein heroisches Bläserthema, das jer einen steigenden Mittelteil das Bejahende im lobe unserer Helden machtvoll zum Ausdruck bringt mb so den Gesang krönend abschließt.

Erwin August Dekker.

Helbenmolette über ein Aührerwort.

Bei einer Heldenehrung in der Krypta des Dölker- Machtdenkmals in Leipzig erklang von der Kan- irei der Staatlichen Hochschule für Musik unter leltung des Komponisten die Motette über ein Wrerwort für Chor unb drei Posaunen von Jo« i).inn Nepomuk David. Nach dunkler Bläser- i troduktion wirb eine hymnische, feierlich schrei­ende Melodie über die WorteWer seinem Volke j: die Treue hält" im polyphonen Fluß der Stim- ren weitergegeben. In mächtigem Aufschwung mit reit gespanntem melodischem Bogen ertönt bann ,^er soll in Treue nie vergessen fein". Ergreifend s almodiert ber Chor in die verklingenden Bläser- ckkorde hinein die WorteNie vergessen". Das 0ert hinterlieh einen tiefen Eindruck. Willy Stark.

Carl Buffe zum Gedächtnis.

Am 12. November wäre Carl Buffe, ber Lyriker, (rzähler unb Kritiker, siebzig Jahre geworden, renn er nicht als letztes Opfer des Weltkrieges, im Spätherbst 1918, bahinaegangen wäre. Buffe gab cs Zwanzigjähriger feine erste Ged chtfammlung 1-raus. Daß er die auf feine frifch beginnende ü)rit gefetzten Hoffnungen nicht hat erfüllen fön­ten, war die Tragik feines Lebens. Als Erzähler trifte er verhältnismäßig spät; hier hat man ihn ra feinen besten Arbeiten, man denke an dieOft- närkischen Geschichten", bie RomaneDas Gym- lofium von Lengowo" undDie fioermanns", an l.e ErzählungenFlämmchen",Sturmvögel" ober m bas leichthumorigeWinkelglück" einen werden- len Fontane genannt. Besonders bekannt ist Carl Suffe als Verfasser von Literaturgeschichten gewor- len. 2115 Heinrich Hart starb, übernahm er die RubrikNeues von Büchertisch" für Velhagen t Klafings Monatshefte. Auch eine Reihe guter Anthologien finb ihm zu banken. Manche feiner Ge­lachte mürben von Richard Strauh unb anderen izrtont

hochschulnachrichten.

Der 0. Professor i. R. Otto W-i 1 ckens aus 8ionn wurde zum Direktor des Geologischen Instt- iits ber Rejchsuniversität Straßburg bestimmt. !B76 in Bremen geboren, gehörte er schon einmal ION 1913 bis 1918 ber Straßburger Universität an. Cr studierte in Straßburg, Berlin, Heidelberg und Freiburg und promovierte 1903 in Freiburg, wo r sich 1905 habiliterte. 1907 siedelte er nach Bonn, .913 nach Straßburg über. Seit 1918 hielt er an 'ter philosophischen unb landwirtschaftlichen Fakul- it ber Universität Bonn Vorlesungen. Am 12. November vollendet ber emer. Ordinarius für Philo- s»phie ber Universität Halle, Geheimer Medizinalrat l»r. med. vr. phil. h. c. Theodor Ziehen m Wies- loben sein 80. Lebensjahr. Ziehen wurde 1862 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte in Frankfurt, Lürzburg unb Berlin unb promovierte 1885 in Berlin. 1887 habilitierte er sich in Jena unb mürbe 900 als Ordinarius nach Utrecht berufen. 1903 folgte er einem Ruf an die Universität Halle, 1904 ing er an bie Universität Berlin, wo er 1912 auf -ine Bitte aus dem Staatsdienst entlassen wurde. Son 1917 bis 1930 wirkte er wieder als Ordina- triis in Halle. Sein Arbeitsgebiet erschöpft sich nicht mit bedeutenden Werken über Psychologie, Erkennt- instheorie und Logik, sondern umfaßt auch bie Lesthetik, Geschichtsphilosovhie, Religionsphilosophie, Nsychiatrie unb vieles andere. Der a. 0. Profcs- »r für Vor- und Frühgeschichte an ber Universität iöln, Dr. Walter von Stvkar, würbe zum -.Professor ernannt. Er promovierte in Berlin und Itabilitierte sich im März 1939 in Köln, wo er im lÄDDentber 1939 planmäßiger a. 0. Professor und Direktor des Instituts für Dor- und Frühgeschichte lurbe. Professor Dr. Hans Hermann Benn- 0 l d wurde zum 0. Professor für innere Medizin im ber Universität Tübingen bestellt. Bennholt mürbe im April von Hamburg, wo er Leiter ber iraeiten medizinischen Abteilung bes Krankenhauses St. Georg war, nach Tübingen berufen. Dr.phil. Sernhard Kummer, der an ber Universität Jena nordische Sprachwissenschaft, Religionsgeschichte und teutsche Volkskunde lehrt, wurde zum 0. Prozessor mannt Kummer, ber 1897 in Leipzig geboren wurde, hat sich um bie Erforschung des germanischen Deltblldes besondere Verdienste erworben.

Im Laufe des Dezember 1942 wird die neue Reichskleiderkarte ausgegeben werden. Ähre Aus­gabe soll etwa bis Weihnachten beendet fein. Sie gilt ab 1. Januar 1943 bis 30. Juni 1944, Ä,r* 18 Monate gegenüber einer Geltungsdauer 16 Monaten der 3. Reichskleiderkarte.

Gegenüber ben seitherigen Bestimmungen finb einige grundsätzlich neue Vorschriften getroffen den. Zunächst die Karte für Erwachsene, enthält 100 Punkte gegen bisher 120 Punkte, für hat man sich entschloßen, in dem Bezug Oberkleidern, b. h. Wintermäntel für Männer Frauen sowie Männeranzüge, eine Aenderung treten zu lassen, zumal es sich hier um größte Spinnstoffverbrauche auf der Kleiderkarte handelt, die in einem Umfang gekauft und laufend verbraucht wurden, bie nicyt tm richtigen Verhältnis zu ben tatsächlichen Bedürfnissen stand. Männeranzüge so­wie Männer- unb Frauenwintermäntel finb Daher von ber Kleiderkarte der Erwachsenen herunterge­nommen worden und dürfen, ebenso wie bie zu