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t % Feuer japanischer Sieg bei den Aleuten
Tokio, 10. Aug. (Europapreß.) Wie das Kai-
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Herr Doktor. Wem ich nicht gut genug zu einer Unterhaltung bin, der braucht auch mein Geld nicht. Die Hypothek auf deM Sanatorium ist hiermit gekündigt. Haben Sie Derftanäen?"- ,
„Ich bin nicht schwerhörig", murrte Brügger und schaltete den Strom ob. Dann verließ er den -Raum. _ ,, ...
Draußen dachke er: Den hast du schwer vergrämt. Aber soll er halt nicht so taktlos dahinreden. Unangenehm, das mit der Kündigung. Das Bankengeld ist um ein Prozent teurer. Ach was, auch das ist gleichgüUig. Wir wollen unseren Frieden haben, nicht wahr, Annerl? Weiter nichts!
Die paar Wochen vergingen wie im Flug. Heute war es endlich so weit. In einer Stunde sollte die Trauung stottfinden. In Trettau natürlich, mcht m der großen Stadt München.
.Komm, Anna, ich will dir jetzt das Hous zeigen, dein Haus", schlug Brügger vor und legte seinen Arm um Annas knabenhafte Schultern. Sie gingen aus dem Frühstückszimmer, dessen Riesenfenster einer großstädtischen- Auslage glich, und ließen ihre Gäste, den Professor Helmreich und Franz Hudasi bei Sherry und Schinkenbrötchen zurück.
Brügger hatte ein wunderbares Gefühl, als Anno sich vertrauensvoll an ihn lehnte. Sie schritten die läuferbelegte Treppe empor, und Anna bekam immer größere Augen. So schon hatte sie sich das Haus nicht oorgestellt. Die Diele unten und nun der Gang mit seinem nachgedunkeUen Arvenhvlz- türen, mit den kolorierten alten Kupferstichen, mit dem Zinn und den spaßhaften Majoliken machten starken Eindruck auf ihr unverbildetes Gemüt. In einer Ecke tickte eine mittelalterliche Uhr. Ihr Zifferblatt war aus Messing, die Zeiger aus Silber gehämmert, und ihre Gewichte pendelten leise von der Erschütterung des Bodens. Alles in diesem Haus atmete Wohlstand und Geschmack. Endlich waren die beiden auf dem Dachboden. Stäubchen tanzten in der warmen Luft, durch ein paar Ritzen schimmerte der Himmel, ein Kronz Knoblauch hing
Stillwell in Indien. ,
Bangkok, 10.Aug. (Europapreß.) Aus Neu- delhi wird gemeldet, daß der Oberkornmandie- renbe der no rd ame r i k onis chen Streitkräfte in xschungking-China, General S t i l l w e l l, nit dem Flugzeug in Neu-Delhi eingetroffen ist. 2er Zweck seines, Besuches sei die Inspektion der in Indien stationierten Einheiten der USA.-Luftwaffe.
Sradleys Sonderauftrag in Moskau.
Ankara, 11. Qlugx (Europapreß.) Dor Presse-
„Oie große Liebe."
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NSG. Das Gauamt für Dölkswohlfahrt teilt mit: Nach einer Vereinbarung des Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk mit dem Reichsfinanzministerium verbleibt es trotz des Einbaues der Bürgersteuer in die Lohnsteuer für Opfer von Lohn und Gehalt bei 10 v?H. der- Lohnsteuer (ohne Kriegszuschlag). Maßgebend für die Berechnung sind die in Kursivschrift eingesetzten Zahlen der ab 1. 7. 1942 geltenden Lohnsteuertabelle. Da das Winterhilfswerk 1942/43 bekanntlich bereits 1. September 1942 beginnt, muß der Abzug Lohn und Gehaltopfer erstmals für September oorgenommen werden.
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Stockholm, 11. Aug. (Europapreß.) Die abhängige Arbeiterpartei hat dem Sprecher Interhauses durch James Mexton den Antrag zu- gleitet, .das Pärlament zu einer Aussprache jber Indien einzuberufen.
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„Jawohl, Frau Purgstaller meinte, da Sie selbst an wesend wären —" „
„Schon gut. Was machen die Beschwerden? Anrainer betete eine Litanei neuer Klagen her. „Na, dann kommen Sie in Gottes Namen mit. Wir wollen es mal mit Hochftequenz versuchen."
Er führte den unwillkommenen Patienten in den Apparateraum und befahl ihm, sich auszuziehen. Dann pinselte er mit einer sonderbaren Röhre an Anrainers Kreuz herum. Gesprächig, wie der Hotelier mar, glaubte er den Arzt unterhalten zu muffen. .
„Ich habe vernommen, Sie wollen sich wieder verheiraten, Herr Doktor?"
„Das hat Ihnen wohl Frau Purgstaller erzählt? Daß Frauen doch nie den Schnabel halten können! Ja, ich habe mich verlobt."
_ Ich verstehe Ihren Entschluß vollkommen, lieber Doktor. Ich stecke nämlich in derselben Haut. Auch Eheaspirant. Haha. Ganz recht, daß Sie eine Junge nehmen. Mein Vater selig pflegte immer zu sagen: eine junge, .Bu, frißt auch nicht mehr als eine alte. Hihi! Auhhhl Was machen Sie denn da? Paffen Sie doch auf, Sie verbrennen mir ja den Rücken! brüllte Anrainer.
„Seien Sie doch nicht so wehleidig, Mensch! Ich habe nur den Strom verstärkt. Und was Ihre Ausdrücke betrifft, fo muß ich Sie bitten, etwas wählerischer zu sein. Ueberhaupt habe ich Sie nicht nach Ihrer Ansicht gefragt", schloß Brügger ärgerlich. Dos wurde ja immer schöner. Der eine riet ab, der andere riet zu. Zum Teufel, was hatten sich andere Menschen in seine Angelegenheiten zu milchen.
„Bitte", erwiderte Anrainer verschnupft, „man wird doch noch einen Ton reden dürfen."
Bei persönlichen Angelegenheiten muß ich nur jede Einmischung verbitten!"
Aber über die Hypothek habe ich mit Ihnen reden dürfen!" schnaufte Anrainer höhnisch.
„Hypothek! Hypothek! Das ist doch etwas ganz an^5ür' mich nicht. Ich werde Ihnen was sagen,
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Roman von Walter Klöpffer
12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Seien Sie doch nicht so unfreundlich, Mann!
Ein bißchen mehr Anteilnahme durftet ihr hier schon zeigen. Der Purgstaller paßt es auch nicht, aber das ist mir gleich", polterte Brügger verstimmt, hingerl zuckte die Achseln. •
Dann bequemte er sich zu einer Rede, weil e- doch nicht zu umgehen war: Schauen S, Sgrr Doktor, ich hab' so meine Erfahrungen. Und vie, sollte man meinen, gewiß auch. '
Gott vergönne ihr die ewige Ruhe, war mit Respekt au sagen — ein Drachen. Ja, ja, -schwamm aber jetzt da- Miko nut der neuen? Sie haben es dach fo viel schöner. Wtonur an der blandhaareten Urschtl drüben genug, sagen C /selber, zahlt sich das aus?" ,, ■„
. Bruger seufzte. Dieser Hingerl war und blieb em baMtarriger Esel, der nicht zu belehren w«. Er Chatte den Gang hierher überhaupt nur unternommen, um Anna den Boden zu bereiten.
„Ja, Hingerl, das zahU sich schon aus Ein Ar -Vie ich braucht eine Kameradin, die -seine Arbeit lMd seine Sorgen teilt. So einschichtig wie Die her- ixmlaufen, ist halt nicht jedermanns Geschmack. Im ;übrigen wird es schon recht werden. Verlasen « ^Hoff°n^ wir's", meinte Hingerl und blies Knn- ^,Mi?euch^ift mcht zu reden", ^^^Lrei’ wirsch und sprang auf den Boden. Y
Alle Freude könnt ihr einem verderben
Mit kurzem Nicken verlretz er die ^i^e, ging nach der Villa zurück und besichtigt^ aus pur Langeweile ein paar Zimmer Als er die Tur z Wariezimmer aufftieß, erblickte er Anramer
„Sie hier? Wollen Sie zu mir? fragte er un reimdlich, ganz gegen feine Art.
an einem Balken, und schwere, geschnitzte Truhen standen in den Ecken. Eine Spinne hielt geduldig Wache vor ihrem Netz. Brügger stieß eines der Fenster auf ... ,
„Ach", sagte Anna nur und folgte mit den Augen seiner weisenden Hand. Das also war Trettau.
Der Hausberg der Trettauer, dgs Widderhorn, trug hochfahrend fein Haupt rn den Wolken. Auf ieinen Schultern lag Schnee, von feinen Knien stürzten eilige Bächlein in die Tiefe, und mit den Füßen stand er in einem Teppich von grünen Wiesen. Manchmal leckte die Tettach an seinen Sohlen empor. Und um das Widder Horn standen die ande- ren Berge herum wie Vasallen. Alle leuchtend in Sonne getaucht.
Brügger nannte Namen, aber Anna schüttelte lachend den Kopf.
„Soviel auf einmal kann ich mir nicht merken. Du kriegst eine dumme Frau, Martin —"
Rings um das Haus lag der Ort. Niedrige, ge* duckte Dächer, gut geschützt gegen den Schnee, gegen Sturm und Regen, alte und neue, aus Blech, aus Ziegeln, aus graugewordenem Holz. Ein spitzer Kirchturm, abgebrannt und wieder aufgebaut. Freundliche Gärten. Saubere Häuser mit weißem Bewurf. Dazwischen ein paar ckltersgebeizte aus Holz, der First eingesunken wie der Rücken einer tragenden Kuh. Ein freier, mit Blumen bepflanzter Platz mit einem Musikpavillon und einer Wandelhalle. Das Kurhaus. Weiter draußen aufgleißende Schienenstränge. Von den nahen Hängen kam das Geläut der Herden.
„Schön, schön", lächelle Anna mit halbgeschlossenen Augen.
„Schade, daß dein Vater heute nicht dabei fein rann, Anna. An unserem Hochzeitstag. Ich hätte ihn so gern kennengelernt."
„Das läßt sich nachholen, Martin. Ist Ischias sehr schlimm?"
„Unangenehm, Kind. Nicht gefährlich."
(Fortsetzung folgt.
auch an Nachmittagen Langkurse im Schneidern einzurichten, die über zehn Abende zu je drei Stunden laufen sollen und unter Leitung von Schneidermeisterinnen stehen. Unkostenbeitrag 5,— RM. für den ganzen Kursus. Anmeldungen sofort erbeten in der Beratungsstelle, Kaiserallee 6, und an jedem Dienstag von 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr. Diese Lehrgänge stehen allen Volksgenossen zur Verfügung.
Es ist außerdem geplant, einen Lehrgang für Wäschenähen, Flicken, Stopfen und Pantoffelnähen unter Leitung von Fachkräften anzusetzen: auch hierfür wird sofortige Anmeldung erbeten. Aus Altem Neues schaffen ist heute unsere Losung, und damit helfen wir der Kriegswirtschaft, wertvolle Stoffe zweckmäßig zu verwerten. Unseren Hausfrauen wird hiermit Gelegenheit geboten, ihre und ihrer Ange- hörigen Kleider und Wäschestücke selber auszubessern und anzufertigen und damit dem m jetziger Zeit überlasteten Schnerderhandwerk manche Arbeit abzunehmen. Ols.
Laßt Sprengstücke und Bombenreste unberührt.
Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, daß das Anfassen von Sprengstücken und anderen Resten abgeworfener Bomben gefährlich fein kann, weil diese z. T. Phosphor enthalten, der nicht nur giftig ist, sondern auch zu Verbrennungen führt. Trotzdem wird immer wieder festgestellt, daß insbesondere Kinder Abwurfreste 'einsammeln oder mit den klebrigen. Gummimassen spielen und dadurch zu Schaden kommen. Eltern und Erzieher, bewahrt euere Kinder vor solchen Verletzungen! Belehrt sie erneut und sorgt, insbesondere nach Fliegerangriffen^ für entsprechende Aufsicht.
Schalenwild auf Fleischkarte.
Wenn der Iagdausübungsberechtigte Wild für fick) selbst verwendet oder an Verbraucher abgibt, so sind nach einer neuen Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Diehwirtschaft hei ganzen Stücken 25 v.H. (statt bisher 15 v.H.) des Gesamtgewichtes und bei Teilstücken 50 v.H. (statt bisher 30 v.H) des Gewichtes der Teilstücke auf die Reichsfleifch- tarte anzurechnen. .Wildragout (Kopf, Hals, Brust lund genußfähige Abfälle) wird nicht angerechnet.
erst, als er verwundet im Lazarett liegt und ihre Liebe schmerzlich entbehrt, daß großes Gefühl unb vollkommene Pflichterfüllung keine sich ausschlie- ßsnde Bereiche zu sein brauchen, wenn. Menschen sie gegeneinander abwägen, die an der Größe der Zeit gereift sind und sich ihrem Gesetz willig beugen.
*
Der Spielleiter Rolf Hansen hat diesem schlichten Vorwurf, den ihm das Drehbuch bot, ohne aufdringliches Pathos und äußere Dramatik genommen. Ihm war es genug, mit alltäglichen Spannungen am Rande des großen Geschehens unsere Anteilnahme zu wecken, und es erweist sich, wie in früheren ähnlichen Filmen („Urlaub auf Ehrenwort", „Wunschkonzert"), daß die einfache Pro- blemstelluna aus dem eigenen Erleben unserer läge, gerade weil sie uns alle angeht, auch unser volles Interesse findet. Was nicht zum Alltäglichen gehört, das Zusammentreffen zweier so verschiedener Löbenskreise wie der des Offiziers und der Varietö- Künstlerin dient nur der Auflockerung und Unterstreichung des Allgemeingültigen. Zarah Leander ist die liebende Frau, die bereit ist, ihre große Kunst ihrem Herzen zu opfern und dann erlebt, daß sie auch ihr dem Stolz und Ehrgeiz der Künstlerin abgetrotztes Glück mit der Berufspflicht des geliebten Mannes teilen muß. Verhalten und • sparsam in Geste und Wort spielt Zarah Leander ganz aus dem großen Gefühl heraus. Das eigenartige Timbre ihrer schönen dunklen Stimme bringt bid von Michael Iary komponierten Chansons zu großartiger Wirkung. Viktor Staat spielt den jungen Offizier, einen unbekümmerten Draufgänger von geradezu entwaffnender Frechheit, dessen charakterliche Qualitäten der Künstler jedoch mit einer schönen unaufdringlichen Selbstverständlichkeit sich entwickeln läßt. Paul Hörbiger ist der Freund der Sängerin, der sich immer zu Selbstlosigkeit zwingen muß, weil er liebt, wo er nur helfen und raten und trösten darf. Mit knurriger Sefbftironic entledigt sich Hörbiger dieser nicht sehr dankbaren Aufgabe. Grethe Weiser spielt temperamentvoll und schlagfertig eine ihrer munteren Kammerzöfchen, Viktor Janson atemlos und liebenswürdig einen umfangreichen Varietö-Direktor. An der Camera stand Franz Weihmayr. Der Film läuft seit gestern im „Gloria", • Fr. W. Lange.
Dieser Film, zu dem die Idee von dem Dichter Alexander Lernet-Holenia stammt, steht mit beiden Beinen in der Gegenwart. Er packt mutig hinein in desi Alltag unseres Kriegsgeschehens und sucht Antwort auf Fragen und Zweifel, die jedem von uns im Zusammenstoß feiner persönlichen Sphäre mit dem Kriege heute oder morgen so oder ein wenig anders nicht erspart bleiben. Da ist die Frage nach dem Recht auf Gestattung des eigenen Lebens in Konflikt mit dem Imperativ der Unterordnung unter das Wohl der Gemeinschaft. Das Verlangen nach persönlichem Glück ist im Streit mit dem Gebot der Pflicht, das keine privaten Bereiche der Gefühle, des Mitleids, der Liebe anerkennen kann. Es liegt in der diesseitigen, ganz dem Dasein hingegebenen Natur der Frau, daß sie für ihre wirklich „große Liede" keine begrenzenden Einschränkungen dulden möchte, daß ihr überströmendes Gefühl alles andere ausschließt, daß sie geneigt ist, als abstrakt abzulehnen, was in ihre Sphäre persönlichen Glücks eindricht. Deshalb legt das harte Gesetz des Krieges unseren Frauen mit seiner wieder und wieder gestellten Forderung von Ab- 'schied und Verzicht eine besonders schwere Prüfung auf, und wie sie diese bestehen, still und selbstverständlich, das stellt sich soldattscher Haltung ebenbürtig zur Seite.
*
Dieser Film nun spiegelt das eben .Gesagte im Schicksal einer gefeierten Sängerin, deren Herz ein junger Jliegeröffizier während einer Urlaubs- nacht im Sturm erobert hat, ohne zu sagen, wer er ist und weshalb sie lange nichts von ihm hören wird. Erst nach vielen Wochen trifft er sie wieder und bittet um ihre Hand. Am Polterabend wird er abberufen, sie steht zum erstenmal dem für fie Unbegreiflichen gegenüber, und als er einen späteren Urlaub aus eigenem Entschluß abbricht, weil ein Kamerad ihm Andeutungen gemacht hat, daß seine Staffel unmittelbar vor neuem Einsatz steht, ist die Frau in ihr aufs tiefste verletzt. Ohne ein versöhnendes Wort des Abschieds läßt sie ihn fahren. Von widerstreitenden Regungen hin- und hergerissen, wartet sie auf Nachricht von ihm und sucht in der Arbeit wieder Halt zu finden, nachdem er ihr geschrieben hat, daß es ohne Liebe leichter gehe. Sie sind beide auf Irrwege geraten, erkennen aber
mal die „Sperre" an der Hand meiner Mutter durchschreiten durfte, um uuf-ben „Perron", wie es damals noch so scheußlich „schön" hieß, zu gehen und wahrhaftig in einen jener Züge zu steigen, die ich so oft vom Fenster meines Vaterhauses aus davonfahren gesehen hatte, da wurde dies einer jener unvergeßlichen Tage reinsten Kindheitsglücks, die heute noch in der. unoerwelkten Erinnerung dem Herzen ein leises ßädjeln bringen.
Dabei: was waren das um die Iährhundert- wende noch für düster verräucherte Bahnhofshallen! Wie fauchten und ächzten noch die Lokomotiven mühsam aus den Bahnhöfen heraus! Wie langsam zottelten besonders auf den Nebenstrecken die Züge durch die Lande! Trotzdem blieb der verräuchertste Kleinstadtbahnhof, den man aus ganz gewöhnlichen Backsteinen in nüchternster Gestalt errichtet hatte, für mich immer von einem romantischen Hauch umweht.
Heute, wenn man die schmucken, modernen Bahn- S betritt, deren Hallenwände oft die Bilder von dfchafteN schmücken, lacht das Herz im Leibe. Die frühere Enge und Bedrängtheit in den alten Bahnhofshallen ist einet Weiträumigkeit gewichen, die in ihrer Sauberkeit Behagen erzeugt. Gewiß war es für mich als Kind ungewöhnlich eindrucksvoll, wenn man im Wartesaal saß und auf den „Klingelmann" wartete, der mit einer dröhnenden Glocke die in mehr oder weniger geduldigein Harren vor sich hin dösenden „Passagiere" plötzlich aufschreckte und ihnen verkündete, daß der Personenzug nach dorthin oder dorthin abginge. Heute regeln Lautsprecher und deutliche Schilder übersichtlich und spielend den Verkehr: ein Zaubermärchen moderner Technik.
Meine größte Bewunderung von Kindheitstagen an aber gehörte immer den Männern^ in den Stellwerken. Nie versäume ich noch heute als Erwachsener, im Vorüberfahren einen Blick nach den Fenstern des Stellwerkes zu werfen, dessen Männer mit Ruhe und Sicherheit die Signale und Weichen bedienen. Als ich einmal von einem Stellwerksmeister wissen wollte, wie er gleichsam als unsichtbarer Schutzgeist den ein- und ausfahrenden Zügen mit unbedingter Sicherheit den Weg weist, da war viel von „Verriegeln der Gleisanlage", von „feindlichen Fahrten", vom „Blocken eines ausfohrenden Zuges", von „Schließen des Stromkreises" und was weiß ich die.Rede. Ich gab es bald auf, diese technischen Verzwicktheiten begreifen zu lernen. Der Stellwerk- meister aber stand lächelnd an dem mit Geranien geschmückten Fenster seines Stellwerkes und schaute in die ihm vertraute Welt der Schienen, Laternen und Signalmasten hinaus. A. H.
Opfer von Lohn und Gehalt im Winterhilfswerk 1942/43.
Staatsbegräbnis in Berlin.
Berlin, 10.Aug. (DNB.) Im Ehrensaal des Reichsluftfahrtministeriums fand am Montagmittag auf Befehl des Führers in Gegenwart zahlreicher «Hoyer Vertreter von Wehrmacht, Staat und Partei Homte einer Reihe von Militärattaches der befreundeten Staaten in feierlichem Rahmen der Staatsakt «für den verstorbenen General der Flieger H er - I.inann von der Lieth-Thomsen statt. Als eBertreter des Führers nahm Generaloberst Weise «an der Trauerfeier teil. Generäl der Flieger K a st - liner-Kirdorf widmete als Vertreter des Reichs- knarschalls dem großen Pionier der deutschen Luft- la'ffc tiefempfundene Worte ehrenden Gedenkens. Nach dem Staatsakt wurde die sterbliche Hülle des großen Soldaten nach dem Jnvalidenfr^dhof über- geführt und dort zur letzten Ruhe gebettet.
Kunst und Wissenschaft.
Professor Schiffner 80 Jahre alt
Am 10. August vollendete der frühere Botaniker an der Wiener Universität Professor Dr. Viktor Schiffner sein 80. Lebensjahr. Schiffner wurde m Böhmisch-Leipa geboren. Er war lange Jahre on der Deutschen Universität in Prag tätig. Forschungs- retfen führten ihn nach Brasilien, Java und Suma- tra, an die Ostsee, nach Griechenland, Korsika, Dal- jnmtien und nach Istrien. Von 1902 ab wirkte er an der Universität Wien und trat 1932 in den Ruhestand. Zahlreiche wissenschaftliche Gesellschaften ehrten ihn. Sein Spezialgebiet ist Kryptogamenkunde. | Wiedererweckung einer Oper von Otto Nicolai. ' Intendant Willi Hanke und Dr .Max Loy haben im Auftrage der Reichsstelle für Musikbe- arbeitungen des Reichsministeriums für.Volksaufklärung und Propaganda Otto Nicolais Oper „D t e Heimkehr des Verbannten" unter dem Titel „Mariana" neu bearbeitet. Die Uraufführung der Neufaffung findet an der Staatsoper Berlin int Dezember statt._________
Aus -er Giadi Gießen.
Oie Welt des Bahnhofs.
Trotzdem ich in diesem Jahr nicht verreise, gehe ich öfters auf den Bahnhof, um mich dem Zauber, der in der Pahnhofswelt für mich eingefangen ist, hinzugeden. Schon als Kind beglückte mich der Anblick der blitzenden Schienenstränge, die aus einer Bahnhofshalle hinaus ihren Weg in die weite Wett nehmen. Da mein Geburtshaus einem großen Bahnhof gegenüberstand, ist dies nicht weiter verwunderlich; denn mein allererstes Ausschauen in die „geschäftige Welt da draußen" galt diesem Bahnhof mit seinen ein- und ausfahrenden Personen- und Güterzügen, mit seinem ganzen ach, damals noch völlig geheimnisvollen Zauber, der das auch von den Erwachsenen immer mit Entzücken ausgesprochene Wort „Reise ..umschwebt. Meine ersten größten Gehversuche landeten in der immer so fröhlich-bewegtes Leben in sich bergenden Bahnhofshalle. Und als ich mit etwa vier Jahren zum erften-
Nach Erfüllung von 75 v. H. des festgesetzten Gesamtabschusses an SdjalenmiLb im Iagdjahr 1942 darf der Iagdberechtigte bei einem berechtigten Ab- schuß von fünf Stuck ein Stück, bei 15 Stück zwei Stück, bei 25 Stück drei Stück und darüber hinaus für je weitere 20 Stück je ein weiteres Stück ohne Anrechnung auf die Reichsfleischkarte verwenden. Er darf das jhm markenfrei zustehende Schalen-« wildbret nur für feinen Haushalt oder das am Abschuß beteiligte Personal verwenden.
Getreidediemen — keine Kinderspielplätze.
9dSG. „Der Deubel soll euch holen!" wettert der alte Knecht und schimpft hinter den Kindern her, die wie die Bürstenbinder davonlaufen. Wütend wirft er einen Blick auf die zerwühlte Stelle an dem Getreidediemen, wo die Kinder ihr Spiel getrieben Haden. Da gewahrt er mit grimmigem Erstaunen eine halbgeöffnete Schachtel — Streichhölzer!
Jochen meldet die Sache dem Bauern. Der Bauer, der die Kinder schon oft genug von diesen ungeeigneten Spielplätzen gejagt hat, hat nun genug und beschwert sich beim Dorfschullehrer: „Was soll ich da bloß tun? Ich kann doch nicht immer Aufpasser hinstellen, und die Jungen festbinden kann ich auch nicht!"
In der nächsten Unterrichtsstunde nimmt sich der Lehrer die Kinder vor und erzählt ihnen, wie wichtig die Ernte für die Ernährung des Volkes ist, und daß daher Schober und Scheunen- keine Spielplätze für Kinder sind. j
Die deutsche Ernte ist zu kriegswichtig, als daß fie durch Kinderhand in Flammen aufgehen sollte!
Gießener Dochenmarktpreise.
* Gießen, 11.Aug. Aus dem heutigen Wochen- markt kosteten: Kartoffeln, 5 kg 85 Rpf., Wirsing, kg 8, Weißkraut 6 bis 9, Rottraut 12 bis 15, gelbe Rüben 12, Römischkohl 12, Bohnen, grün, 30, Erbsen 25, Mirabellen 36, Salatgurken 28 bis 30, Einmochgurken 15, Blumenkohl, das Stück 10 bis 25, Salat 8 bis 10, Endivien 15, Oberkohlrabi 8, Rettich 5 bis 10 Rpf. *
Verduukelungszeit:
11. August von 21.57 bis 5.28 Uhr.
Mhberatung im Deutschen zrauenwerk.
Das Deutsche Fraüenwerk hat nun auch für Näh- und Flickarbeiten laufend eine Beratungsstelle eingerichtet in den Räumen der NSDAP. Ortsgruppe Ost, Kaiserallee 6. Es ist vorgesehen, je nach Beteiligung, mehrmals in der Woche on Abenden oder
pertretern gab der in Moskau weilende amerikanische General Bradley Erklärungen ab über pen ihm von Roosevelt erteilten Sonderauftrag. „Mein Auftrag ist rein militärischer mrt-, sagte General Bradley. Er setzte noch hin- e bii.Kpi, daß es sich bei seinem Auftrag darum ^handele, 1. I üe amerikanischen Lieferungen an die UDSSR, zu sink- I beschleunigen und zu erleichtern. General Bradley ileich. | patte bereits vier Besprechungen mit sowjetischen Dori WMilitärbehörden, die im Derteidigungskommissariat Wstattfanden. Vertreter anderer Mächte seien, so be- ... I tonte er noch, an ihnen nicht beteiligt gewesen.
Luck aus Madras werden Unruhen gemeldet. In, zwischen begann auch die B o y k o 11 b e w e g u n g gegen britische und amerikanische Waren.
Die Industriellen der für Indiens Kriegswirtschaft besonders wichttgen Provinz Bengalen verweigerten jede Zusammenarbeit mit den Briten.
Indiens Studenten 1 für den Freiheitskampf.
Schanghai, 11.Aug. (Europapreß.) Trotz starken Polizeiaufgebotes stellten sich die der indischen ämoersitätsvereinigung angehörenden Stuben- en rn einer Massenkundgebung in Allahabad sinter die Politik der Kongreßführer. Eine Ent- chließung spricht sich für die Unterstützung )er Kongreßpartei aus.
Einberufung des Parlaments gefordert.
fsrlich-Iapanische Hauptquartier mitteilt, haben japanische Marinestrettkräfte am 8. August starke feindliche Flotten st reitkräfte, die in ben Gewässern der Aleuten auftauchten, rückgeschlagen. Nähere Einzelheiten sind her noch nicht bekannt.


