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unter Ausnutzung aller für sie günstigen Umstände voll entwickelt worden. Freilich hat die Heerführung der Sowjets keinen großzügigen strategischen Plan anzusetzen geschweige denn durchzuführen vermocht. Sie hat sich vielmehr nach der Bildung einer durch Zurücknahmen und Vegradungen für die Verteidi­gung günstig gestalteten deutschen Widerstandslinie in immer wieder wiederholten Versuchen erschöpft, an den verschiedensten Abschnitten der Ostfront nach heftigem Trommelfeuer durch stärkste Massierung von Panzern und in zahllosen Angriffswellen vor­geführte Infanterie einen Durchbruch zu erzwingen. Die Gefangenen-- und Beutezahlen, die der deutsche Wehrmachtbcricht vom 4. April für die ersten drei Monate dieses Jahres bekanntgab, lassen ahnen, mit welchen Einbußen an Menschen und Material die Sowjets diese sture Taktik rücksichtslos vorgeführter Mafftnangrftfe haben erkaufen müssen. In zahlrei­chen Meldungen über Einzelkämpfe in den verschie­densten Abschnitten der Ostfront ist immer wieder hervorgehoben worden, daß die Verluste der Sow­jets an Toten einMehrfaches" oder gar einViel­faches" der Gefangenenzahlen ausmachten. Auch der schon genannte Wehrmachtbericht sprach von beson­ders hohen Ausfällen an Toten. Und er stellt gegen­über diesem hohen Einsatz der Sowjets fest, daß sie ihr operatives Ziel, die deutsche Ostfront ins Wan­ken zu bringen, nicht erreicht haben. Auch die deut­schen Verluste, die dieser Winterfeldzug gekostet hat, sind schwer. Wir wissen es und neigen uns in Ehr­furcht vor denen, die ihr Liebstes opfern mußten Tim unseres Volkes Leben und Zukunft willen. Wir wissen aber auch, daß die deutsche Heeresleitung alles getan hat, um diese Verluste auf ein denkbar niedriges Maß zu begrenzen. Ein System der ela­stischen Verteidigung wurde durch nur lose mitein­ander verbundene Stützpunkte im tiefgegliederten Vorfeld der Hauptwiderstandslinie gebildet und Ein­brüche der Sowjets durch seitliche Abriegelungen lokalisiert, worauf dann im Gegenstoß _der Feind wieder in seine Ausgangsstellung zurückgeworfen wurde." Diese äußerst bewegliche Abwehr eines stän­dig aktiven, bei seinen Angriffen keine Opfer scheu­enden Gegners erforderte vom deutschen Soldaten aller Grade stete Bereitschaft und höchste Willens­kraft, eine unerhörte Nervenprobe viele lange Mo­nate hindurch. Er hat sie bestanden und damit das Beste dazu getan, daß der Winter die Hoffnungen unserer Feinde nicht erfüllt hat.

Der Winterfeldzug der Sowjets sollte nach dem Willen der Kriegsmacher in Washington und Lon­don die deutsche Wehrkraft zermürben. Nur dann konnten sie hoffen, daß der dritte Einkreisungsring, der durch Westafrika, Aegypten und den mittleren Osten laufen und den europäischen Kontinent nach Süden abschließen sollte, seinen Zweck erfüllen würde, die Achsenmächte von ihrem japanischen Verbündeten zu trennen. Die Hoffnungen, die man auf die Offensivkrast der Sowjetarmeen gesetzt hatte, haben getrogen. Zn der nordamerikanijchen und englischen Presse der letzten Tage kommt die tiefe Enttäuschung über das Mißlingen der sowjetischen Abnutzungsstrategie und die äußerste Besorgnis vor einer neuen deutschen Initiative offen zum Aus­druck. So schrieb dieTimes", daß es den Deutschen gelungen sei, alle strategisch wichtigen Punkte an der Ostfront zu halten.Es hat den Anschein", so meint das Blatt,daß es den Deutschen durchaus gelungen ist, die sowjetische Offensive zum Still­stand zu bringen. Die deutschen Angriffe selbst wer­den hingegen immer heftiger und stärker. Diese An­griffe beweisen aber, daß die Deutschen immer noch über ungeheure Kräfte verfügen. Der Massenein­satz der deutschen Luftwaffe läßt erkennen, daß die Deutschen bemüht und imstande sind, schnell die Initiative zu bekommen. Es ist klar", so schließt die Times",daß die Bolschewisten diese Tatsachen fürchten." Die Hilferufe Stalins, die er durch seine Botschafter Litwinow und Maisky in immer dring­licherer Form in Washington und London Vorbringen läßt, unterstreichen die prekäre Lage her Sowjets, die ihre eigenen Reserven an Menschen und Kriegs­material durch den ungeheuren Aufwand ihrer Winteroffensioe in dem Augenblick sich erschöpfen sehen, in dem sie mit einem deutschen Gegenschlag rechnen müssen.

Aber Stalins flehende Bitten nach Beschleuni­gung der Waffenlieferungen aus England und den USA. sind so wenig zu erfüllen wie sein hartnäckig wiederholtes Verlangen nach Errichtung einer zwei­ten Front. Rommels Erfolge in Nordafrika haben die Träume von einer Vereinigung des britischen Generals Auchinleck mit den gaullistischen Elemen­ten in Tunis und Algier und der Bildung einer breiten Mittelmeerfront mit dem Stoßpfeil gegen Italien längst zunichte gemacht. Die britische Jnsel- festung Malta liegt Tag für Tag unter dem immer stärker anschwellenden Bombenhagel der deutschen Luftgeschwader. Ihre Hafenanlagen und Flugplätze werden zerstört, Luft- und Seestreitkräfte der Bri­ten ständig niedergehalten, daß die Insel ihre Be­deutung als Ausgangspunkt für Angriffsoperationen gegen die Achsenmächte bereits eingebüßt hat, ja daß sie kaum noch in der Lage ist, den Schiffen Ob­dach und Reparaturmöglichkeiten zu bieten, die be­stimmt sind, die britischen Geleitzüge durch das Mittelmeer zu schützen, während die Zufuhren für die in Nordafrika kämpfenden Streitkräfte der Achsenmächte durch die Niederhaltung Maltas im­mer unbehelligter an ihr Ziel gelangen. Auch das Vorfühlen kleinerer gaullistischer Abteilungen in Südlibyen war ein Mißerfolg. Wenn man sich in London über diese Rückschläge damit zu trösten sucht, daß nun die große Straße von Westafrika nach dem Sudan fertiggestellt sei, so daß das Kriegs­material aus den Vereinigten Staaten, das für die britische Nordafrika-Armee bestimmt sei, nicht mehr den gesährlichen und. langen Umweg um das Kap zu machen brauche, so werden die deutschen U-Boote im Atlantik schon dafür sorgen, daß nicht viele USA- Schiffe die westafrikanischen Häfen erreichen.

Irn übrigen ist dieser Trost kennzeichnend dafür, wie sehr dieser Krieg in den letzten Monaten seinen Charakter geändert hat. Die beiden größten See­mächte der Welt, die diesen Krieg mit dem Vor­haben begannen, ihn dank ihrer absoluten Vorherr­schaft zur See durch rein seestrategische Maßnahmen zu gewinnen, sind nicht mehr in der Lage, die über­seeischen Verbindungswege zu den weit auseinander* gerissenen Kriegsschauplätzen offen zu halten und müssen über ganze Kontinente zueinander zu kom­men suchen. Denn wie in Afrika, so ist es auch im Mittleren Osten, wo Auchinleck in Verlängerung seiner Front durch Palästina, Syrien und den Irak die Verbindung mit den Sowjets in Iran sucht. In der englischen Sorge für diese Schlüsselstellung, die gleichzeitig die Verbindung mit dem Sowjetalliierten und den Zusammenhalt mit Indien sichern soll, spie­gelt sich die Auswirkung des strategischen Zusam­menspiels der Mächte des Dreierpakts. Die schweren Niederlagen, die die Marine und Luftwaffe Japans dem britischen Indiengeschwader im Indischen Ozean 3ufüate, ebenso wie die Luftangriffe auf Trinco- mali und Colombo, die britischen Stutzpunkte auf Ceylon, geben schon einen Vorgeschmack davon, was von den Zufuhren der Alliierten zum Roten Meer

ober zum Persischen Golf übrig bleiben wird, wenn erst die Japaner diese Nachschublinien der alliierten Fronten in Nordafrika und im Mittleren Osten im Rücken zu fassen vermögen. Nicht minder groß ist die Sorge Englands, die Sowjets könnten im be­ginnenden Frühjahr dem Südteil der Ostfront nicht genügend Aufmerksamkeit schenken, wo nof. der Krim her und aus dem Donez-Bogen unabsehbare Gefah­ren für die britisch-sowjetische Nahtstelle erwachsen könnten.

So sehen wir die Kräfte der beiden feindlichen Seemächte, Englands und der Vereinigten Staaten, zu Beginn des Frühjahrs notgedrungen über weit gespannte Räume verzettelt. Von Murmansk im Aordmeer bis Australien und Neu-Seeland in der Südsee, im Mittelmeer, im Pazifik, im Indischen Ozean wie im Atlantik, überall stehen Geleit­züge der Alliierten, kleine Kampfgruppen ihrer Kriegsflotten und Luftwaffen in die Abwehr ge­drängt. Zwei große Landarmeen kämpfen zwar in lang gedehnter Front für die Sache der anglo­amerikanischen Imperialisten: Stalins bolschewistische Massen gegen die deutschen Ostheere und Tschiang- kaischeks Divisionen in China gegen die Japaner, aber was wird aus ihnen, wenn der Nachschub stockt und sie damit ihren Rückhalt verlieren?Alle bes­seren Karten sind für den Augenblick in den Hän­den der Mächte des Dreierpakts, und unsere einzige Rettung ist heute der Faktor Zeit", . so stellt die New Port Times" resigniert fest und fügt hinzu, es sei notwendig, das amerikanische Volk auf neue schwere Niederlagen vorzubereiten, um die Nach­teile zu vermeiden, die entstünden, wenn Luftschlös­ser zusammenbrächen. Aber die Rechnung mit dem Faktor Zeit" scheint uns auch zu den Luftschlössern zu gehören, die dieNew Port Times" so fürchtet, denn kein anderer als Stalin selbst war es, her den ganzen Einsatz der Alliierten für das Jahr 1942 gefordert hat, weil er weiß, was noch in diesem Jahre nicht nur für ihn auf dem Spiele steht. Es ist ein Trugschluß, zu glauben, Japan und die Achsenmächte würden den Herren Roosevelt und Churchill Zeit lassen, ihre Rüstungen in aller Ruhe und ungestört so weit voranzutreiben, bis sie sich stark genug fühlen, eine eigene Initiative großen Stils zu entfalten. Wenn sie das unaufhaltsame Vorrücken der Japaner nach Süden und Westen noch nicht eines andern belehrt haben sollte, wird ihnen das kommende Frühjahr vermutlich bald Ge­legenheit geben, eine neue Illusion zu den früheren zu legen. Dr. Fr. W. Lange.

Die Verbindungen mit Kalkutta abgeschnitten.

Tokio, 11. April. (DNB.-Funkspruch.) Der Lei­ter der Marinepresseabteilung, Kapitänleutnant Hi- raibe, betonte, Großbritannien stehe vor der Ge­wißheit, Indien zu verlieren. Die japanische Flotte übernehme jetzt bereits die Kontrolle über den In­dischen Ozean. Die japanischen Seestreitkräfte ope­rierten in einem Raum mit einer Ausdehnung von 10 000 Meilen zwischen her Westküste der Vereinig­ten Staaten bis zum Indischen Ozean und von den Meuten bis nach Aifftralien. Die Angriffe gegen die Insel Ceylon und die anderen vernichtenden Schläge dieser Woche hätten Japans Reserve an Kampf­kraft aufgezeigt. Die gegenwärtigen Kampfhandlun­gen seien e r ft her Anfang der japanischen Ope­rationen im Indischen Ozean. Diese Unternehmun­gen würden erst beendet werden, wenn die Kraft des Feindes völlig zerschlagen sei. Da die britischen Flotteneinheiten, deren Anwesenheit in der Nähe von Colombo festgestellt wurde, sich während der japanischen Operationen in diesem Raum nicht zeig­ten, könne man zu keinem anderen Schlüsse kom­men, als daß sie vor dem japanischen Angriff flohen. Die japanische Flotte versenkte mehr als 400 000

BRT. britischen Handelsschiffsraumes und schnitt damit die britischen Verbindungen mit Kalkutta ab, so daß der britischen Flotte nichts anderes übrig bleibe, als sich in die westliche Hälfte des Indischen Ozeans zurückzuziehen. Nur äußerlich bestehe der Anschein, als hätten die Operationen im Pazifik und Atlantik keinen Zusammenhang. In Wirklichkeit führten drei Großmächte in eng geschlossener Front einen gemeinsamen Kampf gegen die Eng­länder und Amerikaner in Ost und West. Die ja­panische Flotte warte auf die Gelegenheit, mit dem Feind in Kampf zu kommen, wo und wann und auf welche Entfernung es auch fei.

Washington bestürzt.

Selbstversenkung amerikanischer Kriegs- sahrzeuge.

Lissabon, 11. April (Europapreß.) In der Pressekonferenz des Weißen Hauses erklärte Präsi­dent Roosevelt, jedermann in den Vereinigten Staaten sei erschüttert über die Vorgänge auf her Bataan-Halbinsel. Darüber hinaus könne er keine Stellungnahme zur Kriegslage geben.

Im Repräsentantenhaus machte der Sprecher des Hauses, Rayburn, die Isolationisten für die Nieder­lage verantwortlich. Durch ihre Opposition gegen die von der Regierung geforderte Befestigung der Insel Guam vor Kriegsausbruch hätten sie verhindert, daß Guam gegen den japanischen Angriff verteidigt wer­den konnte. Von Guam würde man die Möglichkeit gehabt haben, Bombenflugzeuge nach Bataan zu entsenden.

Der USA.-Kapitän H ö f f e l als rangältester Marineoffizier bei den amerikanischen Streitkräften auf Bataan und Corregidor führte die Selbst- versenkung einer Anzahl von Kriegsfahrzeugen durch, nachdem der Fall Bataans unabwendbar geworden war. Es handelt sich um die Vernichtung des bereits beschädigten USA.-Begleitschiffes für U-BooteCanop u", desD e w y - T r o ck e n - dock s", des MinensuchersBitter n" und des HochseeschleppersN a p a".Canopus" hatte eine Wasserverdrängung von 5975 Tonnen, eine Ge­schwindigkeit von 13 Knoten und war mit zwei 12,7-cm-, vier 7,6-cm-, zwei 4,7-cm Flakgeschützen bestückt. Der MinensucherBittern" hatte 840 Ton­nen Wasserverdrängung, lief 14 Knoten und war mit mehreren 7,6-ew-Geschützen ausgerüstet. Der Hoch­seeschlepperNapa" hatte 845 Tonnen Wasserver­drängung, lief 13 Knoten und war mit zwei 7,6-cw- Geschützen bestückt. General W a i n r i g h t, der Oberkommandierende her amerikanischen Streitkräfte auf den Philippinen, ist auf das Fort Corregidor geflüchtet, begleitet von einer Anzahl Stabsoffi­zieren.

Der LondonerDaily Sketch" meldet, Bataan fei jahrelang von den Amerikanern als letzter, aber auch unerschütterlicher Stützpunkt für den Fall eines Angriffes auf die Philippinen an­gesehen worden. Nun sei auch er gefallen. Der Grund für diese neue schwere USA -Niederlage sei u. a. darin zu sehen, daß es sehr schwer gehalten habe, Transportschiffe durchzubringen. Man könne gut sagen, daß von drei Schiffen mindestens immer zwei verlorengegangen seien.

*.

Der englische König hat dem einstigen Oberkom- mandierenden der USA.-Truppen auf den Philip­pinen, General Mae Arthur,roegen seines durch die Entwicklung bestätigten militärischen Scharfblicks bei der Beurteilung der Verteidigungs- Möglichkeiten der Bataan-Halbinsel" den Hosenband- Orden verliehen.

Eröffnung des internationalenZournalistenkongreffes in Venedig

Venedig, 10. April. (DNB.) Im großen Rats­saal des Dogenpalastes wurde in Anwesenheit des Reichspressechefs Dr. Dietrich, zahlreicher Vertreter der italienischen Regierung, der faschistischen Partei und unter Teilnahme von mehr als 300 Journa­listen aus 15 Nationen der erste Kongreß der Union nationaler Journalistenver­bände eröffnet. Nach der Begrüßung des Kon­gresses durch den Podesta von Venedig und dem Vertreter der venettanischen Presse nahm her Prä­sident der Union, SA.-Obergruppenführer Weiß, die Eröffnung des Kongresses vor, dessen Leitung er dem italienischen Vertreter im Präsidium der Union, Nationalrat G u g l i e l m o 11 i, übertrug. In einer Zeit, in der auf den Trümmern einer alten, zum Untergang verurteilten Welt ein neues Jahr­hundert aufgebaut werde, in einer Zeit voller revo­lutionärer Erschütterungen und Umwälzungen habe auch die Presse eine politische Mission allerer st en Ranges zu erfüllen. Die Journa­listen der jungen Völker trenne eine Welt von dem Ungeist, her sich in den jüdischen Demokratien der Presse bemächtigt habe. Der totale Krieg, in dem wir stehen, werde auch ausgetragen auf den Schlacht­feldern des Geistes und der Ideen. Was den Kon­greß zusammengeführt habe, sei der Protest gegen die Demoralisierung der Völker durch einen verant­wortungslosen Journalismus, der Protest gegen die Versklavung her Presse im Dienste internationaler Kapitalmächte, der Protest gegen den Mißbrauch der Presse zum Zwecke der skrupellosen Verhetzung der Völker, der Protest gegen die Presselüge und die

Verfälschung der Wahrheit, her Protest gegen die Abhängigkeit her journalistischen Arbeit von unver­antwortlichen Aktionären und Kriegsverdienern, und endlich der Protest gegen die Verjudung der Presse, die wir als das Grundübel und den Krebsschaden der internationalen Pressearbeit erkannt haben. Wir wollen die Ehre und Würde des journalistischen Le- rufsstandes international zur Geltung bringen unb bafür sorgen, baß her Grunbsatz her Anstänbigkeit unb Sauberkeit in her Presse Geltung hat.

Der Vizepräsibent her Union unb Präsibent bes italienischen Presseverbanbes, Nationalrat G u - g l i e l m o 11 i, Direktor herTribuna", gab bann einen Umriß her Kongreßarbeiten, bieeinen An­klageakt gegen die Feindpresse bilden, bie unter einer trügerischen Scheinfreiheit in ben Hänben ihrer Gelbgeber zu einem Werkzeug her Provokation unb Kriegshetze würbe". Die Debatte wirb deshalb ge­rade Vertreter jener Länder auf ben Plan rufen, bie unmittelbar bie tragischen Opfer der britischen Einmischung unb Erpressung geworben finb. Als letzter Rebner her Eröffnungssitzung überbrachte her fteüoertretenbe Parteisekretär Ravasio dem Kongreß bie Grüße her faschistischen Partei. Im ersten Re­ferat bes Kongresses behanbelte Ravasio' die revolu­tionäre Mission des Journalisten, der in Zeiten der totalitären Revolution seine Nation vertritt, einer ganz neuen Weltorbnung dient, der Träger bes poli­tischen Gebankens her Revolution ist und bie Auf­gabe hat, bie Geschichte, die die Führer und Völker machen, vorzubereiten.

Zwei Wetten der Kriegsberichterstattung.

Stabsleiter Sündermann über die geistigen Fronten des Krieges.

Am Nachmittag des Eröffnungstages wurde die Arbeit te» Journalistenkongresses im Palazzo fRibolW fortgesetzt. Stabsleiter Helmut Sün­de r m a n n stellte unter Vorlage erschöpfenden Ma­terials bie Welt her Kriegsberichterstatter, den kämpferischen unb solbatischen Journalisten her jun­gen Völker, dem Scheibtischstrategen der internatio­nalen Hetzpresse gegenüber.

©tabsleiter Sündermann untersuchte die Me- choden, mit denen in den Ländern der Demokratie und bes Bolschewismus heute über den Krieg ge­schrieben wird. Die britische Kriegführung kennt keine an der Front eingesetzten Berichterstatter, sie sitzenan ihren Schreibtischen und schreiben Ge­schichten aus zweiter Hand". Die daraus resultie­rende britische Mechode, jede erlittene Niederlage durch journalistische Kunstgriffe zu verkleinern, zu beschönigen unb schließlich zu verherrlichen, glos­sierte Stabsleiter Sündermann mit der Feststellung: Es liegt auf der Hand, daß sich diese Art der Schilderung in London überzeugender niederschrei­

ben läßt als in Dünkirchen, in Griechenland, auf Kreta, in Bengasi ober in Hongkong und in Singapur. Seit dem ersten Tag des Krieges befinden sich Chur­chill und Roosevelt in der Rolle von Angeklagten. Sie haben den Krieg gemacht, sie haben ihn zu verantwor­ten, und ihr einziges publizistisches Ziel ist es, daß sich ihre Völker mit den Ereignissen ab finden. Die feh­lende Ueberzeugungskrast ihrer Sache muß dabei durch den Einsatz einer künstlichen Pressebegeisterung ersetzt werden. Das ist der Grund für die erstaun­liche Tatsache, daß es keine Phase dieses Krieges gibt, in der nicht der britisch-amerikanische Zeitungs­leser bis zum-.letzten Augenblick in einem Wölken­kuckucksheim sich bewegte, um bann freilich durch die hereinbrechenden Ereignisse um so härter nie- dergeschmettert zu werden."

Viele Zeitungen der Welt haben sich von der publizistischen Winteroffensive Londons täuschen lassen und nicht erkannt, wie sehr der Wunsch her Vater der britischen Meldungen war. Das einzige, was uns diese Pressedokumente zeigen, ist, wie

tief England schon gesunken ist: daß es Siege bes Bolschewismus nicht nur erhofft, sondern sie auch noch erfindet. Heute freilich zerschmelzen ihre Hoff­nungen wie der Schnee in der Sonne des Früh­lings, ihre aufgebauschten Erfolge erweisen sich als eine strategische Niederlage, die Städte, die sie .er­oberten', befinden sich bei näherem Zusehen doch in deutscher Hand, und als reale Tatsache bleibt nichts als die Furcht vor dem Kommenden."

Der Wehrmachtbericht ist zu einem Cebensele- ment der kämpfenden Nation geworden, und sein Stil und Inhalt ist nichts andere, als der Ausdruck bes Vertrauens, das zwischen Volk und Führung lebendig ist." Von dieser Kennzeichnung der amt­lichen Kriegsberichterstattung ausgehend 'befaßte sich Stabsleiter Sündermann zum Schluß mit der sol­datisch-journalistischen Kriegsberichterstattung der Achsenmächte,die in diesem Kriege ben Marsch un­serer Bataillone, bie Flüge unserer Luftwaffe, die Fahrten unserer Kriegsschiffe begleitet und unseren Völkern bas Bilb des Kampfes so zeichnet, wie der Soldat ihn erlebt." Im Verlauf von 31 Kriegs­monaten finb von ben deutschen Kriegsberichtern insgesamt 38 000 Kampfberichte der deutschen Presse zur Verfügung gestellt worden. In der gleichen Zeit wurden von den Bildberichtern über eine Mil­lion Frontäufnahmen darunter 40 000 Farben­aufnahmen gemacht. PK.-Zeichner haben mit 4000 Zeichnungen das Kriegsgeschehen künstlerisch festgehalten. Das rollende Filmband, das vom ersten Tag des Krieges an ben Kampf unserer Soldaten begleitet, hat bereits eine Gesamtlänge von 2 120 000 Meter."

Stabsleiter Sündermann hob bie unzähligen Prü­fungen bes Mutes und der Tapferkeit hervor, die hinter diesen nüchternen Zahlen verborgen sind und gedachte jener deutschen Journalisten, bie bereits für ihre hohe Auffassung der journalistischen Aufgabe ihr Leben gegeben haben. Die Phantasten, Illusio­nen und Lügen unserer Feinde wirb eine ferne Zukunft nur als Symptome eines geistigen Ver­falles werten, her in der militärischen Nieberlags schließlich seine Bestätigung findet, während unser Wort weiterleben wird, weil es von der Tat ge­adelt ist und ben Geist atmet, der unsere Völker beherrscht.

Nach her mit stürmischer Zustimmung aufgenom­menen Rebe bes Stabsleiters Sündermann sprach der Vizepräsibent her Union, Gregorian (Rumä­nien) Worte des Gebenkens für die gefallenen Jour­nalisten. Er gab bekannt, baß ben gefallenen Jour­nalisten nach bem Kriege eine Gebenkstätte errichtet werde. Der Kongreß ehrte bie gefallenen Kame­raden durch eine Minute bes Schweigens. Zwei Filmbokumente vom Einsatz her italienischen unb deutschen Kriegsberichter ließen ben opferbereiten Einsatz her Kameraden an ben Fronten lebenbig werben.

Die Kongreßpartei lehnt ab.

Stockholm, 10. April. (DNB.) Der E.rekutiv- ausschuß des Allindischen Kongresses nahm einstimmig eine Entschließung an, bie bie Vorschläge Cripps' ablehnt, meldet Reuter aus Neu-Delhi. Der Beschluß wurde am Freitag Staf- forö Cripps zugestellt. Die Meinungsverschieden­heiten seien unüberbrückbar. Eine eingehende Prü­fung habe ergeben, daß auch in dem neuen Kom- promistvorschlag bie Befugnisse, die man den Indern habe überlassen wollen, nicht ausreichend gewesen seien. Man glaubt, so melbet Reuter weiter, daß sich her Arbeitsausschuß her Kongreßpartei mit einer wirklichen nationalen Regierung einverstanden er­klären würde. Der gegenroärtige Cripps-Vorschlag habe jedoch der Kongreßpartei kein ausreichendes Betätigungsfeld eingeräumt.

Der Text der Entschließung der Kongreßpartei wird, wie Präsident A z a b mitteilte, am Samstag veröffentlicht. Azad selbst will am gleichen Tage nach Kalkutta abreisen. Er wird sich unterwegs für einige Zeit in Allahabad aufhalten. Cripps beab­sichtigt, trotz der Abfuhr durch die Kongreßpartei zu versuchen, wenigstens mit kleinen indischen Par­teien zu einem Abkommen zu gelangen. Dor allem hofft er, die Unterstützung der Moslem-Liga zu gewinnen ober aber die Vereinigung der Hin­du - M a h a s a b h a , deren Führer Sawarkar be­reits als Kandidat für einen Posten in der von Cripps geplanten indischen Regierung genannt mor­den war, gegen die Kongrestpartei auszuspielen, Cripps hat für ©amstagmittag eine Pressekonferenz einberufen, in der er das endgültige Ergebnis feiner Mission in Indien bekanntgeben wird.

Der australische Außenminister fordert sofortige Aktionen.

L i f f a b o n , 10. April. (Europapreß.) Der austra­lische Außenminister unb Sonderbotschafter in Wa­shington, Dr. M. Evatt, der gegenwärtig in Ottawa, der Bundeshauptstadt Kanadas, Be­sprechungen führt, erklärte:Es gibt keine Maginot- linien unb Singapurs mehr, hinter benen eingebit- bete Siege für bas nächste Jahr vorbereitet werden können. Wir brauchen ein praktisches Werkzeug für eine zusammengefaßte augenblickliche A k- t i o n. Pläne allein genügen nicht. (£s muß eine ausführende Autorität geben, bie Plane bis zum Punkt her tatsächlichen Berührung mit bem Feind burchf ühr t."

Die Weihnachtsinsel völlig beseht.

Tokio, 10. April. (DNB.) Das Kaiserliche Hauptquartier gab bekannt, daß japanische Marine­einheiten am 31.3. die Weihnachtsinsel, 350 Kilo­meter südlich von Java im Indischen Ozean, do II- ständig besetzt haben.

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Die Weihnachtsinsel im Indischen Ozean ist zu unterscheiden von einer gleichnamigen, zwar fast fünfmal so großen, aber wegen ihrer Wasserarmut fast ganz unbewohntenWeihnachtsinsel" im süd­lichen Pazifischen Ozean. Gemeinhin versteht man aber unter Weihnachtsinsel die jetzt von den Japa­nern besetzte, nur 163 qkm große unb von 1100 Menschen, meist Beamten der Phosphat-Gesellschaft bewohnte Insel im Indischen Ozean. Sie ist dadurch wichtig, daß sie erwünschter Stützpunkt für eine ausgedehnte Luftkontrolle zwischen Java und Au­stralien ist. Interessant ist, daß die Weihnachtsinsel zur Zeit der englischen Herrschaft seit 1889 verwal­tungstechnisch zu denStrait Settlements" gehörte und daher bem Gouverneur von Singapur unter­stand. Mit dieser kleinen Insel ist das letzteAn­denken" an die englische Herrschaft in Singapur verschwunden.