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(92. Jahrgang Nr. 266

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vrWsche UniverfttStrdrnckeret H. t«-r General-Anzeiger für Oberhessen ^Wk^S^illtra^M1

Die deutsche Wehrmacht übernimmt den Schuß der französischen Grenze und der afrikanischen Vesißungen der europäischen Völker. Befehl zum Durchmarsch durch das bisher unbesetzte französische Gebiet. Gegen englisch-amerikanische Angriffspläne auf Korsika und die südfranzösische Küste. - Brief des Führers an Marschall petain. - Aufruf an das französische Volk.

Berlin, 11. Rov. (DRB. Funkspruch.) Der 5 ü fr . e r hat dem französischen Staatschef Warschall Pe­tain folgenden Brief geschrieben, der heute früh im französischen Rundfunk veröffentlicht wurde.

Herr Warschall!

Seit dem Tag, da mich das Schicksal zur Führung meines Volkes berief, habe ich mich ehrlich bemüht, ein besseres Verhältnis zu Frankreich, selbst unter schweren Verzichten Deutschlands, herzu- stellen. Wenn diese Versuche erfolglos blieben, war es nicht meine Schuld. Die am 3. September 1939 von England und Frankreich Deutschland übersandten Kriegserklärungen haben mich und das deutsche Volk deshalb um so tiefer berührt, ak weder für Eng­land noch für Frankreich ein auch nur einigermaßen triftiger Grund hierfür vorhanden war. Der schnelle und für Frankreich so unglücklich ausgehende Feldzug konnte mich trotzdem nicht von dem Gedanken be­freien, die Bildung einer besseren euro­päischen Solidarität wenigstens für die Zukunft noch offenzulassen. Ich habe in diesem Sinne in die Waffenstillstandsbedingungen nichts eingefügt, was der in der Präambel angekün­digten Zielsetzung widersprechen oder in ihrem Sinne nicht unbedingt notwendig gewesen wäre.

Das Deutsche Reich hat deshalb auch die damalige Schwäche Frankreichs nicht ausgenuht, um Er- Pressungen auszuüben, sondern nur das gefordert, was ein Sieger in einem solchen Falle zu fordern gezwungen ist, nämlich: die Sicherstellung des Er­folges, das heißt die Garantie dafür, daß der Waffenstillstand nicht eine vorübergehende Episode, sondern die praktische Beendigung des Krieges be­deutet und endlich, daß dieser Waffenstillstand unter keinen Umständen infolge seiner Wilde zu einer Verschlechterung der militärischen Situation des Reiches führen dürfe für den Fall einer durch die Intransigenz der früheren Verbündeten Frankreichs verschuldeten Fortdauer dieses Krieges.

Deutschland hat in dieser Zeit keine Forderung auf die französische Kriegsflotte erhoben, es hat auch nicht im geringsten eingegriffen in die Sou- veränltät der französischen Regierung in ihrem Ko­lonialreich .

3n der Hoffnung, den Krieg doch noch nach Eu­ropa tragen zu können, haben England und Amerika nunmehr begonnen, französische Ge­biete in West- und Rordafrika anzugreifen und fle zu besehen. Frankreich ist seinerseits nicht in der Lage, diesem Angriff auf die Dauer zu widerstehen, Deutschland und Italien können aber unter keinen Umständen zusehen, daß hier der -wafsensiillstandsvertrag eine Auswirkung erhalt, Öle sich auf die Dauer gegen die beiden Staaten richten muß.

In genauer Beobachtung der Bewegungen der amerikanisch-englischen Transportverbände sowie aus einer Anzahl von nicht mehr anzuzweifelnden Wel- dungen haben die deutsche und italienische Regierung erfahren, daß das nächste Ziel der britisch­amerikanischen Invasion Korsika und Süd­frankreich selbst sein sollen.

Damit sind die Voraussetzungen und Grundlagen k»es Waffenstillstandsvertrages ohne Verschulden Deutschlands und Italiens beseitigt. Die deutsche and italienische Regierung sind unter diesen Um­ständen übereingekommen, sofortige Waß- nahmen zu ergreifen, um der Fortsetzung der englisch-amerikanischen Anschläge wirksamst ent­gegen 3 utrefen.

Ich beehre mich, Ihnen, Herr Warschau, unter liefen Umständen zn meinem Leidwelen mitteilen in müsten, daß ich zur Abwehr der uns drohenden Gefahr mich gezwungen gesehen habe, in lieberem- Itimmung mit der italienischen Regierung meinen Truppen den Befehl zu geben, auf schnell­stem Wege durch Frankreich hindurch die Wittelmeerküste zu besehen und zwei- lens am Schuhe Korsikas gegen den drohen­den Angriff der amerikanisch-englischen Streitkräfte lkilzunehmen.

Ich bin zu diesem Schritt besonders gezwungen ivordm burch das Verhalten eines fran­zösischen Generals, der in seiner Kriegs­gefangenschaft eine Krankheit simulierte und aus diesem Grunde dank der ihm gegebenen Erleichte­rungen zu fliehen vermochte und der dann, entgegen der mir erteilten Versicherung seiner ehren- ivörtlichen Verpflichtung Ihnen, Herr Warschau, gegenüber im Dienste der angelsächsischen Linbruchsmächte nunmehr wieder nicht nur gegen Deutschland, sondern sogar gegen sein «igenesLandzu kämpfen entschlossen ist.

Ich darf Ihnen daher an dieser Stelle mitteilen, frerr Warschau, daß sich das Vorgehen der deutschen Truppen nicht gegen Sie als Staatsoberhaupt

und verehrungswürdigen Führer tapferer franzö­sischer Soldaten des Weltkrieges oder gegen die französische Regierung richtet, als auch nicht gegen all jene Franzosen, die den Frieden wünschen und die vor allem es vermeiden wollen, daß ihr eigenes schijnes Tand noch einmal zum Kriegsschauplatz wird.

Ich möchte Ihnen in diesem Sinne auch ver­sichern, daß sich der Einmarsch der verbündeten Truppen in Frankreich nicht richtet gegen die französische Wehrmacht, sondern daß ich noch immer in der Hoffnung lebe, eines Tages mit ihr gemeinsam Europa und den zu Europa gehören­den afrikanischen Besitz gegenüber der angelsächsi­schen räuberischen Koalition zu verteidigen.

Endlich soll sich dieser Einmarsch nicht richten gegen die französische Verwaltung, von der ich hoffe, daß sie ihren Aufgaben wie bis­her nachgehen wird, denn das einzige Ziel unse­res Vorgehens ist es nur, zu verhindern, daß sich die nordafrikanischen Zustände plötzlich auch an der südsranzösischen Küste wiederholen. Dagegen Vor­sorge zu treffen, fühle ich mich vor meinem Volk und in weiterem Sinne vor ganz Europa ver­antwortlich, denn das Aufgehen dieses Kon­tinents in einem neuen Krieg könnte nur zur Ver­nichtung aller europäischen Staaten und vor allem der gesamten europäischen Kultur führen.

Ich möchte Ihnen dabei noch versichern, Herr War- schall, daß ich im selben Augenblick, in dem sich die Lage im Wittelmeer so weit gebessert hat, daß von einer Gefährdung der im Waffenstillstandsvertrag niedergelegten Interessen des Reiches nicht mehr ge­sprochen werden kann, entschlossen bin, meine Trup­pen sofort wieder hinter die alte Demarkationslinie zurückzuführen.

Ebenso möchte ich Ihnen, Herr Warschall, endlich noch versichern, daß Sie und Ihre Regierung sich von jetzt ab in ganz Frankreich frei und ungehindert bewegen können, denn ich habe mich seinerzeit gegen die Verlegung der Regierung nach Versailles nur deshalb ausgesprochen, weil ich fürchtete, daß von der feindlichen Propa­ganda immer nur behauptet worden wäre, Sie, Herr Warschall und Ihre Regierung seien bet Freiheit beraubt und unter diesen Umständen nicht

Gleichzeitig hat der Führet folgenden Aufruf an das französische Volk erlassen:

Franzosen!

Offiziere und Soldaten der französischen Wehrmacht!

Am 3. September 1939 wurde durch die englische Regierung ohne Grund und ohne jede Veranlassung Deutschland der Krieg erklärt. Ls ist damals leider den verantwortlichen Arrangeuren dieses Krieges gelungen, auch die französische Regierung zu bewe­gen, sich ihrerseits der englischen Kriegserklärung an­zuschließen. Für Deutschland bedeutete dies eine un­verständliche Herausforderung. Die deutsche Regie­rung hatte von Frankreich nichts gefordert und nichts verlangt. Sie hatte an Frankreich keine Zumutungen gestellt, die es hätten verletzen können.

Das deutsche Volk, das nun mit dem Blute seiner Wanner diesem Angriff entgegentreten muhte, hatte keinen haß gegen Frankreich empfun- den. Trotzdem brachte dieser damit ausgelöste Krieg über zahllose Familien in beiden Ländern Leid und Unglück.

Rach dem Zusammenbruch der französisch-engli­schen Front, die mit der Flucht der Engländer aus Dünkirchen zur Katastrophe ausartete, erging an Deutschland das Ersuchen um die Gewährung eines Waffenstillstandes. Das Deutsche Reich hat in die-

mehr in der Lage, ihre Geschäfte wahrzunehmen. Rachdem nun durch die oben geschilderten Um­stände das Reich und Italien gezwungen sind, zum Schuh der durch die Waffenstillstandsverträge nie­dergelegten Interessen der drohenden englisch-ame­rikanischen Invasion entgegenzutreten und damit auch die Grenzen des übrigen Frankreichs zu be­sehen, fällt dieser Grund für das Verbleiben der französischen Regierung in Vichy weg.

Ich möchte daher diesen Augenblick bennheu, um Ihnen die Zurücknahme dieses bisherigen Vor­behalts mitzuteilen.

Ich kann verstehen, wie schwer Sie, Herr War­schall, das Schicksal Ihres Landes trifft, allein ich darf Sie bitten, an das Schicksal meines eigenen Volkes zu denken, das feit Iahren einen ihm ohne feine Schuld aufgezwungenen Krieg zu führen hat und auch jetzt unter dem Zwang der här­testen Rotwe ndigkeit, die oben mitgeteilte Entscheidung hat treffen müssen. Ich spreche die Hoffnung aus, daß es nicht nur aus diesem Anlaß zu keinem neuen Blutvergießen zwischen Frankreich und Deutschland kommt, sondern daß im Gegenteil durch diesen Schritt gegen die außerkontinentalen Friedensstörer eine Annäherung der eu- ropäischen Völker stattfinden wird.

Deutschland ist deshalb entschlossen, wenn irgend möglich, Seife an Seite mit den franzö­sischen S 01daten die Grenzen Ihres Landes und damit auch die Grenzen der europäischen Kul­tur und Zivilisation zu verteidigen. Was an den deutschen Truppen liegt, um diesem Zweck durch ihre Haltung und Einstellung dem französischen Volk und feinen Soldaten gegenüber zu dienen, wird geschehen. Ich möchte Sie aber, Herr Warschall, noch bitten, daß auch die französische Regierung in dieser Stunde alles veranlaßt, was geeignet ist, Spannungen zu beseitigen und einen reibungs­losen Verlauf dieses im Sinne der Interessen auch Frankreichs notwendigen Schritts garantieren kann.

Wit dem Ausdruck meiner aufrichtigen Verehrung bin ich, Herr Warschall,

Ihr ergebener

gez. Adolf Hitler.

fern waffensiillstandsvertrag nichts verlangt, was der Ehre der französischen Armee hätte Abbruch tun können. Aber es müßte Vorsorge getroffen werden dagegen, daß, wie es im Interesse der bri­tischen Kriegsanstifter liegt, durch bezahlte Agen­ten früher oder später der Kampf wieder würde be­ginnen können.

Das Ziel Deutschlands aber war es nicht, Frank-' reich zu demütigen ober zu vernichten ober bas französische Weltreich zu zerstören, fonbem bas Ziel war im Gegenteil, burch einen späteren vernünftigen Frieben eine allgemeine Atmosphäre ber gegenseitigen Berffänbigung in Eu­ropa herbeizuführen.

Seit biefer Zeit haben Lnglanb unb nunmehr auch Amerika versucht, wieder auf französischem Boden Fuß zu fassen, um den Krieg so wie es in ihrem Interesse liegt auf fremder Erde wei­terzuführen. Rachdem diese Anschläge überall jämmerlich zusammengebrochen waren, fand nun der englisch-amerikanische Ueberfall auf die w e st­und nordafrikanischen Kolonien statt, hier ist der Kampf in den französischen Besitzungen leichter zu führen als gegen die von Deutschland verteidigten Küsten im Westen.

Seit 24 Stunden ist nun ber beutschen Regierung

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©er Führer an das französische Volk!

Oer neue Kriegsschauplatz.

Die amerikanisch-englischen Landungen in West- afrifa, Marokko und Algerien Haden einen neuen Kriegsschauplatz geschaffen. Das nächste Ziel ber amerikanisch-englischen Aktion ist die Gewinnung einer festen Basis im Süden des westlichen Mittelmeerbeckens. Das weitere Ziel ist, von dieser Basis im westlichen Mittelmeerbecken und von Aegypten aus die ganze Südküste des Mittelmeers militärisch zu beherrschen und auf diese Art auch das Kräfteverhältnis im Mittelmeer selbst umzukehren, insbesondere aber die Durchfahrt vpn Gibraltar nach Aegypten durch den Suezkanal für englische und amerikanische Schiffe wieder zu sichern.

Das Mittelmeer war der Schauplatz der Kämpfe: zwischen Nom und Karthago; zwischen den großen römischen Feldherren selbst, wie Cäsar und Pom- pejus; es war Schauplatz der Machtteilung zwischen Nom und Byzanz; es war Schauplatz der Kämpfe zwischen Ostgoten und Bandalen mit Byzanz; zwi­schen Byzanz und den Arabern; das Mittelmeer war schließlich Schauplatz der Kreuzzüge und der Kämpfe zwischen den Anrainern des westlichen Mit­telmeerbeckens, den Spaniern und Genuesen und mit den Türken, die das östliche Mittelmeerbecken beherrschten. Die Erinnerungen an die Afrikazüge Karls V. nach Algier und Tunis, auch an die Seeschlacht von Lepanto (1571) tauchen auf. Erst nachher wird es im Mittelmeer stiller, aber nur, weil sich die großen Berkehrsstraßen nach dem Westen auf den Atlantik verlagerten. Seitdem der Kanal von Suez gebaut ist, ist das Mittelmeer wieder ein Zentrum der Welt und damit auch ein Kriegsschauplatz.

Was sich in diesem Augenblick vor unseren

bekannt, daß in Ausweitung dieser Operation ber nächste Angriff gegen Korsika zur Inbesitz­nahme ber Insel unb gegen bie fübfran- zösische Küsie ffafffinben soll.

Ich habe mich unter biesen llmffänben entschlie­ßen müssen, ber beutschen Wehrmacht ben B e - fehl 3 um sofortigen Durchmarsch durch das bisher unbesetzte Gebiet an die von den englisch-amerikanischen Landungstrup­pen vorgesehenen Stellen 3U geben.

Die deutsche Wehrmacht kommt deshalb aber nicht als Feind des fran3ösischen Vol­kes und als Feind feiner Soldaten. Sie hat nicht die Absicht, in diesen Gebieten zu regieren. Sie hat nur ein Ziel: Jeden amerikanisch-englischen Landungsversuch im Verein mit seinem Verbündeten 3 u r ü ckz u s ch la gen.

Warschall Pätain und seine Regierung sind voll­ständig frei und können ihren oertanfroort- lichen Pflichten nachgehen wie bisher. Ls steht von jetzt ab auch einer Verwirklichung ihres früheren Wunsches, nach Versailles 3U 3iehen und von dort aus Frankreich zu regieren, nichts mehr im Wege. Die deutschen Truppen sind angewiesen, durch ihre Haltung dem französischen Volk so wenig als möglich Belastungen zuzufügen. Wöge das franzö­sische Volk aber bedenken, daß es durch die Hal­tung seiner Regierung, im Jahre 1939 das deutsche Volk in einen schweren Krieg gestürzt hat, der über hunderttausende von Familien tiefes Leid unb Bekümmernis gebracht hat.

Ls ist ber Wunsch ber beutschen Regierung und ihrer Soldaten, wenn irgend möglich, nicht nur mit den Angehörigen der französischen Wehrmacht ge­rn e i n s a m die französischen Grenzen zu schützen, sondern vor allem auch mitzuhelseu, die afrika­nischen Besitzungen der europäischen Völker für die Zukunft vor räuberischen Angriffen zu be­wahren.

Rur dort, wo ein blinder Fanatismus oder wo durch bezahlte englische Agenten dem Vormarsch unserer verbände Widerstand entgegengesetzt wer­den sollte, wird die Waffe die Entscheidung er- zwingen. Im übrigen werden sicher zahlreiche Fran­zosen den verständlichen Wunsch besitzen, von der Besatzung erlöst zu werden. Aber Sie alle dürfen überzeugt sein, daß es auch dem deutschen Soldaten lieber wäre, in seiner Heimat bei Frau und Kind ober im Elternhaus leben und friedlich arbeiten zu dürfen.

Ie schneller deshalb die Wacht niedergeschlagen wird, die seit 300 Jahren in Europa Staat gegen Staat hetzt, und die auch Frankreich in der Ver­gangenheit so off beraubte und augenblicklich wieder zu berauben im Begriff ist, um fo früher werden die Wünsche der besetzten französischen Lande und der besehenden deutschen Soldaten gemeinsam in Erfüllung gehen.

Alle besonderen Fragen werden im Einvernehmen mit den französischen Behörden geregelt unb gelöst.

Den 11.November 1942. Aböls Hitler.