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Donnerstag. U.ZuniM2

Eichener Anzeiger

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Kanada reich an Raum - arm an Menschen.

Von unserem rey.-Berichlerstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Buenos Aires, im Mai 1942.

Der Krieg hat die in dem britischen Empire ruhenden inneren Schwierigkeiten und Gegensätze in steigendem Maße an die Oberfläche gebracht. Nicht nur, daß es beinahe täglich deutlicher wird, wie schwer diese verschiedenartigen und weit von­einander gelagerten Teile zu verteidigen sind, mehr noch zeigt sich, daß ihr Eigenleben sich nicht auf die Dauer unterdrücken läßt. Vielmehr benutzen die Teile die allgemeine Verwirrung, um sich neu zu orientieren und ihre innere Selbständigkeit zu stär­ken. Gegenstand der größten Sorge Londons sind zweifellos die Dominien A u st r a l i e n und K a - n a d a, weil hier die mannigfachsten Fragen zu gleicher Zeit auftreten. Da Australien zur Zeit im Brennpunkt der Erörterungen steht, wollen wir uns auf Kanada beschränken.

Der letzte größere Besitz einer europäischen Macht in Amerika verfügt über einen Umfang von 9 569 326 qkm, ist also fast so groß wie Europa und beinahe um 2 Millionen qkm größer als der ge­schlossene Landbesitz der benachbarten Vereinigten Staaten von Nordamerika, hat aber nur 11,1 Mill. Einwohner. In Kanada kommen also auf 1 qkm nur 1,2 Menschen, während in Europa 56 und in den Vereinigten Staaten wenigstens 16 den gleichen Raum besiedeln. Schon diese nüchterne Feststellung geht gleich an das schwierigste Bevölkerungsproblem des Landes. Es wird etwas günstiger, wenn man die weiten, klimatisch unbesiedelbaren Räume der Po­larwelt Kanadas abstreicht. Aber dann bleibt für das bewohnbare Land immer nur noch die geringe Ziffer von etwa 3 Menschen auf 1 qkm übrig. Also läßt sich gegen die Leere des Raumes tatsäch­lich nichts Ernsthaftes sagen.

Es ist dies eine höchst befremdliche Tatsache, wenn man bedenkt, daß es wenig Länder auf der Erde gibt, die über ähnliche Mengen von fruchtbaren Ackerböden, unübersehbaren Wäldern und ebenso ausgedehnten wie vielseitigen Boden­schätzen verfügen wie gerade Kanada. Im Grunde fehlt hier nichts, wonach ein Menschenherz begehren kann. Es bestehen auch keine nennenswerten Ein- wanderungsverdote, die sich als ein Hemmnis der Besiedlung erwiesen hätten. Vielmehr muß man fest­stellen, daß die Statistik der Bevölkerung Kanadas so ziemlich alle in Betracht kommenden Völker auf­weist, allerdings mit Ausnahme einiger Haupt- gruppen von jedem Volke doch nur verhältnismäßig wenig Vertreter. Es ist leicht begreiflich, daß we­nigstens die Hälfte der Bevölkerung englischer Herkunft ist. Wenn daneben ein Viertel der Gesamt- bevölkerung von Franzosen gestellt wird, so er­klärt sich das aus der Geschichte des Londes. Es wurde nämlich zuerst von den Franzosen besiedelt und erschlossen. Die heutige Millionenstadt Montreal (= Königsberg) in Ostkanada kann in diesem Jahre ihr 400jähriges Jubiläum feiern. Durch den in Amerika durchgefochtenen Siebenjährigen Krieg gelangte 1763 dieser älteste französische Kolonialbe­sitz in englische Hand. Er benutzte jetwch nicht die Gelegenheit des Abfalls der Neuenglandkolonien vom Mutterland 1776, um sich dem neu sich bilden­den Staatswesen der Vereinigten Staaten anzu­schließen. Vielmehr bildete sich in Kanada ein ganz merkwürdiges Treueverhältnis gegenüber der eng­lischen-Krone aus, das in religiösen Gründen seine Ursache besaß. Die Franzosen waren von Haus aus Katholiken. Sie sehen dieses Bekenntnis in dem englischen Bereich besser geschützt als in den Ver­einigten Staaten mit dem vorberrschenden Sektierer­tum und der in diesem steckenden Unduldsamkeit. Damals und noch lange später bezeichneten sich die Franko-Kanadier alstreueste Untertanen" Sei­ner Majestät des Königs von England.

Nicht mit Unrecht! In dem verflossenen Jahr­hundert erwies sich die Beeinflussung der britischen Kanadier von den Angelsachsen in den Vereinigten Staaten her als außerordentlich stark, hauvtsächlich gestützt durch die vielfältigen wirtschaftlichen Be­ziehungen über die bequeme Landarenze. Es war deshalb ein geschickter politischer Schachzug, aber auch ein Gebot kluger Erkenntnis, daß die Londoner Regierung 1867 den kanadischen Besitzungen in der Gestalt eines Bundesstaates das Dominion- Statut verlieh und ihnen dadurch weitgehende Selbstverwaltung mit eigener Regierung und Volksvertretung gab. Durch diese demokratischen Maßnahmen wurden die besonderen Bevölkerungs- Probleme in Kanada aewiffermoßen ins Lebe» ge­rufen.^ Das nationale Empfinden der Franko-Kana­dier erwachte dagegen in dem Maße, wie die reli­giösen Besorgnisse in bezug auf den südlichen Rach- barn zurückgingen. Da eine Wiedervereinigung nut Frankreich außerhalb jeder Möglichkeit lag, so ziel­ten die Bestrebungen dahin, eine stärkere Einfluß­nahme des französischen Volkselements auf Regie­rung und Verwaltung durchzusetzen. Im Laufe der Zeit fanden diese Bestrebunaen eine merkwürdige Unterstützung. Während das Britentum sein Ueber- gewicht nur durch Zuwanderung aus dem britischen Empire aufrechterhalten konnte, fing das ?xran= zosentum an ganz im Gegensatz zu Altfrankreich von Innen heraus in bemerkenswerter Weise zu steigen. Die tiefwurzelnde Religiosität der .zranko- Kanadier bedingte einen Kinderreichtum, der das Britentum mit Sorgen an die Zukunft denken laßt. Heute kommen auf" 1OOO Einwohner im ^hre be­reits 25 Kinder französischer und nur 16 britischer Herkunft. Die Rechnung für die Zukunft ist mit dieser Feststellung leicht aufgemacht. Zugleich er­klären sich aber auch der Nachdruck der französischen Forderungen und die Rücksichtnahme, welche die Regierung ihnen schuldet. Daß in der fanabifmen Bevölkerung sich auch ein starker deutscher Em- schlaa befindet, ist bekannt. Bloß fvielt er trotz sei­nes Umfangs (über 400 000 Menschen) politisch nur eine geringe Rolle. Zudem neigt er naturgemäß zum Anqelsachsentum und wird dadurch von diesem stark aufgesoqen. . .......

Die Menschenleere des Raumes wie die völkische

Zersplitterung wirken sich in eigenartiger Weise aus. Der ersteren glaubt man begegnen zu können, indem man die Menschheit an den bevorzug­ten Gebieten des Ostens, wo Landwirt- chaft und Industrie sich ergänzend die Hand rei­chen, zusammenballt. Dadurch wird aber nur er­reicht, daß das übrige Land noch leerer wird, d. h. es wird zugleich abschreckender, weil ja schließlich der Mensch nicht ohne Geselligkeit sein kann. Hier liegt das vielleicht empfindlichste Be­völkerungsproblem in Kanada vor, besonders wenn man berücksichtigt, wie sich unter solchen Verhält­nissen die soziale Gliederung des Volkes entwickelt hat. Bei dieser sieht man einen inter­essanten Parallelfall: Im Jahre 1937 lag die Sache o, daß 56,2 v. H. der Bevölkerung ein Einkommen

Tokio, 10. Juni. (Europapreß.) Das Kommu­nique über die gleichzeitigen japanischen Angriffe auf die Aleuten und Midways, die zu einer Be­setzung mehrerer Stützpunkte auf den Aleuten durch die Japaner führten, wird von der Tokioter Presse eingehend kommentiert. Mit dem Angriff auf die Aleuten, schreibt ,Nicht Nicht", habe die strategische Lage im Nordpazifik eine völlige Umkehrung erfahren. Aus der Bedrohung Japans vom Nord­pazifik aus fei jetzt eine Bedrohung der USA. aus dieser gleichen Richtung geworden. Die An­griffe auf die Midways und die Aleuten bedeu- deten aber weit mehr. Sie bewiesen, daß die Streit­macht des Feindes ausdemWestpazifikver- trieben und daß die japanische Wehrmacht zu großen Operationen im Ost Pazifik an­gst r e t e n und damit in der Lage sei, das nord- amerikanische Fe st land ernstlich zu be­drohen.

In einem Interview mitAsahi" erklärte der im Ruhestand lebende Vizeadmiral S o s a , der Angriff auf die Aleuten habe Roosevelts letzte Route für Angriffe gegen Japan vernichtet. Die Besetzung Guams und W a k e s unmittelbar nach dem Debakel von Hawai habe bereits die Hoffnungen der USA. zerschlagen, Angriffe gegen Japan über

Tokio, 10. Juni. (Europapreß.) Die nach dem Bericht des japanischen Hauptquartiers an mehre­ren wichtigen Punkten der Aleuten durchgeführten Landungen japanischer Heeresverbände stellen, wie von maßgebender Seite erklärt wird, den ersten Vorstoß in das Vorfeld des amerikanischen Konti- nental-Derteidigungssystems dar. Diese erste bedeut­same Offensive der japanischen Wehrmacht gegen die Vereinigten Staaten wurde ebenso wie di^ Lan­dungen im bisherigen Feldzug in Ostasirii, mit großer Kühnheit unter engster Zusammenarbeit aller Wehrmachtsteile durchgeführt. Am 4. und 5. unternahmen japanische Flottenstreitkräfte See- und Luftangriffe gegen Dutch-Har- bour und andere militärisch wichtige Punkte auf den Aleuten, denen am 7. Juni Landungen an mehreren wichtigen Punkten folgten, an denen Ver­bände des Heeres beteiligt waren. Die Kämpfe dauern noch an.

Während die Operationen gegen die Aleuten im Gange waren, griffen am 5. Juni Verbände der japanischen Flotte die amerikanische U-Boot- und Flugbasis auf den M i*d w cM - I n s e l n an, wobei sie in einen Kampf mit einem Midway zu Hilfe eilenden amerikanischen Geschwader gerieten. Sie fügten den militärischen Einrichtungen auf den Midways sowie den am Kampf beteiligten amerikanischen Flotten- und Luftstreitkräften Ver­luste und Beschädigungen zu.

Dieser gegen die Midways geführte Flottenvor-

von weniger als 1000 Dollar bezogen und 23,7 v. H. ein solches von unter 1500 Dollar. Der Vergleich mit der Bevölkerungsstauung im Osten Kanadas wird dadurch versinnbildlicht, daß 11000 Einkommen­empfänger an der Spitze der Stufenleiter über das gleiche Einkommen verfügten wie 400 000 ihrer Mit­bürger an ihrem Fuße. Wer kann hier das Wort von der typischen Plutokratie, wie sie den Angel­sachsen eigen ist, unterdrücken? Es wird noch unter­stützt durch einen Hinweis auf die Lebensverhält­nisse im Lande. Man mußte feststellen, daß von 100 Kanadiern, die' vom 25. bis 65. Lebensjahre im Arbeitsprozeß standen, bis zu dessen Ende be­reits 36 starben, nur einer wurde reich, vier wohl­habend, fünf lebten noch von ihrer Arbeit, aber 54 konnten sich nicht mehr selbst ernähren. Von welcher Seite man also die Bevölkerungsprobleme in Ka­nada anfaßt, überall erhält man dasselbe Bild: sie verlangen nach Abhilfe aus einer ständig un­möglicher werdenden Lage!

die mittlere pazifische Route durchzuführen. In­zwischen sei auch die südliche Route für Schläge gegen das japanische Mutterland versperrt worden. Die einzige Angriffsroute, die bis vor kurzem noch intakt und in amerikanischen Händen gewesen sei, sei die nördliche Route über Alaska und die Aleuten gewesen. Sie sei allerdings nur im Sommer benutzbar. Die Landung japanischer Marinestreitkräfte auf den Aleuten habe nunmehr jede vom Norden her kommende amerika­nische Angriffsdrohung fürJapan b e - feitigt. Japan laufe jetzt nicht mehr Gefahr, im Rücken bedroht zu werden.

Nach Ansicht von .Zomiuri Schirnbun" ist Javans strategische Lage nunmehr völlig gesichert, selbst amerikanische Angriffe mit Bombenflugzeugen wür­den nach der Blockierung der nördlichen Angriffs- route in hohem Maße ausgeschaltet. Die feindliche U-Boot-Waffe müsse sich jetzt nach neuen, weitab­gelegenen Stützpunkten umsehen. Das Tschungking- Regime sei isolierter denn je und auch die Lage Indiens und Australiens habe sich weiter ver­schlimmert.Tschugai Schogyo" führt aus, daß die Operationen gegen die Aleuten als Vorspiel für einen japanischen Angriff auf das nordamerikanische Festland angesehen werden könnten.

stoß scheint als Flankendeckung für das Unternehmen gegen die Aleuten gedacht zu fein. Der hierbei von japanischen Seestreitkräften er­rungene Erfolg wiegt um so schwerer, als durch den Verlust von zwei weiteren Flugzeug­trägern der Bestand der amerikanischen Flotte an diesem für die Fernkriegführunb zur See wich­tigsten Schiffstyp nahezu erschöpft ist. Diese Tatsache rechtfertigt die Verluste der japanischen Flotte, die aus allen bisherigen Kämpfen so gut wie völlig intakt hervorgegangen war und nach wie vor seestrategisch im Stillen Ozean und auch im Indischen Ozean zahlenmäßig überlegen ist.

Kapitän Hiraido von der Presseabteilung des japanischen Hauptquartiers ging auf die inneren Zusammenhänge zwischen dem Angriff gegen die Aleuten und den Operationen gegen die Midway- Jnseln ein. Die japanischen Operationen gegen die Aleuten seien nur auf geringen Widerstand ge­stoßen, weil die nordamerikanischen Kräfte durch den gleichzeitigen Angriff auf die Midways im mittleren Pazifik gebunden worden seien Dadurch, daß es den japanischen Flugzeugen gelungen sei, durch ihren Angriff auf die Midway-Jnseln die nordamerikanischen Flugzeugträger aus ihren dor­tigen Schlupfwinkeln hervorzulocken, habe der groß- angelegte strategische Plan der japanischen Marine zum Erfolg geführt werden können. Angesichts der Größe der japanischen Operationen, die sich über

Des Führers Abschied von Reinhard Heydrich.

Unser Bild zeigt den Führer nach der Kranzniederlegung vor dem Sarge des Toten beim Staatsakt in der Neuen Reichskanzlei. (Scherl-Bilderdienst.)

Die strategische Lage im Pazifik völlig umgekehrt

Rach den japanischen Angriffen aus Aleuten und Midways.

Die japanischen Landungen aus den Meuten.

Erster Vorstoß in das Vorfeld des Kontinental-Verteidigungssystems der USA.

Oie Hebelarme von Hawai.

Die japanischen Aktionen bei den Midway-Jnseln und den Aleuten hängen zeitlich und ursächlich zu­sammen. Ein Blick auf den Stillen Ozean zeigt eine ungeheure Fläche zwischen den beiden amerikanischen Kontinenten auf der einen, Asien, Australien und Neuseeland auf der anderen Seite. Die japanischen Aktionen scheinen sich in dieser Unermeßlichkeit des Riefenmeeres zu verlieren. Ganz anders ist das Bild, wenn wir einen festen Standplatz auf Hawai einnehmen. Hawai war bis zum 8. Dezember die Ausgangsstellung der Vereinigten Staaten für eine in den westlichen Pazifik ausstrahlende offen- ive Strategie. Drei Hebelarms gedachten sie von hier aus zu bedienen: den nördlichen Hebelarm in Richtung auf Dutch Harbour, den mittleren Hebel­arm in Richtung MidwayGuamManila und den üblichen in Richtung auf Neu-GuineaOzeanien, wo wir die Samoa-Inseln als Zielpunkt annehmen.

Die Japaner haben den mittleren Hebelarm, den die USA. von Hawai aus zu bedienen ge­dachten, zuerst lahmgelegt. Sie haben Guam und die Wake-Insel besetzt und durch ihre absolute Vor­machtstellung im Südchinesischen Meer den mittleren Hebelarm gegenstandslos gemacht: Es gibt hier nichts mehr aus den Angeln zu heben. Die Kämpfe in den Gewässern der Midway-Jnseln haben die Japaner bereits im Angriff, die Amerikaner in der Verteidigung gezeigt. Ziel des japanischen An­griffs war die Zerschlagung der hier zusammenge- 30 gen en Verstärkungen der USA. Das ist gelunaen. Insbesondere sind die Verluste der USA. an Flug­zeugträgern schlechthin katastrophal. Das japanische Hauptquartier, das in seinen Mitteilungen sehr vor- ichtig ist, gab am 8. Juni in einem zusammenfas- enden Uebevblick die Versenkung von insgesamt drei USA.-Flugzeugträgern (bei Hawai am 12. Januar und im Korallenmeer) bekannt. Jetzt kommen zwei weitere USA.-Flugzeugträger von modernstem Typ hinzu. Der Kamps war erfolgreich, aber schwer: Die Japaner melden die Versenkung eines eigenen Flugzeugträgers und die schwere Be­schädigung eines zweiten Flugzeugträgers und eines Kreuzers.

Die Landung der Japaner aufben Aleuten trifft den nördlichen Hebelarm der Vereinigten Staaten. Schon in den ersten Junitagen setzten ja­panische Flugzeuge zu einem Doppelangriff auf Dutch Harbour an. Die jetzigen Landungsopera­tionen, die örtlich nicht näher bestimmt sind, tragen die japanische Offensive auch hier wird die Zu« rückdrängung der USA. in die strategische Ver­teidigung offenbar auf altameritani® jches Gebiet in der unmittelbaren Nähe Alas­kas, und zwar in der Jahreszeit, die für diese un­wirtlichen Gegenden allein in Frage kommt. Es kann sein, daß die auch im Sommer häufigen star­ken Nebelbildungen den Angriff auf die Aleuten er­leichtert haben, während die Hauptkräfte der ameri­kanischen Flotte und Luftwaffe bei den Midways reichlich beschäftigt waren. Die japanischen Lan­dungen auf Neu-Guinea und auf den Salo­mon-Inseln sowie die Seeschlacht im Korallenmeer (vom 6. bis 8. Mai) haben schließlich die USA. auch bei der Bedienung des südlichen Hebelarmes in verlustreicher Verteidigung gezeigt.

Die O f f e n s i v l i n i e der amerikanischen Kriegs­flotte war Dutch HarbourSingapurPort Darwin. Die Verteidigungslinie beginnt auch bei Dutch Harbour, läuft aber über die Midway- und Hawai-Jnfeln nach Samoa. Sie liegt 6000 Kilo­

weite Räume erstreckten, habe das Opfer der ver­senkten bzw. beschädigten Kriegsschiffe vorausgesehen werden müssen.

Der Feind habe das Märchen in die Welt gesetzt, die USA.-Flotte habe bei der Midway-Jnsel zwei japanische Flugzeugträger versenkt, zwei weitere schwer beschädigt und auch drei Schlachtschiffe ver­senkt. Es sei jedoch merkwürdig, daß der Feind die japanische Amree und Marine an einer Landung und an einer Besetzung der westlichen Aleuten- Jnseln nicht habe hindern können, ebensowenig wie die Beschießung Sydneys. Eine derartige Agitation sei also nichts anderes als eine Bestätigung des japanischen Sieges. Die Japaner hätten die west­lichen Aleuten-Jnseln lediglich deshalb besetzen können, da der Feind infolge des starken japanischen Angriffs auf die Midways nicht in der Lage ge­wesen sei, Verstärkungen nach den Aleuten zu sen­den. Damit hat die japanische Marine bereits die internationale Datumslinie uber­sch r i 11 en und operiert im Ostpazifik. Die Be­setzung der westlichen Aleuten setzt dem Feind die Schwertspitze an die Kehle.

Nur noch zwei Flugzeugträger der LlGA.

Tokio, 10. Juni. (DNB.) Nach der Versenkung von zwei amerikanischen Flugzeugträgern vom Typ Enterprise" undHörnet" bei der Midway-Jnsel, hoben die Vereinigten Staaten, die vor Kriegs­beginn sieben Flugzeugträger besaßen, nur noch zwei Flugzeugträger, da die japanische Flotte vorher bereits drei amerikanische Flugzeug­träger versenkte, einen derV 0 r k t 0 w n"-Klasse und einen derS a r a t 0 g a"-Klasse in der Schlacht im Korallenmeer und einen derLexing10 n"- Klasse am 12. Januar westwärts von Hawai. Wahr­scheinlich werden die Vereinigten Staaten jetzt den Umbau von Handelsschiffen in Flugzeug­träger beschleunigen, um die Lücken wieder aufzu­füllen, jedoch ist die Leistungsfähigkeit der umae- bauten Flugzeugträger natürlich viel geringer. Die noch verbleibenden amerikanischen Flugzeugträger derRange r"-Klasse von 14 500 Tonnen sind im Jahre 1933 vom Stapel gelassen und im Jahre 1934 fertiggestellt worden. Sie besitzen eine Geschwindig­keit von 29,5 Knoten und können 80 Flugzeuge und eine Bemannung von 1000 bzw. 788 Mann mitfüh. ren. Wie weit die bei Kriegsbeginn noch im Bau befindlichen fünf Flugzeugträger derHovnet"-Klasfe (20 000 Tonnen) fertiggestellt find, entzieht sich na­türlich der Kenntnis.